Samstag, 22. Januar 2022

Metal Factory since 1999

Samstag, 22 Januar 2022 08:46
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v. 10 Punkten: 8.0

Das fünfte Album von Edge Of Forever mit Mainman, Sänger und Keyboarder Alessandro Del Vecchio bringt hymnischen Hard Rock ans Tageslicht, der mit dem Opener «Get Up Your Feet Again» eine stimmungs- und hoffnungsvolle Nummer beinhaltet.

Als hätte Mister Del Vecchio seine besten Tracks für Edge Of Forever aufgespart, besitzt dieses Werk viele interessante Momente. Unterstützt wird er von Hardline Trommler Marco di Salvia, dem Sunstorm Bassisten Nik Mazzucconi und Sweet Oblivion Gitarristen Aldo Lonobile. Ja, auf eine Art ist es natürlich einfach eine weitere Retorten Truppe aus dem Hause Frontiers. Aber eine, die tatsächlich faszinierende Lieder komponiert. Das Hauptaugenmerk der Tracks liegt dabei auf dem hervorragenden Gesang, tollen Melodien, packenden Refrains und fetten Gitarrenparts. «Made It Through» beginnt feinfühlig und sensibel, um dann mit einem harten Riff in eine andere Welt katapultiert zu werden. Dieses Wechselspiel der Emotionen wiederholt sich auf sehr eindrückliche Weise. Die verspielte Ader kommt mit «Another Salvation» zum Tragen, und natürlich darf eine Journey angehauchte Ballade in Form von «Breath Of Life» nicht fehlen. Das sphärische «Wrong Dimension» muss als Hit angesehen werden, und mit dem vierteiligen Titelsong sind auch leichte Prog Elemente auszumachen. «Seminole» ist ein sehr hörenswertes Album geworden, das ich in der Form von Alessandro so nicht erwartet habe und alle Rock Fans faszinieren wird.
Tinu

cede

 

<https://www.youtube.com/embed/xLQcqJQNn2c

 

Samstag, 22 Januar 2022 08:40
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v. 10 Punkten: 8.5

Ein sehr entspanntes und musikalisch hochwertiges Akustik-Album veröffentlichen die finnischen Power Metaller Sonata Arctica. Basierend auf zwei Akustik-Tourneen haben sie diesmal Lieder aufgenommen, die sie damals nicht live gespielt hatten.

Im Promoschreiben betonen die Finnen, dass sie ihre Lieder hierbei nicht einfach nachspielen, sondern sinnvoll umarrangierten. Zudem nahmen sie das Grundgerüst ohne Metronom live auf, und das hört wie spürt man. «Acoustic Adventures – Volume One» atmet förmlich. Für mich sehr positiv ist festzustellen, dass die Finnen hier immer wieder einen Hang zu Bands wie Deep Purple und Uriah Heep offenbaren. Das betrifft vor allem die Hammond Orgel und filigranen Keyboardläufe, die schlicht begeistern. Nachzuhören ist das zum Beispiel bei «A Little Less Understading» oder bei «Alone In Heaven». Insgesamt schaffen Sonata Arctica somit einfach eine melancholische Stimmung. Umso erstaunlicher ist zudem, dass dieses Album nicht bereits Ende November/Anfang Dezember erschienen ist. Genügend Vorbereitungszeit hätten Band und Plattenfirma ja eigentlich gehabt.

Das Album war nämlich bereits im Sommer 2020 fertig eingespielt und danach gemastert worden. Ob es jetzt auch im Januar passt, werden letztendlich die Fans entscheiden. Schön ist auch, dass «Acoustical Adventures - Volume One» trotz seiner mehrheitlich ruhigen Machart auch für Heavy Metal Fans durchaus hörbar ist. Manchmal spielen die Finnen zwar auch etwas schneller (wie beim virtuosen «Wolf & Raven»), oft dominieren aber eher langsamere Gangarten, ohne dass dabei die schöne Stimmung kippt. Sonata Arctica covern sich hier selbst. Allerdings stehen diese Lieder spürbar für sich selbst. Sie funktionieren also auch hervorragend, wenn man die Originale nicht kennt. Wer die Finnen also mal in etwas anderem Soundgewand kennen lernen möchte, kriegt hier ein passendes Produkt, und das Beste dabei ist, dass Titel und Promoschreiben darauf hindeuten, dass da noch mehr kommen wird.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6emYgjTkTMc

 

Samstag, 22 Januar 2022 08:33

«Not The End Of The Road»? Zum Glück, denn wenn man sich alleine schon den Titelsong als Opener anhört, wäre es eine Schande nichts mehr von den Schwaben zu hören.

Mit einem sehr eingängigen und dennoch mit der richtigen Härte versehenen Refrain startet der Fünfer in den siebten Studio-Longplayer. Vielleicht noch mit einer Spur mehr US Stadion Rock, sprich wieder mit mehr kerniger denn modernerer Härte überzeugen Kissin' Dynamite. Mit dem neuen Trommler Sebastian Berg, der Andreas Schnitzer beerbte, scheinen die Jungs einen würdigen Ersatz gefunden zu haben, auch wenn die "Narben", dass mit Andreas der erste Line-Up Wechsel seit 2007 Tatsache wurde, vielleicht noch heilen müssen. Die Truppe um Sänger Hannes Braun macht alles richtig, bleibt auf der rockigen Spur, spielt mit akustischen Parts («Only The Dead») und verleiht den Refrains den Entfaltungsspielraum, die gute Rock Tracks brauchen. Vielleicht eine Spur zu "melodisch" entpuppt sich «Good Life», welches durch die Vocal-Guests Guernica Mancini (Thundermother), Charlotte Wessels (Ex-Delain) und Alea (Saltatio Mortis) unterstützt wird. Richtig geil wird es bei den japanischen Klängen von «Yoko Ono». Eine moderne Cowboy Hymne ist «Coming Home» geworden, wie auch das sehr rockige und fette «All For A Halleluja», das sofort in die Beine geht und zum Mitsingen animiert.

Gesanglich ist Hannes einmal mehr auf der Höhe und fasziniert mit seiner Stimme. Lagerfeuerromantik kommt bei der Akustikballade «Gone For Good» auf. Grossartig sind auch «No One Dies A Virgin» und «Voodoo Spell» ausgefallen und runden eine fantastische Scheibe ab. Die beiden Gitarristen Jim Müller und Ande Braun treten dabei immer wieder in den Vordergrund, spielen aber äusserst songdienlich. Die Rhythmusabteilung mit Sebastian und Steffen Haile (Bass) legt einen soliden Teppich vor, auf dem sich die anderen Jungs austoben können. Zusammen mit dem schon erwähnt souveränen Gesang eine mannschaftliche Topleistung. Mit dem abschliessenden «Scars» haben Kissin Dynamite eine Ballade geschrieben, die gar an Aerosmiths «I Don't Want To Miss A Thing» kratzt. Mit vielen Emotionen, Orchester Unterstützung und einem Refrain mit verdammt viel Tiefgang wird «Scars» zu einem Ohrwurm, der einem fortan nicht mehr aus Kopf und Herz entweicht. Was hier seit 2007 kontinuierlich aufgebaut wurde, könnte tatsächlich einmal die Grossen beerben. «Not The End Of The Road» ist ganz grosses Kino, das sich alle Rock und Metal Fans anhören sollten.
Tinu

cede

 

<https://www.youtube.com/embed/qGLFjML7RKo

Donnerstag, 20 Januar 2022 22:09
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v. 10 Punkten: 8.8

Das neue Battle Beast-Album braucht trotz seiner offensichtlicher Eingängigkeit mehrere Hördurchgänge, bis es seine volle Wirkung entfaltet. Dann "bestraft" es einen aber mit vielen Ohrwürmern.

Vorab also schon: Nehmt Euch diese Zeit, es lohnt sich. Spannend dabei ist, dass sich auf dem neuen Album das Original immer mehr an seine Schwesterband Beast In Black annähert (deren Mitgründer und einstiger Hauptsongwriter gründete Beast In Black 2015 nach seinem Ausstieg bei Battle Beast). Oder mit anderen Worten: Eingängige 80er-Jahre Pop-Metal Songs mit Synthesizer gibt es nun auch vom Original. So wäre es zum Beispiel bei einem Blindhören schwierig, Lieder wie das aktuelle «Wings Of Light» oder «Russian Roulette» der richtigen Band zuzuordnen. Das soll aber beide Truppen nicht schlecht machen, denn solche Songs muss man zuerst mal schreiben. Zudem verfügen beide Gruppen über hervorragende Sänger, und im Falle von Battle Beast bekanntlich eine Top-Sängerin. Letztere musizieren durchaus auch mal im stilistischen Fahrwasser von Sabaton, was die Schwesterband Beast In Black unter dem Strich etwas eigenständiger macht.

Aber eigentlich hätten Battle Beast mit einem so starken Album wie «Circus Of Doom» solche Vergleiche gar nicht nötig. Hier kriegt man schlicht eine Vollbedienung an guten, und nochmals zur Warnung, poppigen Heavy Metal Liedern. Wer jedoch nicht weiss, ob er bei dieser Darbietung eher kotzt oder klatscht, der teste mal «Master Of Illusion» an. Ich selber findet es einfach grossartig. Dies gilt auch für Lieder wie «Eye Of The Storm», «Russian Roulette», «Freedom» oder das an Nigthwish zu Anette Olson Zeiten erinnernde «Armageddon». Eigentlich wäre «Circus Of Doom» ein Album, das über neun Punkte verdienen würde. Bei diesen Pop-Metal Nummern bleibt es aber beim "eigentlich", denn wenn ein Album dermassen auf Ohrwürmer getrimmt wird, erwarte ich, dass es sofort begeistert und nicht à la Prog-Metal zuerst erarbeitet werden muss. Somit bleibt eine immer noch hohe Punktzahl und eine Kaufempfehlung für alle übrig, die sich für das Gutfinden dieses Musikstils nicht schämen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hn6v1FptxQc

 

Donnerstag, 20 Januar 2022 22:04
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v. 10 Punkten: 9.3

Es gab mal eine Zeit, in welcher Grunge die Musikszene in seinen grauenvollen Klauen hatte. Daneben versuchten viele Truppen sich mit mechanischer Härte zu überbieten, und alles was man als klassischen Hard Rock, Heavy oder Thrash Metal bezeichnete war ein Relikt einer vergangenen und nicht mehr gewünschten Zeit.

Zu diesem Zeitpunkt entdeckte ich eine gewisse Liebe zu melodischem Hard Rock, und Labels wie MTM oder Z Records boten diesen Truppen eine Plattform. Bands wie Von Groove, Guild Of Ages, Loud And Clear oder Axe hinterliessen ihren Spuren bei mir. Dazu gehörten auch Giant, die damals durch Dann Huff angetrieben wurden und wiederholt tolle Rock Perlen veröffentlichten. Als sich Dann von seinem Bruder David (Drums) und Giant verabschiedete, schien es um die Truppe geschehen zu sein. Aber mit Sänger Kent Hilli, der Terry Brock ablöste, haben Giant wieder einen stimmgewaltigen Shouter in den eigenen Reihen. Solange die Truppe solche Hits wie «Don't Say A Word» komponiert, werden sie auch nichts von ihrem Glanz verlieren. Gitarrist John Roth trägt seinen Teil dazu bei, dass die Songs trotz Melodie immer eine gewisse Härte aufweisen. Der Titelsong, «My Breath Away», «Highway Of Love», «The Price Of Love» und «I Walk Alone» sind weitere Hits, welche den eh schon guten Ruf der Truppe (auch ohne Dann) weiterhin am Leben erhalten. Giant haben einen wirklich tollen Nachfolger von «Promise Land» (2010) komponiert. Auch wenn das neue Werk vielleicht nicht an die drei ersten, famosen Scheiben «Last Of The Runaways» (1989), den Oberklassiker «Time To Burn» (1992) und «III» (2001) heran reicht, so ist «Shifting Time» auf jeden Fall ein grandioses Hard Rock Album geworden!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/V2dkfESCYaI

 

Donnerstag, 20 Januar 2022 21:57
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v. 10 Punkten: 7.0

Von den Gründungsmitgliedern der 2002 gegründeten kanadischen Band Comeback Kid sind nicht mehr viele übrig. Sänger Andrew Neufeld (der bis 2006 die Rhythmus-Gitarre bedient hat) und Lead-Gitarrist Jeremy Hiebert sind noch die einzigen, die erzählen können, wie damals alles begann.

Als typisch kanadisches Klischee stammt der Bandname natürlich vom Eishockey her. Die Sage will es, dass sich die Jungs an einer Schlagzeile aus der Zeitung bedient haben sollen, in der über das Comeback von Hockey Legende Mario Lemieux als "Comeback Kid" geschrieben wurde. Witzigerweise hat die Band ihre Wurzeln in Winnipeg, und Lemieux hat seine ganze Karriere jedoch für Pittsburgh gespielt. Nun aber genug der Sportweisheiten. «Heavy Steps», das brandneue und mittlerweile siebte Album, weiss zu überzeugen. Unter dem Banner Hardcore brechen die Jungs gekonnt immer wieder aus dem starren Gewand aus und vermischen ihren Sound mit gekonnter Melodie wie Härte. Klassischen Hardcore stelle ich mir aber anders vor, und das ist gut so. Denn da wo diverse Bands immer gleich klingen, heben sich Comeback Kid klar von der Masse ab. Nach «Outsder» ist das aktuelle Album das zweite, welches nach Jahren bei Victory Records auf Nuclear Blast erscheint. So "Heavy" sind die "Steps" allerdings nicht, sondern galoppieren luftig leicht, begleitet von einer gewaltigen Ladung Schweiss, daher.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TXVVHEQqSsc

Donnerstag, 20 Januar 2022 07:22

Trotz der Kollaboration illustrer Mitglieder von Mos Generator, Fu Manchu und Yawning Man hat mir dieser Jam-Session – basierte Release zunächst viel Toleranz abverlangt. Aber trotz der definitiv fehlenden Affinität zu den oben genannten Genres konnte ich dem Album durch wiederholtes Anhören schlussendlich doch noch einiges abgewinnen.

Lässt man mal die gelegentlich recht exzentrischen oder meinetwegen auch dissonanten Ausbrüche etwas ausser Acht, bleibt eine Scheibe, die durch ihre sehr dichte Atmosphäre und die immerwährend spür-, beziehungsweise hörbare Passion der involvierten Interpreten besticht. So klingt es, wenn sich eingefleischte Musiker zu einer Jam-Session treffen und danach den daraus resultierenden Aufnahmen eine Songstruktur verpassen. Auch wenn mich vor allem auf der ersten Albumhälfte nicht alles Dargebotene anspricht, muss ich eingestehen, dass die hier offengelegte Kompetenz als Musiker aller Beteiligten nicht zur Debatte steht, denn auch zielgerichtetes Improvisieren, ohne dabei ins absolute Klangchaos zu stürzen, ist eine Kunst. Als alles überstrahlenden Stern empfinde ich in diesem Kontext den knapp zwanzigminütigen Titeltrack am Schluss der Scheibe, einem fiebrigen Acid-Trip, der sich in seiner Machart als ferner und sehr temperamentvoller Verwandter so gewichtiger Standards wie «Riders On The Storm» (The Doors) oder «The Pusher» (Steppenwolf) erweist. Schon alleine dieses vertonte Monster rechtfertigt die Anschaffung von «The Long Morrow», coole Sache!
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/90EhWritMPQ

 

Donnerstag, 20 Januar 2022 07:16

Ein ansprechendes und immer wieder sehr eingängiges Solo-Album präsentiert uns der Deutsche Tristan Harders. Der Sänger und Multiinstrumentalist ist regulär ein wichtiger Teil des Hamburger Power Metal Quartetts Terra Atlantica, das bisher in den Jahren 2017 und 2020 Alben veröffentlicht hatte.

Die konzertfreie Zeit nutzte Harders jetzt, um das Werk «Drifting Into Insanity» ganz alleine aufzunehmen. Und dies bedeutet hierbei, dass sich der Deutsche um Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboards und Gesang kümmerte. Nur für die Chöre, einen Gastgesangsbeitrag und ein Gastgitarrensolo griff er auf weitere Musiker zurück. Heraus gekommen ist ein klassisches Power Metal Album mit schnellen Gitarrenläufen, majestätischen Trompetenklängen, vielen Keyboard Einsätzen und mit mal mehr wie mal weniger Kitsch. Teilweise dringt auch der Pathos von Manowar durch, wie es zum Beispiel bei «Quest Into The Mountain Of Steel» deutlich zu hören ist. Diese grossen und übertriebenen Gesten gehören zum Power Metal aber irgendwie dazu. Darum spürt man eine gewisse geistige Nähe zu Freedom Call heraus, auch wenn diese musikalisch höchstens leicht angedeutet werden. Insgesamt klingt «Drifting Into Insanity» nämlich ziemlich eigenständig, und was ich zu Beginn nicht gedacht hätte: Tristan Harders produziert immer wieder Ohrwürmer, die man plötzlich mitsummt. Sein Gespür für tolle Melodien und knackige Riffs ist herausragend!

Schön auch, dass der Deutsche nicht nur schnelle Lieder komponiert, sondern das Tempo auch mal durchgehend drosselt, wie zum Beispiel bei «When Fairytails Are Gone». Anderen Liedern verleiht er Dynamik, indem er darin bewusst mit verschiedenen Stimmungen spielt. «Drifting Into Insanity» ist ein durchaus gutes Power Metal Album. Einziges Manko offenbart sich bei Tristan Harders, wenn er stimmlich in höhere Töne wechselt, und dann anstelle von Begeisterung bei mir leichte Ohrenschmerzen verursacht. Gut zu hören ist das auf seinem 21-sekündigem Facebook-Video vom 24. Dezember. Positiv ist dennoch, dass ich das Album trotz dieser Schwäche immer bis zum Schluss durchhören kann. Alles andere wäre auch schade, weil ich sonst eine Hymne wie «Save Me From Insanity» verpasst hätte, die durchaus positiv an alte Edguy erinnert. Sie leitet in «Between The Battles» über, welches das Album sehr ruhig und würdig abschliesst. Unter dem Strich gelingt Tristan Harders auf jeden Fall ein überzeugendes Werk.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/j3-WGPaV9e4"

 

 

Donnerstag, 20 Januar 2022 06:55
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v. 10 Punkten: 6.5

Oceans aus Österreich und Deutschland sind am Durchstarten. Eben erst den grossen Plattendeal mit Nuclear Blast abgeschlossen, ballern sie uns denn auch den ersten Release über den neuen Partner heraus.

Beim Durchhören von «Hell Is Where The Heart Is Vol. 1: Love And Her Embrace» fühlt man Begeisterung und Enttäuschung zugleich. Begeisterung ob dem fulminanten Intro-Einstieg und den danach folgenden Songs, welche von Tristesse und Schwere kaum zu überbieten sind, gefolgt von Enttäuschung, dass nach vier..., Moment, das Intro zählen wir nicht mit..., drei Songs bereits schon wieder fertig ist. Und wir reden hier nicht von drei Dream Theater mässig langen Songs, nein, die Platte ist nach knapp zwölf Minuten bereits wieder vorbei. OK, nennen wir es eine EP und gehen davon aus, dass auf Volume 1 wohl bald Volume 2 (und wer weiss wie viele Teile da noch in Planung sind) folgen mag. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf und der Musik in den Ohren verschwindet die Enttäuschung und wandelt sich um in Vorfreude. Bitte lasst uns nicht zu lange hängen!
Pat

<https://www.youtube.com/embed/oVMJC_atS3g

Dienstag, 18 Januar 2022 21:48

Au Backe! Bereits ab Sekunde eins wird der Descent-Dampfhammer ausgepackt und straight nach vorne gedroschen. Der Fünfer aus dem australischen Brisbane, bestehend aus diversen Szene-Veteranen, zieht seinen Death Metal bevorzugt brutal, brachial und rotzwütend auf.

Gitarren-Riffs fräsen sich durch das Gehirn, die donnernde Rhythmus-Abteilung walzt alles platt, dazu gurgelnde Growls des Wahnsinns. «Order Of Chaos» ist das zweite Album von «Descent», und es trifft dich dort, wo es so richtig weh tut. In acht zermalmenden Tracks sorgt die Truppe für maximale Zerstörung. «Resolve» peitscht mit voller Breitseite in die Weichteile und macht kompromisslos klar, wohin die zerstörerische Reise gehen soll. Eine ohrenbetäubende Melange aus Old-School Death Metal und Deathgrind kriegt mit zunehmender Spielzeit einen infernalen Einschlag, der eher an Blackened-Gefilde erinnert. «Safe» rast nur so durch und lässt nichts ausser verbrannte Erde hinter sich. «Dying Fetus» lassen grüssen. Wer die ganze Platte noch in martialischer Lautstärke geniesst, dem raubt «Order Of Chaos» sämtliche Sinne. Als bestialische Urgewalt mit Suchtfaktor oder so ähnlich lässt sich das stete Einprügeln dieser Platte am besten umschreiben. «Order Of Chaos» ist schroff, druckvoll, unnachgiebig, legt immer einen nach und ist so schnell vorbei wie ein gewaltiges Sommergewitter. Trotzdem ist es alles andere als stumpfes Geknüppel, denn obwohl der eine oder andere rasende Song vorhanden ist, machen erst die Variationen dieses Album zum Blackened Deathgrind Leckerbissen. «Descent» wuchten ihre Songs mit steigender Stimmung von unten nach oben, überraschen mit höllischem Absturz, monströser Raserei oder blinder Wut. Wenn es der Zufall will, gar alles in einem Song! «Order Of Chaos» ist Brachialgewalt pur!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8-41btwSTjY

Dienstag, 18 Januar 2022 21:40
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v. 10 Punkten: 7.5

Eindeutig Gothic, aber doch so viel mehr. Der mittlerweile achte Longplayer der Düsseldorfer macht definitiv vom ersten Ton an Laune und entführt gekonnt, wenn auch fast etwas zu kurzweilig in eine abwechslungsreiche Klangwelt.

Dunkel-melancholisch, aber auch sehr melodisch, die Vocals könnte man beinahe als gefühlsvoll bezeichnen. Eine selten hörbare Tiefe und guter Switch zwischen Chaos und Ausgewogenheit, Sanftheit und Härte. Keine Strömung scheint zu kurz zu kommen, und so kommt das Ende der Scheibe viel zu schnell. Nur gerade knappe vierzig Minuten lang dauert das Vergnügen, doch es kommt mir wesentlich kürzer vor. Ganz besonders ansprechend wirkt der Opener «Silent Scream» auf mich. Die gute Laune bleibt bis zum Schluss erhalten, und der Titeltrack «Hellbound» hinterlässt ab der Mitte bis zum Schluss nochmals einen ordentlichen Kick. Catchy, aber auf solide Art und Weise. Kaufempfehlung für alle dunklen Seelen.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9WbzmaDHTy0

Dienstag, 18 Januar 2022 21:30

Komplexe und vielschichtige Klänge sind wir aus Kanada spätestens seit Devin Townsend gewöhnt. Was Seven Nines And Tens aus Vancouver hier aber abliefern, muss erstmal verdaut werden.

Ob die sieben Songs so entstanden sind, wie Titel der Albums heisst, nämlich «Over Opiated In A Forest Of Whispering Speakers», bleibt wohl ein Geheimnis. Was aber klar ist, es klingt extrem danach. Die Experimentierfreudigkeit ist kaum zu überbieten, und die verschiedenen Musikstile wie Layer schichten sich perfekt übereinander sowie verschmelzen im Lautsprecher zu einem homogenen Klang, welcher direkt ins Ohr dringt. Nach zwei Instrumental-Alben tut es dem Trio gut, dass Gitarrist David Cotton nun auch noch Gesangsparts übernommen hat. Und so entstand mit «Over Opiated In A Forest Of Whispering Speakers» ein Album, welches mit seiner Spielzeit zwar kurz ausfällt, aber klar in einer Liga mit Bands wie Opeth mitspielen kann. Diese Band sollten sich Prog-Fans definitiv auf den Radar schmeissen, denn wenn die Jungs weiter in dieser Qualität abliefern, werden wir über die nächsten Jahre noch viel Spass mit ihnen haben.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6E-UVzcWCDA

Montag, 17 Januar 2022 21:00

Aus Olten stammt die Black Metal Band Tardigarda und präsentiert mit «Vom Bruch bis zur Freiheit» ihr zweites Album. Leise und nachdenklich wird mit dem Intro «VI» der Reigen zu diesem Werk eröffnet.

Mit «Verrat» wird es melancholisch, aber trotzdem geht es flott zu Werke. Da wird genialer atmosphärischer Black Metal dargeboten wie er im Buche steht. In diesem Song werden traumhafte Bilder mit ergreifenden Klängen erschaffen! Ein trauriges Zwischenspiel wird mit «VII» aufgeführt. Wie ein tosender Wasserfall stürzt «Zwang» in die Tiefe. Tief bewegende Melodien werden immer wieder an die Oberfläche gespült. Das ist pure vertonte Melancholie, die einen opulenten Soundtrack für das Kopf-Kino frei Haus liefert. Eine kurze Verschnaufpause bietet das nächste Zwischenspiel «VIII» mit tieftraurigen Klängen. Mächtig und episch, türmt sich «Trugschluss Vertrauen» auf und kann abermals mit atmosphärischem Black Metal der Spitzenklasse auftrumpfen! Die hohe Dichte an unvergesslichen Melodien ist einfach atemberaubend! Eine kleine Pause zum Durchatmen gewährt das Zwischenspiel «IX». Der Titeltrack «Vom Bruch zur Freiheit» ist der längste und zugleich abschliessende Beitrag auf diesem Album, und so wird in sechzehn Minuten nochmals das volle Programm in Sachen atmosphärischem Black Metal geboten. Tardigarda zeigen sich auch hier von ihrer stärksten Seite und packen immer wieder unbeschreibliche Melodien auf das harsche Fundament! Tardigarda haben mit «Vom Bruch zur Freiheit» eine wahre Meisterleistung im Bereich des atmosphärischen Black Metals vollbracht!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dWkXGWjV1fI

Montag, 17 Januar 2022 20:54
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v. 10 Punkten: 6.5

Progressiver Metal mit dunklen Schattierungen und leicht modernen Anstrichen, das bieten die Schweden Mercury X.

Dies erklingt schon mit dem Opener «Until The Break Of Day», um mit dem viel positiveren «The Light In Your Eyes» doch nicht alles pessimistisch erklingen zu lassen. Mit dem über zwanzig Minuten langen Titelsong taucht die Truppe in ein Monstrum ein, welches Zuhörern:innen durch seine musikalische Vielfalt einiges abverlangt. Da wechseln sich Melodien mit Härte, die Breaks geben sich die Klinke in die Hand und das Tempo variiert. Mit "nur" fünf Songs erreicht man dennoch eine Spielzeit von 45 Minuten. Das würde eine Punk Band in den nervlichen Zusammenbruch führen, weil die jeweils froh sind, wenn sie pro Song knapp über die Ziellinie von zweieinhalb Minuten laufen. Mercury X…, in diese Welt muss man zunächst mal eintauchen und darf sich nicht vor Überraschungen fürchten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CO9aG_rSHho

 

 

Montag, 17 Januar 2022 20:44
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v. 10 Punkten: 8.0

Vor über hundert Jahren kannte man Whitechapel primär als Stadtteil von London, in dem Jack The Ripper sein Unwesen trieb.

Die Identität von Jack The Ripper ist bis heute nicht gelüftet, aber die Präzision, mit der er seine Opfer zerstückelte, auseinandernahm, ja schon beinahe sezierte, lebt weiter in einer Band mit dem selben Namen wie der Stadtteil. Whitechapel muss man nicht mehr vorstellen, denn die Jungs aus Tennessee "killen" schon seit 2006 mit ihrem gnadenlosen Sound aus Death Core und Death Metal. Nun steht Album Nummer acht an, welches die Band selber als ihr perfektes Werk bezeichnen. Nun, welche Band tut das nicht, sprich wäre verkaufstechnisch ja auch eher doof zu sagen, wir liefern hier Durchschnitt ab, aber bei «Kin» nimmt man das den Herren sehr wohl ab. Jack The Ripper brachte es insgesamt auf fünf "Mörder-Highlights" in seiner Karriere, während Whitechapel dies mit elf Mörder-Tracks auf einem Album toppen.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/R-C4dnmfz0s

Montag, 17 Januar 2022 07:18
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v. 10 Punkten: 7.0

Dymytry aus der tschechischen Republik dürften bislang wohl nur eingefleischten Fans ein Begriff sein. Respektive solchen, die sich primär mit tschechischer Musik befasst haben.

Nun, nach fünf Alben (inklusive Platinauszeichnung) und über tausend Konzerten, wagen die Jungs nun mit ihrem ersten englischsprachigen Album den Schritt in Richtung Europa. Ein mutiger Schritt, deren Ernsthaftigkeit zusätzlich durch einen unkonventionellen Wechsel unterstrichen wird. Sänger Protheus opfert sich praktisch selber für diesen Schritt. Da er jobmässig seine Band weder auf der vergangenen Europa-Tour noch im Studio gross unterstützen konnte, war er es der seinen Kollegen vorschlug, einen neuen Sänger zu suchen, damit er der anrollenden Dampflock nicht im Wege stehen würde. Aus Loyalitätsgründen entschied man sich dann aber, Protheus für den lokalen Markt in der Band zu behalten und die ausgedehnteren Themen mit dem neuen Mann am Mikrophon umzusetzen. Auf einmal hatte man somit zwei Sänger an Bord und damit unendlich viele Möglichkeiten geschaffen. «Revolt» als Album und erste europäische Shows haben bewiesen, dass der Markt bereit ist für Dymytry.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Si7zqvVku1A

Montag, 17 Januar 2022 07:12

Die Spanier sind zurück mit ihrem neuesten Instrumental-Album. Das Spannende hier ist, dass diese instrumentalen Lieder alle songorientiert gespielt werden. Kein Gefrickel oder einzelne instrumentale Orgien sind hier zu hören.

Man bietet dagegen unglaublich variable Songs und spielt extrem mit der Dynamik, gut zu hören beim dreiteiligen «El Odio», das Zuhörer:innen 22 Minuten lang fesselt. Sehr spannend ist hierbei das Auf und Ab der ineinander verflochtenen Instrumente, völlig verspielt. Es ist wahrlich eine Kunst, so lange Songs zu spielen, ohne langweilig zu wirken, was die Spanier aus Madrid hier mühelos geschafft haben. «Watt» glänzt mit einer grossen Vielfalt, die von 70er-Jahre Flair über harte Prog-Parts mit Saxophon bis hin zu Psycho-Sounds reicht. Man braucht da schon etwas Zeit, um mit «Hex» richtig warm zu werden, und dieses Klangwerk kann man sich nicht einfach so nebenbei anhören. Die Spanier fordern die Fans mit ihren anspruchsvollen Klängen regelrecht heraus. Hier kriegt ihr wunderbaren Post Rock Sound um die Ohren geknallt, der, wenn er sich dir musikalisch geöffnet hat, beim Anhören jede Menge Spass bereitet, starkes Album.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iihRpmrpzik

Montag, 17 Januar 2022 07:06
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v. 10 Punkten: 7.5

Swallow The Sun gehören seit Anbeginn nicht zu den Komponisten, deren Ziel es ist, die Fangemeinde mit Jux und Tollerei zu verwöhnen. Ganz im Gegenteil! Spätestens nach dem Tod der Musikerin Aleah Stanbridge, damals die Lebensgefährtin von Bandchef Juha Raivio, geht die Musik der Finnen in eine noch deutlich düsterere und melancholischere Richtung.

Der vermutete Stimmungstiefpunkt war das 2019 veröffentlichte Album «When A Shadow Is Forced Into The Light», doch es geht scheinbar noch eine Schippe tiefer. Isolation, Aussichtslosigkeit und die weltweite Corona Pandemie haben die Zeilen aus Raivios Feder noch zermürbender ausfallen lassen als normalerweise schon üblich. «Moonflowers», die Platte, bestehend aus acht Titeln, die bereits am 19.11.2021 das Licht der Welt erblickte, gibt es ab sofort noch in einer Deluxe Edition (5 LPs) zu haben. Das Cover, das im Original einen von ihm mit Eigenblut gemalten Mond sowie die in Stanbridges Todesjahr getrockneten Blumen zeigt, ist neuerdings blau. Dennoch lassen sich die Abgründe nur erahnen, in die Swallow The Sun die Hörerschaft runter ziehen. Wenn sogar der Bandkopf über sein neuestes Werk die Worte: "Ich hasse dieses Album zutiefst. Ich hasse, wohin es mich führt, wie es mich fühlen lässt und was es für mich bedeutet" verliert, dann ist wirklich Grund zur Sorge. Schon der Opener «Moonflowers Bloom In Misery» präsentiert die Traurigkeit deutlich, die auf diesem Album vertont ist. Ein ruhiger Auftakt, begleitet von Klargesang, bei dem man jedes Wort des deprimierenden Textes versteht, steht exemplarisch für die Grundstimmung der Scheibe. Insgesamt ist «Moonflowers», ob nun Original oder Deluxe Edition, ein Album geworden, das einem eine gewisse Toleranz gegenüber seiner sehr düsteren Stimmung abverlangt, die sich oft in mäandernd-melancholischen Passagen ausdrückt. Folglich kann es gut sein, dass man sich selbst in einer entsprechenden Gemütslage befinden muss, um die vertonte Verzweiflung wirklich schätzen zu können. Nichts für Szene-Anfänger und locker-flockige Musikgeniesser.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YCn0JV4WFJg

 

Freitag, 14 Januar 2022 22:33

Nachdem Wilderun schon im Jahr 2020 mit dem Album «Veil Of Imagnation» für Aufsehen gesorgt haben, schicken sie sich nun mit dem Nachfolger «Epigone» an, für noch mehr Tumult zu sorgen!

«Exhaler» ist ein Song, der akustische Gitarren wie Gesang vereint und sich zart in die Ohrmuschel schleicht. Lieblich beginnt der Marathon bei «Woolgatherer». Langsam öffnet dieser seine Tore und lässt einen eintreten. Das ist der Soundtrack für das Kopf-Kino, sprich sehr gefühlvoll inszeniert und mit einer endlosen Musikalität gesegnet. Das Kopf-Kino geht nach der kurzen Pause mit «Passenger» weiter und bietet Prog Metal mit ganz verschiedenen Facetten! Folkig zieht dagegen «Identifier» wie ein laues Lüftchen übers Land. Mit proggigen Gitarren wird die Ruhe aber immer mal wieder gestört und lässt eine Metal-Oper durchblicken. Sehr verstörend kommt das Zwischenspiel «Ambition» daher, und man fühlt sich wie im Innern eines Computers gefangen! Eine vierteilige Saga wird mit «Distraction I» eröffnet, und das ist Prog Metal in seiner reinsten Form. «Distraction II» ist ein wenig härter gespielt als sein Vorgänger, aber es finden sich hier wunderbare Breaks, die dem Song eine Fülle von Abwechslung bescheren. Spacig flitzt dafür «Distraction III» aus den Boxen zeigt sich komplett anders als seine beiden Vorgänger. «Distraction Nulla» leitet schliesslich den Schluss mit einer eigenwilligen Soundcollage ein. Wer ein Album mit grenzenloser Musikalität sucht und eine Mischung aus Folk, Prog Metal und Soundtrack mag, ist bei Wilderun genau an der richtigen Adresse!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pdpWEpIDKCc

 

Freitag, 14 Januar 2022 22:27

Kaum ein Jahr vergeht, während dem der schwedische Tausendsassa, Sänger, Songwriter, Gitarrist und Keyboarder Mikael Erlandsson aus Göteborg nicht mit einem neuen Output an der Tür klingelt.

Nach vierzehn (!) Alben seiner Formation Last Autumn's Dream legte er diese nun auf Eis und macht seit rund drei Jahren unter dem neuen Namen Autumn's Child weiter. Entsprechend erscheint mit «Zenith» nun der dritte Streich. Über Jahre hinweg hat der gute Mikael seinen klassischen Melodic (Hard) Rock / AOR perfektioniert. Nach wie vor legt er grösstes Gewicht auf ausgeklügeltes Songwriting, sprich gehaltvolle Tracks mit hohem Wiedererkennungswert. Reine Lückenfüller sind immer noch Mangelware. Nebst seiner warmen, gleichzeitig aber auch kraftvollen Gesangsstimme, die locker aus der Masse heraus zu stechen vermag, überzeugt auch der Sound. Man hat den Dreh einfach raus, wie der Spagat zwischen melodiösem AOR sowie knackigem Hard Rock funktioniert und wie harte Riffs wie voluminöse Keyboards homogen unter einen Hut gebracht werden können. Beim Gesamteindruck der Scheibe wiederholt sich die Geschichte. Hohes Level ohne wirkliche Highlights. Das Ganze ist dem Herrn Erlandsson somit auch schon besser gelungen. Nichtsdestotrotz, wo «Autumn» drauf steht, steckt Mikael ohne Zweifel auch drin. Die Fans werden auf jeden Fall nicht enttäuscht und kommen mit «Zenith» konstant auf ihre Kosten.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Z1L3kFYVvbk

 

Freitag, 14 Januar 2022 22:16

Yo, da tritt nun das finnische Trio aus Turku, Varsinais-Suomi, im Jahre 1989 die Finsternis der Welt erblickend, ebenfalls mit einem längeren Break zwischen 1994 und 2003, mit dem fünften Studio-Longplayer namens «Worship The Eternal Darkness» und zehn oldschooligen Black Metal Songs gefeiert und geprescht in der Neuzeit an.

Interessant, und da ist nun mal vorhandene Freude vorherrschend, wird auch oldschoolig soliert auf den Blacktraxx, was eben auch mal abgefeiert werden darf, nämlich. Archgoat, das sind Ritual Butcherer (Guitars), Lord Angelslayer (Vocals, Bass) und Goat Aggressor (Drums). Nun, in komplett nur zwei Tagen ist «Worship The Eternal Darkness» eingespielt worden, was man ehrlicherweise auch schreiben muss, denn deshalb klingt es eben auch so oldschoolig und scheppert entsprechend aus den Boxen. Dennoch ist es ehrliche Mucke ohne Firlefranz, handgemacht einfach, nicht das überproduzierte und zu-fein-geschliffene Zeugs, wo man an einer Live-Show tief enttäuscht und ernüchtert feststellen muss, dass im Studio kräftig nachgeholfen wurde. Ja, muss auch mal geschrieben, gesagt und vor allem erwähnt werden. Und Archgoat sind eben diesem Attribut stets treu geblieben, auch in der Neuzeit, und deshalb hebt sich «Worship The Eternal Darkness» auch von den erscheinenden 08/15 Produktion ab. Yep, muss einfach auch mal angemerkt sein dürfen. Somit ist die Produktion druckvoll gelungen, und bestückt mit einem Cover-Artwork von Chris Moyen melden sich die Finnen martialisch zurück.

Nebst den blackigen und deathigen Einflüssen, sind auch grindcorige und thrashige wie auch doomige Momente heraus zu hören. Der Gesang ist markant, tief growlend, shoutend und screamend, stets verständlich. Der Bass wummert tief und sonor in den höllischen Ebenen von Goatland. Die Gitarre riffelt und raffelt in Windeseile durch das Notengestrüpp, mit kurzen Breaks, herrlich blackig, mit vielen, kurzen und teils auch melodiösen Soli untermalend. Die Drums wandeln zwischen Blasts, Grindcore Gedonnere, Double-Bass Drums und schleppendem Doom, stets groovend, rasend schnell, mit einer sehr markanten Snare, trocken, straight, mit ein paar Toms- und Cymbalseinsätzen, doch meist einfach Kopf runter und los, und das passt verdammt nochmals. Vergleichbar wären Archgoat so mit Blasphemy, Beherit, Black Witchery, Sarcòfago, Sadomator und dergleichen. Anspieltipps wären da alle Tracks, vornehmlich «All Christianity Ends», «Black Womb Gnosis», «In Extremis Nazarene» und «Burial Of Creation». Ja, «Worship The Eternal Darkness» ist ein erfrischendes und unbekümmertes, goiles Black Metal Album, das einfach dunklen Spass versprüht, welcher sehr ansteckend und infektiös wirkt.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/76wv5f-rKDg

 

Freitag, 14 Januar 2022 07:22

New Jersey - nein nicht Bon Jovi - sondern das Jahr 2008 und Jersey City, als Fit For An Autopsy aus den Gezeiten des Undergrounds die Welt als Licht anpeilten, äh, das Licht der Welt erblickten, und seither mit viel corerischem Death, beziehungsweise deathigem Core den Weg der Freiheit in die Düfte des Universums durchpflügten.

Nun, aktuell sind Fit For An Autopsy mit Joe Badolato (Vocals), Will Putney (Guitars), Patrick Sheridan (Guitars), Tim Howly (Guitars), Peter 'Blue' Spinazola (Bass) und Josean Orta (Drums) die Werkself und präsentieren mit «Oh What The Future Holds» das neue Machwerk mit zehn Tracks, welche teils sehr melodiös, aber auch schwer und eher deahtcorig als deathmetallisch daher reiten und sich mit dem fünften Machwerk der universellen Düfte des Deathcore behaupten können. Machwerktechnisch ist rein gar nichts zu bemängeln, das Album soll irgendwie als Ganzes, als Konzept angehört werden, denn dabei bleibt mehr vom variantenreichen Songwriting als bloss einzelne Tracks hängen. Es ist alles toll gefrickelt intoniert, doch dem Schreiberling bleibt davon einfach nichts übrig, von den einzelnen Tracks, obschon in den erwähnenswerten Songs der eine oder andere Track von mir genannt wird, keine Angstscheisserchen sein, bitte..., danke. Die tiefergestimmten drei Klampfen - da nimmt die Chose einen Bezug auf die jungfräulichen Eisernen, aber nur da - besitzen als 7- und 8-Saiter halt schon ein individuelles Markenzeichen.

Na, wie erschallen nun Fit For An Autopsy denn nun? Well, was soll ich da töggeln, wie eben Fit For An Autopsy, mit Anleihen zu Through The Eyes Of The Dead, Burnt By The Sun, Deadwater Drowning, Forgetting Tomorrow, Nothing Left To Mourn, Signed With Hate oder Shattered Realm. Daneben finden halt auch die sehr melodiösen, technischen, progressiven Soli Anklang, die dann wiederum mal etwas metallischer, dann wieder etwas coriger daher reiten. Den besagten Death Metal gilt es fundiert zu suchen, elementar eher selten, eindeutig mehr im Deathcore, Mathcore und crossoverischem Thrash, auch wenn ab und an geblastet wird, so sind doch die Tracks eher im groovigen Midtempo anzusiedeln, als irgendwie im hyperschnellen Death. Nun, die drei Gitarren erwirken eine Urkraft, und nein, es sind nicht eine oder zwei Gitarren zu viel, und dennoch hört man alle drei Klampfen riffmässig hervorragend heraus. Da wird melodisiert, gerifft und soliert zugleich. Kann man ja, die drei Quetschbalken gibt es und sind vorhanden, ergo warum nicht auch konsequent nutzen. Dennoch hätte ich mir da noch einen Zacken mehr Urkraft gewünscht, und der Bassist rutscht hier leider etwas in den Hintergrund. Dennoch ist dieser heraus zu hören, vor allem wenn man gitarrentechnisch einen hymnenhaften Teppich legt, so kommt der Tieftöner auch zur Geltung, auch wenn er sich auf solodesken Pfaden bewegt.

Die Drums wirbeln gehörig, mal blastend, mal double-bassend, stets groovig und im Midtempo gehalten, gepaart mit einer straighten Snare und viel wirbelndem Toms- und Cymbals-Spiel, eröffnet jedoch dem Songwriting und den Songs das nötige Odem und auch die Abwechslung. Der Gesang ist tief, leicht guttural angekratzt, doch meist crossoverisch geshoutet und gescreamed, stets verständlich und bösartig vorgetragen. Die Produktion ist glasklar, vielleicht etwas zu klar gestaltet, messerscharf und mässig druckvoll wie hierbei vielleicht etwas zu zögerlich gestaltet. Das Cover-Artwork glänzt als sehr gelungenes Paint-Work. So, hier nun die ausgewählten Tracks, welche anzutesten wären, nämlich «In Shadows», «Collateral Damage», «A Higher Level Of Hate» und «Far From Heaven». «Oh What The Future Holds» sit ein sehr gelungenes, leicht technisch-progressiv-gefrickeltes Deathcore-Scheibchen, mit einem 30%-Ansatz Death Metal, deshalb Deathcore, eindeutig, auch wenn dem Schreiberling jetzt ein gewisser Ärger ins Haus steht. Kack drauf, piss darüber und gut ist es, denn aktuell bin ich bereits geboren und ready für meine Dampfwalze mit Schmackes.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/cm72YQcvjrY

Freitag, 14 Januar 2022 07:17
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v. 10 Punkten: 9.0

Nun haben auch die britischen Classic Hard Rocker von Magnum diese Marke für die Ewigkeit geknackt, sprich das Zielband des halben Jahrhunderts seit der Gründung 1972 durchlaufen! Gegen Ende der 90er sah das allerdings gar nicht danach aus, aber seit dem Relaunch anfangs der 2000er-Jahre segelt die Kultband nach wie vor hart am Wind.

Seit 2002 sind, ohne die offiziellen Live-Alben dazwischen, nicht weniger als zehn Studio-Scheiben erschienen, die vom kompositorischen Niveau her stets auf Augenhöhe waren. Natürlich kann man monieren, dass bei Magnum alles "etwa gleich" klingt, aber besonders bei den Alben der jüngeren Vergangenheit geht die Formkurve nicht nach unten, im Gegenteil. Auch wenn beim Gründer-Duo mit Frontmann Bob Catley (wird im September 75 Jahre alt) und Gitarrist Tony Clarkin (ist letztes Jahr schon 75 geworden) der Zahn der Zeit nagt und die verbleibenden Jahre von der Gesundheit abhängen, ist es erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit sich die Rock-Ikone im Business halten kann. Daran wird auch «The Monster Roars» seinen Anteil haben, denn wo Magnum drauf steht, ist auch Magnum drin. Der nach wie vor piano- und keyboardlastige wie prägnant melodische Hard Rock driftet nie in zu seichte Abgründe ab. Dafür sorgt Master Clarkin mit seinem markig-kernigen Guitar-Sound, während der gute Bob zumindest im Studio noch nicht so fahrig wie bei gewissen Auftritten mit Avantasia klingt.

Dessen leicht kratziger Timbre in der Stimme verkörpert ja seit eh und je das Markenzeichen der britischen Rock-Ikone. Seit Frühsommer 2019 zupft zudem kein Geringerer als Dennis Ward (Pink Cream 69, Unisonic, Place Vendome) den Bass als fester Member der Band und wird von seinen Kollegen in den höchsten Tönen für sein versiertes Spiel und die kongenialen Backing Vocals gelobt. Wie bei zig anderen Bands mussten viele angekündigte Konzerte pandemiebedingt abgesagt, respektive verschoben werden, obwohl man eigentlich längst wieder heiss ist und die Bühnen stürmen will. Bis es damit endlich wieder losgeht, kann man sich zur Überbrückung mit genügend Musik, wie auch massig auf «The Monster Roars» zu finden ist, eindecken. Die zwölf regulären Songs verwöhnen einen eine ganze Stunde lang. Bereits der Opener und Titeltrack lässt nichts anbrennen, und dass sich in der Folge Balladeskes wie Rockiges fliessend die Klinke in die Hand geben, spricht eh für sich. Magnum-Fans können hier blind zugreifen und sollten dabei unbedingt das limitierte Box-Set mit drei Bonus-Tracks abgreifen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SAEr426Rjfs

Freitag, 14 Januar 2022 07:11

Im Zeitalter des Wolfes führt kein Weg an Ereb Altor vorbei. Wenn die Truppe eines verspricht, dann ist das powergeladener epischer Pagan Metal. Ihr vom Folk Metal geblendeter Sound ist stets inspiriert von nordischen Legenden.

«Vargtimman» schaukelt erneut Pagan-Themen hin und her, begleitet werden die acht brandneuen Songs von brachialen Riffs und majestätischen Gesangseinlagen. Vermutlich die besten Vocals, die die Band je produziert hat. Aufgewertet und vollendet wird ihre Musik durch eingängige Refrains, nordische Melodien, messerscharfe Heavy Metal Riffs und einem Schlagzeug-Beat, der sich gewaschen hat. «Vargtimman» erscheint drei Jahre nach dem letzten Longplayer und bestätigt die Beständigkeit auf meist souveräne Weise. Der auf «Dystopia» (2019) erkannte Trend hin zu mehr klassischem Stahl setzt sich auf dem neuen Werk so weit fort, dass die Schweden ihr stilistisches Gleichgewicht erstmals zu Ungunsten der schwarz gefärbten Anteile aufgeben – was ihnen ausgezeichnet steht. Der Opener «I Have The Sky» setzt gewisse Anleihen einer weiteren Wikinger-Kapelle frei, den Färöern Týr, zumindest was die Melodieführung angeht. «Rise Of The Destroyer» klingt so nordisch, wie es ihre Landsleute Dissection aus dem Black Death Segment vorgemacht haben, und «Ner I Mörkret» erlaubt eine musikalische Vorstellung davon, wie Candlemass oder Sorcerer mit Wurzeln in den finsteren Niederungen extremerer Metal-Spielarten daher kommen könnten. Das zwischenzeitliche Gekeife und Tremolo-Riffing sorgen dafür, dass es auf «Vargtimman» niemals zu träge wird, während die ganz grossen Hooks allerdings weiterhin fehlen. Sicher ist Ereb Altor eine weitere grossartige Platte gelungen, die aber aus meiner Sicht mit der zweiten Liga des Nordmann-Metal vorlieb nehmen muss.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/h1D8i09QxNg

 

Donnerstag, 13 Januar 2022 07:24
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v. 10 Punkten: 6.5

"Überambitioniert" ist die passende Bezeichnung für dieses fast 100-minütige Doppel-Album der Italiener Signum Draconis. Dabei vertonen sie «Die göttliche Komödie» des bekannten italienischen Dichters Dante Alighieri, der von 1265 bis 1321 lebte.

«The Divine Comedy: Inferno» ist dazu das erste von mehreren geplanten Alben. Und ehrlich – sollte das Ganze eine Zukunft haben, sind noch gewaltige Anstrengungen nötig. Denn auch nach einer Woche Dauerbeschallung will mir ausser einem wilden Gewirr aus Oper, Hörspiel, Heavy Metal, Hard Rock, Rock und Folk schlicht nichts hängen bleiben. Und ich gebe es zu, ich habe kapituliert – bin schlicht überfordert. Dabei bin ich mir komplizierte Konzepte als Liebhaber von Dream Theater, Symphony X, Pink Floyd und einzelnen Rhapsody Of Fire Scheiben durchaus gewohnt. Hier wirkt aber alles sehr viel grösser, als ich es bewältigen könnte. Das wäre wohl anders, wenn Signum Draconis mehr auf immer wieder ähnliche Melodien setzen würden. Ein roter Faden ist hier schlicht nicht erkennbar. Wer jetzt behauptet, dass nur die oben erwähnten bekannten Bands diese Eigenschaft beherrschen, liegt falsch. Das Gegenteil bewiesen letztes Jahr die Schweizer Mirayon und heuer Sonorous Dynamo – und das sind definitiv "Bands, die keine Sau kennt" (Zitat aus einem Lied der Österreicher Alkbottle). Zu erwähnen ist bei diesem Werk von Signum Draconis, dass verschiedene Sängerinnen und Sänger eingesetzt werden. Einziger wirklicher, sprich bekanntester Name ist dabei Mark Boals (unter anderem Ex-Yngwie Malmsteen). Aber auch das tut nur wenig zur Sache, denn auch mit weniger in der Metal-Szene etablierten Leuten lässt sich ein famoses Album aufnehmen. Das ist hier aber nicht geschehen. Für das nächste Werk wünsche mich mir deshalb, dass Signum Draconis deutlich mehr Wert auf schlüssige Lieder legen – und erst dann die Literatur-Vorlage darüber stülpen. Hier könnte es nämlich umgekehrt gewesen sein, und das schadet schlussendlich dem Gesamtbild. Wer mit Rhapsody Of Fire etwas anfangen kann, darf hier gerne ein Ohr riskieren und mir bei Gefallen ein E-Mail schreiben. Ich selber blicke bei diesem Album nicht durch. Wirklich schlecht ist es nicht, aber einfach viel zu viel von allem. Deshalb hört unbedingt zuerst rein, bevor ihr «The Devine Comedy: Inferno» blind kauft.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/KmMkvFwr1QQ

 

Donnerstag, 13 Januar 2022 07:13
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v. 10 Punkten: 6.6

Die erst im Frühjahr 2020 gegründete Giessener Band macht es unzähligen anderen Truppen gleich, heisst sie kompensiert die aufgezwungene Bühnenabstinenz durch intensivierte Studioaktivität und haut folgerichtig jetzt schon das Debüt raus.

Ob sich «Watcher Of Skies» schlussendlich in der momentan schieren Flut an Veröffentlichungen behaupten werden kann, wird sich noch zeigen, zumal der Markt an Tonträgern aus der Retro Rock Ecke eh allmählich übersättigt zu sein scheint. Fakt ist jedenfalls, dass auch dieses Quartett musikalisch tief in den Siebzigern verwurzelt ist. Ganz frühe Thin Lizzy und Blue Öyster Cult zählen mutmasslich zu den Faves des Vierers, aber ebenso Kapellen wie L̤ṳc̤i̤f̤e̤r̤'̤s̤ ̤F̤r̤i̤e̤n̤d oder die Scorpions, als deren Frontkasper Klaus Meine noch mit beachtlicher Lockenpracht und Vollbart glänzte. Aber im direkten Vergleich zu den genannten Bands fehlt es Lynx noch etwas an Biss und Härte, was nicht zuletzt auch der etwas drucklosen Produktion geschuldet ist. Die dezenten Ausflüge in die weite Welt des Art Rock sind zwar schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es darum geht eine gewisse Spannung aufzubauen. Dem stehen aber auf der anderen Seite auch oft etwas zu vorhersehbare Harmonien und Akkordfolgen gegenüber, die ich in vergleichbarer Form bereits bei den ähnlich veranlagten Dead Lord als kleinen Makel empfunden hatte. Dazu kommt leider noch die vor allem in den Höhen angestrengt gepresst wirkende Gesangsstimme von Gitarrist/Sänger Marvin Kiefer, der sich in den mittleren Lagen hörbar wohler fühlt. Aber hey, wir sprechen hier immer noch über das Debüt-Album einer verhältnismässig jungen Band, und ausserdem vermögen mich auf der zweiten Albumhälfte Überraschungen wie das flott galoppierende «Heartbreak City», die Uptempo-Nummer «Dark Shadows Rising» oder der stimmige Titelsong ganz am Schluss mindestens davon zu überzeugen, dass die Truppe hier noch lange nicht alles von dem preis gegeben hat, was wirklich in ihr steckt.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5mOLLnfdEbM

 

Donnerstag, 13 Januar 2022 07:07

Nun, galten die Floridianer Cynic einst mit ihrem Debüt-Album «Focus» im Jahre 1993 als die Vorreiter des progressiv-technischen Death Metals, so ist das Trio Paul Masvidal (Guitars, Vocals, Lyrics), Dave Mackay (Bass, Synthesizer, Keyboards) und Matt Lynch (Drumscapes) meilenweit davon entfernt, die Death Metal Gemäuer zu erschüttern.

Dies muss gar nichts Negatives sein, so geschehen eben im Falle von Cynic, seit der Gründung 1987 in Miami, Florida, U.S.A., zwischenzeitlich als Portal (1994-1996) unterwegs, dann aufgelöst und mit einem kurzen Unterbruch seit 2006-2015, Break, 2017 bis heutzutage eher im progressiv-technischen Metal unterwegs. Well, wie will man eine Band beschreiben, die grenzenlose, genreüberschreitende Mucke zelebriert, welche einfach nicht einzuordnen ist? Will man Cynic gar vorwerfen, nicht zu wissen, wohin denn die Reise gehen soll? Mitnichten, dies ist musikalisches Erwachsenwerden, die eigenen Höchstgrenzen an musikalischem Können locker überragen und über sich hinaus wachsen. Und so ist ein 18-trackiges Studioalbum namens «Ascension Codes» entstanden. Korrekt geschrieben, es sind neun Tracks mit je einem dazugehörenden Intro, und so ist das extraterrestrische Konzept-Album geschaffen.

Nowadays sind sehr viel Einflüsse von Pink Floyd auf «Ascension Codes» heraus zu hören, man beschreitet gar fusionartige Pfade, etwas von Alan Holdsworth, und schüttelt dies in einem Mixbecher..., et voilà, we present «Ascension Codes». Aufgenommen wurde dieses vierte Studioalbum von den Produzenten Paul Masvidal und Warren Riker, gemischt von Warren Riker und gemastert von Andrew Mendelson im Georgetown Masters Studio. Nebst diversen Gastmusiker/-innen entschied man sich glücklicherweise für ein geniales, passendes Cover-Artwork aus der Feder von Martina Hoffmann namens "The Landing ^ Triptych ^" und begleitet mit Photographien von Katerina Gorbacheva. Wieso all diese Informationen? Ganz einfach, diesem Werk gebührt bedingungsloses, konzentriertes Zuhören, denn sonst wird der Zugang zu Cynics neuem Masterpiece verwehrt. Komplexe Songstrukturen, atmosphärisch-melancholische Momente, gewöhnungsbedürftiger Gesang, abstrakte und vertrackte Patterns, ja, wahrlich ein Monstrum. Doch ist der Zugang erstmal geschafft, so öffnen sich der/dem Zuhörenden Welten, Sphären und Universen. Metal-Fusion vom Feinsten. Es wird wohl auch metallisch gerifft, auch fusionartige und jazzige Momenten implementiert, akustische Momente à la Pink Floyd intoniert. Die Intros sind elektronische Spielereien, welche sich fliessend in die komplette Songstruktur einverleiben, gepaart mit vielen Soli, musikalischem und spielerischem Können kombiniert.

Somit erhält auch der Tieftöner seine solodesken Freiheiten, Lines, Walking-Bass-Bögen als auch die grundfesten, rhythmischen Begleiterscheinungen. Dasselbe wird auch dem Schlagwerker gewährt, der sich stets vielseitig abstrakt wirbelnd präsentiert, mit Double-Bass Drums, viel Toms- und Cymbals-Streicheleinheiten, wirbligen und trocknen Snareschlägen, immer auf der Suche nach noch vertrackteren Grooves, Patterns und heftigem Donner. Und ja, es sind praktisch keine Blastorgien auszumachen, nein, da werden die Felle in genussvollem Masse bearbeitet. Der Gesang ist dann halt eher "gesprochener" Natur, leicht heiser "gekrächzt", wohl verstanden im positiven Sinne und dennoch gewöhnungsbedürftig, ähnlich wie bei Mercyful Fate, King Diamond oder auch teilweise bei Rage. Nun, die Produktion ist klar, messerscharf, nicht allzu druckvoll, aber dennoch sehr sauber produziert. Ach ja, «Ascension Codes» muss von A bis Z durchgehört werden und zeigt sich soundtechnisch, tja, annähernd so à la Aghora, teils Pestilence, etwas Atheist, Death à la der letzten Alben, Exivious, Spiral Architect, Serdce, etwas Obscura, Watchtower, Twisted Into Form..., yo, das wärs mal so. Somit fällt denn des Schreiberlings Résumé mit der unabdingbaren Höchstnote aus, rein auch vom musikalischen Können der drei Protagonisten her. Der Rest ist eh Zugabe..., Masterpiece!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/whZETH6W948

Mittwoch, 12 Januar 2022 08:05
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v. 10 Punkten: 7.4

Dark Millenium sind ein Urgestein des innovativen Death Metals. Mit «Acid River» haben sie nun ihr fünftes Album am Start.

Gespenstisch beginnt «The Verger», um sich dann wie eine Dampfwalze in Bewegung zu setzen. Von der Garstigkeit des Death Metals ist nicht viel vorhanden und auch die Vokills sind kein Gegrowle, sondern eher in der Black Metal Ecke angesiedelt. Leider verfügt dieser Song über keinen roten Faden und wirkt irgendwie zusammengeschustert. Nach dem Baukasten-Prinzip ist «Godforgotten» aufgebaut, und so wechseln sich verschiedene Songteile wirr miteinander ab. Alarmstufe Rot herrscht hingegen bei «Threshold» und markiert einen chaotischen und sehr abgehackten Song. Für mich wirkt das konzeptlos und ohne wirklichen Flow! So ganz und gar nichts mit Death Metal hat «Lunacy» als Mischung aus psychadelischen Zutaten inklusiv schrägem Gekreische zu tun! Selbst Spuren von Prog Metal sind auch noch enthalten. «Essence» führt weiter, was der voran gehende Track aufgegriffen hat. Ein bisschen weniger verwirrt zischt «Vessel» aus den Boxen, aber auch wenn ein Song speziell ist, heisst das noch lange nicht, dass er auch gut ist! «Death Comes In Waves» ist zum Schluss nochmals ein harter Brocken, bestückt mit einem Feuerwerk aus verschiedenen Stilen. Dark Millenium servieren «Acid River» schwere Kost, die jedoch mit gehörig Abwechslung garniert ist. Hier finden sich deutlich mehr Schatten- als Sonnenseiten, und diese Mucke ist definitiv keine Fahrstuhlmusik, die man sich einfach so nebenbei mal anhört!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/U6iseRuk_a8

 

Mittwoch, 12 Januar 2022 07:59

Das sechste Werk von The Murder Of My Sweet ist ein Konzept-Album. Sehr interessant hört sich dabei der Gesang von Sängerin Angelica Rylin an, der sich neben den dominanten Keyboards erfreulicherweise durchsetzen kann.

Die genannten Einflüsse von Genesis und Queensrÿche lassen sich in meinem Ohren selten vernehmen. Da greift die Bio ein bisschen zu hoch. Dafür sind die Klänge bei «The Wheels Of Time» zu modern und lassen eine Verbindung zu den genannten Einflüssen gar nicht erst zu. Die Dame und die Herren spielen bei «Winged» jedoch geschickt mit den Emotionen. «Rise Above» lässt Rock in der Grund-DNA erkennen, der aber durch einen voluminösen Keyboard Mantel zugedeckt wird. «Trick Of The Devil» geht hingegen fetziger ans Werk, aber auch hier lässt der Teufel dem Element Rock in Form von schwarzen und weissen Tasten kaum Luft zum Atmen. Die Ballade «Please, Don't Wait Up» wird durch einzelne weihnachtlich anmutende Sprengsel (!) ergänzt, während «Finding Closure» mit grossen Chören nochmals eine feuchte Atmosphäre in Szene setzt. Bei The Murder Of My Sweet dominiert der Tasten-Ssound insgesamt zu stark und lässt den rockenden Elementen auf «A Gentleman's Legacy» leider kaum Raum. Klebrige Angelegenheit!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/O0OcjtEih4o

 

Mittwoch, 12 Januar 2022 07:52

Die Norweger um die deutsche Sängerin Sonja Otto bieten uns hier feinen, vielfach ruhigen Prog Rock Sound mit viel 70er-Jahre Flair und -Einflüssen.

Sonja singt dabei mit sehr viel Gefühl und versprüht mit ihrer zauberhaften Stimme immer etwas Melancholie. Gut zu vernehmen beim wunderschönen «Falling Into The Sun», das Zuhörer:innen in die wunderschöne Welt der Norweger entführt. Auch das kurze, instrumentale und am Anfang von Synthies geprägte «The Sound Of Protonflow», das in der zweiten Hälfte mit einem starken Gitarrensolo glänzt, gefällt sehr. «The Quest Remains» erinnert mich an Blackmore's Night, auch von der Stimme her, sowie durch die dezente, zeitweise musikalische Mittelalter-Anspielung. Unglaublich eindrucksvoll gebärdet sich das sehr gefühlvolle und längere Gitarrensolo, das hier von einem ebenso tollen Orgelsolo ergänzt wird. Ein ganz besonderes Wechselspiel dieser beiden Instrumente. «Shining» erinnert klar an Pink Floyd und zeigt sich als sehr ruhiger, instrumentaler Song, der wiederum mit wunderschönem Gilmore-Solo glänzt. Einfach traumhaft, was die Norweger hier bieten. Bei «Past Forever» klingt man in der ersten Hälfte erneut ganz klar nach älteren Pink Floyd, bevor der Rest mit einem 70er-Jahre Rock-Gitarrenriff weitergeführt wird und gegen Ende noch an Tempo zulegt. Die Truppe aus dem hohen Norden präsentiert uns, zusammen mit ihrer deutschen Sängerin,  mit «Lanes Of Time» ein wunderschönes wie sehr verspieltes, gefühlvolles Prog Rock Album, dem man sich kaum zu entziehen vermag, wenn man diese Art von Musik liebt.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/omBbJo4_Yy0

 

Dienstag, 11 Januar 2022 07:06
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v. 10 Punkten: keine Wertung

So, ein Schmankerl für den Jahresanfang von den gestandenen Atrocity mit «Unspoken Names (Demo 1991)», beinhaltet vier Tracks. Nämlich «Sky Turned Red», «Unspoken Names», «Defiance» und «A Prison Called Earth», wovon das erst- wie dritt- und viertgenannte Stück noch nie veröffentlicht worden sind. Das zweitgenannte Teilchen fand sich dann auf dem zweiten Longplayer namens «Todessehnsucht».

Nun, auf diesen vier Tracks sind Alexander Krull (Gesang), Mathias Röderer (Gitarren), Richard Scharf (Gitarren), Oliver Klasen (Bass) und Michael Schwarz (Schlagzeug) involviert, ergo die Combo, welche auch das Debüt namens «Hallucinations» mit dem goilen H. R. Giger Cover-Artwork - nebst den genial gezockten Songs - zu Glanz verhalf. Yep, seit 1988 in Ludwigsburg, Baden-Württemberg gegründet, drei Jahre zuvor, ergo 1985, als Instigator die ersten deathigen Schritte gewagt, so reifte schon schnell mal ein interessantes Konstrukt namens Atrocity heran, welches dann etwas die musikalischen Grenzen austestete und diese auch gehörig positiv durcheinander brachte, einfach mal die Ärmel hochgekrempelt und "gespoitzt" (Deutsch: "hingespuckt") markiert. So ist es nicht verwunderlich, dass die vier Songs vom Demo 1991 «Unspoken Names» denn auch sehr progressiv-technisch erschallten, beziehungsweise neu erschallen, so à la Pestilence, Sinister, Death, etwas Morgoth, Nocturnus, Brutality und Konsorten, doch sehr an die erstgenannte, niederländische Band angelehnt. Will aber schreiben, dass Atrocity diese nicht einfach kopierten, nein, nein, sondern ihr eigenes Ding durchziehen, bis in die heutigen Annalen. Somit ist diese EP wohl eher was für Die-Hard Fans von Atrocity, nichts desto trotz aber auch für Fans besagter Stilrichtung des progressiv-technischen Death Metals. Die beiden Gitarren riffen sich, ohne Breaks, von einem Riffteil ins andere Teil, jedoch stets die Rhythmik gekonnt zu düpieren und wechseln, gepaart mit herrlich koordinierten Blasts, welche dann die Wirksamkeit nicht verfehlen, um dann so richtig death-thrashig abzugehen.

Die Soli sind variantenreich, durch die Verknüpfung von atonalen wie tonleiterangehörigen Soliekstasen, welche mich positiv stark an die guten, alten Death-Tagen erinnern, hauen diese die Schwarte vom Speck oder doch den Speck von der Schwarte? Ah, egal, Hauptsache es tönt goil gefrickelt, und dies tut es alleweil. Der Bass kommt ebenfalls sehr gut zur Geltung, vor allem die steten, solodesken Ausflüge bereichern das geniale Gefrickel der beiden Klampfisten zusätzlich. Die Drums sind trocken, satt und druckvoll gehalten, eben wie halt so ab den 1990ern gern aufgenommen, gemastert und produziert. Vor allem aus den verschiedenartigen Paradiddles des Schlagwerkers heraushörend, der blastet, satt double-basst, dann wieder die Progressivkeule mit technischen Finessen schwingt, die Snare konstant nach vorne treibt, trocken, radikal und den Songs mit den Cymbals als auch den wirbligen Toms den Progressiv-Touch einhaucht. Der Gesang ist tief guttural, klar, leicht auch etwas thrashig angehaucht, screamend und shoutend. So passt dies alles wunderbar zusammen, und wenn man es mit den aktuell-heutigen Releases wie meist überproduzierten Ergüssen vergleicht, ist «Unspoken Names» dagegen eine wahrhaftig wohltuende Koryphäe. Yep, dem ist so, und wer die Produktion so roh, messerscharf und dennoch druckvoll rüber bringen kann, mit einem demomässigen (Kult)-Cover-Artwork glänzt, Ausflüge in nicht unbedingt düster-death-metallische Welten wagt, dem steht die musikalische Virtuosität und tja, dem steht tatsächlich die ganze Welt offen, bis zum heutigen Tag, was nicht selbstverständlich ist. Somit reiht sich meine Bewertung zwischen neun und zehn Punkten ein, so als Anhaltspunkt. Da es sich hierbei jedoch "nur" um eine EP handelt, bleibt die Wertung lediglich im Text stehen. Nicht nur für Atrocity Fans interessant.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TIsCGz9ywQ8

 

Dienstag, 11 Januar 2022 07:00
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v. 10 Punkten: 7.0

Ich erinnere mich bei Frontiers Records an eine kultige Einrichtung, welche vielen Bands wieder eine Plattform bot, damit diese nicht in Vergessenheit gerieten. Allerdings scheinen sich nun viele Truppen wieder abgewandt zu haben, und so konzentriert sich das Label hauptsächlich auf den Aufbau neuer Combos oder Projekte.

Von denen scheint es im Moment sehr viele zu geben. Allen ist mehr oder weniger gemeinsam, dass sie gute bis sehr gute Lieder im Angebot haben, aber vieles klingt gleich oder besitzt bloss noch das Flair, sich an die Grossen anzulehnen. Zelbo erinnern immer wieder an Journey, mit einem kleinen Querverweis zu Work Of Art. Klar, die Truppe kann rocken wie bei «Phoenix Rising», keine Frage, aber dafür höre ich mir schon zu lange Musik an, als dass ich dabei die grosse Überraschung erlebe. Dies ist mir letztes Jahr nur bei Supernova Plasmajets passiert, die mir mit ihrer frischen und unbekümmerten Art wirklich einen "Wow"-Effekt ins Gesicht zauberten. Zelbo gelingt dies freilich nicht. Dazu fehlt ihnen das berühmte "gewisse Etwas", und die wirklich packenden Momente sind Mangelware. Wer jedoch auf die oben genannten Bands steht, kann ja trotzdem mal rein hören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/I8Jk7h_TrzQ

Sonntag, 09 Januar 2022 21:34

Schwarzer Engel sind im deutschsprachigen Raum eine Art Synonym für die Musik der Gothic Szene und das schon seit einigen Jahren. Das siebte Studioalbum ist mit einer C-bedingten Verzögerung nun statt 2020 erst jetzt auf dem Markt und bietet dem dunklen Herz alles aus der finsteren Ecke, was man zu hören bekommen möchte.

Deutsche Texte mit etwas Latein und wie gewohnt ein Gothic Industrial Gemisch mit Abstechern in andere Richtungen. Hört sich alles sehr nett an und reisst aber, bis auf ein oder zwei Songs, nicht wirklich gross mit. Das mitreissende Bisschen kommt in Wellen auf einen zu, sozusagen, sprich die Mehrheit der Scheibe hört sich angenehm, aber auch eher unspektakulär an. Wohlig und entspannend, jedoch nicht zum Nachrennen. Vielleicht ist mein Herz doch nicht schwarz genug oder aber wir haben es mit einem weniger soliden Werk der legendären Band zu tun. Früher produzierte Klänge der Stuttgarter wirkten irgendwie überzeugender auf mich. Nichtsdestotrotz kann man sich «Sieben» absolut mal geben, und für Geschöpfe der Dunkelheit wird es eine absolut gelungene Erweiterung der Plattensammlung absetzen.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/v4e-xXpE18s

 

Sonntag, 09 Januar 2022 21:28
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Grosse Erwartungen werden mit dieser 5-Track EP geschürt. Sie bietet einen Vorgeschmack auf das vierte Album der Landshuter Viking Metaller Crom, das im nächsten Jahr erscheinen soll.

Auf «Into The Glory Land» sind jetzt zwei neue metallisierte Lieder und drei komplett folkig gehaltene Songs zu hören. Das Titellied erinnert mich dabei im positiven Sinn an den True Metal von Manowar, ohne dass diese kopiert werden. Auch deutsche Genre-Kollegen wie Sacred Steel oder Majesty blicken durch, und doch ist das Songwriting von Crom noch eine Spur zwingender. Das Promoschreiben erwähnt einen grossen Einfluss von Bathory. Für mich gehören jedenfalls die ersten beiden Lieder dieser EP zum Besseren, was in letzter Zeit in Sachen True Metal veröffentlicht wurde. Umso krasser und überraschender ist danach der Übergang zu den anderen drei Liedern. Der Einstieg wird mit «The Hanging Tree» vollzogen und zuerst fast nur mit wunderbarem Gesang wie zurückhaltender instrumentaler Untermalung. Aber auch die akustischen Versionen von «Wings Of Fire» und «Song To Hall Up High» sind nicht folk-rockig, sondern sehr ruhig und sphärisch ausgefallen. Wer nicht aufpasst, könnte noch auf die Idee kommen, dass auf dieser EP zwei verschiedene Bands zu hören sind. Das ist aber nicht der Fall und unterstreicht die musikalische Offenheit der Landshuter Truppe. Man darf also gespannt sein, welches neue Material im nächsten Jahr in voller Länge veröffentlicht wird. Ein Lichtblick ist diese EP so oder so.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Y-yG3Um2m6o

 

Sonntag, 09 Januar 2022 21:22
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v. 10 Punkten: 6.0

Sehr verspielt erklingen Cap Outrun aus Schweden. Auch wenn die Melodien überwiegen, so tragen die Jungs sehr viel Progressives mit sich herum, das an die neunziger Jahre Acts wie IQ, Enchant oder Arena erinnert.

Somit steht der melodisch geprägte Sound auf «High On Deception» immer über den spielerischen Fähigkeiten, lässt aber dennoch genügend Platz zum Austoben. Ebenso bleibt Spielraum für amerikanisch inspirierte AOR-Filmmusik der achtziger Jahre. Cap Outrun vollziehen dabei einen ziemlichen Sound-Mischmasch, der aber den Fans der oben erwähnten Truppen sicherlich gefallen wird. Ich für meinen Teil klinke mich hier bereits aus, denn dafür fehlt mir einfach der rote Faden. Will man denn nun spielerische Meisterleistungen vollbringen oder Hits fabrizieren, die man im Radio spielen kann? Die Jungs sitzen in meinem Augen schon ein bisschen zwischen Stuhl und Bank. Zwiespältige Angelegenheit, für die Prog-Fans womöglich etwas mehr Aufmerksamkeit aufbringen können!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2ppxMbYo28M

 

Samstag, 08 Januar 2022 12:28

Needless wurden zum Jahresende 2004 in Dánszentmiklós, Ungarn aus der Taufe gehoben. Was als Heimprojekt begann, entwickelte sich stetig zu einer aktiven Truppe.

2015 veröffentlichte die Band ihre erste EP mit dem Titel «The Dark Spirit Of Ages», die von der Kritikergemeinschaft sehr positiv aufgenommen wurde. Ihr Sound besteht im Wesentlichen aus traditionellen Elementen des melodischen Thrash wie Death Metal mit der atmosphärischen Seite des Black Metal und einigen progressiven Elementen. Dieser Mix entlädt sich in einer heftigen Explosion aus Aggression und Wildheit, mit mythischen Themen und nihilistischen Betrachtungen über die Menschheit. «The Cosmic Cauldron» ist nun das zweite Album der Melodic Deather «Needless», ein zehn Titel umfassendes Sci-Fi-Konzept-Album, das die Geschichte eines Astronauten erzählt, der ein unvorstellbares Geschenk von einem Wesen erhält, das sich jenseits unseres Universums befindet. Ein Relikt, ein Rahmen, ein göttliches Wesen ausserhalb dieser Welt: «The Cosmic Cauldron». Die Platte bietet eine erstaunliche Sammlung von messerscharfen Songs, die in den «No Silence Studios» in Ungarn produziert wurden. Das Resultat - eine fast einstündige musikalische Reise, auf der der junge Fünfer seine geladene Mischung aus melodischem Death Metal, progressiven Strukturen und komplexen Erzählungen erkundet. Mit der grossartigen Stimme von Martina Horvath (Thy Catafalque) auf dem Track «Planet Oblivion» und dem von Mark Cooper (Rings Of Saturn, Master, Malevolent Creation) entworfenen Cover-Artwork ist «The Cosmic Cauldron» Metal des 21. Jahrhunderts auf Erden, jedoch mit einem gezielten Blick ins All. Fans von «Children Of Bodom», «Dark Tranquillity» und «The Faceless» dürften mit «Needless» etwas Neues für sich entdecken, das noch lange Bestand haben könnte.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3JAM046R71Y

 

Samstag, 08 Januar 2022 12:23
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v. 10 Punkten: 7.0

Disaster stammen aus Kolumbien und spielen auf ihrem zweiten Longplayer Thrash Metal, der irgendwo zwischen den alten Bay Area Legenden und den helvetischen Helden Coroner liegt. Speziell die Gitarrenparts von Andrés Alvarez erinnern von der vertrackten Spielart her immer wieder an die Schweizer.

Das Trio fällt eher mit zähflüssigen Parts auf, statt sich im Geschwindigkeitswahn selber übertreffen zu wollen. Dabei ziehen die Jungs das Tempo immer wieder durch gekonnt eingestreute Breaks an und halten die Tracks auf diese Art interessant. Mit fast hymnischen, melodischen Gitarrenparts («Cold Blood») versucht der südamerikanische Thrash Export das Gesamtwerk noch verfeinert zu präsentieren. «Living Fast Dying Young» startet wie ein uralter Running Wild Song und beinhaltet diese schnellen Rhythmus Gitarren-Parts, wie man sie von Rock'n Rolf kennt. Vieles auf «Secrets From The Past» klingt zwar spannend und interessant, kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Disaster letztlich eine Band unter ganz vielen anderen bleiben werden. Auch wenn der Song «Blinded» beispielsweise sehr positiv aus dem Rahmen fällt und die akustische Einleitung zum Instrumental «Disillusions» am Schluss des Albums durchaus zu gefallen vermögen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/j7BQTadT1H0

 

Samstag, 08 Januar 2022 12:09
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Stellen wir uns vor, es wäre bereits das Jahr 2023 angebrochen und die Menschheitsseuche Corona nur noch eine Randnotiz. Die Retrospektive für die Hard & Heavy Szene würde dann hervor bringen, dass die Zeiten des Lockdowns nicht nur schlecht waren und mit der Musiker-Kollaboration von "At The Movies" ein Juwel entstand, das es sonst wohl nie gegeben hätte.

Es waren die Momente, wo "work at home" oder volkstümlich "Home-Office" genannt zum Dauerzustand wurden und viele Musiker aus der Not zwangsläufig eine Tugend machten. In diesem Umfeld wurde viel an kreativer Energie erzeugt, und nachdem sich Gitarrist Chris Laney (Gathering Of Kings), der nebenbei bei den Pretty Maids noch in die Tasten haut, einige alte Kult-Filme mit entsprechend vielen coolen Soundstracks gesehen hatte, kam ihm plötzlich eine Idee. Wie das wohl klingen möge, wenn man ein paar dieser Blockbuster-Tracks mit Schmackes aufpeppen würde?! Der gute Chris fackelte nicht lange, nahm sich einfach mal «Now Way Easy Out» (im Original von Robert Tepper) von «Rocky IV» zur Brust und kontaktierte seinen Kumpel Allan Sørensen (Cornerstone, Ex-Pretty Maids, Ex-Royal Hunt). Der war sogleich Feuer wie Flamme, und der Rest ist bereits Geschichte.

Virtuell nahm der Dampfer plötzlich Fahrt auf, und flugs waren At The Movies geboren! Das edle Line-up erhielt in der Folge noch Zuwachs von Björn "Speed" Strid (v/The Night Flight Orchestra, Soilwork), Linnéa Vikström Egg (v/ QFT, Ex-Paralydium), Morten Sandager (keyb/Ex-Mercenary, Ex-Pretty Maids), Pontus Egberg (b/King Diamond, Wolf, Ex-The Poodles) und Pontus Norgren (g/HammerFall, Pänzer, Ex-The Poodles). Das Feedback auf die Art und Weise, wie einige der besten Soundtrack-Songs der 80er umgesetzt wurden, war grandios, und so lechzte eine schlagartig grösser werdende Fangemeinde ab Winter 2020 nach weiteren Melodic Rock Perlen. Jeden Donnerstag um 19:00 Uhr war es dann auf YouTube wieder soweit, und danach ging es Schlag auf Schlag. Egal ob «Maniac», «St. Elmo's Fire», «A View To A Kill» oder «We Don't Need Another Hero» mit Guest Ronnie Atkins (Pretty Maids) an den Lead-vocals.

Es folgte ein Killer nach dem anderen, und schon bald wurde der Ruf nach einer Compilation laut, die nicht lange auf sich warten liess. Angestachelt durch den Erfolg wie den ungebrochenen Spass an der Sache machte sich die Allstar-Band ans nächste Jahrzehnt ran und nahm sich weitere Hits zur Brust. Dazu gehörten unter anderem «The One And Only», «I Just Died In Your Arms», «Heaven Is A Place On Earth» oder gar «I Want It That Way» von den Back Streets Boys! Allen Tracks wurde zudem eine fette Produktion spendiert, die wie die Faust aufs Auge passt. Mit dem zeitgleichen Re-Release vom Debüt wurde noch «Last Christmas» als Bonus-Track drauf gepackt. Als Paket, zusammen mit Vol. 2, eine wunderbare Sache, wobei die 80er etwas besser abschneiden. Bleibt nur zu hoffen, dass ein allfällig drittes Werk den Glanz der beiden Vorgänger nicht in Mitleidenschaft zieht. Es wäre schade drum.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/j9O-wya_0N8

Donnerstag, 06 Januar 2022 21:02

Island taucht ab sofort auf der Karte mit starken Power Metal Bands auf. Das Erstwerk von Power Paladin klingt frisch, eingängig, eigenständig und schlicht grossartig. Wo viele Bands stumpf ihre Vorbilder schlecht kopieren, schlagen die Isländer ganz eigene Wege ein.

Natürlich geht es auch in Island nicht ohne Querverweise. So sind mitunter mal Blind Guardian, Rhapsody Of Fire, HammerFall oder Helloween heraus zu hören. Das ist aber nur für jeweils ein paar Takte der Fall und artet nicht bei jedem Lied zu einem Ratespiel aus. Da war zum Beispiel bei vielen früheren Alben der schwedischen Power Metaller Bloodbound der Fall. Power Paladin sind Power Paladin – und das bereits auf ihrem Debüt-Album. Wie stilistisch offen sie sind, zeigt bereits das Eröffnungslied «Kraven The Hunter». Hier werden kurzfristig gar spanische Gitarren ausgegraben. Das sorgt für Abwechslung, soll aber nicht davon ablenken, dass auf «With The Magic Of Windfyre Steel» vor allem harter und schneller Heavy Metal zu hören ist. Dieser verfügt über kleine Riffmonster, bei denen einem wieder in Erinnerung gerufen wird, wieso man dieses Genre mag. Wer es ultrahart mag, der führe sich «Dark Crystal» zu Gemüte. Dieses Stück zeichnet sich aber insgesamt vor allem durch Dynamik aus, wodurch die einzelnen Liedteile noch intensiver wirken. Mit dem Erstling konnten die Isländer auch die Mannen um Nuclear Blast Gründer Markus Staiger gewinnen. Diese nahmen Power Paladin für das neu gegründete Label "Atomic Fire Records" unter Vertrag. Mit solch prominenter Unterstützung sollte die Truppe ihre Insel bald verlassen und die Welt betouren können – wenn diese unsägliche Pandemie endlich mal zu Ende wäre. Verdient hätten sie es auf jeden Fall. Die Band zeigt mit ihrem Erstwerk, dass sie das Potenzial besitzt, das nächste grosse Ding im Power Metal zu werden. Und damit könnten sie den gleichen Weg gehen, wie es einst HammerFall mit ihrem Debüt-Album «Glory To The Brave» gelungen ist. Wer es nicht glaubt, der höre sich zum Beispiel «Way Of The Kings» an und headbange danach begeistert mit.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xXTaMTNeCiA

 

Donnerstag, 06 Januar 2022 20:53
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v. 10 Punkten: 6.5

Morgul Blade ist eine amerikanische Truppe, die sich mit Haut und Haaren dem epischen US-Metal verschrieben hat. Das lässt schon der Opener «He Who Sits Upon The Black Throne Of Angmar / The Morgul Blade» (was für ein *** Titel!) erahnen, welcher das Quartett, das sich 2018 gründete, zum Besten gibt.

Es sind die schleppenden Parts, welche sich zähflüssig durch das Album hindurch ziehen und von bestialischen Vocals des Fronters (Klauf - was für ein *** Name!) ergänzt werden. «Sons Of The Night» bringt mit seiner Geschwindigkeit ein bisschen Schwung in die Platte, wie auch der akustische Part von «Oak In The Mist», der als Mischung aus keltischen und indianischen Elementen durch geht. Der Titelsong erinnert an die uralten Skyclad, und mit «Must Be Lit» fahren die Amis einen hymnischen Part auf, der wie eine Mischung aus alten Manowar und Pagan Metal erklingt. Eines kann man den Jungs allerdings attestieren, nämlich dass sie mit «Fell Sorcery Abounds» etwas "Neues" auf den Markt werfen. Zumindest was die Mischung angeht. So richtig packt mich das Ganze aber dennoch nicht, denn dazu fehlt für einen solchen Sound ein richtig guter Shouter. Aber wer weiss, vielleicht sind Morgul Blade ja die kommenden Stars am Metal Firmament.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/S-cOPiwlEKg

 

Donnerstag, 06 Januar 2022 20:43

Zum vierten Angriff gehen die Australier von Nocturnal Graves mit dem Album «An Outlaw's Stand» über. Mit «Death To Pigs» wird nicht lange gefackelt und unmissverständlich geklärt, wo der Hammer hängt!

Blackened Thrash Metal mit Tom G. Warrior Gesang, schneidenden Gitarren und polternden Drums wird geboten, genau wie es im Buche steht! Wütend prescht auch «Command For Conflict» durchs Dickicht und durch leichte Variationen des Tempos, bleibt die Abwechslung garantiert. «Ruthless Fight» galoppiert wild auf und davon! Das Gitarrensolo verleiht dem Song das gewisse Etwas. Heftig haut derweil «Across The Acheron» auf den Putz und das mit massiven Riffs! Überhaupt keine Gnade kennt «No Mercy For Weakness», und so wird das Gaspedal erbarmungslos durchgedrückt! Highspeed bietet auch «Law Of The Blade» und verfügt über unbändige Power! «Beyond The Flesh» ist Überschall-mässig unterwegs und bereitet mit der versprühten Spielfreude sehr viel Spass. Den Titeltrack hat sich die Truppe aus Down Under schliesslich für den Schluss aufgehoben. Nochmals wird ohne Rücksicht auf Verluste volles Rohr gebolzt! Nocturnal Graves haben auf «An Outlaw's Stand» sämtliche Trademarks des Blackened Thrash Metals verbraten, heisst an diesem Album kommt kein Gerne-Fan vorbei!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3Tdu7vpWmEo

 

Donnerstag, 06 Januar 2022 08:18
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Bands mit dem Namen Sacrifice gibt es einige. Diese Truppe hier stammt aus Japan und veröffentlichte «Total Steel» bereits 1990. Spielerisch auf einem sehr guten Level knallen uns die Asiaten ihren Thrash Metal mit viel Schmackes um die Ohren.

Allerdings ist der Gesang von Akira Sugiuchi gewöhnungsbedürftig. Dafür knallen die Gitarren mit einer Urgewalt aus den Boxen, dass es eine wahre Freude ist. Da dürfen selbst von der Klassik inspirierte Malmsteen Gitarren nicht fehlen und machen das Instrumental zu «Crucifixion» zu einem kleinen Erlebnis. Diese Verschnaufpause geht mit dem folgenden «Dancing Death Valley» allerdings gleich wieder flöten und zeigt aber gleichzeitig auf, dass Hiroyuki Murakami sein Instrument beherrscht. Wer auf riffbetonten Thrash Metal der alten Schule steht, ohne zwar die Qualität der Bay Area der ersten Stunde zu erreichen und gefühlt aber just in der nächstunteren Liga mitspielt, muss hier zugreifen. «Total Steel» wird dabei nur als Vinyl wieder veröffentlicht.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UXUp6je6XU0

 

Donnerstag, 06 Januar 2022 08:13

Eigentlich wäre jetzt ja die Jahreszeit von Glühwein, Lichterketten, Besinnlichkeit, Geschenken und lukullischen Genüssen, kurz Weihnachten steht vor der Türe. Anstatt aber irgendeiner drögen und unmotivierten bis peinlichen X-Mas CD einer Rock- oder Metal-Combo, liegt nun zum Abschluss des Rezensions-Jahres 2021 eine Occult Heavy Metal Scheibe auf dem Tisch..., holy hell!

Diese "besondere Ehre" gebührt Serpent Lord (Gr), die ihren Bandnamen offenbar genau so geschrieben haben wollen. Dies, um nicht mit anderen Kapellen gleichen Namens (wobei es eigentlich keine andere mehr gibt, denn die gleichnamigen Amis gibt es schon lange nicht mehr!) verwechselt werden wollen. Das Quartett aus Thessaloniki (darum eben das hinten angesetzte "Gr" für Griechenland) besteht aus Marios Arikas (Vocals), Giorgos Terzitanos (Guitars, Backing Vocals) Lazaros Bouroutzoglou (Guitars) und Konstantinos Sotirelis (Bass, Backing Vocals). Ein Drummer wird explizit nirgends genannt, aber da sich der Drum-Sound definitiv nicht nach Angelo Sasso anhört, gehen die Credits an einen unbekannten Trommler. Die Truppe formierte sich erst 2016 und legte bereits im Jahr darauf das erste Demo hin, dem 2018 das Debüt «Towards The Damned» folgte. Davon nahm die breite Masse jedoch kaum bis gar nicht Notiz. Trotzdem stehen bisher einige nennenswerte Tour-Support Slots für Bands wie Primordial, Rotting Christ, Blaze Bayley, Omen oder Grand Magus zu Buche.

Hört man sich die Mucke vom brandneuen Album «Apocrypha» an, wird umgehend bestätigt, dass hier eine routinierte Band am Werk ist, die sich musikalisch vor allem im Fahrwasser von Mercyful Fate, In Solitude, Satan oder Hell aufhält. Den Leadgesang von Marios verorte ich dabei durchaus in der Nähe von David Bower (Hell), wenn auch nicht immer. Nach dem Opener «The Final Horseman», der rhythmisch mitunter auch ein paar Vibes von Candlemass aufweist, gibt sich bei «Divine Plane» überraschend Ex-Iced Earth Fronter Stu Block als Guest die Ehre, der heuer nach dem "Schaffer'schen Desaster" ja wieder zu seiner alten Stamm-Combo Into Eternity zurück gekehrt ist. Serpent Lord (Gr) hinterlassen insgesamt einen ganz ordentlichen Eindruck, ohne dabei aber Berge versetzen zu können. Das Ganze plätschert mehrheitlich ereignislos vor sich hin und lässt Earcatcher Qualitäten klar vermissen. Der Sound hätte dabei auch noch wuchtiger produziert sein dürfen. Fazit: Talent vorhanden, aber definitiv nicht genug, um in diesem Business nachhaltig bestehen zu können.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eSpEGvLRK_Y

Donnerstag, 06 Januar 2022 08:06
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v. 10 Punkten: 7.0

Heavy Metal in reinster italienischer Manier, jedoch nicht geprägt von triefendem Pathos, sondern mit einem Hauch von japanischem Flair. All dies wird uns von der Band Agarthic serviert. 

Mit einem dezent düsteren Anstrich vermögen die Jungs zu gefallen und machen Lust auf mehr. Dabei halten sich die Herren eher im gemässigteren Metal auf, lassen Speediges kaum aufblühen und erinnern immer wieder an die verspielten Dream Theater. Wichtig scheint Agarthic der Aufbau der Songs zu sein, mit denen sie versuchen Bilder zu zeichnen, wie bei «Last Journey». Sehr mächtig erklingt der Abschluss-Track «Illuminati's Reign», der sich mit viel Schwere, den entsprechenden orchestralen Elementen, akustischen Parts und den interessanten Vocals von Valeriano De Zordo zu einem sehr tollen Song aufschwingt. Man muss sich allerdings die nötige Zeit nehmen, um tiefgreifend in all die musikalischen Klangbilder der Italiener eintauchen zu können. Nach einem blossen Kurzdurchlauf von «The Inner Side» bleibt ein fader Nachgeschmack übrig, aber mit mehrmaligem Genuss offenbaren sich unverhofft doch noch überaus interessante Songs.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/esHNwq3fTZk

 

Mittwoch, 05 Januar 2022 08:35
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v. 10 Punkten: 6.5

Die aus Melbourne stammende Truppe kommt mit dem ersten Album ans Tageslicht. Galaxy bewegen sich musikalisch im achtziger Metal, irgendwo zwischen den alten Judas Priest und Stormwitch.

Herausragend sind die Gitarrenriffs und der tolle Rhythmus-Teppich. Speziell ist, dass die Band eigentlich nur aus zwei Musikern besteht, nämlich Stu Callian (Gitarre, Bass) und Phillip T. King (Gesang). Drum-Legende Simon Phillips (ehemals Judas Priest, MSG) unterstützte die beiden im Studio. An den Gesangsmelodien muss das Duo allerdings noch etwas feilen, da diese ab und zu nicht zu den Songs passen wollen. Ansonsten sollten sich Freunde der vorher genannten Referenzen die Scheibe anhören. Bei «Bright Stars» dringen auffallend stark Priest-Melodien aus den «Sin After Sin» Zeiten durch. Auch der balladeske Einstieg «Daughter In The Distance» (erinnert an Blind Guardian) sorgt für tolle Momente. Beim Titelsong umgeben sich die Herren gar mit mönchsartigen Chören. Nun ja…, wenn ich ehrlich bin sind durchaus ein paar Highlights vorhanden, die im Ganzen aber untergehen. Einerseits sind extrem tolle Parts dabei, die andererseits durch den Rest wieder relativiert werden. Somit «On The Shore Of Life» am besten antesten und sich selber ein Urteil darüber bilden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HEX-KtnxroQ

 

Mittwoch, 05 Januar 2022 08:30
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Beleuchtet man das Umfeld der NWOBHM etwas genauer, sprich tiefgründiger, stösst man auf zig weitere Bands, die damals eigentlich über einiges Potenzial verfügt hätten, dann aber im Schatten der portierten Grössen wie Iron Maiden, Judas Priest, Motörhead, Def Leppard, Saxon et cetera untergingen. Dafür gibt es tausend Gründe, Zufälle, Unzulänglichkeiten, was auch immer. Vardis um Ur-Gitarrist Steve Zodiac gehören da leider auch dazu.

Als das Trio im aktuellen Line-up, sprich neben Mastermind Steve noch mit Bassist Roly Bailey und Drummer Joe Clancy am 13. März 2020 im Londoner "@ 100 Club" auf die Bühne stieg und eine zweistündige wie schweisstreibende Rock-Show zelebrierte, standen die Vorboten von Corona, respektive deren sich bald anbahnenden Ereignisse, schon in den Startlöchern. Vier Jahrzehnte zuvor war dies alles noch in weiter Ferne und Vardis schickten sich mit ihrem ersten und inzwischen längst legendären Live-Album «100 M.P.H. - Guaranteed No Overdubs» an, ihren von den Sex Pistols (weniger) und Status Quo (mehr) inspirierten Heavy Hard Rock unter die Leute zu bringen. Das klappte jedoch nur bedingt, vor allem als man begann, sich stilistisch zu öffnen, respektive andere Elemente, sprich Instrumente wie Saxophon, Dudelsack und Mandoline (!) einzubringen, wie 1982 auf dem Album «Quo Vardis». Diese an sich legitime künstlerische Freiheit und ein übler Rechtsstreit zwischen 1983 und 1985 legten die Band bald darauf lahm und bereits 1986 zog Mr. Zodiac den Stecker, um danach für beinahe drei Jahrzehnte abzutauchen, krass.

Diese Geschichte ähnelt so natürlich einigen anderen aus der Szene, und vergegenwärtigt man sich, was die Konkurrenz in genau dieser, respektive musikgeschichtlich enorm wichtigen Zeit auf die Beine und Bühne stellte, ist sonnenklar, warum Vardis erfolgsmässig ohne jegliche Chance auf der Strecke blieben. Die hier vorliegende Neuauflage des Live-Klassikers von 1980 bietet Alt- wie Neufans die nun wohl letzte Gelegenheit, wenigstens etwas von der damaligen wie kauzig-kultigen Atmosphäre nachvollziehen zu können, und auch diesmal natürlich ohne jegliche Overdubs. Leider ist der Mix weitestgehend, sprich kanalmässig arg linkslastig ausgefallen, und es gibt hunderte, wenn nicht tausende von Bootlegs, die besser als diese Aufnahme klingen. Doch vielleicht braucht es hier genau diese Sound-Patina, um in die richtige Stimmung zu gelangen. Dies mit Vorteil in einem smarten Club oder Party-Keller unter guten Freunden wie gut gefülltem Kühlschrank und nicht wie ich gerade, heisst mit einem Kopfhörer auf der Rübe darüber schreibend. Rock'n'Roll geht definitiv anders, prost!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iWSC5T9xNSs

 

Mittwoch, 05 Januar 2022 06:52

«Leidenschaft» ist ein Perfektionswerk mehr, in nun mehr als dreissig Jahren vertonter Liebe, Leidenschaft, Andacht und Dramatik, umgeben von poetischen Texten. Eine musikalische Entführung in eine andere Zeit, in einen anderen Raum und/oder auch in eine andere Welt.

Seit im Dezember 1990 «Clamor» auf einer Demo-Kassette das Licht der Welt erblickte, ist musikalisch sehr viel passiert. Melancholische Musik voller klassischer Elemente wurde mit einer Mischung aus Hard Rock und Metal verfeinert, ohne je die musikalischen Wurzeln aus den Ohren zu lassen. Der Wahlschweizer Tilo Wolff und die Finnin Anne Nurmi, die seit 1994 mit «Inferno» gemeinsam den Kern von Lacrimosa bilden, zeigen mit jedem Album, dass Gothic Rock/Metal, Symphonic Metal, Klassik und Theatermusik tief unter die Haut gehen. Absolut beeindruckend werden wir nun wiederholt entführt in eine Welt voller Dramatik. Ein neuer Meilenstein eines Ausnahmekünstlers, der, durch Träume geführt, auch in die Glut folgen würde. 

Ein Gesangsduett zwischen Tilo und Anne erhalten wir direkt als Einstimmung im Opener «Liebe über Leben» oder auch im Theaterstück «Celebrate The Darkness». «Führ mich nochmal in den Sturm» ist ganz klar das Highlight dieses Meisterwerks. Streicher, Akustikgitarre und Orchester sind auf den Punkt arrangiert. Knallharte Rock/Metal-Momente bescheren «Kulturasche» und der stimmungsvolle «Augenschein» zum Beispiel. Im letzteren Track erzählt Tilo Wolff von Masken und Solidarität, zeigt auf die Gewaltbereiten in der Gesellschaft und erklärt "Die Gedanken – sie sind nicht mehr frei". Mit dem komplett von Anne gesungenen Song «The Daughter Of Coldness» wird der Zuhörer für einen Moment aus seiner Traumwelt gerissen. Für mich unterstreicht dieser Song zwei Dinge: Auch mich kann man überraschen! Und dieser Beitrag zeigt auf, wie fantastisch LACRIMOSA in den dreissig Jahren ihre musikalischen Fähigkeiten ausgearbeitet und verbessert haben. War ich persönlich nie Fan von Annes Stimme, so habe ich dieses Werk tatsächlich sofort noch zwei Mal laufen lassen. «Raubtier» wurde ja bereits auf YouTube vorgestellt und ist wohl einer der dualistischsten Songs, die LACRIMOSA je veröffentlicht haben. Die klaviergetriebene Ballade «Die Antwort ist Schweigen» aus "einen Garten voller Wunder" ist unglaublich zärtlich und bohrt sich tief unter die Haut. «Exodus» ist der epischste Song des ganzen Albums und übernimmt damit, in gewohnter Manier, die Rolle des abschliessenden Aktes. 

Das am Heiligabend vorgelegte Werk ist, wie erwartet, perfekt produziert. Die Betonung auf den klassischen Hard Rock ist deutlicher als in den Alben zuvor. «Leidenschaft» ist intim, zerbrechlich, eindringlich und auch melancholisch. Ein Album der Gegensätze. Fesselnde aufsteigende Melodien, mitreissende Passagen, hartrockige Gitarren-Leads, kraftvolle Basslinien, untermalt von explosivem Schlagzeug und klassischen Orchester-Arrangements lassen Zuhörer mit einem nostalgischen Gefühl zurück. Schon so oft wurde ein neues Album als "Der definitive Höhepunkt" in der Geschichte dieser aussergewöhnlichen Band bezeichnet. «Leidenschaft» ist ein Album, das aufs Neue beweist, dass jegliche Erwartungen übertroffen werden können. Tilo Wolff ist und bleibt ein grossartiger Komponist, Arrangeur, Orchestrator und Sänger, der sich nicht durch andere Musikstile beeinflussen lässt und sich nicht wiederholt.
Anne 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5wNWPynoRzQ

Dienstag, 04 Januar 2022 08:14
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Also, diese Scheibe erschien 1987, und ich muss sagen, dass ich die Truppe aus Essen nie auf meinem Radar hatte (Ja lieber Rockslave, das passiert nicht nur dir!).

Die Jungs zelebrieren lupenreinen Heavy Metal, wie man ihn damals in den Mitteachtziger liebte. Gespickt mit vielen Doppel-Leads und einem kernigen Shouter, der an die jungen Zeiten eines Ronnie Atkins (Pretty Maids) erinnert. Es bereitet richtig Spass Mad Butcher zuzuhören, auch wenn sie nichts Neues erfinden. Das was sie machen, wird aber verdammt herzhaft umgesetzt und mit viel Liebe zum Metal zelebriert. Als Anspieltipps seien «Children Of Tomorrow», «Flesh In The Night», «Looser» und «Remember» erwähnt. Speziell Freunde der alten Grave Digger, Pretty Maids und Helloween sollten hier rein hören und sich von der Qualität der Jungs überzeugen lassen. Ja, der Gesang von Harry kann mit der Zeit monoton wirken, aber an einem kleinen "Kult-Siegel" kann zumindest nicht gekratzt werden. «Metal Meat» wird in Form von Vinyl neu aufgelegt.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wzC7hFssBMs

Dienstag, 04 Januar 2022 08:08

Die Slowakei stellt nicht gerade das Epi-Zentrum in Sachen Metal im Osten dar. Da finden sich wesentlich mehr Bands, die aus Polen, Tschechien oder der Ukraine stammen. So sind mir bis anhin auch Thalarion kein Begriff gewesen.

Die Band hatte sich vor fünfzehn Jahren getrennt und vor siebzehn ihr letztes Album raus gebracht. Das neue Album «Dying On The Scorched Plains» beginnt mit dem Intro «Prelude To Dobrous Scenes» und lässt noch alle Richtungen offen, wohin die Reise gehen soll. Ruhig folgt «Burning Pile» und wächst dann zu einem epischen Metal-Song an, der mit Elfengesang garniert ist. Mit «Space In Between» werden Growls und Engelsstimme zusammen geboten und musikalisch wirkt das eher unaufgeregt. Bei «Dead But Still In My Heart» liegt alle Kraft in der Ruhe. Erneut ereignet sich hier ein Schlagabtausch zwischen dem Goldkehlchen und dem Growler! Das musikalische Grundgerüst ist epischer Metal mit Gothic-Touch. «Fairy Garden» wird mit ähnlichen Zutaten wie seine Vorgänger angerichtet, nur dass der Growler in diesem Fall mal kurz Pause macht.

Einen Zacken schneller wird es mit «Wandering Minstrel» und gespielt ist das nicht schlecht, nur bleibt der Wiedererkennungswert aus. Im Power Metal Modus hält «Sub Rosa» die Fahne weiter hoch, und jetzt darf auch wieder gegrowlt werden. Leider entziehen die langsamen Breaks dem Song seine ganze Vitalität! Power Metal ist auch bei «Back To Light» angesagt. Mystisch kommt der Titeltrack «Dying On The Scorched Plains» daher und legt eine spezielle Mischung aus Power wie Thrash Metal mit Gegrowle offen! Natürlich darf die Engelsstimme auch hier nicht fehlen! Rasend schnell steuert schliesslich «Into The Nowhere» dem Ende entgegen. Die Gesangsformel von hart bis zart wird somit bis zum bitteren Ende ausgereizt. Wer den Met gerne süss und lieblich mag, wird mit Thalarion bestens bedient!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gBEHNw7vifE

 

Dienstag, 04 Januar 2022 07:59

Eternal Evil wurden 2019 in Stockholm gegründet. Nun gut, muss ich jede Truppe aus Schweden toll finden? Nein, auch wenn die Nordlichter über sehr viel Potenzial verfügen, erklingt ihr Debüt-Album sehr ausbaufähig.

Vergleiche ich…, Jungs echt jetzt? Was soll ein so langer Albumtitel? Also, vergleiche ich diese Scheibe mit den ersten Werken anderer Thrash Helden, dann liegen die Schweden bedeutend näher bei deutschen Vertretern wie Kreator oder Sodom und weitaus weniger bei Exodus, Testament, Overkill, Megadeth, Flotsam And Jetsam oder Death Angel. Eternal Evil haben ein veritables Zerstörungskommando aufgebaut, dem sich niemand in den Weg stellen will und wird. Die Gitarren sägen, die Drums poltern, der Bass pumpt und der Shouter kreischt sich brüllend durch die elf Tracks. Gerne schnuppern sie bei Slayer («The Captors Command»), klingeln bei Kreator («The Nocturnal Omen») durch oder sagen kurz bei Sodom hallo («Eternal Evil»). Hätte ich die erste Phase der Thrash Bands nicht miterlebt, würde ich Eternal Evil sehr wahrscheinlich noch cool finden. So bleibt jedoch eine weitere Truppe hängen welche versucht, dieses Genre so weiter am Leben zu erhalten. Dies ist allerdings völlig unnötig, solange die alten Helden noch immer imstande sind, solche Killer-Scheiben zu veröffentlichen!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VdhjGCsn2XE

 

Montag, 03 Januar 2022 09:02

Ungefiltert, roh und stoisch borniert - man könnte Blood Sport auch schlicht als absolut kompromisslos betiteln. Sie ziehen ihren rüden Metal auf «Hot Blood & Cold Steel» in weniger als zwanzig Minuten Spielzeit durch.

Das finnische Projekt hat sich hörbar auf die Kultbands des Speed Metal Undergrounds der 1980er Jahre fokussiert - unter anderem Exciter, Raven und wegen der weiblichen Gesangsstimme natürlich die belgische Kombo Acid. Fürs stupid simple, aber auf diese Weise eben angemessene Drumming zeichnet sich Session-Schlagzeuger "G.U.N." verantwortlich, dessen Anonymität genauso wie jene der Frontfrau "V" und des Mitmusikers "Burst" einen eigenen Mistery-Faktor darstellen dürfte. «Hot Blood & Cold Steel» verbindet zwei Kassetten-Demos des enigmatischen Duos, doch die sechs Tracks von «Hot Blood & Cold Steel» sind im Grunde genommen austauschbar. Sollte man dennoch die "Best-Of 3" heraus suchen, wären es «Machine Gun», «Niterider» und «Agitator», die in einer Schnittmenge aus Motörhead und frühen Iron Maiden am prägnantesten nachwirken. Die monströs grell scheppernde Übersteuerung macht den ohnehin höhenlastigen Sound auf lange Sicht zu einer Zerreissprobe für empfindliche Hörnerven. Fanatiker hingegen werden sich diesen Stoff bereits zum Frühstück rein ziehen. Fans von Savage Master, Ambush oder Blizzen müssen bei Blood Sports erzkonservativem Speed Metal unbedingt zugreifen. Der Rest, der sich nicht mit Feuereifer für dieses Subgenre begeistern kann, wird umgehend von der Einseitigkeit der Songs gebeutelt. «Hot Blood & Cold Steel» als dreiviertelstündiges Album wäre in dieser Form vermutlich zum Scheitern verurteilt. Wer will, der kann!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2B1FKmzd8AE

 

Montag, 03 Januar 2022 08:55
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v. 10 Punkten: 7.0

Auf metal-archives.com sind zurzeit alleine in den USA neun ehemalige und aktive Bands aufgeführt, die unter dem Banner "Fortress" agieren. Weltweit sind es laut diesem Online-Portal weitere zehn mehr. Darunter gar eine Combo aus Basel, die 1986 mal eine 4-Track-EP veröffentlicht hatte. Die jetzt thematisierten Fortress stammen hingegen aus Whittier, Californien und präsentieren uns nun ihr erstes Album.

Gegründet 2016 gaben sie auf drei EPs einen ersten Vorgeschmack ihres Könnens ab, und dieses dürfte Freunde von klassischem Heavy Metal ansprechen. Teilweise etwas an der Dio-Band angelehnt, setzen sie dann und wann auch ein Keyboard ein, wenn es Sinn macht, klingen aber sonst sehr roh. Das passt, und es macht sich gut mit dem Gesang, der sich teilweise in Halford'schen Höhen versucht. Wie immer in so einem Fall, birgt Letzteres eine gewisse Nervgefahr bei mir. Die Amerikaner sind aber clever genug, das Album bereits nach 29 Minuten zu beenden. So bleibt alles noch knapp im grünen Bereich, zumal sich Fortress hier um viel Abwechslung bemühen, und mit «The Passage» ein sehr ruhiges Instrumental einbauen, bevor es mit dem Titelsong nochmals in bester Speed Metal Tradition losgaloppieren darf. Für ein Debüt ist «Don't Spare The Wicked» ein beachtliches erstes Ausrufezeichen. Freunde von Oldschool Heavy Metal können gerne rein hören, sofern sie der hohe Gesang nicht stört. Ein Welthit ist das erste Werk zwar nicht geworden, aber zumindest eines, das Fortress doch einige Türen öffnen sollte.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CmycQmeXAlQ

 

Montag, 03 Januar 2022 08:46

Seit 2009 ist die Würzburger Band Der Weg Einer Freiheit bekannt für eine grenzenlose Interpretation von Black Metal. Mit dem Album «Noktvrn» gibt es nun den fünften Output, was zum einen die enorme Produktivität und zum anderen die hohe Qualität dieser Truppe unterstreicht.

«Finisterre II» ist ein sanftes Intro, das die Brücke zum Vorgänger-Album «Finisterre» bildet. Mit stoischer Ruhe wird der Song «Monument» aufgebaut, um dann förmlich zu explodieren. Trotz amtlicher Raserei werden immer wieder Melodien aus dem Dunkeln ans Tageslicht gezerrt. Flirrende Gitarren empfangen uns bei «Am Rande der Dunkelheit» und was dann folgt, ist ein epischer Black Metal Kracher! Ganz grosses Kino! «Immortal» mutet sehr experimentell an und atmet etwas Prog Metal tief ein und wieder aus! Der Wechsel zwischen harschem Black Metal Attacken und ruhigen Prog Metal Passagen ist perfekt inszeniert. Mit «Morgen» geht es in heftigem Tempo weiter und jetzt umgarnt melodiöser Black Metal das Gehör. Progressiv nimmt einen «Gegen das Licht» auf die längste Reise dieses Albums mit. Langsam wächst der Song und wandelt durch den Schlaf. Mit melodiösem Black Metal wird dann aber nochmals mächtig Fahrt aufgenommen! Den ruhigen Ausklang übernimmt schliesslich «Haven». Der Weg Einer Freiheit liefern mit dem Album «Noktvrn» gleich zu Beginn des neuen Jahres ein abwechslungsreiches und progressives Black Metal Highlight ab!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QKCrFPvxvEE

 

Freitag, 31 Dezember 2021 09:10
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Diese auf 300 Stück limitierte rot-orange Splatter Vinyl Version wird alle Iron Maiden Fans beglücken, würden die Eisernen Jungfrauen nicht aus England, sondern aus den US of A stammen.

Steel Prophet hatten mit Rick Mythiasin nicht nur einen begnadeten Sänger, sondern durch Gitarrist Steve Kachinsky Blackmoor auch einen äusserst talentierten Songschreiber in den eigenen Reihen. Wieso den Amis der grosse Durchbruch nie gelang? Gute Frage..., nächste Frage, denn alleine ein Track wie «Tragic Flaws» verbindet Iron Maiden dermassen geschickt mit einem Hauch von Rush, dass die Massen Steel Prophet zu Millionären hätten machen müssen. Hört Euch bloss diesen Refrain an, der von einer anderen Welt zu stammen scheint oder geniesst die Screams von Rick in «Escaped». Mit «Solares» hat die Truppe ein Instrumental im Gepäck, das von Klassik und Flamenco inspirierte Klänge zum Besten gibt. Die Jungs wechseln hier geschickt das Tempo und lassen «Church Of Mind» und «Burning Into Blackness» mit unterschiedlichen Emotionen erklingen. Dass auch Bassist Vince Du Juan Dennis ein kleiner Gott an den vier Saiten ist, bezeugt «The Chamber», das in das fulminante «Locked Out» übergeht. Sehe ich aktuell, wie Sabaton, Powerwolf und Beast In Black abgefeiert werden, könnte ich vor Wut heulen mit welcher Ignoranz Steel Prophet über all die Jahre abgestraft wurden. In diesem Sinne, es hat ja bereits 2001 keine Rolle gespielt, wie geil ich die Amis finde, so wird es auch zwanzig Jahre später bei diesem Re-Release auf Vinyl niemanden interessieren.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/S9VU8UzMhVc

 

Freitag, 31 Dezember 2021 09:03
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v. 10 Punkten: 8.9

Death Metal Freaks der Neunziger aufgepasst! 1994 ist mit «Dorval» das Debüt der Dänen Detest erschienen, und es sorgte damals für ordentlich positive Stimmung im heimischen Schuhkarton.

Die Truppe war zielstrebig auf dem Vormarsch, bevor sie nur zwei Jahre später in der Versenkung verschwand. Der überraschende Erfolg war für die Band zu viel und sie gaben sich zur Entspannung Alkohol und Drogen hin. 2013 dann die Reunion für ein paar auserlesene Konzerte. Für mehr reichte die Chemie unter den Mitgliedern allerdings auch nicht aus. So fing Gitarrist John Peterson an, eine neue Mannschaft zusammen zu stellen, und seit 2018 läuft es nun rund. Erst in Eigenregie die EP namens «A Moment Of Love», dann der Deal mit Emanzipation Productions, einem Unterlabel von Mighty Music, bei dem nun nach fast dreissig Jahren, Album Nummer zwei «We Will Get What We Deserve» erscheint. Das Album wurde in den Angioni Studios von Marco Angioni (Iron Fire, Panzerchrist, Chronicle) aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert. Für das Cover-Artwork wurde Roberto Toderico (Vulcano, Asphyx, Sodom, Pestilence) verpflichtet.

Elf brandneue Tracks warten darauf, headbangend abgefeiert zu werden. Gleich nach dem Intro legt die dänische Maschine mit «The Process Of Doom Is On» richtig los und das Oldschool-Feeling fährt einem durch Mark und Bein. Drückend und schwer, die Doublebass Drum kraftvoll arbeitend, mit feinstem Riffing und schlussendlich der Einsatz der Vocals! Gänsehaut pur! Man spürt den Geist der Neunziger, der wiederbelebt wurde. So geht es mit «Red Is All I See» weiter bis zum Rausschmeisser «I Always Knew». Detest grooven ganz ordentlich, der Gesang wird stellenweise gedoppelt und auch neumodische Klänge werden kurz angespielt. «Something You Disgrace» ist mein persönlicher Favorit des Albums, da er über ein hohes Aggressionspotenzial verfügt und dennoch mit melodischen Leads bestückt ist. «We Will Get What We Deserve» ist eine ordentliche Comeback-Platte der dänischen Altmeister geworden und dürfte Fans von Obituary, Autopsy oder Bolt Thrower die Tränen in die Augen treiben.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vFF_hoVJQ6U"

 

Freitag, 31 Dezember 2021 08:55

Die Kölner Hard Rocker um Sängerin Laura Vesprini rocken mit dem Opener «Bill Pullmann» gleich mal ordentlich los.

Weiter gehts mit der coolen Blues-Nummer «Following My Blues». Völlig entspannt erklingen die Gitarren und bringen die Boxen à la Joe Bonamassa so richtig zum Vibrieren. Gleich wie im wilden Westen fühlt man sich bei »Il Grande Silencio», ein echt relaxter Song, der bestens zu einem Western passen würde. Bei «Just One Summer Long» steigt sogar echtes Dire Straits Feeling auf. Erstaunlich, die musikalische Vielfältigkeit der Deutschen. Die Twin Guitars erinnern beim flotten «Malinche» sehr an Thin Lizzy, eine starke Rock-Nummer, auch gut gesungen von Laura. Dasselbe gilt für «Mother Nature Child», bei dem Phil Lynotts selige Band noch mehr Spuren hinterlässt, klingt echt gut das Ganze. Ebenso stark die schnelle Rock-Nummer «Ride By Night». Die Kölner haben hier ein abwechslungsreiches, spannendes Album geschaffen, und die Gitarrenarbeit gefällt mir hier besonders gut. Griffige Riffs, viele Twin-Soli und verspielte Melodien machen «Blood & Gold» zu einem besonderen Hörerlebnis. Ganz gut zu hören ist dies beim 7-minütigen Leckerbissen «Destroy Life». Coole Mucke, an der Melodic wie Hard Rock Fans und vor allem Thin Lizzy Liebhaber ihre helle Freude daran haben werden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SA3J7GNplpU

 

Freitag, 31 Dezember 2021 08:48
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Wie schnell doch die Zeit vergeht! Damit ist einerseits der anstehende Veröffentlichungs-Termin der zweiten CRAVER Single «Lights in The Shadow» gemeint, und andererseits dauert es nicht mehr lange, bis 2021 als zweites Pandemie-Jahr bald zu Ende geht. Einziger Lichtblick waren einige gute Platten, und dazu gehört auch eine feine Schweizer Single-Trilogie, die nun mit Nummer zwei von drei ins Rennen geht.

Vor knapp drei Monaten glückte der Auftakt mit der ersten 7"-Single «Sign Of Circle»/«Priesty Liz» und liess berechtigte Vorfreude auf die entsprechende Fortsetzung aufkommen. Nun ist es soweit, und somit heisst es "Feuer frei!" für «Lights In The Shadow» auf der A-Seite und «Cape Jasmine» auf der Rück-, sprich B-Seite. Dies ist allerdings nicht wertend wie früher gemeint, wo der zweite Song einer Single oftmals der Schwächere war, aber jeweils nicht zwingend sein musste. Bei CRAVER trifft das sowieso nicht zu, weil hier insgesamt einfach sechs neue Songs auf Augenhöhe auf drei Singles anstatt alternativ einer EP untergebracht wurden. Nach der ersten Version in lila Vinyl folgt nun eine Ausgabe in weiss. Musikalisch trifft zunächst mal ein flotter Rocker mit schrammeldem Guitar-Sound auf die Gehörknöchelchen, die mit zweierlei Vocal-Intensitäten, einem weiteren töften Guitar-Solo, einer passenden Tempo-Bridge sowie einer ganz dezent im Hintergrund mitlaufenden Hammond in Bewegung gebracht werden. Anschliessend wird bei «Cape Jasmine» der Stoner Rock Legende Kyuss auf Basis von dessen Song «Gardenia» gehuldigt. Gegenüber dem Original spielen CRAVER den Song aber langsamer, was dem Ganzen eine zusätzliche Schwere verleiht, und textlich glaube ich heraus zu hören, dass zumindest Fragmente der "echten Lyrics" verwendet wurden, interessant! Unter dem Strich überzeugt auch der zweite Release mit wiederum fetter Produktion, einem anderen Cover und hält so die Spannung bis zum kommenden Frühling aufrecht.
Rockslave

https://www.youtube.com/embed/3CekqNwo8HE

 

 

Donnerstag, 30 Dezember 2021 07:41
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Das bis anhin einzige Album der Amis von Sentinel Beast hinterliess bereits 1986 seine Spuren in der Metal Gemeinde. Dies nicht nur wegen der markigen Gesangsstimme von Sängerin Debbie Gunn, sondern auch, weil sich die Musik irgendwo zwischen Thrash und U.S. Metal einpendelte.

Was die Band zu bieten hatte, waren pfeilschnelle Gitarrenriffs, welche damals perfekt in die aufkeimende U.S. Metal Szene passten. Als bestes Beispiel kann hier «Mourir» genannt werden. Aber auch schleppende Parts vermochte der Fünfer problemlos zu spielen und überzeugte mit dem langsamen Einstieg zu «Dogs Of War», wie auch mit dem hymnischem Doppel-Lead Einstieg zu «Corpse». «Evil Is The Night» war damals die ideale Verbindung aus Girlschool und Speed Metal. Die Cover-Version von Iron Maidens «Phantom Of The Opera» klingt saugeil und schloss damals, wie auch heute noch, «Depths Of Death» würdig ab. Wer auf kernigen Speed Metal steht, kommt an diesem entdeckenswerten Re-Release nicht vorbei und muss sich diese Scheibe zwingend besorgen!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Z7NpNbf_oD4

 

Donnerstag, 30 Dezember 2021 07:34

Das vierte Album der japanischen Rachel Mother Goose…, und ich bin mitunter ein grosser Fan der japanischen Metal Kunst. Loudness! Anthem! Earthshaker! Bow Wow! EZO! Saber Tiger! Lightning! Um nur ein paar zu nennen. Speziell gitarren-technisch haben die Asiaten ja immer sehr viel zu bieten.

Rachel Mother Goose vermischen nun die traditionellen Nippon Metal Klänge mit dem italienischen Pathos der Gattung Rhapsody. Eine Verbindung, welche bei mir eigentlich nicht gerade offene Türen einrennt. Trotzdem muss man dem Quintett attestieren, dass es sein Handwerk versteht und gekonnt mit Härte und Melodie umzugehen weiss. «Amatsu Kaze» klingt dabei so, als hätten den Jungs die Beatles noch kurz  unter die Arme gegriffen. «My Ascending Day» wirbelt in hohem Tempo durch die Zimmerräume, und «The Sixth Sense» hätte auch unter dem Bandnamen Ring Of Fire eine gute Figur abgegeben. Die Japaner können Songs formen, allerdings (noch) nicht zu Hits. Rein spielerisch sind sie jedoch unglaublich flink unterwegs und lassen keine Zweifel darüber aufkommen, dass sie ihre Stärken ausspielen. An griffigen Songs, welche sich auf «Synra Bansho» nachhaltig im Gehirn festkrallen, fehlt es aber noch.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/e4dzpZPboCU

 

Donnerstag, 30 Dezember 2021 07:30
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v. 10 Punkten: 8.0

Fast mit einer Flamenco-artigen Ouvertüre beginnt das fünfte Album der Mexikaner Split Heaven. Wer sich an einen solchen Einstieg heran wagt, muss über musikalische Fähigkeiten verfügen.

Die Südamerikaner halten sich dabei krampfhaft an der Fahnenstange des wahren Metals fest und lassen keine Zweifel darüber aufkommen, dass sie diesen Sound bis aufs Blut verteidigen wollen. Irgendwo zwischen Pegazus und Helstar hämmert der Vierer mit viel Power los. Die Riffs fliegen Zuhörern:innen im Sekunden-Takt um die Ohren, der Gesang kommt einer Sirene gleich (James Rivera lässt grüssen) und die Double-Bass Drum marschiert wie ein Infanterie-Kommando über das Kriegsfeld. Trotzdem geht die Truppe ab und zu ein bisschen zu ungestüm ins Gefecht («Soul Possessor»), um dann aber mit klareren Strukturen und Tempowechseln («The Hauted Palace») keine Gefangenen zu machen. Split Heaven sind Metal pur, ohne Wenn und Aber. Dabei halten sie ihr Material abwechslungsreich («Back From Purgatory», «Hellion's Night», «Revolucion»), so dass kaum Langeweile aufkommt. Was ihnen jedoch fehlt, ist ein richtiger Smasher, auch wenn «Split Heaven» zumindest das Potenzial aufweist, einer werden zu können. Wer auf eine nicht so verspielte Helstar-Version wartet, kann sich Split Heaven bedenkenlos zulegen, denn die Mexikaner haben mit «Electric Spell» ein richtig tolles Metal-Album veröffentlicht, welches man sich unbedingt anhören sollte.
Tinu

 

https://www.youtube.com/embed/itGyHZqu0E0

 

Donnerstag, 30 Dezember 2021 07:20

Repentance aus Chicago existieren erst seit knapp drei Jahren. Mir war die Band bislang gänzlich unbekannt, aber man bemerkt schnell, dass hier keine Grünschnäbel am Werk sind. Gründungsvater ist der ehemalige Soil Gitarrist Shaun Glass, der hier ein massiv härteres Brett hinlegt, als noch mit seiner alten Band.

Was hier geboten wird, bewegt sich groove-mässig auf allerhöchstem Niveau. Man wagt Vergleiche zu Lamb Of God heran zu ziehen, denn Repentance hören nicht auf, einem unermüdlich in die Fresse zu schlagen. Bei «Reborn» findet sich dann auch ein Gastmusiker wieder, der dem Song seinen Sound leiht. Kein Geringerer als Trivium Gitarrist Corey Bealieu rifft sich hier nämlich hindurch. Was mich an «Volume I - Reborn» von Beginn weg aber erschreckt, ist die magere Spielzeit oder wertet man dies eher als EP? Dann würde es wieder passen. Es ist auf jeden Fall schade, dass nach zwanzig Minuten und fünf Songs bereits wieder Schicht im Schacht ist. Nach dem ersten Warmlaufen hätte man sich definitiv etwas mehr Musik gewünscht. Womöglich schieben Repentance ja bald "Volume 2" nach, denn so könnte man sich auf jetzt schon auf neue Tunes der Amis freuen.
Pat

2. Meinung: Die Amis von Repentance veröffentlichen nach ihrem Debüt-Album «God For A Day» (2020) eine EP mit fünf Tracks. Die von Soil Gitarrist Shaun Glass gegründete Truppe haut schwere Riffs, wütende Vocals und schnelle Beats in die Umlaufbahn. Gut, ich bin ja ein Thrash Fan der alten Schule, aber mit dieser "Moderne" hier bleibt meine Türe verschlossen. Jungs, so schlimm wie ihr hier das Leben anschreit, ist es definitiv nicht. Klar reissen der Rhythmus und die Attitüde interessierte Zuhörer:innen mit, sofern man nicht nur auf Helene Fischer steht, aber dieses Dauergeballere konnte ich schon früher nicht ausstehen. Darum sind Tracks wie «Down In The Water» die ideale Abwechslung, denn Härte entsteht nicht nur aus der Geschwindigkeit, sondern auch von harten Riffs. Sehr groovig präsentiert sich «No Innocent», und «This In Hell» könnte ein kleiner Hit werden. ABER: Das grosse Problem in meinen Ohren rührt von diesem monotonen Geschreie her. Sorry, nicht meine Baustelle. Ansonsten kann «Volume I - Reborn»» eigentlich als interessantes Album bezeichnet werden.
Tinu

 

https://www.youtube.com/embed/EzN313Sw5Wc

Mittwoch, 29 Dezember 2021 03:21
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Zum ersten Mal betritt die schwedische Band Blodtar mit der gleichnamigen EP die grosse Metal-Bühne. Rasend schnell gibt «Djävulskap» schon mal den Tarif durch, wohin die Reise hin gehen soll. Rabiater Black Metal wird geboten, und die Produktion ist hierbei sehr minimalistisch ausgefallen.

Das ist überhaupt nichts Neues, aber trotzdem immer wieder geil anzuhören! Genauso heftig stürmt auch «Svartsejd» aus den Boxen, aber leider trägt die schlechte Produktion nichts zum Hörgenuss bei! «Besatt» ist ein kurzes Zwischenspiel, das über eine intensive Atmosphäre verfügt. Klirrend und schrill, wird es bei «Aldrig Mer», respektive dem Song, der das Ende angekündigt. Es wird aus allen Rohren geschossen und das ohne Rücksicht auf eventuelle Verluste. Mit einem besseren Sound wäre diese EP von Blodtar sogar ein Kauf-Tipp, aber so von mir ein "leider nein" vergeben!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Fm4cYtK6Vv4

 

Mittwoch, 29 Dezember 2021 03:13
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v. 10 Punkten: 7.5

Vom Blues getränkten Hard Rock, der irgendwo zwischen Great White, Tangier, Jagged Edge und XYZ angesiedelt ist, bieten uns Land Of Gypsies. Dies liegt auch an Sänger Terry Ilous, der neben seiner Hauptband XYZ schon bei Great White das Mikrofon in den Händen hielt.

«Trouble» ist ein Paradebeispiel, wie sich Land Of Gypsies präsentieren, nämlich mit ganz viel Staub unter den Fingernägeln, an denen das Altöl der Harley klebt. Kleine Led Zeppelin (logischerweise) Querverweise sind in «Give Me Love» zu hören. Mit viel Hingabe und einer gewissen Grundtraurigkeit erklingt «Rescue Me». «Rambling Man» hätte hingegen auch bei Bad Company eine gute Figur gemacht, und «Get It Right» lässt die weisse Schlange durch den Wüstenstaub schlängeln. Was dem Album jedoch fehlt, ist eine griffige Uptempo-Nummer, die dem Ganzen mehr Abwechslung verliehen hätte. Ansonsten sind hier sichtlich versierte Jungs am Musizieren, welche die insgesamt elf Tracks mit spürbarer Hingabe auf den selbstbetitelten Rundling gezimmert haben.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3JNxo2NlyWo

 

 

Mittwoch, 29 Dezember 2021 03:03

Neues Album – gleiche Stärken und Schwächen: Zwischen dem Zweitwerk «Unyielding» von 2018 und dem jetzt vorliegenden «Embers Of War» hat sich leider zu wenig hin zum Besseren verändert.

Noch immer trifft ein sehr engagiertes, fast an die Virtuosität von DragonForce heran reichendes, Songwriting auf eine Gesangsstimme, welche die hohen Regionen besser meiden sollte. Da dieses Manko nicht korrigiert wurde, muss ich davon ausgehen, dass dies von der Band nicht in dieser Art und Weise nachempfunden wird. Das soll ihr jedoch gegönnt sein, denn schlussendlich geht es hier ja um die Kunst. Für mich versauen diese hohen Stimmlagen aber ein Album, dass ich mir gerne öfters anhören würde, so aber nicht kann. Dieses punktet immer dann, wenn kein Gesang zu vernehmen ist oder dieser sich in tiefen Gefilden aufhält, denn was hier Schlagzeug, Bass und die beiden Gitarren abliefern, ist ganz grosse Klasse. Die Doppel-Leads erinnern gar an die Glanztaten von Helloween und überflügeln sie zum Teil. Zudem spielt die Gitarre teilweise an klassische Musik erinnernde Leads. Nicht auszudenken, wie «Embers Of War» klingen würde, wäre es von einem Sänger wie Michael Kiske eingesungen worden. Das bleiben aber Tagträumereien – und sollten tunlichst vermieden werden. Der Realität entgegen geblickt bleibt ein Album, dass in harter Manier durch die Gegend stampft und keine Gefangenen macht. Es ist Heavy Metal, wie er grundsätzlich klingen sollte, nämlich mit Herz, Power, und vorpreschend. Wer dazu den Gesang von Iuri Sanson aushält, hat gewonnen. Da ich das jedoch nicht tue, gibt es von mir für Embers Of War ein klares "vor dem Kauf rein hören" und für ein viertes Album den ausdrücklichen Wunsch formuliert, das Songwriting künftig an die Möglichkeiten des Sängers anzupassen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/djUppB_O1DU

Mittwoch, 29 Dezember 2021 02:51
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Mangelnden Fleiss kann man den deutschen Piraten-Metallern Storm Seeker wahrlich nicht vorwerfen. Erschien ihr Debüt-Album Ende Juni 2020, folgte das Zweitwerk bereits Anfang Februar 2021. Darauf war jeweils eine Mischung aus Folk und Metal zu hören. Mit dem Drittwerk legen sie das metallische Gewand nun komplett ab und bieten zehn Versionen eigener, mehr oder weniger bekannter traditioneller Lieder.

Das macht Spass, hat aber mit Heavy Metal gar nichts mehr zu tun. Wer also zwingend E-Gitarren zum Glücklichsein braucht, ist hier fehl am Platz. Wer Folk- und Pubsound aber auch mal ohne "Lärm" aushält, wird hier ein kleines Einod finden. Zumal das Quintett auch ohne Metal-Instrumentalisierung viel Druck aufbaut. Gewisse Zwischeneinspieler deuten zudem darauf hin, dass das neue Werk beim Aufnehmen viel Spass bereitet hat. Diese Atmosphäre wird sofort ins Wohnzimmer transportiert und tröstet über die Tatsache hinweg, dass wir immer noch auf einiges verzichten müssen. Denn eigentlich gehört diese Musik nicht zu Hause gespielt, sondern direkt live von der Bühne. Dort wird sie für hervorragende Stimmung sorgen und die Konsumation von Bier, Rum und Met stark erhöhen. So wie auf «Calm Seas Vol. 1» muss diese Art von Musik klingen – so und nicht anders. Wer also in diesen nervösen Zeiten, sprich zur Ablenkung eine private Folk- oder Piraten-Party feiern möchte, findet hier den passenden Soundtrack dazu.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pQX1mZN6hgM

 

Dienstag, 28 Dezember 2021 07:28
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v. 10 Punkten: 6.5

Als All Star Band werden Barnabas Sky angepriesen, und wenn ich das richtig interpretiere, dann besteht die Truppe aus Multiinstrumentalist Markus Pfeffer und den Sängern Danny Vaughn (Tyketto, ehemals Waysted), Zak Stevens (Circle II Circle, ehemals Savatage), Rob Rock (Rob Rock, ehemals Axel Rudi Pell und Impellitteri), Steve Grimmett (Grim Reaper, ehemals Lionsheart), Jesse Damon (Silent Rage) und Danny Martinez (Guild Of Ages) sowie einigen Gastmusikern.

Musikalisch bewegt sich das Projekt zwischen Melodic Rock («Legends Rise»), leichtem Prog Rock («What Lies Beneath»), Rock («Yesterday’s Gone»), feinen Balladen («Till The End Of Time») und Heavy Rock («Youngblood»). Das Problem an dieser Scheibe ist, dass durch die Hinzunahme dieser erfahrenen Sänger der Anspruch und die Erwartungen steigen. Diese Anforderungen können jedoch nicht eingehalten werden, auch wenn das Songmaterial bessere Momente aufweist. Kennt man die Lieder der Hauptbands der Shouter, dann ist man sich einfach ein anderes Qualitätslevel gewöhnt. Schade, denn Barnabas Sky hätten eigentlich eine gute Grundvoraussetzung mitgebracht, um mit einer hohen Punktzahl ins Ziel zu gehen. Dafür sind die Lieder am Ende dann aber doch zu "mittelmässig" und "unspektakulär" für die heutige Zeit ausgefallen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Wh-417DTtNc

 

Dienstag, 28 Dezember 2021 07:19
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v. 10 Punkten: 7.4

Aha, vom ersten Ton an weiss man, wo es musikalisch bei den Herren aus Philadelphia hingeht. Dies kann man aber auch schon beim Titel des Albums «Blood And Steel» erahnen, nämlich 80er Jahre Metal.

Beim Titel befürchtete ich schon das Schlimmste, aber zum Glück gehts musikalisch nicht in Richtung Joey DeMaio, sondern eher hin zu Judas Priest. Natürlich ist Sänger Frankie Cross stimmlich weit weg von Rob Halford, aber sein Sangesorgan passt trotzdem zur Musik. Die Songs, meistens im Midtempo-Bereich angesiedelt, glänzen mit durchgehend tollen Gitarren-Riffs, die eben Priest huldigen. Natürlich spielten damals Downing und Tipton in einer anderen Liga, trotzdem klingt die Musik der Amis jedoch frisch und gefällt ganz gut. Vor allem solche Riffs wie bei «In The Heat Of The Fight» rocken zeitlos aus den Boxen, obwohl Cross' Gesang gegen Ende des Albums mit der Zeit etwas eintönig wird. Die Parallelen zu den Priestern hört man zum Beispiel sehr gut bei «Earth Fighter», vor allem hintern raus, starke Nummer. Also Heavy/Retro-Metaller, hört Euch die Langrille der aus Philadelphia stammenden Jungs ruhig mal an, denn «Blood And Steel» könnte durchaus gefallen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QrEp4dHwlkg

 

Dienstag, 28 Dezember 2021 07:14

Bei Destructo handelt es sich um drei Herren aus der nostalgischen Tulpenhauptstadt in den Niederlanden. Sie hören auf die charmanten Künstlernamen G.G. Motörphallus (Gitarre, Gesang), J.J. Soulcrusher (Bass, Gesang) und Necrohammer (Schlagzeug).

Mit ihrem Bandnamen zollen sie aber brasilianischen Black Thrash Metal Bands Tribut, und so ist es auch kein Wunder, dass nach dem beinahe seichten Einstieg von «Succubus» die Hölle ihren Schlund öffnet und krasser Oldschool-Thrash aus ihr heraus bricht. «Black Mark» ist dreckiger 80er-Jahre Thrash, unverfälscht und roh, so wie das sein muss. «In Service Of No One» beherrscht die Szene mit ordentlich Groove, jedoch ohne das rasante Tempo runter zu schrauben, das auch bei «Necromancy» nahtlos durchgezogen wird. «Destructo» treten mit ihrer Scheibe «Demonic Possession» gnadenlos Ärsche, auch wenn es ab und zu etwas Zeit zum Verschnaufen gibt. «Satan's Hammer» startet zum Beispiel eher träge, entfaltet sich aber bald, um danach in «Celtic Frost-Manier» seine volle Wirkung zu entfalten. Erst einmal aufgewärmt denken die Holländer gar nicht erst daran, wieder einen Gang zurück zu schalten. Volle Kanne haut «Lycanthro Kommando» rein, und gerade der Solo-Part wartet mit einem Hauch klassischer Metal-Parts auf. «Total Death», und da ist der Name bereits Programm, prügelt sich volle Kanne durch seine Spielzeit. Das ändert sich auch bei den letzten drei Songs «I, Witchfukker», einem krassen Nackenbrecher, «Bloodthirst» und dem titelgebenden «Demonic Possession» nicht mehr. Darin sind noch mehrere Solo-Parts verpackt, und es ist eine Freude zu hören, wie das Trio Infernale hier mit den Tempi jongliert. Eines bleibt aber über die gesamte Spiellänge von «Demonic Possession» erhalten – die Rohheit und der Oldschool-Faktor!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Gv0ylJKbVo0

 

Dienstag, 28 Dezember 2021 07:08
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v. 10 Punkten: 6.7

Manchmal reicht bloss der Nachname aus. KAASIN als Band wurden nämlich von Gitarrist Jo Henning Kaasin gegründet, der in der Vergangenheit zusammen mit Joe Lynn Turner (EX-Deep Purple/Ex-Rainbow), Glenn Hughes (Ex-Deep Purple/Ex-Black Sabbath), Doogie White (Ex-Rainbow/Ex-MSG/Alcatrazz) sowie Bernie Marsden (Ex-Whitesnake) gearbeitet hat und auch als Strippenzieher wie Songwriter bei Come Taste The Band figuriert.

Bei so einer Ausgangslage erstaunt es nicht, dass der Opener «We Are One» wie eine lupenreine Rainbow-Nummer daher kommt. Das kann man mögen, muss es aber nicht zwingend, da dieser Pfad in den letzten Jahren durch zig andere Combos ziemlich breitgetreten worden ist. Während die Instrumentierung durch Cousin Staale Kaasin (Bass), Benjamin Dehli (Organ & Keyboards) und Chris Brush (Drums) relativ leicht sichergestellt wird, sorgt vor allem Frontmann Jan Thore Grefstad (Saint Deamon, Highland Glory und TNT) mit seinem hochklassigen Gesang für den nötigen Unterschied. Nur dank ihm versinken die insgesamt etwas zahm interpretierten Songs nicht umgehend im Mittelmass. Vor allem krankt die mittenbetonte und glatt gebügelte Produktion überwiegend an arger Drucklosigkeit des Drums. Vor allem die viel zu pappige Snare reisst alles runter! Stellt man da einmal mehr «Retransmission» von W.E.T. als Referenzwerk daneben, sind die Unterschiede eklatant! Das Songwriting von «Fired Up» per se wäre sonst ganz in Ordnung, und auch die Zuckerballade «Shades Of Yesterday» lässt mit dem besten Sound nichts anbrennen. Die beiden Bonus-Tracks «Revelation» und «Runaway Train», die vorab als einzelne Songs auf Anklang stiessen, heben das kompositorische Niveau in der Tat noch etwas an. Wer nicht genug von Anleihen bei Rainbow (mehr) und Deep Purple (etwas weniger) kriegen kann und das Sangesorgan von Jan Thore Grefstad kennt, sollte sich das Album mal anhören. Mit einer besseren Aufnahme wäre hier aber noch mehr zu holen gewesen.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Aabqxt9rg1E

Sonntag, 26 Dezember 2021 20:51
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Ein neuer Stern am Gothic Rock Himmel? Das war die Frage, die sich viele Metal Magazine vor zehn Jahren stellten, als die Gruppe Lord Of The Lost ihren Zweitling «Antagony» der Erdbevölkerung zugänglich machte.

Die Zutaten ihres Sounds waren keineswegs neu, setzten die Norddeutschen doch auf harte, bisweilen metallische Gitarren-Riffs, ein bisschen Elektronik und Gothic-Atmosphäre. Der Erfolg gibt ihnen recht – so recht, dass LOTL nun mit einem Re-Release von «Antagony» dessen zehnten Geburtstag feiern. Chris Harms deckt mit seiner Stimme das gesamte Spektrum von sonorem Klagegesang bis hin zu aggressiven Growls ab. Zerbrechlich wirkende Piano-Passagen finden sich auf dem Album genauso, wie grossflächige, symphonische Sound-Teppiche. Die Elektronik setzt nur vorsichtig und punktuell ein, um an anderen Stellen massiv zuzuschlagen. «Antagony» bietet fünfezhn typische Gothic Rock-Songs, die mit dem nötigen Punch, griffigen Hooks und packenden Refrains zu gefallen wissen. Das fast elfminütige «Revelation 13:18» bietet einen faszinierenden Ausblick in die schillernde Welt des Lord Of The Lost Sounds und zeigt beinahe die gesamte Bandbreite der Truppe. Vergleiche mit anderen Genregrössen wie The Sisters Of Mercy oder The Mission sind nicht von der Hand zu weisen. Jedoch ist mir persönlich eine Zeitspanne von zehn Jahren zu kurz, um ein Album erneut zu releasen, und es riecht etwas nach Abzocke. Natürlich ist die Musik so ausdrucksstark geblieben, wie sie es bereits bei der Erstveröffentlichung 2011 war und deshalb – wer will, der kaufe.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9_XakstATwM

 

Sonntag, 26 Dezember 2021 20:44
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Norwegen und schwermütige Musik, das passt eigentlich immer. Generell je nördlicher man sich bewegt auf dieser Kugel, desto düsterer und verzweifelter wird die ganze Chose.

So also auch bei Green Carnation. Und so kann man auch sagen: Akustische Versionen von traurigen Liedern sind irgendwie noch berührender, emotionaler, bewegender. Ich persönlich denke, das trifft bei dieser vorliegenden Scheibe extrem gut zu. Alle Songs kommen, wie es der Titel verrät, im nicht-elektrifizierten Gewand daher und schleichen sich, passend zur nasskalten Jahreszeit, langsam, jedoch beständig unter die Haut, wo sie Gänsehaut pur verursachen. Erinnert mich irgendwie immer wieder an Katatonia oder Anathema. Anspieltipps? Braucht man hierbei nicht. Klar, man könnte jetzt monieren, dass sich die Songs relativ ähnlich anhören - aber auch nur dann, wenn man nicht genau hinhört. «The Acoustic Verses» benötigt Zeit und den Willen, sich komplett in die Dunkelheit fallen zu lassen, welche von Green Carnation meisterlich heraufbeschworen wird. Passende Scheibe zur passenden Zeit!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/e0oh4XRDJKw

 

Sonntag, 26 Dezember 2021 20:15
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Zum 25-jährigen Jubiläum ihres Debüt-Albums bringen Borknagar einen Re-Release mit exklusivem Bonusmaterial unter die zahlende Meute.

Der Erstling wurde sanft restauriert, und der eigentliche Kaufanreiz ist sicher das umfangreiche Bonusmaterial. Dieses besteht aus noch unveröffentlichten Versionen der Songs vom Album. Ob sich dieser Klassiker nur aufgrund der zusätzlichen Goodies erneut verkaufen lässt, bezweifle ich jedoch stark. Bei der monatlichen Flut an wirklich starken Black Metal Alben könnte diese Neuauflage leicht unter den Tisch fallen und in Vergessenheit geraten!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tMmt56WZTO4

 

Sonntag, 26 Dezember 2021 20:09
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Ich war ehrlich gesagt ziemlich überrascht, als ich die mp3-Files von Sentenced in meinem virtuellen Briefkasten vorfand. Hatten die sich nicht "schon eine Weile" aufgelöst?

Doch, absolut, das hindert jedoch offenbar gewisse Labels und deren Manager nicht daran, gerade zum Jahresende hin nochmals auf die Geldbörsen der Metaller zu schielen wie sich schamlos an längst vergangenen Werken zu bedienen und diese neu aufzulegen, ohne wenigstens auch nur ein bisschen einen Anreiz dazu zu geben. Das hätte in Form von Demo-Tracks, B-Sides oder Live-Aufnahmen geschehen können, hätte, Betonung drauf. Zudem, und das ist für mich persönlich fast noch trauriger, hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Tracklist richtig zu schreiben, sprich der Song «Nepenthe» wurde zu «Nespenthe» umgemodelt. Man mag mich jetzt für einen Haarspalter halten, aber wenn sich ein Label nicht einmal mehr die Mühe macht, die Songtitel richtig in ihre Beiblättchen einzufügen, dann zeugt das für mich von grober Fahrlässigkeit und Desinteresse dem Material an sich gegenüber. Deshalb: Holt Euch das Box-Set wenn ihr könnt, aber ignoriert diese elende Geldmacherei seitens Leuten, denen es scheissegal ist, ob sie nun Musik oder Kühlschränke verkaufen - solange der Rubel rollt, wird alles vertickt. Hail to the capitalism, baby!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/j55oEnYKhVM

 

Freitag, 24 Dezember 2021 10:31

Ein teuflisches Highlight in Sachen Black Metal präsentieren uns die Schweizer Asgard aus Luzern mit ihrem Album «Leuchtenstadt».

So stösst man mit diesem Album die Tore zur Hölle ganz weit auf! Der Titeltrack «Leuchtenstadt» wird sehr druckvoll aus den Boxen gepresst, und so wird Hellvetic Black Metal geboten, der ausgewogen zwischen Highspeed und Atmosphäre hin und her pendelt. Hierbei wird auf Deutsch gekeift. Massiv und gewaltig, gibt «Reisen Inn I Lyset» den Tarif durch, und das Gekeife auf norwegisch lässt den Song noch authentischer rüber kommen! Genial, wie sich zu den hyperschnellen Parts auch immer wieder sehr atmosphärische Parts hinzu gesellen. Mit den Ketten wird bei «Skyggen Frau For Tidden» heftig gerasselt, bis dann ein melodischer Part folgt, der so für gehörig Abwechslung sorgt. Man merkt eindrücklich, wie Asgard genau wissen, wie man Black Metal Songs auf höchstem Niveau zelebriert! Auch hier werden die Texte in Deutsch dargeboten.

Bei den weiteren Tracks wird nun auf Englisch gekeift, was die Vielseitigkeit von Asgard eindrücklich demonstriert. «Blizzard Of War» ist eine höllische Black Metal Hymne, die man gehört haben sollte, bevor man in die letzte Schlacht zieht und dem Totenheer zu entkommen versucht! Mit aller Macht vorwärts, gibt sich «Demon» alles andere als friedlich! Gekonnt wird ein ruhiger Part eingeflochten, auf den dann ein Orkan folgt, der ohne Rücksicht auf Verluste wütet! Ein weiteres Highlight ist «Face Of Satan», der Asgard in Höchstform präsentiert! «The Beauty In The Rotten Shell» bewegt sich im Midtempo-Bereich und entwickelt so eine ungeheure Durchschlagskraft! Leider ist mit «Leviathan» bereits Schluss. Nochmals wird auf den mächtigen Kriegstrommeln geschlagen, und das Heer des Bösen bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg aus der Hölle. Das markiert nochmals eine eindrückliche Black Metal Hymne! Von all den Alben, die in diesem Genre im 2021 veröffentlicht wurden, gehört «Leuchtenstadt» ganz weit nach vorne auf einen Spitzenplatz und sollte eigentlich jede ordentliche Black Metal Sammlung zieren.
Roolf

 

https://www.youtube.com/embed/617_mXNUhdw

Freitag, 24 Dezember 2021 10:21

Noch nie was von Jim Davies gehört? Sein Gitarren-Riff auf «Firestarter» von The Prodigy kennt wohl auch der Hinterletzte da draussen oder sollte es zumindest.

Bei selbiger Band sowie Pitchshifter tobte er sich bis circa 2002 auf den Bühnen dieser Welt aus, bevor er die Seiten wechselte, sich als Produzent einen Namen machte und auch mehrfach als Freelance Komponist für Hans Zimmer arbeitete. Nach dem 2020 erschienenen, ersten Solo Album «Headwars» erscheint nun bereits das Zweitwerk «Prey Later». Darauf zeigt sich Davies von seiner besten Seite, und man spürt die Freude und Energie der Songs förmlich heraus. Dem Ganzen einen musikalischen Stempel aufzudrücken ist enorm schwer, da unglaublich vielseitige Elemente von Industrial Rock über Alternative, Gothic bis fast in Richtung Dub Step hin vereint werden. Seine Vergangenheit bei The Prodigy und Pitchshifter kann der gute Mann nicht verstecken, würzt seine eigenen Werke aber mit der nötigen Finesse und einem sehr speziellen Pop-Appeal à la Depeche Mode. Wer also bisher noch nie etwas von Jim Davies gehört hat, sollte dies nun mit «Prey Later» definitiv nachholen.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/X_wBtozMLTM

Freitag, 24 Dezember 2021 10:15

Bereits seit fünfzehn Jahren treiben When The Deadbolt Breaks aus New England / USA ihr Unwesen in der Underground Metal Szene. Auf dem neuen Album «As Hope Valley Burns» stehen nun fünf endlos lange Tracks zum Lauschen bereit.

«The Evil» scheint direkt der Hölle entsprungen zu sein und erinnert etwas an Danzig, einfach nicht so auf Hochglanz poliert. Leider dümpelt der Song irgendwann recht motivationslos dahin! Bleierne Schwere liegt über «The Hanged Woman» und setzt damit Zeitlupen-Doom auf die Ohren. Deprimiert und ohne jegliche Freude werden schiefe Bahnen und tiefe Furchen auf einem frischen Acker gezogen. Ein kurzes Zwischenspiel stellt «Awakening» dar und entpuppt sich aber als wirres Chaos, das glatt als Grindcore Doom durchgehen könnte. Stoner-rockig beginnt «The Crushing Weight Of The Sun» und man fühlt sich, als wäre man direkt in einer staubigen Wüste gelandet. Leider passiert in diesen langen dreizehn Minuten sehr wenig, und so kommt dies keiner Offenbarung gleich. «So Lost Are We» markiert den Endspurt, auch wenn von einem echten Spurt nicht die Rede sein kann. Stattdessen wird ganz reduzierter Doom geboten, der leider mit keinem Feuerwerk an Höhepunkten aufwarten kann. So bleibt «As Hope Valley Burns» insgesamt eine triste Angelegenheit und gehört definitiv nicht zu den must-have Alben dieses Jahres!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/P5btW6zDrJQ

 

Freitag, 24 Dezember 2021 10:08
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v. 10 Punkten: 7.2

Achtung Verwechslungsgefahr, denn bei Heart Line handelt es sich nicht um die amerikanische Formation Hardline um Sänger Johnny Gioeli und Gitarrist Neal Schon, die in der Melodic Szene Kultstatus besitzt. Vielmehr geht es hier um eine französische AOR Band, die erst letztes Jahr vom Gitarristen und Produzenten Yvan Guillevic ins Leben gerufen wurde.

Bei ihm und seinen Mitstreitern werden labelseitig diverse Betätigungsfelder genannt, aber alles Bands, die dem Schreibenden noch nie zu Ohren gekommen sind. Das liegt sicher auch daran, dass Hard Rock / Heavy Metal nicht gerade die Exportschlager von Frankreich sind. Wie dem auch sei, Heart Line verweisen auf die Achtziger und Bands wie Whitesnake, Foreigner, Journey, Winger, Bad English und Giant als Inspirationsquelle. Von den Genannten ist man aber, in Bezug auf die Songqualität, meilenweit entfernt. Es fehlt fast gänzlich an relevanten Hooks, an aufsehenerregenden Melodien und an Refrains mit Memory-Effekt. Nur sporadisch wird man zum Aufhorchen bewegt. Musikalisch überzeugt man jedoch auf breiter Linie. Knackige Gitarren werden mit virtuosen Keyboards kombiniert und von einer fundierten Rhythmus-Sektion untermalt. Auch Sänger Emmanuel Creis begeistert mit seiner warmen und energetischen Gesangsstimme. AOR / Melodic Fans, deren Erwartungen nicht zu hoch liegen, können «Back In The Game» somit durchaus eine Chance geben.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/W1F9S4DOryg

Donnerstag, 23 Dezember 2021 08:02
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v. 10 Punkten: 7.0

Knapp 35 Jahre war es still um die Dänen von Alien Force, und auch wenn seit 2009 immer wieder Demos und Singles veröffentlicht wurden, nahm die Öffentlichkeit die Band kaum wahr.

Nun erscheint mit «We Meet Again» das dritte Album nach «Hell And High Water» (1985) und «Pain And Pleasure» (1986). Als wollten sich die Herren für die lange Wartezeit quasi entschuldigen, erklingt «Forgive Me» als Opener, der mit kernigen Gitarren, tollem, kräftigen Gesang und heavy Drums um die Ecke biegt. Wo bringt man die Truppe musikalisch unter? Hört man sich «I Decide For You» an, dann werden sicher alle Victory Fans gut bedient. «Precious Time» hat dagegen etwas von Queen sowie auch einen Touch der alten Riot. «Sceptical Feelings» liegt hingegen irgendwo zwischen alten Saxon und Judas Priest. «Set Me Free» hätte letztlich auch auf dem Debüt Album von Dokken stehen können, und der Titelsong bringt schliesslich noch etwas von Accept ein. Wenn man sich aber mit bloss einem Lied einen guten Überblick verschaffen möchte, sollte man sich «Temptations» genehmigen. Alien Force ist auf jeden Fall eine traditionelle Metal-Band, die ihren Sound ins Jahr 2021 hinüber retten konnte und sich nicht schämt, diesen mit viel Spielfreude vorzutragen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aQC-qBiUF_g

 

Donnerstag, 23 Dezember 2021 07:43
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v. 10 Punkten: 7.8

Freunde von Heavy Pettin, Thunder oder auch Journey kommen hier voll auf ihre Kosten. Melodic Rock Nummern wie «Feel The Fire» oder auch «Angels Fear To Tread» weisen dann auch schon mal Hard Rock Schlagseite auf.

After Hour-Sänger John Francis macht hier einen tollen Job und verleiht den Songs mit seiner etwas rauen Stimme eine ganz spezielle Note. Eine erdige Produktion rundet das Ganze noch ab. Man glänzt hier durchgehend mit starken Gesangsmelodien, knackigen Gitarrenriffs und fetten Chören. Auch die AOR-Nummer «Life Is For Living» fällt mit einer tollen Melodie und einem griffigen Mitsing-Refrain auf. Die Jungs haben ein gutes Gespür für catchy Songs entwickelt. Auch Drummer Alan Kelly (Ex-Shy) verrichtet hier einen souveränen Job an den Kesseln. Einzig die etwas schwülstige Ballade «Love Me Again» hängt ein bisschen durch, das sie zu vorhersehbar klingt. Ansonsten rocken sich die Briten locker-rockig durch ganze das Album hindurch. Fans von AOR-Mucke, die es aber auch ein bisschen rockiger mögen, werden an «Distant Shores» bestimmt ihre Freude finden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/j3lJy_IxJ6g

 

 

Donnerstag, 23 Dezember 2021 07:36
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v. 10 Punkten: 7.0

Aus Sizilien stammt das Duo Dperd und spielt New Dark Wave, der so überhaupt nix mit Heavy Metal zu tun hat! «Monsters» ist bereits das siebte Album, das Dperd veröffentlichen.

Das Duo setzt sich aus der Sängerin Valeria Buono und dem Multiinstrumentalisten Carlo Disimone zusammen. Den Auftakt macht «The Spawn Of Evil». Eine bittersüsse Halbballade, die einen Hauch von The Cure verströmt. Von unendlicher Sehnsucht getrieben ist «The True Evil». Die sehr angenehme Gesangsstimme von Valeria Buono veredelt diesen Song gekonnt. Bei «The Crumbs Of Life» lassen The Cure erneut grüssen, und so wird ein poppiger New Wave-Song dargeboten. Sehr ruhig plätschert «They Are Nothing» dahin, und das ist Background-Musik vom Feinsten, die leider sehr oberflächlich an einem vorbeizieht. «L’Altra» ist auf italienisch gesungen und eine Kopie der italienischen Band Matia Bazar! Tiefenentspannt kommt hingegen «In The Crowd» aus den Boxen. «How I Can Live» ist ein melancholischer und vergänglicher Popsong. Belangloser präsentiert sich anschliessend «Pieces» und kann ebenso nur als Hintergrund-Beschallung verwendet werden! Der Titeltrack «Monsters» ist hingegen eine Halbballade, die in der Tradition von Depeche Mode ausgefallen ist. Ein weiterer Song in der Landessprache ist «Nel Tempo», und dieser trieft nur so vor Sehnsucht. Unspektakulär geht es mit «No More No One» und «The Most Cruel Beast» weiter. «For Too Many Years» macht einen auf bittersüsse Ballade. Ein flotter Popsong, wiederum auf italienisch, ist mit «Vuoto» an der Reihe, und unaufgeregt wird das Album schliesslich mit «A Good Deed» zu Ende gebracht. Wer auf Easy Listening steht, macht mit Dperd nichts falsch, aber für alle anderen ist «Monsters» eher nix!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iV1totK1S9I

 

Donnerstag, 23 Dezember 2021 07:29
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v. 10 Punkten: 7.0

Lotrify aus Baden sollten dem geneigten Metalfan eigentlich ein Begriff sein. Seit 2008 versetzen sie der lokalen Szene nämlich immer wieder gezielte wie platzierte Nadelstiche und lassen von sich hören.

Neben einer EP und einem Album ballern uns die Jungs regelmässig ihren Melodic Metal um die Ohren. Lotrify zu schubladisieren ist nicht wirklich einfach, denn sie mischen gekonnt diverse Stile in ihren Sound rein. Man hört dabei Einflüsse von Lamb Of God, Machine Head, Devildriver oder diversen anderen Groove-Monstern heraus. Entsprechend passen sie auf den Bühnen dieser Welt auch mit diversen internationalen Grössen zusammen. So durften sie bisher schon für Exodus, Testament, Gojira oder Rise Of The North Star eröffnen. Eine Band mit so einem Drive kann eigentlich nichts aufhalten, da braucht es schon eine globale Pandemie, um die Herren auszubremsen. Aber eben nur ausbremsen, sozusagen eine Safety Car Runde in der Formel 1, mit dem Fuss immer nahe am Gaspedal, um wieder vollends durch zu starten. «Time Fracture» mag womöglich nicht zum idealen Zeitpunkt erscheinen, aber das neue Album liefert erneut eine Duftnote die anmerken lässt, dass Lotrify nicht für die kleinen Schweizer Kellerkonzerte gemacht sind, sondern mit den Szenen-Primussen locker auf Augenhöhe mitreiten können.
Pat

 

https://www.youtube.com/embed/A11urFmk2aA

Dienstag, 21 Dezember 2021 22:07
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Hohoho, wenn ich all' diese "Mimimi's" zählen würde, welche der Autor dieser Zeilen zu hören bekam, heilige Kameldreckskacke, ich wäre jetzt noch am Zählen, wenn ich es zählen und beachten würde. Yep, wenden wir uns doch lieber diesem Live-Opus zu, bereitet eindeutig mehr Freude als diese "Mimimi'"-Pissnelken allen Couleurs.

Was hatte ich mal in einem Leserkommentar entdeckt, sprich ein herrlicher Satz der lautete: "Jedem Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann." Ja, der schmale Grat des Kindischen mag wohl wie ein Damokles-Schwert über jeder Symphonic Metal Band schweben. Manche stürzen dabei sehr schnell in die Versenkung ab, manche halten sich über Jahre hinweg konstant und erfolgreich, wie eben auch Epica. Auf diesem Pfad aller Damoklesschwerter, befeuert mit Damaszenerstahl zum Trotze. In Reuver, Limburg, the Netherlands im Jahre 2003 gegründet, respektive davor noch unter dem alten Namen Sahara Dust von 2002 bis 2003 unterwegs. Und je länger und intensiver sich der Autor dieser Zeilen mit Epica befasst, desto tiefer taucht er in diese herrlichen Kompositionen hinein. Ja, es ist ein Gratspiel, einerseits sind die Gitarren anständig tiefer gestimmt und da finden sich männliche Grolllaute in Paarung mit dem engelshaften, weiblichen Operngesang. Ja, ist nicht jederfraus, beziehungsweise -manns Sache, aber diese Songs strotzen nur so vor gewaltiger Qualität!

Ja, ich höre und lese diese "Mimimi's" schon wieder, auch wenn ich längst aufgehört habe zu zählen. Doch sind es nicht genau diejenigen, egal ob Weiblein oder Männlein, die sich klammheimlich Helene Fischer, Udo Jürgens, Matthias Reim, die Zillertaler Schürzenjäger, Erste Allgemeine Versicherung, Spider Murphy Gang, David Bowie, The Allman Brothers, Johnny Cash, Luciano Pavarotti, Kliby und Caroline, und, und, und rumstehen haben, und sich bei einem Tässchen Tee mit den schwierigen Eltern davon einlullen, belullen, anlullen, und, und, und lassen? Nicht? Wem steht die Schamröte ins Gesicht gebrannt? Häh? So, das musste jetzt einfach mal direkt und deutlich gekotzt werden. Nochmals, wenn es Tagträumer wären, so würde es Epica wohl nicht bald 19 Jahre lang geben, oder? Denn auch das Palmares an Veröffentlichungen lässt sich wohlwollend nickend betrachten, auch nach zehn Studioalben und so manch Diversem.

Somit wird hierbei nun dem zehnten Machwerk «Omega» mit «Omega Alive» gehuldigt und wahrlich verdientermassen. Epica, das sind Simone Simons (Gesang), Mark Jansen (Gitarren & Growls), Isaac Delahaye (Gitarren), Coen Janssen (Synth & Klavier), Ariën Van Weesenbeek (Schlagzeug) und Rob Van Der Loo (Bass), spruch eine gewaltige musikalische Macht. Ein symphonisches Meisterwerk, pompös, traumhaft, atmosphärisch, in Extreme unterteilt, willkommen zu «Omega Alive». Wie herrlich in der Biographie beschrieben, ein Wechselbad der Gefühle, ein Erlebnis irgendwo zwischen Marvel, Cirque de Soleil und Tim Burton. Besser kann diese Symbiose nicht beschrieben werden.

Das Cover-Artwork lädt bereits zum Träumen ein, das Audiotechnische lässt alle Zuhörenden zwischen engelsklarem Gesang und brutal tiefen Growls verstört zurück, jedoch musikalisch wie sexuell hoch befriedigt mit schielenden Augen dastehen. Treibende, riffige, irgendwas zwischen doomigen, powermetallischen, leicht speedigen, thrashigen und melodic-deathigen Akkorden tänzelnd, gepaart mit solodesken Einlagen, und alles auf technisch wie künstlerisch sehr hohem Niveau. Der Bass wummert herrlich mal solodesk, mal brav zuordnend herbei. Die Synths- und Pianoklänge sättigen den Teppich voller Drachenblut, schwerfällig und eben halt sehr symphonisch-orchestral pflegend. Die Drums wirbeln mal leicht blastend, double-bassend, stets groovend und eben dann auch mal balladesk bis in die doomige Langsamkeit des Seins, gepaart mit wirbelnden Toms, zischenden Cymbals und einer satt klingenden Snare.

Der weibliche Gesang lässt die Opernhaftigkeit klar aufleben, denn spätestens jetzt, kann es sich jede/r Metalhead/in etwa vorstellen, eine Oper in 4-Akten reinpfeifend und dahinvegetierend. Die Kombination mit den männlichen Growls lässt die Oper namens «Omega Alive» nun gewaltig explodieren, wie ein erbebender Vulkan. Und ja, ich werde mir die vorangegangenen Alben intensivst anhören, denn songwriterisch sind Epica - wie auch als Musiker:innen - einfach top, ohne Wenn und Aber. So, fünfzehn Tracks, welche eine Achterbahnfahrt wohl als 1. Kindergeburtstag ausschauen lassen und die kompositorisch einfach der Hammer sind. Klar, Epica können gut mit Nightwish, After Forever, Sirenia und Konsorten verglichen werden, und dennoch stechen Epica mit ihrem eigenständigen Sound unverwechselbar hervor. Ja, alle fünfzehn Songs sind einer nach dem anderen in die Ohrmuscheln zu stopfen, ohne Widerrede. Ja, wäre es ein Studio-Album, so gäbe es ohne mit der Wimper zu zucken zehn von zehn Punkten. Werde ich jetzt auf mein Alter hin noch ein weicher, alter Sack? Mitnichten, doch der Autor hat gelernt zuzuhören. Auch dies ist eine Kunst, die manch' eine/r nicht beherrscht. Wer dennoch einen Bogen um Epica herum machen will, die/der soll das. Dafür hat dann der Autor mehr davon. Und nochmals, zum guten und finalen Schwurbelende: "Jedem Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann".
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aT1JsH2_97c

Dienstag, 21 Dezember 2021 22:01

Yep, einfach yep, einen solchen Kracher von den Urgesteinen namens Hypocrisy, welche mit elf Tracks auf «Worship» wahrlich zelebriert werden, yep, des hob' i ned erwartet, gö. Und wenn die damischen Schweden-Deather bulldozermässig dahin planieren und mein Estreichisch am Oarsch blutig ist, no, dann hats Puntigammer einfach nid gschmeckt.

So, ernsthaft, alter Säufer, denn die elf Tracks hauen mich einfach aus den Puntigammer-Schlarpen 'gen Norden. Leck' Frettchen, auf einen Spiess rübergezogen können wir sogleich bei unseren Freunden in Chile sein, nicht? Ohkeh, das St. Galler Rheintal scheint auch ein gefundenes Fresschen für unsere Frettchen zu sein. Oldschool geht immer, egal in welcher Lebensphase und/oder -krise gesteckt wird und nimmer aus'm Schlamm heraus gekrochen werden kann. Nein, der Schlamm schluckt dich langsam, zäh knochenbrechend und -knirschend in den Schlund, so dass du dann erhobenen Hauptes Richtung Valhalla entgegen strömen kannst, um ehrwürdig in die Ruhmeshalle aufgenommen zu werden.

Meine Fressenfrettchen, hört Euch «Worship» an, nein, pfeift es euch rein, das 14. Studioalbum, nebst diversen EP's, Singles, Compilations, Split-Alben, Box-Sets, Live-Alben, Compilations, Demos, Videos, und, und, und. Im Jahre 1991 gegründet in Ludvika, Dalarna, Sverige, von 1988 bis 1991 als Seditious unterwegs, schnauf, aktuell als Trio unterwegs, mit eben besagtem Hero und Mastermind wie Wundermann namens Peter Tägtgren (Guitars, Vocals), Mikael Hedlund (Bass) und Horgh (Drums). Schaut Euch das geniale Master-Artwork vom Zauberer Blake Armstrong als Cover-Artwork an, einfach der Hammer. Zur Produktion, ebenfalls der Hammer, vom Mastermind himself auf Vinyl gebannt. Göttlich, genau so klingt moderner Schweden-Death, abwechslungsreich gezockt, etwas oldschool, dennoch mit sattem, druckvollem und klarem Sound in die Moderne übertragen. Für mich das genialste und bisher klar beste Album von Hypocrise ever, das «Worhsip». Da gehts mit leicht thrashig-deathigem Riffing los, massig Melodiebögen, ohne kitschig in den Melo-Death abzufallen, gepaart mit herrlichen Soli und akustisch-gehaltenen Momenten, stark, sehr stark.

Auch der Tieftöner nimmt diese bösartigen und zugleich liebgewonnenen Signale auf, strickt diese weiter, mal solodesk, mal einfach nur abgründig bösartig tief wie parallel zur Gitarre gezockt. Der Schlagwerker schlägt diesen Pfad zu den Emporen von Valhalla ein, hämmert groovig, teils gar doomig schleppend, monumentös, mal double-bassig, ab und an schimmert leichter Blast heraus, dazu eine trockene Snare, sowie das lang ausklingende Ride im variantenreichen Spiel der anderen Cymbals und Toms. Well, verehrte Schlammlöchlerinnen und -löchler, dies ist die Symphony des deathigen Schlammmonsters, welches sich aufführt, als wäre es ein Fleischwolf, alles zermarternd und doch liebkosend umgarnt. Elf Songs, die naht- und gnadenlos schweren, heftigstschleppenden Schweden-Death zelebrieren, nein, nicht intonieren, sondern zelebrieren. Deshalb sind alle elf Tracks reinziehbar, einer nach dem anderen, nichts überhastend, schön von Song zu Song. Wie gesagt, Hypocrisy sind Hypocrisy, eines der noch wenigen, standhaften Urgesteine im Death Metal, und somit sind Bands à la At The Gates, Carcass, Kataklysm und Konsorten nur ansatzweise als Vergleich zu nennen. Was schwurble ich denn da im Schlamm herum? Dies ist nichts als eine verdammte Kaufpflicht, das "Worshippen" der Masterminds namens Hypocrisy.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-zo9NBVpN_g

Dienstag, 21 Dezember 2021 21:55

Yo, hier kommt der vladistisch-progressive Sound aus den Karpaten, und wie, eine Fata Symphonica Morgana Lefay, hell yeah!

So, gegründet 1995 in Timișoara, Timiș, Romania, vorab in den Jahren 1994 bis 1995 als Wiccan Rede unterwegs, packte man als Negură Bunget, was im rumänischen den "dunklen, nebligen Wald" bezeichnet, als progressive Black Metal Combo, die unverfroren auf sehr altertümliche, rumänische Instrumente zurück greift, welche dann in Kombination mit den gestandenen Instrumenten, welche im Black Metal eingesetzt werden, sehr gekonnt kombiniert. Und ja, es wird geblastet und geblackt, einfach in reinster, goiler progressiver Manier, atmosphärisch, mystisch, einfach herrlich. Und ja, es wird in rumänischer Sprache geflüstert, gesungen und gegrowlt. «Zău» ist mittlerweile der neunte Studio-Longplayer mit fünf Tracks, yep, doch diese erreichen zehn und mehr Minuten, kompositorsich vom Feinsten, was ich je zu Ohren bekam. Und nein, nicht alles erhält von mir das Produktemaximum, aber musikalisch hochstehender Sound kann der Autor leider nicht anders bewerten.

Nun, die Entstehung von «Zău» ist allerdings ein sehr trauriger Weg, denn 2017 starb der Mitbegründer und Drummer Gabriel "Negru" Mafa eines unerwarteten Herztodes. Endet die Geschichte von Negură Bunget wie die unvollendete zehnte Symphonie Beethovens? Nein, denn alle Drum- und Percussion-Tracks auf «Zău» wurden glücklicherweise vor "Negru's" Tod aufgenommen. Ja, auch wenn es nun für die einen oder anderen Zuhörenden vielleicht makaber klingt, so ist "Negru's" Vermächtnis eben «Zău». So sind hierauf eben Gabriel "Negru" Mafa (Drums, Percussion) - R.I.P. -, Tibor Kati (Vocals), Adrian "OQ" Neagoe (Guitars, Keyboards), Petrică Ionuţescu (Kaval = Flöte, Nai = Panflöte, Tulnic = Alphorn und Duduk (Aprikosenrohr-Holzblasinstrument aus Armenien) und als Gastmusikerin Manuela Marchiș mit ihrem engelshaften Gesang auf «Brad» verewigt. Das Design des Cover-Artworks wurde hervorragend wie passend gestaltet und stammt von Daniel Dorobanțu. Gemischt und gemastert wurde «Zău» von Attila Lukinich als letzter Teil der transilvanischen Trilogie.

Die Drums wirbeln kräftig im blastenden, double-bass-lastigen Black Metal, eine trockene Snare, wild lodernde Toms und Cymbals. Die Gitarre rifft sich leicht deathig, doch meist black-metallistisch durch Transilvanien, gepaart mit Melodiebögen und hervorragend intonierten Soli. Die Keys ergeben einen satten Soundteppich, der sehr mystisch und atmopshärisch dahin reitet. Die growlenden Vocals, wie auch die geflüsterten Sequenzen zeigen sich tatsächlich als niederdrückenden und schweren Nebelteppich. Gepaart mit den weiblichen Vocals resultiert somit eine herrlich rumänische Oper. Mit Hinzunahmen und ganz bewusst eingesetzten, alten Instrumenten wird dieses Machwerk zu einem musikalischen Machtwerk. Eine wahrlich druckvolle Welle an immensen Soundfetzen durchfluten die Gehör- als auch Hirngänge. Und ja, alle fünf Tracks, hier genannt «Brad», «Iarba Fiarelor», «Obrăzar», «Tinerețe Fără Bătrânețe» und «Toacă Din Cer» sind hörenswert, reinpfeifend lohnenswert. Und ja, «Zău» klingt für mich wie Bathory. Punkt. Mehr brauchts nicht, denn diese Mucke ist schlicht ein Vermächtnis für die Ewigkeit, wie auch Negură Bunget als Band der Masterklasse angehören.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fplEaFIs2no

Dienstag, 21 Dezember 2021 21:46
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v. 10 Punkten: 7.0

Man nehme Sänger Steve Overland (FM), Gitarrist Sven Larsson (ehemals Street Talk), Bassist Nalley Pahlsson (ehemals Therion), Schlagzeuger Herman Furin (Work Of Art) und Frontiers Haus- und Hofproduzent Alessandro Del Vecchio und fertig sind Groundbreaker.

Eine Truppe, die sich mit Haut und Haaren dem melodischen Rock verschrieben hat, und was bei ihrer musikalischen Vergangenheit auch nicht überrascht. Die Band deckt über wunderschöne Balladen («Captain Of Our Love»), hin zu fetzigen Rock-Nummern («Soul To Soul»), AOR-Stoff («Evermore») und dem typischem US-Rock, den man bei der Cabrio-Fahrt durch die grossen Metropolen hört («Wild World»), alles ab. Was hier allerdings fehlt, ist eine eigene Identität, da es aus diesem Bereich, speziell auch aus dem Hause Frontiers, längst zu viele Konstrukte gibt, die sich nur wenig voneinander unterscheiden. Grundsätzlich ist das sehr schade, da musikalisches Können fraglos vorhanden wäre. AOR-Fans sollten bei «Soul To Soul» aber trotzdem rein hören, denn alleine schon Mr. Overland bietet mit seiner ausdrucksstarken Stimme Garantie genug für tolle Songs.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vYX_xxJx12U

 

Montag, 20 Dezember 2021 20:39
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v. 10 Punkten: 8.0

Neues Label, neues Glück. Nach elf Jahren und dem selbstbetitelten Debüt verlassen Of Mice & Men ihr Mutterhaus Rise und veröffentlichen ihr siebtes Album «Echo» nun über SharpTone Records.

Das verleiht den fleissigen Arbeitsbienen aus Costa Mesa, Kaifornien einen zusätzlichen Schub, der ihre beachtliche Karriere noch weiter nach vorne treiben sollte. Neun knallharte und wunderbar melodiöse Banger plus ein wunderschönes Crosby, Stills, Nash & Young Cover namens «Helplessly Hoping» verteilen sich auf knapp vierzig Minuten Spielzeit. Dass Of Mice & Men vor allem live abzuräumen wissen, sollte mittlerweile allgemein bekannt sein. Bleibt zu hoffen, dass sie dies mit dieser brandneuen Granate im kommenden Jahr auch unter Beweis stellen können.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6mDPzMf-Yss

 

 

Montag, 20 Dezember 2021 20:33
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v. 10 Punkten: 8.9

Die deutschen Black Metaller von Servant debütieren mit ihrem Album «Blessed By The Light Of A Thousand Stars».

Episch beginnt «Negate The I» mit einem akustischen Gitarrenintro. Wie so oft, ist das aber nur die Ruhe vor dem Sturm. Was danach folgt, ist schneller und zugleich melodiöser Black Metal. Das Gekeife weist eine starke Ähnlichkeit zu den Vocals von Schmier/Destruction auf. Auch einige Gitarren-Solos werden fachmännisch im Song untergebracht. Pfeilschneller Black Metal folgt mit «Death Medition», und das ist wirklich sehr geil gespielt, ganz nach dem Geschmack des Verfassers dieser Zeilen! Und die Gitarristen verrichten ihren Job wirklich sehr gut! Mit einem mystischen Anfang ist «The Ultimate Occult Worship» ausgestattet, aber nachher wird kräftig auf die Tube gedrückt und ähnelt Cradle Of Filth in Bestform! Bei «Foreshadowing Rite» handelt es sich um ein geheimnisvolles Zwischenspiel. Wie eine gezündete Rakete geht «Hymn To The Latest Days» ab, und trotz Highspeed sind die Melodien nicht zu kurz gehalten. Die Messer werden mit «Incantation Of The Old Ones» gewetzt und Servant hauen den nächsten Kracher raus. Wenn schon der Sänger an Destruction erinnert, dann kann man natürlich auch den Song gleich «Destruction And Recreation» nennen. Dieser groovt ordentlich und das ohne Highspeed-Attacken. «Ecclesia Obscuri» rollt hingegen langsam wie ein Schützenpanzer übers Schlachtfeld. Eine gewaltige Atmosphäre wird so erschaffen und die Band hinterlässt auch in diesem Tempobereich eine gute Figur. Der Titeltrack «Blessed By The Light Of A Thousand Stars» lässt das Album würdig ausklingen, und dabei wird nochmals Gas gegeben. Fans von gut gespieltem, schnellem und doch melodiösem Black Metal sollten Servant ihre Lauscher unbedingt leihen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-5W5JZl6c1Y

 

Montag, 20 Dezember 2021 20:27
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v. 10 Punkten: 6.2

Doom Metal aus Frankreich? Das gibt es tatsächlich, auch wenn im Fall von Indigo Raven erst seit 2019. Die Band besteht aus Multiinstrumentalist Benoît Sangoï, Frontfrau Julie Docteur und Bassist Jean Green. Nach einer ersten selbstbetitelten 4-Track EP (2020) folgte heuer noch die digitale Single «Into Dust» als Appetizer zum nun vorliegenden Debüt.

Der Opener «Our Sacred Soil» empfängt seine Zuhörer:innen zunächst mal mit Regentropfen und indianisch anmutenden Lauten, ehe mit einem Candlemass Gedenkriff genregerecht losgebrettert wird. Das Ganze kommt ziemlich schwermütig daher, und Julie gibt, nebst ihrem eigentlich lieblichen Gesang, einen Teil des Textes in Erzählform wieder, wo es mitunter um brechende Knochen und Blut im Gesicht geht. In ähnlicher Manier erklingt «Palin Genesis», wobei hier rhythmisch kaum eine Varianz auftritt. Gleiches bei «Small-Hearted Bling», wo dann wenigstens am Schluss vom Drumming her ein Tempo-Wechsel erfolgt. Bei Doom Metal mit "female vocals" ziehe ich automatisch Vergleiche zu meinen absoluten Faves von Avatarium, und dagegen sehen die Franzosen insgesamt blass aus, was prägnante Melodien angeht. Das muss natürlich nicht für jeden Doom-Fan ein wichtiges Kriterium sein, und wer auf ziemlich monoton aufgebaute Songs steht, wird Indigo Raven durchaus etwas abgewinnen können. Dies auch, weil die Produktion überhaupt nicht nach Gruft und Verliess klingt. Madame Docteur kriegt bei «Where Lies Our Heart» zudem gar einen rein vokalen Auftritt, was jedoch nicht wirklich passt oder aber zumindest die Vinylausgabe auf diese Weise erst recht krönt? Wie auch immer. Die CD-Version enthält mit dem zu Beginn erwähnten Single-Track «Into Dust» übrigens eine Cover-Version von Mazzy Star als Bonus, die sich im gleichen Rhythmus-Raster wie das eigene Material suhlt. «Looking For Transcendence» plätschert insgesamt, trotz tollem Sound, zu ereignislos vor sich hin, was geneigte Doomster:innen womöglich aber anders empfinden könnten. Eine Verifizierung an dieser Stelle tut deshalb not.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WbT-NknSVbM

Montag, 20 Dezember 2021 20:22
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v. 10 Punkten: 6.5

Keyboarder Bob Katsionis hat nach Firewind eine neue Heimat gefunden. Wieso er sich von Gus G und seinem "Feuerwind" abgewandt hat, verstehe ich beim Anhören der Lieder von Wonders nicht.

Rein vom Sound her hat sich nämlich sehr wenig verändert. Auch wenn Gitarrist Pietro Paulo Lunesu nicht an die Qualität von Gus heran reicht, was eh ein sehr schwieriges Unterfangen ist, ist dies nicht das einzige "Problem" welches Wonders haben. Alles klingt zu sehr nach einem Schema und am Reissbrett komponiert. Zu sehr versucht man die gängigen Melodien und bekannten Elemente anderer Truppen zu verbinden und zu etwas Eigenem werden zu lassen. Dabei ergibt sich ein zugegebenermassen interessantes Werk, das aber eine eigene Identität vermissen lässt und somit in der Flut an Neuerscheinungen untergehen wird oder könnte. Und bleiben wir bei den Vergleichen zu Firewind. Dort komponiert eben ein sehr talentierter Songwriter die Lieder und verbindet damit seine klaren Visionen. Klar, «The Fragments Of Wonder» ist sicher ordentlich und es sind ansprechende Melodien sind zu vernehmen, aber nach dem Ausklingen des letzten Tones gehört diese Scheibe definitiv zu einer unter vielen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WxnbUL1zc38

 

Montag, 20 Dezember 2021 08:00

In Norwegen gibt es nicht nur wegweisende Black Metal Bands, sondern auch Truppen, die andere Stile geprägt haben. So sind Funeral aus Drammen bereits seit 1991 die Wegbereiter des Funeral Doom's.

Schon so manche Schicksalsschläge mussten Funeral wegstecken, denn mit Einar André Fredriksen (Bass) und Christian Loss (Gitarre) sind bereits zwei Mitglieder leider verstorben. Anders Gek (Drums) hat die Band als Bandleader aber am Leben erhalten. Mit «Praesentialis In Aeternum» steht nun das siebte Album in den Regalen. «And» beginnt dramatisch und es wird trauriger, schleppender Funeral Doom geboten. Harsche Parts wechseln sich mit melodiösen Parts ab. Alles in allem ist das Endresultat aber einfach todtraurig. «Materie» verbreitet ebenfalls eine traurige Stimmung, und die Vocals auf norwegisch lassen den Song auch nicht "fröhlicher" werden. Episch startet «Erindring I -Hovmod». Dieser Song ist nicht ganz so langsam, aber ebenso ohne einen Funken Hoffnung. «Erindring II -Fall» ist ein Stück klassische Musik, die mit sägenden Gitarren veredelt wurde. Ein Meisterwerk der leisen Klänge ist hingegen «Oppvakning» geworden.

Episch werden sämtliche Register gezogen und der majestätische Gesang hievt das Ganze in eine andere Sphären. Gewisse Ähnlichkeiten zu Hamfred lassen sich dabei nicht von der Hand weisen. Bedrohliche Gitarrenwände werden mit «Dvelen» aufgetürmt, und darauf wird das nächste Meisterwerk errichtet. Folkig startet «Her Til Evig Tid (And Epilog)» und weckt so erneut Erinnerungen an Hamfred. Ein schaurig schöner Song ist auch «Eindring Prolog». Erstaunlich, wie hierbei die Richtung immer wieder und gekonnt wechselt. «Shades From These Wound» ist eine todtraurige Ballade, die bestens in diese kalte und graue Jahreszeit passt. Dazu gibt es noch engelsgleichen Gesang voller Melancholie. Abschliessend lässt «einen Samarithan» eine vertonte Depression mithören. Die letzten vier Songs sind nur auf der Vinyl-Version erhalten. Funeral gelingt es, trotz überlangen Songs, nie langweilig zu werden, und so geht «Praesentialis In Aeternum» mit Sicherheit als Highlight in Sachen todtraurigem Funeral Doom durch!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6AmtFTungcM

 

Montag, 20 Dezember 2021 07:54

Die abgedrehten Klänge des Psychedelic Rock mit den knackigen Riffs des Stoner Rock zu kombinieren, ist seit der Erfindung des Heavy Psych an sich nichts Neues. Dennoch schafft es dieses polnische Quartett, mich mit ihrem nunmehr vierten Album angenehm zu überraschen.

In erster Linie liegt das am Traditionsbewusstsein der involvierten Musiker, welche, statt auf Kauzigkeit auf Teufel komm raus zu setzen, die filigranen Harmonien der Psychedelic Rock – Glanzzeit aufnehmen und diese mit einem Extraschuss wohldosierter Energie versehen, ohne sich dabei in Exzentrik-Exzesse zu verlieren. Pink Floyd lassen sich in diesem Zusammenhang als Quelle der Inspiration kaum leugnen, vor allem ihre Phase von «A Saucerful Of Secrets» (1968) bis und mit «Meddle» (1971) scheint mir hier eine gewichtige Rolle gespielt zu haben. Aber auch die Prog-Götter von Yes haben vor allem in Bezug auf den stets entrückt wirkenden, mehrstimmigen Gesang ihre offensichtlichen Spuren hinterlassen, was den positiven Gesamteindruck nur noch bestätigt. Die empfindliche Balance zwischen verträumten Passagen und progressiv rockenden Ausbrüchen wird dabei immer penibel eingehalten, was aus dieser Scheibe einen echten Hörgenuss für Progressive Rock Fans macht. Als Sahnehäubchen auf diesem leckeren und vielschichtigen Kuchen servieren uns die Jungs mit «Big Brain Monsters» noch einen entfesselten, schön tight rockenden Jam, der bei angemessener Lautstärke die Wände wackeln lässt. Jimi Hendrix wäre mit Fug und Recht stolz auf solche Enkelkinder. «IV The Stream Of Forgotten Thoughts» ist seit langem etwas vom Besten, was ich aus dieser musikalischen Ecke gehört habe.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rdKZSsuZ2mI

Montag, 20 Dezember 2021 07:44
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v. 10 Punkten: 6.5

Oh hell..., ok, also gut, fangen wir mit den positiven Punkten dieses Debüts an. Man kann sehr viel erwarten von den Jungs, denn sie wissen ohne Zweifel, wie man passende Soundstrukturen erschafft. Zudem beherrschen sie ihre Instrumente und haben bei der Abmischung wie dem Mastern fähige Leute um sich geschart.

So weit, so gut, denn hier trifft man auf sehr viele verschiedene Stile, sei es nun Rock, Punk, Trip Hop (ja, richtig gelesen), Alternative, Kracher, Balladen..., hier ist für jeden etwas dabei. Nun zum Schlechten: Es gibt keinen roten Faden, einfach keinen! Man hat das Gefühl, man hört sich zig verschiedene Bands an, quasi wie auf einer Compilation. Dazu kommt der teilweise sehr kindliche Gesang (man wiederholt einfach immer wieder gewisse Worte oder Sätze, der Sänger weint/schreit sich durch die Tracks, wobei er dies an anderer Stelle wieder komplett umkrempelt), und so weiter. Man kann, wie gesagt, sehr viel von den 450s erwarten, aber einfach keine einheitliche Linie. Wer mit dem klar kommt und beinahe schon Avantgarde / Progressive hören will, der wird mit der selbstbetitelten Scheibe nicht schlecht bedient. Andere, so wie ich, schalten hier jedoch gleich wieder ab, weil viiiel zu verfranzt. Wo sind nur meine Kopfschmerztabletten hin?!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xoHHFstcjzY

 

 

Montag, 20 Dezember 2021 07:35
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v. 10 Punkten: 7.0

Neue Truppen schiessen gerade wie die oft zitierten Pilze aus dem Boden. Erneut ist es Schweden, genauer gesagt die Landeshauptstadt Stockholm, welche eine weitere neue Combo ausspuckt.

Fans Of The Dark nennt sich der neue Stern am Hard Rock Himmel. Dahin ist der Weg aber noch sehr weit, auch wenn «Escape From Hell» eine unglaubliche Nummer ist, die sich dank den Gitarrenparts gar zu einem Monster auftürmt. Die einsetzende Gesangsstimme im Hintergrund platziert das Ganze aber tatsächlich in der Dunkelheit, was sehr, sehr schade ist. Ab und zu sind die Refrains in meinen Ohren auch zu "süss", wie zum Beispiel bei «The Running Man». Hin- und hergerissen werde ich hierbei, denn rein instrumental gefällt das selbstbetitelte Debüt-Album eigentlich sehr gut. Die Stimme von Alex Falk überzeugt dabei aber nur, wenn er aus sich heraus geht und nicht versucht, zu "sanft" zu singen. Dieser Eindruck ändert sich auch nach mehrmaligem Anhören nicht. Dies ist aber, wie immer halt, eine rein subjektive Wahrnehmung. Darum, wer auf schwedischen Hard Rock steht, der aber weder mit Treat, noch Europe oder Talisman zu vergleichen ist, kann hier ja dennoch mal rein hören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9ZvdueuuPpQ

Samstag, 18 Dezember 2021 09:34

Es ist für Unsereins schlicht faszinierend wie erschreckend zugleich, nach wie vor auf vermeintlich "neue Bands" zu stossen, nur um danach bei der Recherche erstaunt festzustellen, dass die schwedischen Power Doomster Memory Garden erstens schon seit 1992 existieren und zweitens «1349» das mittlerweile sechste Studio-Album markiert. Ein Fall von Ignoranz? Eher nicht, denn schliesslich war die Truppe acht lange Jahre weg vom Fenster.

Mir ist nicht bekannt, warum nach dem Vorgänger «Doomain» (2013) der Faden riss, aber Fakt ist, dass nun das komplett gleiche Line-up mit Stefan Berglund (vocals, backing vocals), Tom Björn (drums, piano, backing vocals), Simon Johansson (lead guitar), Johan Wängdahl (bass, backing vocals) und Andreas Mäkelä (guitars, rhythm, melodic and acoustic, backing vocals) offenbar wieder Blut geleckt hat. Geht man zurück bis zum Debüt «Tides» (1996), taucht allerdings nur der Frontmann noch auf, was aber für die grundsätzliche Identität aller Alben nicht unerheblich ist. Für die Rückkehr ins musikalische Geschehen wurde ein Konzept-Album komponiert, dem eine Pandemie zugrunde liegt. Wer nun denkt "aha..!" verfehlt das Ziel, wenn auch nicht ganz. Wie der Titel «1349» bereits andeutet, befinden wir uns lyrisch im 14. Jahrhundert, wo vom Thema her natürlich die (schwarze) Pest gemeint ist. In den Songs wird Geschichtliches teils chronologisch wiedergegeben und mit fiktiven Elementen angereichert.

Das mag vielleicht interessieren, aber gerade in der Neuzeit und der aktuellen Lage rückt eher die Musik in den Vordergrund, und die hat es wahrlich in sich. Während der knackige Opener «Shallow Waters» die genannte Stilschublade Power Doom vorzüglich bedient, fallen nebst dem töften Leadgesang von Stefan umgehend auch die kongenialen Backing Vocals der Kollegen auf. Die unerwartet einsetzende und getragene Bridge sorgt derweil gleich für einen Farbtupfer, dem wir in dieser Art und Weise noch mehrmals begegnen werden. Die Parallelen zu Candlemass kann man mitunter an «Pariah» festmachen, wobei Memory Garden mit deutlich mehr Power als Doom unterwegs sind und die Chose dadurch einen satten Groove verpasst kriegt. Doch auch hier glänzen erneut ruhigere Momente, kombiniert mit solistischen Einlagen der Gitarren. «Distrust» offenbart dann sogar Doublebass Drum-Parts. Trotzdem gehen die doomigen Vibes dabei nicht flöten, und die Backing Vocals wie der Gesang generell sind einfach nur grossartig.

Mit Josefin Bäck, die bereits auf dem Song «Marion» vom 93er-Demo zu hören war, werden auch female vocals eingebracht, die das Ganze spürbar bereichern. Spätestens bei «The Flagellants» wird dann audiomässig Gewahr, dass die Schweden ihrer Mucke keine Grenzen setzen und von stilgerechtem Gepolter einmal mehr fliessend in die nächste ruhige Bridge flutschen, dabei gesanglich abermals voll abliefern und es hinten raus, inklusive geilen Guitar-Solos, wieder bollern lassen. Zudem wird hierbei auch die Handschrift von Dan Swanö hörbar, der für das Mastering und den wuchtigen Mix verantwortlich zeichnet. Bei «The Messenger» kehrt Josefin zu akustischen Gitarrenklängen (!) zurück, und dass ich jetzt gar die UK-Progger von The Reasoning heraus höre, verleiht «1349» eine weitere bemerkenswerte Note. Memory Garden sorgen mit diesem sackstarken Comeback für ein weiteres Highlight des eh schon ziemlich ergiebigen Jahres 2021. Veredelt mit einem megageilen Cover-Artwork ein absolutes Must für Doom Lunatics ohne Scheuklappen und Metal-Gourmets im Speziellen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZBADC1Oo4IA

Samstag, 18 Dezember 2021 09:28
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Im September 2020 haben Behemoth ein bemerkenswertes Konzert in einer verlassenen Kirche gespielt und dieses dann gleichzeitig auch gestreamt.

Komplett live, aber ohne Publikum, wurde dieses Konzert der polnischen Black Metal Institution durchgespielt. «In Absentia Dei» kann man nun in verschiedenen Formaten wie 2CD, 2CD + Blu-ray, drei LPs in diversen Farben käuflich erwerben. Wer sich nur für die Audio-Version ohne die Blu-ray entscheidet, erhält eine 19-Tracks umfassende Best-Of von Behemoth geboten. Qualitativ sind keine Unterschiede zu den Studioalben festzustellen, denn der Sound ist klar und sehr differenziert eingefangen worden. Wer aber gerne auch noch etwas fürs Auge möchte, sollte unbedingt auf die Version mit der Blu-ray zurück greifen, denn dieses Spektakel wurde visuell sehr genial umgesetzt, und die Atmosphäre mit der verlassenen Kirche als Rahmen, wurde bildgewaltig umgesetzt. Diese Best-Of eignet sich bestens als Weihnachtsgeschenk und wird jedem Fan der Truppe aus Gdańsk, Pomorskie feuchte Äuglein bescheren!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Py98X1qvmjM

Samstag, 18 Dezember 2021 09:23
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v. 10 Punkten: 7.5

Ein gutes Heavy Metal Zweitwerk veröffentlichen die Deutschen Iron Fate. Dieses bewegt sich musikalisch irgendwo zwischen Iron Maiden, Queensrÿche und True Metal.

Die Eiserne Jungfrau scheint besonders beim Titeltrack Pate gestanden zu haben. Gesanglich erinnert das Ganze dagegen an Geoff Tate von Queensrÿche. Allerdings vermeidet der Iron Fate Sänger hier, allzu stark ins "Genöle" zu geraten. Die Deutschen können aber nicht nur Heavy Metal. Mit «We Rule The Night» haben sie einen an Hard Rock angelegten Song am Start, der vor allem mit seinem Refrain begeistert. Mit leicht progressiven Klängen wiederholt sich das bei «Mirage», während ein «Saviors Of The Holy Lie» sehr episch und walzend erklingt. Mit dem neuen Album werden die Deutschen Fans von klassischem Heavy Metal begeistern, während die Chose für andere Genre-Fans wohl zu oldschool ist. Mir selber gefällt es jedoch, auch wenn mich gewisse Frequenzen des Sängers mit der Zeit etwas zu nerven beginnen. Das ist bei mir aber noch viel schlimmer bei Geoff Tate, Miles Kennedy (keine drei Lieder!) oder King Diamond (keine zwei Lieder). Iron Fate haben mit «Crimson Messiah» auf jeden Fall ein ausgereiftes Album erschaffen, das sein Publikum bestimmt finden wird.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/awR4TwwNGP0

 

Samstag, 18 Dezember 2021 09:18

Das schweizerische Duo von Ernte, bestehend aus V.Noir (Guitar/Programming) und Witch N. (Vocals/Bass/Violine), spielt rohen Black Metal und präsentiert mit «Geist und Hexerei» sein Debüt-Album.

Das Intro «Prozession» lässt die Violine unheilvoll jammern, und Traurigkeit legt sich wie eine dicke Nebelsuppe darüber. Garstig wird es mit «Betyle (The Holy Stone)», obwohl auch ruhige Momente geboten werden, die einem einen Schauer den Rücken hinunter laufen lassen. Witch N. keift sich dabei die Seele erbarmungslos aus dem Leib! Durch diese Mischung von verschiedenen Passagen gewinnt der Song gewaltig an Abwechslung. Wie ein Maschinengewehr im Dauerfeuer gibt «When The Moon Is Calling» am Anfang den Ton an, um dann in eine tiefe Depression zu verfallen. Genauso soll ergreifender Black Metal klingen, und Ernte präsentieren sich in Bestform! Faszinierend wie die beiden Protagonisten ein mächtiges Gesamtbild aus verschiedenen Puzzleteilen erschaffen. Melancholisch startet «The Cold Mists Of November» und vertont das deprimierende Grau eines tristen Novembertages perfekt. Dieser Song baut langsam aus der Stille Kraft auf, um dann förmlich zu explodieren! Aber auch hier wird nicht einfach dumpf gebolzt, sondern mit ruhigeren Parts werden Abwechslung und Atmosphäre geschaffen!

Bereits als Vorab-Video wurde «Killing Phantasmagoria» veröffentlicht, und dieser Track besitzt einen spürbaren Industrial-Touch, der mit dem eingesetzten Drumcomputer noch deutlicher zum Ausdruck kommt. Dissonant und mit roher Gewalt bohrt sich dieser Brecher in die Gehörgänge. Passend zum ersten Schnee rieselt «Montane Mastery» klirrend kalt aus den Boxen, um dann mit einer unvergesslichen Melodie aufzutrumpfen. Immer wieder folgen unerwartete Wendungen, die einen im Dunkeln tappen lassen, wohin die Reise gehen soll. Sehr genial! Mit dem besinnlichen Zwischenspiel «The Holy Stone Part II» wird indes nur eine kurze Verschnaufpause gewährt. Den Schlusspunkt setzt «The Ending Void» und empfiehlt sich dabei als wahrlich dissonanter Wutbrocken. Trotz massiven Soundwänden kann sich daraus eine sehr bedrohliche Atmosphäre entfalten. Mit diesem sensationellen Album ist Ernte ein wahres Jahres-Highlight gelungen, denn wer erstmal Ernte sät, wird nichts als rohen Black Metal ernten!
Roolf

 

https://www.youtube.com/embed/6uSVUnKw3ME

 

Freitag, 17 Dezember 2021 08:49

Das Gitarrenduo Michael Klein und Sang Vong hat unter den Fittichen von Produzent Dennis Ward ein neues Album produziert. Der Gastauftritt von Gus G. bleibt dabei nicht der einzige Höhepunkt, denn mit David Reece haben die Gitarristen einen sehr eigenständigen Shouter verpflichten können.

Wie klingt nun «Outbreak»? Wie klassischer Metal mit einer kleinen progressiven Schlagseite. Daneben ist es David, der mit seinem prägnanten Gesang dem Ganzen seinen Stempel aufdrückt. Wie auch das Zusammenspiel zwischen Keyboard und Gitarren, das ein bisschen an Voodoo Circle und The Unity erinnert. Flott gehts los mit «Starbreaker», der in einen melodischen Metal Track übergeht. Ja, es stimmt definitiv, das Michael das bisher beste Wicked Sensation Album veröffentlicht hat, denn die Lieder gehen sofort in die Beine und die Gedankenstube. Da knallt das emotionale, heftige «Satisfy Temptation» mit seinem Galeeren-artig gehaltenen Refrain genauso aus den Boxen, wie das mit viel Gefühl und harten Parts ausgestattete «Hide Away». Die «Jaded Lady» stampft auf ihren spitzen Absätzen mit viel Erotik und Selbstsicherheit über den Steg, um dann in das verträumte «Step Into The Light» einzutauchen. Mit der wunderschönen Ballade «Tomorrow» wird das fünfte Album von Wicked Sensation beendet. Die Mission des «Timewalkers» wird klanglich perfekt umgesetzt, und wir können gespannt sein, was dieser bewirkt, wenn er ins Jahr 2019 zurück geschickt wird, um in die Zeitgeschichte einzugreifen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ymblzv9GWK8

 

Freitag, 17 Dezember 2021 08:28

Diabolisches Werk bedeutet nicht nur, sondern ist eindeutig das Werk des Teufels. Der Dreier hat sich während der Pandemie im Oktober 2020 gegründet und bezeichnet ihren Sound als pure Blasphemie.

Dabei wird geschickt Death mit Thrash Metal in seiner brutalsten Form kombiniert. Die drei Mitglieder, bestehend aus Pissmark (Gitarre), Knochenmark (Gitarre und Gesang) und Smellhammer (Schlagzeug und Gesang) sind allerdings keine Unbekannten, denn sie halten sich seit Jahren bereits in der extremen Musikszene auf. Man kennt sie unter anderem vom Mitwirken in Bands wie «Endstille», «Tauthr» oder «Dysangelium» (Ger). Im November 2021 ist allerdings noch eine weibliche Teufelin namens Krüger zu Diabolisches Werk gestossen, die fortan den Bass übernimmt und somit Pissmark in seiner ehemaligen Doppelfunktion entlastet. «Beast» nennt sich ihr Debüt und bringt mit Songs wie «The Sinkhole», «The Excremist» oder «Murderer» jede Mauer zum Beben, wenn nicht gar zum Einsturz. Die sieben Tracks sind wahrlich keine leichte Kost, jedoch auch nicht so schwer und düster, dass sie kaum zu verdauen wären. Nein, stellenweise grooven die Songs sogar richtig, und es ist eine verdammte Pflicht, den Volume-Regler bis zum Anschlag aufzudrehen. Ich muss zugeben, dass ich mich von der Optik des Cover-Artworks habe täuschen lassen. Die Aufmachung und die Zeichen schreien schon richtig nach Black Metal, doch dieses Klischee erfüllen heutzutage lange nicht mehr alle Bands. Diabolisches Werk haben mit «Beast» ein wahrhaftiges Biest von der Kette gelassen, das direkt dem Schlund der Hölle entstiegen scheint. Begleitet von Schwefel und Feuer betreten sie einen Pfad, dem sie noch lange folgen können und der nach ihrem Durchmarsch bloss noch verbrannte Erde übrig lässt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qvblmTSJiTQ

 

Freitag, 17 Dezember 2021 08:22

Eigentlich wähnte man die Italos von Small Jackets bereits in den ewigen Jagdgründen, doch nun wird das Quartett überraschend mit (s)einem fünften Longplayer vorstellig.

Auf bisherigen Outputs widmete sich die Formation dem energetischen Kick Ass Rock'n'Roll skandinavischer Machart. Hellacopters, Hardcore Superstar oder die kanadischen Danko Jones waren die musikalischen "Brothers in mind". Nun beschert man den Fans auf «Just Like This!» ein Sammelsurium an Einflüssen, geht die ganze Sache aber ein kleines Stück gemächlicher an und ohne die Basis zu ignorieren. Das heisst purer, dreckiger und in erster Linie echter, ehrlicher Rock'n'Roll bleibt das Fundament. Darauf werden in verschiedenen Kombinationen diverse Bausteine integriert, vor allem Blues und Sechzigerjahre Rock'n'Roll, aber auch Funk Ideen sind immer mal wieder auszumachen. Die Südländer überzeugen ebenso mit einem frischen, herzhaften wie heissblütigen Sound und entsprechend coolen Songs, die auch mal mit Pianoklängen oder einem Saxophon aufgewertet werden. Bei so einer vielschichtigen und qualitativ hochstehenden Mucke ist es nicht sonderlich schwer, Anhaltspunkte aus der Musik-History zu generieren. Allen voran können, ja müssen, die frühen Aerosmith genannt werden, die fast konstant durchschimmern. Aber auch die Rolling Stones, Led Zeppelin oder, um in die Achtziger zu blinzeln, Tesla und Great White. Trotz allem bleiben die Small Jackets jedoch stets eigenständig, individuell und authentisch. Höchst interessante Band mit einem tollen Album, und saluti nach bella Italia!
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Crt4HWARV5w

 

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