Mittwoch, 24. April 2024

Metal Factory since 1999

Dienstag, 23 April 2024 05:05

Zwei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung ihres letzten Studio-Werkes «Heathen Machine» meldet sich die UK Heavy/Prog Metal Band BALANCE OF POWER mit neuen Band-Mitgliedern und einem brandneuen Album zurück.

Von der alten Besetzung sind gerade noch Tony Ritchie (Bass) und Lionel Hicks (Schlagzeug) übrig geblieben. Neu sind Sängerin Hazel Jade und die beiden Gitarristen Adam Wardle und Chris Young. Auf dem Album jedoch sind Chris Masimore und Stoney Wagner an den Gitarren zu hören und klingt somit alles etwas verwirrend. Aber zur Musik: Songs wie « Never Be Here Again» sind klasse, leben von einer starken Gesangs-Melodie und der kraftvollen Stimme von Hazel.

Derweil klingt diese leicht verständliche Prog-Nummer klasse durch die Stimmungs-Wechsel, gespielt auf hohem Niveau. Auch die Midtempo Metal-Nummer «Monster» geht schnell ins Ohr, wie auch das interessante «Rage Of Ages», ein Wechselspiel zwischen harten Gitarren-Riffs und ruhigen Passagen bei den Strophen, dazu ein Mitsing-Refrain, sehr coole Nummer. Dann das schnelle «Abbys», das etwas an neuere Judas Priest erinnert. 

Die Briten schaffen es, die Musik von Heavy Rock, Metal und Prog in einem spannenden Mix zu verschmelzen. Zudem ist Hazel Jade ein richtiger Glücks-Griff, denn die Sängerin veredelt die sonst schon starken Songs durch ihre variable Stimme noch zusätzlich. Und so beendet die Power-Ballade «One More Time Around The Sun» das rundum gelungene Comeback der Truppe aus Brighton.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TxHYnPHCGSc

Dienstag, 23 April 2024 05:00
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v. 10 Punkten: 7.0

Norwegischer Black'n'Roll, rau und ursprünglich. So könnte man die ganze Chose stehen lassen. Vergleiche zu Satyricon drängen sich unweigerlich auf, wo die beiden Jungs aber eine Eigenständigkeit mit einer gewissen Abwechslung an den Tag legen, ist dies bei KHOLD nur bedingt der Fall.

Die Tracks ähneln sich alle sehr stark, grosse Abschweifungen oder Alleinstellungs-Merkmale sind kaum zu finden. Wer also auf groovigen, tiefschwarz eingefärbten Metal steht, der kann sich diese Neuerscheinung gerne antun. Wer aber auf Abwechslung setzt, ist hier mit «Du Dømmes Til Død» eher schlecht beraten. Manchmal muss es eben einfach nur Gerödel sein, und dessen sollte man sich einfach bewusst sein. Ordentlich!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HEHwkcD80BU

Dienstag, 23 April 2024 04:54
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v. 10 Punkten: 7.5

Kathrine Shepard, die visionäre Künstlerin hinter dem eindrucksvollen Musikprojekt SYLVAINE, webt ein komplexes Geflecht aus Emotionen durch die Sprache der Musik.

Sie schlägt eine Brücke zwischen den Welten, eine faszinierende Dualität, die das Schöne und das Harte vereint, Licht und Dunkelheit, Gelassenheit und Chaos und das empfindliche Gleichgewicht zwischen der Aussenwelt und dem inneren Heiligtum der Seele. Sylvaines Kompositionen sind eine viszerale Reise durch das grosse Spektrum an Emotionen, die bei all den menschlichen Erfahrungen entstehen. Katherines Songs dienen als Kanal für die innersten Gefühle, ein kathartischer Ausdruck der ewigen Sehnsucht.

Wie ein Märchen, gesponnen aus den Fäden der norwegischen Folklore, eine Erzählung, die mitschwingt mit den Geistern uralter Wälder und dem Flüstern längst vergessener Kreaturen. Auf ihrer aktuellen EP «Eg Er Framand» (norwegisch: «ich bin eine Fremde») begibt sie sich auf eine zutiefst introspektive und gelassene Reise durch das reiche Erbe der norwegischen Tradition. In diesem neuen Kapitel ihrer musikalischen Odyssee werden alte Volksmärchen zum Leben erweckt.

Sie bieten einen Einblick in die Tiefen ihres kreativen Geistes und verankern ihre Kunstfertigkeit in exquisiten Klangwelten. Mit ihren bisher vier veröffentlichten Alben und einer Split-EP bietet Sylvaine ätherische Klang-Landschaften, die auf Bühnen in ganz Europa, Nord- und Südamerika gezeigt wurden. Das Publikum war fasziniert von der transzendenten Kraft der Live-Auftritte.

Diese Fähigkeit, Zuhörer durch Musik in jenseitige Sphären zu entführen, ist ein Ausdruck von Kunstfertigkeit und tiefgreifendem Einfluss. «Eg Er Framand» transportiert dabei ein tiefes Gefühl von Staunen wie Faszination und schafft auch eine einzigartige musikalische Alchemie, die noch lange nachklingt, wenn die Musik bereits aufgehört hat zu spielen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-oKsDurzt88

Dienstag, 23 April 2024 04:48
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v. 10 Punkten: 6.7

Ein interessantes Konzept haben die Berliner VLAD IN TEARS bei ihrem neusten Streich am Start. Nach der Veröffentlichung von «Porpora» im Jahr 2022 haben viele Fans der Band über ihre Gefühle, Kämpfe und Auseinandersetzungen des Lebens geschrieben. Die drei Brüder Kris, Alessio und Dario bastelten aus diesen Geschichten die neuen Songs.

Musikalisch bewegt man sich zwischen Gothic, Hard Rock und Alternative Rock und somit eigentlich etwas ausserhalb meiner favorisierten Musik. Das Trio setzt dabei auf fast schon radiotaugliche Melodien und Refrains, dies übrigens ohne Einsatz von Keyboards. Die E-Gitarre hinterlässt bei den meisten Songs ihren Stempel, ausgenommen beim ruhigen «Goodbye». «Hallo» überrascht mit deutschen Texten und «Hear Me Out» sorgt mit-Cello-Einsätzen für weitere Akzente.

Die Jungs sind also durchaus gewillt abwechslungsreiches Songwriting zu betreiben, auch wenn sich am Ende des Tages dann eben doch viel nach Wiederholung anhört. «Relapse» ist nichtsdestotrotz en solides, modern angehauchtes Dark Rock Album geworden, das bei mir allerdings sicher nicht in Dauer-Rotation laufen wird, denn dafür sind mir die Songs in der Summe dann doch etwas zu
glattgebügelt.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/MRD3xDUSu8g

Montag, 22 April 2024 05:47

Black Metal aus Polen wird von BLAZE OF PERDITION mit dem Album «Upharsin» geboten. Komplett in polnischer Sprache ist auch das sechste Album eingespielt worden.

Mit «W Kwiecie rozlamu» startet dieser neue Longplayer rasend schnell und klingt typisch polnisch. Man spürt den Geist von Behemoth, denn eine gewisse Ähnlichkeit ist definitiv vorhanden. Ganz viel Atmosphäre versprüht der Track «Przez rany», und auch so kann die Truppe aus Lublin überzeugen. Ebenso schnell und klirrend kalt präsentiert sich «Niezmywalne». Mit den eiskalten Breaks kriegt man die Möglichkeit, um Luft zu holen! 

Eine epische Black Metal Hymne wird mit «Architekt» geboten und die unheimliche Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Song hindurch! Mit der erneut flirrenden Nummer «Mlot, miecz i bat» wird «Upharsin» beendet. Blaze Of Perdition machen ihre Sache dabei recht gut, nur sind die Songs allesamt ein wenig zu lang geraten, und so verlieren sie sich zum Schluss hin irgendwie!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VL2Donu1E1g

Montag, 22 April 2024 05:35
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v. 10 Punkten: 8.2

Die schweiz-serbische Band EVOLUCIJA existiert seit 2007 und hat in der Vergangenheit bereits drei Alben veröffentlicht, wobei die ersten Beiden in serbischer Sprache komponiert wurden. 2023 wurde man in Serbien als beste Metalband ausgezeichnet.

«The World Is Full Of Wrath» schimpft sich der neuste Longplayer und bietet symphonischen Metal, der allerdings geradliniger und weniger ausufernd als die Songs der Genre-Könige von Nightwish aus den Boxen tönt. Sängerin Ilana vermeidet dabei die hohen Tonlagen und klingt mit ihrer warmen Stimme beruhigend. Dass die Band ein starkes Gespür zwischen der nötigen Härte und viel Melodie hat, beweist sie auf dem Opener «Pale Rider», der neben «The Earth Is Full Of Rats» (wie Recht sie doch haben…) und dem Hit «Storm» zu den Highlights gehört. 

Auch die gefühlvolle Ballade «Shame On You» kann überzeugen, hier singt Ilana im Duett mit einem männlichen Singer. Der Song wäre auch auf einem Avantasia Album gut aufgehoben. Die symphonischen Elemente sind angenehm und songdienlich platziert und drängen sich nicht zu sehr in den Vordergrund, so dass die Gitarren voll zur Geltung kommen. 

Mit dem Cranberries Chartstürmer «Zombie» versucht man sich auch an einem Coversong, welcher solid performt wurde, mich aber nicht ganz überzeugt. Das vierte Werk der Band ist ein gutes Werk geworden, dass mit einigen starken Highlights aufwarten kann. Fans von Ad Infinitum, Visions Of Atlantis oder Leaves’ Eyes dürfen sich angesprochen fühlen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VJvrD6tuSBA

 

 

Montag, 22 April 2024 05:26

Nachdem sich Alessandro Del Vecchio als Haus- und Hofproduzent bei Frontiers verabschiedet hat (böse Zungen behaupten, dass jetzt nicht mehr alles gleich klingen wird bei diesem Label), scheint er bei VANDEN PLAS eine neue Heimat gefunden zu haben.

Die ungekrönten deutschen Prog-Könige um Sänger Andy Kuntz und Gitarrist Stephan Lill gehen mit ihrem elften Album ins Rennen und haben sich seit 1986 eine kleine, aber feine Fan-Gemeinde aufgebaut. Eine, die sich aber den komplexeren Sound-Strukturen verschrieben hat und eine, die bei den Konzerten dem Genuss eher den Vorzug gibt, statt einer wilden und ausufernden Party. Was aber nicht Schlechtes bedeuten muss!

Allein der Album-Titel zeugt einmal mehr davon, dass er sich eher als Zungenbrecher, denn als sich leicht einzuprägender Titel zeigt.  Auch dieses Mal lassen es sich die Kaiserslauterer nicht nehmen und hauen dem Zuhörer Lieder um die Ohren, die sich zwischen sechs Minuten und einer Viertelstunde bewegen. Ein Eintauchen in nach wie vor opulente Song-Sphären ist garantiert, wenn man sich die Zeit dazu nehmen will.

Wer nun denkt, dass man es hier mit der deutschen Version von Dream Theater zu tun hat, sieht sich allerdings getäuscht. Höchstens zu vergleichen mit derjenigen Phase, in der damals «Images And Words» (1992) veröffentlicht wurde, denn Vanden Plas verstehen es immer wieder geschickt, melodische Parts und Elemente einzubauen, die sofort hängen bleiben. Prog-Fans, mit «The Empyrean Equation Of The Lost Things» kommt hier zumindest musikalisch ein gut verdaulicher Brocken auf Euch zu.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RNiXdcgzCYE

Montag, 22 April 2024 05:16

REVULSED aus Australien sind zurück. Sie haben 2015 ihr Debüt-Album «Infernal Atrocity» veröffentlicht und bis auf ein paar Singles war es sehr ruhig um die Band. Jetzt haben sie es geschafft und Ihr zweites Werk veröffentlicht.

«Equitable Sufferance» macht, was es soll. Nichts wirklich Besonderes oder Eigenständiges, verwendet aber die typischen Zutaten und wîrd damit nur einen kleinen Kreis an Zuhörern erreichen. Klar, das ist nicht der Grund, warum man Musik macht, aber trotzdem ist es schön, wenn man gerade aus dieser Ecke ein positives Feedback bekommt. Die Truppe aus Down Under interpretiert ihre Variante des Brutal Death Metal technisch und hat mit simplen und stumpfen Passagen nicht viel am Hut.

Natürlich muss das Ganze blasten ohne Ende, und diese Momente kommen natürlich auch nicht zu kurz. Gitarrentechnisch zwickt es an allen Ecken und Enden, und man rifft sich die Finger wund, um es einmal übertrieben zu formulieren. Immer wenn es um brutalen und technischen Death Metal geht, muss man natürlich Suffocation ins Spiel einbringen. Die Einflüsse sind deutlich hörbar, aber man ist weit davon entfernt, wie ein Klon davon zu klingen oder bloss zu kopieren.

Die Tatsache, dass Gitarrist Sheldon D'Costa und Bassist Mark Smith die Band inzwischen verlassen haben, könnte auf weitere Inaktivität hindeuten, aber für den Moment ist «Cerebral Contamination» mehr als genug, um einen bei der Stange zu halten. Mit einer Spielzeit von knapp 36 Minuten schlägt dieses Album zu wie eine Heuschreckenplage und hinterlässt verwüstete Felder. Fans von Brutal Death Metal könnten hier fündig werden.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GHguEZoIvtY

 

Samstag, 20 April 2024 07:30
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v. 10 Punkten: 8.5

Still und hoffnungsvoll befreien sich die Schweizer KING ZEBRA aus dem Schatten-Dasein der neuen und zukünftigen Helden heraus.

Die Truppe um den ehemaligen China Sänger Eric St. Michaels schiesst mit dem Opener «Starlight» aus allen Rohren und segnet den Track mit einem leichten Def Leppard Chorus, der sich sehen und speziell hören lassen kann. Das Quintett erfindet die Musik nicht neu, schippert im hart rockenden Bereich und gewährt den treibenden Rhythmen den gleichen Platz wie den mitreissenden Gitarren-Riffs und Solos. Dabei werden die 80er herauf beschworen und lassen mit feinen, punkigen Akzenten («Children Of The Night»), wie auch mit melodischen Elementen («Dina») das Hard Rock Herz höher schlagen.

Einerseits haben King Zebra mit «Cyanide» einen kleinen Hit im Ärmel versteckt, um andererseits mit dem Ratt artigen «With You Forever» Zusatz-Punkte einzusammeln. Das stark an Def Leppard angelehnte «Restless Revolution» besitzt durchaus seinen Reiz, kupfert letztlich aber zu stark bei den mächtigen Engländern ab. «Between The Shadows» ist auf jeden Fall ein coole Scheibe geworden, die sich zu einer Ausfahrt mit dem Cabrio ebenso eignet, wie als Album, das die Party zum Kochen bringt.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DJRmlubYZ6Q

Samstag, 20 April 2024 07:26

Was machen zwei bekannte Musiker von Ensiferum, nämlich Petri Lindroos und Janne Parviainen, wenn es ihnen langweilig ist?! Sie gründen auf die Schnelle eine neue Band mit einem anderen Musikstil! SATANIC NORTH nennt sich diese neue Combo, die mit ihrem selbstbetitelten Album ausgiebig dem Black Metal der zweiten Welle huldigt.

«War» schiesst gleich mal retromässig und mit unheiliger Power aus den Boxen! Da wird eine Maschinengewehr-Salve nach der anderen abgefeuert. Zum Luftholen folgt ein geniales Break, und mit einer maximalen Intensität schliesst «Arise» an. Passt das filigrane Gitarren-Solo zu diesem Wirbelsturm von einem Song? Ja, denn genau so wird für gehörig Abwechslung gesorgt. Mit viel Groove zieht «Village» in die Schlacht und auf das Schlachtfeld.

Nur geil gespielt ist «Hatred And Blasphemy», und das vor allem wegen den traditionellen Heavy Metal Breaks! Groovig und ebenfalls sehr traditionell heavymetallisch zieht einem «Four Demons» in seinen Bann! Majestätisch und erhaben kommt «Behind The Inverted Cross» daher. Satanic North wissen genau, wie geile Songs geschrieben werden, auch wenn damit vor allem auf Altbekanntes gesetzt wird. Die Glocken werden mit «Vultures» geläutet und lässt einen eine epische Black Metal Hymne geniessen.

Im Midtempo schliesst «Wolf» an, aber nur zu Beginn. Danach wütet nämlich ein hungriges Wolfsrudel. Auf finnisch wird «Kohti Kuolemaa» dargeboten, und diese Nummer watet in ruhigerem Gewässer herum! Zum Schluss gibt sich noch der Titeltrack «Satanic North» die Ehre und klingt etwa so eine Black Metal Version von Motörhead. Ein würdiger Abschluss für dieses geniale Album von Satanic North, und hoffentlich bleibt das Ganze keine Eintages-Fliege!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5NCBbNMC8QI

 

Samstag, 20 April 2024 07:21

Die Grammy Award Gewinner von HIGH ON FIRE bringen nach dem letzten Album «Electric Messiah» mit «Cometh The Storm» ein weiteres Highlight heraus.

Laut und krachig beginnt das neunte Album von High On Fire mit dem Opener «Lambsbread», und so löst ein geniales Riff das andere ab. Eine gewisse Nähe zu Crowbar ist dabei nicht von der Hand zu weisen! Dass dieser Sound ohne Ende groovt, muss nicht extra erwähnt werden! Wie eine Planier-Raupe macht «Burning Down» alles dem Erdboden gleich, was sich als Hindernis in den Weg stellt! Die Chose wirbelt zudem noch gewaltig Wüstenstaub auf und wildert so in Gefilden des Desert Rock! Die psychedelischen Gitarren-Soli sind exzellent und veredeln das Ganze gekonnt.

Eine massive Riff-Wand türmt sich mit «Trismegistus» auf, und High On Fire grooven wie von Sinnen! Der Gitarrist soliert sich hierbei ins Nirvana! Danach folgt der Titeltrack, und nun wird es bluesig, aber nur bis die nächste Groove-Lawine ins Tal donnert! «Karanlik Yol» ist ein aussergewöhnliches Instrumental, das einen Hauch Orient verströmt. Eine volle Wagenladung Rhythmus wird mit «Sol's Golden Curse» aufgefahren, und die Maschine namens High On Fire läuft gut geölt wie reibungslos! Chaotisch wird es mit «The Beating», und das fühlt sich an wie Motörhead auf Speed!

Eine weitere Portion Groove gefällig? Dann wäre «Though Guy» das richtige Mittel zum Zweck! Richtig intensiv wird es mit «Lightning Beard» und man kann förmlich den Geist von Crowbar spüren! «Hunting Shadows» wird mit einer wunderbaren Melodie aufgepeppt und zeigt die Kalifornier diesmal von einer ruhigeren Seite. Dissonant beginnt hingegen «Darker Fleece» zum Schluss, und das klingt dann gar nach Sunn O)))! Also noch Drone pur als Zugabe oben drauf. Die Truppe aus Oakland hat auch mit «Cometh The Storm» einen Grammy Award verdient, denn das ist ein absolut grandioses Werk geworden!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2eaYjKB_Phc

Samstag, 20 April 2024 07:14
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v. 10 Punkten: 8.8

«Transience» birgt neue Klänge der deutschen Metalcore-Formation VENUES, die sich besonders in Grossbritannien eine stolze Fanschar erspielt haben. Als Support von Future Palace konnte der Vierer mit seinem Mix aus Metalcore, Post-Hardcore und einem modernen Touch Nu-Metal überzeugen.

Für den Gesang sind Daniela «Lela» Gruber (Clean-Vocals) und Robin Baumann (Screams) zuständig, die dadurch eine Reihe von Gesangs-Stilen kreieren, die sich mit jedem Track ändern. «Godspeed, Goodbye» beginnt erstmal mit Synthesizern, bevor anschliessend die Hölle losbricht. Gitarrist Valentin Hahnemann leistet dabei hervorragende Arbeit an den Saiten. Auch «Haunted House» besticht durch ein sehr eingängiges Gitarren-Riff, aber es ist diesmal Schlagzeuger Dennis Vanhofen, der auf dem Track durch hervorragende Arbeit an den Drums brilliert.

Das Schöne an «Transience» ist, wie leicht Gruber und Baumann die Gesangs-Aufgaben tauschen, ohne aus dem Rhythmus zu gelangen. «Unspoken Words» wurde bereits im Februar als Vorab-Single veröffentlicht und thematisiert tiefe Gefühle zum Thema toxische Beziehungen. Der Titel «Reflections» ist mittlerweile schon zum festen Teil des Live-Sets geworden. Mit «Oblivion» und «Cravings» folgen zwei weitere, zuvor veröffentlichte Tracks, die erneut, besonders Letzterer, durch herausragende Schlagzeug-Arbeit auffallen.

Die Scheibe endet mit dem nachdenklichen «Coming Home», das mit einer Laufzeit von gut fünf Minuten auch der längste Titel auf der Platte ist. Der vom Klavier geleitete Song entführt die Zuhörer in eine völlig andere Richtung als der Rest von «Transience». Ein herausragender Titel zum Abschluss des Albums, der der philosophischen Frage «Was ist Freiheit?» nachgeht. Die Band hat sich für «Transience» mit dem Stamm-Produzenten Christoph Wieczorek von Annisokay zusammen getan, der bei der Produktion exzellente Arbeit geleistet hat. Es bleibt also nur noch zu hoffen, dass Venues über Pläne verfügen, ihre Fans heuer mit einer Tournee zu beglücken.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4KfmQU1g6Uk

Freitag, 19 April 2024 05:16

Muss eine traurige Gegend sein, dieses Yorkshire in England oder wie ist es sonst erklärbar, dass MY DYING BRIDE immer wieder aufs Neue so tieftraurige Musik produzieren?! So folgt nach dem genialen Album «The Ghost Of Orion» nun das fünfzehnte Werk «A Mortal Binding», das ebenfalls nur so vor Genialität strotzt!

Mit «Her Domination» wird untypisch harscher Death Metal geboten, und dieser Song wird mit einem unvergesslichen Riff garniert! Aber halt, denn sobald die tieftraurigen Geigen ins Spiel kommen, müssen die Taschentücher gezückt werden! Mit zackigem Riffing geht es bei «Thornwyck Hymn» zur Sache, und nun werden von Sänger Alain Stainthrope cleane Vocals anstelle von Growls eingesetzt, die nur so vor Melancholie triefen! Dieser Track ist tieftrauriger Doom Metal in Perfektion!

«The 2nd Of Three Bells» fischt in den Tiefen der Melancholie, und der Gesang erinnert mich an Ville Valo in Höchstform. So wird eine bittersüsse Halbballade geboten, die sämtliche Stärken von My Dying Bride bündelt! Mit «Unthroned Creed» wird einen Zacken zugelegt und erneut ein endlos geniales Riff aus dem Hut gezaubert. Auf diese Weise wird abermals Traurigkeit in grossen Portionen serviert! Der Longtrack dieses Albums nennt sich «The Apocalyptist» und zeigt sich als massiver Hassbatzen!

Jetzt darf sich Alain Stainthrope sämtliche Wut von der Seele growlen, um dann aber auch mit wehklagenden Clean-Vocals tief zu berühren. Für noch mehr Atmosphäre kommen noch Geige und akustische Gitarre zum Einsatz. Traurigkeit in Perfektion wird mit «A Starving Heart» geboten und einmal mehr präsentieren man sich in Bestform! Den traurigen Abschluss besorgt «Crushed Embers», und nochmals zieht der Sechser aus Halifax sämtliche Register seines Könnens. Mit «A Mortal Binding» ist ein weiteres, sensationelles Album gelungen, das ich mir unbedingt und unverzüglich zulegen muss, inklusive einer Grosspackung Taschentücher!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vx90QJQ9Jow

Freitag, 19 April 2024 05:11

Seit 2013 rotzen sich die Jungs aus Atlanta durch ihren dreckigen und von klebrigen, ölverschmierten Hosen und staubigen Lederjacken versehenen Rock. Irgendwo zwischen den Dangerous Toys, Rose Tattoo und Hardcore Superstar haben sich die Herren um Sänger D.K. Revell eingefunden.

Lieder wie «Dirty Rhythm» manifestieren die schäbige Table Dance Bar, in denen sich die Jungs um die leichtbekleideten Tänzerinnen prügeln und sich dabei vor keiner Biker-Truppe fürchten («Ride Or Die»). Mit «Fireback» lassen sie die Motoren der Harleys aufheulen und die Räder durchdrehen, bis sie sich in kleine Einzelteile auflösen. Kompromisse kennt der wilde Haufen nicht, sondern nur den konsequenten Weg, der ab durch die Mitte geht. 

Mit einem The Cult artigen Rhythmus pfeffert «Man On A Mission» aus den Boxen und lässt selbst Lemmy im Himmel mit einem zufriedenen Lächeln seinen Kopf im Takt mitwippen, während «Turn Me Loose» selbst Rose Tattoo nicht besser hätten bringen können. Das vierte Album des räudigen Haufens bietet genau dieses Kraftfutter, welches vielen anderen jungen Bands abhanden gekommen ist. Angesprochen ist dabei deren Authentizität! 

Hier rocken Hunde, die sich ihr Revier selbst abgesteckt haben, und wer ihnen da einen Haufen hinsetzt oder ans Bein pinkelt, humpelt anschliessend mit gebrochenen Beinen wieder davon («Died Laughing»). Hier wird nicht nur Musik gemacht, weil es cool ist, sondern hier wird gerockt, weil es eine verdammte Lebenseinstellung ist, das zu tun! Wer auf bodenständigen, ehrlichen, dreckigen und urwüchsigen Hard Rock steht, wird an Kickin' Valentina, respektive «Star Spangled Fist Fight» nicht vorbei kommen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Jngaz3WLZSU

 

Freitag, 19 April 2024 05:06

Seit 1975 gehen die Troy Brüder mit ihrem melodischen Rock ins Rennen. Dabei drehte sich das Band-Karussell immer wieder, was der Qualität der Musik aber keinen Abbruch tat.

Mit dem zwölften Studio-Album werden sie keinen Fan enttäuschen, sondern neu dazu gewinnen. Die Songs dermassen auf den Punkt bespielt, von jeglichem Ballast entfernt und mit Hitpotenzial gesegnet, habe zumindest ich die Jungs noch nie erlebt. Tracks wie «Never Can Say Goodbye», das flotte «Feelin' Lucky», die berührende Ballade «Forever In May Heart» oder die hervorragende Rainbow Cover-Version von «I Surrender» lassen das Album zu einem Highlight werden.

Wie auch das verspielte und von einem tollen, solistischen Einstieg eingeleitete «One Heart», welches sich dank der Chören sofort in die Gehörgänge und das Herz einschleicht. Die leicht Flamenco artigen Zwischen-Parts runden diese Nummer zusätzlich auf. Das rockende «Give It Up» sowie das an Disco-Musik der 80er erinnernde «Standing Tall» überzeugen und machen aus «Defiance» ein Album, das schon jetzt zu den besseren Releases des laufenden Jahres gehört.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NoxYnawQ_-s

 

Freitag, 19 April 2024 04:58
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Deutsch-Rocker AMPEX legen seit ihrer Gründung 2019 ein beachtliches Tempo vor. «Eterno» ist bereits ihr drittes Album, und dieses klingt extrem hungrig. Hier paart sich jugendliche Kraft mit Melodien, Punk, ein wenig Heavy Metal und wird begleitet von mal platteren, dann reflektierenden Texten. Allerdings bewegen sie sich sie weit von irgendwelchen, pubertierenden Parolen.

So prangert «Welt voller Müll» die Umwelt-Zerstörung an, wirkt «Nichts ist verloren» melancholisch, wird es mal lustig bei «Stifflers Mom», werden klassische Fragen bei «Mein letzter Tag» gestellt und eine Beziehung voller Gewalt bei «Der Kummer der nicht spricht» besungen. Dazu kommt abwechslungsreicher Rock. Dieser könnte gerade live sehr gut funktionieren. Zudem fühlen sich Ampex auf den Bühnen laut Promo-Schreiben denn auch am wohlsten. 

Spannend wird es dann sein, woher die gelegentlich dezent eingesetzten Bläser kommen. Vielleicht kommen Ampex live aber noch ein wenig roher daher, als auf diesem Studio-Album. Wobei sie auch hier eine sehr grosse Energie in die heimischen Stuben transportieren. Insgesamt fand ich das Zweitwerk «Alles was du brauchst» zwar noch etwas zwingender, doch unter wie über dem Strich wird das Niveau aber gehalten, und das ist für «Eterno» äusserst erfreulich.
Roger W.

cede


https://www.youtube.com/embed/2UwNTvyVYZc

Donnerstag, 18 April 2024 05:36

Wir haben es hier mit einem neuen Black Metal Projekt aus der Ukraine zu tun. Bassist Oleksii Kobel (Soen) ist der Kopf hinter WAIDELOTTE und hat die Songs komponiert: "Waidelotte erzählt die Story wie man das Licht erreicht, wenn man zuerst durch Finsternis wandern muss". In einem Land dass seit über einem Jahr in einen Krieg verwickelt ist, trifft das leider in besonders hohem Mass zu.

Musikalisch verbindet man Black, Melodic Death und Progressive Metal mit einer Portion Folk. So erklingt bereits im Opener «The Era Of Stagnant Gods» nach einem rasenden Start eine Flöte und später sogar an Stranger Things erinnernde Synthie-Melodien. Gewöhnungsbedürftig, aber spannend! Doch auch seltene Instrumente finden hier Platz. Das anschliessende «Todestrieb» beginnt stampfend, bevor die Drehleier (Hurdy Gurdy) eine schaurig-schöne Atmosphäre zaubert. Bei den mir völlig unbekannten Instrumenten Bandura und Tsymbaly musste ich zuerst Google zu Hilfe nehmen.

Bei Ersterem handelt es sich um eine ukrainische Zither, welche bei zwei Songs zum Einsatz kommt und bei Zweiterem um ein baltisches Hackbrett, welches in Verbindung mit einer weiblichen Stimme bei «Lightkeeper» an Eluveitie erinnert. Mit der Schlussnummer zerstören Waidelotte allerdings ein insgesamt beindruckendes Erstwerk. Das Synth-Ambient Gedudel mag ja noch als Intro durchgehen, aber spätestens nach zwei Minuten drückt man entnervt die Stopp-Taste. Unter dem Strich lässt sich dennoch ein positives Fazit ziehen. «Celestial Shrine» ist abwechslungsreich, spannend und musikalisch beeindruckend umgesetzt.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zrM9CSB80kk

Donnerstag, 18 April 2024 05:29

Oz Hawe…, also..., den Gitarristen kennt man von Osukaru her…, nun gut…, Oz war bei der Live-Formation von Eye Gitarrist. Puh…, in unseren Breitengraden wird man ihn kaum kennen, aber zumindest hat er nun, zusammen mit Keyboarder Mathias Rosén (Eye), ein paar Lieder komponiert, welche zwischen Hard Rock und AOR liegen.

Dabei erklingen verdammt gute Tracks («As We Cry», «Midnight Lady (Dangerous Game)»), die aber auch von Mittelmass abgelöst werden. Sehr hörenswert ist dagegen «Fools Gold» mit Sängerin Jane Gould, die eine hervorragende Performance abliefert, wie auch bei «The Essence Of Love». Am Ende der Scheibe sprechen wir hier aber von einem Projekt, das zwar verdammt viel Potenzial in sich trägt, dies aber nicht immer ausschöpft. 

Speziell die Sänger/Sängerinnen agieren grandios, lassen aber einen gewissen roten Faden vermissen. Es wäre an der Stelle spannender gewesen, wenn man Jane das komplette Album hätte einsingen lassen (hiermit will ich die Leistung der anderen aber nicht schmälern)…, anyway. Das selbstbetitelte Werk ist auf jeden Fall eine gute, rockige AOR-Scheibe, die sich Freunde von FM, Foreigner und Journey unbedingt anhören sollten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zDtiuJmU9a8

Donnerstag, 18 April 2024 05:22
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v. 10 Punkten: 7.0

Wer die Band Hexvessel kennt, braucht eigentlich nicht weiter zu lesen und hat sich diesen Release vermutlich eh schon längst gekrallt.

Leute wie ich aber, die ein wenig mehr an Informationen benötigen, können sich folgendermassen orientieren: ITERUM NATA ist quasi das Solo-Projekt des ehemaligen Hexvessel Lead-Gitarristen Jesse Heikkinen, und man beschäftigt sich musikalisch mit sehr atmosphärischen, düster eingehauchten Folk-Songs, welche jeweils gerne am Rand des Black Metal entlang schlittern, ohne sich dessen komplett hinzugeben. 

Diverse Instrumentalisierungen, seien sie sowohl elektrifiziert wie auch ohne, gepaart mit cleanem und teils auch geknurrtem Gesang, bilden zusammen mit der melodiösen Atmosphäre einen Reigen der düsteren Art. Es ist noch schwierig zu beschreiben, wie man Iterum Nata einordnen könnte. Hört es Euch an wenn Ihr, wie eben erwähnt, auf Hexvessel oder auf düstere Atmosphäre mit unterschiedlichen Einflüssen steht. Speziell!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0xErUImGI80

Donnerstag, 18 April 2024 05:14

Das Intro auf der neusten Platte des schwedischen Trios SATURNALIA TEMPLE gewährt einen optimalen Einblick in das Album. Die Riffs sind rudimentär, schwer und grundsätzlich fundamentaler Doom. Die Produktion ist roh, ungeschliffen und tönt so, als wäre es in einem Kellerloch aufgenommen worden, was natürlich prächtig zur Stimmung passt.

Das Einzige, was das Intro nicht verrät, sind die Vocals. Diese sind nämlich etwas untypisch für Sludge oder Doom und erinnern eher an die zweite Welle des Black Metals. Sie sind im Kontrast zu den Instrumenten eher energiereich und angriffslustig. Repetition wird hier grossgeschrieben. Die rund 5-minütigen Tracks beinhalten nur sehr wenige Riffs, dafür aber recht eingängige. Durch die Gewaltigkeit der Musik schmilzt man förmlich dahin bei Zuhören, sofern man eine Affinität für Doom Metal hat. Ansonsten kann das Erlebnis relativ langweilig ausfallen. Die vereinzelten Soli verleihen dem Werk eine gewisse ominöse Stimmung, heitern dabei aber die Atmosphäre etwas auf. 

Ein Höhepunkt ist sicherlich der Closer «Kaivalya», der, wie das Intro, ganz ohne Gesang auskommt. Dieser Track wirkt noch basslastiger, als das Album ohnehin schon ist. Der Main-Riff ist klassischer Doom Metal aus dem Bilderbuch und wird auch noch nach Ende des Stücks weiter im Kopf vor sich hin dröhnen. Dazu kommt das ausführlichste Solo, welches ein wenig an abendländische Musik erinnert. An sich sticht bei diesem Projekt nichts wirklich heraus, abgesehen vom Closer. Das Album ist einfach altherkömmlicher Doom Metal, mit wenigen bis gar keinen Überraschungen. Dafür übt «Paradigm Call», trotz den Vocals, einen entspannenden Effekt auf den Zuhörer aus.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BF757zvaC78

Mittwoch, 17 April 2024 05:28
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v. 10 Punkten: 7.5

Die finnischen Druid-Metaller UNSHINE bieten auf ihrem fünften Album «Karn Of Burnings» weniger Einzel-Lieder, sondern 45 Minuten schamanisch-mystische Hintergrund-Musik. Das kann auf die Dauer etwas bemüht wirken, schafft aber eine eindrückliche Atmosphäre für verregnete Tage.

Auch Spaziergänge in vernebelten Wäldern mit aufgesetzten Kopfhörern könnten damit noch eindrücklicher werden. Wobei man damit natürlich die Original-Atmosphäre mit all den echten Waldgeräuschen verpasst – was auch blöd ist. Tatsache ist, dass es Unshine hier wohl um ein Gesamt-Klangbild geht und nicht um einen einzigen Moment, in dem zum Beispiel die Masse einen Refrain mitsingt. Dabei zeigen sich die Nordländer aus Helsinki, Uusimaa musikalisch sehr offen. Ihren klassischen Heavy Metal reichern sie mit Folk, Death-, Black- und gar Power Metal an.

Dazu kommen verschiedene rockfremde Instrumente und auch mal einen Schrei eines Adlers sowie natürlich die Stimme von Susanne Vesilahti. Um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten, wird immer mal wieder das Tempo gewechselt, schalten sich Breaks ein und auch sprachlich ist man offen für anderes als ausschliesslich Englisch. Mir selber rauscht «Karn Of Burnings» zu sehr am Ohr vorbei. Und selbst bei einer langen Zugfahrt bleibt nur wenig hängen. Wer über mehr Gespür für Folk Metal verfügt als ich, darf hier gerne mal ein Ohr volll riskieren, und natürlich all diejenigen unter Euch, die sich gerne atmosphärische Musik anhören.
Roger W.


cede


https://www.youtube.com/embed/ImF4qSO6G8s

 

Mittwoch, 17 April 2024 05:21
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v. 10 Punkten: 8.5

Von 1987 bis 1997 existierte die Band VOYAGER. Deren Mitglieder waren um den ganzen Erdball verteilt, und das damals zur Veröffentlichung anstehende Material ging beinahe verloren, bis sich die Musiker 2019 wieder trafen. Dabei kam die Idee auf, wieder aktiv zu werden und den gemeinsamen, musikalischen Weg fortzusetzen.

Da der Name Voyager schon vergeben war, hängte man einfach noch ein X hinten dran. Heraus gekommen sind neun starke Tracks, so zum Beispiel der knackige Opener «Janus Face» oder das an Survivor erinnernde «Hypnotize You». Sänger Mario Gansen überzeugt mit seiner kräftigen Stimme und besitzt auch einen grossen Wiedererkennungswert. Auch gut zu hören beim AOR-Stück «Magic». Wirklich klasse, was Mario hier abliefert. 

Noch besser kommt seine Stimme bei der Power-Ballade «You Crossed My Way»zur Geltung. Hier erinnert er mich an Uriah Heep Sänger Bernie Shaw. Auch sehr schön, das flotte «I Recognize You», wo sich die Produktion herausragend zeigt. Der Sound ist klar, kraftvoll und dynamisch zugleich. Hier wird zeitloser, sehr spannender Melodic Rock geboten. Die Songs klingen ausgereift, mit viel Melodie, und dank Sänger Mario hebt man sich gewaltig von der Masse ab. «Magic» ist insgesamt ein sehr interessantes Album geworden und verleiht seinem Titel alle Ehre.
Crazy Beat

 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wKIMevI4nzk

Mittwoch, 17 April 2024 05:16
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v. 10 Punkten: 7.9

«Requiem For Eirênê» markiert das dritte Album der Funeral Doom Band ISENORDAL, und das neue Werk erzählt von einer ähnlichen Reise, wie sie auf fünf Tracks und fast einer Stunde voller Energie beschrieben wird.

Bereits beim Debüt stellte man fest, dass Isenordal sich einer Richtung des Metal verschrieben haben, auch wenn man im Doom und Black Metal wohl fühlt, könnte ihr dramatischer und extrem langsamer Funeral Doom eine Spur zu viel für so manchen sein. Aber genau wie beim Debüt finde sich auch hier sehr viele Qualitäten, und die sechs Musiker geben sich alle Mühe, das Album und die Instrumentierung spannend zu halten. Man könnte anerkennen, dass hier ganz viel drinsteckt, das man möglicherweise eben einfach nicht fühlen kann. 

Vor allem wirken Isenordal wie aus der Zeit gefallen, denn das Album könnte mit seinem Wechselspiel aus rauen Growls, leichtem Keifen und weiblichen Gesang glatt aus den 90ern stammen. Auch der Einsatz der Violine und das gesamte metallische Konzept sitzen perfekt, die Lieder auf «Requiem For Eirênê» sind zu keinem Zeitpunkt langatmig und banal. Es ist eine wilde Reise, eine, die nach mehrmaligem Anhören verlangt, um alles, was auf dieser Platte passiert, und alle Botschaften, die diese begnadete Band hier vermittelt, aufzunehmen. Jede Reise zurück öffnet neue Türen und Nebenflüsse, die Eure Sinne anregen und mit Staunen erfüllen.
Roxx

cede



https://www.youtube.com/embed/rgNFOX6Hlt0

Mittwoch, 17 April 2024 05:08

Es fällt mir schwer, VOLCANDRA entweder dem Black oder dem Death Metal zuzuordnen. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass sie auf jeden Fall sehr melodiös sind. Diese Melodien sind aber ausschliesslich auf Gitarren gespielt. Jedoch bringt man auch Blastbeats mit simplen Riffs, dann aber wieder technisch hochstehende Passagen.

Dieser Mix ist sehr gelungen und schafft eine heldenhafte Stimmung, welche von einer gewissen Aggressivität begleitet wird. Dies ist erst das zweite Album der US-Amerikaner. Man kann schon behaupten, dass die Truppe ihren eigenen Sound gefunden hat. Vor allem die Übergänge begeistern, wie sie scheinbarlos von weitschweifigen, an Viking Metal grenzenden Parts hin zu stumpfen und ungeschliffenen Black Metal Abschnitten wechseln. Ein gutes Beispiel ist der Opener «Birth Of The Nephalem». Dieser Track tangiert alle Aspekte ihrer Musik. Ein Cocktail aus Death, Black, Viking und vielleicht sogar noch ein bisschen Power Metal.

Alles begleitet von giftigen Screams und aggressivem Growling. Der Höhepunkt des Albums ist wohl der Closer und zugleich Titeltrack. Er beginnt mit einer cleanen Gitarre, wird dann abgelöst von einem Riff, der den Abschluss einer langen Reise verkündet. Die Musik ist beherzt und verbreitet eine feierliche Stimmung. In der Hälfte kommt eine gewisse, fast schon sinnliche, Melancholie auf. Der Übergang zur heroischen End-Passage gelingt der Band wieder vortrefflich. Klassische Black Metal Fans werden mit diesem Album wohl eher weniger anfangen können. Die Zielgruppe sind daher Leute, welche sich an herzhafter Musik, nachzuhören auf «The Way Of Ancients», erfreuen können.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WI4LB1lS22U

Dienstag, 16 April 2024 05:05

Die Schweden beginnen ihr Debüt-Album mit «Väg», einer Mischung aus Stoner Rock, Grunge und einem kräftigen Black Sabbath Riff. Dazu die einsetzenden, ruhigen Passagen dazwischen, und ergänzt um die eher tiefe, kräftige Stimme des Sängers Kim Minkkinen, überzeugen gleich vollkommen.

Das schwerfällige, etwas ruhigere «Talar Miljon» erinnert an die grossen Grunge-Zeiten. Klasse sind BOTTENHAVET aus Stockholm auch, wenn sie ruhigere Töne anschlagen, wie beim starken «I Skuggan» und trägt bei den Strophen sogar einen feinen Blues-Touch nach aussen. Ebenso vernimmt man die kräftige, mächtige Stimme des Sängers und den schwedischen Gesang. Bereichert durch die wunderbaren Gitarren-Soli von Gitarrist Andreas Bohman sicher eines der Highlights hier. 

Das abschliessende «Hennes Liv» beginnt mit einem brettharten Tony Iommi Riff, lässt aber genügend Spielraum für andere Einflüsse. Auch die typische Stoner-Nummer «Motorväg» passt gut ins Gesamtbild. Zwischen grosser Wucht, mächtigem Rock, viel Gefühl und fetten Riffwänden finden Bottenhavet ihren ganz eigenen Weg. Klassischer Stoner Rock mit Alternative- und Grunge-Sounds, vermischt mit klassischem Rock und eben etwas Black Sabbath Geist - die Herren aus Stockholm legen hier mit «Ljud I Tysta Rum» ein grossartiges Album vor.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dxLxX6U8CgY

Dienstag, 16 April 2024 04:59
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v. 10 Punkten: 8.5

Nicht ganz alltäglich ist die Herkunft von NEON RIDER, denn die Combo ist in Argentinien beheimatet. Vor vier Jahren beschlossen die beiden Gitarristen Hernan Cattaneo und Marcos Nieva Green zusammen eine neue Band zu formieren. Zusammen mit Schlagzeuger Pablo Ureta, Bassist Daniel Bravo und Sänger Bruno Sangari entstand die Combo so.

Nach einer Single und einer EP liegt uns nun das erste full-length Album der Südamerikaner zur Diskussion vor. Grundsätzlich ist man im breit gefächerten Bereich des klassischen Hard Rocks zu Hause. Dabei ist ein konsequenter Melodic-Einschlag nicht von der Hand zu weisen. Nichtsdestotrotz bleibt die Band aber knackig und spritzig. Man begeistert in erster Linie durch äusserst virtuose Gitarren-Klänge, überzeugt aber auch durch ein versiertes Rhythmus-Fundament und last but not least durch wunderbare und vielschichtige Vocals, die durchaus, wenn auch nur sporadisch, in die Gefilde von Ronnie James Dio und Michael Kiske vorstossen. 

Vielseitigkeit wird aber auch beim Songwriting gross geschrieben. Zwischen Melodic und klassischem Heavy Metal wird auf «Destination Unknown» ein breites Spektrum abgedeckt. So ist Abwechslung garantiert, auch wenn der berühmte, rote Faden dafür zweitrangig bleibt. Das Songmaterial bleibt aber jederzeit charismatisch und hält sich durch einen hohen Eingängigkeits-Faktor spannend wie substanziell. Neon Rider sind definitiv eine äusserst sympathische Truppe mit grossem Potenzial!
Chris C.

 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gf3TB7FVMMo

Dienstag, 16 April 2024 04:49
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v. 10 Punkten: 8.3

MERRIMACK produzieren seit mehr als dreissig Jahren Black Metal. Ihr neues Album hält dabei die Balance zwischen atmosphärischer Melodik wie Brutalität und ist ebenso eindringlich wie knüppelhart.

Textlich beschwört «Of Grace And Gravity» die Rückkehr zu einem esoterischen und geläuterten Satanismus, frei von oberflächlichen wie performativen Schnörkeln, ohne kitschigen Kommerzialismus oder Horror-Klisches. Manche Leser werden den Begriff «Grace And Gravity» als Titel eines posthum erschienenen Werkes der Philosophin und Mystikerin Simone Weil wieder erkennen. Tatsächlich handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um eine Sammlung von Passagen aus ihren Notizbüchern. 

Nach drei Dejkaden haben Merrimack ihre Fans immer wieder herausgefordert und provoziert, was im Extreme Metal Bereich nicht einfach ist. «Of Grace and Gravity» fordert den Zuhörer in vielerlei Hinsicht. Philosophisch, vielleicht sogar spirituell, wird die eigene Integrität und Hingabe an eine Idee beflügelt. Musikalisch fordert es in der BM-Tradition der Unruhe und Verzerrung standhaft zu bleiben.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/42aPgNrggms

Dienstag, 16 April 2024 04:42

HELL BOULEVARD zum Vierten! Nach dem 2020er Album «Not Sorry» schlägt man mit «Requiem» nun wieder zu und veröffentlicht erneut eine Mischung aus Nightwish, Him, Sisters Of Mercy und Amaranthe.

Tönt erstmals eher ungewöhnlich, und so klingt die Musik auch. Das orchestrale Flair von Nightwish trifft auf Gothic Rock und den elektronischen Elementen von Bands wie Amaranthe. Auch Lord Of The Lost dürften ihren Einfluss haben, was nicht überrascht, da der Opener «Not Another Love Song» in Zusammenarbeit mit Chris Harms entstanden ist. Die Stufe zum Kitsch wird dabei leider des öfteren geknackt, man höre sich Synthie-Desaster wie «Rollercoaster» oder «She Just Wanna Dance» an. Habe ich es hier wirklich mit einer Platte zu tun, welche in einem Magazin wie Metal Factory was zu suchen hat?

Klar, es gibt schliesslich genügend andere Beispiele, welche haarscharf an der Genre-Grenze wandern. Traditionalisten werden eh schon nicht mehr mitlesen, für Zuhörer ohne Scheuklappen sei gesagt, dass die Idee, Gothic mit klassischen Orchestrierungen zu mischen, grandios wäre und phasenweise klingen Hell Boulevard auch tatsächlich stark. Ein Beispiel wäre die Ballade «Don't Fix A Broken Heart», bei der die Band sich auf Gefühle, statt auf Synthie-Attacken konzentriert. Im Gegensatz dazu wirken die elektronischen Spielerein einfach "too much". Dank griffigen Melodien und der angenehmen Stimme von Sänger Matteo Fabbiani rettet sich «Requiem» noch knapp in einen akzeptablen Wert.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0Coy1rOTY1A

Montag, 15 April 2024 04:54

Die fünf Basken von THE WIZARDS machen es einem nicht wirklich einfach, denn ihr stets nach den goldenen Siebzigern schielender Heavy Metal sehr früher Prägung zündet nicht sofort. Das liegt allerdings vermutlich auch an der Tatsache, dass selbst meine Wenigkeit als Vertreter einer eher älteren Generation nicht davor gefeit ist, der zeitgenössischen Unsitte der sturen, musikalischen Schubladisierung zu verfallen.

Dabei machen es diese fünf jungen Leute eigentlich genau richtig und zocken exakt jene Musik, die man vor Jahrzehnten noch gemeinhin als Heavy Rock bezeichnet hat, was automatisch eng gesteckte Genre-Grenzen sprengt. So kommt es dann auch, dass sich der Tonträger, den man bei der ersten Anhörung als klassischen "weder Fisch noch Vogel" Fall empfunden hat, nach wiederholtem Anhören plötzlich als wahres Kleinod offenbart. Dennoch werden The Wizards meines Erachtens ein Geheim-Tipp bleiben. 

Den Proto Metal der ganz frühen NWOBHM haben sie zwar zweifellos verinnerlicht, aber die latent mitschwingenden düster-doomigen Elemente sowie die durchgehend melancholische Stimmung des Songmaterials machen das Ganze dann doch zum ausgeprägten Nischen-Produkt, sprich massentaugliche Konsensmucke klingt anders. Aber das ist eigentlich auch gut so, denn das ist, wie auch in diesem Fall, in der Regel der Preis für musikalische Eigenständigkeit. 

Und damit man zur Auflockerung eigentlich eher unerwarteterweise doch noch einen Link zur Moderne erstellen kann, klingt man in «Full Moon In Scorpio» sowie «Oniros» kurzzeitig wie die salonfähigen Okkult-Rocker von Ghost, und die erste Hälfte von «Equinox Of Fire» dürfte vor allem Danko Jones Fans aufhorchen lassen. Am Podest der deklarierten Szene-Grössen (Lucifer, Kadavar, Graveyard, Blues Pills, Uncle Acid And The Deadbeats und weitere) wird «The Exit Garden» nicht rütteln können, aber The Wizards haben damit zumindest solide abgeliefert.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NvD-7Ebl3Wg

 

Montag, 15 April 2024 04:49
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v. 10 Punkten: 7.0

Rockig geht es bei den Australiern von GREYSTONE CANYON zu und her. Das Ganze wird mit einem starken Flair an die Siebziger und mit einem Schuss Frühachtziger serviert, und so rocken sich die Jungs munter durch die neun Tracks hindurch. Das tut niemandem weh, überzeugt aber auch nicht auf der ganzen Linie.

Als ob eine gute Idee vor meinen Füssen zu Boden fällt. Da sind gute Refrains («Price On Your Head») einfach dann doch nicht der Arena füllende Bringer. Auch der gut gemeinte Groove von «We All Become Yesterday» besitzt seinen Moment, aber dieses grungige Mitgeräusch verunstaltet die eigentlich guten Ideen. Ja, ich fühle mich beim Anhören an eine Zeit erinnert, die wahrscheinlich notwendig war, aber meine musikalischen Vorlieben für einen Moment stilllegten. 

Darum werde ich mit diesem melancholischen Sound nicht warm. Aber nochmals, die Jungs beherrschen auf «Iron & Oak» ihre Instrumente und fabrizieren gute Lieder, doch für diese Art von Musik brauche ich Spass, und der wird hier mit stark angezogener Handbremse vorgetragen. Speziell dann, wenn ich mich bei «Raging Waters» mitunter an Pearl Jam erinnert fühle.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ba1uT2gHcxE

Montag, 15 April 2024 04:43
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v. 10 Punkten: 7.2

Die Alternative Rocker NEW YEARS DAY freuen sich riesig, ihr fünftes Studio-Album «Half Black Heart» unter die Leute bringen zu dürfen. Angeführt von einer lebendigen Naturgewalt, der Frontfrau Ash Costello, entfesseln New Years Day Hymnen der Unzufriedenheit und Ermächtigung, vorgetragen mit Gothic-Flair und theatralischem Bombast.

New Years Day lassen es seit 2005 gemeinsam krachen,und die Truppe gehört nach renommierten Magazinen zu einer Handvoll Elite-Bands, die die nächste Generation inspirieren wird. In Bild und Ton bewegt sich der Fünfer stets an der Grenze zwischen Licht und Dunkelheit. Die Dualität der Band kommt auf «Half Black Heart» zum Ausdruck, einem reuelosen und unverschämten Album, das sich für Entdeckungen einsetzt, von den schwärzesten Geheimnissen bis hin zur inneren Stärke. Unbändige Wut kollidiert mit Arena-tauglichem Glamour, konfrontativer DIY-Leidenschaft und melodischen Hooks. Costellos Stimme ist so eingängig, dass man regelmässig eine Augenbraue hochzieht und sich berechtigterweise fragt, ob dies der langersehnte Durchbruch ist, für den die Truppe so hart gearbeitet hat.

Die Rückkehr von Brandon Wolfe und Jeremy Valentine hat dem Songwriting-Prozess deutlich neuen Schwung verliehen. «Hurts Like Hell», «Vampyre», «Bulletproof», «Fearless», der Titelsong und der Rest von «Half Black Heart» ergänzen einen bereits beeindruckenden Katalog von Alben wie «Victim To Villain» (2013), «Malevolence» (2015) und «Unbreakable» (2019). Sie finden grossen Anklang bei Zuhörern, die sie als zeitloses Andenken ihrer eigenen, persönlichen Entwicklung schätzen. Costello, die die Horror und Comic-Ästhetik gekonnt als Allegorie herauf beschwört, ist selbst eine von ihnen. «Half Black Heart» ist eine zwölf Songs starke, gemeine Sound-Maschine und vermutlich auch das bisher mit Abstand beste Neujahrs-Werk.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/944A_Is1eHM

 

Montag, 15 April 2024 04:36

IHSAHN hat weitaus mehr Zeit unter seinem eigenen Banner verbracht und mehr Platten veröffentlicht, als er es mit den norwegischen Black Metal Ikonen Emperor gemacht hat.

Es ist auch wahr, dass die Musik, die er in seiner Solo-Diskographie kreiert hat, weit von dem entfernt ist, was Emperor gemacht haben. Passenderweise ist Ihsahns selbstbetiteltes, achtes Solo-Werk eine Übung in Kreativität, lockeren Grenzen und unglaublichem Talent, während es auch zum Ausdruck bringt, dass sein Schöpfer genau weiss, wer er ist. Dass er sich dafür entschieden hat, es zusammen mit einem Begleit-Album mit Orchester-Versionen zu veröffentlichen, ist nicht nur ein Tribut an die Bandbreite der Klänge, die es enthält, sondern auch daran, wie hoch das Niveau von allem sein muss, um das alles zu schaffen. 

Klassische Einflüsse sind nichts Neues - in der Tat war Ihsahn einer der ersten Künstler, der dies schon als Teenager in den Black Metal einbrachte - aber der Einsatz in diesen Songs ist oft genauso entscheidend und ausdrucksstark wie die Gitarren. Einmal mehr hat Ihsahn ein Werk geschaffen, das nur von jemandem stammen kann, der ein natürliches Gespür für die Musik hat, die er macht. Hier finden sich sowohl das Können eines Meisters, als auch eine unschuldige Neugierde auf etwas Neues. Und das ist etwas, worauf der versierte Solo-Künstler weiterhin stolz sein kann.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QZyVazpVWoI

 

Samstag, 13 April 2024 07:03

Dass diese Angelegenheit nicht ganz einfach werden würde, dessen war ich mir wohl bewusst. Spätestens, als ich herausfand, dass die beiden Herren Schwadorf und Konstanz eine Scheibe mit nur einem einzigen Song produzierten, der in mehrere Kapitel unterteilt wäre.

Nun, die vorliegende Scheibe ist, soviel muss konstatiert werden, definitiv typisch THE VISION BLEAK - das latente Gefühl einer bedrohlichen Präsenz kann über die knapp 45 Minuten mal mehr, mal weniger deutlich zutage treten. Die ruhige, erzählerische, beinahe schon theatralische Stimme von Konstanz dominiert die Songs, und Schwadorf treibt sich gerne in den Songs herum, respektive meldet sich meistens dann zu Wort, wenn man es am wenigstens erwartet. So bleibt auch ein gewisses Überraschungs-Moment erhalten, was sehr angenehm zum Anhören ist.

Und wenn wir schon dabei sind: Die seltsamen Geschichten, welche uns hier präsentiert werden, entfalten ihre Wirkung durchaus - meiner persönlichen Meinung kommt aber leider das "Kapitel"-Gefühl ein wenig zu kurz. Man könnte nun argumentieren, dieses Werk sei wie ein Buch, das einen fesselt, von der ersten bis zur letzten Seite. Oder besser vom ersten bis zum letzten Ton. Andererseits könnte man auch dagegen halten, dass das "Abschliessen" der einzelnen Kapitel nicht wirklich fassbar ist.

Es gibt keine Interludien, welche dies bemerkbar hätten machen können. Einfach als Beispiel, der Möglichkeiten sind viele. Was hiermit ausgedrückt werden soll: «Weird Tales» sollte wohlbedacht angegangen werden und mit dem Wissen, dass man genau aufpassen sollte, was wann geschieht. Die Geschichten entwickeln sich, wenn man vollkommen in sie eintaucht und sich ihnen hingibt. Ansonsten kann es passieren, dass man sich in den unendlichen, düsteren Klang-Landschaften verliert. Oder vielleicht, nur vielleicht, ist dies am Ende gar gewollt? Schaurig-Schön!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tIH14baSdPo

Samstag, 13 April 2024 06:57
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v. 10 Punkten: 7.5

Okay, man könnte die Deutschen auch in die Thrash Ecke stecken, aber VULTURE erinnern mich zu sehr an die frühen Tage von Helloween, Iron Angel und Living Death. Speziell der hohe Gesang von Steeler lässt die alten Achtziger in Reinkultur aufleben.

Mit der vierten Scheibe geben die Jungs mächtig Gas und kennen dabei keinen Halt, sprich Balladen werden in der Muttersprache von Vulture nicht verwendet. «Realm Of The Impaler» ist eine herausragende Nummer, die sofort in die Gehörgänge geht, den Zuhörer vom Sofa reisst und zum munteren Mitbangen animiert. Wie schon Iron Angel, Scanner, oder Living Death kennen auch Vulture nur die Geschwindigkeit, was mit der Zeit ein bisschen monoton anmutet. Zwischendurch mal einen schleppenden Part einzustreuen, wäre definitiv keine falsche Entscheidung gewesen. Wer aber stets das volle Brett um die Ohren gehauen bekommen will, kann mit «Sentinels» nichts falsch machen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GefgY5zd65k

 

Samstag, 13 April 2024 06:51
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Er war noch längst keine zwanzig Jahre jung, als Michael Schenker bereits als das Gitarren-Talent angesehen wurde und mit den Scorpions, aber auch UFO die Hallen dieses Planeten in Verzückung versetzte.

Der Hannoveraner hatte allerdings irgendwann genug von den Eskapaden der UFO Köpfe und wollte sich ein eigenes, musikalisches Denkmal setzen. Dies gelang ihm auch mit den ersten Scheiben, sei dies unter dem Banner MSG (Michael Schenker Group) oder mit Robin McAuley als McAuley Schenker Group. Die hier vorliegenden Box beinhalten die ersten vier Studio-Scheiben («Michael Schenker Group», «MSG», «Assault Attack», «Built To Destroy»). Dabei erblicken die Alben das remasterte Licht der Welt, während «Built To Destroy» mit dem US-Mix sämtliche Lieder als Bonustracks vereint.

Dies gab es so allerdings auch schon auf der 2009er Re-Release Serie zu hören), und deshalb wird für Die Hard Fans kaum was Spezielles zu vernehmen sein. Ausser, dass sich hier Songs für die Ewigkeit präsentieren («Armed And Ready», «Into The Arena», «Ready To Rock», «Attack Of The Mad Axeman», «Dancer», «Samurai», «Desert Song», «Rock My Nights Away», «I'm Gonna Make Your Mine» oder «Systems Failing»). Interessant sind hingegen die CDs Nummer fünf und sechs. Hier wird zunächst mal ein Demo aus dem Jahre 1979 ausgegraben.

Zudem finden sich hier insgesamt 23 (!) und in dieser Form bisher noch nicht zusammengestellte Tracks. Ergänzt mit einem 52-seitigen Booklet kriegt der geneigte Schenker-Fan so doch noch seine Zusatz-Songs und auch optisch etwas geboten. Wer MSG bis anhin nicht kannte, kriegt hiermit das ideale Einsteiger-Paket. Für Fans, die schon vieles davon bereits ihr Eigen nennen, bleibt eine wertige Box, die man sich dennoch zulegen sollte, obwohl es von Master Schenker, wie auch von seiner Ex-Band (UFO), schon einiges an Box-Sets und Raritäten zu kaufen gibt.
Tinu

 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/B7iXd6JRwW0

Samstag, 13 April 2024 06:45

Die Detroiter Doomster TEMPLE OF THE FUZZ WITCH mögen es nicht eindimensional. Abseits von den nach wie vor populären Huldigungen für Black Sabbath servieren sie ihren Düster-Sound erst mal mächtig angeschwärzt, was sich in klirrenden Riffs, röchelndem Kreisch-Gesang und sogar einem Blastbeat-Part («Nephilim») manifestiert.

Aber wie eben erwähnt, reicht die Palette noch weiter, denn Gitarrist Noah Bruner beherrscht auch Clean-Gesang, und der kommt immer dann zum Einsatz, wenn man auf den Pfaden des traditionell-melancholischen Doom Rock oder des lässigen Stoner Rock wandelt. Selbstredend werden die verschiedenen Stil-Elemente auch innerhalb ein und desselben Songs eingesetzt, was noch zusätzlich für Spannung und Dynamik sorgt. Damit beweisen die drei Jungs auch eine gewisse Risiko-Bereitschaft, denn ihren gewagten Mix aus Tradition und eher moderner Garstigkeit werden nicht alle Fans goutieren, mir gefällt dieser Ansatz hingegen richtig gut.

«Apotheosis» ist zwar ein Album bar jeglicher leisen Töne, die Band haut von der ersten bis zur letzten Sekunde ganz ordentlich aufs Mett, und der Bandname ist in Bezug auf die Zerrung bei den Saiten-Instrumenten und dem Gesang wahrlich Programm, aber dafür sorgt die Verflechtung der verschiedenen Doom-Varianten bei aller Härte dafür, dass die Scheibe trotzdem keinen Moment lang monoton oder gar langweilig wirkt, ganz im Gegenteil. «Apotheosis» ist ein harscher Doom-Brocken, der weniger durch vertonten Weltschmerz und schleppende Lava-Riffs überzeugt als durch seine inhärente Bösartigkeit, was eine Käuferschaft auch jenseits der beinharten Doom-Fans ansprechen dürfte.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rIFXH_vWN2c

 

Freitag, 12 April 2024 05:37
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v. 10 Punkten: 8.4

Auf dem neuen Album «Battle Ballads» schlagen TÝR einen mutigen neuen Kurs ein, der die rohe Essenz des Viking Metal mit der majestätischen Bandbreite symphonischer Orchestrierung verbindet. Dieses Album, kreiert auf dem fruchtbaren musikalischen Boden der Färöer-Inseln, festigt ihre reiche Diskographie und definiert die Konturen ihres Genres neu.

Die Zusammenarbeit mit dem Symphonie-Orchester der Färöer-Inseln nahm 2020 seinen Anfang und erblüht nun zu einem vollwertigen Symphonic Metal Meisterwerk. Das Album entfaltet sich mit «Hammered», das durch seine Riffs und die vielschichtige Komplexität sofort auf die Entwicklung von Týr hinweist. Von der Hymne «Unwandered Ways» bis zur Eindringlichkeit von «Torkils Døtur» ist jedes Stück ein Denkmal, das für die Fähigkeiten der Band steht. 

Dies nicht nur im Erzählen von Geschichten, sondern auch als Musiker, die mit Orchester-Arrangements tiefer in ihrer Emotionalität versinken. «Dragons Never Die» durchläuft die Verschmelzung von Folklore mit einer metallischen Note. Auch der Titelsong ist eine gewaltige Hymne voller Konflikte und Siege, der in fesselnde Klang-Landschaften eingebettet ist. Vielleicht ist es der Rausschmeisser «Causa Latronum Normannorum», der die Essenz von «Battle Ballads» wirklich auf den Punkt bringt: eine ehrgeizige Synthese zwischen Wikinger-Epos und symphonischer Erhabenheit. «Battle Ballads» ist mehr als eine schlichte Platte, es ist eine Zeitreise, ein Schlachtruf und eine symphonische Hommage an den unsterblichen Geist des Viking Metal.

Mit diesen zehn neuen Songs beschreiten Týr weiterhin einen Weg durch unerforschte, musikalische Gebiete und festigten ihren Platz an der Spitze des Genres. Während sie sich nun darauf vorbereiten, diese aussergewöhnliche Scheibe den Fans live näher zu bringen, wirbt «Battle Ballads» für die charakteristische Innovation wie Kreativität und das unermüdliche Streben der Band, Exzellenz innerhalb ihres gewählten Metal-Genres hervor zu bringen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/mueo9kIlWS4

 

 

Freitag, 12 April 2024 05:33
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v. 10 Punkten: 8.5

JUNKYARD DRIVE treten noch immer mächtig Arsch und fahren auf der Überholspur des Highways, während die Jungs ihren gestreckten Mittelfinger aus dem Autofenster strecken. Und da Dänen bekanntlich nicht lügen, manifestiert «Shoot From The Hip» die kernige Attitüde des Quintetts mit einer unglaublichen Lockerheit.

Hier passt das Riff zum furztrockenen Rhythmus und der kräftigen Stimme von Kris, der allein durch sein Organ zu einem gefährlichen, angeschossenen Tiger wird. Mit viel Gas biegt «Tearaway» ums Eck und brettert innerorts auf der linken Strassenseite durchs Quartier. Wer sich den Jungs in den Weg stellt, ist an der Stelle selbst schuld. Um aber auch die holde Weiblichkeit von den Sonnenseiten der Truppe zu überzeugen, dem wird «Afterglow», eine balladeske Nummer, auf der Zunge zergehen. Schon fast melodiös wandert «The Tide Is High» aus den Boxen und lädt zu einer fröhlichen, bangenden Polonaise ein. Die Jungs zeigen, dass es auch heute noch möglich ist, eine eigene Identität ans Tageslicht zu bringen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/02EUUKh2mfA

 

 

Freitag, 12 April 2024 05:26
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v. 10 Punkten: 8.1

Das "Ekbom-Syndrom" ist eine psychische Störung, die von der "National Library of Medicine" als wahnhafte Parasitose definiert wird. Dabei ist der Patient überzeugt, dass sein Körper von unsichtbaren Insekten befallen ist, die sich durch seine Haut bohren. Ein passend gruseliger Titel für das neue Album der Deathgrinder BENIGHTED, deren Sänger Julien Truchan in einer psychiatrischen Klinik arbeitet und hautnah Erfahrungen mit dieser verstörenden Krankheit gemacht hat.

«Ekbom» ist ein viszeraler Angriff auf die Sinne, der jedoch mit einer subtilen, aber effektiven Präzision gemildert wird, die nur mit mehr als zwanzig Jahren Übung und Erfahrung erreicht werden kann. Das Eröffnungs-Riff des Openers «Scars» erinnert an die Anfänge der Band, als sie sich noch stark dem Black Metal zuwandten, wechselt aber schnell ins blitzschnelle Death Metal Territorium, in dem sie sich ganz wohl fühlen. Schon in der ersten Minute bringt Truchan eine Vielzahl unterschiedlicher Gesangs-Techniken zum Einsatz, sprich vom Schweine-Quieken über hohe Schreie bis hin zu gurgelnden Knurrlauten. 

Die Tracks «Morgue» und «Le Vice de Entrailles» sind für ihre Geschwindigkeit überraschend groovig, und «Nothing Left To Fear» klingt mit seinen Schwerkraft-Explosionen und Maschinengewehr-Salven, als wäre nur so möglich, dem Leibhaftigen bei zu kommen. Auch Fans von Blastbeats kommen beim Titeltrack und «Fame Of The Grotesque» voll auf ihre Kosten. Es ist nicht bekannt, mit was zum Teufel Kévin Paradis sein Wasser streckt, aber es scheint zu funktionieren. 

Ausnahmsweise sind es nicht nur Schlagzeug und Gesang, die auf dem Album hervor stechen. Auch der Bass von Pierre Arnoux knallt im kampferprobten Haupt-Riff von «A Reason For Treason» so richtig, und Gitarrist Emmanuel Dalle kann seine Muskeln, beim Arpeggio-gefüllten Solo der neuesten Single «Metastasis», ein wenig spielen lassen. Das Endergebnis ist eine zwölf Songs starke und 35-minütige Nerven-Kitzelfahrt durch die engen, verschwommenen Grenzen zwischen Tech-Death und Grindcore, die die Wildheit des Letzteren mit der Präzision und Vielfalt des Ersteren verbindet.
Oliver H.


https://www.youtube.com/embed/CW8FUPC5UbA

 

Freitag, 12 April 2024 05:21
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v. 10 Punkten: 7.5

Na, Bock auf Bay Area Thrash? Dann dürfte Euch die dritte Scheibe von BATTLECREEK ziemlich gut schmecken. Erstaunlicherweise stammen die Jungs aber nicht aus den Staaten, sondern aus Bayern.

Das Quartett hat bereits zwanzig Jahre Band-Geschichte hinter sich und ist tatsächlich noch immer in der Original-Besetzung unterwegs. Allerdings sind seit dem zweiten Album nun auch schon neun Jahre ins Land gezogen, weshalb es nicht erstaunlich ist, dass die Band nicht dermassen bekannt ist. Musikalisch wandelt man in den zehn Songs auf den Spuren von Slayer und Exodus. Mit Songs wie dem Groover «Granvilles Hammer», «King Of Rats» oder dem Titeltrack bieten Battlecreek knackigen Thrash mit geilen Gitarren-Läufen. Neu erfunden wird das Genre nicht, ein absoluter Knaller fehlt ebenso und der Gesang von Sänger Berne dürfte ebenfalls ein Knackpunkt sein. «Maze Of The Mind» geht absolut in Ordnung, zieht aber gegenüber den starken 2024er Alben von Atrophy, Suicidal Angels oder Morbid Saint klar den Kürzeren.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/quLHhQabwXs

 

BATTLECREEK – Maze Of The Mind

 

Donnerstag, 11 April 2024 05:10
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v. 10 Punkten: 8.4

In Sachen Stoner Rock sind Skandinavier ohne Frage Exportmeister. Mit ihrem vierten Album gelingt den Schweden SKRAECKOEDLAN ein tolles Werk. Eingängige, fast schon tanzbare Melodien treffen hier auf wuchtige Riffs, dreckige Verzerrung der Gitarren und kräftigen, teils aggressiven Gesang.

Die Nordländer haben ein Faible für proggige, spacige Sounds, das lässt sich nicht überhören, begleitet von massiven Gitarren und einer fetten Rhythmus-Abteilung, die die Songs abwechselnd antreibt und entschleunigt. Space Rock/Einflüsse, Fuzz-Einschübe und ausufernder Stoner/Prog prägen die interessante Musik der Schweden. Ganz starke Nummern wie das sieben Minuten lange «Astronautilus», wo der Stoner/Space/Prog in die Perfektion getrieben wird und mit einem erstaunlich klassischen, einfühlsamen Gitarren-Solo endet. 

Oder das wilde, wütende «Metagalactic Void Honcho», klingt böse wie brachial und überrascht dann mit einem weiteren wie sehr melodiösen Solo-Part auf der Gitarre, einfach grossartig. Musikalisch verweben die Jungs die oben genannten Sounds perfekt ineinander. So fällt «Vermillion Sky» noch proggiger, psychedelischer und spaciger aus, rockt zugleich unheimlich massiv und geht selbst bei komplexesten Songs-Srukturen nicht mehr aus dem Ohr. Dieses Kunststück bekommen die Nordlichter unheimlich gut hin und zeigt die Grossartigkeit der musikalischen Grösse der Schweden ein weiteres Mal auf.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Tw7_H9hCaZY

 

Donnerstag, 11 April 2024 05:01
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v. 10 Punkten: 7.0

Der Begriff "Supergroup" wird in vielen Fällen sehr inflationär verwendet. Im Fall der Metalcore Band KILL THE LIGHTS würde ich diese Definition wohl eher nicht verwenden, obschon es sich um einen neu zusammen gewürfelten Haufen aus Ex-Mitgliedern von Bullet For My Valentine, Throw The Fight, Threat Signal und Still Remains handelt.

Die "Todes Melodien" der noch jungen Band gehen erwartungsgemäss in eine ähnliche Richtung, wie die ehemaligen Bands der Mitglieder. Album Nummer zwei vermischt klassische Metalhooks der 80er mit modernem, knallhartem Metal. Allen voran die erste Single «From Ashes», das perfekte Sound-Beispiel für die Vielschichtigkeit von Kill The Lights. «Death Melodies» macht zwar sehr viel Spass, es fehlt aber noch ein bisschen an Eigenständigkeit. Zum ganz grossen Wurf sollten sie sich zuerst von ihrer Band-Vergangenheit lösen und zunächst eine eigene Schublade der Band-Geschichte öffnen.
Pat

cede


https://www.youtube.com/embed/b-xFlLRJh04

 

Donnerstag, 11 April 2024 04:54
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v. 10 Punkten: 7.5

Atomic Rooster Gitarrist John Du Cann veröffentlicht eine Ansammlung an Songs, welche 1977 aufgenommen wurden. So erklingen die Tracks auch, heisst mit einer gehörigen Portion Glam Rock und Punk.

Unterstützt wurde der Gitarrist von den Status Quo Recken Francis Rossi (Komponist, Studiomusiker), Andy Bown und Pete Kircher (beide als Studio-Musiker). Heraus gekommen ist eine Scheibe, welche Ramones Fans und entfernt auch diejenigen von den Beach Boys begeistern wird. Die längste Nummer ist knapp drei Minuten lang, was auch eine klare Aussage hinterlässt und die Songs ohne grosse Soloausflüge auskommen lasst. Wer auf kernigen, dreckigen und frechen (Punk) Rock steht sollte sich «The World's Not Big Enough» anhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dtQXWNesjnw

 

 

 

Donnerstag, 11 April 2024 04:48
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v. 10 Punkten: 6.0

Thrash mit einer gehörigen Portion Punk und Hardcore steht auf der Fahne des Trios aus Freiburg im Breisgau. «Toxic Society» ist bereits der zweite Longplayer von DRAIN DOWN und bietet zehn Songs, die mit ihrer oldschooliger Attitüde punkten.

Dass die Band nicht mit Aggression geizt, dafür sorgen die knallharten Riffs in Verbindung mit einer ziemlich räudigen Produktion. Der Titeltrack «Zero Tolerance» sowie «Political Animal» sind der beste Beweis für die Härte des Albums. Allerdings macht es mir Sänger Ferdinand Panknin nicht gerade leicht, die Scheibe zu mögen. Das liegt an seiner nicht alltäglichen Stimmfarbe, welche einen typischen "hate it or love it" Faktor aufweist. Das kann natürlich auch eine Stärke sein, da sie ein Alleinstellungs-Merkmal der Deutschen ist. Ich kann mir absolut vorstellen, dass das zweite Werk seine Fans finden wird. Hört am besten selber rein und lasst Euch von meiner Bewertung nicht allzu sehr davon abhalten, sprich gewährt «Toxic Society» eine Chance.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/H5EPBCeS1YY



Mittwoch, 10 April 2024 05:20
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v. 10 Punkten: 8.2

Kopf und Namensgeber der Melodic Formation HOLLER ist der gebürtige Amerikaner Terence Holler. Ziemlich genau dreissig Jahre, bis zur Auflösung 2021, war der Mann Sänger der italienischen Progressive Thrash Band Eldritch.

Obwohl die Formation leider nie an der Spitze des Genres anzutreffen war, genoss sie durchs Band hindurch einen guten Ruf. Dies nicht zuletzt durch die tolle Stimme von Eldritch Mitbegründer Terence. Für das treffend «Reborn» betitelte Debüt seiner neuen Band lässt der Vocal-Akrobat das so viele Jahre praktizierte Genre hinter sich und tummelt sich neu im Melodic Umfeld. Ausschläge in AOR-Bereiche sind dabei nicht von der Hand zu weisen.

Mister Holler und seine, nach wie vor, italienischen Mitstreiter adaptieren aber auch klassischen Hard Rock und stossen so ins Umfeld von Bands wie Danger Danger oder Firehouse vor. Man wildert aber nicht pauschal in den Achtzigern, sondern bleibt dabei modern und zeitgemäss. Ob dezente, elektronische Spielereien dazu nötig sind, darf sicher in Frage gestellt werden. 

Das Ganze bleibt aber konsequent songdienlich und ist damit durchaus legitim. Und eben diese Songs besitzen Substanz und versprühen Charisma. Das Material geht leicht ins Ohr und vermag dort nachzuhallen. Klar sind auch Schwachstellen auszumachen, doch unter dem Strich bleibt der Hörgenuss auf breiter Ebene hoch.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tRoJKiYs6YM

 

Mittwoch, 10 April 2024 05:14

Sechs Jahre mussten Fans der Norweger nun auf den Nachfolger des Debüt-Albums «The Rosewater Park Legend» warten. Nach einem Durchgang ist die lange Wartezeit aber schon erklärbar. PROFANE BURIAL schaffen eine einzigartige, symphonische, atmosphärische und cineastische Klangwelt, und solches Material schreibt man halt nicht einfach so nebenher.

Sechs Songs mit knapp über 35 Minuten Spielzeit bekommt der Käufer geboten, welcher nach Genuss dieser Titel wohl erstmal eine Verschnauf-Pause braucht. Es passiert dermassen viel in den Stücken, welche aber immer noch diese eisige Kälte des norwegischen Black Metal besitzen. Der Titeltrack ist dabei ein ziemlich verschachtelter Auftakt, der etwas Zeit braucht. Bei jedem Durchlauf hört man neue Details heraus, etwas das eigentlich alle Songs vereint, auch wenn «Fragments Of Dirge» deutlich straighter und einfacher zu verdauen ist.

Auch wenn man immer mal wieder an Dimmu Borgir erinnert wird, dürften auch Rhapsody (ja die italienische Symphonic Power Metal Band!) und Dream Theater durchaus Einfluss auf «My Plateau» ausgeübt haben. Profane Burial ist mit «My Plateau» ein echter Brocken geglückt, der vor Ideen nur so übersprudelt. Auch wenn ich symphonischen Black Metal lieber etwas eingängiger mag, muss man die musikalische Klasse von Kjetil Ytterhus (Gesang, Keys), André Aaslie (Gitarre, Bass) und Björn Dugstad Rönnow (Drums) neidlos anerkennen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hfQ8BM8IOe4

 

Mittwoch, 10 April 2024 05:07
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v. 10 Punkten: 7.5

Da haben eindeutig Theory Of A Deadman, Rev Theory oder auch Stone Broken ihre Spuren hinterlassen. ROYAL TUSK bedienen sowohl die härtere Rock-Schiene wie auch eben den alternativen Part der Rock-Musik (Lansdowne scheinen zwischendurch auch mal in deren Player zu rotieren).

Ergo alles in allem gut? Nun ja, also generell gesehen machen Royal Tusk alles richtig, sie sprechen eigentlich alle Zuhörer-Schichten an - und genau das ist es, was mir so querliegt. Es ist alles auf schön getrimmt, sehr wenig Dreck (ausser beim Gesang, der kommt echt gut), es wirkt alles sehr durchdacht und durchgeplant - zu durchdacht und durchgeplant. Ich bin ehrlich gesagt hin und her gerissen, denn eigentlich gefallen mir Royal Tusk sehr gut, denn sie führen das Erbe von TOAD oder auch deren Väter Nickelback weiter, aber eben: zu steril. Wer auf die genannten Bands steht, darf bei «Altruistic» sehr gerne mal reinhören, denn die Jungs sind echt gut. Ordentlich!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8MC4F7I1fAs

 

 

Mittwoch, 10 April 2024 04:58
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v. 10 Punkten: 6.5

Vier Jahre nach der EP «Under The Influence» gibt es COLTRE nun zum ersten Mal auf einem kompletten Album zu hören. Das englische Quartett hat sich mit Haut und Haaren der NWOBHM verschrieben, allerdings mit einer deutlich hörbaren Zuneigung zum Hard Rock der Marke Thin Lizzy.

Der Opener «Feast Of The Outcast» startet mit Synthie-Klängen, ehe die Drums das Zepter übernehmen und in einem flott vorgetragenen Song münden, bei dem man über zwei Minuten auf den Gesang warten muss. Ausufernde Songs sind an der Tagesordnung, kurz und knackig ist hier nichts. Dafür gelingt es Coltre wirklich exzellent, den Spirit der Anfangs-Phase der NWOBHM einzufangen. Beispiel gefällig?

«Temptress» glänzt durch starke Doublebass Drum-Passagen und einer fast schon epischen Melodie-Führung. Die Gitarren sind eh der grosse Pluspunkt des Albums. Daniel Sweed liefert hier wirklich grandiose Arbeit ab. Leider bleibt trotz diesen Vorzügen wenig wirklich hängen. Von Hymnen der Marken Angel Witch, Witchfynde oder eben Thin Lizzy ist man letztlich ziemlich weit entfernt. Das Debüt-Album «To Watch With Hands…To Touch With Eyes» zeigt grosses Potenzial, aber in Sachen Eingängigkeit ist noch Luft nach oben.
Rönu

 

https://www.youtube.com/embed/GxZoLxr4kiw

 

Dienstag, 09 April 2024 05:33
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v. 10 Punkten: 7.8

David Vincent - der Mann ist überlebensgross und eine Legende in der Welt des Death Metal und der Extreme. Evil D. ist immer noch aktiv und auf Tour mit I Am Morbid (seiner Version von Morbid Angel) und segnet uns erneut mit den Früchten seines neueren Unternehmens - VLTIMAS.

«Something Wicked Marches In» war die Debüt-Platte vor ein paar Jahren, mit der Evil D. wirklich Neuland betrat, indem Death Metal und Black Metal perfekt mit einem neuartigen, aktualisierten Sound vermischt wurde. Vltimas ist das Projekt, an dem auch der legendäre Black Metal Gitarrist Rune Eriksen alias Blasphemer (Mayhem, Nader Sadek, Aura Noir) und der Cryptopsy Schlagzeuger Flo Mounier (Ex-Nader Sadek) beteiligt sind. 

Mit «Epic» marschiert die Truppe nun erneut ein. Während sich der Klang der Band auf dieser Platte nicht wirklich verändert hat, verfolgen Vltimas bei ihrem Material und den Texten einen avantgardistischeren Ansatz. Vincent wirkt auf dieser Platte kreativer und markanter in Sachen Gesang, indem er sich etwas vom Black oder Death Metal Knurren distanziert. Besonders deutlich wird dies beim Stück «Mephisto Manifesto».

Das Grund-Tempo von «Epic» ist langsamer als das ihres Debüt-Albums. Allerdings werden Brenner wie «Scorcher» auch diejenigen zufriedenstellen, die eine kräftige Portion Geschwindigkeit suchen, und «Miserere» bewegt sich eher im Thrash-Bereich und verleiht der Band so eine neue Dimension. Titel wie «Invictus» sind zwar nicht schlecht, aber es sind eindeutig die beiden letzten Songs des Albums, die beim Zuhörer Lust auf mehr machen.

«Nature's Fangs» besitzt einen gewissen Groove, der so nicht zu erwarten war und «Spoils Of War», der Rausschmeisser, offenbart einige grossartige Riffs. Bei dieser Nummer geht es vielmehr um das Gefühl, als um Geschwindigkeit oder Kraft. Insgesamt ist «Epic» mit seinen neun Songs ein sehr solides Zweitwerk für Vltimas, und man darf gespannt sein, ob man auch hierzulande bald in den Live-Genuss des Meisters kommt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AR8LhYBaRfw

 

 

Dienstag, 09 April 2024 05:22

Was lese ich nicht alles über TIGERS ON OPIUM, dem Quartett aus Portland im US-Bundesstaat Oregon. Da ist von "klassischem Doom Rock" und "trippigen, psychedelischen Grooves", kombiniert mit "jeder Menge düster orientiertem Stoner Rock/Metal", die Rede. Weitere Umschreibungen wie "rasante Grooves", "apokalyptischer Fuzz-Rock" sowie "düstere und knallharte Vibes" lassen das Erscheinen des nächsten epochalen Doom-Brockens erahnen.

Songtitel wie «Black Mass», «Diabolique», «Paradise Lost» oder «Wall Of Silence» bestärken diese Erwartungs-Haltung natürlich noch zusätzlich. Umso grösser ist danach die Überraschung, wenn man feststellen muss, dass Doom Rock im Sound der Tigers eine bestenfalls untergeordnete Rolle spielt. Vielmehr klingt der erste Longplayer der Truppe in meinen Ohren nach Classic Rock, der richtig viele 70er-Vibes versprüht, vermengt mit sehr dezenten Elementen des Stoner, Psychedelic und Doom Rock. 

Somit ist «Psychodrama» nach Begutachtung anderer Meinungen nicht gerade das, was ich erwartet hatte, aber nichtsdestotrotz muss ich für die Jungs eine Lanze brechen, denn innerhalb ihrer selbstgewählten Nische erweisen sie sich als solide Meister ihres Fachs. «Psychodrama» mag zwar das Debüt sein, aber man hört der Band sehr deutlich an, dass sie schon satte neun Jahre auf dem Buckel haben. Die Kompositionen, egal ob schleppend oder flott, hart oder zart, sind schlüssig und ausgefeilt, die ganze Scheibe ist in sich konsistent und dank ihres Abwechslungs-Reichtums spannend und unterhaltsam. Freunden von Mars Red Sky und Uncle Acid & The Deadbeats empfehle ich mit Nachdruck eine ausgedehnte Hörprobe!
Mirko B.

cede


https://www.youtube.com/embed/4xdOUuFIoqg

 

 

 

Dienstag, 09 April 2024 05:16
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v. 10 Punkten: 7.0

2010 veröffentlichte die schwedische Thrash Metal Band Tuck From Hell ihr bisher einziges Werk «Thrashing». Danach war lange Zeit nichts mehr zu hören.

Schlagzeuger und Bandleader Fredrik Johansson und die Gitarristen Petrus Granar sowie Marcus Bengts schrieben aber weiter Songs. Weil Petrus Granar bei Civil War einstieg, war plötzlich nur noch ein Duo übrig. Genau hier kommt der Vater von Fredrik ins Spiel. Es handelt sich nämlich um keinen Geringeren als Nils Patrik Johansson (Astral Doors, Wuthering Heights, Ex-Lion's Share, Ex-Civil War), welcher sich bereit erklärte, den Gesang zu übernehmen. So änderte man den Namen um in RIFFORIA und nahm das Album «Axeorcism» (was für ein geiler Titel!) auf, welches stilistisch schon aufgrund der Teilnahme von Nils Patrik eine Mischung aus Power und Thrash Metal bietet.

Das Ergebnis ist allerdings zwiespältig ausgefallen. Die Gesangs-Leistung von Nils ist einmal mehr famos und die Gitarren braten auch, aber es brauchte mehrere Anläufe, um mich an diese Kombination zu gewöhnen, denn für Power Metal fehlen die Refrains, für Thrash ist der Gesang viel zu melodiös. Als Anspiel-Tipps würde ich den schnellen Opener «A Game That You Don’t Understand» und den Stampfer «Well Of Life» empfehlen. Letztgenannter Track zeigt das Potenzial der Schweden auf, und wenn beim nächsten Album die Kompositionen noch besser auf den charismatischen Sänger abgestimmt werden, dürfte auch die Bewertung steil nach oben gehen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DzDP-8QXl1o

 

Dienstag, 09 April 2024 05:02
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v. 10 Punkten: 7.0

SOCIAL DISORDER beherbergen viele bekannte Musiker wie Tracii Guns (L.A. Guns), David Stone (Rainbow), Rudy Sarzo (Quiet Riot, Whitesnake, Ozzy) oder Leif Ehlin (Perfect Plan). Von der ersten Sekunde an versuchen die Jungs nicht wie ein zusammengewürfelter Trupp zu klingen, was ihnen aber eher schwer fällt.

Auch wenn der Classic Rock mit feinen Hammond Orgel Sounds seine spannenden Momente besitzt, ist man sich von den Musikern und ihren Haupt-Bands eine anderes Qualitäts-Level gewöhnt. Auch scheint es, dass die Jungs sich musikalisch zwar austoben, dabei aber vergessen, in welche Richtung sie gehen wollen. Allein das musikalische Können reicht nicht aus, um den Songs den Stempel aufzudrücken, dass man sie sich immer wieder anhören möchte. Dass sich Musiker in unterschiedlichen Truppen verwirklichen wollen, ist ja nix Neues. Allerdings sollte dann aber zumindest der Ansatz vorhanden sein, nachhaltigere Songs zu komponieren und zu schreiben. Fans von Deep Purple, Rainbow und Whitesnake (wie unser aller Rockslave!) können ja mal vorsichtig bei « Time To Rise» reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ugfc-zap6tA

 

Montag, 08 April 2024 05:35

Portugal hat in meiner Sammlung bisher keine wirkliche Bedeutung gespielt. Neben Moonspell, Ironsword und Tarantula ist da nur noch die (fürchterliche) Power Metal Band Waterland zu finden. Doch mit TOXIKULL kommt da eine Truppe daher, die ich bisher überhaupt nicht wahrgenommen habe und überzeugt mich auf ihrem dritten Album mit einem Mix aus klassischem und einem Hauch Speed Metal.

Mit einem Urschrei wird der Opener «Night Shadows» standesgemäss eingeläutet und sofort ist man mittendrin. Mitreissendes Riffing, ein Sänger der ein angenehmes Organ besitzt und sowohl die Mitten wie die Höhen beherrscht sowie eine melodiöse Ausrichtung. Metal Herz, was willst du mehr? Gar noch besser ist das nachfolgende «Around The World». Der an Accept erinnernde Song ist einfach klasse interpretiert und glänzt mit fettem Mitgröhl-Refrain. Wenn wir schon bei Grössen des klassischen Metals sind: «Ritual Blade» könnte auch von Priest geschrieben worden sein und «Knights Of Leather» von Saxon.

Das Album macht einfach Laune und holt einen auf direktem Weg zurück in die Achtziger. Toxikull schaffen es aber trotzdem eigenständig zu bleiben, auch wenn man sich an den alten Helden orientiert. Dying Victims stehen ja nicht immer für die besten Produktionen, hier aber geht sie vollkommen in Ordnung. Die Jungs von der iberischen Halbinsel passen wunderbar in die NWOBHM und wer Bands wie Roadwolf, Night Demon oder Riot City mag, sollte hier zugreifen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SWeqPErlr3k


Montag, 08 April 2024 05:28

Die bereits 1995, unter dem Namen Contrition, gegründete Band kennt den Metal-Zirkus nur zu gut. Die ersten Gehversuche als FALL OF SERENITY machten sie 1999, an der Seite ihrer Thüringer Kollegen Heaven Shall Burn.

Bis 2009 veröffentlichten sie vier Studio-Alben und dann war erst mal das Ende der Fahnenstange erreicht. 2012 dann die Reunion und jetzt, zwölf Jahre später, scheint die Zeit reif für eine neue Platte. Aktuell besteht die Band aus Eddy Langner (Gitarre, Kill The Lord), John Gahlert (Gesang, Extermination Order, Ex-Deadlock) und Eik Halle (Bass, Kali Yuga), Werner Riedl (Schlagzeug, Deadlock, Aspar) sowie Ferdinand Rewicki (Gitarre, Deadlock) und bringt mit «Open Wide, O Hell» ihr fünftes Album auf den Markt. 

Das neue Langeisen beginnt voller Wut mit «Thy Pathway», einer soliden Komposition aus makabren und bissigen Klängen, gekrönt von besessenem Heulen. Schwarze Einflüsse verdunkeln den verheerenden Death Metal, während scharfe Melodien eine bedrückende Atmosphäre erzeugen, wie auf dem energiegeladenen «Darkness, I Command», wo majestätische Klänge mit den äusserst aggressiven Gesangs-Parts kontrastieren.

Nebst dem Death Metal Boden haben die schwarzgefärbten Einflüsse deutlich zugenommen, was unter anderem deutlich am Gesang hörbar wird. Die kehlige Stimme keift und faucht, hingegen Growls sind kaum noch zu vernehmen. Während der neun Tracks, «I» und «II» sind Erholungs-Pausen, finden sich epische Melodien, ruckartige Riffs und doomige Leads, die ihre Tracks antreibt, die erst bei der Schluss-Explosion zu beruhigen sind. Der harte Vormarsch wird erst durch ein paar eindringliche Passagen gemildert und findet, ganz zum Titel passend, mit «I Am The End» seinen Abschluss.

Die letzte Komposition beginnt langsam und bietet einen ganz anderen Klang als die vorherigen Tracks, insbesondere was den Gesang betrifft. Fall Of Serenity erwachen aus einer langen Starre und verfinstern sich mit «Open Wide, O Hell» deutlich. Die Band hat schon immer von ihren dunklen Einflüssen profitiert, aber mit diesem Album werden sie voll ausgeschöpft und schaffen ein Theater der Düsternis.
Oliver H.

cede


https://www.youtube.com/embed/e-JlqVtQdQo


Montag, 08 April 2024 05:22
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Bei etwas älteren Rock-Dinos, also wie meiner Wenigkeit, verbinden sich die noch vorhandenen Synapsen im Hirn umgehend, wenn sie den Bandnamen FARGO registrieren. Damit einher geht nämlich der Spitzname "Fargo-Pedder" alias Peter Knorn, der damit eher mit seiner Vergangenheit bei der deutschen Hard Rock Institution Victory, als mit seiner eigenen Combo in Erinnerung gerufen wird.

Nichtsdestotrotz muss an dieser Stelle die Band Fargo erwähnt werden, die bereits 1973 von Peter gegründet wurde. Zu Beginn der Karriere nahm er dort den Posten als Sänger ein, tauschte dann aber nach diversen Besetzungs-Wechseln seine Position, sprich übernahm den Bass. Bevor er seine Dienste ab 1985 bis 2011 Victory zukommen liess, veröffentlichten Fargo zwischen 1977 und 2018 immerhin sechs Alben, die jedoch kommerziell gesehen keine grossen Stricke zerrissen. 

Spätestens seit dem brillanten, letzten Album «Strangers D'Amour» wurde aber Gewahr, dass nebst den wieder erstarkten Victory (mit "unserem" Gianni Pontillo von The Order) auch bei Fargo wieder ordentlich Dampf im Kessel lauert! Das Teil ist echt ein Geheim-Tipp und sollte in jedem Regal eines Rock-Fans stehen. Wie sich das Ganze einst mal vor dem Weg bis hin zur Gegenwart angehört hat, bietet sich nun mit diesem töften Box-Set an, das sich den früheren Zeiten zwischen 1979 und 1982 widmet.

Angesprochen sind die ersten vier full-lenght Alben «Wishing Well» (1979), «No Limit» (1980), «Frontpage Lover» (1981) und «F». (1982). Während alle Aufnahmen remastered wurden, spendierte man dem Debüt zusätzlich noch einen neuen Mix. Wer auf Classic Rock aus dieser Zeit steht und sich durch die vier Alben hindurch hört, wird unter anderem ein paar Vibes der alten KISS (vor allem beim Erstling) und Krokus vor «Metal Rendez-Vous» oder anderen Schweizer Combos wie Crush heraus hören. «Hard Attack» als ziemlich flotte Schluss-Nummer ist allerdings "nur" ein Instrumental.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5OvCFavhWWU

Montag, 08 April 2024 05:11
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v. 10 Punkten: keine Wertung

«The Missing Piece» war das neunte Studio-Album der britischen Progressive Rock Band Gentle Giant. Es wurde 1977 auf Chrysalis Records veröffentlicht. Nun kommt eine überarbeitete Version, neu gemixt von Steven Wilson, auf den Markt.

Die Briten bekamen damals für dieses Album etwas durchwachsene Kritiken. Man probierte neue Einflüsse aus wie beispielsweise Pop, und sogar etwas Punk liessen die Briten in die Songs einfliessen. Nützte alles nichts, 1980 löste sich die Band um Sänger Derek Shulman für immer auf. Heute betrachtet ist «The Missing Piece» ein durchaus starkes Werk. Songs wie «I'm Turning Around» erinnern an Strawbs oder alte Genesis. Die leichte Prog-Nummer ist echt ein Ohrwurm.

«As Old As You're Young» eine klasse, typische Prog Rock Nummer à la The Tangent, Yes und Kaipa, typisch 70er-Jahre halt. Total verspielt mit starkem, mehrstimmigen Gesang. Ebenfalls sehr gelungen ist das etwas folkige «Memories Of Old Days», das komplett ohne Drums dargeboten wird. Auch «Winning» und das abschliessende «For Nobody» sind zwei spannende Prog-Nummern. Da man sich der musikalischen Ausrichtung nicht mehr einig war, löste man die Band in gegenseitigem Einverständnis friedlich auf. Und so geniessen wir halt «The Missing Piece» in Memoriam of Gentle Giant.
Crazy Beat

cede


https://www.youtube.com/embed/hQ8AULENicY


Samstag, 06 April 2024 07:40

INGESTED gehören zu den meist verehrten Death Metal Bands Grossbritanniens. Im Laufe der Jahre sind sie immer stärker geworden, und ihre brutalen Auftritte haben dem Sound noch mehr Tiefe verliehen. So zog das Trio eine stets wachsende Legion von Fans an Land. Nun ist der Dreier mit dem neuen Album «The Tide Of Death And Fractured Dreams» zurück.

Die Platte knüpft an den klaustrophobischen Vorgänger «Ashes Lie Still» aus dem Jahr 2022 an, ein selbst für Ingested Massstäbe düsteres Album. Mit dem brutalen Opener «Paragon Of Purity», der in ein blutgetränktes Video verpackt wurde, fällt der Startschuss, rein musikalisch, nicht weniger düster aus. Er präsentiert eine druckvolle Produktion, die übrigens für ganze Album gilt, um den Zuhörer körperlich durch den Raum zu schleudern. Das kurze «Endless Machine» ist ein Inferno aus mechanistischer Percussion, herunter gestimmtem Riffing und einem Gesang, der irgendwo in der Nähe des geschmolzenen Erdkerns heraus gerissen wurde.

Die unheimlichen Klang-Landschaften von «Where No Light Shines» geben den angeschlagenen Synapsen des Zuhörers die Möglichkeit, sich neu zu orientieren. Ingested entwickeln und erweitern ihre Klang-Palette auf subtile Weise, ohne dabei auf die brutale Wucht zu verzichten, für die sie bekannt sind. Mit dem Gastauftritt von Josh Middleton von Sylosis erfährt der aufgewühlte Groove von «Expect To Fail» einen Genickbruch, bevor die Band abrupt das Tempo ändert. Wirklich überraschend ist das anmutige Instrumental-Stück «Numinous», bei dem Sean Hynes die Gitarre zupft und mit eindringlichen Streichern und Synthesizer-Passagen verwebt, um eine Oase der Ruhe, im Herzen dieses brodelnden Kessels zu schaffen.

Im Anschluss zieht Mark Hunter (Chimaira) die Zuhörer mit treibendem Deathcore zurück in die Hölle. Es bleibt «A Path Once Lost» überlassen, dieses tollwütige Album mit einer nachdenklicheren Nummer zu beenden. Nicht, dass der Track zur Hälfte doch noch explodiert, aber mit Elementen von Djent und Prog erweist er sich als hochstehender Abschluss eines abenteuerlichen Albums, das Ingested einmal mehr als ganz besondere Band auszeichnet. Die Truppe aus Manchester besitzt die Fähigkeit, Genres zu überbrücken, während sie gleichzeitig den wilden Death Metal fest im Griff behält. «The Tide Of Death And Fractured Dreams» ist nichts als ein gigantischer Metal-Koloss!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vxGyDToa1V4


Samstag, 06 April 2024 07:35

Diese 1990 gegründete, schwedische Rock-Band deckt gemäss Recherche folgende Stile ab: Hard Rock, Stoner Rock, Grunge, Alternative Rock und Psychedelic Rock. Was für die einen eine normale oder zumindest mögliche Entwicklung darstellt, könnte von anderen als "planloses und Trends hinterher hechelndes Musizieren" ausgelegt werden. Wie auch immer hatte ich The Quill bisher nie wirklich beachtet, da ich bekanntlich um Grunge und Alternative einen grossen Bogen mache.

Bassist Roger Nilsson spielte zwischen 2001 und 2004 noch bei Spiritual Beggars, und das war, respektive ist für mich halt immer noch die Band in Sachen Stoner, Hard, Retro und Psychedelic Rock mit einem echt guten Gespür für geile Hooks. Höre ich mir vorab aber bewusst die 2019-er Re-Releases der ersten beiden The Quill Alben von 1995 («The Quill») und 1999 («Silver Haze») an, so vernehme ich zum Beispiel beim Debüt mehrheitlich kernigen und mit ordentlich Hammond Orgel versehenen Rock mit 70ies-Schlagseite und latenter Black Sabbath Rhythmik, der, getragen von Magnus Ekwalls kräftigem wie variablem Gesang, eigentlich keine Gefangenen macht. Gewisse Stoner-Parts wissen dabei ebenso zu gefallen und werden ab dem Zweitling insgesamt dominanter in Szene gesetzt.

Und was sagt uns das jetzt alles? Ein rational erklärbarer Grund, warum diese an sich töfte Truppe bei mir bisher nicht stattfand, liegt schlicht nicht vor. Vor allem höre ich da auch bei späteren Alben eher wenig Alternatives oder gar Grungiges heraus. Eher geht es mehr in Richtung "rockige Black Sabbath", auch weil sich Frontmann Magnus immer wieder mal nach dem jungen Ozzy Osbourne anhört. Dass die Hammond im Verlauf der Jahre eingemottet wurde, ist zwar schade, vermag die Qualität von The Quill dadurch aber nicht zu mindern. So wie sich der Vorgänger «Earthrise» (2021) nach wie vor als stampfiger Stoner-Brocken empfiehlt, liegt auch das brandneue Werk «Wheel Of Illusion» mit neun weiteren Top-Krachern bestens im Halfter. Hey Rockslave, es ist allerhöchste Zeit zum Aufwachen!
Rockslave

cede

 
https://www.youtube.com/embed/cULljc-2Jfk

 

Samstag, 06 April 2024 07:25
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v. 10 Punkten: keine Wertung

BEDRÄNGNIS aus Frauenfeld bringen nach dem Debüt-Album «Die Bürde die wir tragen» (2022) nun die EP «Verlorene Seelen und ihr Zerfall» heraus.

Schon mit «Morgen 13» wird genialer und rasend schneller Black Metal zelebriert! Dieser wird aber nicht nur schnell geboten, sondern so werden auch langsamere Teile gekonnt eingebaut und für eine unheilvolle Stimmung gesorgt! Beklemmend geht es mit «Fährnis» weiter, und auch hier wird ganz starkes Liedgut zelebriert! Völliger Raserei gibt sich «…danach Traum» hin und kann ebenfalls auf der ganzen Linie überzeugen! Mit der genialen Black Metal Hymne «Unmensch» wird diese fabelhafte EP beendet. Bedrängnis liefern mit «Verlorene Seelen und ihr Zerfall» gewaltig ab, und diese Band sollte man auf jeden Fall auf dem Radar haben, wenn es um genialen Black Metal aus der Schweiz geht!
Roolf


https://www.youtube.com/embed/hzgSgIkJEO0

 

 

Samstag, 06 April 2024 07:16
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v. 10 Punkten: 7.9

Dies ist das zweite Werk der Herren und der Gitarristin Clemente De Hoyos aus Austin, Texas. Man fühlt sich bei der Musik von WHITE DOG tief in die Vergangenheit gezogen, Ende 60er, Anfang 70er Jahre.

Songs wie «Double Dog Dare» atmen den Spirit von Lynyrd Skynyrd. Ebenso das folgende «FDIC». Man findet hier immer wieder musikalische Verbindungen zu älteren Bands. Von Twin-Soli der Marke Thin Lizzy bis zu Blues-rockigen Songs, die an die Stones erinnern, man höre sich nur mal «Glenn's Tune» an. Dass die Texaner Humor haben, zeigt das kurze «A Message From Our Sponsor», und dass man auch coole Balladen drauf hat, hört man beim sehr gelungenen, gefühlvollen gespielten «Frozen Shadows». «Holy Smoke» klingt hingegen wie eine Mischung aus ganz alten Uriah Heep und Led Zeppelin.

«The Last "Dam" Song», wie der Titel bereits verrät, markiert schliesslich den letzten Song. Eine Blues Rock-Nummer, die etwas von Gitarren-Ikone Jimi Hendrix atmet, ist ein toller Abschluss eines Albums, das zwar total nach retro klingt, aber mit glasklarem, modernem Soundgewand glänzt. Die Vermischung all dieser oben genannten Bands macht «Double Dog Dare» zu einem sehr interessanten Hör-Erlebnis. Man spürt den Spass richtig heraus, den die Texaner beim Spielen haben. «Double Dog Dare» ist sehr empfehlenswert für Liebhaber dieser Musik.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1KTnMLmy85A

 

Freitag, 05 April 2024 05:57

Ich durfte im Laufe der Jahre schon einige Alben von KORPIKLAANI rezensieren, und grundsätzlich besitzen alle diese wunderbare Konsistenz und den charakteristischen Sound. Allerdings waren die letzten Alben «Kulkija» (2018) und «Jylha» (2021) etwas durchzogen und als Ganzes sanfter.

«Rankarumpu», das zwölfte Werk der Band, scheint jetzt wieder in die Spur der Anfangs-Jahre zu zielen. Die Platte ist schnell, lustig, und ein Gassenhauer jagt den nächsten. Klar, die Zeiten von «Happy Little Boozer» sind lange vorbei, aber warum sich immer am Alten festkrallen, wenn die neuartigen Trinklieder ebenfalls Spass machen und Aufmerksamkeit erregen? «Rankarumpu» ist nämlich nichts anderes als zwölf Lieder purer Spass! 

Die Platte zeigt einen Sinn für Lebensfreude und Lebendigkeit auf. Tracks wie «Oraakkelit» weisen eine lebhafte Pop-Sensibilität aus, gepaart mit dezentem Geigen-Spiel, das wirklich funktioniert und in einen mitreissenden Refrain mündet. «Mettään» gehört wohl zu den geradlinigsten "Metal-Songs", die Korpiklaani seit Jahren geschrieben haben. An anderer Stelle finden sich grossartige Stücke mit wirbelnden Jigs und feurigen Violin-Soli, wofür «Saunaan» ein Parade-Beispiel darstellt. Das Album-Cover ist ganz schlicht gehalten, ein Bild einer traditionellen Trommel.

Dies unterstreicht auch den Album-Titel, der, ins Deutsche übersetzt, "Trommelwirbel" bedeutet. Tatsächlich ist das Schlagzeug auf dieser Scheibe wieder stärker vertreten, wodurch die Songs härter und schneller klingen, als auf den letzten Vorgänger-Alben. Die Dinge scheinen gerade sehr positiv zu laufen für die Truppe um Jonne, Jarkko und Cane. Manchmal wünschte ich sogar, ich würde Finnisch verstehen, denn die Band schreibt seit vielen Jahren ausschliesslich in ihrer Muttersprache, und der umfangreiche Song-Katalog macht es immer schwieriger, die Alben zu unterscheiden und dIe Songs letztlich mitzusingen! «Rankarumpu» ist, aus meiner Sicht, eine Rückkehr zur Urform der finnischen Genre-Führer.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YALBFRma2cw

Freitag, 05 April 2024 05:52

Nach dem ersten Höreindruck der vierten Scheibe dieser finnischen Symphonic Metal Band ist man erstmal geplättet. Was LOST IN GREY hier abliefern, ist ein unfassbar opulentes, bombastisches und stimmiges Gesamt-Kunstwerk.

Natürlich geistert der Branchen-Primus Nightwish immer im Hinterkopf, aber die Band hebt sich alleine schon durch die zwei Sängerinnen Anne Lill und Emily Leone von den Landsleuten ab. Mit Harri Koskela (Keyboards) ist auch ein Mann am Mikro zu hören, was wiederum an Visions Of Atlantis erinnert. «The Entourage» und «The Bottomless Pit» sind beides Klasse Songs, welche das songwriterische Können der Band widerspiegeln. 

Während die erste Hälfte fast ausschliesslich theatralischen Bombast Symphonic Metal bietet und an grosse Epen aus Hollywood erinnert, überrascht man gegen den Schluss mit der Interpretierung des schwedischen Volksliedes «Vem Kann Segla Förutan Vind», welches seinen Ursprung wohl in den Aland Inseln (zwischen Schweden und Finnland) hat. Mit der folkigen Ballade «Hailuoto» drosselt man das Tempo, ehe der Titelrack locker die 10-Minuten-Marke knackt und nochmal alle Trademarks in einen Topf wirft. 

Die Orchestrierungen sind klasse, der Härtegrad kommt nicht zu kurz, und der Gesang besitzt ebenfalls Weltklasseformat. Noch fehlt vielleicht ein Überhit der Gattung «Ghost Love Score», aber «Odyssey Into The Grey» ist trotzdem ein Werk, das sich Symphonic Fans blind kaufen können. Enttäuscht wird nämlich kaum einer sein, denn Lost In Grey haben damit ihr bisher stärkstes Album am Start.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aXI0-uD6Q8s

Freitag, 05 April 2024 05:45

Frohlocket ihr Doomköppe, es ist vollbracht! Das Quartett um Vater (Chris Babalis Senior, Gitarre) und Sohn (Chris Babalis Junior, Gesang und Gitarre) ist endlich dort angekommen, wo es hingehört, denn mit ihrem vierten Output haben die Hellenen ACID MAMMOTH die Türen zum Doom-Abgrund weit aufgerissen und sich kopfüber in denselben hinein gestürzt.

Der Einstieg mit dem relativ flotten Titeltrack und «Fuzzorgasm (Keep On Screaming)» gestaltet sich zwar noch recht, na ja, fröhlich wäre in diesem Zusammenhang unangebracht, sagen wir mal beschwingt, aber spätestens ab dem schwerfälligen Doom-Monster «Garden Of Bones» setzt die richtig düster-melancholische Atmosphäre ein und wird dabei von Song zu Song schwerer. «Atomic Shaman» fügt dem Fuzz-lastigen, bedrohlichen Sound noch eine ordentliche Portion Wut hinzu, währenddem danach das eher ruhige «One With The Void» schon fast wie eine beklemmende Liturgie des Bösen rüber kommt. Den Vogel schiessen die Griechen aber definitiv mit dem abschliessenden Longtrack «Tusko's Last Trip» ab, zumindest wenn man sich kurz mit der Geschichte dahinter befasst.

In beklemmenden zwölf Minuten schildert die Band das tragische Schicksal eines Tusko genannten, asiatischen Elefanten-Bullen, der 1962 im Stadtzoo von Oklahoma City einem hirnrissigen Experiment mit einer Überdosis LSD zum Opfer fiel. Damit beweisen Acid Mammoth einerseits, dass sich Doom-Songs überhaupt nicht immer um die sonst üblichen Themen wie dem Tod von, der Trauer um und dem Verlust von Menschen drehen müssen, und andererseits, dass sie sich inzwischen zu richtig guten Geschichten-Erzählern gemausert haben. Klare Kauf-Empfehlung zu «Supersonic Megafauna Collision» für Doomheads klassischer Ausprägung.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SeZUrECU99U


Freitag, 05 April 2024 05:37
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v. 10 Punkten: 7.0

Ich bin ein bekennender Jeff Scott Soto Fan, einfach weil ich seine Stimme bei Talisman, Axel Rudi Pell, Yngwie Malmsteen, Eyes, Human Clay, Soul SirkuS oder W.E.T. lieben gelernt habe. Aber auch der gebürtige New Yorker, kann nicht aus allen Scheiben, wie dieses Mal von D'LUNA, eine Offenbarung bieten.

Das Material von Gitarrist David De Luna und Bassist Philip Bynoe (Steve Vai, Ring Of Fire) besitzt sicherlich seine guten Momente, driftet aber zu stark vom Hard Rock in die progressive Schiene ab und züngelt teils auch in eine jazzige Richtung. Die Fans von Kings X wird es freuen, denn die kommen hier bestens auf ihre Kosten. Auch wenn ich der Stimme von Jeff gerne folge, fehlen mir hier einfach der rote Faden, welcher aus den Tracks mitsingbare Nummern hervor bringt. Musikalisch bewegt sich das Ganze auf einem sehr hohen Level, und man darf den Jungs ihr Talent nicht absprechen. Wer sich die Zeit für ein Album (heute noch) nehmen will und dabei in musikalische Tiefen eintauchen möchte, wird mit «Monster» treffend bedient. Alle anderen sollten hier vorsichtig in das Teil reinhören.
Tinu

cede

 

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Donnerstag, 04 April 2024 05:40
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v. 10 Punkten: 8.0

Mit UDAD hat Thomas Erikssen (Mastermind von Mork) ein neues Projekt am Start. Das Debüt-Album «Udad» bietet epischen Black Metal.

«Den Evindelige Ende» ist eine epische Hymne, die ohne Gesang auskommt. Mit «Bakenfer Urskogen Utkant» wird epischer Black Metal mit verzweifeltem Gekeife dargeboten. Mit einer wahrlich edlen Hymne namens «Avgudsdyrker» geht es weiter. Eine Midtempo-Hymne ist «Bloodnatten», die dann in der Folge aber ereignislos daher kommt. Endlich geht es mit «Den Virkelige Apokryf» ein wenig mehr zur Sache. Leider bereiten die maschinellen Schepper-Drums dabei gar keinen Spass.

Ein weiteres Black Metal Epos stellt «Vondskapens Triumf» dar. Das ist zwar nicht schlecht gespielt, aber die eigentlichen Höhepunkte fehlen, und die Songs klingen allesamt fast gleich! Und so reiht sich auch «Kaled Iver» lückenlos bei seinen Vorgängern ein! Mit ganz viel Epik beendet die Schluss-Nummer «Antropofagens Hunger» das selbstbetitelte Werk. Wer auf sehr ähnlich aufgebaute Black Metal Hymnen steht, kann Udad ja mal anchecken, und allen anderen sei die Hauptband Mork empfohlen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/skIFrAQCLeU

Donnerstag, 04 April 2024 05:35

«Surgical Strike» war einer der herausragendsten Nummern des besten Queensrÿche Albums «Rage For Order». Die gleichnamige Truppe schlägt sich aber mit harten Thrash Salven durch insgesamt zehn Tracks hindurch und knüppelt mit ihrem 24/7 Hass alles in Grund und Boden.

So klingen auch die Songs, heisst als ob das Unverständnis zu gewissen, aktuellen Themen in Töne umgewandelt worden wäre. Dabei ist es aber nicht nur ein stupides Geholze, sondern ein mit technischen Raffinessen serviertes Thrash-Menu. Was den Jungs aber fehlt, wie so allen neueren Thrash-Bands, ist, dass sie Songs schreiben können, die im Kopf hängen bleiben, sprich wie bei Death Angel, Exodus, Testament oder Lääz Rockit. Trotzdem sollten sich die Konzert-Hallen Stagediver, Crowdsurfer und Moshpit-Tänzer «24/7 Hate» anhören, da einzelne Gitarren-Harmonien, wie bei «Fear Monger», immer wieder an die neueren Kreator erinnern.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/raklgRjAwFY

Donnerstag, 04 April 2024 05:30

Nachdem das in Edinburgh ansässige Ehepaar John und Sophie Fraser einen Platten-Vertrag mit Prosthetic Records (Los Angeles) unterzeichnet haben, bereiten sie mit HAND OF KALLIACH die Eroberung der Death Metal Welt vor.

Ihr zweites Album mit dem Titel «Corryvreckan» ist eine unverwechselbare Mischung aus melodischem Death Metal, verschmolzen mit schottischer Folk-Musik, die auf der aktuellen Platte wunderschön ausgearbeitet wurde. Der Bandname ist der "Legende von Cailleach" entlehnt, der alten Hexengöttin des Winters aus der schottisch keltischen Mythologie. Die Geschichte besagt, dass sie am Grund eines riesigen Strudels namens "Corryvreckan" lebt, der zwischen einigen westlichen Inseln Schottlands liegt und diesem Album seinen Namen gibt. Der Titel ist dann auch Programm.

Die neun Songs thematisieren die Vorbotin des Winters, die sich aus den Tiefen erhebt, um ihren Plaid (Umhang) im Wasser des "Corryvreckan" zu waschen. Sobald er wieder strahlend weiss ist, wirft sie ihn über die Erde, wo er als Schnee landet. Eigentlich gar nicht so todesmässig, wenn man sich dies bildlich vorstellt. Der Soundtrack dazu hat es aber in sich. John spielt die harschen Gitarren-Riffs sowie die treibenden Drums selbst ein und steuert ebenfalls den kehligen Gesang bei. Seine Frau Sophie bedient derweil den Tieftöner und ist für die engelsgleichen Vocals des Projekts zuständig. 

Cailleach wird auf verschiedene, widersprüchliche Weisen dargestellt – sowohl als Symbol für Tod und Verlust, als auch als Quelle der Pflege und des Schutzes. Die Fäden der keltischen und gälischen Folklore ziehen sich durch das ganze Album hindurch, vor dem Hintergrund von gespenstischem, melodischem Death Metal. Die robuste Brutalität des Death Metals mit dem ätherischen Hauch des Folk zu vermischen, ist ein berauschendes Gebräu, das allerdings durch den jeweils ähnlichen Song-Aufbau etwas an Spannung verliert. 

Die Tracks wirken mit der Zeit monoton und weisen einen sich wiederholenden Effekt auf. Etwas schade, denn der Sound ist anspruchsvoll und steht technisch auf hohem Niveau. Trotzdem ist das Resultat eine phantasmagorische Reise durch alte Geschichten und wirklich progressiven Metal, mit einem unübertroffenen Blick fürs Detail.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/bGAsoxJ4od4

Donnerstag, 04 April 2024 05:21
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v. 10 Punkten: keine Wertung

In Schweden 2005 von den beiden Schulfreunden Victor Olsson (Guitars) und Dino Zuzic (Keyboards) gegründet, widmen sich SAFFIRE dem klassischen Hard Rock / Heavy Metal mit zeitgemässen Anstrich und dezenter Schlagseite hin zu Melodic.

Das Debüt «From Ashes To Fire» (2013) und zwei Jahre später der Nachfolger «For The Greater Good» stiessen auf positive Resonanzen. Danach wurde es auffällig still um die Formation. Eher unerwartet fand die Geschichte aber 2022 mit «Taming The Hurricane» seine Fortsetzung, wo es wiederum verdient gute Kritiken absetzte. Nun entschloss sich die Band, «For The Greater Good» einem Face-Lifting zu unterziehen und als neu abgemischte Version noch einmal zu veröffentlichen. 

Nicht ganz nachvollziehbar, da die Scheibe gemäss eigenen Angaben auch im Original nicht schlecht klingt. Somit sind klangliche Unterschiede höchstens im direkten Vergleich auszumachen. Auf eine Aufstockung der originalen elf Tracks wurde verzichtet. Kurz, wer das Album vor neun Jahren bereits erwarb, kriegt keinerlei Anreiz erneut Geld auszugeben. Wer das Werk jedoch noch nicht sein Eigen nennt, dem sei es hiermit wärmstens empfohlen.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/e6ux2aKOuo8

Mittwoch, 03 April 2024 05:30

Die Schweizer Rock-Band um die namensgebenden Chris Ellis (v) und Edis Mano (g), die durch Tastenmann Lukas Bosshardt, Bassist Severin Graf und Schlagzeuger Nico Looser komplettiert werden, sind seit 2017 unterwegs und haben seither drei feine full-lenght Longplayer veröffentlicht.

Die aktuelle Scheibe «Luck Of The Draw» erschien vor etwas mehr als einem Jahr und untermauerte das Talent der Truppe. Nun folgt das erste, offizielle Live-Album. Dies erstaunt nicht wirklich, weil die ELLIS MANO BAND im letzten Jahr eine ausgedehnte Tour in der Heimat absolvierte und dabei auch den einen oder anderen Abstecher in Deutschland verzeichnen konnte. Das vorliegende Material mit insgesamt fünfzehn erlesenen Songs aus dem Repertoire des Fünfers widerspiegelt eine wertige Retrospektive dieser Auftritte in beiden Ländern. 

Die erfahrenen Studio- und Begleitmusiker haben ihre eigene, kreative Spielwiese mittlerweile definitiv gefunden, und deren Sound schreit förmlich nach Bühnen-Brettern. Nebst der immer wieder Akzente setzenden Hammond Orgel von Lukas vermag vor allem auch das etwas raue Sanges-Organ von Chris zu punkten, der mich vom Timbre her an David Reece (Bangalore Choir, Sainted Sinners) erinnert. Dazu gesellt sich das nicht minder prägnante Gitarren-Spiel von Edis, getragen von der soliden Rhythm-Section mit Severin und Nico.

Als Kollektiv glänzt man zudem mit immer wieder instrumental gehaltenen Parts innerhalb der Songs, was dem Ganzen den Stempel von improvisierendem Musizieren aufdrückt, was das Live-Erlebnis weiter stärkt. Nachzuhören auf längeren Tracks wie «Bad News Blues», «Badwater», «A Lifetime» oder «Johnny & Susie». Aber auch Balladeskes wie «Goodbye My Love» macht keine Gefangenen, und ein Track wie das soulig-funkige «Ambedo Mind» (mit geilem Bass-Solo!) zeigt die stilistische Varianz auf! Dazu kommt die hammergeile Produktion, die einen von Anfang an umgarnt und Teil davon werden lässt. «Live: Access All Areas»? Oh ja, und wie!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Kt8c_n54IVo

 

 

Mittwoch, 03 April 2024 05:24
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v. 10 Punkten: 8.0

Aus Turku/Finnland stammt die Band EINVIGI und präsentiert mit «Monokroma» bereits ihr drittes Album. Ruhig und melancholisch, so startet «Huoma» diese Reise. Geboten werden verträumte Melodien, ergänzt mit giftigem Gekeife.

«Elossa eilen, tänään jo kuollut» klingt wie Sólstafir auf Finnisch. In die Vollen geht «Tumman veden lapsi», und nun findet sich melodiöser Black Metal im Angebot. Im Mittelteil ist erneut eine Schlagseite in Richtung von Sólstafir auszumachen. Fröhlich geht es mit «Ambrosia» zu Werk. Leider wandern Einvigi eher orientierungslos von einem Stil hin zu einem anderen. «Kuolintanssi» ist ein gut gespielter Rock-Song. Melodischer Black Metal steht dann mit «Missa kujimme kerran» erneut auf der Menükarte, und als Beilage werden wieder die melancholischen Parts serviert. 

Der Titeltrack «Monokroma» geht als romantische Halbballade durch und würde sich auch als ESC-Beitrag von Finnland empfehlen! «Yksinäisen laulu pt.1» ist ein typischer Einvigi-Song, den man jedoch glaubt, schon gehört zu haben. Das romantische Interlude «Yksinäisen laulu Pt.2» lädt kurzzeitig zum Träumen ein. Das Ende markiert «Yksinäisen laulu pt.3» mit melodischem Black Metal. Einvigi sind grundsätzlich eine interessante Band, die aber zu viel möchte und dabei den roten Faden aus den Augen verliert!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LE_P3vqSURU

Mittwoch, 03 April 2024 05:16
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v. 10 Punkten: 7.3

Gitarren-Riffs lodern aus melancholischen, mystisch-düsteren Folk-Nebeln, rhythmisches Pochen entfacht gefühlvoll Hymnen - ausdrucksstark, progressiv und im Kern zutiefst emotional. Analoge Klangelemente mäandern spielerisch durch engmaschige Melodiebögen und sphärische Rockwellen, entfesselt und fesselnd zugleich. Dafür steht der Sound von TVINNA.

Alles fügt sich zusammen, verschmilzt und gipfelt in einem lohnenden Ritual, dem zweiten Werk «Two - Wings Of Ember». Das ungewöhnliche Projekt wurde 2017 mit dem Ziel gegründet, die menschliche Seele als Teil der Natur in die Musik einzubinden und sie klanglich erfahrbar zu machen. Bereits mit dem Debüt «One - In The Dark» begann der Kreislauf von Schöpfung, Geburt und Aufstieg aus dem lebensspendenden Element Wasser. Auf ihrem Zweitling klingen Tvinna stilistisch offener, experimenteller und durchwegs frei.

Eine logische Konsequenz ihrer eigenen Visionen, aber auch das Ergebnis der neuen Besetzung. Geblieben von der Original-Besetzung sind Laura und Rafael Fella. Ihr gehört eine der bezaubernden Stimmen der Folk-Band Faun, und er spielt Gitarre für die Schweizer Folk-Metaller Eluveitie. Ergänzt werden die beiden durch den CH-Ausnahme-Schlagzeuger Alain Ackermann und den Hintergrund-Gesang der Niederländerin Sascha van der Meer. Gemeinsam entfacht ihr multikulturelles Zusammentreffen einen zehnfachen Funkenwurf, der einerseits einen schützenden Zufluchtsort in der Dunkelheit schafft und andererseits mit lodernden Flammen agiert.

Obwohl Tvinna ganz Rock-klassisch aufgestellt sind (Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug), bilden dennoch Mandola, Lapsteel, Oberton Flöten, schamanische Rahmentrommeln und ein analoger MOOG-Synthesizer, sowie zahlreiche Natur-Geräusche und Soundscape-Klangerzeuger das Fundament ihres Sounds. Völlig befreit von Kategorien, Stilbegriffen und Barrieren, entfalten sie diesen facettenreichen Klang-Kosmos, der den Botschaften der Lieder und ihren eigenen rohen, ungefilterten Emotionen folgt. «Two - Wings Of Ember» ist ein ekstatischer Abschied von gesellschaftlichen Bindungen und inneren Dämonen, ein Befreiungs-Schlag und ein gewagter Flug über die musikalischen Grenzen hinaus.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JDAj7o2QpSY

Mittwoch, 03 April 2024 05:08

THY SHINING CURSE steckt der Grieche Leonidas Diamantopoulos, der das Album alleine aufgenommen hat. Leonidas scheut auf jeden Fall keine Grenzen und packt jede Menge Überraschungen in sein Debüt. Die Grundlage bildet auf jeden Fall symphonischer Death Metal.

Dass man es hier aber nicht mit einem leicht verdaulichen Werk zu tun hat, dafür sorgt schon der Opener «Abyssaoth», der nach dem Intro erklingt. Da verbaut der gute Mann nämlich kurzerhand eine Jazz-Einlage in den ansonsten bombastischen Song. «Aesahattr» kommt bei mir mit weiblichem Klar-Gesang  deutlich besser an, auch wenn die progressiven Song-Strukturen meinen Nerv nicht so ganz treffen. Vielleicht schafft es «Acephale» meine Lauscher zu verwöhnen? Leider nein, da der Song mit ziemlich viel Deathcore um die Ecke bratzt. Am besten gefällt mir das neoklassisch angehauchte «Heptacletus», das auf unnötige Experimente verzichtet.

Ansonsten erinnern mich das Material mit seiner mächtigen Orchestrierung an die Franzosen von Aephanemer. Im Gegensatz zu dieser genialen Band sind Thy Shining Curse aber deutlich sperriger. Das Album wird seine Fans finden, keine Frage. Man muss sich aber aus seiner Komfort-Zone begeben, um an den komplexen Arrangements seine Freude zu finden. Phasenweise trifft Leonidas voll ins Schwarze, nur um Sekunden später dafür zu sorgen, dass ich mir die Hände vors Gesicht werfe und denke: «Nein, wiesoooo???». Unter dem Strich ist «Theurgia» ein interessantes wie abwechslungsreiches, aber nicht einfaches Werk.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/KzKg9_FUTLY

Dienstag, 02 April 2024 04:40

Bei DEVASTATOR handelt es sich um eine englische Blackened Thrash Metal Band, die mit dem Album «Conjurers Of Cruelty» zum zweiten Rundumschlag ausholt.

«Beyond The Gates» zeigt sich erstmal als schaurig-schönes Intro, und der Titeltrack «Conjurers Of Cruelty» lässt darauf den Hammer schon mal heftig auf den Amboss donnern. Das ist genialer Blackened Thrash Metal, der mit ausserordentlicher Hingabe dargeboten wird, und ich bin jetzt schon unheilbar vom Devastator-Virus infiziert! Mit der Motörhead-Gedenknummer «Black Witchery» geht es mit Vollgas weiter und markeirt einen weiteren Volltreffer. Mit einem geilen Riff startet «Ritual Abuse», und trägt ebenso unvermeidlich zur Hitdichte bei.

Tom Warrior wäre unglaublich stolz auf «Walpurgisnacht», denn dieser Track ist einer der besten Celtic Frost Songs, die nicht von ihnen stammt. Das anbetungswürdige "Uuuhh" am Anfang ist einfach nur genial! Das gilt aber auch für den Rest, denn hier handelt es sich nicht um ein Plagiat, sondern um eine gelungene Neu-Interpretation. Mit voller Energie startet «Necromantic Lust» durch, und der Energie-Level bewegt sich ausnahmslos im dunkelroten Bereich. «Deathspell Defloration» kriecht anschliessend verhältnismässig langsam aus den Boxen heraus, aber auch mit diesem horrormässigen Sound vermögen Devastator vollkommen zu überzeugen!

Highspeed in Reinkultur wird mit «Bestial Rites» serviert, und das Riffing ist sensationell! Eine weitere Blackened Thrash Metal-Hymne wird darauf mit «Sharpen The Blade» gekonnt dargeboten. Eine Thrash-Granate ist «Rabid Morbid Death», und so wird das Gaspedal ein weiteres Mal unerbittlich durchgedrückt. «Liar In Wait» ist der erste von zwei Bonustracks. Diese Nummer groovt gewaltig und ist keinen Deut schlechter als die regulären Tracks! Zum Schluss wird mit «Death Forever» nochmals erbarmungslos Vollgas serviert. Mit diesem Hammer-Album müssten Devastator eigentlich, in einer gerechten Welt, überall die jeweiligen Wertungen des Monats anführen. Für mich ist das Quartett aus Derby, Derbyshire, England die Entdeckung dieses Jahres und «Conjurers Of Cruelty» nicht anderes als ein gewaltiger Volltreffer!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xZmR-2wDRyw

Dienstag, 02 April 2024 04:34
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v. 10 Punkten: 8.0

Vor vier Jahren erschien das Debüt der Band aus Los Angeles, welches mir damals gut gefiel. Wie es so ist, habe ich seither allerdings nicht mehr viel an STYGIAN CROWN gedacht, und umso erfreulicher gibt es nun wieder reichlich Futter für Doom Metal Maniacs.

An der Ausrichtung hat sich erfreulicherweise nicht viel geändert, sprich wer Bands wie Candlemass, Solitude Aeturnus oder Thronehammer auf dem Einkaufszettel stehen hat, sollte auch «Funeral For A King» darauf notieren. Nun, den Doom Metal an sich werden auch Stygian Crown nicht neu definieren, dafür sind die Genre-Grenzen zu eng gesteckt. Die Amerikaner setzen mit Melissa Pinion auf eine Frau am Mikro, und die verrichtet ihre Arbeit exzellent, ja sie erinnert mich gar ein wenig an Thronehammer Frontröhre Kat Gillham. Nach dem Intro startet mit «Bushido» ein bassorientierter flotter Song, welcher durch die majestätischen Vocals eine epische Atmosphäre verströmt.

Das Album-Highlight «Where The Candle Always Burns» glänzt indes mit starken Riffs, einem ansteckenden Refrain und schönen Melodien. Das ist purer Doom in seiner besten Form. Die Ballade «Blood Red Eyes» startet mit Streicher-Einsätzen und Piano-Klängen, welche die erhabene Traurigkeit des Doom Metal ebenfalls bestens repräsentiert. Auch wenn man die musikalische Klasse der oben genannten Bands noch nicht ganz erreicht, darf man «Funeral For A King» durchaus empfehlen. Stygian Crown besitzen auf jeden Fall das Potenzial, um in Zukunft einen richtigen Knaller zu schreiben.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vYyhY2S71HM

Dienstag, 02 April 2024 04:26

Dieses Album vereint Eicca Toppinen (Apocalyptica), Fredrik Åkesson (Opeth), Erik Danielsson (Watain), Nico Elgstrand (Entombed AD), Tomas Haake/Dick Lövgren (Meshuggah), Jacob Hellner und Kristjan Järvi. Sie haben zusammen unter dem Banner BRIGHT & BLACK ein düsteres Orchester-Werk geschaffen, welches auch Metaller ansprechen soll.

Mich als ausgewiesene Heavy Metal Fan lässt es aber auch nach zig Hördurchgängen kalt. Und dies, obwohl ich Apocalyptica durchaus mag. Vielleicht ist dieses Werk aber schlicht auch eines, dass man nicht einfach so nebenbei im Auto anhören sollte, sondern wirklich konzentriert und ohne Ablenkung zu Hause über eine sehr gute Musikanlage. Oder noch besser: Man besucht eines der vier angekündigten Konzerte in Talinn, Stockholm, Berlin oder Hong Kong. 

Dann wird man Zeuge der Kraft dieses vielschichtigen Werkes und bemerkt auch den tieferen Sinn dahinter. Als jemand, welcher sich nie reine, klassische Musik anhört, gibt mir dieses Werk schlicht zu wenig. Wem es anders geht, umso schöner. Das soll die Leistung hier jedoch nicht mindern. Anhänger von Apocalyptica dürfen gerne ein Ohr riskieren, aber bei "truen" Heavy Metal Fans dürfte dieses (über-) ambitionierte Album eher auf taube Ohren stossen.
Roger W.

cede



https://www.youtube.com/embed/f2XZkScM9rw

Dienstag, 02 April 2024 04:20
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v. 10 Punkten: 7.0

Zum 25-jährigen Jubiläum gibt es von der deutschen Band FARSOT das vierte Album «Life Promised Death» zum Anhören.

«Nausea» startet unspektakulär, und es wird eine Art Post Black Metal dargeboten, wie ihn auch andere Bands aus Deutschland ähnlich bringen. Bei «Buoyant Flames» wird die Kadenz erhöht, aber leider plätschert dieser Song komplett an mir vorbei. Der ruhige Teil ist zwar gut gespielt, passt aber nicht in den Song hinein. Leider geht es mit «Into Vertigo» ebenso unauffällig weiter, und so gehört auch diese Nummer in die Kategorie Fahrstuhlmusik! «Chimera», «Stray Dogs» und «Descent» teilen anschliessend dasselbe Schicksal wie ihr Vorgänger. Zum Schluss folgt noch «Lost Monumentum», und auch dieser Track vermag bei mir keinerlei Reaktionen hervor zu bringen! Das Album «Life Promised Death» schafft es so leider nicht, der Mittelmässigkeit zu entkommen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3noynvtCO_s

Samstag, 30 März 2024 07:10

Die Spanier aus Murcia lärmen seit 2007 zusammen und haben sich mit Haut und Haaren dem Speed und Heavy Metal verpflichtet. «Savage Dawn» ist das fünfte Album von IRON CURTAIN und bietet dem Fan, neben einem Intro und Outro, acht neue Songs.

Der Opener «Devil's Eyes» ist eine Speed Metal Hymne, die Fans von Enforcer oder Exciter im Dreieck umher springen lassen wird. Die Produktion tut ihr Übriges dazu, dass man das Gefühl kriegt, man lebe gerade Mitte der Achtziger. Auch «Gypsy Rocker» versprüht dieses Flair und lässt Erinnerungen an Motörhead wach werden. «Kalaschnikow 47» startet mit Akustik-Gitarre, bevor der Song sich zu einem 7-minütigen Monster verwandelt, der mit einem simplen, aber effektiven Refrain punkten kann. Speed Metal Maniacs dürften auch bei «Tyger Speed» ziemlich steil gehen.

Prägnantes Drumming, geile Riffs und Leads stehen hier im Vordergrund. Iron Curtain sind vielleicht da und dort etwas gar ungestüm, heben sich dadurch aber auch vom Rest ab, und das verleiht dem Ganzen eine kauzig-charmante Note. Die Truppe ist nicht wirklich originell, bietet kaum was Neues, klingt altbacken, aber macht einfach verdammt Spass. Die unbändige Spielfreude ist allzeit spürbar und katapultiert die Band mit «Savage Dawn» spätestens ab jetzt in eine Liga mit der jungen, wilden Garde des traditionellen Stahls (Enforcer, Ambush, Night Demon oder Stallion).
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tbYzQBrQ6kg

Samstag, 30 März 2024 07:05

Aha, wieder mal eine neue sogenannte Prog-Supergroup, wovon es ja fast keine gibt. Und wer ist da mit dabei? Natürlich mal wieder Derek Sherinian. An der Gitarre der Sons Of Apollo Gitarrist Ron "Bumblefoot" Thal, während Bassist Yas Nomura und Drummer Bruno Valverde die Band vervollständigen. Frontmann Dino Jelusić verfügt zwar über ein echt gewaltiges Organ, aber dennoch wirken die Songs mehrheitlich wie schon mal gehört.

Zu wenige echte Wiedererkennungs-Melodien, zu viel gutklassige Stangenware. Die Musiker beherrschen ihre Instrumente zwar, aber nur ab und zu, vor allem bei ruhigeren Passagen, überzeugen die Proggies, sowie bei «The Decision» und «Find My Way back». Hier findet sich eine starke Gesangs-Melodie, die mit den Instrumenten harmoniert. Zudem glänzt Ron mit einem sehr gefühlvollen Gitarren-Solo. Die einstündige Spielzeit von «Insanium» bietet zwar gute Unterhaltung, nutzt sich aber bei wiederholten Hördurchgängen leider zu schnell ab. Es fehlt das gewisse Etwas, und oft erinnert man sich an Dream Theater, ohne allerdings deren Song-Qualität zu erreichen. Ich hätte hier von solch grandiosen Musikern zu «Insanium» schon ein bisschen mehr erwartet.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ARvSEzdqxnE"

Samstag, 30 März 2024 06:59
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v. 10 Punkten: 7.6

F.K.Ü. waren und sind nie Teil eines Trends, sie sind Horror und Metal bis zum Ende. So kurz könnte man die Truppe um Sänger und Produzent Lawrence Mackrory (Bloodbath, Katatonia, Vomitory) auch beschreiben. Allerdings würde dies ihnen nicht gerecht.

Stark inspiriert von Horror-Filmen der 80er Jahre und Crossover Thrash Metal à la S.O.D. wurde die Band bereits 1987 gegründet. Allerdings sollte erstmal eine Dekade vergehen, bis die Jungs zusammen sassen und tatsächlich Musik schufen. In den späten 90ern war diese Art von Sound wahrscheinlich das Uncoolste, das man erschaffen konnte, aber F.K.Ü. haben ihr eigenes Ding daraus gemacht und sind nie den Trends der aktuellen Musik-Szene gefolgt.

Nun, nach fünf Alben und unzähligen Live-Shows kehrt der Vierer mit seiner bisher prägendsten und schlagkräftigsten Platte zurück: «The Horror And The Metal». Das Album folgt einem einfachen Leitmotiv: Horror, das Haupt-Thema der Band und ihre Filme aus den 80ern dienen als wichtigste lyrische und visuelle Inspiration, und Metal ist das, was diesen Jungs musikalisch durch die Adern fliesst. Mit einem Fuss im Bay Area Thrash Metal und einem im Ostküsten-Crossover haben sie ihre eigene Mischung aus Thrash Horror Metal-Hymnen kreiert, die jeden Moshpit zum Funkeln bringen.

Nach Mackrorys Aussage schloss sich die Band Anfang 2023 in den "Rorysound Studios" ein, um mit den Aufnahmen zum neuen Album zu beginnen. Als sie nach ein paar Monaten endlich durch die Vordertür wieder auftauchten, hatten sie zehn Songs und ein Horror Metal Meisterwerk geschaffen, das jegliche Unsicherheit über ihre Absichten beseitigen wird. Obwohl sie nie wirklich gegangen sind, sind F.K.Ü. jetzt definitiv mit «The Horror And The Metal» zurück, dem Leitbild dessen, worum es bei dieser Truppe geht.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ikyoaFMYfjI

Samstag, 30 März 2024 06:50

Die Spanier PESTILEGTH liefern uns mit ihrem dritten Studioalbum einen bunten Mix aus diversen Genres. Alles beginnt mit dem eher kürzeren Track «Intraexsanguination», welchen man gut dem Doom Metal zuordnen könnte. Dabei handelt es sich aber nur um eine kleine Finte, welche die Band schlägt, denn der nächste Track zeichnet sich durch sein Tempo und die brutalen Riffs aus. Nach diesem Muster ist ihr gesamtes Werk aufgebaut.

Man merkt schnell, dass das Duo M. und N., nicht durchschaubare, beziehungsweise nicht vorhersehbare Musik spielen. Ein gutes Beispiel dafür, ist die beschwingte Tonabfolge von «Verbalist Aphonee», welche sich zu einem beachtlichen Massaker von Double Bass Drum zusammen mit Black Metal Riffs entwickelt.

Später bedienen sie sich an einer Formel, welche Tony Iommi vor Jahren ins Leben gerufen hat, nämlich spielen sie eine sehr ruhige Sequenz, um das darauffolgende Gemetzel noch intensiver zu gestallten. Ich spreche vom zweiten Teil von «Enthronos Wormwomb». Die Gitarren sind sehr rein und clean gespielt, die Vocals geflüstert und die Drums wirken sehr bedacht. Die schiere Grösse von «Baleful Profusion», dem darauffolgenden Track, wirkt durch diesen kleinen Einschub noch gewaltiger.

Das Album steckt voller Überraschungen und ungeahnten Riffs, allerdings ist für mich der Wiederspielwert eher gering, da man das Album gut in einem Durchgang aufnehmen kann und bei mehrmaligem Hören die Knalleffekte bereits verblassen.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xoDx8TyYLUY

Freitag, 29 März 2024 05:52
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v. 10 Punkten: 9.0

Zur Feier von vier Dekaden RAGE veröffentlicht Bandleader Peter "Peavy" Wagner ein Doppel-Album, bei dem die erste Seite das komplette, künstlerische Dasein der Band abdeckt. Von harten, schnellen, hymnischen bis hin zu thrashigen Momenten bietet das Trio alles, was man sich von Rage erhofft.

Das mit einem unglaublichen Refrain gesegnete «Justice Will Be Mine», das harte «Shadow World» (mit sensationeller Gitarren-Arbeit), das an «Black In Mind» Zeiten erinnernde «Life Among Ruins», das hymnische «Under A Black Crown» und das harte «Afterlife» zeigen auf, was Peavy, Jean (Gitarre) und Lucky (Drums) noch immer in der Lage sind zu kredenzen und nach vier Jahrzehnten nichts verlernt haben. Das Album klingt wie eine Frischzellenkur, ist aber keine, wenn man sich die Scheiben nach den Ausstieg von Victor Smolski anhört.

Der zweite Part wurde mit klassischen Orchester-Arrangements ausgestattet und erinnert an die wohl erfolgreichste Zeit von Peavy, als sie mit «XIII» für viele andere Truppen den Weg mit einem Orchester neue oder bestehende Nummern einzuspielen, ebneten. War «XIII» noch ein klares Zusammenspiel zwischen Metal und Klassik, so entpuppen sich die Lieder von «Afterlifelines» als verschmolzen mit dem Charakter der Klassik. Dabei stechen «Curse Of The Night», «It's All Too Much» und «Dying To Life» hervor.

Mit Akustik-Gitarren verleihen die Jungs dem Album ein zusätzliches Flair, welches einmal mehr das geschickte Händchen von Peavy beim Komponieren zeigt. Vier Jahrzehnte werden mit dieser Scheibe grandios gefeiert, welche die komplette Bandbreite der Jungs abdeckt. Wer auf packenden (Power) Metal steht, wird einmal mehr nicht an Rage vorbei kommen und feststellen, wie aufhorchend sich die Lieder präsentieren. Bedeutet, man sollte sich nicht nur vom Tempo fesseln lassen, sondern auch in die musikalischen Welten eintauchen, die uns hier geboten werden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/p62l__zZEPg


Freitag, 29 März 2024 05:48

Die Band aus Kiel ist Proggies natürlich schon seit Jahren ein Begriff und zwar als Lieferant grossartiger Prog-Musik. Stets auf hohem Niveau knallen die Deutschen IVORY TOWER auch auf ihrem neuesten Streich «Heavy Rain» wieder zehn obergeile Kracher heraus.

Schon der kräftige Uptempo-Opener «Black Rain» macht sofort Lust auf mehr. Mit der noch schnelleren Doublebass-Drum-Nummer «Holy War» geht es gleich souverän weiter, und über allem thront die kräftige Stimme des neuen Sängers Francis Soto, der Dirk Meyer ersetzt. Francis passt perfekt zur Musik der Kieler. Trotz der mächtigen Gitarren-Wände hört man, dass die Keys etwas mehr im den Vordergrund gerückt sind als bei älteren Alben. Auch der kräftige Midtempo-Track «The Destination» glänzt mit starker Gesangs-Melodie und treibenden Gitarren.

Was mir hier sehr gefällt, ist, dass eine Prog-Band für einmal nicht im Fahrwasser von Dream Theater agiert, sondern sehr eigenständige Musik präsentiert, mit Power Metal vermischt, was dann eher mal etwas nach Symphony X, Pagan's Mind oder auch Angel Dust klingt. Auf jeden Fall haben die Kieler mit ihrem neuesten Streich musikalisch und von den Songs her gesehen wieder einen spürbaren Schritt nach vorne gemacht und hauen mit «Heavy Rain» ein exzellentes Album heraus, das wirklich begeistert und sich Genre-Fans definitiv anhören sollten.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/P9zznjxy9B0

Freitag, 29 März 2024 05:40

Die japanische Metal-Szene hat im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder tolle Künstler hervor gebracht. Jedoch gibt es mindestens einen Namen, der fast alle durch seine schiere Handwerks-Kunst und überwältigende Intensität überragt: COFFINS!

Mit seinem sechsten Longplayer «Sinister Oath» ist der Vierer zurück gekehrt, um uns eine gewaltige Serie von Death Doom Stücken zu bescheren, die auf der ganzen Welt zu spüren sind. Eine Band wie Coffins kommt aber nicht zufällig zusammen. Sie ist das Ergebnis wahrer Leidenschaft und Talenten, die in Form von Bungo Uchino (Gitarre), Satoshi Hikida (Schlagzeug), Jun Tokita (Vocals) und Masafumi Atake (Bass und Screams) 1996 vereinigt werden. 

Die Truppe ist so überzeugend, dass sich der Name Coffins langsam wie eine strategische, wenn auch geduldige Seuche über den Globus ausbreitet. «Sinister Oath» markiert das Ende der längsten musikalischen Durststrecke, die man bisher von der Truppe aus Tokyo erlebt hat. Drei Jahre sind seit ihrer geschmackvollen Split-LP mit Eternal Rot vergangen, aber man braucht bloss ein paar Minuten in «Sinister Oath» einzutauchen, um zu erkennen, dass diese drei Jahre gut investiert waren. 

Die neue Scheibe ist wohl als eine der absolut kraftvollsten Kreationen von Coffins zu bezeichnen. Die neun Songs setzen den charakteristischen Sound von fettem Death-Doom fort, der ebenso vielseitig wie dicht ist, ein fieses Werk, eine wahre Schöpfung des Untergrunds, der in der Dunkelheit geschaffen, im Dreck geboren und zur Zerstörung und Terror bestimmt ist. Die Platte ist mit härtesten Riffs vollgepackt, sodass sie es meisterhaft versteht, einen an der Kehle zu packen und ins Reich völliger Dominanz zu schleudern.

Wenn dies ihre letzte Arbeit wäre, könnte das Quartett in Würde abtreten, denn viel grooviger und satter geht es wohl kaum. Alles, was mit «Sinister Oath» auf dem Tisch landet, ist nichts Geringeres als ein wütender Todeswurm, der sich zäh, dann wieder aufbrausend, seinem Untergang entgegen stellt. Es ist mehr als belebend, dass die japanischen Veteranen nach all der Zeit immer noch mit Volldampf unterwegs sind, und alle Anzeichen  deuten darauf hin, dass der Bleifuss noch auf unabsehbare Zeit Bestand haben wird.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/om4NgnHQwiE

Donnerstag, 28 März 2024 04:51
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v. 10 Punkten: 7.6

Wir sind zur Zeit der Willkür ausgesetzt. Manchmal scheint die Sonne, dann wird es plötzlich wieder klar. Die Musik Hamferðs mag nicht willkürlich sein, aber definitiv kontrastreich. Beim Hören der Musik muss man sich einfach hingeben und das turbulente Auf und Ab über sich ergehen lassen.

Dies ist der dritte Studio-Release der Band von den Färöer-Inseln. Ihr Album strahlt die skandinavische Kälte förmlich aus und wird von einer gewissen Hoffnungslosigkeit begleitet. Ihr Werk lässt sich in zwei Teile zerlegen. Einerseits haben wir ruhige, clean gespielte und gesungene Passagen. Diese verbreiten eine Art Aufbruchsstimmung und bereiten einen auf das vor, was kommen wird. Ein Beispiel dafür wäre «Fendreygar». Andererseits fühlt man sich bei den drakonischen Doom Metal Teilen, als würde man mitten ins Geschehen katapultiert werden.

So der Anfang von «Ábær» mit seinem abgrundtief bösem Growling. Allerdings gibt es noch einen dritten Teil, welcher der Zusammenschluss der vorhin erwähnten Bausteine ist. Auf «Í hamferð» ist diese Fusion klar zu hören. Vor allem die cleanen Passagen verbreiten starke Folk-Einflüsse, zu hören auf «Glæman». Die Doom Metal Abschnitte sind meist kürzer gehalten, was ihren Einfluss allerdings nur noch verstärkt. Wer bereit ist, sich in dieser Jahreszeit mit einem frostigen Hörerlebnis zu vergnügen, sollte sich «Men Gu​ð​s hond er sterk» mal anhören.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nzTXA4oEcgE

Donnerstag, 28 März 2024 04:48
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v. 10 Punkten: 7.5

Am 8. März 2024 ist Brother Dege Legg leider im Alter von nur 56 Jahren verstorben. In seiner Musik verband der Singer/Songwriter unter dem Banner BROTHER DEGE Blues, Country, Roots- und Cajun-Musik. Sein sechstes Album wird nun wohl zum Vermächtnis des einst in Louisiana geborenen Musikers.

Vor allem die ruhigeren Sachen wie der Country/Pop-Song «Climbing Ivy», wo sehr viel Gefühl reingelegt wird, berühren den Zuhörer. Oder die schöne Singer/Songwriter-Nummer «A Man Needs A Mommy» gefällt ebenso sehr. Dem entgegen steht die Southern Rock Nummer «Turn Of The Screw», sicher ein Highlight dieses wunderbaren Albums. Und das bluesige «Loser's Blues», auch sehr stark. «The Devil You Know» ist eine sehr gefühlvoll gesungene Ballade mit sanfter Steel-Guitar, begleitet und ergänzt durch ein cooles Klavier-Solo, wirklich schön. Ich mag die ruhige, etwas raue Stimme von Dege.

Als ob der Musiker gespürt hat, dass dies sein letztes Werk sein würde. Zum Profi-Musiker wurde er aber erst im letzten Jahrzehnt. Nach einem Bachelor in Philosophie arbeitete er in diversen Berufen und machte nebenbei Musik, bis Regisseur Quentin Tarantino auf ihn aufmerksam wurde. «Too Old To Die Young» von seinem zweiten Album «Folk Songs Of The American Longhair» (2010) landete auf dem Soundtrack von Django Unchained (2012). Des Weiteren schrieb er noch vier Bücher. Dege wird uns aber vor allem mit seiner Musik in Erinnerung bleiben und diese neun letzten Songs ewig an ihn erinnern.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/orTxTS2iCRk

Donnerstag, 28 März 2024 04:40
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v. 10 Punkten: 7.0

In einem Soundmix Universum zwischen Filter, Twelve Foot Ninja und H-Blockx finden sich die Jungs von PROFILER wieder. Nach einer ersten Duftnote in Form einer EP kommt nun das Debüt-Album «A Digital Nowhere» auf uns zu.

Die erste Single ist sogleich auch der erste Song, den Sänger und Gitarrist Mike Evans für das Album geschrieben hat und packt den Zuhörer mit seiner Vielfalt an Facetten und Klang-Variationen. Er selber beschreibt den Prozess der Entstehung als befreiend und als Produkt einer an sich wachsenden Band, nachdem die Vorgänger-Musik eher eine One-Man-Show im Schreibprozess darstellte. 

«A Digital Nowhere» klingt vielversprechend, zeigt eine Band im Wandel und auf der Suche nach ihrer Topform. Noch haben sie ihr volles Potenzial nicht ausgeschöpft, hinterlassen aber eine beeindruckende Duftmarke und legen den Grundstein für weitere Grosstaten. Bestaunen dürfen wir die Band am 13.05.2024 als Support von Vended im Dynamo Zürich.
Pat

cede


https://www.youtube.com/embed/yDtcbuoYlJE

Donnerstag, 28 März 2024 04:30

ALFAHANNE bezeichnet ein nicht ganz so düsteres Black Metal Projekt mit diversen Gast-Auftritten aus Bands wie Carpatian Forest, Horna, Sorhin und Nordjevel. Diese verleihen der Platte etwas Würze und Abwechslung.

Auch wenn sich musikalisch eine gewisse Black Metal Ästhetik durch das Werk zieht, sind gewisse Punk-Elemente vorhanden, welche eine angriffslustige Atmosphäre schaffen. Trotzdem bleibt der eine oder andere Blastbeat nicht weg. Stimmungstechnisch trägt die Musik etwas Heroisches an sich, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie ziemlich melodiös ist. Dies ist gut auf «Alfa Omega (feat. Nattefrost)» zu hören.

Es ist quasi ein Aufruf in den Krieg zu ziehen, während die Lyrics "Alfa Omega!" den Schlachtruf symbolisieren. Wobei die Worte wohl den Anfang des Endes herauf beschwören. Trotz der vielen Gastauftritte ist das Album nicht sonderlich abwechslungsreich. Die Stimmung bleibt so bei allen Tracks ziemlich gleich. Das Einzige was wirklich brilliert, ist der Titletrack «Vår tid är nu», der zugleich auch der längste Titel geworden ist.

Auch in dieser Nummer findet man die gewohnte Angriffslustigkeit, sie ist jedoch mit einer gewissen Verzweiflung gemischt und so wohl am nächsten bei klassischem Black Metal. Wer diesen Stil kampffreudig mag, welcher nicht entmutigend, sondern eher anfeuernd ist, ist hier richtig. Allerdings bleibt es höchstwahrscheinlich beim einmaligen Durchhören, da «Vår tid är nu» wahrlich nichts Bahnbrechendes in diesem Genre bietet.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xcz3w7bZOO4

Mittwoch, 27 März 2024 04:31
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v. 10 Punkten: 8.3

Seit der Gründung im Jahr 2015 gehören ENGULF aus New Jersey zu den besten neuen Acts, die aus dem eher technischen Bereich des US Death Metal Undergrounds empor gekrochen sind.

Mit einer fieberhaften Flut von EPs in schneller Folge, die sich jeweils durch einen unerschütterlich rabiaten und komplexen Sound auszeichnen, der die Kern-Elemente Death Metal und Slam der 90er enthält, gepaart mit äusserst beeindruckender Musikalität und Vielfalt, ist die Tatsache umso beeindruckender, dass diese Platten allesamt das Werk eines einzigen Mannes sind, nämlich Hal Microutsicos. Nach der Veröffentlichung der «Transcend» EP im September 2019 schien der Ausbruch kreativer Aktivitäten abrupt zu erliegen.

Fast viereinhalb Jahre ruhte die One-Man-Band ohne grosses Aufsehen zu erregen. «The Dying Planet Weeps», Engulfs erstes Album in voller Länge, beendet nicht nur diese lange Zeit der Inaktivität, sondern bekräftigt auch den Platz an der Spitze des Underground Technical Death Metals. Diese Platte bietet das bisher beste Material. «The Dying Planet Weeps» hält alle Versprechen, die die drei vorangegangenen EPs schon machten, und erforscht nun den beeindruckenden und abwechslungsreichen Sound von Engulf in viel grösserer Tiefe. 

Dieser Longplayer vereint ein breites Spektrum an Einflüssen, sprich von übergreifenden technischen Schnörkeln und Death-inspirierten wie progressiven Tendenzen. Dazu kommen grosszügige Dosen Slam, brutaler Death Metal und atmosphärische Elemente, die sich durch dieses Album hindurch ziehen, um den Sound für den Zuhörer noch interessanter zu gestalten.

«The Dying Planet Weeps» ist von Anfang bis zum Ende ein fantastisches Album, das an manchen Stellen gar brutal instinktiv und wahnsinnig ist, sich aber nicht auf diese härteren Elemente verlässt, um die Musik zu tragen, sondern stattdessen der brillanten Musikalität ermöglicht, mit «The Dying Planet Weeps» viele Höhepunkte abzuliefern. Dies ist hoffentlich das Erste von noch vielen, weiteren wie hervorragenden Alben, das einen fast vollständig ausgereiften Sound zum Vorschein bringt und, wenn überhaupt, nur sehr wenig Fell zu trimmen hat.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XR5JwaW5J18

Mittwoch, 27 März 2024 04:25
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v. 10 Punkten: 8.0

ARKADO stammen aus Schweden und haben mit «Open Sea» eine Scheibe veröffentlicht, welche sich dem melodischen Rock widmet und mit Klassik-Elementen verfeinert wird. Als Vergleich können hier die melodischeren Tracks von Royal Hunt heran gezogen werden.

Die Keyboards üben sicherlich einen dominanten Einfluss aus, zementieren und kleistern den Sound aber nicht zu, sondern entpuppen sich als passende Elemente, mit denen man sich beinahe einen Film-Soundtrack ähnlichen Part aneignet. Auch die Gitarren-Solos erklingen nach fundiertem Wissen, wie man ein Stück songdienlich unterstützt. Der Titeltrack zeigt dies auf eindrückliche Art und Weise auf. Diesem Stil bleibt man den zehn Tracks über treu und wird speziell die Hunt-Fans beglücken, welche noch immer den Sounds von «Moving Target» und «Paradox» hinterher trauern (Genau! Rsl). 

Das unter die Haut gehende «You Make Me Feel» sollten sich aktuell Liebeskummer verarbeitende Leute allerdings nicht anhören. Die Tränendrüsen würden sonst auf Hochtouren laufen. Das pure Gegenteil ist das flotte «Rising High» ,eine Nummer, die auf der Autobahn den rechten Fuss dazu verleiten könnte, das Gaspedal noch ein bisschen mehr durch zu drücken. Zur Abrundung geht es hymnisch mit «Long Way To Go» auf dem Meer weiter, während das harte «Like Something Heaven Sent» den spitzen Wellen Paroli bietet. «Open Sea» ist ein sehr hörenswertes Werk geworden, das sich nicht nur Royal Hunt Fans anhören sollten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/myYi-xxVc90

Mittwoch, 27 März 2024 04:19

Belgien ist das Heimatland VON THRONE OF THORNS, die mit diesem Album ihren Einstand feiern. Dabei fahren die Jungs ein beeindruckendes Geschütz auf. Ausufernde Kompositionen mit symphonischen Orchestrierungen, progressive Strukturen und typisch-europäische Power Metal Anleihen sind hier nämlich an der Tagesordnung.

Wenn ich mir die fett produzierten Songs anhöre, denke ich an Bands wie Unrest (was den Gesang angeht), Stratovarius, Symphony X und Blind Guardian. Der Titeltrack könnte ohne Weiteres aus der Feder von Hansi Kürsch und Co. stammen. Fans der alten Guardians muss ich leider enttäuschen, denn damit sind eher die neueren Alben gemeint. Das heisst im Klartext, dass musikalisch gar nichts angebrannt wird, aber auch die grossen Refrains fehlen. 

Dies ist das grösste Manko der Truppe aus Wetteren in Ost-Flandern, denn über die ganze Albumlänge bleibt halt einfach nicht viel hängen. Die progressiven Elemente sind dafür extrem songdienlich umgesetzt worden, und eine unnötige Frickelei wird man nicht finden. Throne Of Thorns haben mit ihrem Erstling «Converging Parallel Worlds» ein solides Album am Start, und die Zeit wird es zeigen, ob sie in Zukunft noch packender zu Werke gehen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WHTTITkTMz0

Mittwoch, 27 März 2024 04:10
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v. 10 Punkten: 6.5

Ohje..., also nicht zwingend negativ gemeint, mehr so in Richtung "das wird was für Kenner und Freaks". Auch das ist positiv gemeint, bin ja selber einer. AUREOLE erzeugen, respektive Markov "M.S." Soroka aus Portland, Oregon sorgt als One-Man-Show für einen Klang-Teppich, der im Grunde genommen sehr verwirrend ist.

Man wird zubombardiert mit Geräuschen, Melodien, so etwas wie Gesang im Hintergrund - erinnert einen irgendwie an Sunn O))), so stellenweise. Viel mehr kann ich ehrlich dazu nicht schreiben. Ich denke mir, dass wenn man eine bestimmte Art von düsterer Hintergund-Mucke so haben will, ist man bei Aureole mit dem Werk «Alunarian Bellmaster» gut aufgehoben. Speziell!
Toby S.


https://www.youtube.com/embed/zOW6AyOmBO0

Dienstag, 26 März 2024 04:38
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v. 10 Punkten: 8.3

Was Smoking Snakes bei mir nicht verursachten, nämlich ein breites Grinsen auf die Lippen zu zaubern, das gelingt LIPZ schon bei den ersten Akkorden von «I'm Going Under». Hier wird Spass mit Rock'n'Roll vermischt und ein positives Lebensgefühl auf Tonträger projiziert, was die Zuhörer mitreissen und im Takt der Songs feiern lässt.

Auch wenn die "Oh-oohh-ooooh" Chöre ab und zu ein bisschen zu dick aufgetragen sind, wie beim Titelsong und der Schminke der Musiker, so haben die Jungs mitreissendere Momente als die rauchende Schlange. «Stop Talk About…» lässt einen mit seinem groovigen Rhythmus nicht mehr los, und man fühlt sich, während einer regnerischen Autofahrt, gleich am Sunset Strip mit Sonne, Strand und leichtbekleideten Körpern. Der mitreissende Refrain tut sein Übriges dazu. Wie auch das lebensbejahende «I'm Alive», bei dem man sich wirklich lebendig und unzerstörbar fühlt. Die zu erwartende, unter die Haut gehende und auf die Tränendrüsen drückende Ballade nennt sich hier «I Would Die For You» und lässt die emotionalen Seiten aufkommen. Lipz haben mit «Changing The Melodie» einen heissen Pfeil im Köcher, und ich bin mal gespannt wie viele Mädels, sorry Fans, nach dem Anhören des Albums für die Band brennen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JIx2RxQQsBs

Dienstag, 26 März 2024 04:32

Die Untergrund-Welten des Metals waren schon immer ein Nährboden für kompromisslos rohe Talente, und «Graveside Grin» von LEATHER LUNG ist ein Denkmal dieser unerbittlichen Tradition. Dieses Album stellt eine seismische Veränderung in der Boogie Metal Landschaft dar und präsentiert eine Band, die nicht nur zahlenmässig, sondern auch rein klanglich gewachsen ist.

Mit der Eröffnungs-Salve von «Spit In The Casket» geben Leather Lung den Ton für ein Album vor, das unermüdlich nach Heavy strebt. Die Rekrutierung des zweiten Gitarristen Greg hat sich offensichtlich ausgezahlt. Leather Lung haben einen Sound geschaffen, dessen Riffs schlammiger und mit einer Präzision verwoben sind, die die chaotische Energie der Band Lügen straft. Die Titel «Big Bad Bodega Cat» und «Freewheelin' Maniac» sind Parade-Beispiele, bei denen die Gitarren die Songs nicht nur voran treiben, sondern auch eine dichte Atmosphäre erzeugen, die sowohl erstickend als auch belebend ist. Die Rhythmus-Gruppe mit Ben am Schlagzeug und Jesse am Bass fügt dem Mix einen Doom-geladenen Groove hinzu und verwandelt das, was einfacher Stoner Metal hätte sein können, in ein komplexeres Biest.

Das Zusammenspiel dieser beiden wird besonders in Tracks wie «Empty Bottle Boogie» und «Twisting Flowers» deutlich, wo ihre Instrumentierung eine solide Grundlage dafür bietet, dass die Gitarren ihr Chaos anrichten können. Mikes Gesang ist kraftvoll und roh, ohne dabei an Klarheit einzubüssen. In Titeln wie «Guilty Pleasure» und «Raised Me Rowdy» stellt er seine Bandbreite unter Beweis und liefert Zeilen mit emotionaler Kraft, die den Zuhörer noch lange nach dem Ende des Songs ansprechen. «Graveside Grin» ist mehr als eine Ansammlung von elf Liedern. Es ist eine Absichtserklärung einer Band, die keine Angst davor hat, Grenzen zu überschreiten. Dieses Album ist ein Muss für jeden, der Lust auf schwere Musik hat, die sowohl intellektuell ist und unverschämt Spass macht. Leather Lung sind bereit, es mit der Welt aufzunehmen, und «Graveside Grin» ist ihr Schlachtruf dazu.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8rdV2udd3kk

Dienstag, 26 März 2024 04:20

Der Wechsel von DragonForce Bassist Frédéric Leclercq hin zu Kreator hat beim neuen Album der britischen Extrem Power Metaller schmerzhafte Spuren hinterlassen. Zwar komponierte Leclercq bei DragonForce nur ein paar wenige Lieder, auf dem letzten Album sorgten sie aber für den entscheidenden Kick und die Abwechslung. Beides hob das Album merklich aus der Masse heraus.

Auf dem jetzt vorliegenden, neuen Album fehlt diese Komponente schmerzlich. Plötzlich wirkt alles etwas braver, weniger virtuos und weniger zwingend. Das ist im DragonForce Universum zwar Gejammer auf hohem Niveau, aber schliesslich sind es Nuancen, die den Unterschied machen. «Warp Speed Warriors» ist trotzdem kein schlechtes Album, denn auch 23 Jahre nach der Gründung beherrscht diese Band ihr Handwerk. Dass sie dabei nicht immer nur auf Tempo setzen muss, beweist sie mit Liedern wie «Kingdom Of Steel», während «Burning Heart» den wohl eingängigsten Refrain des Albums abwirft. Ein Ausrufezeichen setzt auch «Space Marine Corp», das ein gewisses Flair der 80er-Jahre besitzt. Bei «Doomsday Party» wird es dann positiv schunkelig, während «Pixel Prison» wieder in gewohnten Speed-Gefilden wildert. «Warp Speed Warriors» wird sicher nicht als eines der besten Alben in die Band-Geschichte eingehen, aber auch nicht als totaler Ausfall gelten. Für mich ist es aber seit längerer Zeit die erste, kleine Enttäuschung der Briten. Für ein weiteres Werk wünsche ich mir deshalb die alte Virtuosität zurück, gepaart mit dem Mut, noch weitere und auch genrefremde Musikstile ins eigene Sound-Universum einzubauen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iPToXB8HcSs

Dienstag, 26 März 2024 04:14

Wow, SHADOWDANCE stehen und liegen so ziemlich zwischen allen Stühlen wie Bänken und passen definitiv in keine Schublade. Für die Metal-Fans wird das Material zu sperrig sein, für die Prog-Liebhaber zu dunkel und für die "die ganze Welt ist Scheisse" Verfechter wiederum zu happy.

Die 1999 in Philadelphia gegründete Truppe veröffentlichte bisher zwei Alben und eine EP, wobei «Future Negative Fantasy» das letzte Werk, 2012 das Licht der Welt erblickte. Besonders glücklich scheinen die Jungs nicht zu sein, wenn man sich ihr Material anhört, auch wenn sie ein unglaubliches Geschick an ihren Instrumenten vorweisen können. Müsste ich eine Band als Vergleich heran ziehen, würde ich Mystic Prophecy erwähnen. Dies aber nur als vager Vergleich. Zudem scheinen sich Rhythmen zu wiederholen, wie bei «Glided Cage» oder «Justified», wobei sich bei letzterer Nummer schon fast ein Hauch von Gothic einschleicht, der dann aber in eine metallenere Version über geht. Langweilig wird es einem beim Anhören von «Ageless» bestimmt nicht, aber die Herausforderung hierzu sollte dabei nicht zu unterschätzt werden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ML_VEULePzs

Montag, 25 März 2024 04:47
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v. 10 Punkten: 8.8

HIDEOUS DIVINITY sind ein italienischer Todeszug, der seit 2007 über die morbiden Schienen rast. «Unextinct» heisst ihr neues Werk, und es ist die fünfte Langrille in ihrem Katalog. Die Diskographie der Death Metal Truppe ist bis dato makellos, und «Unextinct» katapultiert sie noch auf ein höheres Level.

Kurz gesagt, es gibt nichts, was man an diesen zehn Songs nicht mögen könnte. Ausser man mag keinen Death Metal! Ihr Sound ist eine Demonstration ihrer unheimlichen Songwriting-Fähigkeiten und ihre Musikalität, eine bemerkenswerte Mischung aus Tech Death Komplexität und Black Metal Atmosphäre. Das neue Werk ist alles andere als eindimensional. Subtile Instrumental-Einlagen betonen in diesem brillanten wie brutalen Meisterwerk wilde Blastbeat Riffs und stampfende Breakdowns, anstatt davon abzulenken. Hinter einer Musik, die so brutal und doch so künstlerisch ist, muss ein Vierer mit Gespür dafür stecken, wie man intelligentes Songwriting mit intensiver Musik vereint, ohne dabei Kompromisse bei einem der Elemente einzugehen. Das Intro «Dust Settles On Humanity» bereitet den perfekten Boden für das darauf folgende Gehör-Gemetzel.

Das Highlight von «Unextinct» ist «Atto Quarto The Horror Paradox», eine achtminütige epische Reise mit monströsen Riffs und zahlreichen Wendungen, die den Zuhörer den ganzen Song über fesseln. Auch die zweite Hälfte der Platte ist faszinierend und strafend, wobei hier das stimmungsvolle, düstere Meisterwerk «More Than Many Never One» im Mittelpunkt steht. Es folgen dann noch zwei weitere, krachende Titel und ein einminütiges Zwischenspiel. Der Raus-Schmeisser «Leben Ohne Feuer» ist der am stärksten nach Black Metal klingende Titel und das ist bei einer so facettenreichen Veröffentlichung sicher eine gute Sache. Insgesamt ist «Unextinct» ein gut produziertes und gut geschriebenes Album, das den Zuhörer mit seiner Tiefe und Komplexität sowohl herausfordert, als auch belohnt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3S42LFU2UH8

Montag, 25 März 2024 04:40

Nein, einen Innovations-Preis werden die aus Münster stammenden MR. IRISH BASTARD mit dem neuen Album nicht gewinnen. Eine Auszeichnung für das Erzeugen von ausgezeichneter Stimmung ist dafür garantiert, denn was hier auf die Zuhörer musikalisch loslassen wird, ist schlicht gute Musik – Punkt, Aus und Ende – und dies im klassischen Folk-Punk-Stil, wie man ihn sich gerne anhört.

Das fängt bereits mit dem lustigen «All My Friends Are Idiots» an. Hier wird schnell festgestellt von wegen «And I Know I'm Just The Same» und setzt sich in «Boston Wedding» mit seinem mitreissenden, instrumentalen Schluss fort. «Wolfpack» klingt dagegen etwas ungewohnt poppig, kann man aber nach einem halben Refrain mitsingen. Nichts falsch macht die Band auch mit «The Bar's Out Of Beer» - wer kommt da nicht Party-Stimmung? Man könnte diese Liste hier noch bis zum letzten der zwölf präsentierten Lieder fortsetzen. Das bringt aber wenig und nimmt den LesernInnen beim selber Entdecken die Spannung. Einzig vielleicht noch zu erwähnen ist, dass «The Parting Glass» ganz auf schneidende Gitarren verzichtet, während «We're All Irish On St. Patricks Day» zum grossartigen Liveknaller werden könnte. Mit «If I'm Not Long For This World» wird eine melancholische Stimmung erzeugt und bei «No Justice No Peace» siegt der Punk Rock über den Folk. Mr. Irisch Bastard ist mit «Battle Songs Of The Damned» ein tolles Szene-Album gelungen, das wohl am besten live erlebt wird. Wer dieselbe Stimmung in die heimischen Stube holen möchte, kann mit diesem Werk nicht viel falsch machen.
Roger W.

cede


https://www.youtube.com/embed/tc7VgVdP-3E

Montag, 25 März 2024 04:31

Die deutsche Band PRAISE THE PLAGUE präsentiert eine Ausgeburt der Dunkelheit in Form einer Mixtur von Black und Doom Metal. Natürlich gibt es bei diesen beiden Genres Überschneidungen, wie zum Beispiel den Aspekt der Verzweiflung oder der Hoffnungslosigkeit. Diese nutzen sie aus, in dem sie sich von beiden Lagern gleichzeitig bedienen.

So spielen sie zum Beispiel auf «The Tide» düstere Black Metal Riffs zu schleppenden Doom-Drums. Trotzdem bleibt der Blastbeat einer ihrer Grund-Bausteine. Die Stimmung besitzt etwas Ominöses, etwas Beängstigendes. Während den erbarmungslosen Black Metal Passagen spielt die Truppe eher mit der Emotion der Überwältigung, welche zu Angst, im Sinne einer Hoffnungslosigkeit, führen kann. Das Ominöse kommt eher bei den Doom-Parts zum Zug. Diese wiederum produzieren auch das Gefühl der Ängstlichkeit, allerdings mehr im Sinn von Furchtsamkeit vor dem Ungewissen oder vor dem, was noch bevor steht. Furcht und Beklemmung scheinen also Leitmotive zu sein.

Am besten bilden diese sich im Track «Astray From Light» ab. Dieser beginnt langsam und bereitet einen auf ein Unheil vor. Dieses manifestiert sich dann in einem bestialischen Blastbeat. Hier verdeutlichen sich auch die beiden Gesichtspunkte der Angst auf diesem Album. Zuerst die vor dem Ungewissen und schliesslich die der Überwältigung. Ich persönlich rate den Zuhörern in diesen Abgrund zu schauen, denn die Erfahrung daraus lohnt sich durchaus. Das Konzept ist sehr gelungen, allerdings flachen die hervorgerufenen Emotionen im Laufe von «Suffocating In The Current Time» als Ganzes ab, weil sie so ziemlich immer denselben Ablauf aufweisen.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/cTjtP7fOyNU

Montag, 25 März 2024 04:20

Wer Lust auf kristallklare Produktion hat, soll sich das neue Judas Priest Album anhören und die Finger von BARATRO lassen. Die rohe und ungeschliffene Produktion ist genau das, was die Band ausmacht. Die Gitarre ist deutlich verzerrt und der Bass ist stumpf, dafür stark im Vordergrund. Nur die Drums sind ziemlich herkömmlich gemischt.

Hierbei handelt es sich um ein kurzweiliges und intensives Debüt. Eine Art wehmütiger, nostalgischer Rückblick auf die No Wave Szene aus den späten 70er. Diese Retrospektive wurde noch mit einer Prise Thrash Metal verfeinert und so ein einzigartiger Charakter erzeugt. Nicht jeder Mitschnitt ist wie ein Schlag ins Gesicht, denn die Italiener haben auch verhältnismässig ruhigere Tracks, wie zum Beispiel «The Bad, The Bad And The Ugly», wo zeitweise sogar cleaner Gesang eingesetzt wird. Nichtsdestotrotz ist dieses Album eine gewaltige Welle, eine punkartige Rebellion gegen alle "saubere" Musik. Den Höhepunkt markiert der Closer «Glutton», welcher zugleich auch der längste Track ist. Er zeigt sich schleppend und schwer, aber gesättigt mit einer geballten Ladung Aggression. Für ein Debüt ist «The Sweet Smell Of Unrest» eine wahre Leistung. Baratro eigneten sich die Muster des bereits vorhandenen Noise Rock an und bogen diesen so um, dass etwas Eigenes daraus entstand.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Q4tppGMQXqg

 

Samstag, 23 März 2024 06:26

"Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung" lautet ein Sprichwort von Oskar Wilde. Insofern dürfen sich Eluveite geehrt fühlen, denn das vierte Album von FUROR GALLICO atmet den Spirit der Band um Chrigel Glanzmann. Das ist nicht schlimm, denn «Future To Come» ist mehr als nur ein seelenloses Plagiat.

Dass mich dabei der Opener «Call Of The Wild» frappant an den Hit «Call Of The Mountains» erinnert, ist nicht nur dem Titel geschuldet, denn Aufbau und der Einsatz der Flöten klingen wirklich ähnlich. Auch die Mischung aus männlichen Growls, (Davide Cicalese) und weiblichem Klargesang (Valentina Pucci) ist deckungsgleich. Zum Glück variieren Furor Gallico im Laufe des Albums ihren Sound. «Among The Ashes» hat Power Metal Gene während «Faith Upon Lies» auch an Amon Amarth erinnert. Innovativ ist das alles natürlich nicht aber trotzdem macht das Album Spass. Das Presseblatt meint, dass Fans von Eluveite, Ensiferum, Wind Rose, Amorphis oder Blind Guardian angesprochen seien. Auch wenn ich Amorphis von der Liste streichen würde, trifft diese Aussage ziemlich ins Schwarze. Die Produktion ist ebenfalls gelungen, weshalb ich «Future To Come» nicht nur Folk Metal Fans ans Herz legen möchte.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/K8xeZu024RQ

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