Dienstag, 05. Juli 2022

Metal Factory since 1999

Montag, 04 Juli 2022 06:37
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Im Pantheon des teutonischen Thrashs nehmen Protector einen ziemlich interessanten Platz ein. Auf der einen Seite sind sie ein oft übersehener Trupp, der selten, wenn überhaupt, neben der Heiligen Dreifaltigkeit dieses Genres erwähnt wird. Zum anderen sind Protector keine unbekannte Grösse, sondern eine, die direkt unter der Oberfläche lauert, um (wieder) entdeckt zu werden.

Aus welchen Gründen auch immer standen sie ihr ganzes Leben im Schatten der Giganten. Der neuste Output «Excessive Outburst Of Depravity» macht ziemlich genau dort weiter, wo der letzte aufgehört hat. Ihre besondere Art von Chaos bewegt sich zwischen den eher technischen Kanten von Kreator, der hektischen Wildheit von Destruction und dem Death Metal, der sich aus beiden entwickelt hat. Originalsänger Martin Missys Stimme ist auch nach drei Jahrzehnten immer noch ein kehliges Knurren, klar verständlich, auch wenn der Begriff "melodisch" hier sicher die falsche Bezeichnung wäre. Die Riffs sind feurig, die Tempi hektisch, aber immer streng kontrolliert, und die Arrangements wechseln ständig, springen aber nie ins Tech-Thrash Territorium hinüber. Die Produktion ist fett, aber vielleicht stellenweise zu sauber geraten. Diese Sauberkeit ist aber auch der einzige potenzielle Kritikpunkt von «Excessive Outburst Of Depravity». Der Rest ist teutonischer Thrash, handwerklich von einer Band gemacht, die genau damit viel Erfahrung hat. Es gibt vielleicht keine grossen Überraschungen, aber manchmal ist Konsequenz eben Trumpf. Die vorherigen drei Protector-Alben liegen in Sachen Sound, Ausführung oder Gesamtqualität nicht weit vom neuen Album entfernt. Daher verdienen Protector deutlich mehr Aufmerksamkeit, als ihnen oft zuteil wird. Mit vier Alben in diesem Segment sind Protector zwar nicht die berühmtesten deutschen Thrash-Acts, aber sie können sich damit trösten, dass sie den bisher besten teutonischen Thrasher des Jahres 2022 veröffentlicht haben.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fQEmhuQXewA

Montag, 04 Juli 2022 06:31

Man schreibt das Jahr 2022, sass erst kürzlich gemütlich vor dem ersten Tag des Sweden Rock Festivals zusammen und kam irgendwann auf die Diskussion von wegen neuen Alben und deren Bewertungen. "Habt ihr nicht das Gefühl, dass eure Bewertungen oft zu gut sind?" Gute Frage!

Am Ende einer Review entscheidet immer der persönliche Geschmack, und der ist bei jedem Schreiberling anders gestrickt. Darf eine Truppe wie U.D.O. überhaupt noch zehn Punkte erhalten, bei all den Glanztaten der Vergangenheit? Was ist noch innovativ und was langweilig? Ist schlecht selbst gemacht besser als gut kopiert? Fragen über Fragen, die ich mir bei jeder Bewertung stelle. Also, was wirkt auf die Notengebung ein? In erster Linie der Song, die Produktion und die Band. Aber schon hier beginnt das Chaos. Dream Theater spielen technisch auf einen unglaublich hohen Level, vermögen aber für viele Zuhörer:innen keine Songs schreiben zu können (wie bitte?!! Rsl). Genau aus diesem Grund versuche ich bei meinen Reviews die Bands jeweils so gut wie möglich vorzustellen und es den Lesern selbst zu überlassen, ob sie sich in das Album der Jungspunde, der ergrauten Herren oder der kommenden Sensation selbst einhören wollen oder nicht.

Persönlich gefallen mir die Franzosen von Animalize sehr gut, auch weil ich mir früher immer gerne Truppen aus unserem Nachbarland angehört habe, wie Warning, Sortilége, H-Bomb oder Attentat Rock. Animalize spielen erfrischenden Heavy Metal, der geprägt ist von den Gitarren und dem Gesang von Niels "Coyote" Bang. Dass die Texte ab und zu in französischer Sprache sind, verleiht dem Ganzen wieder einmal ein spezielles Flair. Mit schnellen Passagen, die teilweise an alte Iron Maiden erinnern und, ich gehe so weit, dass man ab und zu sogar Strukturen der ersten King Diamond Scheiben erkennen könnte, rennen Animalize bei mir offene Türen ein. Als Anspiel-Tipps sind hier «Samourai De L'Univers», «The Witch You Are» und «Pigs From Outer Space» genannt. Ein cooles Album der Lyoner, die mit ihrem Debüt «Meat We're Made Of» lautstark auf sich aufmerksam machen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4mGiO2Xf46w

 

Montag, 04 Juli 2022 06:24
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Mit «We Shall Overcome» serviert uns die Band aus Landstuhl, Rheinland-Pfalz den zweiten Teil einer Trilogie, die 2020 mit dem Album «Danse De Noir» angefangen hatte, wobei der jetzt erschienene, jüngste Spross dem thematischen Prequel seines Vorgängers entspricht.

Musikalisch bleiben sich die Jungs absolut treu, was bedeutet, dass Zuhörer:innen auch jetzt ein Mix aus progressiv angehauchtem US Metal (Queensrÿche dringen da des Öfteren mal durch die Poren, aber ebenso ältere Rush) und dezenten Doom-Elementen mit hohem Kauz-Faktor erwartet, wobei diesmal im Vergleich zu den früheren Veröffentlichungen der progressive Anteil etwas erhöht wurde. Damit ergeben sich allerdings für mein Gehör und dem unmittelbar daran hängenden Hörzentrum drei Probleme. Das erste ist für mich das kleinste, nämlich der Gesang: Die stets etwas affektiert klingende, mit eindringlichem Tremolo versehene Stimme von Frontkasper Vinz Clortho mag man oder auch nicht. Ich gehöre als Fan von Sängern wie David Bower (Hell) Thomas Eriksson (Year Of The Goat) oder Messiah Marcolin (Ex-Candlemass) zur ersten Fraktion, habe also nicht wirklich ein Problem damit. Das zweite Problem sehe ich bei der zwar nur punktuellen – aber gleichzeitig fast schon zu offensichtlichen Nähe gewisser Passagen zu alten Glanztaten von Rush und Queensrÿche.

Ein gewisser songwriterischer Ehrgeiz ist gut und recht, aber wenn einem die Inspiration dann dermassen heftig ins Gesicht springt, dass es schon fast schmerzt, ohne dabei auch nur ansatzweise das Level des Originals zu erreichen, dann kann der Schuss durchaus auch nach hinten losgehen. Allerdings liegt der grosse Kritikpunkt nicht primär an der musikalischen Darbietung der Band, die ist völlig OK, die Jungs haben definitiv was auf dem Kasten. Die grösste Achillessehne von «We Shall Overcome» ist für mich eindeutig die schrille, höhenlastige Produktion. Aus dem gleichen Grund tue ich mich bis heute mit dem Dream Theater Debüt «When Dream And Day Unite» schwer. Eine klirrend kalte Produktion kombiniert mit viel Epik und Bombast mag im Black Metal funktionieren, aber bei Alben wie diesem erwarte ich hingegen eine gewisse organische Wärme, die ich hier wirklich schmerzlich vermisse. Unterm Strich schneiden die Jungs trotzdem gut ab, schlicht und einfach weil sie Mut zur unkommerziellen Vielfalt zeigen und zudem ihr Handwerk verstehen. Fans der Truppe können somit bedenkenlos zugreifen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/l6StGmoYBU4

 

Montag, 04 Juli 2022 06:18
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Zurück in Original-Besetzung rocken Drummer David Osbourn, Guitarist Gary Michael Wilson, Bassist Paul Starnes und Sänger Tripp Andrews voll drauflos.

Die ersten beiden Nummern «The Key» und «Let It Be Done» gehen voll in Richtung der älteren Iron Maiden. Treibende Gitarren und sehr lebendige Drums prägen dabei die Songs, und nur Tripps Gesang hebt sich davon ab. «Thomb Of Wrath» markiert anschliessend eine zäh beginnende Metal-Nummer, die aber schnell an Tempo zulegt und immer wieder ins schwerfällige Black Sabbath Genre einfällt. «Wisdom's Call» beginnt sehr ruhig mit akustischen Gitarren und geht in eine vom Gitarrenriff geprägte Mid Tempo-Nummer über. Tripp glänzt hier mit einer sehr melodiösen Gesangsmelodie, starker Song. Das schnelle «Day After Day» erinnert etwas an ältere Loudness. Ebenso überzeugt das schwerfällige und mit fetten Gitarren-Riffs glänzende «The Edge Of Sadness», das an Crimson Glory erinnert und sicher als eines der Highlights dieses Rundlings gilt. «Just A Memory» erinnert am Anfang sehr an Queensrÿche mit den clean gespielten Gitarren. Später, wenn es härter wird, eher an eine Metallica-Ballade, coole Mischung. Beendet wird das Album mit dem 9-minütigen «The Hallowed Hymn». Von Ballade bis Uptempo Double Bass-Drums liefern die Jungs hier ein grandioses Gemisch ab. Ein wahrhaft würdiger Abschluss. Die Jungs streichen einen starken 80er-Jahre-Touch in ihrer Musik hervor, klingen aber trotzdem frisch und unverbraucht. «So Let It Be Done» ist ein starkes Album für alle Heavy / Power Metal Fans, die es auch etwas nostalgisch lieben.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Oj7J0Ij27Uk

 

Samstag, 02 Juli 2022 08:23
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Municipal Waste machen dich fertig! Einst das Versprechen, das heute noch genauso seine Gültigkeit hat wie vor zwei Jahrzehnten, als der bierschluckende Richmond-Mob zum ersten Mal in das Crossover Thrash Revival-Gewand schlüpfte.

Die Band hat das Feiern zur Kunst gemacht und sie verfügt über einen unerschöpflichen Back-Katalog von Knallbonbons, die einem Sturz von der Treppe am nächsten kommen. Ihre Live-Shows sind legendär und es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich fröhlich mitreissen zu lassen. Fünf Jahre sind seit dem erfolgreichen sechsten Album «Slime And Punishment» vergangen, was einige Fans bereits nervös gemacht hat. Die Sorge war allerdings unbegründet, denn auf «Electrified Brain» finden sich vierzehn Tracks die so klingen, als hätten Municipal Waste nahtlos an «Slime And Punishment» weiter gearbeitet. Klar haben sie sich auch auf der neuen Platte nicht neu erfunden, aber mal ehrlich, wer will das schon? Das Cover-Kunstwerk, das den Schädel eines Moshers zeigt, der von einer speziell angefertigten Flying-V aufgespiesst wird, spricht schon für sich.

Hochspannungs-Nuggets wie «Demoralizer» und «Last Crawl» scheinen vielleicht an einem seidenen Faden zu hängen, aber sie sind tatsächlich massgeschneidert, um ein maximales Mosh-Gemetzel zu provozieren. Schnellarbeitsstahl und thermonuklearer Schutz verleihen der "Pedal-to-the-Metal" Formel ein Gefühl von mitreissender Hochdramatik. Das brillant betitelte «Grave Dive» fühlt sich an wie eine Drohung, dass Instrumente und Getränkedosen beim Ableben von Tony Foresta und den Jungs aus deren kalten, toten Händen gerissen werden müssen. Wer also eine Band sucht, die immer noch auf die alte Art und Weise meuchelt, für die bleibt Municipal Waste der ultimative Soundtrack - zerschmetterte Dosen und hämmernde Köpfe inklusive!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UW5tPOBp-ck

 

Samstag, 02 Juli 2022 08:17
Tags
v. 10 Punkten: 10

Shinedown aus Jacksonville, Florida müssen wohl niemandem mehr vorgestellt werden. Seit ihrem Debüt »Leave A Whisper« schlägt die Band jegliche Rekorde in Bezug auf Billboard Nummer #1 Hits.


Nun schieben sie nach dem grossartigen «Attention Attention» einen weiteren Mahnfinger nach. «Planet Zero» sorgt schon mit dem Titelsong als Singleauskopplung für Furore und für einen weiteren Platz 1. Die Menschheit steuert auf ihr Verderben zu, wenn sie so weiter macht. «Planet Zero» repräsentiert daher nicht einen neu entdeckten Planeten, sondern zeichnet ein düsteres Zukunftsbild unserer Erde, wenn wir alle nicht bald mal auf die Bremse stehen und einen Richtungswechsel einschlagen. Der Sound von Shinedown klingt beinahe wie ein Science Fiction Soundtrack, mit diesen John Carpenter ähnlichen Intermezzos zwischen den Songs. Die Messlatte wurde noch einmal eine Schippe höher angesetzt, sofern dies bei Shinedown überhaupt noch möglich ist. Wenn eine Band es schafft, in die Fussstapfen all der alternden Rock und Metal-Acts zu treten, dann sind es definitiv die Amis. Den Spagat zwischen Mainstream und Underground haben sie auf jeden Fall zur Perfektion gebracht, und mit «Planet Zero» werden sie wohl ihren eigenen Rekord an Nummer #1 Hits erneut brechen und zwar mehrmals.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/IipnUpoW-58

Samstag, 02 Juli 2022 08:12

Im Melodic Death scheint es teilweise einfacher gross zu klingen, anstatt fett. Allzu oft versuchen aufstrebende Hoffnungsträger, Basiselemente ihrer Vorbilder im Sound einzubauen, statt etwas Pionierhaftes zu erschaffen. Wie sieht das beim finnischen Sextett Horizon Ignited aus?

Das zweite Album «Towards The Dying Lands» liefert ein überzeugendes Argument, das zu ihren Gunsten ausfällt, auch wenn das nicht von Beginn an ersichtlich ist. Der Opener «Beyond Your Reach» und auch der Folgetrack «Servant» sprengen nicht gerade die Tür aus dem Rahmen, zumindest wenn man die Originalität unter die Lupe nimmt. Handwerklich sind sie schon eher anspruchsvoll, insbesondere Okko Solanteräs stimmliches Geschick veredelt das Gesamtergebnis. Auch der Titeltrack schlägt nochmals in dieselbe Kerbe und sorgt nicht für grosse musikalische Überraschungen. Vielleicht klingt es zu vertraut, dass man eher kritisch ist, doch wenn man das Eröffnungstrio abgearbeitet hat, erwacht plötzlich die Neugierde. Es kann sein, dass es sich bei den Songs einfach um bessere, reichhaltigere und ehrgeizigere Kompositionen handelt. Realität ist aber, dass das wütende «Aching Wings» und «Fall Apart» nur so vor Selbstbewusstsein strotzen und ihren ganz eigenen Raum einnehmen. Was auch immer der Grund sein mag, es ist eine willkommene Abwechslung und eine noch willkommenere Überraschung. Ärgerlich ist dabei nur die Erkenntnis, dass wenn die Platte richtig anläuft, «Towards The Dying Lands» schon bald wieder endet. Weniger als vierzig Minuten dauern die zehn Songs, und abzüglich der ersten vier bleibt nicht mehr allzu viel Zeit übrig. Es bleibt also nur zu hoffen, dass Horizon Ignited beim dritten Streich schneller aus den Startblöcken kommen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/o9yxDzo7o7g

 

Samstag, 02 Juli 2022 08:04

Derek legt hier mit einem Haufen Gastmusiker ein beeindruckendes Album hin. Selten war ein instrumentales Werk so spannend und abwechslungsreich, was sicher auch an der Beteiligung der vielen Musiker liegt.

So haut Steve Stevens beim rockigen Opener «Vortex» in die Saiten, und das folgende «Fire Horse», eine flotte Prog-Nummer sowie eine der besten dieses Werkes, wird von Nuno Bettencourt veredelt. Mit dabei Drum-Legende Simon Philips, heisst der Song kommt deshalb extrem verspielt daher. Das kann man nicht besser machen, das groovt wie Sau. «Scorpion» gibt sich dann als verspielte Fusion-Nummer, und hier hört man einfach, dass unglaublich gute Musiker am Start sind. Ah ja, dann kommt Joe Bonamassa ins Spiel, zusammen mit Steve Lukather. Das ist einfach nur geil, was die beiden Gitarristen hier abdrücken. «Die Kobra» startet mit asiatischen Klängen, bevor sich dann Michael Schenker und Zack Wylde an ihren sechs Saiten austoben. Ein herrlicher Song, bei dem die Gitarren weit im Vordergrund stehen. Hört Euch nur das Hammer-Riff in der Mitte an, und das folgende Gitarren / Key-Duell, einfach grandios. Bei der Prog-Nummer «Nomad's Land» duelliert sich Derek mit Mike Stern, und zum Schluss lässt Derek noch Sons Of Apollo-Kollege Ron Thal ran, sprich bei der 11-Minuten-Nummer «Aurora Australis». Wir kriegen hier eine sehr abwechslungsreiche Prog-Nummer zu hören, eigentlich das Herzstück dieses Instrumental-Werkes. «Vortex» empfiehlt sich als sehr kurzweilige wie spannende Scheibe des Keyboarders, der gefühlt in hundert anderen Bands seine Finger mit im Spiel hat.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3rBjzSoOuVA

 

Freitag, 01 Juli 2022 06:53

Der zwölfte Longplayer namens «Beyond The Macabre» der Schweden Death Titanen Paganizer aus Gamleby, Kalmar, im Jahre 1998 gegründet und seither gnadenlos wie unentwegt unterwegs, liegt vor. Wahre Urgesteine, nicht? Wer wagt es hier zu widersprechen?

Eben, huste ich doch mal deutlich "goil" vor mich hin und her, rülpse mir den letzten genussvollen Hopfen aus dem Ranzen und widme meine Lauscher den zehn Tracks von «Beyond The Macabre» und versuche konzentriert sowie neutral zu beurteilen, beziehungsweise Euch auf den richtigen Pfad des Lebens zu lotsen, sofern nicht bereits aller Hopfen und Weizen vorher schon verloren gegangen ist. Na ja, bei mir hängt und gibt sich die Balance wieder mal vor sich herschwingend. Auch hier wird weiterentwickelter Schweden Death zelebriert, so à la Grave, Vomitory, Dismember, Entombed, Desultory, Bloodbath, Unleashed, Entrails und Konsorten. Ist denn oldschooliger Schweden Death gleich Schweden Death? Nicht zwingend, denn es kommt auf die gezockten Nuancen an, welche jede - und wirklich jede - dieser Combos innig mit satanisch-höllischer Liebe pflegt und hegt und auf eben diese Nuancen kommt es hierbei an. Gecheckt? Well, weiter geht es im Holpertakt und zwar im positiven Sinne gedeicht, gell. Ja, sogar leichte Autopsy, Obituary, Jungle Rot, Lik und Asphyx Anlehnungen sind ebenfalls auszumachen.

Nun, die beiden Gitarren von Rogga Johannsson und Kjetil Lynghaug sind wie üblich dumpf distortioniert im Riffing, teils auch mit sehr groovigen Riffings wie speedig-thrashige Rispelübungen ausgestattet und gepaart mit melodiösen Lines sowie dazugefügten Soli vom vorhin benannten Kjetil Lynghaug. Geblastet und  double-drum-gebasselt wird von Matte Fiebig ebenfalls heftig, ohne sich jedoch grundlos zu verzetteln. Nein, dafür schön dosiert und passend ins Songwriting eingefügt. Die Snare hämmert unentwegt, die Cymbals und Toms werden bei Gelegenheit auch bedient, doch meist geht es klar und straight einfach nach vorne ab. Der Bass von Martin Klasen wummert erstaunlich klar und ebenfalls mit melodiösen Lines hervor, was auch so eine der vielen Nuancen im Gesamtsound von Paganizer ist, die sich damit auszeichnen dürfen und können. Zu guter Letzt noch die heisere, klar verständliche und gutturale Vokal-Akrobatik von wiederum Rogga Johansson, die hervorragend zu «Beyond The Macabre» passt, wie auch das mystisch in blau getünchte Cover-Artwork und die satte, druckvolle sowie klare Produktion. Anspiel-Tipps wären hier «Left Behind The Rot», «Sleepwalker», «Raving Rhymes Of Rot», «Menschenfresser» und das Bolt Thrower Cover «Unpeaceful End», wo sogar der gute Karl Willets mit von der Partie ist. Tja, so enden die Feinheiten genussvoll und passend.
Poldi

cede

 

 

 

Freitag, 01 Juli 2022 06:48
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Serenety und Warkings Sänger Georg Neuhauser scheinen zwei Bands nicht zu genügen, um seine musikalische Visionen umzusetzen. Zusammen mit dem Temperance Gitarristen Marco Pastorino gründete er jetzt die Melodic Power Metaller Fallen Sanctuary.

Und ja, auch hier überzeugt der Österreicher mit guten bis sehr guten Kompositionen. Geschickt macht er dabei gleich nach dem Opener und Album-Titelgeber klar, dass es bei der neuen Formation textlich nicht um Drachen und Prinzessinnen geht. Dies, weil eine Stimme darauf hinweist, dass jährlich viele Personen aufgrund von Drogenmissbrauch sterben und ein Grossteil der Gesellschaft das einfach so hinnimmt. Im Promo-Schreiben wird dann auf weitere Themen wie Umweltzerstörung oder Gewaltfreiheit hingewiesen, die hier besungen werden. Solche Texte würden aber noch mehr verpuffen, als sie es im deutschsprachigen Raum ohnehin tun, wenn die Musik schlecht wäre, und das ist sie hier nicht. Hoch melodisch und doch treibend wird auf «Terranova» ein toller eigenständiger Mix aus den bekannten Power Metal Bands präsentiert. Das heisst mehrstimmige Chöre, melodische Gitarren-Leads, Dynamik aus laut und leise und grosse Refrains. Für viel Ruhe sorgt hingegen das wunderschöne und akustisch gehaltene «I Can't Stay», dass live einen besonderen Höhepunkt zwischen den lauten Stücken darstellen wird. Neuhauser und Pastorino widerstanden dem Versuch, dem Debüt-Album zu viele Lieder zuzumuten und erreichen nach dem ruhigen Schlusspunkt «Wait For Me» die Ziellinie nach knapp 49 Minuten. Dabei machen sie so Lust auf mehr. Man darf jetzt gespannt sein, was aus Fallen Sanctuary künftig werden wird, also ob die Formation ein Studio-Projekt bleibt oder auch Auftritte zu «Terranova» möglich sein werden. Angesichts der vielen anderen Projekte könnte Letzteres wohl eine ziemlich grosse Herausforderung werden.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DTjqwKWXVWc

 

Freitag, 01 Juli 2022 06:43
Tags
v. 10 Punkten: 9.2

Syberia aus Barcelona präsentieren mit «Statement On Death» bereits ihr viertes Album, das ohne Gesang auskommt und Instrumental Post Metal bietet.

«Stolen Childhood» beginnt ruhig und besinnlich, um dann die Intensität ganz langsam zu steigern. Das übliche Spiel mit laut und leise wird ausgiebig angewendet. Wohin die Reise mit «Ain't.Care.About.Bullets» letztlich gehen soll, bleibt lange offen. Es werden in der Folge traumhafte Bilder auf Basis der Töne produziert, die einen in der ersten Reihe des Kopfkinos Platz nehmen lassen. Der nächste Trailer folgt mit «Breathe», und man kriegt das Gefühl, sich in einer ganz kargen Gegend zu befinden. Gemächlich baut sich der Song auf und wie die Spannung, von Sekunde zu Sekunde erhöht wird, ist schlicht grossartig! Eine ausserirdische Bedrohung wird mit «Nothing Inside» geboten. Vorhang auf für den nächsten Besuch im Kopfkino! Keine Sekunde Langeweile kommt auch mit «No Frames To Remember Them» auf und lässt, wie auch bei den anderen Songs, nie einen Sänger vermissen! «Statement On Death» als Instrumental-Album ist in allen Belangen sehr ausgewogen und lässt einen für einen kurzen Moment aus der Realität in die heile Traumwelt entfliehen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4hQVNepnpMU

 

Freitag, 01 Juli 2022 06:37
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Die Norweger Sinsid veröffentlichen ihr drittes Album. Oldschool Metal wird auf den acht Liedern, plus einem Intro geboten. Wenn die Herren «We Are Metalheads» brüllen (aus dem Track «Metalheads») nimmt man ihnen vorerst gerne ab.

Allerdings sind sie einfach eine Truppe mehr unter vielen anderen Combos. Es ist alles schön gemacht, wird gefallen, muss aber nicht. Was mir fehlt, ist dieser spezielle Moment, in welchem ich denke…, genau..., so muss es sein, dass es mich packt. Da helfen auch die Jens Becker Bassmelodien nichts (zu hören in «Secret Of The Beast»), die an die alten Running Wild Zeiten erinnern, als diese mit «Final Gates» die Konzerthallen begeisterten. Nun gut, mir muss ja nicht alles gefallen. Metalheads, hört Euch diese Scheibe, sprich «In Victory», deshalb mit entsprechender Vorsicht an!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FKg4lpWPamA

 

Donnerstag, 30 Juni 2022 08:13

Mystic Prophecy Bandkopf und Sänger RD Liapakis widmen sich mit Devil's Train dem klassischem Hard Rock. Mit dabei hat er Ex-Stratovarius Schlagzeuger Jörg Michael, Grave Digger-Bassist Jens Becker und den Gitarristen Dan Baune.

Zusammen machen sie die Musik, die uns in diesem Jahr bereits CoreLeoni mit ihrem dritten Album präsentierten, wobei Devils Train noch mehr an Härte wie erhöhtes Südstaaten-Flair zeigen. Dabei wird das Rad definitiv nicht neu erfunden, sondern in Songwriting-mässig höchster Güte zum tausendsten Mal frisch geschmiedet. Das macht Spass, unterhält hervorragend, und man gelangt automatisch zur Frage, wieso dies nicht mehr bekannte Heavy Metal Musiker auf diese Weise tun. Denn hier hört man die Essenz aus der Geburtsstunde des Heavy Metals heraus, also Groove, Melodie und Härte. Dass die Band textlich dabei unter anderem auf Klischees setzt, stört nicht, sondern erhöht den Spass an dieser Scheibe zusätzlich. Wer intellektuelle Abhandlungen über die Folgen des Klimawandels hören möchte, sollte sowieso eher auf Heavy Metal, Melodic Metal oder Symphonic Metal als auf klassischen Hard Rock setzen. Devil's Train klingen auf «Ashes & Bones» sexy, gefährlich und schlicht unwiderstehlich. Was bereits beim Vorgänger «II» der Fall war, bestätigt sich nun auch beim aktuellen Werk: "So und nicht anders muss Hard Rock klingen!"
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5muaOCG9ohY

 

Donnerstag, 30 Juni 2022 08:08

Aus Norwich, Norfolk, England, U.K. stammen Consecration, sind seit 2010 aktiv und hauen uns mit «Cinis» neun heftigst schleppend doomige Death Metal Tracks um die Ohren. Schwerfällig, eben richtig schön heavy, jawohl, das Prädikat "heavy" triffts hier voll.

Dementsprechend ist das Songwriting auch etwas länger ausgefallen, was sich bei doomigen Angelegenheiten nun mal so ergibt. So sind Vergleiche zu den früheren Paradise Lost, Hooded Menace, Cathedral, Decomposed, Disembowelment, Mourning Beloveth, etwas Candlemass und Novembers Doom durchaus berechtigt, um Euch die nötigen Anhaltspunkte liefern zu können, sofern einem Consecration im Metal-Universum (noch) keinen Begriff darstellen sollten. Spätestens mit diesem Release von «Cinis» wird sich dies schlagartig ändern, denn die neun Songs sind kraftvoll, abwechslungsreich und auch für Doom Pessimisten:innen eine Neuentdeckung oder gar Horizonterweiterung. Consecration, das sind Daniel Bollans (Vocals), Shane Amies (Bass), Liam Houseago (Guitars), Andy Matthews (Guitars) und Jorge Figueiredo (Drums). Ja, nebst den distortionierten Hauptmomenten lassen sich so auch die cleanen, akustischen, etwas leiseren und doch nicht minder druckvollen Elemente des Songwritings geniessen.

Die Gitarren sind schwer, klar gezockt, mit Schmackes auf die Strings gebracht. Daneben folgen auch diverse Spielereien, Melodiebögen sowie herrliche und kraftvolle Soli. Der Tieftöner ist nebst den rhythmischen Fähigkeiten auch solodesk eine Klasse für sich. Die Drums sind variabel patternd, will schreiben nebst den schleppend doomigen Parts kann da schon mal ordentlich Gas gegeben werden, also mit Double-Bass Drum-Attacken und leichten, blastigen Zuckungen. Cymbals- und Toms-Einsätze sind nicht minder zu bewerten, im Gegenteil, die braucht es hier, um die Frickligkeit, beziehungweise Pattern-Hoheit zu gewähren. Ebenso erwähnenswert, dass die Snare trocken und sonor passt, einfach herrlich. Die Vocals sind tief guttural, aber auch ab und an ist sehr rauer, heiserer Klargesang vorhanden. Nicht unbedingt tief guttural verankert, wird aber gekonnt eingesetzt und mit Facetten versehen. Die Produktion ist druckvoll, sehr heavy, klar, und das Artwork spricht die dargebotene Musik daher perfekt an. Somit wären da noch die Anspieltipps wie «Ground To Ashes A Cremulation», «The Charnel House» und «The Dweller In The Tumulus» zu nennen. «Cinis» ist herrlich schwermütig, schwerfällig, wie die drückende Wärme, ah..., der Sommer ist endlich da!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7lEHPK_jUuA

 

Donnerstag, 30 Juni 2022 07:34
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Die schwedischen Thrasher Defiatory hauen ihr drittes Album raus. Die Jungs haben bei mir mit diesem angepissten Sänger schon verloren, da die einzige Emotionalität bei dem Typ aus purem Hass zu bestehen scheint.

Was ich bis heute nicht begreife, ist, wieso Sänger wie Martin Runnzell dermassen schreien müssen und daneben ein Chuck Billy (Testament) oder Bobby Blitz Ellsworth (Overkill) mit ihrem fast cleanen Gesang bedeutend mehr Härte erzeugen. Das ist auch der grosse Unterschied hin zu den Klassiker Truppen, die immer ein sehr gutes Mittelmaas an Härte und Melodien vermischten, während heute nur noch stumpf wie dröge drauflos gebolzt wird. Da helfen bei Defiatory auch die an sich sehr coolen Doppel-Leads nichts, während die Doublebass-Drum nur motorisch-monoton vor sich her hämmert. Kreator haben es soeben vorgemacht, wie man Thrash Metal aktuell und nach wie vor perfekt spielen kann, respektive nehmt erste Alben von Mille, wie zum Beispiel «Extrem Aggression» oder «Coma Of Souls» zur Hand. Das sind einfach ganz andere Kaliber als die bemühte Apokalypse von Defiatory. Allerdings bleibt Musik immer Geschmacksache.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/EnX3Bc3GNIM

 

Donnerstag, 30 Juni 2022 07:29
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Die Party-Rocker Sandness aus Italien wollen die Bude mit grossen Chören rocken. Auch wenn mir dieser Sound grundsätzlich gefällt, fehlt mir hier das rockige Element. Da gehen schwedische Fraktionen im Vergleich bedeutend kerniger ans Werk.

«Today Tonight», «Someone So Bad», «No Filter», «Supernova», «Lights On», «Bad Company» und «Go With The Flow» weisen sicher das Potenzial auf, eine von Alkohol geschwängerte Party noch ein bisschen mehr anzuheizen. Ansonsten werden die Jungs aber eine eher schwere Zukunft vor sich haben, um im Business zu den Grossen aufsteigen zu können. Selbst die KISS Cover-Version von «Turn On The Night» vom «Crazy Crazy Nights» Album (auch nicht gerade der grösste Hit meiner Helden) vermag das Album nicht aus dem Mittelmass heraus zu reissen. Es wirkt alles zu lieb und zu nett, als dass mich Sandness wirklich begeistern könnten. Den Rock suche ich verzweifelt und selbst Tuff und Tigertailz gingen härter als die Italiener ans Werk. Nun ja, wer eine Mischung aus den heutigen Bon Jovi Tracks und sich grundsätzlich gerne Soft Rock anhört, kann ja mal bei «Play Your Part» zugreifen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/J5w8UJrgzig

 

Mittwoch, 29 Juni 2022 07:08

Wer sich in der deutschen Thrash-Szene gut auskennt, weiss wahrscheinlich, wer hinter der "Band" Goldsmith steckt, respektive wie der damalige Gitarrist von Blackend (seit 2002 inaktiv) hiess, nämlich Michael Goldschmidt. Nach zehnjährigem Live-Engagement für die Blues Rock Ikone Bernard Allison ist die Zeit nun reif für das dritte Goldsmith-Album nach «Shut Up & Rock» (2013) und «Fire» (2016). Mit «Of Sound And Fury» wird nun Hard Rock mit Thrash verheiratet.

Was auf den ersten Blick rätselhaft erscheint, respektive wenn man sich fragt, wie denn zum Beispiel Thunder oder anders herum Testament entsprechend klingen würden, lösen Goldsmith in der Besetzung mit Michael (Guitars/Vocals), Dominik Schweizer (Bass) und Christoph Brandes (Drums) mit Bravour! Letzterer zeichnet überdies noch verantwortlich für die Produktion, Mix und Mastering des Albums. Die hier eingeschlagene Richtung ist solide Rock-Mucke mit kernigem Gitarren-Sound und bollerndem Bass, die bereits beim Opener «Inherit The Wind» thrashiges Riffing abbekommt, das, zusammen mit dem Gesang, durchaus auch angenehm melodisch rüber kommt. «When A Soul Leaks Black» beginnt mit einem herrlichen Basslauf, der an Phil Campbell And The Bastard Sons erinnert («Waves») und anschliessend die gleiche Formel erfolgreich bedient. Dabei tauchen verschiedene Zitate, wie zum Beispiel von Iron Maiden, Volbeat oder teils auch (späteren) Metallica auf. Das kann freilich auch anders interpretiert werden, aber was Goldsmith da auffahren, gewinnt mit jedem Durchlauf mehr, denn während laufend hintersinnt wird, wo man dies oder das schon mal gehört hat, steht diese Chose klar für sich selber. Highlights sind der bereits genannte Opener, das ruhige «For Those With The Dreams That Were Crushed» und «Hero» als eingängiger Hybrid aus Megadeth und den Scorpions (!) sowie generell einige wie überaus flinke Guitar-Soli von Master Goldsmith. Interessantes Teil!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WQW41e0xfnc

Mittwoch, 29 Juni 2022 07:04

Well, well, Exanimatvm aus Punta Arenas, Magallanes y Antártica Chilena, also Chile, mit ihrem zweiten Longplayer «Sollvm Ipsa Mor» und den vier enthaltenen, etwas längeren Tracks namens «En Las Negras Aguas De Atélily», «Sollvm Ipsa Mor O La Voraz Antítesis Del Cosmo», «Chskl O En Las Misteriosas Profundidades De Tkoyuska» sowie «Magna Veritas».

Hierbei wird auf oldschooligen, schnellen, blastenden sowie leicht blackigen Death Metal gesetzt, der sehr gut produziert und druckvoll rüber schwappt. Und vor allem bösartig, meine Fresse, ist das bösartig goiler Sound, wo nebst den sehr schnellen Parts auch die groovigen Elemente nicht einzubauen vergessen gehen, herrlich. Schon lange nicht mehr so goilen oldschooligen Death gehört. So sind Vergleiche zu ihresgleichen wie Incantation, Dead Congregation, Grave Miasma, Demonic Rage, Diabolical Messiah, Unaussprechlichen Kulten, Bolzer, Suffering Hour, The Ruins Of Beverast durchaus gegeben. Exanimatvm sind Claudio Muñoz (Drums), Enzo Velásquez (Guitars, Bas), Demis Ferreira (Bass, Vocals) und Jorge Tréllez (Guitars). Die Drums double-bassen und blasten in verschiedensten Patterns heftigst daher, grooven jedoch auch im Midtempo-Bereich hervorragend, so dass die Nackenmuskeln wieder einmal herrlichst gedehnt werden können.

Die satte, treibende Snare, das herrliche Cymbal-Spiel, die Tom-Einsätze, doch alles stets gnadenlos vorantreibend. Der Bass ist wummernd, jedoch klar im Gesamtsound sehr präsent, meist rhythmisch, doch auch ab und an in solodesken Ausflügen anzutreffen. Die beiden Gitarren riffen sich die Finger wund, schnelle Parts, dann auch wieder beinahe schon doomige, doch stets groovige Momente. Auch wird sehr melodiös gefrickelt, ob nun in den Riffs als auch in den dargebotenen Soli. Die Vocals sind sowas von urböse-tief, verständlich, gefahrenheraufbeschwörend, guttural, growlend, heiser wie tief. Ein geniales Cover-Artwork und nochmals gerne erwähnt, eine klare, satte sowie druckvolle Produktion. Anspieltipps wären da alle vier Tracks, ja, man kann «Sollvm Ipsa Mor» als durchaus und durchwegs sehr gelungene Gesamtkonzeption betrachten. Deshalb ist der Sommer endlich angekommen und..., cheers!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pJ6VDzAsrX8

 

Mittwoch, 29 Juni 2022 06:59
Tags
v. 10 Punkten: 5.0

Fünf mal 'ne Venus oder "Venussen"…, wie auch immer!? Also, fünf Ladys finden sich zusammen, gründen Venus 5 und lassen dabei modernen Rock aufleben. Gesanglich befindet sich alles, unbestritten, auf einem guten Level.

Die Damen stammen aus fünf unterschiedlichen Ländern und strahlen sicherlich massig "Amazonen-Flair" aus, dem sich viele männliche Zuhörer wohl kaum erwehren können. Klar versucht man auch im Hard Rock Genre immer wieder sich neuen Horizonten zu erschliessen, denn Super-Groups sind langsam aber sicher ausgelutscht, und alles war ja irgendwie schon mal da. Was hier geboten wird, weist durchaus «Eurovision Song Contest» Güte auf, könnte aktuell von einer grossen Schar an Fans abgefeiert werden und morgen schon wieder vergessen sein. Den Spagat zwischen rockigen, ruhigen und poppigen Momenten beherrschen Venus 5 allerdings bestens, aber am Ende bleibt ein Produkt, das man sich als Rockfan kaum wiederholt anhören wird. Frontiers Music versuchten laufend die Grenzen zu sprengen, und das passiert auch mit diesem und selbstbetitelten Debüt-Werk erneut. Ausreichend für den Mainstream, aber für Rock- und Metal-Fans kaum der Rede wert.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lW0Sho8ndZA

 

Mittwoch, 29 Juni 2022 06:53

Uhh..., hey..., das klingt retro as fuck. Ich weiss auch nicht, aber bei dem Bandnamen hatte ich mir entweder Death Metal oder Gothic im Kopf zurecht gelegt, aber was da aus den Boxen dröhnt (im wahrsten Sinne des Wortes!), geht in eine andere Richtung.

Der Bass ist omnipräsent und die Gitarren verzerrt bis zum Anschlag, ist also mehr der Richtung Doom und Fuzz zuzuordnen, und mit einer Prise Proto gewürzt, würde ich mal sagen. Als Vergleich könnten eventuell Orange Goblin oder Witchcraft herhalten. Muss man eigentlich auch nicht viel mehr dazu sagen, denn das dröhnt, scheppert und heult aus allen Ecken und Enden. Wer die genannten Einflüsse und Stilrichtungen mag, sollte sich mit «Dark Waves» mal eine schwarze Lunge voll gönnen (den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen!). Geschmackssache.
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1nDkHTPGcSQ

 

Dienstag, 28 Juni 2022 06:43
Tags
v. 10 Punkten: 8.7

Kiss The Vyper ist das Baby des australischen Multiinstrumentalisten, Sängers, Songwriters, Engineers und Produzenten Bobby Miller. Dezent in Erscheinung getreten ist der Mann bisher mit Nobody's Fool und Delta 7.

Mit dieser, sprich seiner Band kreuzt er Melodic Rock mit Sleazy Rock. «Hope You Like It» ist nun sein zweites Werk, nach dem 2016 erschienenen Debüt «Keep The Fire Burning». Dabei hat er ausser Schlagzeug, Bass und Backing Vocals sämtliche Arbeiten selber in die Hand genommen, jedoch auch einige Gastmusiker ins Studio gelotst. Die Scheibe beginnt mit dem eingängigen wie dreckigen Titelsong und schlägt in die Kerbe des waschechten Glam der späten Achtziger Marke Pretty Boy Floyd und Poison. Für das folgende «Back To Hollywood» legt er noch eine Schippe drauf und hat damit einen eigentlichen Ohrwurm erschaffen, der zu Hoch-Zeiten des Glam und Sleazy mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Hit geworden wäre. Bei den weiteren Tracks gewichtet man den Melodic Faktor höher und entfernt sich vom dreckigen Street Rock. Ebenso werden des Öfteren die knackigen Gitarren von schwülstigen Keyboards ausgebremst. Nichtsdestotrotz trägt man mit «Kiss From An Angel», «Palace Of Pleasure» und «When World's Collide» weitere Nummern im Gepäck, deren leichtfüssigen Melodien und eingängigen Refrains sich mit hohem Wiedererkennungswert schnell in den Gehörgängen festsetzen. «Hope You Like It» markiert ein starkes Album, das definitiv als eine ernsthafte Konkurrenz zur skandinavischen Szene mit Acts wie Crashdïet oder Crazy Lixx gelten kann.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Fbww0lNaCeg

Dienstag, 28 Juni 2022 06:19
Tags
v. 10 Punkten: 7.7

Kann sich noch jemand an den letzten Output von Darkane erinnern? 2013 sorgten sie mit ihrem Album «The Sinister Supremacy» nämlich für Furore. Danach wurde es still um die Death Thrasher aus Schweden.

Insofern war die Erwartung unter den Fans gross, als «Inhuman Spirits» angekündigt wurde, denn die Truppe um Sänger und Produzent Lawrence Mackrory hatte in den Jahren zuvor einen eigenen unverwechselbaren Sound geschaffen. Ihr düsteres Melo-Death Thrash-Gewand steht ihnen gut zu Gesicht. Bereits beim Opener dürfte klar werden, dass es Darkane nicht nur rein ums Kohlescheffeln geht, sondern sie nach knapp zehn Jahren wieder geil auf Musik sind. Vollgas geht es rein in die Platte, mit einer schönen Mischung aus melodischem, vorwärts preschenden Gedresche. Auch der Gesang wechselt sich von gängigen Shouts zu deftigen Growls hin ab. «Embrace The Flames» geht etwas unter, doch im Anschluss geht es aufs Ganze. «Conspiracies Of The Flesh» knattert in Oldschool-Manier durch die Boxen, während «Inhaling Mental Chaos» durch Death-Riffs besticht. Danach fegt mit «Mansion Of Torture» ein Ohrwurm-Sturm durchs Gebälk, bevor «The Quintessence Of Evil» alles zersägt. Bis dahin alles wunderbar. Der Abschluss hinkt ein wenig, denn «The Great Deceiver» verbucht keinen Knaller mehr, und das abschliessende Instrumental «Vålnader» ist zwar sanft, aber irgendwie überflüssig. Darkane ist mit «Inhuman Spirits» dennoch eine solide Comeback-Platte gelungen, die den technischen Finessen von 2022 mehr als gerecht wird und mit der sie bestimmt wieder für Aufsehen sorgen werden.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5es4eE_00tg

 

Dienstag, 28 Juni 2022 06:13

Klingt wie tausende andere Prog-Bands, wenn die ersten Klänge von «Warriors» erklingen. Die typischen abgehackten Drum-Beats, das Riff, welches von den Keyboards unterstützt wird und eine Gesangsstimme, die kräftig singt.

Ja, irgendwie versuchen Seventh Wonder aber auch die einfachen Melodien einzustreuen, sodass den Tracks ein roter wie wieder erkennbarer Faden zu entnehmen ist. Das muss daran liegen, dass die Herren aus Schweden stammen und die Nordländer eh die Meister der Melodien sind. Dabei werden schon fast poppige Elemente eingestreut («Reflections») und die obligate Ballade («The Red River») mit einem schnelleren Part darf ebenso nicht fehlen. Entfernt erinnert mich das eine und andere an die Zeiten von Roy Khan bei Kamelot oder an Ten. Mit «Under A Clear Blue Sky» könnten die Jungs eigentlich einen Hit aus dem Ärmel schütteln, der aber durch die Breaks seinem Flair beraubt wird. Was mit «The Testament» letztlich übrig bleibt, ist eine interessante Prog Rock Metal-Scheibe, die man sich durchaus anhören kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qZkIS4i5F8g

Dienstag, 28 Juni 2022 06:07
Tags
v. 10 Punkten: 6.5

Die dänische Truppe um die Gebrüder Lasse Bøgemark (Vocals & Bass) und Anders Bøgemark (Guitar), ergänzt um Kristoffer Kristensen (Guitar) sowie Jonathan Nørgaard (Drums) hörte sich auf dem Debüt «Bring Me Good News» von 2015 noch ordentlich rockig an und brachte unter anderem britische Vibes à la Oasis hervor. Dieses Element verschwand dann ab dem Nachfolger «Ghost Town» (2019) langsam, aber zusehends, und das neue Album spricht mit «The New World» Bände.

«Make My Getaway» als krachender Opener des Vorgängers «L.A. Collection» (2019) liess dann allerdings noch ein letztes Mal die Hoffnung aufkeimen, dass Lucer das Rocken doch nicht verlernt haben, und auch die nachfolgenden Songs wie «Living On The Line» oder «Roll The Dice» stiessen bei mir auf offene Ohren. Hört man sich nun aber «The New World» ein erstes Mal an, ist sonnenklar, was es geschlagen hat! Vorbei sind die Zeiten des erdigen Rockens, denn von nun an will der Vierer die Welt offenbar mit Kommerz-Sound à la Biffy Clyro und Konsorten erobern. Dazu gehört erstmal ein arg auf modern getrimmter Gitarren-Sound, vermehrter Synthie-Einsatz und opulente Backing-Vocals wie Vocal-Arrangements, um die Chose stadiontauglich zu machen. Da drängen sich zumindest gewisse Parallelen zu MUSE auf. Zudem wurden alle Songs auf knapp dreieinhalb Minuten im Durchschnitt gestutzt, sodass das Ganze gerade mal auf 33 Minuten Spielzeit zu stehen kommt. Die Bezeichnung "Alternative Rock" kann dafür schon genannt werden, aber ich bin eindeutig zu alt für diese Mucke, wenn ich mir zum Beispiel den Track mit dem passenden Titel «Older» anhöre. Da räumt Opa Rockslave der Jugend den Platz noch so gerne. Definitely not my cup of tea!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wJ-k-UnILb0

Montag, 27 Juni 2022 06:14

So, unsere Odyssey geht weiter Richtung Down Under zu Werewolves aus Melbourne, Victoria, Australia, die seit 2019 unterwegs sind und mit «From The Cave To The Grave» den dritten Longplayer mit heftigen neun Songs veröffentlichen.

Werewolves, dies sind Sam Bean (Vocals, Bass), Matt Wilcock (Guitars) und Dave Haley (Drums), welche dem technisch-blackigen Death Metal zugewandt sind und diesen so richtig fett auf die Banner und Flaggen geschrieben haben. Abgerundet wird die druckvolle und klare Produktion mit einem herrlichen Cover-Artwork. Stilistisch sind Parallelen zu Behemoth, Akercocke, Cytotoxin, The Antichrist Imperium, Crator, Begravement, The Amenta, The Senseles, sowie Psycroptic und Konsorten auszumachen. Viel Black und Death sind enthalten, nebst den thrashigen wie gore-igen Attitüden. Gefrickelt wird frisch aus der Hölle, geblastet ebenfalls, gegrowlt erst recht. Konstant wird auf das Gaspedal gedrückt, ohne jedoch dann die etwas kürzeren Midtempo-Parts zum Verschnaufen zu nutzen, um dann weiter den headbangenden Kopf so zu zermartern, dass dieser dann genüsslich unter den Armen getragen werden kann. Die Growls und gutturalen Gesangs-Attacken sind brutal, leicht blackig angehaucht, jedoch eher in den tieferen Stimmlagen zu suchen und zu finden.

Der Tieftöner wummert sich genüsslich durch die breitgetretene Lava, mit klarem Sound und herrlichen Lines. Die Gitarre riffelt sich rasend schnell durch die Ton-Urwälder, so dass die gespielten Noten wie Shrapnel auf einen nieder prasseln, wie gut gesetzte Nadelstiche einer Voodoo-Puppe oder beim Akupunktur-Meeting. Die solodesken Ausflüge sind teils kurz bis ultrakurz gehalten, es gibt auch melodiösere Lines, nicht minder schnell gezockt. Die Drums blasten das Gehirn aus den Gehörgängen, konstant, schnell, brutal, gepaart mit heftigsten Double-Bass Attacken. Doch auch langsamere, groovigere Parts finden Anklang und Einlass ins Songwriting auf «From The Cave To The Grave». Die Snare ist straight und trocken, ab und an mit Cymbal- und Tomsgestreichele, doch meist einfach nur gnadenlos schnell nach vorne abgehend. Anspieltipps wären da «Harvest Of The Skulls», «We Are Better Than You», «Oedipus Tyrannus», «Pride And Extreme Prejudice» sowie «Nuclear Family Holocaust». Ja, der Winter kann getrost kommen, da gibts genügend Nährstoffe dafür.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rWCckOEdYpE

Montag, 27 Juni 2022 06:07
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Dragged Under aus Seattle hätten wohl keinen beschisseneren Zeitpunkt wählen können, um eine Band zu gründen und Musik zu veröffentlichen. 2019 gegründet, um danach gleich in eine globale Pandemie rein zu schlittern und 2020 ihr Debüt-Album mit dem passenden Titel «The World Is In Your Way» zu veröffentlichen.

Leider ging das in der allgemeinen Hysterie der letzten zwei Jahre komplett unter, was die Band aber nicht davon abhielt, alles dafür zu tun, um ihren Namen in die Welt hinaus zu tragen. Knapp drei Jahre nach der Bandgründung legen sie  nun das schwere zweite Album vor. Für viele wohl durch die eingangs beschriebene Situation auch als Debüt-Album bekannt. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen hört man den Druck des Zweitlings nicht an, sondern kriegt dieselbe Frische wie schon beim Erstling. «Upright Animals» kommt sogar noch ein Spürchen ausgereifter als Album Nummer eins daher und balanciert perfekt zwischen Hookline Mitsing-Melodien und knalligen Riffs. Irgendwo zwischen Punk und Metalcore zu Hause, liefern Dragged Under den perfekten Soundtrack zu jeder Festivalbühne ab.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uIBGie-JCbQ

Montag, 27 Juni 2022 06:02
Tags
v. 10 Punkten: 8.1

Aus Schweden, wohl erkennend am Klang von «Stellarum», stammen die Herren um Rogga Johannson (Guitars, Vocals), Peter Svensson (Bass) und Lars Demoké (Drums), welche mit nun den dritten Output im deathig-rolligen sowie melodiösen Death Metal und den zehn Tracks auslösen.

So sind auch die Einflüsse der drei Protagonisten nicht zu überhören, da wären beispielsweise Paganizer, Massacre, Assassin's Blade, Void Moon, Gauntlet Rule, Cacacomb, als auch Edge Of Sanity, Hypocrisy, etwas Grave und Konsorten. Wie gesagt, sehr melodiös und rollig gehalten, eine Prise Death, vor allem vokaltechnisch gehalten. Der Rest ist Speed, Thrash, Power und Heavy Metal, vereint, kombiniert, auch recht flockig locker vom Hocker, sprich sehr fliessend geschriebene Songs, mit starkem Vorwärtsdrang. Die Drums double-bassen die meiste Zeit, straight und mit satter Snare, sattem Cymbal-Attack, mit Tom- und Cymbal-Breaks, groovig. Ab und an folgen kurze Blast-Attacken, doch mehrheitlich sind es doch Ingredienzien aus dem melodiösen Death Metal. Der Tieftöner wummert unskandinavisch klar perfekt zu den Drums, variiert zwischen der Klampfe und dem Drumming hin und her, füllt sozusagen diese Lücke gekonnt aus.

Die Gitarren riffen sich erstaunlich klar distortioniert, nicht unbedingt eben death-like, sondern eher schon power-, speed- und thrashmetallisch, gepaart mit sehr vielen Melody-Lines, sehr melodiöse Soli, was dann halt zur Folge hat, dass die Songs sehr melodiös, beinahe schon hymnenhaft erschallen. Ab und an werden Synth-Sequenzen eingespeist, was dann wiederum zu den melodiösen Momenten passt. Nun, so ist «Stellarum» tatsächlich ein Album für Heavy Metaller bis gesonderte Death Metaller geworden. Als klare Reminiszenz hin zum Death Metal bleiben da die gutturalen Vocals, tief, böse und verständlich intoniert. So sind Tracks wie «Starbound Stowaway», «New Eden», «Merging With The Dark», «Man Reborn», «A World Beyond The Void» und das sehr groovende «Mission Report 80-096-02» als Anspieltipps mit Genuss geworden. Satte Produktion, ein herrliches Cover-Artwork, passt so. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass der Sommer endlich kommen kann?
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NooN6LSLaFk

 

 

Montag, 27 Juni 2022 05:55
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Greenfield-Gänger aufgepasst. Die Deutsch Hip Hop Metaller Weimar könnten Euch gefallen, denn die Band aus Weimar vermischt Punk Rock, Sprechgesang und an die Bhösen Onkelz erinnernde Refrain zu einem eigenwilligen Ganzen.

Das darf gefallen wer Hip Hop mag, wird aber dessen Hater abschrecken. Schlussendlich ist auf aber «Auf Biegen & Brechen» klassischer Deutsch Rock zu hören, der mal mit mehr, mal mit weniger, prolligen Texten durch die Boxen schallt. Dabei ist aber durchaus eine gewisse Intelligenz zu erkennen. Gerne zitieren sie auch bekannte Sprichworte wie "Wo käme man hin, wenn niemand ginge, um zu sehen, wo man hinkommt, wenn man ginge". Dazu kommt eine grosse Eingängigkeit bei den Refrains. Mir selber ist das Gesamtwerk leider trotz aller Klasse zu Hip Hop-lastig, und zu dieser Musik hege ich (wieso auch immer) eine Abneigung. Wer damit aber was anfangen kann, wird mit diesem Erstlingswerk glücklich. Weimar verstehen sich übrigens als Gesamtkunstwerk und treten mit Masken auf, und das ist meines Wissens im Deutsch Rock doch etwas Neues. Für den Durchbruch wird also ziemlich viel Aufwand betrieben, und das zeigt sich auch in den Songs, die definitiv nicht von schlechten Eltern sind.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_cxn2tb1WEM

 

Samstag, 25 Juni 2022 09:23

Die britische Formation Wicked Stone wurde 2015 gegründet. Zwei Jahre später erschien das Debüt-Album «Ain't Now Rest». Weitere zwei Jahre danach folgte die 5-Track EP «Devil In Me». Nach diversen Besetzungswechseln formierten die übrig gebliebenen Gründungsmitglieder, sprich Sänger Joe Hawx und Schlagzeuger Olly Smith die Band neu.

In alter Frische und mit einem Scheit mehr im Feuer stehen die Jungs nun mit dem neuen Output «Synergy» auf der Matte. Nach wie vor widmet sich die Truppe dem klassischen Metal mit deutlicher, aber unaufdringlicher Melodic-Note. Das dichte Soundgewand wird dabei konstant mit modernen Aspekten aufgewertet, und in Sachen Drive muss man den Jungs sowieso nichts vormachen. Das Hauptaugenmerk bleibt aber auf den Songs. Diese sind nicht von schlechten Eltern, und da wird man immer mal wieder, wenn auch nicht überwiegend, durch kreative Hooks hellhörig. Auch musikalisch haben die Jungs die Sache im Griff. Fette Gitarren mit intensiven Solos, eine bodenständige Rhythmus-Sektion und eine grossartige Stimme heben die Scheibe auf ein hohes Level. «Synergy» ist ein Album, das zumindest zum Anchecken prädestiniert ist und Wicked Stone eine interessante Truppe, die man generell auf dem Radar haben sollte.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vehcBJw_Sgo

 

Samstag, 25 Juni 2022 09:14

Noch bevor ein gewisser Vincent Furnier die Bühnenvision seines Alter Egos "Alice Cooper" erschuf, gab es einen gewissen Arthur Brown, der bei seinem grossen 68er-Hit zu Beginn jeweils folgendes zu sagen pflegte: "I am the God of hellfire and I bring you: Fire!" Bei wem es hierbei noch nicht klingelt, hilft YouTube gerne nach, und dann wird die Mehrheit umgehend zustimmen und sagen: "Ja klar, den Song kenne ich!" Nun wird Arthur 80 Jahre alt (!) und rockt immer noch!

Sein runder Geburtstag fällt nun just auf den Tag der Veröffentlichung seines neuen Albums «Long Long Road», das einen mehr als treffenden Titel trägt. Ohne den Briten, der aus Whitby, einer Kleinstadt im Borough of Scarborough der englischen Grafschaft North Yorkshire in England stammt, wären auch die Karrieren von KISS, Ozzy Osbourne, Peter Gabriel oder Iggy Pop and the New York Dolls wohl anders verlaufen. Schaut man sich das Palmares von Brown etwas genauer an, taucht da mitunter ein Album auf, das ich damals rauf und runter gespielt hatte, nämlich das 76er-Debüt von The Alan Parsons Project: «Tales Of Mystery And Immagination». Dass dort die Leadstimme beim Song «The Tell Tale Heart» eben die von Arthur ist..., und das ist an der Stelle schon etwas peinlich zuzugeben, war mit bis jetzt nicht gewahr! Egal..., Fakt ist, dass der gute Mann, trotz dem Schlaganfall von 1994, erfreulicherweise noch fit genug ist, um seine Fans drei Jahre nach «Gypsy Voodoo», dem letzten Album, das unter "The Crazy World of Arthur Brown" erschien, mit weiteren Songs zu erfreuen.

Das neue Werk entstand zusammen mit Multi-Instrumentalist Rik Patten, während Arthur für Gesang, Gitarre und Piano verantwortlich zeichnet. Die Arrangements gehen auch auf das Konto des kreativen Duos, und dass der Mix und die Tontechnik ebenso in der Hand von Mr. Patten lagen, erstaunt nicht wirklich. Einzig für das Mastering gehen die Credits an Marc Urselli. Dass das Ganze unter der Fahne von "Psychedelischem Blues Rock" läuft, trägt im Wesentlichem dem Umstand Rechnung, dass Arthur mitunter auch ein sehr spiritueller Mensch ist, und ihn dies von Anfang an seiner Karriere begleitet hat. Lässt man sich unvoreingenommen auf «Long Long Road» ein, stellt man erstens erstaunt fest, wie gut der 80-Jährige noch bei Stimme ist und zweitens, dass die 70er einfach unschlagbar geil waren. Spätestens beim Song «Shining Brightness» sollte dann schliesslich jeder bemerkt haben, welcher Einfluss hier bei Alice Cooper verortet werden kann! Letzterer bat Arthur, wie zum Beispiel bei "Rock in Rio" 2017, auf die Bühne, um gemeinsam den Kult-Song «Fire» zu zocken! Fazit: Essentiell.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8cAE-FB4zwk

Samstag, 25 Juni 2022 09:06

Schweden, Linneryd, Kronoberg, im Jahre 1990, das Geburtsjahr der Deather Entrails. Die Existenz zog man bis ins Jahr 1998 durch, danach folgte eine Pause, bis man sich im Jahre 2008 wieder zusammen raufte und bis anno heute, aktuell in der Formation Jimmy Lundqvist (Guitars), Pontus "Penki" Samuelsson (Bass, Vocals), Arvid Borg (Drums) und Markus Svensson (Guitars) lärmt.

Mit «An Eternal Time Of Decay» veröffentlicht nun der Vierer bereits den siebten Longplayer, darauf enthalten sind elf formidable Death-Kracher im Stile à la Entombed, Dismember, Bloodbath, Nihilist, Grave, Lik, Unleashed und Konsorten. Ja, gefrickelt wird nach alter, schwedischer Death-Schule, auch soundtechnisch haben Entrails diesen Sound weiter entwickelt, soweit man sowas weiter entwickeln kann. Liegt dementsprechend in der Wahrnehmung der/des Zuhörenden. Ja, es wird nicht übermässig geblastet, doch auch vorhanden, die goremässigen Blasts, dafür ist das konstante, treibende und stete Double-Bass Drum stets, respektive meist vorhanden, welches das Riffing gnadenlos an die Front treibt. Klar, auch thrashige, leicht hardcorige Aspekte sind vorhanden, welche den Groove in den Midtempo-Parts hervor heben. Die Snare hämmert wie Thor's Hammer unentwegt auf das Snarefell drauf, ab und an werden die Cymbals geläutet und die anderen Toms malträtiert. Ja, es ist straightes, nackenbrechendes Drumming, welches die Headbangermuskeln nickend ins Chaos stürzen. Der Bass wummert herrlich in den Tiefen der Hölle, satanische Wurzeln und Stimmungen entlockend, distortioniert, von den beiden Gitarren her abhebend.

Die zwei Klampfen-Maestri laufen riffmässig stets im roten Bereich, gnadenlos wird ins Holz geknebelt, die Saiten glutrot gespielt, das Nickel daraus heraus gekotzt, stets groovend gerifft, speedig gedeathed und gethrashed. Ja, kann an der Stelle getrost erwähnt und geschrieben werden. Die Soli sind melodiöser Natur und setzen im dumpfen, distortionverhangenden Raume Fülle, drängen sich gekonnt ins Rampenlicht. Ungehobelt wird auch hier, so wie jedes Instrument, konstant nach vorne gepeitscht, rastlos, von einem Track zum anderen Song. Und ja, es wird songwriterische Abwechslung geboten. Auch die gutturalen, heiser screamenden, klar verständlichen und geshouteten Growls treffen den roten Punkt in die Vollen. Die Produktion ist altbacken klar, druckvoll und messerscharf, trotz der heftigen Distortionwellen. Ein herrliches, deathiges Cover-Artwork rundet diesen Rohdiamanten, eben oldschooligen Schweden Death, hervorragend ab. Anspieltipps wären da noch «The Dead», «Slayed To A Pile Of Flesh», «Inverted Graveyard», «Fear The End» und «Possessed». Da der Sommer nun Einzug gehalten hat, warten wir geduldig den nächsten Winter ab, der wohl sicherlich ebenfalls bei uns Einzug halten wird. Somit ist «An Eternal Time Of Decay» eine Vierjahreszeiten-Scheibe geworden, einfach wieder mal goiler, alter Schweden Death, welcher genau so erschallen soll, wie ihn Entrails zelebrieren.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/enCKwnyiPQI

Samstag, 25 Juni 2022 08:58
Tags
v. 10 Punkten: 8.3

Saor, die Inspiration des Schotten Andy Marshall, wartet mit einer neuen Scheibe auf. «Origins» heisst sie und entspricht damit ganz der Ideologie des Komponisten.

Dieser macht nämlich alles in Eigenregie (Vocals, Gitarren, Bässe und Folk-Instrumente), da er keine musikalischen Kompromisse eingehen will. Nur die Session-Drums hat Dylan Watson und die weiblichen Backing-Vocals wurden von Sophie Marshall übernommen. Andy Marshalls einzigartiger Mix aus kaledonischem Folk und Black Metal erzählt die Geschichte Schottlands und schafft dabei eine ganz besondere Atmosphäre. «Origins» hat nichts von dem heroischen Treiben seiner Vorgänger verloren, klingt jedoch gitarrenlastiger als die früheren Werke, was im Metal nie ein Nachteil sein kann. Die sechs Tracks sind gespickt mit Oldschool Metal-Riffs, Tempo-Variationen und Gesangs-Diversitäten. Von eindringlich, leisen, sauberen Vocals bis hin zu verzerrtem Gesang ist alles dabei. Saor fängt mit jedem Song die richtige Stimmung ein oder schafft es, Zuhörer:innen in die richtige Stimmung zu versetzen. Er beschreibt Trauer und Melancholie auf professionelle Weise, indem er schwarzmetallischen Metal mit traditionellem Folk verschmelzt. «Origins» ist Titeltrack und Rausschmeisser zugleich, der einen optimalen Einblick gewährt, was musikalisch auf der Platte geboten wird. Für Saor-Newies ist «Origins» ein gutes Einsteiger-Album in die wirren musikalischen Hirnwindungen des Andy Marshall, und Fans der dunkelsten ersten Stunde dürfen beherzt zugreifen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NkUCTBSiHMk

Freitag, 24 Juni 2022 06:50

Das neunte Album namens «Nach uns die Grindflut» der Berliner Combo Milking The Goatmachine und textlich der deutschen Sprache mit vierzehn Songstreu ergeben.

Seit 2008 sind die Berliner unterwegs, in der aktuellen Besetzung mit Goatfreed Udder (Guitars, Bass), Goatleeb Udder (Vocals, Drums), mit livehaftiger Unterstützung von Steve Shedaway (Bass) und Lazarus Hoove (Guitars). In gewohnter Bestform wird auf dem neuen Longplayer vortrefflich gegrindcored, gedeathed und gegrooved. Ja, und die deutschen Texte passen auch hervorragend zum Gezockten, und nochmals ja, es muss sehr gut zugehört werden, um die deutschen Textpassagen zu erfassen, denn es wird tief und satt gegrowlt. Ja, so sind Vergleiche zu Napalm Death, Terrorizer, Cattle Decapitation, Ratos De Porão, Misery Index, Japanische Kampfhörspiele, Dethklok, Larry David, Al Goregrind und Battalion Slaughtered nicht verlegen, und etwas Hardcore, Punk und Crossover ist im Songwriting von «Nach Uns Die Grindflut» auch auszumachen. Ja, es rumpelt gemütlich durch die vierzehn Tracks hindurch. Die Drums blasten, grindcoren, deathen, grooven, double-basseln sich zähnebeissend durch die Songstrukturen, gnadenlos straight und immer mit einem groovigen Aspekt wie Auge auf den anderen Mitstreiter.

Die Gitarre schrummelt distortioniert und punkig durch die Gewitterrifffront hindurch, doch auch Melodylines und ab und an mal ein kurzes Shredsolo sind mit der von der Partie. Der Tieftöner wummert klar in den tieferen Sedimenten, mal rhythmisch treu, aber auch linemässig leicht solodesk, um auch hier gewisse Duftmarken setzen zu können. Die Vocals sind wie gesagt tief guttural, bösartig, nebst eben den grindcorigen wie deathigen Elementen enthält es auch Spuren von Slam-Death und zeitweise sogar straighter Heavy-Metal, yepwohl. Somit wird auf «Nach uns die Grindflut» konsequent und abwechslungsreicher Grindcore mit deathigen Anleihen zelebriert, und jawohl, auch das gibts, sowie das obligate Schweinchen drückt auch ab und an durch. Gepaart mit einem herrlichen, comicartigen Cover-Artwork, einer satten, klaren sowie powervollen Produktion ist dieses Album ein echter Grindcore-Schlager geworden. Anspieltipps wären da wohl alle Tracks, da einfach zu humorlastig und gröhlig, doch «Stallhalla», «Ein Stall am Wörthersee», «Ein Brett im Kornfeld», «Magermilch Mambo», «Kackeball», «Rettet den Wald ... Esst mehr Biber», «Ist Der Huf erst Ruiniert», «Nach uns die Grindflut» und «Mutter, Der Mann mit der Milch ist da», ja genau, da weiss jedefrau, beziehungsweise jedermann, was es humoristisch geschlagen hat.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Cx0owt_GTuU

 

Freitag, 24 Juni 2022 06:45
Tags
v. 10 Punkten: 8.3

Nach acht Jahren Pause gibt es mit dem siebten Album «Svartsyn» wieder mal etwas Neues von Khold zu hören.

Stumpf und auch ein wenig eintönig, startet das Teil mit «Apostel». «Odslet Blod» tritt anschliessend in die gleichen Fussstapfen wie sein Vorgänger. Sehr hymnisch wird es mit «Evig». Ohne die Black Metal-Vocals wäre die Chose im ganz normalen Heavy Metal anzusiedeln. Im gleichen Schritt und Tritt geht es danach mit «Skarpretter» weiter. Das ist gut gespielt, nur fehlen hier die Überraschungsmomente gänzlich. Doomig und düster, so beginnt «Heiligdom Av Dode», und daran ändert sich auch im weiteren Verlauf nichts mehr. Heftige Sturmböen ziehen mit «Manngard» auf und Khold verlassen dabei den Pfad der Gemütlichkeit! Dieses Gesicht steht Khold allerdings sehr gut, und so tut dieser Tempowechsel der Abwechslung unheimlich gut. Ein weiterer Stampfer ist «Dystopi» und auch an der Stelle ist Abwechslung Mangelware. Forscher geht es dafür mit «I Demons Bok» zu Werk, um dann wieder in den gleichen Trott zurück zu fallen. Midtempo wird mit «Villvandre» ebenfalls geboten, während «Byrt i Udad Ut» zum Schluss mit der gleichen Tempo-Keule um sich schwingt. Khold hauen mit «Svartsyn» ein sehr gleichförmiges und gleichzeitig eintöniges Album heraus!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/75pAByqAqDU

 

Freitag, 24 Juni 2022 06:39

Scott Bihlman oder eben auch "Little Bihlman" genannt, würde mit seinen Songs perfekt in die Biker-Serie "Sons Of Anarchy" passen. Heisst geboten wird staubig-bluesiger Americana Rock der Extraklasse.

Witzigerweise gehört "Sons Of Anarchy" auch zu einer dieser Produktionen, bei denen Little (neben zig anderen) Musik in Film und Fernsehen beisteuern durfte. Nun präsentiert er uns sein aktuelles Album «The Legend Of Hipster Billings» als eine Art Tribut an die musikalische Reise von Chicago nach Nashville. Mit an Bord ist unter anderem Musikerlegende Doug Pinnick von Kings X, mit dem er und sein Bruder bereits 2014 die Band Grinder Blues ins Leben gerufen hatten. «The Legend...» ist eines dieser Alben, das nach jeden Hördurchgang weiter wächst, und möglicherweise würde meine Bewertung in einem oder zwei Monaten nach intensivem Anhören noch ansteigen, aber der erste Kurzeindruck ist schon sehr spannend. Little Bihlman ist sehr zu empfehlen und passt perfekt in die aktuelle Jahreszeit hinein!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/W32WodLb-Do

Freitag, 24 Juni 2022 06:32
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Das Duo mit Carsten Schulz (Gesang) und Gitarrist Markus Pfeffer beehrt uns hier mit seinem zweiten Album. Geboten wird abermals Melodic Hard Rock. Erneut fällt umgehend Carstens markante Rockröhre auf, die den Songs das gewisse Etwas verleiht.

Schon gut zu hören beim Opener «Dead End Symphony». Markus dagegen glänzt mit tollen Gitarren-Soli, die sehr melodiös sind. Überhaupt gefällt seine Arbeit an den sechs Saiten. Starke Riffs begleiten Zuhörer:innen durch alle vierzehn Nummern hindurch. Die meisten Refrains bleiben schnell im Gehör hängen, wie bei «Don't Look Down». Zudem treibt Sinner-Drummer Markus Kullmann das Ganze ordentlich an. Als Einflüsse kann man hier Dokken, Tyketto und etwas Hardline erkennen. Von den Gitarren her auch ab und zu etwas Queensrÿche. Fette Chöre finden sich hier ebenso viele, gut nachzuhören beim stampfenden «Freedom», eine starke Nummer. Das schnellere «Overdose In Paradise» erinnert dagegen an die starken Zeiten von Bonfire. «Crack The Hourglass» glänzt anschliessend wieder mit Queensrÿche-Feeling, und nur die Stimme ist natürlich völlig anders. «Modern Lines» könnte von der Musik her glatt auf einem Tyketto-Album zu finden sein. Zum Schluss folgt mit «I Engineer» eine coole Cover-Version der amerikanischen New Wave-Band Animotion von 1986. Die beiden zeigen hier ein gutes Gespür für starke Songs mit viel Melodie und zeitloser Hard Rock Musik. Sehr hörenswert, was hier auf «Lifeline» geboten wird.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/p41Sj21BIVk

 

Donnerstag, 23 Juni 2022 10:56

Die Slowaken Signum Regis präsentieren nach sechs regulären Werken ihr erstes Live-Album. Dieses stellt sich als äusserst zugänglich heraus. Und dies nicht nur, weil es in Wiedlisbach, sprich in der Nähe von Wangen a. d. Aare aufgenommen ist, sondern weil es eine kleinere ungekünstelte Club-Show wiedergibt.

Diese fand 2021 statt. Die Aufnahmen waren ursprünglich nicht für ein Live-Album gemacht und stellten sich erst im Nachhinein als qualitativ sehr gut heraus. Entsprechend hört man auch keine Ansagen, welche auf ein zu erscheinendes Live-Dokument hinweisen. Dagegen wirkt Sänger Jota Fortinho sympathisch und strahlt, zusammen mit seinen Mitstreitern, unbändige Spielfreude aus. Alles wirkt hier familiär und fannah. Dies auch weil Forthino erklärt, dass die Show stattfindet, weil eine Sara und ein Selmo älter geworden sind. Hier ist also das Geburtstagskonzert für die genannten Konzertbesucher zu hören. Musikalisch präsentiert sich die Band hier trotz Melodic Metal eher roh und lässt das berühmte Playback dezent im Hintergrund mitlaufen. Dies geschieht aber nicht dauernd, so dass man insgesamt von einem echt rohen Gesamtwerk sprechen kann. Dieses fasst die bisherigen Alben mit ihren guten, aber aus meiner Sicht nicht immer immer überragenden Liedern gut zusammen. Und ja, das Publikum ist stets gut zu hören, was «Made In Switzerland» tatsächlich ein Live-Flair verleiht. Wer die Band bisher nicht kannte und Melodic Metal mag, kriegt hier eine gute Einstiegsmöglichkeit mit einer Gesamtlänge von 78 Minuten dazu.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/bYDl_fV2VfI

 

Donnerstag, 23 Juni 2022 10:50
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

"We're the fucked up generation with McDonald's in our veins - still no one cares!" Das lasse ich einfach mal so stehen. Klar, das wurde so oder in ähnlicher Form schon zigmal gesagt, gschrieen, gebrüllt, gegrowlt..., make a pick.

Auf jeden Fall haben Sole Syndicate mit ihrem Heavy Rock, welcher teilweise beinahe schon in Richtung Metalcore geht, einen Sänger am Start, welcher die Botschaft der Songs sehr gut rüber bringt. Sowohl in wütender, als auch in eher trauriger Manier. Sehr melodisch wird hier der Acker durchgepflügt, man weiss, was man macht. Und dennoch kann ich mich persönlich des Eindrucks nicht erwehren, dass die ganze Sache zu sauber, zu perfekt aufgezogen wurde. Mir fehlen die Ecken und Kanten, welche dieses Album noch besser, noch authentischer gemacht hätten. Nun ja, man kann nicht alles haben, aber alles in allem bietet «Into The Flames» gute Mucke, welche an Gloomball, Godsmack oder Rev Theory erinnert. Solide.
Toby S.

cede


https://www.youtube.com/embed/6A8fkSUJ-T0

 

Donnerstag, 23 Juni 2022 09:06
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Die niederländischen Urgesteine Severe Torture überraschen unsere geheiligten Redaktionshallen mit einer EP und drei Tracks namens «Fisting The Sockets», und zwar sowas von "fisting in die Schnauze".

Ja, im Jahre 1997 in Boxtel, Nordbrabant, The Netherlands, gegründet, in der aktullen Formation Damien Kerpentier (Drums), Patrick Boleij (Bass), Marvin Vriesde (Guitar), Thijs Van Laarhoven (Guitar) und Dennis Schreurs (Vocals) beisammen, deathen die drei Tracks, namentlich «Fisting The Sockets», «Entangled in Hand» und «Hands And Head Not Found» grossen Schrittes, sprich gewaltig daher. So sind Vergleiche zu Cannibal Corpse, Aborted, Dying Fetus, Suffocation, Sinister, Cryptopsy und weiteren Combos nicht von der Hand zu weisen, heisst gestandener, "alter" Death Metal, mit thrashigen Elementen angereichert. So sieht denn auch Severe Torture's Palmares anständig aus, nämlich fünf Alben, zwei EP's, inklusive «Fisting The Sockets», zwei Compilations, einer Split-Scheibe, zwei Singles und ein Demo. So, jetzt wisst ihr sehr wohl, auf was ihr Euch da einlässt. Schnelle Gitarrenläufe, herrliche Soli, ein leicht solodesker Bass, heftige Blast- und Double-Bass attackierende Drums wie bösartigst gutturale Gesanges-Ergüsse. Alle drei Tracks sind Anspieltipps, somit die gesamte EP empfehlenswert, um auch mal Severe Torture kennen lernen zu können, vor allem für diejenigen unter Euch, welche nun Lust auf mehr gestandenen Death Metal gekriegt haben, denn «Fisting The Sockets» haut rein wie eine Klatsche voll in die Fritten. Erhält von mir eine zehn von zehn, by the way, so anhaltspunktmässig. Satte Produktion, geniales Songwriting, ein geniales Cover-Artwork für die Ruhmeshalle, Sommer bist Du endlich da?
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vXPujjN2KWQ

Donnerstag, 23 Juni 2022 07:36

Ein ziemlich unmetallisches Spektakel erwartet Zuhörer:innen mit dem neusten Werk von ST. MICHAEL FRONT, doch der besondere Charme könnte den einen oder anderen Anhänger der harten Klänge überzeugen. Zumindest scheint es so im ersten Augenblick.

Den Auftakt bietet das textlich starke Stück «Knochen und Blut», und trotz des zunächst gewöhnungsbedürftigen Sounds freundet man sich irgendwie schnell mit der Sache an. Dabei bleibt es aber. Mit jedem weiteren Song geht es eher in eine Richtung, mit welcher sich so mancher Rocker und Metaller nicht anfreunden können wird. Die Elemente des Mittelalter Rock und Alternative sind immer wie mehr eher ein Wunsch als eine Tatsache. Ganz zum Schluss wirds dann wieder etwas angenehmer, aber es rettet das Gefühl von wegen Neue Deutsche Welle Schlager nicht. Positiv fällt jedoch auf, dass sich das Hamburger Duo nicht vorschreiben lässt, welche Mucke sie genau produzieren wollen. Während die stimmige Gitarre hin und wieder Lagerfeuerstimmung versprüht, ist es aber wirklich nicht prickelnd, wenn man nicht gleichzeitig auch Fan dieser Sorte Musik ist. Nun, ich sage mal, es ist eher experimentell. Wenigstens sind die Texte gut, und man hört der deutschen Lyrik gerne zu.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GAaiHgXzOLI

Mittwoch, 22 Juni 2022 07:07
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Das Debüt Album dieser schwedischen Youngster hat es in sich. Insbesondere durch den Gesang von Andreas Wallström und die Gitarrenarbeit von Christoffer Thelin. «Slow Me Down» zeigt schon mal die Richtung und lässt mit dem ruhigeren Beginn von «Standing On The Edge» aufhorchen.

Ab und zu lassen die Jungs ABBA durchschimmern, wenn sie sich an die Refrains wagen, was ein klares Gütesiegel ist! Schneller gehts mit «Sierra» ans Werk, und ganz schnell wirds mit «Rock'n'Roll». Hart rockend biegt «Straight For The Kill» ums Eck, während die obligate Ballade «Fantasy» gleich zu begeistern weiss, wie das rockige «Wingborne». Klassischer Hard Rock und Heavy Metal, der mich an das erste Album von Madison erinnert, auch wenn «Eat Your Heart Out» nicht das gleiche Qualitätslevel erreicht, das bieten Vypera. Als Debüt klingt diese Scheibe jedoch sehr gut, und man darf gespannt sein, was man von diesem Quartett noch alles erwarten kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2NfXu2vulcw

 

Mittwoch, 22 Juni 2022 07:01

«Negative Sun» nennt sich die neue Scheibe von Heart Attack. Nein, nicht die polnischen Groove-Metaller. Nein, die Hardcore Punk-Pioniere sind es auch nicht und nein, die griechische AOR-Formation ebenso wenig

Es gibt übrigens noch viel mehr Herzattacken, die sich auf dem Musikermarkt tummeln. Namenstechnisch hat es sich die Truppe aus Frankreich schon einmal schwer gemacht, was glücklicherweise bei ihrer Musik, nicht auch zwingend der Fall sein muss. Etwas irritiert war ich zu Beginn aber schon, schon deswegen, weil der Bonustrack aus dem Genesis-Cover «Jesus He Knows Me» besteht. Das schon mal vorne weg. Die Freude war schliesslich gross, denn die Jungs können etwas. Neun Songs bieten Abwechslung in musikalischer wie geschwindigkeitstechnischer Form. Bereits der Opener «Septic Melody» zeigt schön auf, was ich meine. Er startet ziemlich aufbrausend, aber es verbleibt noch genug Raum für Intermezzi und Gitarrensolos, die dem Song das gewisse Etwas verleihen. Dabei sticht besonders Schlagzeuger Christophe Icard heraus, dessen wuchtiges Spiel den Songs eine besondere Würze verleiht. Froschschenkel und Schnecken gehören nicht ins Repertoire der Kapelle, aber ansonsten bedienen sie sich aus einer grossen Genre-Bandbreite. Während «The Messenger» eher ruhig ausfällt, darf es bei «Wings Of Judgement» sogar leicht schwarzmetallisch zur Sache gehen. Um diese Unterschiede deutlich heraus zu arbeiten, steht Sänger Kévin Geyer am Mikrofon. Er jongliert zielsicher zwischen Growls und Shouts. «Negative Sun» ist ein solides, aber nicht bahnbrechendes Album geworden. Zu viele Elemente ähneln sich, ausser «Take Your Pride Back», das wirklich aus einem anderen Holz geschnitzt ist. Nichtsdestotrotz kann sich die Platte hören lassen, denn fehlende Originalität wird durch Nackenbrecher-Qualitäten wieder wett gemacht. Erste Major-Debüts gab es mit Sicherheit schon schlechtere!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kKwl_RFenKg

Mittwoch, 22 Juni 2022 06:55

Aus Tempe, Arizona, nee, nicht Tampa, Florida, stammt der Vierer um Nico Mirolla (Guitars), Mark Garrett (Vocals), Alex Rieth (Bass) und Sean Lang (Drums), der mit seinem Zweitling namens «Liminal Rite» und den elf dazu gehörenden Tracks mächtig melodiös losblasten.

Yep, das gibts doch tatsächlich, Melodic-Blasts, in Form von Kardashev, obschon besagte Truppe überaus progressiv, atmosphärisch, teils richtig algebraisch und arithmetisch vertrackt daher trottet. Seit 2012 sind Kardashev, deren Bandname vom sowjetischen Astrophyisiker Nikolai Kardashev abstammt, unterwegs. Nebst den zwei full-lenght Longplayern stehen noch drei EP's, zwei Singles und ein Demo zu Buche. Erinnern tun einen Kardashev an Fallujah, Aegaeon, Cynic, Veil Of Maya, Vanguard, Nomvdic, The Green Leaves, Greylotus und Abigail Williams, um einige teils sehr differenzierte Anhaltspunkte zu schaffen. Genauso progressiv müsst ihr Euch dies auch vorstellen, denn auch etwas Periphery und Animal As Leaders sind mitunter heraus zu hören. Ja, die Gratwanderung zwischen extremem Blast und den melodiösen, teils sehr melodischen Momenten, auch clean gehaltenen Momenten, spiegelt sich da problemlos. Da wird auf hochstehendem Level gemuckelt, viele Feinheiten miteingepackt und abwechslungsreich, hymnenhaft, atmosphärisch gezockt. Ja, nebst dem Kardashev müsste auch Tolstoi mit "schwerer Kost" erwähnt werden, denn «Liminal Rite» ist kein Album auf die Schnelle, nope, da soll, darf und kann ruhig Zeit gelassen werden, bis es voll reinpfeift und diese Zeit habe ich mir als Rezensent auch erlaubt zu nehmen, um Euch das Gehörte möglichst transparent darlegen zu dürfen wie können.

Vielleicht ist es mir gelungen, vielleicht auch nicht, dann solltet ihr den berühmt berüchtigten Anhörtest vollziehen. Die Drums sind double-bass-geschwängert und vor allem mit viel Blastattacken ausgestattet, da werden wohl reihenweise Notenkinder geboren, ob evil oder nice, sei Euch überlassen. Nebst den aggressiven und schnellen Patterns erschallt das Schlagwerk aber auch mit ruhigen Momenten, beinahe schon leicht jazzig-fusionierten Momenten, sehr virtuos getrommelt, wohl bemerkt. Der Bass wummert klar und dominant, rhythmisch treu ergeben, als auch solodesk daher. Die Gitarre wirbelt selbst in den Riff-Momenten gewaltig im Sturm umher, viele Läufe, ohne sich jedoch zu verzetteln. Daneben auch die cleanen, fusionsartigen Momente, wie auch die solodesken, hochstehenden Ausflüge in tatsächlich leicht vertrackten, atmosphärisch-progressiven Gefilden. Die Vocals sind guttural tief, böse, andererseits aber auch im Klar-Vocals versehen, herrlich gesungen, dann wieder böse thrashig geshoutet und gescreamt, um dann abgrundtief in die Growls einzusteigen, alles stets immer sehr verständlich dargekotzt, yep. Die Produktion ist klar, druckvoll, stark, ausgestattet mit einem sehr interessanten Albumcover, mindblastend. Anspiel-Tipps wären da «Compost Grave-Song», «Silvered Shadows», «Glass Phantoms» und «Beyond The Passage Of Embers». Somit geht «Liminal Rite» als hervorragendes und vorzüglich schmeckendes Werk durch.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/App_5521ynA

Mittwoch, 22 Juni 2022 06:47

Das Label attestiert der Scheibe jetzt schon das Potenzial zum Klassiker. Kann man machen, sofern man diametral entgegen gesetzte Meinungen nicht scheut.

Ganz so tief in die Rolle des Advocatus Diaboli möchte ich jetzt zwar nicht eintauchen, aber Tatsache ist, dass der musikalische Erguss des Duos (Galigula – Vocals, King Baal - Alle Instrumente) Zuhörer:innen einiges an musikalischer Toleranz abverlangt. Was die zwei als "Magik Metal" bezeichnen, ist tatsächlich ein zäher Mix aus Gothic Rock, Dark Wave, Pop Metal und Occult Rock, versehen mit gelegentlichen, gutturalen Black Metal Vocals und einem penetranten Synthie-Gesäusel, das an die übelste Sorte von B-Movies der Achtzigerjahre erinnert. Die ersten paar Hördurchgänge von «...Of Pandemonium» kann man ja noch als relativ witzig empfinden, mit der Zeit fühlt sich aber der nicht wirklich gelungene Spagat zwischen den verschiedenen Stilen eher anstrengend an. So kam es, wie es kommen musste: Unter dem Strich kann ich mich nur noch für das ruhige, leicht an Type O Negative erinnernde Schlusslicht «The Ghost Of The Knight» erwärmen. Was es nicht alles ausmacht, wenn man den Sound einer Bontempi Hit-Organ aus der Spielwarenabteilung endlich gegen denjenigen einer imposanten Kirchenorgel austauscht!
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZWrxu7bhrAo

 

Dienstag, 21 Juni 2022 06:50

Ein neuer Stern am Rock-Firmament macht momentan von sich reden..., Rauhbein. Kernig, handgemacht und einfach ehrlich sind die Attribute, die den Folk Rock Sound von Rauhbein am besten beschreiben.

Wer Rock Musik liebt und Irish Folk mag, wird dem Klang von Geige, Akkordeon und Gitarrensound nicht widerstehen können. Mit seinem Debüt-Album «Steh wieder auf» weckt Henry die Lust am Leben. Die Songs sind teils autobiografisch, denn nach seinem tristen Dasein in der Arbeiterklasse, seinem Unfall, der ihn den Job kostete und seiner "Flucht" nach Irland mit dem Motorrad, fand er auf der grünen Insel wieder Mut und Inspiration. Die Eindrücke, die Musik, die Pubs und die rauen, aber herzlichen Menschen halfen ihm, Songs über die Liebe zum Leben und der alles tragenden Kraft, der positiven Energie zu schreiben. Mehr als passend dazu, der Albumtitel «Steh wieder auf». Vierzehn Songs nehmen einen mit auf eine Reise, die Henry ebenfalls durchlebt hat. Man fühlt mit ihm, man leidet mit ihm und man singt mit ihm. Es passt einfach alles zusammen! Wem das Studio-Album bereits gefällt, sollte sich die Rauhbeine unbedingt live reinpfeifen. Ein schlichter Rocker, im Trägershirt und Arbeiterhose, bringt dich vollbärtig zum Festen. Rauhbein schaffen mit Schlichtheit, was andere hochkomplex versuchen. "Hoch die Tassen", denn mit «Steh wieder auf» trinken wir "auf die Freundschaft"!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/F5lL_2PoiGo

 

Dienstag, 21 Juni 2022 06:44
Tags
v. 10 Punkten: 8.9

Aus Ocean City, Maryland, U.S.A. stammt das Trio um Dana Helmuth (Vocals, Guitars), Sean Lafferty (Drums) und Maria Geisbert (Bass), seit 2018 existent, mit «Born Into Chaos» und den darauf enthaltenen acht Songs tendieren Yatra nun doch eindeutig in die death-metallische Richtung.

Doch ab und an, da blitzten die Urtypen à la Sludge, Stoner und Doom doch noch etwas auf, im Songwriting. Ist auch gut so, denn mit dieser weiterentwickelten Mischung genannter Genres zocken Yatra doch einen ziemlich flockig-lockigeren, auch leicht speedig-thrashigen, oldschooligen Death Metal durch, teils sehr lüpfig (Deutsch: "angeregt") und leicht gehalten, bezüglich der Songabfolge als auch in den begründet tief verwurzelten Ideen. Das macht auf jeden Fall ziemlich viel Spass beim Zuhören, da nicht alles ganz so ernsthaftig-deathig verpeilt ist. Was will der Schreiberling nun damit ausdrücken? Well, ganz einfach, der Spielspass des besagten Trios ist auf jedem der acht Songs deutlich hervor zu heben wie anzuhören, yep. Somit ist «Born Into Chaos» bereits der vierte full-lenght Player, den man präsentiert. Da wird anständig soliert, melodiös, da wird gegrooved, da wird old-schoolig gedeathed, gespeeded, gethrashed, wie in den berüchtigt-berühmten guten Anfangstagen. Obschon U.S. Amerikaner:in, erschallen die Dame und die zwei Herren der mächtigen Schöpfung in skandinavischem Death-Fahrwasser, ohne dies jedoch einfach mal so 1:1 abzukupfern.

Nein, da wird viel Eigeninterpretation in die Songs miteinverleibt. So sind die Drums straight groovend, death-thrash-speedige Double-Bass-Attacken, viel Midtempo-Groovers versehen, auch mal ab und an verpackt in blastigem Gewand. Eine straighte wie trockene Snare, viel Cymbals und Tomwirbel prasseln auf geneigte Zuhörer:innen herab. Der Tieftöner ist klar im Sound, wummert herrlich in der Rhythmus-Sektion, wandert auch ab und an in soloistische Gefilde. Die Gitarre riffelt sich rauf und runter, eben mit den Touches aus der Heavy Metal Ecke, Doom, etwas Stoner-Sludge, doch mehrheitlich die deathig-speedig-thrashige Gangart. Zudem wird herrlich soliert, gekonnt und melodiös, stets zum Gezockten passend. Die Vocals sind tief, bösartig, erinnern ebenfalls sehr an die guten, alten skandinavischen Zeiten des Ur-Death Metals. Somit ist «Born Into Chaos» ein gelungenes Werk, und deshalb können Bands wie Entombed, Dismember, Unleashed, Hypocrisy, aber auch Conan, Warhorse, High On Fire sowie Ape Vermin getrost als Anhaltspunkte genannt werden. Songs wie «Wrath Of The Warmaster», «Death Cantation», «Terrorizer» und «Tormentation» lassen verstärkt aufhorchen. Satte Produktion, goiles Cover-Artwork, unverbrauchter, frischer Death Metal mit viel, ja sehr viel Schmackes, und der Sommer kann kommen.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tuuUXNKeZdg

Dienstag, 21 Juni 2022 06:38
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Kurz (33:15 Minuten), knackig und auf den Punkt gespielt, das sind Midas, eine neue Metal-Truppe aus New York, mit ihrem gleichnamigen Debüt-Album. Dabei huldigt das Quartett dem guten alten Siebziger Hard Rock/Metal, welcher durch Bands wie Thin Lizzy, UFO, Judas Priest, Heavy Load oder Riot bekannt wurde.

Mit einem kräftigen Retro-Einschlag spielen sich die Musiker mit Hingabe durch die acht Tracks hindurch. Weniger kann oftmals mehr sein, und somit besteht selten die Gefahr, dass das Werk langweilig wird. Mit Mönchs-artigen Chören wird «Hellfire» gewürzt, während «Nobody Gets Out Alive» als coole Mischung aus The Cult und Thin Lizzy glänzt. Das rockige «Break The Chains», das harte «Eyes In The Cold» und das schnelle «Running Scared» vermögen ebenso zu gefallen. Midas können all denjenigen Fans empfohlen werden, welche in der oben angesprochenen Epoche mit dem Musikhören angefangen haben und die nie genug von Retro-Sounds kriegen können.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FwNaZt29xTA

Dienstag, 21 Juni 2022 06:31
Tags
v. 10 Punkten: 6.7

In der Heimat mehrfach preisgekrönt (dreimal räumte die Truppe Auszeichnungen beim "Deutschen Rock & Pop Preis" ab), und bei uns in der Schweiz verbindet man "Stinger" höchstens mit dem leichten Lenkwaffen-System für die Fliegerabwehr. 2016 wurde die Combo von Matthew Sting (Rhythm Guitar) gegründet, und aktuell besteht das restliche Line-up aus Martin "Schaffi" Schaffrath (Lead Vocals), Adrian Seidel (Lead Guitar), Simon Simon (Bass) und Sammy Sin (Drums).

Gefrönt wird bei der Band aus Allersberg (D) "bodenständiger Hard Rock", der mit massig Vibes der alten AC/DC ausgestattet ist. Markenzeichen sind zudem coole Videos, in denen sich der wilde Haufen nicht allzu ernst nimmt und über komödiantisches Potenzial verfügt. Ausserdem besitzt Shouter Schaffi ein schneidendes Organ, das durchaus gewisse Ähnlichkeiten mit Bon Scott aufweist. Wenn diese soliden Grundlagen nun mit hochwertigem Songwriting kombiniert werden, liesse sich daraus in der Tat ein heisses Eisen schmieden, das über Dorffest- und Kirmes-Niveau hinaus geht. Hört man sich die älteren Songs von Stinger eingehend an, dann ist die Stossrichtung bezüglich Angus & Co. überdeutlich, und darum müssen sie sich auch mit dem grossen Paten messen lassen. Bei «Expect The Unexpected», dem neuen und zweiten full-lenght Album, lässt der Opener «Diggin' Up The Dirt» jedoch erstmal mehr The Cult aufleben.

Beim nachfolgenden «Utopia Master» sind die Roots jedoch umgehend zurück, und trotz offensichtlichem Riff-Klau macht der melodiös eingesetzte Gesang den Unterschied aus. Der schleppende Rocker «Monkey Master» macht dann mehr einen auf klassischen Hard Rock und baut, ganz dem Album-Titel entsprechend, ein unerwartetes Rhythmus-Arrangement ein, doch «Highfalutin» zeigt letztlich unmissverständlich auf, dass es ohne den grossen Bruder aus Down Under eben nicht geht. Adrian's Guitar-Solo ist hier allerdings erste Sahne. Trotz dem spürbaren Willen, sich aus der immer wieder gnadenlos zupackenden Aussie-Kralle befreien zu wollen, bleibt unter dem Strich, mangels echtem Hit-Potenzial, nicht viel hängen, was einen international hoffähig machen kann. Zieht Euch die «Powerage» LP rein, und Ihr wisst genau, was ich meine. Für lokal gehaltene Rock- und Biker-Partys reicht das Niveau hingegen schon aus.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/U_r1rSEE1GU

Montag, 20 Juni 2022 07:10

Verflucht nochmal, ich schwitze mir hier einen ab, aber Deathwhite schaffen es mit ihrem neuesten Output, mir eine Gänsehaut zu bescheren. Wie das? Der Sound erinnert mich persönlich sehr stark an Katatonia, aber auch andere Einflüsse wie November's Doom, Paradise Lost, Darkseed, Evergrey oder Sentenced schimmern immer wieder durch.

Das ist kein negatives Merkmal, definitiv nicht. Dafür sind Deathwhite zu eigenständig geblieben (ist ja schliesslich schon ihr drittes, reguläres Album). Vor allem der Sänger mit seiner klagenden, ruhigen, aber keinesfalls weinerlichen Stimme bewirkt in Kombination mit choralen Einlagen im Hintergrund, dass sich eine ganz eigene Atmosphäre aufbaut. Es hätten aus meiner persönlichen Sicht zwar noch mehr schnellere Einlagen geben können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Ansonsten: Alles richtig gemacht, da kommt noch was ganz Grosses auf uns zu, heisst wer auf die genannten Bands und generell auf die vorliegende Mucke steht, kann bedenkenlos zugreifen. Stark!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QVJP8qKffqc

 

Montag, 20 Juni 2022 07:04
Tags
v. 10 Punkten: 7.0

Dieses Kind stammt zwar nicht aus Oklahoma, sondern aus Deutschland und klingt auch nicht angestaubt, wie der gleichnamige Film mit James Cagney und Humphrey Bogart, sondern kommt knallhart und international daher.

Bevor die fünf Jungs die Welt mit ihrem Album «Tangerine Tragic» beglücken durften, tastete man sich Schritt für Schritt an diesen Release heran. Nicht weniger als fünf Singles wurden im Vorfeld veröffentlicht und boten dadurch einen breiten Vorgeschmack auf das, was da kommen mag. Mit Titeln wie «Waldsterben» und «Ohnmacht» reihen sich sogar zwei deutsche Titel ins Tracklisting ein. Trotzdem sind auch diese Song in Englisch gehalten. The Oklahoma Kid brauchen sich vor den internationalen Kollegen nicht zu verstecken und unterstreichen mit «Tangerine Tragic», dass Deutschland auch in diesem Genre mit der Speerspitze mithalten kann.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1MW5AYlJCWQ

Montag, 20 Juni 2022 06:55
Tags
v. 10 Punkten: 6.5

Darkest Sins Sängerin Anniken aus Norwegen veröffentlicht mit «Climb Out Of Hell» ihr erstes Solo-Album, und sie macht es meiner Person als Kritiker dabei nicht ganz so einfach.

Überzeugt sie bei diesen neun Liedern meist bei den Refrains, dümpeln die Strophen oft in belanglosen Gewässern. Dazu kommt ein Timbre der Sängerin, das ich in gewissen Tonlagen als "Genöle" empfinde. Vielleicht liegt dieser Eindruck aber auch ein meiner generellen Abneigung gegenüber symphonischem Frauengesang. Dies zieht sich, mit wenigen Ausnahmen, durch meine bisherige "Heavy Metal Fankarriere" hindurch. Ist «Climb Out Of Hell» deshalb ein schlechtes Album? Nein, sicher nicht, da die Refrains wirklich zu überzeugen vermögen. Sie erinnern meist an grossen Kirchenchöre und werden dadurch herrlich episch. Zudem sind die Instrumental-Parts auf diesem Album schlicht Weltklasse. Anniken legt auch grossen Wert auf Abwechslung. So klingen die Lieder mal poppiger, mal melancholischer und lassen Heavy Metal aber nie aussen vor. Ebenfalls kommt in den Instrumental-Teilen das Songwriting-Talent der Norwegerin zur Geltung. Und wenn im Refrain von «Amplified» tiefer Männergesang eingebaut ist, hat Anniken wirklich gewonnen. Schade ist einfach, dass kein Lied komplett überzeugen kann. Und wenn, wie bei «Just Walk», mal eine Strophenmelodie-Führung gelingt, ist dafür der Refrain eine mittlere Katastrophe. Wer symphonisch angehauchten Heavy Metal mit Frauengesang mag, darf bei «Climb Out Of Hell» gerne ein Ohr riskieren. Alle anderen können getrost warten, bis das Gesamtpaket vielleicht bei einem weiteren Album stimmt.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vYvatSJq59c

 

Montag, 20 Juni 2022 06:47
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Eine Best-Of der Jungs um Sänger und Gitarrist Bruce Soord? Nicht ganz, denn nach dem Live-Stream Album «Nothing But The Truth» legen die Proggies nämlich eine Auswahl ihrer Songs der letzten fünfzehn Jahre vor.

Allerdings wurde alles neu aufgenommen. Unterstützt werden die Herren von Drummer Gavin Harrison, der ja in der aktuellen Besetzung von King Crimson trommelt. Gavin ist echt eine grosse Bereicherung und sein Drum-Spiel unglaublich, hört Euch nur mal «Give It Back» an. Äusserst verspielt geht der Drummer hier zu Werke, und so wirken auch ältere Stücke wie «Start Your Descent» oder auch «137» um einiges wärmer wie voller, und vor allem der erstgenannte Track kommt mit sehr viel Gefühl aus den Lautsprechern. Auch das etwas an Rush erinnernde «Shoot First» ist sehr gelungen und ebenso sehr variantenreich. Ich mag vor allem die sehr gefühlvollen Momente auf diesem Rundling, wie das sehr schöne «Boxing Day». Und so kann man das hier durchaus als eine Art Best-Of verstehen, aber durch die Neuaufnahme der zwölf Tracks ist es durchaus mehr. Dazu kommt noch die unglaubliche Arbeit von Gavin Harrison, der das Niveau noch etwas anhebt. Klasse Songs, stark und neu interpretiert, so macht das Ganze Sinn.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZUx7Lr9QTLM

 

Samstag, 18 Juni 2022 09:37
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Eine weitere Supergruppe aus dem Hause Frontiers! Nach Black Swan und Skills erscheint mit Iconic ein weiterer neuer Stern am Hard Rock Himmel. Einer, der allerdings einmal mehr nur als Studio-Projekt erstrahlen wird, denn alle Musiker sind noch in anderen, beziehungsweise in ihren Stammbands aktiv.

Da wären mal Tommy Aldridge (Schlagzeug) und Joel Hoekstra (Gitarre), beide bei Whitesnake in Diensten, Marco Mendoza (Bass), der war mal bei Whitesnake und Thin Lizzy, Michael Sweet (Gesang, Gitarre), der im Auftrag des Herrn bei Stryper aktiv ist und Nathan James (Sänger), den man von Inglorious her kennt. Hervor zu heben ist bei dieser Truppe, dass sich Nathan und Michael den Gesang immer wieder teilen und dies den Tracks eine sehr eigene Note verleiht. Die Gefahr, dass Alessandro Del Vecchio den Liedern einen zu einheitlichen Sound verpasst, existiert nicht, da sich Sweet und Hoekstra für das Songwriting verantwortlich zeigen. So sind Lieder wie «Run (As Fast As You Can)», der verspielte 70er-Track in Form des Titelsongs, das flotte «Nowhere To Run», das hitverdächtige «This Way» (erinnert etwas an «Here I Go Again») und das harte «It Ain't Over» alles tolle Tracks, die man sich gerne anhört. Wie auch das umgehend in die Beine gehende «Enough Of Your Love». Iconic haben sehr vieles richtig gemacht, auch wenn man dem Ganzen das "Projekt-Label" nicht absprechen kann und man bei den Stammbands vielleicht die noch besseren Lieder zu hören kriegt.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/y9o8XD6ADfo

Samstag, 18 Juni 2022 09:32
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Ich muss es zugeben, das in Berlin ansässige Quartett mit internationalem Background (die Wurzeln der vier Musikerinnen finden sich in den USA, Belgien, Brasilien und Italien) hat mir den Zugang zu seinem ersten Longplayer nicht gerade einfach gemacht. Vor allem der Umstand, dass die Band dem eigentlich schlüssigen Stilmix eine gewisse Punk-Attitüde beimischt, sorgte anfangs in meinem Kopf für einige Irritation.

Nach ein paar Hördurchläufen musste ich allerdings eingestehen, dass es Aptera lediglich verstanden haben, dem Doom Rock auf eine diskret unaufdringliche Art eine weitere Facette beizufügen, die mir bis dato in diesem Zusammenhang völlig unbekannt war. Demzufolge gibt sich die Truppe soundtechnisch recht ruppig, was nicht zuletzt auch dem Gesang geschuldet ist, der oft an der Grenze zum Growlen kratzt und selbst in den cleanen Passagen ziemlich rotzig herüber kommt. Aber die Mädels können auch anders, denn in der Albummitte haben sie das Instrumental «Cosmosis» platziert, das zu Beginn sehr sphärisch, ja schon fast filigran daher kommt und erst im zweiten Drittel zum epischen Finale ausholt. Gleichzeitig läutet dieser wunderschöne Track die zweite Albumhälfte ein, die insgesamt düsterer und unheimlicher als die vorangestellten Songs wirkt. Vor allem der abschliessende Longtrack «Nephentes», aus dem die titelgebende, makabere Textzeile stammt, erweist sich als geradezu bösartiger Doom-Brocken, der durch seine Vielschichtigkeit und überraschenden Wendungen für einen angenehm schaurigen, ganze acht Minuten andauernden Höllentrip sorgt. Schon alleine dieser Song ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Klängen beklemmendes Unbehagen hervor rufen kann und sollte jedem Doomhead Grund genug dafür sein, sich «You Can't Bury What Still Burns» zuzulegen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LGVsanpPwuc

 

Samstag, 18 Juni 2022 09:25

Die innovative Band White Ward, die aus der Ukraine stammt, hat mit dem Album «False Light» schon wieder neues Material am Start, was um so erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, in welcher misslichen Lage sich die Ukraine aktuell befindet und diese Musiker überhaupt noch im Stande sind, sich Gedanken über Musik zu machen.

«Leviathan» startet dieses Album sehr ruhig und besinnlich. Sensationell, wie der Song an Intensität zulegt und sich melodramatisch zu immer neuen Ufern hinbewegt. Das melancholische Saxophon-Solo in der Mitte ist dabei ganz grosses Kino! Ruhig beginnt «Salt Paradise» mit akustischer Gitarre, und man hat keinen blassen Schimmer, wohin die Reise gehen soll. Sobald aber die tiefe Stimme des Sängers einsetzt, könnte man meinen, dass es sich um eines der letzten Werke von Johnny Cash handeln könnte. Das gefühlvolle Saxophon-Solo wertet den Gesamtsound nochmals auf die nächste Stufe auf. Wie aus der Asche, erhebt sich «Phoenix» majestätisch in die Höhe! Wiederholt sorgt das Saxophon für Gänsehaut und ist sowas wie das Salz in der Suppe. Und wenn White Ward den Knüppel aus dem Sack lassen, dann fällt auch schon mal der Putz von den Wänden! «Silent Circles» treibt hingegen in ruhigen Gewässern, löst aber immer mal wieder erhöhten Wellengang aus! Teilweise wirkt die Chose derart gechillt, dass man dies in einer Bar abspielen könnte.

Ein kurzes Zwischenspiel stellt «Echoes In Eternity» dar. Sehr jazzig und mit einer unbeschreiblichen Coolness wird für drei Minuten dahin gejammt. Beschwingt und nach New Wave klingend, geht es mit «Cronus» weiter und zeigt die Vielseitigkeit von White Ward bestens auf. Mit dem Titeltrack «False Light» wird am Anfang voll abgegangen, und da rappelt es dann ganz gewaltig im Karton! Nach fünf Minuten beginnt jedoch quasi ein neuer Song im Song! Fertig ist die Raserei, denn jetzt ist erneut chilliger Saxophon-Sound angesagt. Die Abwechslung an der Stelle ist wirklich grossartig, nur lassen sich diese beiden Seiten von White Ward nicht immer nahtlos vereinbaren. Zum Ende folgt mit «Downfall» nochmals ein ganz ruhiges Stück Musik zum Geniessen, und diese Nummer könnte so glatt auch von Bohren & The Club Of Gore stammen. Die Ukrainer mixen besinnliche Momente mit unbändiger Raserei, und das gelingt ihnen meistens. «False Light» von White Ward stellt so ein ganz spezielles Hörerlebnis dar, das es wahrlich zu entdecken gilt!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yc1-qRCMmbQ

 

Samstag, 18 Juni 2022 09:05
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Soulfly - angetrieben von Max Cavaleras unerbittlicher Energie, seinem unverwechselbaren Growl und seinem sofort erkennbaren Riffing. Die Truppe um den Ex-Sepultura Mastermind verschiebt seit Jahren die Grenzen dessen, was im Metal möglich ist.

Nirgendwo wird das deutlicher als im triumphalen brandneuen Box-Set «The Soul Remains Insane», das die ersten sechs Jahre der Bandkarriere feiert. «Soulfly» (1998) war eine heftige Eruption, die durch Max’ letztes Album mit «Sepultura» gehyped wurde, und gleichzeitig leitete es eine neue Ära ein. «Primitive» (2000), «3» (2002) und «Prophecy» (2004) waren beunruhigend anders, jedoch so eindrucksvoll, dass Metalheads weltweit Gefallen am neuen Sound des Brasilianers fanden. Niemand zweifelt mehr an Max Cavaleras Engagement für die Sache der Subkultur. Er hat Millionen von Alben verkauft und bewegt sich dennoch mit unbestreitbarer Glaubwürdigkeit, frei, zwischen den knusprigsten Gutter-Punks.

Er ist einerseits ein abtrünniger spiritueller Führer der Metal-Community, die sich von den rauesten Slums Südamerikas bis hin zu den kältesten Grenzen Sibiriens erstreckt und andererseits ein Headbanger alter Schule. «The Soul Remains Insane» ist eine Deluxe-Sammlung der ersten vier Studio-Alben von «Soulfly», die jeder Hardcore-Fan haben muss. Es enthält zusätzlich ein Bonus-Album mit Singles, B-Seiten und einigen bisher unveröffentlichten Songs. Ebenfalls ist ein Buch dabei, das die Geschichte dieser bahnbrechenden Karriere anhand neuer Interviews mit Max Cavalera erzählt und viele zuvor unveröffentlichte Fotos aus dieser Zeit enthält. Wer Soulfly bis dato noch nicht für sich entdeckt hat, fängt am besten mit «The Soul Remains Insane» an.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pM4m1k7U7dY

 

Freitag, 17 Juni 2022 06:44
Tags
v. 10 Punkten: 9.2

Er ist und bleibt einer der besten Sänger im Hard Rock Genre. Mit seinen Solo-Scheiben und vielen Projekten, in denen er den Songs das besondere Etwas verlieh, hat sich der Norweger einen mehr als nur hervorragenden Namen erarbeitet.

Hört man sich die neuen Tracks von Jorn Lande an, ist vieles beim Alten geblieben und doch ist so einiges anders als früher. Schon der Opener zeigt, dass Jorn seinen Hard Rock Wurzeln treu geblieben ist und dabei all seinen Mitstreitern genügend Platz einräumt. So können sich die beiden Gitarristen Adrian SB sowie Tore Moren nach Belieben austoben und vergessen dabei nie, dass der Song das Wichtigste ist und bleibt. Wenn «Dead London» mit den Glockenklängen des Big Bens startet, so strahlt dies was sehr Authentisches aus und lässt den Track zu einem der Besten auf diesem Album werden. Mit viel Abwechslung überzeugt der Shouter und lässt mit «My Rock'n'Roll» kleine Querverweise zu Ronnie James Dio zu.

Hat er seine Einflüsse jemals verborgen? Nein, und das ist auch gut so, denn Mister Lande nimmt diese auf und bastelt seine eigenen Tracks daraus. Hört Euch nur «One Man War» an! Was für eine Dynamik und wie fesselnd ein Song komponiert werden kann. Gib dem Lied was es braucht, und es wird zu einem Klassiker. Darum überzeugt das sehr harte «Believer» genau gleich wie das leicht keltisch angehauchte «Faith Bloody Faith». Jorn hat mit «Over The Horizon Radar», wie erwartet, ein richtig geiles Hard Rock Album abgeliefert. Eines, dass man sich gerne immer wieder anhören wird und das den Spirit von Dio ebenso wie denjenigen von Whitesnake, Thin Lizzy oder Queen wiedergibt. 
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1H30rrZUE08

 

 

Freitag, 17 Juni 2022 06:38

Seit satten zwölf Jahren ist das Quartett aus Cincinnati Garant für gut abgehangenen Heavy Rock, der einerseits zwar keine wirklichen Neuerungen in die Musiklandschaft bringt, andererseits aber mit jeder neuen Veröffentlichung durch das jedes Mal erneut geleistete Eheversprechen zwischen hochenergetischem Stoner Rock und gefühlvollem, ja schon fast bluesigem Grunge angenehm zu überraschen vermag.

Ich wiederhole mich ungern, aber man kommt einfach nicht umhin im Zusammenhang mit Valley Of The Sun Bands wie Fu Manchu, Alice In Chains, Audioslave, Soundgarden, Kyuss und natürlich Corrosion Of Conformity zu erwähnen, denn auch dieses Mal weichen die Jungs nicht von ihrem bewährten Rezept ab. Man nehme das Beste aus allen oben erwähnten Truppen, drücke dem Ganzen den ganz fetten, ureigenen Stempel auf, veredle das Endresultat mit dem charismatischen Gesang von Frontglatze und Co-Gitarrist Ryan Ferrier, und fertig ist der Valley Of The Sun Signature Sound. Klingt an und für sich ganz einfach, ist es aber genau dann nicht mehr, wenn es darum geht, sich seine eigene musikalische Identität zu bewahren, und genau in diesem Punkt begegnen wir hier Meistern ihres Fachs.

Egal an welche andere Band der eine oder andere Song erinnern mag (hier und dort habe ich gar einen Hauch Wolfmother oder ganz frühe Crobot heraus zu hören geglaubt), jede Note, jedes Riff, jeder Ton, egal ob nackenbrechend oder herzerwärmend, klingt zu hundert Prozent nach Valley Of The Sun. Ich muss zugeben, so einen Knaller hätte ich ihnen nach all diesen Jahren nicht mehr zugetraut, denn gewohnheitsmässig neigen die meisten Bands eigentlich dazu, nach ihren anfänglichen Glanztaten etwas abzubauen, nicht so diese vier Jungs hier. Sollten sie es weiterhin schaffen dieses hohe Energielevel zu halten, dann können wir uns auch künftig auf weitere Scheiben des Cincinnati-Vierers freuen. Bis dahin empfehle ich Euch mit Nachdruck, «The Chariot» aus den heimischen Boxen knallen zu lassen!
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dsCwudlYXa4

 

 

Freitag, 17 Juni 2022 06:23

Auf deiner Reise voran zu kommen bedeutet, die Hindernisse zu überwinden, die dich unterdrücken. Für Black Therapy ist «Onward» ein hörbares Tagebuch solcher Reisen, untrennbar inspiriert von ihren Erfahrungen mit der Pandemie.

Angetrieben von karriereprägenden Darbietungen der Gitarristen Andrea Mataloni und Davide Celletti sowie einigen der persönlichsten, privatesten und kraftvollsten Texte von Sänger Giuseppe Di Giorgio, steigen sie von Death Metal Jüngern zu Genre definierenden Göttern auf. Seit «Symptoms Of A Common Sickness» aus dem Jahr 2013 haben Black Therapy heftigsten Death Metal abgeliefert, der von Idealen der Oldschool-Szene angetrieben wird. Mit «Onward» überspringen sie mehrere Umdrehungen um die Sonne und verwandeln ihren Planeten in eine düstere Klanglandschaft. «Onward» ist episch, symphonisch und es sind kraftvolle Soli auszumachen, die nachklingen, als würden sie mit Lichtgeschwindigkeit durch eine weite, filmische Landschaft flirren, während spärliche Trommelschläge wie Landminen in der Ferne explodieren. Harsche Riffs brettern durchs Gehirn, Double-Bass Drum-Salven knallen wie Meteore in den Schädel und Di Giorgio gibt hier, neben Mataloni und Cellettis fesselnder Axtarbeit, einige seiner wildesten Growls zum Besten. Wenn die früheren Alben von Black Therapy als Reise und die Pandemie als Katalysator fungierten, ist «Onward» wohl ihre grösste Entwicklung. Einfach gesagt, Melodic Death Metal hat seit geraumer Zeit nicht mehr so heftig, so ermächtigend und so verdammt gut geklungen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/J9tVnbqDkIg

 

Freitag, 17 Juni 2022 06:18

Der Haken-Gitarrist tobt sich hier auf seinem ersten Solo-Werk so richtig aus. Nicht nur an der Gitarre, sondern auch am Bass und den Keys. Zusätzlich singt er auch noch. Unterstützung erhät er unter anderem noch von Jordan Rudess, Darby Todd an den Drums und Rob Townsend am Saxophon.

Die oft wechselnden, melodiösen Gesangsparts mit Growls machen das Ganze sehr spannend. Das musikalische Spektrum ist enorm breit gestreut. Neben typischen Haken-Sounds gibt es auch 80er-Thrash auf die Ohren. 90er Tech Metal trifft auf melodischen Prog und Avantgardistisches auf Alternative-Sounds. «In Alluvium» trägt Dream Theater Musik in sich, ist also eine klasse Prog-Nummer. Die tiefer gestimmten Stakkato-Riffs bei «Dead In The Water» treiben den Song unglaublich an, ein wildes, fast neun Minuten langes Opus mit coolem, wachsendem Gesang und Jazz-artigen Breaks treibt es musikalisch auf die Spitze. Oder, wie Charlie selber sagt: Die Gastmusiker haben das Album auf eine andere Ebene angehoben. Die oft Fusion-mässig improvisierten Drums von Darby sind grossartig.

Dem entgegen steht das ruhige, fast an Steven Wilson erinnernde «Digging Deeper» und gewährt Zuhörer:innen eine angenehme Verschnaufpause, bevor es dann mit dem verspielten Instrumental Titel-Track weiter geht, einfach herrlich, diesen acht Minuten Sound zuzuhören. Prog auf oberstem Niveau zieht einen unweigerlich in den Bann. «Crawl Walk Run» markiert anschliessend eine deftige Thrash-Nummer mit wechselndem, sehr melodiösem Gesang und Growls. Das Album endet schliesslich mit der kompakten Up-Tempo Nummer «Under Polaris» und erinnert dabei an härtere Dream Theater-Phasen. Krass, wie vielseitig Charlie und seine Gäste hier zu Werke gehen. «Tiktaalika» ist ein sehr empfehlens- wie hörenswertes Stück Musik des Briten.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nOcJ6ND8Bwk

 

Donnerstag, 16 Juni 2022 07:17
Tags
v. 10 Punkten: 7.8

Gerade mal 34 Minuten und sieben Lieder benötigen die Norweger Infidus, um die Metal-Welt von ihrer grandios dargebotenen, leicht progressiven Musik zu überzeugen. Der Härtegrad erinnert dabei gar an Symphony X zu Zeiten von «Paradise Lost».

Mit den Amerikanern haben Infidus aber insgesamt sehr wenig zu tun, denn zu eigenwillig und eigenständig klingen die sieben Kompositionen der Norweger. Als grosse Gemeinsamkeit kann man den unglaublichen Groove bezeichnen, der auch dieses Album durchzieht. Dieser bildet die Basis für melancholische Songs wie «Mind Rape» oder «Endless Greed», aber auch für das schnelle und wütende «Beyond The Plimsoll Mark». Unter dem Groove leidet aber leider die Eingängigkeit. So bleibt trotz aller hier dargebotenen Klasse nur wenig hängen, ausser dass diese Lieder irgendwie doch grandios sind. Besonders sticht dabei die sehr rohe Produktion heraus. So muss Heavy Metal mit Anspruch klingen, und wer nicht dem Rhythmus von «Multiply & Die» unterliegt, trägt irgendwie doch fast keine Gefühle in sich. Wer den Heavy Metal jedoch leicht melancholisch, hart und doch progressiv mag, kann hier gerne mehr als ein Ohr riskieren. Reinhören wird auf jeden Fall empfohlen, denn «Endless Greed» ist schlicht gut und entpuppt sich wohl in anderen musikalisch getrimmten Ohren als hervorragend.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/EvpfGvFgR10

 

Donnerstag, 16 Juni 2022 07:06
Tags
v. 10 Punkten: 8.7

Wer mit bulgarischen Metal-Bands protzen will, muss sich doch schon ziemlich gut damit auskennen. Das Land ist bis dato nicht unbedingt bekannt dafür, Truppen der härteren Gangart am Fliessband raus zu hauen. Jedoch gibt es sie!

Odd Crew nennt sich eine davon, und der Vierer hat bisher bereits fünf Alben fertig gestellt. Mit ihrem neuen Werk «Dark Matters (Part I)» soll sich ihr Sound nun über den ganzen Kontinent verbreiten. Ziemlich ambitioniert, aber die Band hat sich hohe Ziele gesetzt, denn angeblich haben sie schon Songmaterial, das bis zu «Dark Matters (Part IV) reicht, nun denn. Musikalisch merkt man der Truppe an, dass sie einiges an Erfahrung mitbringt. Ihr Sound liegt irgendwo zwischen Black Sabbath und episch progressiven Zügen der Marke Evergrey. Viel Emotionalität wird sicher durch Sänger Vasil Raykov in die Songs geworfen, der neben den tiefer gestimmten wie düster ausgerichteten Gitarren-Riffs und Soli von Gitarrist Vasil Parvanovski glänzt.

Die Tracks knacken oft die Marke von sieben Minuten, die es jedoch braucht, um die Spannungsbögen zu erhalten. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die acht Songs hindurch. Zwischen heavy Riffs und klaren Songstrukturen finden sich immer wieder Breaks, die allzu viel Tempo unmöglich machen. Odd Crew lassen sich nicht gerne schubladisieren, was durch ihre Musik auch nicht wirklich möglich wird. «Dark Matters (Part I)» lässt viele Freiheiten zu. Einmal eher Stoner-Anleihen, dann wieder der Doom-Basis verfallen, gemischt mit viel Progressivität. Die Bulgaren liefern den Soundtrack für melancholische Momente, der dennoch zum Stimmungshoch verhilft. Das ist ein Spagat, den das Quartett tadellos beherrscht.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/N06gIrjN9Es

 

Donnerstag, 16 Juni 2022 06:59
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Da wo viele Bands aufhören, beginnen Bleed From Within aus Glasgow erst so richtig Gas zu geben. Harte Riffs sind das eine, aber dies mit so einer feinen Klinge an Melodien und Soundschichten anzureichern, das braucht schon einiges.

Der Metal Hammer Golden God Gewinner aus 2013 für die beste neue Band ruhte sich nie auf alten Lorbeeren aus, sondern entwickelte sich über die vergangenen Jahre zu einer festen Grösse eines Genres, welches aus einer kleinen Nische entstanden und mittlerweile nicht mehr aus der Metal-Welt weg zu denken ist. Metalcore ist allgegenwärtig, und speziell auf den Bühnen dieser Welt an Energie nicht zu überbieten. «Shrine», das mittlerweile sechste Album von Bleed From Within, soll bis anhin auch das Persönlichste sein. Man hört die Passion und Hingabe auf alle Fälle in jedem Riff heraus. Sänger Scott Kennedy zerreisst sich förmlich bei seiner Vocal-Performance, und die Beats treiben den Hörer komplett in emotionale Ausbrüche. Am liebsten würde ich umgehend meine Wohnung auseinander nehmen, während ich diese Zeilen schreibe. Glücklicherweise kann ich mich grade noch so zurück halten. «Shrine» ist eine Wucht, geradlinig, kommt auf den Punkt und zeigt sich vielschichtig, aber ohne unnötigen Schnickschnack.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BGKS3mW2XPM

Donnerstag, 16 Juni 2022 06:53
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Die Brasilianer RF Force lassen mit dem Opener «Fallen Angel» nichts anbrennen und kredenzen eine Mischung aus Dokken und Riot. Mit der starken Stimme von Frontmann Marcelo Saracino lässt der Einstieg aufhorchen und macht Lust auf mehr.

Es sind die Gitarren-Riffs, die überzeugen und an die guten, alten Achtziger erinnern. Allein die können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Combo noch Potenzial beim Songschreiben, sprich Luft nach oben hat. Auch wenn die Jungs immer wieder geschickt das Tempo wechseln und die Lieder somit interessant erklingen lassen, fehlt am Ende das, was früher an der Tagesordnung war. Man konnte eben "Songs" hören. Damit will ich RF Force weder die Leidenschaft noch das Glühen für den Metal absprechen, aber wenn man sich die Tracks anhört, reichen sie nie an das Qualitätslevel der alten Helden heran. Wer auf US Metal steht, sollte hier trotzdem mal reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/98s4As6xa6Q

Mittwoch, 15 Juni 2022 08:08
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Die Letten werden als Geheim-Tipp gehandelt und ein gewisser Musikfan, der seine Produkte oft als Japan-Import bezieht (Name ist der Redaktion bekannt) scheint ein bekennender Verehrer der Jungs zu sein.

Hier muss ich aber kurz auf die Euphorie-Bremse stehen, denn vieles, was Bloody Heels spielen, erinnert mich an 20DarkSeven. Die Letten machen ihr Ding zwar sehr gut, da sich Sänger Vicky White die Stimmbänder heiser schreit und Gitarrist Harry Rivers sehr cool durch die elf Lieder hindurch rifft. Da sind der Titelsong, das ruhige «The Velvet» und der kleine Hit «Burning Bridges» richtig geile Tracks. Das dritte Album von Bloody Heels nun aber gleich als die neue Offenbarung des Hard Rocks abzufeiern, finde ich zu übertrieben. Wie gesagt, was hier fabriziert wird, erinnert mich sehr an 20DarkSeven, und wenn ich noch die Worte von Marcus Jürgens in den Ohren habe ("…der Prophet gilt bekanntlich nix im eigenen Land …"), dann empfehle ich Euch, nicht nur Bloody Heels' «Rotten Romance», sondern als Vergleich auch 20DarkSeven anzuhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UdarZ-uE3N4

 

Mittwoch, 15 Juni 2022 07:57
Tags
v. 10 Punkten: 8.8

Ich mag Symphonic und Prog Metal, und trotzdem finde ich die zweite CD von Heckspoiler hervorragend! Wieso? Weil dieses Duo, das nur mit Bass, Schlagzeuger und zwei Stimmen agiert, die grosse Antithese zu all den studierten Musikern mit Geltungswahn darstellt.

Wie gesagt, auch deren Musik mag ich. Heckspoiler zeigen aber, dass es auch anders geht. Hier wird über die Rohheitsgrenze von Motörhead hinaus gerockt, dass keine Gefangenen gemacht werden. Dazu kommen mit einem österreichischen Dialekt eingesungene Texte, die kritisch und hinterfragend sind. Da hat sich jemand definitiv über seine Botschaften Gedanken gemacht. Besonders «Profiliga» hat es mir angetan. Hier singen sie darüber, dass jeder in seiner Freizeit ein Profi sein möchte, dafür aber den entsprechenden Aufwand nicht auf sich nehmen möchte. Das kennt man doch als Bandmitglied oder Mannschaftssportler zur Genüge. Heckspoiler geben jedoch nicht nur Vollgas, sondern liefern bei «Maurice» auch dezenten Hip Hop Rock ab. Und trotz aller Wucht hört man dem Duo den Spass am Musizieren an. Wer sich also, trotz allem Power Metal, Hochglanz Hard Rock oder Edel-Ledermantel Heavy Metal, den räudigen Wachhund anhören mag, erhält mit dem «Tokyo Drift» Album von Heckspoiler genau das richtige Werk. Kein schönes, aber eines, dass durch seine Ehrlichkeit und Authentizität überzeugt.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pJ98BJnmLgA

Mittwoch, 15 Juni 2022 07:50
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Es ist 1994 und es hallt durch alle Lautsprecher der Metalszene: Anger, hostility towards the opposition. «Anger» von Downset wurde zum Welthit und die Band dadurch überall bekannt. Trotzdem schaffte die Truppe den ganz grossen Sprung ins Mainstream Fahrwasser hinein nie, blieb aber immer authentisch.

Nach 2004 und dem vierten Album «Universal» blieb es lange ruhig um die Crossover Icons, ehe man zehn Jahre später, im Jahr 2014 das Album «One Blood» veröffentlichte. Danach verschwanden Downset komplett von der Bildfläche. Nun schreiben wir das Jahr 2022, und die Gründungsmitglieder Rey Opreza (Vocals) und Roy Lozano (Guitar) legen uns ein Album vor, das die Vergangenheit und die Gegenwart perfekt zusammen hält. Die gesamte Wut der aktuellen Menschheit wird auf zwölf Tracks verteilt und mit den Vibes der 90er vereint. Somit der perfekte Zeitpunkt für ein neues Downset Album. «Maintain» knüpft da an, wo Downset 1994 gestartet sind, aber förmlich gereift strecken sie der Gesellschaft den Mittelfinger ins Gesicht. Es gibt genug Reunions, die die Welt schlichtweg nicht braucht. Die Geschichte der Amis aus Los Angeles ist aber noch lange nicht zu Ende erzählt, und daher ist «Maintain», diese neue Platte, so unglaublich wichtig. Für die Band, die Fans und die Welt im Allgemeinen.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Xr45DRhCk9Y

Mittwoch, 15 Juni 2022 07:44
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Am 06. August 2021 liessen Killswitch Engage einen Streaming-Event vom Stapel, der die Herzen der Fans im Sturm eroberte. Die Veranstaltung fand im "The Palladium" in Worcester (Massachusetts), dem Heimatort der Band statt. Die Location war in den vergangenen Jahren schon oft Schauplatz vieler legendärer Killswitch Engage Shows.

Die Performance-Setliste besteht zum einen aus dem 2019er Album «Atonement», das zusammen mit dem im Jahre 2000 veröffentlichten selbstbetitelten Album, in voller Länge gespielt wird. Es gibt auch einige lustige und unerwartete Überraschungen auf dem Werk, die aber während dem Livestream bestimmt besser zur Geltung kamen. «Live At The Palladium» klingt erst einmal nach einer billigen Fan-Compilation des ersten und letzten Albums, zeigt aber eindrucksvoll auf, wie treu sich die Amis geblieben sind und wie sie sich trotzdem stets weiter entwickelt haben. Die Platte zeigt einen Querschnitt durch die Schaffensphase der US-Amerikaner, die druckvoll daher rollt. Das liegt sicherlich auch an Jesse Leach, der auf dem vorliegenden Werk stimmlich eine sehr gute Figur macht. Sowohl älteren Brechern wie «Vide Infra» oder «Rusted Embrace», wie neueren Nackenbrechern der Marke «The Signal Fire» oder «The Crownless King» verleiht er Wut und Authentizität. Der Sound auf «Live At The Palladium» ballert zeitgemäss, die Band knallt wie eh und je, doch leider fehlen die Zuschauer, die normalerweise so ein Live-Album würzen. Gerade wenn man bedenkt, wie die Fans bei «Killswitch Engage»-Gigs generell ausrasten und explodieren, wirkt das Ganze etwas traurig. Wenn man die Tatsache allerdings elegant ausblendet und sich eine offizielle Platte vor Augen führt, dann klappt das auch mit dem Spass. Fans können getrost zugreifen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/bwEHZfvYPGA

Dienstag, 14 Juni 2022 06:09

Unsere heimischen Symphonic Metaller Deep Sun zeigen zum vierten Mal, dass mit ihnen zu rechnen ist. Das neue Werk bewegt sich, wie bereits die letzten zwei Alben «Race Against Time» und «Das Erbe der Welt», auf internationalen Niveau. Nur scheint das ausserhalb der Schweiz noch niemand so richtig bemerkt zu haben.

«Dreamland - Behind The Shades» könnte das nun ändern. Mit «Massacre Records» hat man einen starken Partner zur Hand, der diese Lieder entsprechen streuen wird. Auf Album Nummer vier öffnen Deep Sun ihren stilistischen Fächer nochmals weiter und vermischen dezenten Folk (beim Deutsch gesungenen «Mitternachtstanz») mit dem knallharten «Hands In Anger» und klassischen Power Metal bei «Rogue (Dreaming Leprechaun Pt. II)». Stets dabei ist eine latente Progressivität. Das tut den zehn Liedern gut und hält die Spannung zusätzlich hoch. «Killer In A Dream» verdeutlicht die Affinität von Deep Sun hin zu Filmmusik am besten, in dem hier das Thema "James Bond" aufgegriffen wird. Über allem schwebt der symphonische Gesang von Debora Lavognolo, der angenehm klingt, ohne zu nerven. Insgesamt fällt aber vor allem die Kompaktheit von «Dreamland - Behind The Shades» auf. Das Songwriting lässt bei Zuhörer:innen keine Langeweile aufkommen. Ist das neue Werk jetzt also das bisher beste von Deep Sun? Das ist schwer zu sagen. Tatsache ist, dass Album Nummer vier das fortführt, was bereits zuvor auf hohem Niveau sehr gut umgesetzt wurde, und das sollte jedem Symphonic Metal Fan mit einem Faible hin zu hohem weiblichen Gesang gefallen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/oOJs_rwtRhY

 

Dienstag, 14 Juni 2022 06:04
Tags
v. 10 Punkten: 8.3

Hinter diesem etwas "ungewöhnlichen Bandnamen" steckt ursächlich keine echte Person, sondern eine neue Band aus Schweden, die jedoch zur Hälfte italienischer Provenienz ist. Liest man sich das Line-up von Donna Cannone erstmal durch, gehen die Augsbrauen gleich nach oben: Luca D'Andria (v/b), Giorgia Carteri (g), Björn "Speed" Strid (g) und Tilda Nilke Nordlund (d). Dahinter stecken somit zwei ehemalige "Donnermütter" und der TNFO/Soilwork Frontmann!

Letzterer fungiert hier allerdings "nur" als Gitarrist und auf seinen persönlichen Wunsch hin, da dieser zufälligerweise auf die Aktivitäten der anderen drei Bandmembers stiess. Ganz zu Beginn spannte Giorgia nämlich mit ihrem ebenso ausgewanderten Landsmann Luca zusammen und holte bald darauf ihre ehemalige Kollegin Tilda mit dazu. Das Quartett harmonierte offenbar ganz gut und hatte die Songs für das full-lenght Debüt bald beieinander. Vorab wurden drei Singles lanciert, die nun alle auch auf dem Album zu finden sind. Dazu gehören der Opener «Cross The Line», «Nothing To Do» sowie «Is It True», wo Mia Karlsson (Ex-Crucified Barbara) als Guest vertreten ist. Das liest sich zumindest auf dem Papier schon mal ganz gut und holt sich durch den Mix von Chris Laney sowie das Mastering von Dan Swanö weitere Vorschuss-Lorbeeren ab. Leadsänger Luca ist für mich allerdings ein völlig unbeschriebenes Blatt, der jedoch neben seinem permanent bollernden Bass-Spiel eine ebenso überzeugende Gesangsleistung abliefert.

Und was für Mucke bietet uns die Truppe denn nun? Die eigene Definition dafür lautet "Melodic Rock'n'Roll mit punkiger Attitüde", und das kann man in der Tat so stehen lassen. Der melodische Anteil hat sicher mit dem Mitwirken von Björn zu tun, während die anderen eher mehr für die erdigeren Tunes einstehen. Cool ist zudem, wie bei «Nothing To Do» oder «Whatever Comes Your Way» mindestens Giorgia für passende Co-Leads sorgt, die zuvor erwähnte Mia dies bei ihrem Beitrag ebenso tut und mit ihrer kratzigen Stimme für den Farbtupfer des selbstbetitelten Erstlings sorgt. Wer bis hierhin eher mit "low volume" unterwegs war, sollte das spätestens ab dem geil polternden Rocker «Pushed» ändern, denn dann merkt man, wie druckvoll das Ganze klingt. Insgesamt schrammeln Donna Cannona überwiegend, während Mr. Strid mit seinen melodischen Guitar-Lines aber dafür sorgt, dass ein paar Vibes vom Nachtflug-Orchester einfliessen. Deren Hit-Potenzial fehlt hier zwar, aber die Scheibe rockt definitiv mit Herz und Klasse!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Wy3bdL-rQfI

 

Dienstag, 14 Juni 2022 05:58

Lebst Du noch im Mittelalter? So hast du keine Mittel, Alter! In etwa so könnte man den Kontext der Schweizer Truppe von Koenix verstehen. Um die Mittel des Quartetts scheint es dann doch nicht so schlecht bestellt, denn dieser Tage erschien ihr fünfter Output mit dem Titel «Eiland».

Wem es beim Bandnamen Koenix in den Ohren klingelt und man stets an Des Königs Halunken denken muss, dem sei gesagt, die Verwandtschaft ist nicht zufällig. Für die "Medeltidsveckan" auf Gotland, dem grössten Mittelalterfestival Skandinaviens, stellte die Band 2007 ein Strassenmusikprojekt auf die Beine, dem zwei Jahre später Koenix aus der Asche entsprangen. Die Instrumente aus verschiedenen Kulturen (indische Sitar, irischer Dudelsack, Rauschpfeifen, Walliser Hackbrett) und die Einflüsse aus Rock, Folktronica und Ska ergeben eine irre Achterbahnfahrt durch eine andere Welt. Koenix legen hohen Wert auf Tanzbarkeit, und das hört man ihren teils auf Englisch oder Mundart gesungenen sowie instrumentalen zwölf Songs deutlich an. Den Knackpunkt dürften die in Schweizerdeutsch gesungenen Titel darstellen. Erstens ist es Geschmacks- und zweitens Verständnissache. Wenn dann noch Dialekt dazu kommt, wirds zur Herausforderung. Dies dürfte Jonas Martin Schneider (Gesang, Dudelsack), Michael Hugi (Dudelsack, Drehleier), Marco Piccapietra (Irish Bouzouki, Sitar) und Philipp Eichenberger (Schlagzeug) aber relativ kalt lassen. Wer sich von der «Eiland»-Konserve nicht überzeugen lässt, findet allenfalls bei einer ihrer Live-Shows, die mit vollautomatisierter Lichtshow und Masken gruseliger Berggeister auffährt, seine Freude. Für spezielle Festivalauftritte werden die Musikanten von Tänzerinnen begleitet, die mal als märchenhafte Wasserwesen, Dämoninnen oder Drachen auftreten. Der hauseigene Pyrotechniker lässt derweil Flammen sprechen oder Feuerwerk in die Luft steigen. Die Mischung dieser Faktoren ergibt ein einzigartiges Klangbild, sprich den unvergleichlichen "Koenix" Sound.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/S-FyNYYrzuc

 

Dienstag, 14 Juni 2022 05:52
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Es gibt neue Töne vom schwedischen Gothic Rock Duo «Outshine». Ihr Frischling nennt sich «The Awakening» und folgt musikalisch den Spuren ihrer vier vorherigen Veröffentlichungen.

Wie bei so vielen Bands vor ihnen, steht inhaltlich die vergangene Pandemiezeit Pate, die mit einer Vision von Dunkelheit und Melancholie aufwartet. "Die Pandemie hat deutlich gezeigt, wer davon profitiert und wer nicht. Die Armen und die Mittelschicht werden immer ärmer, die Reichen wahnsinnig reich und die Politiker geben nach, um nicht ins Visier genommen zu werden" sagt Bandgründer, Gitarrist und Sänger Jimmy Boman. «The Awakening» beherbergt acht dunkle, melancholische, schwere sowie düstere Tracks, die Truppen vom Kaliber «Sisters Of Mercy», «Paradise Lost» oder «Type O‘ Negative» wieder aufleben lassen. Das Musik-Video von «Outshine», passend zur Single «It's All Lies», visualisiert nochmals Bomans Aussage. Sollen wir Mainstream-Medien oder politischen Führern vertrauen, nur weil sie nett aussehen oder sich gut benehmen? Das Album ist ein Machwerk mehrerer Jahre. Bereits 2015 stand das Duo für erste Aufnahmen im «Grand Recordings» Studio in Göteborg. Jimmy Boman und Kenny Boufadene haben dann immer ein wenig daran herum gefeilt und einzelne Tracks immer wieder neu aufgenommen. Die letzten Aufnahmen entstanden schliesslich erst 2020 im Studio «Meltdown» in Schweden. «The Awakening» ist also ein ehrliches Album geworden, das das Anhören, Sehen und Spüren der einzelnen Titel abverlangt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/m6ujH1FXaQY

 

Montag, 13 Juni 2022 06:50
Tags
v. 10 Punkten: 8.2

Mucke mit unüberhörbaren Roots der australischen Rock'n'Roll Überväter AC/DC gibt es wie Sand am Meer, und während es sich auf der einen Seite heimische Tribute-Combos wie Live Wire oder Whole Lotta DC eher leichter machen und im ersteren Fall seit Jahren sichere Publikumsmagnete sind, gehen Sideburn andererseits den weitaus beschwerlicheren Weg über eigenes Songmaterial. Dabei muss man anerkennend zugestehen, dass sie unermüdlich weiter machen!

Dies geht im Wesentlichen zurück auf Frontmann Roland Pierrehumbert, dem einzigen verbliebenen Ur-Member aus der Gründerzeit mit der ersten Band Genocide. Der zweite Mann im Bunde ist Drummer Lionel Blanc, der seit 1999 hinter den Kesseln bei Sideburn sitzt und den Takt vorgibt. Die anderen Positionen im Line-up wechselten in den vergangenen Jahren einige Male, und seit 2012 wird die Saitenfront durch Mikael Riffart (Lead/Rhythm Guitar), Lawrence Lina (Lead/Rhythm Guitar) und Nick Thornton (Bass) besetzt. Obwohl sich die Support-Slots der vergangenen drei Dekaden mit Szene-Grössen wie Krokus, Motörhead, Kiss, Def Leppard, Dio, Ted Nugent, Thin Lizzy, Doro oder Meat Loaf ganz ordentlich lesen, konnte die Truppe in Sachen Erfolg bisher keine Berge versetzen, und dass bisher nur das Album «Jail» aus dem Jahre 2011, das ich kompositorisch eher bescheiden finde, den Chart-Platz #82 abwarf, sprich halt eine deutliche Sprache. Was einerseits partymässige Anforderungen locker erfüllt, lässt international konkurrenzfähige Ambitionen nach wie vor in weite Ferne rücken.

Das Blatt könnte sich nun mit dem neuen Album «Fire Up» aber ändern, denn zumindest die Einstiegs-Triplette bringt spürbar mehr Zug als sonst ins Geschehen! Der Opener «Feel The Heat» würde dabei Airbourne auch ziemlich gut zu Gesicht stehen, und bei den nachfolgenden zwei Rockern «Free Ride» und «Sweet Obsession (Ride On)» überzeugen spritziger Drive und vor allem die töften Backing-Vocals bei den Refrains! Etwas, dass zum Beispiel die berühmten Paten auf der aktuellen Scheibe «Power Up» ebenso gewinnbringend einsetzen. Das machten Sideburn freilich auch schon auf früheren Alben, aber griffige Beispiele wie «Frontline» oder «Bad Reputation» (beide ab «Electrify», 2013) sind leider viel zu selten zu finden. Das neue Material hätte hinten raus zwar noch etwas mehr Vibes des überaus guten Beginns vertragen, aber «Bad Side Of Town» kehrt die gesangliche wie stilistische Nähe hin zu Rose Tattoo deutlich heraus und auch «Restless Call» dürfte live optimal abgehen. «Fired Up» gewinnt auf jeden Fall mit jedem Durchgang und ist eindeutig das bisherige Masterpiece der Schweizer!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eAA3DfUQ_SU

Montag, 13 Juni 2022 06:43

Das vorliegende Album «Runaway Men» wurde bereits 1997 aufgenommen, aber erst jetzt veröffentlicht. Die Band drückt es treffend aus, denn ihr musikalisches Kind erblickt, nach 25 Jahren Schwangerschaft, nun endlich das Licht der Welt.

Bereits 1983 gründeten die vier Holländer Bart Schwertmann (Bass/Vocals), Nils Lingbeek (Guitars/Vocals), Ard Ofers (Keyboards) und sein Bruder Nils Ofers (Drums) die Formation. Ard war zu diesem Zeitpunkt gerade mal elf Jahre alt. Durch die Zeit konnte man regional und bedingt auch national positive Kritiken einheimsen. Man veröffentlichte mehrere Demo-Tapes, eine Single und eine Mini-CD. 1997 wurde dann das vorliegende Werk eingespielt, aber nie gemixt und entsprechend auch nicht publiziert. Die Band löste sich auf und die Wege der Musiker trennten sich. Was lange währt wird nun endlich gut. Die Scheibe entpuppt sich als kleine Perle des klassischen, melodiösen Hard Rocks, wie er in den Achtzigern gang und gäbe war, 1997 aber bereits auf dem Abstellgleis stand. Nichtsdestotrotz beweist die Formation ihre Versiertheit für eine feine Melodieführung und grossartige Hooklines. Die acht Tracks sind unkompliziert anzuhören, dennoch aber individuell. Gitarre und Keyboard halten sich dabei die Waage, der Zeiger zeigt, meistens jedenfalls, in Richtung Hard Rock, und man vermeidet es, in zu seichte Gewässer abzudriften. Ein bisschen mehr Drive hätte zwar mit Sicherheit nicht geschadet. Tolles Album, trotzdem aber weit entfernt von einem Meisterwerk. Melodic Genre Fans und Freunde von Journey, Foreigner und Konsorten dürften jedenfalls durchaus interessiert an «Runaway Men» sein.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FwqNeyVwPbE

 

Montag, 13 Juni 2022 06:36

Der gebürtige Frankfurter ist kein Unbekannter, hat er doch schon zusammen mit Toto-Sänger Bobby Kimball zusammen gearbeitet und schrieb auch Songs für Melanie Thornton.

Auch übernimmt er hier das erste Mal die Lead-Vocals, zusätzlich zu den Gitarren. Die Backing-Vocals gehen hingegen auf das Konto von Oli Hartmann und Ina Morgean. Auch mit dabei ist Tony Carey, der ja bekanntlich bei einem der besten Alben überhaupt mitgespielt hat, nämlich Rainbows Klassiker «Rising». Ich mag die ruhige, etwas raue Stimme von Bobby. Er glänzt hier mit tollen, melodiösen Gesangslinien. Und immer wieder bringt er seine Gibson Les Paul zum Singen, gut zu hören am Anfang vom etwas bluesigen «Everglow», das übrigens auch mit tollen Chören glänzt, ein starker wie zeitloser Song. Bei «On The Road Again» packt der Gute die akustische Gitarre aus, und das klingt sehr schön. Bobby zeigt hier, dass er sehr gefühlvolle Songs schreiben kann, auch beim vorwärts treibenden, rockigen «Shot In The Dark». Sehr stark auch das etwas moderner klingende «Lessons Of Pain», und wiederum wird hier viel Wert auf eine gute Melodie im Refrain gelegt, gefällt sehr gut. Auch die zweite akustische Nummer «Yesterday's Gone» ist überaus gelungen. Zum Schluss folgt mit «Eye Of Horus» noch eine coole Instrumental-Nummer mit orientalischem Touch, bei der Bobby erneut zeigt, dass er ein wirklich ausgezeichneter Gitarrist ist. «Everglow» ist eine tolle Scheibe, die der Frankfurter hier abliefert.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fE-tq-QfesU

 

Montag, 13 Juni 2022 06:30

Irgendwie kommen mir beim Anhören der Tracks immer wieder Memory Driven in den Sinn. Stoner, melodisch, irgendwie auch Doom, auch etwas Psych versteckt sich da in den Songs. Kann man mögen, muss man nicht.

Kadavermarch hauen hiermit ihr Debüt heraus, und ich bin mir sicher: Alle Fans von doomigen, etwas vertrackten Klängen mit eher monotonem Gesang kommen voll auf ihre Kosten. Dass man bei uns nur die LP kriegt, hinterlässt ein gewisses Fragezeichen - aber eben, wer in den genannten Richtungen unterwegs ist, dürfte vermutlich auch einen Plattenspieler sein Eigen nennen. Von wegen retro und so. Fazit: Ganz brauchbar, aber nicht breitentauglich. Schwierig.
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Phcdr5DgbE4

 

Samstag, 11 Juni 2022 08:33
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Zum 15. Geburtstag des abschliessenden und selbst betitelten After Forever Werks veröffentlichen es Nuclear Blast erneut. Scheinbar wurde es nochmals anders gemastert. Dazu gesellen sich zwei Bonus-Tracks. After Forever?

Wir erinnern uns: Die niederländische Band wurde 1995 gegründet. 1997 stiess Sängerin Floor Jansen hinzu, die allen Alben ihren Stempel aufdrückte und heute die Erfolgsgeschichte von Nightwish mitgestaltet. Bereits 2001 verliest Mitgründer Mark Jansen die Band und hob Epica aus der Taufe, die sich ebenfalls einen Namen machen konnten. Nach fünf Alben endete die Geschichte von After Forever 2009. Hört man sich dieses letzte Werk an, merkt man, dass die Band wohl auf ihrem musikalischen Höhepunkt starb. Die Lieder hier sind eingängig und doch progressiv, respektive gehören mitunter zum Besten, was Symphonic Metal zu bieten hat. Umso schöner ist dieser Re-Release, auch wenn die Plattenfirma mit zusätzlichen Informationen zum "neuen Produkt" geizt. So kann nicht abgeschätzt werden, ob das neue Paket, ausser der Musik, irgendwas Zusätzliches bietet oder nur ein billiger Verkaufstrick ist. Zu hoffen ist, dass Letzteres hier nicht eintrifft, denn dafür klingt die Musik viel zu gut. Davon mal abgesehen kriegt man hier die Gelegenheit, dieser Band nachzutrauern und sich auf weitere neue Grosstaten von Nightwish mit Floor Jansen am Gesang zu freuen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fjm4BrNAf6s

Samstag, 11 Juni 2022 08:28

Ebenfalls anno 2013 das doom-deathige Licht der Welt erblickt haben Temple Of Void in Detroit, Michigan, the Rock city of..., eben Doom Death Metal. Zusammengesetzt sind Temple Of Void aus Alex Awn (Guitars), Don Durr (Guitars), Mike Erdody (Vocals), Jason Pearce (Drums) und Brent Satterly (Bass) und präsentieren uns mit dem sieben-trackigen «Summoning The Slayer» den vierten Longplayer ihrer Bandhistorie.

Interessant, wie Temple Of Void die Symbiose zwischen dem Doom und Death herstellen und verbinden, denn in dieser Zusammensetzung passt dies ganz formidabel. Das Cover-Artwork knallt einem denn auch sogleich ins Augenlicht, was die druckvollen Tracks widerspiegelt, somit passt dies so, denn auch die Produktion strotzt vor Kraft, Klarheit und Druck, eine sehr gut abgelieferte Arbeit, Daumen hoch. Auch die Balance im Songwriting, das heisst die langsameren Parts verknüpft mit den groovigen, Midtempo-Elementen, klappt hervorragend, um dann in rasantes Double-Bass Drumming abzudriften. Auch die Abwechslung in den Tracks wird im durchdachten Songwriting Sorge getragen, und so wird es nie irgendwie langweilig, sondern es werden Fahrten, unvergessene Fahrten, auf welche die/der Zuhörer/in mitgenommen werden. Vokaltechnisch wird tief gegrowlt, ja beinahe schon gesungen gegrowlt, irgendwie, daher ist auch die Aussprache verständlich, trotz des bösartigen Unheimlichen. Basstechnisch wummert es sich perfekt hin zu den beiden Gitarren, klar strukturiert heraushörend, da teils auch nicht immer auf der rhythmischen Seite agierend.

Gitarrentechnisch geht es riffend sehr heavy doom-deathig zu und her. Und da man sich den doomigen Elementen bedient, sind auch die akustischen Momente nicht weit davon entfernt, als auch die Melodien, sei es in Lines oder dann in den vorgetragenen Soli, welche stets eine atmosphärische Ambiance hervor rufen. Drumtechnisch geht es sehr variabel zu und her, mal richtig schwerfällig, treibend, als dann sich steigernd in satte Double-Bass Attacken, welche in die Gehörgänge zugetragen werden. Dabei wird auch mit den Cymbals betont, weniger mit den weiteren Toms, doch die Snare treibt trocken und gibt die Marschrichtung klar vor. Ja, es ist immer noch Death Metal, satter Death, gepaart mit viel doomigem Schmackes. Somit spricht «Summoning The Slayer» sowohl Deathers als auch Doomers an, zweifelsfrei. Auch Vergleiche zu Hooded Menace, Bolt Thrower, Acid Witch, Coffins, Paradise Lost und Autopsy dürfen ohne schlechtes Gewissen genannt werden, um Anhaltspunkte zu schaffen. Anspieltipps wären da «Behind The Eye», «Hex, Curse & Conjuration» und «Dissolution», wobei letzterer Track wohl für eine kleine Überraschung sorgt. So solls und darf es sein, nicht?
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ts4vVFeDwas

Samstag, 11 Juni 2022 08:25
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Das dritte Album der Engländer, ursprünglich 1983 veröffentlicht, startet mit Keyboard-Klängen (!), was damals viele Alt-Fans sehr verunsicherte. Was danach aber über sie hereinbrach, war dennoch ein reinrassiger Metal-Track.

«Just Like Something From Hell» ist in meinen Ohren noch heute einer der besten Tracks der damaligen "New Wave Of British Heavy Metal". Allein der Scream von Algy, bevor die beiden Gitarristen Peter Brabbs und der neu dazu gestossene Mick Tucker mit ihren Riffs losbrettern, sucht seinesgleichen. Allein diese Nummer berechtigt eigentlich schon zum Kauf von «This Means War». Aber auch das sehr harte «Hot Lead Gold Steel», «Laughing In The Face Of Death», der Oberhammer «Echoes Of A Distant Battle» sowie der Titeltrack machen das dritte Werk der Engländer zum Besten ihrer Karriere. Nicht davor und nie mehr danach spielten Tank dermassen auf den Punkt und vermischten Metal mit feinen Melodien und gigantischen Refrains besser als auf diesem Album.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LrE3c8mF6Og

 

Samstag, 11 Juni 2022 08:20
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Tad Morose Gitarrist Kenneth Jonsson hat eine neue Truppe ins Leben gerufen, die er Starchaser getauft hat.

Mit namhaften Muckern wie Drummer Johan Koleberg (ehemals HammerFall, Therion, Wolf), Keyboarder Kay Backlund (Lion's Share) oder Sänger Ulrich Carlsson (ehemals M.ILL.ION.) hat Kenneth eine tolle Begleitmannschaft um sich geschart. Musikalisch geht der Gitarrist in eine melodischere Richtung als seine ehemalige Stammband. Bedeutet, kräftige Rhythmen und ein ebensolcher Gesang prägen das Geschehen, sowie das Zusammenspiel zwischen Gitarre und Keyboards. Man kann durchaus von einer "gewissen" Soundwand sprechen, die uns der Schwede zum Anhören vorlegt. Dabei geht die Band schnell («Tokyo»), aber auch zähflüssig («Bringer Of Evil») ans Werk. Melodischere Parts («I'll Find A Way») finden den Weg ebenso aufs Album. Das Ganze strahlt ein eigenes Flair aus, das aber auch ziemlich gleichförmig klingt. Es sind diese Fragen, die oft unbeantwortet bleiben. Heisst für den Künstler ist es wichtig, sich musikalisch ausdrücken zu können und für den Fan, bei der Fülle an neuen Scheiben, dass er sich entscheiden muss, welche CD er letztlich kaufen möchte. Tad Morose Fans können hier bedenkenlos zugreifen, wie auch Metal-Fans mit einem Hang zu orchestralen Momenten, allerdings nicht à la Yngwie Malmsteen, sondern jüngeren Combos!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZVK3TuJxe1w

 

Freitag, 10 Juni 2022 07:20

Es ist das 15. Studio-Album der Deutschen, die momentan auf einer Erfolgswelle sondergleichen reiten. Dies auch dank der letzten beiden Alben, die sich «Phantom Antichrist» (2012) und «Gods Of Violence» (2019) nennen.

Der grosse Erfolg zeigte sich darin, dass die Jungs in bedeutend grösseren Hallen spielten und auf den renommiertesten Festivals eine spätere Spielzeit zugeteilt wurde. Dass das letzte Studio-Werk von der Pole-Position der deutschen Album-Charts (!) grüssen würde, hätte sich die Truppe in den früheren Achtzigern auch nicht träumen lassen. Wie es aktuell üblich ist, wurden schon Videos der neuen Songs veröffentlicht, und so kennt man den Opener, der zugleich der Titelsong ist, schon seit einiger Zeit. Die knüppelharten Rhythmen, Jürgen Ventor Reil ist noch immer ein unglaubliches Abriss-Kommando, harmonieren bestens mit den harten, aber auch melodischen Gitarren-Parts. Speziell Sami Yli-Sirniö kann mit seinem feinen Gitarrenspiel wieder auf sich aufmerksam machen, während Miland Mille Petrozza seine knallharten Parts mit seinem unverkennbarem Schreigesang untermauert. Ist nun «Hate über alles» das Meisterwerk geworden, welches man sich von den Essenern gewünscht hat?

Vielleicht ist der Sound wieder ein bisschen näher bei den älteren Scheiben wie «Coma Of Souls» und «Extreme Aggression». Dabei hat sich der Vierer aber nicht vom erfolgreichen Weg abgewandt. Allein das ultrabrutale und schleppende «Crush The Tyrants» ist ein weiterer Hit geworden, wie auch das treibende und mit einer unglaublich geilen Gitarrenmelodie versehene «Strongest Of The Strong». Fast schon Iron Maiden artig erklingt «Become Immortal», während das sich wie eine Prügelei aufbauende «Demonic Future» zu einem unglaublichen Thrash-Brett entwickelt. Das verspielte «Dying Planet» beendet ein Album, das weder besser noch schlechter als seine beiden erfolgreichen Vorgänger ist, dafür aber einfach eine weitere Klasse-Scheibe, die Mille da vom Stapel lässt. Die Mischung aus Härte und Melodie ist noch immer das Erfolgsrezept der Deutschen, welche sich um den Erfolg nicht sorgen müssen und Kreator garantiert auch weiterhin die erfolgreichste Thrash-Combo aus Deutschland bleiben werden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YVfEW5mgrd0

 

Freitag, 10 Juni 2022 07:14
Tags
v. 10 Punkten: 8.8

So, geneigte Fetischisten/-innen des gepflegten, brutalen Death Metals, hier kommen Sijjeel. Häh, noch nie gehört? An alle, die sich nun angesprochen fühlen, ging mir nicht anders, hell yeah. An alle anderen, die Sijjeel bereits kennen, trotzdem weiter lesen, sofern ihr möchtet und nicht dazu genötigt verpflichtet fühlt. Danke! Bitte!

Nun, Sijjeel wurde anno 2013 in Damman, in der Eastern Province von Saudi Arabien (!) gegründet, nowadays wird in Germanien gelebt. Ach ja, eines, sprich das Gründungsmitglied steht mit Namen Hussain Akbar zur Buche, programmiert die Drums, spielt den Quetschbalken und wird seit anno 2020 von Floor van Kuijk (Vocals) und Lukas Kaminsiki (Bass) flankiert. Releast worden sind nebst diesem Debüt «Salvation Within Insanity» noch eine EP namens Cyclopean Megaliths anno 2020. Auf «Salvation Within Insanity» finden sich acht Songs, welche sich dem brutalen, leicht slammig-goreigen Death Metal zugehörig und da beheimatet fühlen. Ja, es wird heftigst gebolzt und geholzt. Die Produktion kommt anständig daher, will schreiben druckvoll, klar, wandmässig wird es die Gehörgänge überrollen.

Songwritertechnisch ist das Ganze schnell und abwechslungsreich gehalten, und nebst den obligaten Prügelattacken gibt es noch das eine oder andere Moshpit-/Slamfenster, in welchem dann die gebeutelten Nackenmuskeln schwer beansprucht werden. Gitarrentechnisch wird der Gitarrenhals ziemlich technisch und frickelig bearbeitet, begleitet von sattem, schnellem, brutalem Death-Riffing, mal mit Lines, mal in schneller Griffabfolge. Solotechnisch geht da leider nicht so viel, leider, obschon es genügend Möglichkeiten für das eine oder andere herrliche Klampfenvirtuosensoli hätte, eigentlich. Doch kann man auch die feinen, kleinen Breaks und Intervalle als Soli betrachten, somit ist es nun jedem/r freigestellt, wie sie/er dies zu bewerten möchte.

Soundtechnisch ist es satte Death-Distortion, die uns hier um die Ohren gehauen wird, somit ein goiler Soundteppich. Basstechnisch ist dieser klar, spielt nicht nur rhythmisch treu ergeben, sondern nimmt auch die Duelle mit der Gitarre an, will schreiben, ist ebenfalls technisch sehr am Frickeln, lässt mit dem trockenen, sauberen Sound den Erkennungswert des variablen Tieftöners erhören und aufhorchen. Vokaltechnisch sind die die Stimmband Akrobatiken im tiefsten, bösen Growl anzusiedeln. Mal etwas verständlicher, danach wieder richtig schnell raspelnd guttural dargebracht. Passt so im Gesamtbild, die programmierten Drums sind hervorragend eingetippselt worden, so dass es nicht auffallen würde, wenn man es nicht wüsste, dass die Drums in den PC eingehämmert worden sind. Diese sind extrem grindcorig und blastend gehalten, sattes Double-Bass Gewitter, konstant, gnadenlos, gepaart mit slammigen, moshigen Midtempo-Parts.

Die Snare klingt trocken und gradlinig. Auch die Cymbals und weitere Toms wurden programmiertechnisch hervorragend ergänzt. Das Cover-Artwork rundet «Salvation Within Insanity» passend ab. Tja, soundtechnisch wären da allenfalls Defeated Sanity, Incinerate, Focal Dystonia und Twitch Of The Death Nerve zu nennen, ab und an können auch etwas Cannibal Corpse, Six Feet Under und Broken Hope ausgemacht werden. Anspiel-Tipps wären da «The Affliction Of Deteriorating Minds», «Climbing Into The Abyss» und «Inflection To Thee Smut» von den acht Songs zu nennen, welche mir etwas mehr  als die restlichen Tracks aufgefallen sind. So, wie immer schön antesten, denn das hilft bekanntlich ungemein und bei «Salvation Within Insanity» ebenso. That's all, folks!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TwcDtTZOPYA

Freitag, 10 Juni 2022 07:09
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Die dänische Metal Bewegung steckte noch in den Kinderschuhen, als sich Pretty Maids, Mercyful Fate und Artillery aufmachten, der Welt das Fürchten zu lehren. Dazu gesellte sich eine Truppe, die sich Evil taufte und zwischen 1983 und 1999 mit Demos, EPs und Split-Singles auf sich aufmerksam machten.

Erst 2015 erschien das erste Album, welches auf den Namen «Shoot The Messenger» getauft wurde. Es dauerte wieder ein paar Jahre und Singles, bis nun der zweite Streich das Licht der Welt erblickte. Evil stecken noch immer in ihrem Fahrwasser, das lupenreinen Metal zeigt, der seine Wurzeln in den Achtzigern verortet. Der Iron Fire Sänger und Bassist Martin Steene haben das Mikrofon zwischenzeitlich bei Evil übernommen und sorgen dafür, dass die Truppe sehr eigenständig klingt. Richtig spektakulär erklingt der Fünfer aber nicht, auch wenn sich die Songs hören lassen können und ich mir die Scheibe in den Achtzigern garantiert gekauft hätte. So ist «The Book Of Evil» nach all den Klassikern, die zwischenzeitlich erschienen sind, halt nicht mehr als eine ordentliche Scheibe. Das ist das grosse Problem, wenn man  sich seit über vierzig Jahren Metal anhört und vieles davon zu persönlichen Favoriten wurden. Evil sind sicherlich eine coole Band, die aber weder Mercyful Fate noch Artillery das Wasser reichen können.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BY0jgdsgEUQ

 

Freitag, 10 Juni 2022 06:57

Jeder Musikliebhaber kann in der Regel seine Lieblinge, Helden oder Geheim-Tipps benennen und gleichzeitig kund tun, was ihm dafür gar nicht in den Kram passt. Zudem kann hier mit Oberbegriffen, sprich Genres oder Musikstilen, etwas Ordnung ins Dickicht gebracht werden. Alternative Rock per se gehört dabei klar nicht zu meiner bevorzugten Ecke, und das Allermeiste davon langweilt mich ziemlich schnell. Nun also mal sehen, wie sich Monotrone aus Basel schlagen.

Hierbei sprechen wir von einer neu formierten Schweizer Band, deren vier Bandmitglieder, sprich Philippe Strübin (v), Thomas Baumgartner (g), Franky Kalwies (b) und Fran Lorkovic (d) allesamt bekannte Gesichter der hiesigen Szene mit einem beeindruckenden Palmares sind, das bis zu drei Dekaden an musikalischer Vergangenheit abdeckt. In der einen oder anderen Konstellation haben sich die Wege des Quartetts bereits zuvor gekreuzt, und europaweit wurden Bühnen mit Grössen wie Ice-T, Perry Farrell, Manic Street Preachers, Disturbed oder auch Eric Clapton wie Sir Bob Geldof (Boomtown Rats) geteilt. Auf diese Weise trifft ausdrucksstarker Gesang auf instrumental hoch angesetzte Erfahrung, dessen Mix mit Monotrone in purer Spielfreude ohne Scheuklappen gipfelt. So erstaunt es nicht, dass die insgesamt zehn Songs einen Range zwischen Hard Rock, Metal und Grunge bis hin zu Pop, Funk und gar Disco-Elementen anbieten. Für Puristen jeglicher Provenienz schwer zu verdauen, aber wer das Visier öffnet und etwas frischer Luft Zugang gewährt, wird entsprechend belohnt. Das setzt jedoch etwas Toleranz voraus, was in meinem Alter zunehmend schwieriger wird, aber jüngere Fans die dankbarere wie ergiebigerere Zielgruppe darstellen dürften.

Mit dem noisigen und groovigen Opener «Do you Know My Name» geht es schon mal ziemlich pfundig los, und damit kann jede Party aus dem Stand heraus von null auf hundert gebracht werden! Ganz zu schweigen davon, dass Sechssaiter Thomas hierbei nicht nur ziemlich fette Riffs auffährt, sondern ebenso gepflegt zu solieren vermag. Das nachfolgende «Stuck In Here» macht mit seinem herrlich bollernden Bass-Sound primär dem "God Of Thunder" Gene Simmons (KISS) alle Ehre, verströmt ein paar Vibes von MUSE und beinhaltet ein paar funkige Sprengsel. Der Titeltrack «1» empfiehlt sich derweil als optimaler Feger für die Tanzfläche in den Discos, während das Eingangs-Riff bei «Hypersonic» bös in den 80ern herum wildert, das Rocken nie zu kurz kommt und der Gesang einfach mega ist. «Better» ist dagegen raumfüllender Ami Stadion Rock in Reinkultur, der mit dem vergleichsweise ruhigen «CC» einen feinen Halbballaden Gegenpart erhält. Hintenraus lässt «Skin» die Disco-Kugel endlos weiter drehen, der fast 7-minütige Brocken «Amalthea» bringt die Fensterscheiben erneut zum Vibrieren und «Hollow» als schleppender Rocker lässt keine Zweifel darüber aufkommen, dass Monotrone mehrheitlich rocken..., definitiv..., aber eben "alternativ".
Rockslave


https://www.youtube.com/embed/HzyIvWfPT3Q

Donnerstag, 09 Juni 2022 19:45

Die deutschen Power Metaller Circle Of Silence wissen auf ihrem vierten Album endlich zu begeistern. Das freut mich riesig, empfand ich die bisherigen drei Werke doch immer auf hohem Niveau "nett".

Mit «Walk Through Hell» gelingt ihnen nun der grosse Schritt nach vorne. Laut Promo-Schreiben könnte dies daran liegen, dass jetzt sämtliche Lieder in Drop-C aufgenommen wurden. Das Album wirkt dadurch heavier. Meiner Meinung liegt es aber in erster Linie am besseren Songwriting. Hier wird episch alles niedergewalzt, um bloss eine Nummer später wieder dem Speed Metal mit Doublebass Drums zu frönen. Dazu kommen Refrains, welche den Liedern mal etwas Härte entziehen, dann aber wieder die Höhepunkte darstellen. Als erste Highlights entpuppen sich, neben dem Titelsong, das stoische «We Want More», das treibende «God Is A Machine» und das schnelle «I Am Fear». Solche Lieder mögen auch die Spannung aufrecht erhalten, die sonst trotz abwechslungsreichem Songwriting in den hier präsentierten 57 Minuten verloren gehen würde. Wer klassischen Heavy Metal ohne Firlefanz mag, kann bei «Walk Through Hell», dem vierten Album von Circle Of Silence, bedenkenlos zu greifen. Man darf jetzt hoffen, dass die Band genügend Gelegenheit erhält, ihre Musik live zu spielen und dort ihn ähnlicher Weise zu überzeugen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LiH29BA14KI

Donnerstag, 09 Juni 2022 19:36
Tags
v. 10 Punkten: 8.8

Der Schwedische Sänger Zinny Zan konnte bereits in den frühen Achtzigern Akzente setzten. Von 1981 bis 1985 war er Frontmann der Glam Band Easy Action, die als erste schwedische Formation überhaupt einen weltweiten Plattendeal an Land ziehen konnte.

Von 1985 bis 1990 war er ebenso erfolgreich hinter dem Mikro bei der Sleazy Band Shotgun Messiah. Danach wurde es aber ruhiger um Zinny und er trat nur noch sporadisch in Erscheinung. Vor exakt zwanzig Jahren erschien ein erstes Solo-Album (City Boy Blues), das nun mit «Lullabies For The Masses» eine Fortsetzung findet. Dazu holte er die beiden ehemaligen Skintrade Musiker Stefan Bergström (Gitarre) und Hogge Calmroth (Bass) mit ins Boot. Musikalisch bietet uns der gute Mann ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Werk, dass die verschiedenen Aspekte seines Schaffens homogen vereint. Das bedeutet, ursprüngliche Glam und Sleazy-Ideen werden mit einem modernen Anstrich versehen, bleiben aber konstant bodenständig. Songtechnisch bewegt man sich zwischen erdigen Hard Rock Songs und intensiven Balladen. Praktisch ausnahmslos schaffte man es dabei, kreative Melodien und fesselnde Songstrukturen zu verfassen. Mit «It's No Good» überzeugt Master Zan zudem mit einem starken Cover, im Original von Depeche Mode. Cooler Frontmann, cooles Album!
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LQE46zJVlTw

 

Donnerstag, 09 Juni 2022 07:28
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Auf den erfolgreichen zweiten Longplayer von letztem Jahr folgend, veröffentlicht Andreas Petterson unter De Arma nun eine ziemlich starke EP, die verschiedene Klang-Universen in einem vereint. Am ehesten ist der Sound dem Gothic unterzuordnen. Nicht allzu düster, aber dennoch dunkel angehaucht.

Synthwave Elemente sind sehr dominant, doch nicht etwa unangenehm. Die stark nach Norden klingende Melancholie scheint selbst durch die poppigsten Passagen hindurch. Von den musikalischen Wurzeln des Multiinstrumentalisten (Black Metal Band Fen) hört man kaum etwas. Ein wenig Doom flackert gerade noch so auf. Die beiden ersten Songs sind eher noch ein wenig dunkel, und im letzten Stück geben die 80er den Lead vor. Mit den Vocals der Sängerin Marie Oja werden fast schon Blockbuster Soundtrack-Feelings ausgelöst. Alles in allem sehr angenehm, doch auch nicht wirklich innovativ. Ein vergnüglicher Zeitvertrieb ohne nachhaltigen Effekt. Dies könnte aber der Leichtigkeit des 80er-Pop geschuldet sein. Nichts ist verkehrt daran, aber ich finde es halt ein wenig schade. Für Gruftis und Synth-Fans stellt «Nightcall» definitiv einen kleinen Leckerbissen in der Sammlung dar. Wer es gerne härter mag, wird mit anderen Bands jedoch besser bedient.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iMVJWPqoDOE

 

Donnerstag, 09 Juni 2022 07:17
Tags
v. 10 Punkten: 6.5

Der Gitarrist wird allen Sonata Arctica, Cain's Offering, Altaria und The Dark Element Fans bekannt sein. Nun hat der Finne sein erstes Solo-Album veröffentlicht, dies natürlich mit diversen Gastbeiträgen, wie  von Tony Kakko (Sonata Arctica), Timo Kotipelto (Stratovarius), Renan Zonata (Electric Mob) oder Anette Olzon (ehemals Nightwish).

Es wird wohl niemanden überraschen, dass die Songs aus der Schnittmenge der eben erwähnten Truppen bestehen und die entsprechenden Lieder den Shoutern auf deren Stimmvolumen massgeschneidert wurden. Und ja, es hat verdammt coole Momente dabei, wie zum Beispiel bei «What Do You Want», wo gar mit einem leichten Country-Einschlag gespielt wird. Oder die Power-Ballade «Who We Are», die von Timo perfekt umgesetzt wird. Auch das flotte «Into The Fray» lässt aufhorchen, wie der akustische Einstieg bei «I Could Stop Now», der an eine flottere Umsetzung von Skyclad erinnert. Jüngere Metal-Fans werden dieses Album lieben, oldschoolig tickende Helden hingegen die Nase rümpfen. Es ist halt immer dieser schmale Grat zwischen Quantität auf einem hohem Level und purer Qualität. Diese "Generationsfrage" entscheidet oftmals über den Kauf eines Albums. «My Father's Son» weist ebenso einige spannende Momente auf und geschickt eingestreute Elemente die beweisen, dass Jani fraglos ein sehr talentierter Musiker ist. Die Frage, ob er dies mit Herz, Seele wie Blut auf den Fingerkuppen und Staub auf seinen Stiefeln gemacht hat, muss letztlich jeder für sich selber entscheiden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Fmwea_ca66Y

 

 

Mittwoch, 08 Juni 2022 08:37

Die französischen Cyber Prog Symphonic Power Metaller Kerion gehen mit ihrer «Cloudriders»-Sage in die dritte Runde. Und siehe da, im Vergleich zum zweiten Teil ist eine deutliche Steigerung im Songwriting auszumachen.

Was ich zuvor mit 6.5 Punkten eher zurückhaltend bewerten musste, bündelt jetzt die bereits zuvor vorhandenen Stärken zu einem richtig guten Album. Die sieben Jahre zwischen dem zweiten und dritten Teil von «Cloudriders» haben der Musik von Kerion hörbar gut getan. Plötzlich ist, trotz gewisser progressiver Ausflüge, alles schlüssig und zuhörerfreundlich. Dazu kommen spannende elektronische Spielereien, die dem Power Metal eine neue Klangfarbe verleihen. Gewisse Zuhörer:innen könnten sich womöglich an den Pop-Rhythmen stören. Insgesamt ist alles aber doch ziemlich "hart" gehalten. Dazu kommt, dass die Band auch mal soundtrackartige wie ruhige Zwischenteile einbaut und die Erzählmomente kurz gehalten werden. Diese nerven auch beim x-ten Hördurchgang nicht. «Cloudriders – Age Of Cyborgs» groovt frisch, frech und unkompliziert aus den Boxen. Der Band ist die Freude an diesem Konzept-Werk sehr gut anzuhören, und die Wechsel zwischen weiblichen und männlichen Gesangparts würzen das Ganze zusätzlich. Damit haben sie ein Werk geschaffen, welche Fans der beschriebenen Genre-Stile gerne antesten dürfen. Denn hiermit ist den Franzosen wirklich ein herausragendes Album gelungen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Gx7rYlp4-6s

Mittwoch, 08 Juni 2022 08:27
Tags
v. 10 Punkten: 7.0

Dieses Album ist nichts für Szene-Puristen. Wer klassischen Metal hören will und dem elektronische Musik nichts als des Teufels himself ist, sollte besser zur nächsten Review wechseln. Wer aber offen für szeneüberschreitende Musik, wie zum Beispiel ein Stil namens "Electronicore" ist, der liegt hier genau richtig.

Cabin Boy Jumped Ship aus England vermischen nämlich gekonnt harte Metalcore Riffs mit tanzbaren Electro-Sounds und zwischenzeitlichen Gesangslinien, die sich umgehend ins Hirn einbrennen. Metal zum Tanzen sozusagen, und das funktioniert aber wunderbar sowie zeigt auf, dass es in der Musik nicht nur schwarz und weiss gibt, sondern eine wunderbare Grauzone herrscht, in der es keiner Regeln bedarf, was man darf und was nicht und wo spannende Resultate entstehen. Die Band kennt nur die Strasse und ist permanent auf Tour. Macht letztlich auch Sinn, denn der Sound von Cabin Boy Jumped Ship passt so wunderbar auf die Bühnen der Welt, denn nur da spürt man den Schweiss so richtig und die grenzenlose Energie dieser Band!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nS-CcaqQxI0

Mittwoch, 08 Juni 2022 08:20
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Danish Dynamite in Sachen Death Metal von Baest mit ihrer EP namens «Justitia», welche sechs Songs beinhaltet und seit 2015 in Aarhus (Midtjylland) aktiviert sind und dort herum wüten.

Dabei hält man sich leicht auch etwas an den oldschooligen Schweden Death, gepaart mit auch leicht doomigen, 70er-Einflüssen. Na ja, wenn ihr dann mal die Anspiel-Tipps anpeilt, wisst ihr, was ich versuche in den Computer rein zu hämmern. Ja, auch hier sind Melodien ein wichtiger Bestandteil im Songwriting, nebst den üblichen Zutaten des Death Metals. Zudem holte man sich hier Gastmusiker an Bord, wie beispielsweise Sven De Caluwé (Aborted, System Divide, Leng Tch'e, In-Quest et cetera) auf «Justitia» und den leider tragisch verstorbenen Trevor Skrnad - R.I.P. - (The Black Dahlia Murder) auf «Gargoyles», welches als Favoriten gelten sollen, dürfen und können. Zudem versüsste man «Justitia» mit einem Entombed A.D. Cover-Song namens «Second To None». Die Produktion kommt klar, oldschoolig gut produziert rüber, das Cover-Artwork sticht ebenfalls aus der besagten Masse heraus und wie nochmals gerne beschrieben, «Justitia» ist auch was für Leute mit dem weitsichtigen Blick, genreüberschreitend wie wohlwollend ausgedrückt.

Zusammengefasst enthalten die sechs Tracks melodiöse Soli, herrliches Riffing aus dem Death, Hard Rock, Metal, Power Metal, als auch Speed und Thrash Metal, ein treibendes Drum mit satten Double-Basses und straighten, kopfnickenden wie -schüttelnden Patterns, einen satten Tieftöner, tiefe und gut verständliche Growls. Weitere Anspieltipps wären da die restlichen vier Tracks..., so ein deathiger Spassvogel, der Schreiberling, was? Na ja, hält sich in Grenzen, wäre auf der Metal Factory Richterskala eine satte 9.7 von zehn, by the way. Konsortien sind nicht geplant, doch Fans von Entrails, Bolt Thrower, Bloodbath, Vomitory, Grave, Dismemer, Lik, Entombed als auch Entombed A.D., Firespawn und weitere Combos sollten sich durchaus betroffen fühlen. Ach ja, Baest sind Mattias Melchiorsen (Bass), Sebastian Abildsten (Drums), Lasse Revsbech (Guitars), Svend Karlsson (Guitars) und Simon Olsen (Vocals), ergänzend erwähnt und wenn von Interesse. Eine interessante EP, diese «Justitia» und löst Schmackeslust auf den nächsten Longplayer aus, beispielsweise.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/11vh48lGsVA

Mittwoch, 08 Juni 2022 08:12
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Hört man sich den Opener an, erinnert man sich an die knalligen Gitarren und den rumpeligen Drum-Sound von Motörhead. «Power Of The Hunter» wurde, wie auch «Filth Hounds Of Hades», im Jahre 1982 veröffentlicht.

Was damals an der Tagesordnung war, ist heute kein Thema mehr. Und Tank? Ja, sie hatten den Jungs von Motörhead zwar einiges abgeschaut, und trotzdem blieb der unbekümmerte Punk-Einschlag, der speziell durch den ungestümen Bassisten Algy voran getrieben wurde, ohne die erwünschte Wirkung. Auf «Power Of The Hunter» wurde allerdings auch klar, dass die Lieder nicht ausreichen, um gegen die sehr grosse Konkurrenz anzukämpfen. Aus diesem Grund wurde für das kommende Studio-Album auch ein zweiter Gitarrist ins Line-up geholt. Lieder wie «T.A.N.K.», das The Osmonds Cover «Crazy Horses» und «Red Skull Rock» zeigten eigentlich auf, zu was das Trio noch immer fähig war, aber wie bereits erwähnt, waren die grossen Namen damals unaufhaltsam an den Jungs vorbei gezogen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wra6wGCeXdY

Dienstag, 07 Juni 2022 07:50

Die Griechen Fortis Ventus veröffentlichen ihr erstes offizielles Album. Dieses klingt nach ambitioniertem Klassik-Film Symphonic Metal, dem es aber leider am Film fehlt, denn hier werden die guten Ansätze immer wieder durch zu langfädige Kompositionen torpediert.

Würde man die entsprechenden Bilder dazu sehen, könnte die Spannung jeweils ja aufrecht erhalten werden. So plätschert aber alles bloss schön vor sich hin. Das tut zwar niemanden weh, führt jedoch dazu, dass man sehr viel Geduld aufbringen muss, um sich in dieses Album einzuarbeiten. Eventuell könnte es einen guten Begleit-Soundtrack für ein episches Rollen-Computerspiel oder für die nächste Interrail-Reise absetzen, die man alleine und mit ständigem Blick aus dem Fenster unternimmt. Denn Kompositionen wie das Instrumental «Living Thorns» oder der Einstieg zu «Birth Of Sadness» sind schlicht der Hammer. Leider wird es oft dann langweilig, wenn der gute Gesang von Nancy Mos oder die Gitarren von Gregory Kollakos einsetzen. Anderseits verleihen genau diese beiden dem Album, neben Keyboarder Georg Halliwell, die Seele zur Musik. Vielleicht braucht «Vertalia» schlicht mehr Zeit, um seine Wirkung zu entfalten. Fans von Symphonic Metal dürfen hier auf jeden Fall gerne reinhören und mir eine Rückmeldung zukommen lassen, wenn das Album gar sehr gut zu gefallen weiss. Für mich persönlich verharrt es, trotz musikalischer Klasse, auf hohem Niveau mit dem Etikett "nett".
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WFJdAiAlrV0

 

Dienstag, 07 Juni 2022 07:40

Dies ist das Debüt-Album der schwedisch-britischen Band um Sänger Daniel Änghede, der hier stimmlich wunderschön von Sängerin Daisy Chapman unterstützt wird. Die beiden Stimmen harmonieren dabei wunderbar.

Schon gut zu hören beim gefühlvollen wie sehr atmosphärischen «Rebel Drones». Bittersüss dröhnt dafür der zehn Minuten lange Song aus den Boxen, nimmt Zuhörer:innen mit in die geheimnisvolle Welt von deren Musik. Wunderschöne Gitarren-Soli ergänzen die gefühlvollen Gesangslinien, ein wunderbarer Song. Das folgende «Barricades» startet mit einem Gitarren Twin-Solo, auch sehr gefühlvoll. Hier sind ausnahmslos Top-Musiker am Start, die hier aus verschiedenen Bands geformt wurden. Unter anderem Crippled Black Pheonix und At The Gates. Das etwas ruhigere «The Lord He Giveth And He Taketh Away», von Daisy gesungen, erinnert etwas an Porcupine Tree und glänzt im Refrain mit einem mächtigen Chor, der Gänsehaut erzeugt. Dazu die hypnotische Gitarre und die fetten Keys, einfach wunderschön. Das Pink Floyd-artige «Shut It Down» glänzt derweill mit einem langen Dave Gilmore-like Gitarrensolo und einem ebenfalls grandiosen Chor im Refrain. Es ist unglaublich schön, hier in die geheimnisvolle Welt von Venus Principle einzutauchen. Die Musik hat etwas Beruhigendes, klingt für ein Debüt als Ganzes sehr ausgereift und vermag einen zu fesseln. «Stand In Your Light» ist ein ganz starkes Album dieser schwedisch-britischen Kooperation.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Kd9Iv6EZtxk

Dienstag, 07 Juni 2022 07:33

Der ehemalige Groovenom Sänger bringt sein Solo-Debüt raus und dieses hat es echt in sich. Sandro Geisslers Texte sprechen von Depressionen, Liebe und Hoffnung, doch es handelt sich bei Weitem nicht nur um ein stereotypisches Singer-Songwriter Werk.

Pandemiebedingt in einer Zwangspause, hatte der Sänger endlich Zeit, sich seinem Solo-Album zu widmen, und das Auflösen der Band führte dazu, dass es zu seinem Hauptprojekt wurde. Der Einblick in Sandros Gefühlswelt und seine Ehrlichkeit wie Offenheit lassen den Hörer tief eintauchen. Die Untermalung der Lyrics mit ansprechendem Synthie-Sound macht dabei Lust auf mehr. Trotz der starken Orientierung am Pop der 80er Jahre ist die Rock-Attitüde deutlich spürbar. Der Künstler setzt zu einem fabelhaften Spagat zwischen Retro wie Moderne an und die Nostalgie schafft eine wohlig melancholische Laune. Seine Stimme wiedergibt die Emotionen seiner Texte glaubhaft und verleiht mir das Gefühl, dass es sich um einen "ehrlichen" Künstler handelt, wie ich es zu nennen pflege. Er trifft den Nerv der Zeit richtig gut, um es so auszudrücken. Wer prinzipiell nur Härte mag, kann mit diesem Werk wahrscheinlich wenig anfangen. Alle anderen dürfen sich bei «Let Us Die» aber auf eine grosse Ladung Emotionen freuen. Kaufempfehlung? Absolut!
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ANR-qy8gQQ8

Dienstag, 07 Juni 2022 07:26
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Mit «Apologetica» veröffentlichen die Italiener namens Patristic aus Lazio, Roma, bella Italia, geblackten Death Metal mit viel Rumms und Fistful-Brutalität. Aggressiv, bösartig, zeremonienmeistermässig, heftig.

Drei Tracks sind auf der Debüt-EP «Apologetica», namentlich eben «Apologetica», «Praescriptio I» und «Praescriptio II». Patristic ist ein Nebenprojekt besagter Haudegen, namentlich Enrico Schettino (Guitars, Hideous Divinity, Ex-Hour Of Penance) sowie Jacupo Gianmaria Pepe (Vocals, Bedsore, Night Gaunt, SVNTH, Ex-Angew, Atlantic Ridge, JGP). Na, bimmelts im Oberstübchen? Aha, das kann ja nur heftigst abgehen, oder? Yope, und das geht auch tatsächlich so kräftig ins Säftchen. Brutaler Death Metal mit leichten Black Metal Anleihen, leicht verschroben, leicht progressiv-technisch, die Zeitzeichen sowie Hintergründe der beiden Signori sind deutlich heraus zu lesen. Dennoch erreicht die EP mit den drei Songs eine stolze Spielzeit von 20:30 Minuten, da gibts andere Bands, die benötigen fünf oder gar mehr Tracks, um diese Spielzeit zu erreichen. Was will jetzt der Schreiberling damit ausdrücken? Well, da wird mit Schmackes an die Bouletten ran gegangen, und trotz nebenartigem Projekt wird hier seriös gearbeitet wie gesongwritet, das will der Rezensent damit mitteilen. Capisch?! Hell yeah, die druckvolle Produktion wurde von Stefano Morabito bewerkstelligt, das geniale und intelligente Cover-Artwork vom Misanthropic Art Studio kreiert, somit passt auch das.

Es versteht sich von selbst, dass beide Signori den bandtechnischen Background zu programmieren und sampeln wissen, was in der heutigen Zeit absolut legitim ist, vor allem wenn "nur" die Klampfe und Stimmbänder personell besetzt sind. Da wird kräftig geblastet, gegrindet, heftigst gedouble-bassed, aber auch mal in den groovigen, midtempo-geschwängerten Sphären Leben eingehaucht, doch meist geht es eben halt doch brutal und kräftig ab. Auch die Synth-Teppichuntermalungen im Hintergrund tragen den leicht blackigen Touch mit ins intelligente Songwriting hinein. Gefrickelt und geriffelt wird anständig, teils eben blackig melodiös, um dann dennoch in satte Death-Riffs überzugehen. Melodien über Melodien, kurze prägnante, melodiöse, grindcorige Soli-Attacken. Die Stimmbänder finden sich im tiefen, bösartigen Growl fein zu Hause, verständlich dargebracht, aggressiv und wütend, beinahe schon satanisch vorgebetet. Ja, die genannten Attribute zu den Bands der beiden Maestri dienen durchaus als Anhaltspunkte, um sich «Apologetica» gehörig rein zu pfeifen. Ein gelungenes Debüt, was durchaus Lust auf mehr macht und mich eine Wertung von 8.8 aus dem Ärmel schütteln lässt, um Euch einfach mal einen Anhaltspunkt geben zu können. Yep, das wars und gute Nacht.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dcRWUg60kj8

Samstag, 04 Juni 2022 11:29
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Ich als Nicht- oder nur Wenig-Fan von Pop-Musik habe mir noch nie die Frage gestellt, wie es klingen würde, wenn die Pop-Ikone Madonna plötzlich Heavy Metal spielen würde. Die Antwort auf diese nicht gestellte Frage liefern nur die Milaneser Volturian.

Auf «Red Dragon» vermischen sie auf durchaus innovative Weise Symphonic Metal mit elektronischen Spielereien und vor allem viel Madonna – so weit ich das als knapper Kenner ihrer grössten Hits überhaupt beurteilen kann. Das klingt spannend, wird aber bei jedem beinharten Heavy Metal Fan sofort zu Abwehrreaktionen führen. Wer diesbezüglich offener ist, freut sich an einem leichten Pop-Lied wie «Torn Asunder» oder dem ruhigen und sphärischen «Distant Caress». «Bury Me» geht dann als elektronische und leicht rockende Nummer durch, die später noch etwas anzieht. Volturian können aber auch «hart», wie sie im fast schon doomartigen «Burn It Up» oder im ebenso walzenden und mit Streichern unterlegten «Freeze» beweisen. Für mich klingen die Italiener auf diesem Album frisch und mutig.

Auch wenn es nicht die Musik ist, die ich mir am liebsten anhöre. Zudem nervt Sängerin Federica Lanna nicht, und schafft mir ihrem Stimmchen durchaus Atmosphäre. Und wer immer noch nicht überzeugt ist, dass es sich hier um eine Metal Factory taugliche Band handelt, der höre sich die ersten Takte von «Harley» an. Volturian haben mit ihrer gewagten Stilmischung und dem guten Songwriting durchaus das Potenzial, eines Tages an Bands wie Within Temptation oder Evanescence aufzuschliessen. Dazu müssen sie aber erst ihr Publikum finden, das sowohl Pop wie auch harte Gitarren mag. Das wird kein einfaches Unterfangen. Vielleicht hilft ihnen aber dabei, dass wieder Konzerte möglich sind. Wer aufgeschlossen für die beiden Stilrichtungen ist, kann an diesem guten Werk durchaus Gefallen finden.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3iFrXRJesfQ

 

Samstag, 04 Juni 2022 11:24

Das nenne ich mal eine amtliche Karriere für eine Doom Metal Band! The Cross, gegründet 1990 in Salvador – Bahia, Brasilien durch Sänger Eduardo «Slayer» Mota, veröffentlichten bis 1994 zwei Demos, gingen danach in eine über zwanzigjährige Pause über, um sich 2015 mit der EP «Flames Through Priests» zurück zu melden und 2017 endlich das selbstbetitelte Debüt zu veröffentlichen.

Jetzt folgt fünf Jahre und ein paar Line-up Wechsel später endlich der Nachfolger «Act II Walls Of The Forgotten». Hat sich das lange Warten gelohnt? Absolut würde ich sagen! Schon alleine das offizielle Bandfoto, zwei heftigst ergraute, leicht übergewichtige Rauschebärte (Sänger Eduardo «Slayer» Mota und Drummer Louis), umringt von drei wesentlich jüngeren Bandmates, liess in mir die Hoffnung aufkeimen, es hier mit einer Band zu tun zu haben, die das Beste aus Tradition und Moderne des Doom in sich vereint. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Sound ist meist schleppend, kontemplativ, schwermütig aber gleichzeitig aggressiv und bedrohlich. Das ist dem Umstand geschuldet, dass der nahe am Death Metal angesiedelte Growlgesang von Eduardo «Slayer» Mota oft als Kontrapunkt zu den melancholischen Riffs und Melodien dient.

Dazu trägt auch die Rhythmus-Sektion bei, sprich mit ihren sporadischen Ausbrüchen aus der stoischen Taktgebung. Auf «Act II Walls Of The Forgotten» reiht sich ein pechschwarzer Doom-Brocken an den anderen, teilweise aufgewertet durch die Mitwirkung illustrer Gäste wie Albert Bell (Forsaken, Nomad Son), Leo Stivala (Forsaken), Achraf Loudiy (Aeternam) und Aaron Stainthorpe (My Dying Bride). Lediglich das abschliessende «Ouroboros» fällt mit dem nervenden Schiefgesang ("Into the pandemonium and cold lake anybody?") im direkten Vergleich mit den übrigen Long-Tracks etwas ab, aber unter dem Strich reicht es trotzdem immer noch locker für eine sehr gute Bewertung. Wer sich also Doomhead nennt und dieses Album nicht kauft, verpasst definitiv etwas.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PbuNoqlas0Y

 

Samstag, 04 Juni 2022 11:18
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Völlig unbekannt liegt mir diese Band aus Schweden zu Füssen, um bewertet zu werden. Gibt es schlechte Bands aus Schweden? Wohl selten und auch Sarayasign machen ihren Job gut.

Mit flotten Rhythmen und feinen Melodien, sowie einem aussagekräftigen Sänger erklingt der Opener «The Book Of Wisdom». Weise sind auch die weiteren Lieder arrangiert, die immer mit einem klaren roten Faden versehen sind, als würde man Treat und Queensrÿche paaren. Auch wenn die Jungs (noch) nicht an das Qualitäts-Level der beiden Genannten heran reichen, hört man den Songs gerne zu. Dies nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals, weil immer wieder zusätzliche Nuancen zu vernehmen sind. Dazu werden die Tracks in unterschiedlichen Tempi geboten und bringen mit dem balladesken «If Only For A Moment» einen kleinen Hit in den eigenen Reihen hervor. «Stranger In Ice» vermag ebenso zu gefallen und macht aus «Throne Of Gold» einen kleinen Überraschungs-Hit.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CwYcBCMmzSg

Samstag, 04 Juni 2022 11:08
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Wie schon beim Vorgänger waren es Keyboard-Klänge, welche die vierte Scheibe einläuteten. Dieses Mal mit einem kleinen arabischen Touch versehen. Auch hier griffen die Jungs zu den Sternen und wollten dem Vorgänger «This Means War» in Nichts nachstehen.

Was zuerst mit «The War Drags Ever» gelang, und wie bei seinem Vorgänger, war auch der zweite Track eher gemässigt. Langeweile? Nein, aber die Lieder, abgesehen vom Titeltrack und «Kill», waren nicht mehr aus dem gleichen Guss und der gleichen Qualität geschnitzt, wie bei «This Means War». Es ist immer schwer, einen Klassiker zu übertreffen. Tank machten aber das Beste daraus und lieferten ein cooles Metal-Werk ab, das sich auch heute immer noch hören lassen kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/02hdTe_rSZU

Seite durchsuchen

Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account