Mittwoch, 22. September 2021

Metal Factory since 1999

Mittwoch, 22 September 2021 07:20
Tags
v. 10 Punkten: 3.0

Wir alle von Metal Factory schreiben CD-Kritiken gerne und ehrenamtlich aus nur einem Grund: Weil wir Heavy Metal lieben – und dank diesem Hobby meist deutlich vor dem offiziellen Release in die neusten Werke unserer Helden reinhören dürfen.

Manchmal wird dieses Hobby aber zur echten Tortur. Dies zum Beispiel beim neuen Album der finnischen Heavy Metaller Mysterizer. Ohne böse Absicht haut hier Sänger Tomi Kurti die hohen Töne dermassen daneben, dass es einfach nur schmerzt in den Ohren – ohne scheiss! Wer es nicht glaubt, der höre zum Beispiel in «The Fountain Of Immortals» rein, wo es besonders schlimm klingt. Aber auch der Video-Clip «Virus C» legt ein negatives Zeugnis von diesem Folterinstrument ab. Warum tut das dieses Quintett sich und der Welt an? Heute gibt es doch Programme, die solche Klänge automatisch korrigieren. Dabei tun sich Mysterizer überhaupt keinen Gefallen. Denn das Songwriting der zehn Lieder auf «The Holy War 1095» ist durchaus ansprechend und abwechslungsreich. Geschickt zollen die Finnen damit Tribute an ihre Helden Iron Maiden, Helloween und Accept – ohne an deren Klasse heran zu kommen. Das müssen sie auch nicht. Niemand erwartet schliesslich von einer Hobbyband dieselbe Leistung wie von einer bewährten professionellen Gruppe. Und doch verfügen die Lieder von Mysterizer über etwas, dass aufhorchen lässt, sofern der Sänger nicht die Höhen ausnutzt, die er nicht beherrscht. Somit ist «The Holy War 1095» eine verpasste Chance, die man am liebsten zur Überarbeitung den Absendern zurücksenden würde. Wer allerdings nach dem Hören der genannten Lieder die Band ganz abschreibt, der höre zum Beispiel in «Alea Acta Est» rein. Das Potenzial ist vorhanden – so macht auch was draus! Ich habe fertig- zum Wohle meiner Ohren. Soll man da noch eine Kaufempfehlung aussprechen? Um Gottes Willen Nein!
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uvfLYYvNSns

 

Mittwoch, 22 September 2021 07:12
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Da haben sich zwei obskure Bands, mit Botanist und Thief, gefunden, um ein Split-Album rauszubringen.

Den Anfang bestreiten Botanist mit den ersten sechs Songs. Mit dem Intro-mässigen «Juglans Nigra» starten Botanist in dieses Abenteuer. «Styrax» ist purer Krach, den man nicht mal seinem übelsten Feind zu hören geben würde. Keinen Deut besser, ist «Cicatrix» und so suchen Botanist alles Heil in der Dissonanz. Mit Dissonanz kann auch «Antirrhinum» bestens dienen und hat leider keine erinnerungswürdigen Momente. «Balek» und «Streptocarpus» sind Remixe von zwei mittelmässigen Songs, die auch mit den Remixen nicht besser werden! In diesem Leben werden Botanist wohl keine Freunde mehr von mir! Thief ist das Projekt des amerikanischen Multi-Instrumentalisten Dylan Neal. Mit «Hyena» wird der Ausflug in die Elektro-Welt gestartet. «Firethroat» hat etwas Ähnlichkeit mit The Prodigy. Netter Elektro-Pop wird mit «Diamond Brush» geboten. Eine reine Soundcollage ist «2700 Years» und dazu gibt es bizarre Klänge aus dem Elektro-Universum. Noch ein wenig Industrial gefällig? Dann wäre noch mit «Acid Queen» etwas im Angebot. Zum Schluss gibt es mit «Corpse Sprout» einen Song, der an die göttlichen Young Gods erinnert! Dieses Split-Album ist nicht sehr ausgewogen, denn die erste Hälfte mit Botanist kann schlicht und einfach vergessen werden! Und die zweite Hälfte ist nicht Metal Factory-relevant!!
Rolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/32FNLbPkeHI

 

Dienstag, 21 September 2021 08:13

Aus Stockholm, der ehrwürdigen Haupstadt Schwedens stammen Wormwood, in Besetzung von Nine (Vocals), Tobias Rydsheim (Lead Guitars, Keys, Vocals), Jerry Engström (Rhythm Guitars), Oskar Tornborg (Bass, Vocals) und Daniel Johansson (Drums), seit 2014 im Kosmos des Metalls unterwegs, und präsentieren uns mit «Arkivet» den dritten full-length Longplayer, nach zwei vorangegangen Alben und einer EP.

Und ja, es ist tatsächlich melodiöser Black Metal, sehr melodiöser und dadurch irgendwie beinahe schon hymnenhafter, mystischer Black Metal, speziell wenn der Einsatz der Keys und der akustischen Soloklampfe einsetzt, was mich so stark an Dire Straits erinnert. Geht das überhaupt? Oh ja, das geht sogar sehr gut, stellt da auch ein überraschter Schreiberling fest. So ist es auch nicht verwunderlich, dass dann Bands à la Windir, Thyrfing, Moonsorrow, Kampfar, Vreid und Konsorten genannt werden, um euch ein paar Anhaltspunkte geben zu dürfen. Eine hervorragend, klare und druckvolle Produktion mit einem sehr eigenwilligen, einfach gehaltenen Coverartwork runden dieses kleine, musikalische Überraschungspaket erfolgreich ab. Ja, melodiöses Songwriting, gepaart jedoch mit den bodenständigen Ingredenzien des Black Metals, verpackt in eine storyteller-ähnliche Interpretation, was wieder das eben einfache, in schneeweiss gehaltene Cover irgendwie perfekt darstellt und -bringt. Egal gegen welche Windmühlen Wormwood kämpfen mag, sie tun es mit «Arkivet» auf erfolgreiche wie verlässliche Kraftgestalt. Ja, irgendwie geht es nicht so fricklermässig in die Richtung auch von Opeth, etwas Soilwork und gar Insomnium, doch was Wormwood anfassen, gelingt ihnen, ausnahmslos und stets mit der notwendigen Prise der Überraschung enthaltend. Ja, die Drums sind blackig double-bassend und blastend gehalten, doch auch die speedigen, powermetallischen und groovigen Momente sind ein starkes Argument. Die Snare ist trocken straight, wie ein Wikingerschiff in den kriegerischen Momenten der nordischen Mythologie. Die Ruderschläge untermalen cymbalistische, tomistische und hi-hätische Interpretationen des gepflegten Schlagwerkes.

Der Bass kommt klar, ohne Distortion rüber, was diesen somit gut hervor hebt, passend zu den treibenden Drumschlägen, in den ruhigen Momenten gar liniert und leicht solodesk sich ohne Stress vordrängend wiederfindet. Die beiden Klampfenmeister rattern melodiöse Riffs und Lines zaubernd und magisch aufs Griffbrett, gepaart mit herrlichen Soli, mal distortioniert, akustifiziert, stets mit der Prise Melodie behaftet, welche eine hymnenhafte, teils melancholische und atmosphärische Schwingung auslösen, welche dann ohrschwellend musikalisch die Gezeiten der Hirnzellen tosend und doch sanft erreichen und berühren. Die Keyboards tragen selbstredend den tragenden Boden in den besagten Momenten stilistischem Ausbrechens aus dem Black Metal in die Sphären des Musikuniversums, will schreiben auch in den Power und Heavy Metal, perfekt bei. Die Gesangsakrobatik weist traditionellen, leicht guttural screamenden shoutenden, eher in tieferen Lagen zu findenden Gesang vor, was eben die Black Metal Tradition somit verewigt. Klar, das Vortragen des Growls in der Rolle des Storytellers passt perfekt zum Gesamtintornierten. Sieben Tracks finden sich auf «Arkivet» und ja, davon sind alle als Anspieltipps, ausnahmslos, zu empfehlen, denn da fliesst so verschiedener, facettenreicher Geist in die Songs ein, sogar Folk und Pagan sind Puzzleteile des Ganzen. Mit «Ensamheten» ist ein Song in schwedischer Sprachkunst vertreten, der meiner Ansicht nach sehr, sehr gut zur Wormwood Kapelle passt, was wieder zeigt, dass Texte in der Muttersprache einfach kräftiger rüber kommen, da fliesst doch der eine oder andere Tropfen Heimat stärker mit ein, als in einer Fremdsprache. Ansichtssache, null Problemo, aber hier passt es einfach perfekt. «Arkivet» ist ein sehr mystisches, hymnenhaftes wie melodisches Black Metal Album, was das Potenzial von Wormwood wieder einmal mehr unter Beweis stellt und ans Tageslicht fördert. Ein mutiges und solides Werk, welches die präsente Herrlichkeit in aller Pracht der dunkelsten Farben verstreut.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/d80HOdRS00c

 

Dienstag, 21 September 2021 08:07
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

In jeder LP-Veröffentlichung aus dem Hause High Roller ist jeweils ein Beiblatt drin, wo bald einmal sagenhafte 800 Veröffentlichungen (!) aufgeführt sind. Eine unglaubliche Zahl und offensichtlich noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ob man allerdings alles ausgraben und wieder veröffentlichen muss, steht auf einem anderen Blatt.

Hammerhead waren Ende der 70er eine weitere von zahllosen Combos im britischen Königreich, sprich in diesem Fall aus Workington, Cumbria, die sich im Sog der NWOBHM anschickten, auch gross raus zu kommen. Wie die Geschichte aber zeigt, gelang das letztlich nur wenigen, und die meisten anderen Bands blieben, wenn auch aus teils unterschiedlichen Gründen, auf der Strecke. Wenn man sich heute Tygers Of Pan Tang, Praying Mantis, Demon, Diamond Head, Raven oder Satan anhört, dann hätten, neben ein paar überraschend guten Scheiben der Neuzeit, auch diverse alte Schoten durchaus Potenzial ausgewiesen. Hammerhead dachten das 1978 mit ihrem ersten 6-Track Demo auch, aber das Ganze klingt über vierzig Jahre später und restauriert immer noch sehr dürftig. Der vermeintliche "Hit" «Time Will Tell», der 1981 mangels Interesse der Plattenfirmen (wen wunderts?) in Eigenregie veröffentlicht wurde, erwies sich ebenso wenig als Türöffner. Legt man zum Beispiel «On Through The Night» von Def Leppard (1980) neben dran, ist klar warum. 2005 legten die beiden verbliebenen Ur-Members Brian Hodgson (v/g) und Steve Archer (b) den Hebel nochmals um und veröffentlichten im gleichen Jahr mit «Headonizm» das full-lenght Debüt doch noch, wow! Doch auch damit reichte es nur für ein knappes "nett, aber nicht zwingend", und danach dauerte es eine ganze Dekade (!) bis zum drögen Zweitling «The Sin Eater». High Roller haben jedoch alles richtig gemacht und letztlich alles aus Hammerhead heraus gepresst. «Destroyer» als Anthology ist nur was für beinharte NWOBHM-Nostalgiker.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/spkC5gwEYd0

Dienstag, 21 September 2021 08:00
Tags
v. 10 Punkten: 6.5

Bei Thief handelt es sich um das Projekt des amerikanischen Multi-Instrumentalisten Dylan Neal. Geboten wird experimenteller Elektronik-Sound ohne jegliche Spuren von Heavy Metal!

«Underking» ist ein guter EBM-Track, der mit elektronischem Flimmern aufwarten kann. Verstörend und dissonant, kommt «Bootleg Blood» ganz langsam in die Gänge und klingt wie eine finstere Version von Depeche Mode. Wirres Geflimmer legt sich mit «Teenage Satanist» auf die Ohren und mit einem eigentlichen Song hat das nichts mehr zu tun, denn das ist nur noch eine abstrakte Soundcollage! «Scorpion Mother» ist ein netter Elektro Pop Song. In der gleichen Liga spielt auch «Fire In The Land Of Endless Rain» und eine gewisse Nähe zu The Prodigy lässt sich nicht verleugnen. Experimentell geht es mit «Gorelore» weiter und es wird eine weitere Soundcollage durch die Lautsprecherbox gejagt. Knackigen Elektro Pop wird mit «Apple Eaters» frei Haus geliefert. «Night Spikes» zitiert abermals The Prodigy. «Victim Exit Stage Left» ist ein elektrifizierter Pop Song, der auch noch mit Chorgesang zu brillieren weiss. Depeche Mode werden mit «Wing Clipper» gewürdigt. Belangloses Elektro-Allerlei stellt «Grave Dirt» dar. Wieder in die Depeche Mode-Richtung zieht «Lover Boy». Elektronische Depressionen werden mit «Crestfallen» serviert. Ein unnötiges Zwischenspiel offenbart «Life Clipper», und so werden elektronische Klänge wahllos zusammengewürfelt. Mit «Cannibalism» und Seance For Eight Osciliators» gibt es zum Schluss noch zwei mittelprächtige Elektro-Depressionen. Thief hauen mit «16 Deaths Of My Master» ein reinrassiges Elektro-Album raus, und wer sich das unter den Metal Factory Fans anhören will oder kaufen soll, ist mir allerdings ein Rätsel!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/IOn6z1acS50

 

Dienstag, 21 September 2021 07:50
Tags
v. 10 Punkten: 3.0

Wer der spanischen Sprache mächtig ist, wird sich beim Lesen des Bandnamens ¡Pendejo! mit Sicherheit ein Schmunzeln im Gesicht nicht verkneifen können. Die Auflösung für alle anderen lautet kurz und bündig "Arschloch"! Das ist doch mal eine Ansage der 2006 gegründeten Stoner-Truppe aus den (kein Witz!) Niederlanden, respektive Amsterdam.

Der Bezug zum Spanischen rührt daher, dass die von zwei Cousins gegründete Combo Wurzeln im Lateinamerikanischen verortet. Dies betrifft auch die Lyrics, die alle ebenso auf Spanisch gesungen werden. In den vergangenen Jahren hinterliessen die Oranjes ihre Duftmarken in der Underground-Szene in ganz Europa wie Lateinamerika und teilten die Bühnen mit einflussreichen Schwergewichten der Marke Monster Magnet, Fu Manchu, Karma To Burn, Mondo Generator oder Helmet. Soweit so gut, aber ich habe bisher dennoch noch nie was von diesem schrägen Quartett gehört. Das hat mitunter wohl mit der Instrumentierung zu tun, denn nebst Gitarre, Bass und Schlagzeug werden durch Frontmann El Pastuso Trompetenklänge (!) eingebracht. Nach drei Longplayern folgt mit «Toma» nun eine erweiterte EP, die nebst vier Covers noch vier Liveversionen von Tracks der bisherigen Alben enthält. Der Opener trägt den Titel «Wrathchild», was jeden Metal-Fan zwingend auf den Plan rufen muss! Was dann allerdings an das Gehör dringt, kann nüchtern kaum ertragen werden. Das Black Sabbath Cover «El Mago», sprich «The Wizard» erleidet trotz bollerndem Sound ebenso gewaltig Schiffbruch. ¡Pendejo! sollen per Definition "Rock with cojones the size of Danny de Vito" spielen..., na von mir aus, aber den Rest von «Toma» lasse ich angewidert weg. Kollege Mirko würde wohl mehr Verständnis aufbringen..., ich habe fertig!
Rockslave

 

https://www.youtube.com/embed/UsZY37ZXSQE

Sonntag, 19 September 2021 20:38

Die Schweizer King Zebra geistern seit bald zehn Jahren ziemlich erfolgreich durch die heimische Szene. Seit 2017 hat die Truppe einen neuen Sänger in ihren Reihen, mit dem sie ihr ohnehin schon hohes Level nun definitiv auf ein internationales Format anheben konnten.

Der vakante Posten konnte nämlich mit dem ehemaligen China Shouter Eric St. Michaels hochkarätig besetzt werden. King Zebra sehen sich im Fahrwasser von Krokus, Gotthard und Shakra. Aufgrund der Vocals muss die Liste zwingend mit China ergänzt werden. Auch musikalisch steht man dem knackigen Hard Rock mit dezenter Melodic Schlagseite ziemlich nahe. Aber auch internationale Querverweise braucht die Truppe keineswegs zu scheuen. Und da drängen sich Dokken als Vergleich förmlich auf. Wie diese oder eben auch China brillieren King Zebra durch einen satten und druckvollen Sound mit jeder Menge knackiger Gitarrenriffs. Vor allem hat die Truppe aber auch Songmaterial in petto, das über Kreativität und Nachhaltigkeit verfügt. Songs, die leicht und unkompliziert zu konsumieren sind und in erster Linie aber das Potenzial besitzen, lange nach zu hallen. Die Achtziger Vibes sind zwar nicht von der Hand zu weisen, werden aber nur als Basis und Ausgangslage benutzt. Somit gelingt King Zebra mit «Survivors» ein erstklassiges, zeitgemässes und modernes Album, sprich alles andere als ein zweitklassiger Achtziger Aufguss. Starke Leistung und gänzlich ohne relevante Schwachstellen, Respekt!
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qbpQff3HC_o

 

Sonntag, 19 September 2021 20:32
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Die deutsche Heavy Rock Gruppe meldet sich mit dem vierten Longplayer zurück - und der ist nicht etwa typisch. Die Songs wurden nämlich mit hochkarätigen Gästen aufgenommen.

Die weltweite Situation, dessen Namen man langsam nicht mehr aussprechen mag, hat viele Bands in ungewohnte Projekte gezwängt. Teils recht gute, wie ich sagen muss. So präsentieren sich The Picturebooks mit einem neuen Powerpaket und langer Gästeliste. Namen wie Lzzy Hale oder Chris Robertson dürften einen jeden Rock-Fan erfreuen. Die Musik ist gleichzeitig hart und leicht genug, um ordentlich gute Laune zu machen und den Kopf zum Wippen zu bringen. Für eine Rockband fast schon mit ein wenig Strandfeeling bringt «The Major Minor Collective» einen guten Stimmungsaufheller, den man locker auch mehrmals durchhören kann. Die Albumlänge ist dafür genau richtig ausgelegt. Gerne würde ich zwar mehr Eigenes und ohne Gäste hören, doch solche Kollaborationen haben sicher den Vorteil, Fans anderer Bands auf The Picturebooks aufmerksam zu machen. Gelungener Zug. Rock, Hard Rock (Heavy Rock) und Blues im amerikanischen Stil verschmelzen mit purer Motivation und guter Laune. Eine erstklassige Kombination, die Rock-Fans aus verschiedenen Sparten ansprechen dürfte.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CqdydGJBJuw

 

Sonntag, 19 September 2021 20:20

Et voilà, was ganz Kurliges erreichte die heiligen Rezensionshallen von  Metal Factory. Yo, das ist mal das neueste Machwerk, auf soloigen Pfaden wandelnd, von Tom "Horrified" Hoffmann, welches er im Jahre 2018 in den ewigen Weiten Niedersachsens gründete.

Somit stellt «The Appearing» auch das full-length Debüt-Album des besagten Herrn Hoffmanns dar, der zudem als Schlagwerker bei Graveyard Ghoul noch im Einsatz steht, und bereits mit «Raw Nights» ein erstes Lebenszeichen seines Projektes Karloff erschallen liess, nebst dem «Demo '18». Neun Tracks, welche die Spannbreite von Punk, Bläck'n'Röll, etwas Death'n'Röll, etwas Hardcore und vor allem durch eine weit gestreute Prise Heavy Metal verziert. Ja, es bedarf ruhig geschrieben werden, dass sich "Horrified" auch etwas an Carnivore, Cro-Mags, early Nasty Savage oder auch The Rival Mob, Iron Age, Midnight, Shitfucker, aber auch etwas Bathory, Venom und Toxic Holocaust anlehnt, was eben wiederum die - eigentlich unnötige Eingrenzung - des Sounds und Songwritings einerseits etwas vereinfacht, doch die Schubladisierung erarbeitet sich in den Gehirnwindungen einfach den böseren Kater als durch eine durchzechte Nacht mit den alten 3G's - Gefeiert, Gesoffen und Gekotzt - was ohne irgendwelche Diplome, Zertifkate oder x-beliebige Abschlusspapiere, welche dann doch irgendwie als WC-Papier zerknüllt in der Schüssel, bereit zur Spülung, landen. So, wird's besser? Nein, aber geübter mit den alten 3G's, hellyeah. Die Produktion ist OK, kommt satt, klar und messerscharf rüber. Das Cover-Artwork betont dabei aber eher die Bläck'n'Röll-Sparte, denn das Sonwriting ist doch eher punkig und hardcorig ausgelegt.

Macht es Spass mit 'ner Whiskeybottle pogen zu gehen? Yep..., oder habt ihr je daran gezweifelt? Well, kommen wir doch zu dem Gezupften. Die Gitarre schrummt und schrummelt in bester Punkmanier durch die Riffs, satt und stets schön dreckig, eben punkig mit einem leichten hardcorigen Touch beseelt. Soli sind demzufolge etwas Mangelware, doch die eine oder andere Line, beziehungsweise Auskling-Melodie-Geschrummel kann als kurzes, prägnantes und teils schräges Soligefummel angehört, respektive angeschaut werden. Der Tieftöner kommt donnernd und klar rüber, passt sich hervorragend ins Gewerkel ein, sehr dominant zeitweise, aber auch song- wie banddienlich. Die Drums wirbeln dabei sehr straight, mal etwas mit Double-Bass, doch meist die groovenden Hardcore-Patterns intonierend, sehr trockene Snare, gepaart mit Cymbals- und Hi-Hat Einsätzen, jedoch die Toms dabei nicht vergessend miteinzubeziehend. Die Sangesbänder klingen roh, wütend, hardcoriger als punkiger, verständlich, screamend, weniger shoutend. Nun, der Sound verstreut dunkle und punkig-hardcorige Freude, welche sich in Songs wie «On The Old Ropes», «A Violent Winter», «Skeleton And Ashes», «The Sound Of Discipline» und «Superior Presence Of Cruelty» nieder schlägt, wo es sogar punkig-doomig im Mittelteil abgeht, passt aber wie die Faust aufs Auge oder den Deckel auf dem Pott, gefüllt mit einer feinen Biersuppe. Noch nie gehört? Tja, Biersuppe mit Karloff und «The Appearing», well, ein formidabler, edler Tropfen eines rustikalen Eingängers. Cheers! Prost! - Und hau' wech' die goile Scheisse.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NSE-vqz7XyI

Samstag, 18 September 2021 09:03

Ein sehr starkes Debüt-Album veröffentlichen hier die Power Metaller Apostolica. Dieses überzeugt in erster Linie musikalisch mit einer Mischung aus Powerwolf, Sabaton, den Schweizer Pertness und dezenten Ghost.

Mit Letzteren teilen sie das gleiche Konzept, dass Band und Label nicht bekannt geben wollen, wer genau hinter Apostolica steckt. Das Promoschreiben verkündet nur "some of the finest musicians of the international Heavy Metal scene", also dass die Truppe aus "einigen der etabliertesten Musikern der internationalen Heavy Metal Szene" besteht. Im Videoclip tragen alle des Quartetts dieselbe Maske, womit die Anonymität gewahrt bleibt. Solch ein Konzept ist natürlich weder innovativ noch neu. Zurzeit wandeln Warkings auf denselben Pfaden, die mal von Powerwolf wieder entdeckt wurden, und im Grunde auf KISS beruhen. Wer also diese Maskerade grundsätzlich ablehnt, wird mit dem Image dieser neuen Gruppe nichts anfangen können. Für mich ist ein solches Konzept nur dann etwas wert, wenn es es auf guter bis sehr guter Musik aufbaut. Und genau über dieses Stärke verfügen Apostolica. Ihr Power Metal klingt frisch, eingängig, motiviert und in die Fresse hauend. Im Studio wurden sämtliche Bremsen gelöst. Prägende Stilelemente sind hier Kirchen- und Hammondorgel, und dies obwohl im Videoclip keiner der vier Musiker diese Instrumente spielt.

Die Lieder verfügen über eine gewisse Abwechslung, auch wenn man gegen Ende der zehn Songs den Eindruck erhält, man habe mal die Wiederholungstaste gedrückt. Grosser Pluspunkt ist der unbekannte Sänger. Dieser braucht sein Organ in Tonlagen, in denen er auch wirklich toll klingt. Anstelle unnötig in Höhen zu wechseln, kratzt er immer wieder à la Pertness-Tom in den unteren Gefilden. Das verleiht diesem teilweise poppigen Power Metal eine zusätzliche Härte. Alles überragende Hits finden sich hier zwar nicht, aber Ausfälle sind auf diesem Werk schlicht Fehlanzeige. Wer trotzdem rein hören will, der soll es erstmal mit dem Videoclip «No More Place In Hell» versuchen, aber auch «The Sword Of Sorrow» und das epische «Thanatus» könnten zur Einstiegsdroge werden. Spannend auch, wie der Refrain von «The Doom» aufgebaut ist. Würde die Pandemie aktuell nicht weiterhin viele Tourpläne verhindern, wäre es sicher spannend zu sehen, wie sich Apostolica live schlagen würden. Auch wenn da wohl massiv auf Playback zurück gegriffen werden müsste, um eine ähnliche Wucht wie auf der CD erzeugen zu können. Auf Tonträger sind mir solche technischen Spielereien aber egal. Dieses neue Projekt ist definitiv ein neuer und gelungener Farbtupfer im klassischen Power Metal und leider etwas, was nur noch selten gelingt. Deshalb klar beide Daumen hoch!
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VA5CP1G2cPo

 

Samstag, 18 September 2021 08:58

So, ursprünglich stammen Criminal aus der chilenischen Hauptstadt Santiago, gegründet im Jahre 1991, danach gingen Criminal auf Wanderschaft, wechselten den Wohnsitz nach Ipswich, England, U.K., um dann in San Sebastián, Baskenland, Spanien, sesshaft zu werden.

Nun präsentiert man mit «Sacrificio» das bereits neunte Studio-Album und bietet darauf zwölf Tracks, welche allesamt zwischen Thrash und Death Metal hin und her pendeln. Nebenbei erwähnt, da gibt es nonh ein Live-Album, eine EP, eine Single, zwei Demos und wie für den südamerikanischen Metal üblich, noch sechs Beiträge auf Compilations. Die Members sind Anton Reisenegger (Vocals, Guitars), Sergio Klein (Guitars), Danny Biggin (Bass) und Danilo Estrella (Drums). Und ja, Criminal entstanden aus der Asche der sehr einflussreichen, chilenischen Pentagram. Anton Reisenegger ist noch das letzte, bestehende Originalmitglied bei Criminal, daneben war er eben für die besagten, chilenischen Pentagram, Lock Up und Brujeria tätig. Als Producer für «Sacrificio» konnte niemand Geringerer als Seba Puente gewonnen werden, welcher Criminal seit Jahren sehr gut kennt, und somit ist die Produktion sehr ehrlich, roh, messerscharf, klar und druckvoll ausgefallen. Das Cover-Artwork passt hervorragend zum thrashigen und virtuosen Death Metal, ebenfalls ein Hingucker und reif für die Ruhmeshalle. Die Gitarren schrammeln, deathen, thrashen und speeden meist im Mid- und Uptempo durch die Riff-Anden, gepaart mit herrlich virtuosen, wahrlich sehr virtuosen, melodiösen Soli, welche im interessanten Gegensatz zum harten, ab und an leicht crossoverischem und hardcorerischem Riffing hervorragend herrlich passen.

Der Bass wummert und soliert ebenfalls mal banddienlich, dann wieder autark, durch das songwriterische Riffgewitter, klar und druckvoll. Die Drums pattern sich meist im speedigen Double-Bass durch die Tracks, powern, moshen und grooven sich auch oftmals im Midtempo Bereich durch, meist mit einer treibenden, trockenen Snare, gepaart mit den Cymbals- und Tombreaks, ab und an kratzt man kurz an Blasts, doch ist dies eher der seltene Drumwert, doch passt dies hervorragend zum Gesamtsound. Vokalistisch geht es eher dem shoutenden, screamenden, wütenden Thrash zu, an der Grenze des sanften Growls. Da auf zwei Songs, nämlich «Zona De Sacrificio» und «Sistema Criminal» auch auf spanisch geshoutet wird, sind diese zwei Tracks für den Schreiberling die Heftigsten auf dem Album, weil der spanische Gesang Señor Reisenegger einfach besser steht, respektive es einfach eine unglaubliche Wut und Heftigkeit beinhaltet, einfach herrlich. Daneben wären auch «The Whale», «Ego Killer», nein, eigentlich wären hier alle zwölf Tracks zu erwähnen, denn allesamt besitzen das gewisse Etwas und drücken das 'pedal to the metal' voll durch, hell yeah. Ja, somit sind Vergleiche zu Sepultura, Demolition Hammer, Pentagram (Chile), Ratos de Porão, Sadus, Korzus, Claustrofobia, Pantera und Konsorten nicht von der Hand zu weisen. Und auch hier, so gibt der Schreibermeister Poldonizer gerne zu, ist eine ansprechende Benotung vonnöten, denn es ist ehrliche wie währschafte Kost, die auf «Sacrificio» geboten wird. Einfach wieder mal ein Nackenbrecher-Album!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pdbK9CO2eaQ

 

Samstag, 18 September 2021 08:51
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach acht releasten Studio-Alben, diversen EP's, Singles, Demos und einem Boxset überraschen uns die Finnen aus Joensuu, Pohjois-Karjala, seit 1997 im melodesken Fahrwasser des tödlichen Stahls unterwegs, mit einer vierträckigen EP namens «Argent Moon», welche mich sogleich etwas an die Schweden von Soilwork erinnert.

Da sowohl die Finnen als auch die Schweden auf eingängige Melodiebögen setzen, gepaart mit ausbrechenden, deathigen Midtempo-Parts, was perfekt passt und die/den Zuhörenden auf eine herrliche, atmosphärisch-melancholische Reise ins Ungewisse mitnimmt. So geschehen eben auf dem überraschenden wie hervorragenden «Argent Moon». Grosse, musikalische Klasse, was auf den vier Songs zelebriert wird. Nun, Insomnium sind Markus Hirvonen (Drums), Ville Friman (Guitars), Nillo Sevänen (Vocals, Bass), Markus Vanhala (Guitars) und Jani Liimatainen (Guitars, Vocals). Aufgenommen wurden die Drums in Tampere, im Fantom Studio von Samu Oittinen, der zugleich auch für das Abmischen aller vier Tracks besorgt war. Die anderen Instrumente wurden vom Langzeitproduzenten Teemu Aalto in seinem Music Production Studio in Kotka, der aktuellen Homebase von Insomnium, aufgenommen. Daher die druckvolle, facettenreiche und klare Produktion, welche mit dem passenden Cover-Artwork abgerundet worden ist. «Argent Moon» ist die perfekte, nordische Melancholie. Ja, die drei Gitarren sind sehr wohl auf jedem Track zu hören, da die Finnen wissen, wie diese einzusetzen sind. Da ist eine der Klampfen dem rhythmischen Bereich zugewiesen, die Zweite wandelt zwischen Rhythmus und melodiösen Lines, und die Dritte setzt sich dem Solieren wie auch Fill-Ins auseinander.

Da kombiniert man akustische Momente, die mit dem deathigen Riffing einher gehen. Der Bass untermalt dieses instrumentale Power-Trio mit feinen Lines, aber auch rhythmischen Akzenten sowie ebenfalls solodesken Ausflügen. Daher sind die Drums auch eher im Midtempo Bereich anzusiedeln, ab und an heftige Double-Basses, doch meist groovig, schwere und schleppende Patterns, mal metallisch, mal rockig patternd, eine sehr satte Snare, dann einiges an Cymbals- und Tomseinsätzen, um einen leicht frickeligen und progressiven Moment setzen zu können. Die Vocals wandeln zwischen bösartigen Growls und klarem, melancholischem Gesang hin und her, stets verständlich und wie in einer Oper und einem Theater dargeboten, ein steter Wechsel und fortwährendes Auf und Ab. Alle vier Songs sind Anspieltipps, somit wären «The Conjurer», «The Reticent», «The Agonist» und «The Wanderer». Als Vergleich können Amorphis, Be'lakor, Omnium Gatherum, Dark Tranquillity, In Mourning und eben Soilwork, Opeth und In Flames zur Rate heran gezogen werden. Punktemässig sehr gute 9.5 von 10, um Euch eine Einreihung der Geschehnisse zu ermöglichen. Eine sehr interessante EP, die «Argent Moon», welche die nordische Schwere und Melancholie in Perfektion rüber bringt.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GVqjpcvKfHY

Freitag, 17 September 2021 07:46

Was soll man noch zu einer solchen Truppe sagen? Eine Band, die das Unmögliche möglich macht und sich mit jedem Album nochmals steigert.

Die schwäbischen Brainstorm um Meistersänger Andy B. Franck lassen auch mit «Wall Of Skulls» nichts anbrennen und bauen mit dem Intro «Chamber Thirteen» einen Spannungsbogen, der sich gewaschen hat. Das schnelle «Where Ravens Fly» nimmt diese Steilvorlage auf und hämmert den Fans den melodischen US Power Metal aus deutschen Landen mit viel Spielfreude um die Ohren. Dabei dürfen fein eingestreute, orchestrale Momente beim Refrain nicht fehlen. Weiter geht es mit dem majestätischen «Solitude», das sich mit Orgelklängen ankündet und dem wie immer sensationellen Organ von Andy. Mit Midtempo und viel Klasse fliegt dem Hörer der nächste Hit um die Ohren. Die Jungs verstehen es einfach, ihre Gitarrenparts (Todde Ihlenfeld, Milan Loncaric) sehr songdienlich, aber auch mit der richtigen Gewichtung und verspielten Art bei den Solos zu spielen. Dabei werden sie von Peavy Wagner (Rage) bei «Escape The Silence» und ihrem Produzenten Seeb Levermann (Orden Ogan) bei «Turn Off The Light» unterstützt. Mit viel Gefühl kommt «Glory Dissapears» ums Eck. Eine Power-Ballade, die dank den kräftigen Chören und viel Gefühl sofort unter die Haut geht. Das verspielte «My Dystopia» geht sofort in die Gedankenstube und krallt sich dort, dank den Gitarrenparts, sofort fest. Der kleinste Anflug, dass dieser Song vergessen gehen könnte, zerstört Mister Franck mit seiner Gesangsleistung und einem fulminanten Refrain.

Neue Klänge gefällig? Dann hört Euch den Hit «End Of My Innocence» an, der nicht den Fehler macht, als Nachfolger von «All Those Words» durch zu gehen, sondern sich mit seinem Flair zu einem weiteren Hit mausert, der in zukünftigen Konzerten kaum mehr weg zu denken ist. Das durch die Doublebass Drum voran getriebene «Stigmatized Shadows Fall» ist ein weiterer Höhepunkt, bei dem sich andere Bands wünschen würden, einen solchen Track einmal in ihrem Leben geschrieben zu haben. Von denen gibt es deren elf auf «Wall Of Skulls». «Holding On» ist ein weiterer Klassiker, der sich beim ersten Anhören dermassen fest im Kleinhirn festklemmt, dass Ihr in beim Einschlafen noch mitsummt. Wie auch der Abschluss «I The Deceiver». Beim Bonustrack «Cold Embrace» ist es zu schade, dass er nur auf der limitierten Version des neuen Werkes verteten ist. Ein weiterer Klasse-Track, den die Deutschen uns hier servieren und mit einem unglaublichen Chorus. Tja meine Lieben, dieses Album ist in meinen Augen das Werk des Jahres. Wer mit solcher Spielfreude, solcher Spontanität, solcher Unbekümmertheit und solcher Frechheit die 13. Studioscheibe veröffentlicht, hat wirklich alles richtig gemacht. Bleibt nur noch die eine Frage, wieso Bands wie Sabaton und Powerwolf mehr verkaufen als Brainstorm, denn ehrlicher und bodenständiger als die Schwaben kann man Metal nicht spielen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0SpCaESUqgU

 

Freitag, 17 September 2021 07:33

Von 1986 bis 1996, von 2007 bis zum heutigen Tage, yep, so lange gibts die U.K.'ers von Carcass aus Liverpool, Merseyside, England.

Angefangen im Goregrind und Grindcore, nowadays im deathig, leicht thrashigen Death Metal gelandet, sind Bill Steer (Guitar, Vocals), Jeff Walker (Bass, Leadvocals), Daniel Wilding (Drums) und Tom Draper (Guitars) besser denn je aufgestellt und unterwegs. Und jeder dieser zehn Tracks markiert absolute Granaten und abwechslungsreich wie noch nie. Ja, Carcass haben sich definitiv weiter entwickelt. Well, nach sieben Longplayern, diversen Split-Alben, Demos, Compilations, Singles, EP's, einer Compilation und zwei Boxsets ist «Torn Arteries» das wohl ausgereifteste Werk von Carcass. Nun, die Produktion von «Torn Arteries» stellte sich als nicht einfach heraus. Daniel nahm die Drums in seinem Heimatland Schweden und zwar bei David Castillo im Studio Gröndahl auf. Die Gitarren wurden dann in Leeds bei James Atkinson im The Stationhouse recorded. Danach wurde der Rest wieder bei David Castillo gefertigt und gefinished. Die Produktion ist perfekt, druckvoll, klar und messerscharf. Das Cover-Artwork passt perfekt zum leicht progressiv-technischen Death Metal auf «Torn Arteries».

Yep, der Groove ist schwer goil bei Carcass angekommen, egal ob geblastet oder gethrashdeathed wird. Die Gitarren setzen so richtig fett groovende Riffs ab, immer den thrashig-deathigen Prozess einverleibend. Die melodiösen, sehr ausgereiften und hochstehenden Soli setzen diesen Tracks jeweils die Krone auf. Der Bass ist herrlich klar und untermalend, nebst kurzen solodesken Ausflügen und Lines. Die Drums sind mal blastend, mal double-bassend, stets groovig und moshig, mal speedend, mal grindcorig, mal thrashend, meist deathend, eben, in Patterns veritas. Die wirbligen und breakenden Einsätze der Toms und Cymbals ergeben ebenfalls den leicht progressiv-technischen Touch im Songwriting. Der Gesang ist bekanntlich bös growlend, beinahe schon im gesprochenen Gutturalen, jedoch immer verständlich. Alle zehn Tracks sind Anspieltipps, ohne Wenn und Aber. Vergleiche zu Repulsion, Exhumed, Napalm Death, At The Gates, Arch Enemy, Haemorrhage brauchen Carcass nicht zu scheuen, denn ihr eigener Sound ist auf «Torn Arteries» zur Perfektion in ehrlicher Basis sterilisert worden. Wie schreibt und sagt es sich so schön: "Je älter der Wein, desto besser." Bei Carcass trifft es voll ins Schwarze, hell yeah!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/34uxC0cfQc4

 

Freitag, 17 September 2021 07:29
Tags
v. 10 Punkten: 9.6

Mit einer Klassik-Einleitung, Streichern, Bläsern und feinen Klängen wird die nunmehr 24. Studioscheibe der deutschen Metal-Institution Rage eingeläutet, bevor der Titelsong kraftvoll aus den Boxen knallt.

Marcos Rodriguez verliess die Band und wurde durch Stefan Weber (ehemals Axxis) und Jean Borman ersetzt. Die beiden Neuen greifen nun in die Saiten und machen ihre Sache verdammt gut. Hört Euch dazu das Solo zu «Resurrection Day» an! Der Titelsong ist eine Mischung aus powervollem Metal, der im Hintergrund mit klassischer Musik verfeinert wird. So, als ob die Jungs «Black In Mind» und «13» gekreuzt hätten. Mit einem gnadenlosen Riff und viel Abwechslung donnert «Virginity» aus den Boxen. Speziell Trommler Lucky macht hier eine verdammt gute Figur, da er immer wieder das Tempo wechselt. Sehr hymnisch und mit Doppel-Leads startet «A New Land». Fast schon rock'n'rollig geht «Arrogance And Ignorance» ins Rennen. Ein Track, der ein zukünftiger Live-Hit werden könnte. Verspielt und mit akustischen Momenten überzeugt das sich steigernde «Man In Chains», welches wie ein kleines Überbleibsel aus der «Ghosts»-Phase klingt. «The Age Of Reason» ist ein sensationeller Track, der sich zwischen schnellen Parts austauscht und dabei mit einem fantastischen Refrain-Part gekrönt wird. Herausragend ist hier die Gitarrenarbeit der beiden Neuen. Es sind wieder die tollen Chöre und Refrains, die den Songs einen zusätzlichen Pluspunkt verleihen.

Das mit klassischen Parts angereicherte «Traveling Through Time» kommt mit einem feinen keltischen Touch ums Eck. Eine Ballade darf auch nicht fehlen und wird hier auf den Namen «Black Room» getauft. «Resurrection Day» ist nochmals eine Steigerung zum Vorgänger «Wings Of War» geworden. Das will was bedeuten, da schon diese Scheibe ein Kracher war. Trotz des Line-up Wechsels hat Bandleader Peavy aus dem Vollen geschöpft und ein Album abgeliefert, die sich in allen Phasen der Truppe zurecht finden könnte. Das Songwriting ist wieder auf der Höhe angekommen, an welchem es schon zu «Trapped», «Missing Link», «Black In Mind» oder «End Of All Days» Tagen war. Seit 2016 sind es wieder die Songs, welche im Mittelpunkt stehen. Jean und Stefan solieren, als ginge es um ihren Leben, hauchen den Liedern sieben Leben mit ihren Riffs ein und unterordnen sich trotzdem dem Gesamtkonstrukt. Das war leider eine gewisse Zeit nicht mehr so, da sich ein Ex-Musiker in der Truppe selbstverwirklichen wollte und die Band so fast zu Fall brachte. Zum Glück haben wir seit «The Devil Strikes Back» wieder die Rage, welche sich von ihrer besten Seite zeigen!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aqbMZnQKjTg

Donnerstag, 16 September 2021 08:28
Tags
v. 10 Punkten: 7.0

Das achte Album von M.ILL.ION liegt vor und erinnert mich daran, wie ich diese Truppe in den neunziger Jahren geliebt habe.

Von solchen Glanzlichtern ist die neue Scheibe jedoch ein bisschen entfernt, auch wenn die Schweden noch immer rocken. Das liegt auch daran, dass Hasse Johansson nicht mehr singt und die Jungs vermehrt auf die feinen Refrains verzichten. Genau das war aber das Killer-Merkmal der Truppe, und dies geht auf «Back On Track» leider verloren. So suche ich nach den Melodien, den packenden Momenten und den sich in das Gehirn fräsenden Parts. Fündig werde ich bei «Sign Of Victory» und…, genau..., das wars dann auch. Wer aber grundsätzlich auf kernigen Hard Rock steht, sollte sich «Back On Track» trotzdem anhören, denn die Gitarren harmonieren gut mit den Keyboards und M.ILL.ION vermögen auch gesanglich zu überzeugen. 
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/I1hsl7l_VH8

 

Donnerstag, 16 September 2021 08:21
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Die amerikanischen Prog-Metaller Lower 13 haben bei ihrem vierten Album kleine, aber entscheidende Änderungen vorgenommen.

Diese führen dazu, dass das musikalische Niveau zwar hoch geblieben ist, dieses Werk aber nicht mehr dieselbe Begeisterung auslöst, wie das 2016 beim Vorgänger «Restore The Order» noch der Fall war. Konnte mich dieses auf längere Zeit gut unterhalten, hänge ich bei «Embrace Of The Unknown» bereits nach wenigen Liedern ab. Dabei setzt das amerikanische Trio auch dieses Jahr auf die bereits bewährte Mischung aus Heavy-, Emo-, Groove- und Death Metal. Wobei der Emo-Anteil diesmal deutlich zugenommen hat. Das heisst, dass die Refrains diesmal opulenter sind, aber doch nicht so eingängig wie zuvor. Dazu schwingt eine Melancholie mit, bei der trotzdem immer eine gewisse Hoffnung auszumachen ist. Musikalisch kann man den drei Musikern allerdings nichts vormachen. Was Groove und die Taktwechsel betrifft, gehört das hier Präsentierte zur Top-Liga. Würden die neun Kompositionen bei mir auf offene Ohren stossen, wäre das das Tüpfelchen auf dem "i". So empfinde ich dieses Werk aber nur als gutes, jedoch nicht als hervorragendes Album. Wer Prog Metal mit einem gehörigen Schuss Death Metal mag, kann hier gerne rein hören. Wer «Embrace Of The Unknown» gar als Götterscheibe empfindet, darf mir gerne schreiben und erklären, wieso das so ist.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FKEMBe8cKN0

 

Donnerstag, 16 September 2021 08:13
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Dieses Album der Kalifornier wurde ursprünglich schon vor fünf Jahren, heisst 2016 veröffentlicht und kommt nun in einer "5 Year Anniversary-Version" wieder zum Vorschein, inklusive Bonustracks.

Der dreckige Garage Rock Sound gefällt sehr und reisst die Zuhörer:innen voll mit. Wild verzerrte Gitarrensounds kennt man von den frühen Black Sabbath und die man in Songs wie dem starken «Lawman» ausmachen kann, einfach nur geil. Auch die schnelleren Nummern wie «Skinwalker» reissen einen mit. Wilde Basslinen, krass verzerrte Gitarren und treibende Drums begegnet man hier fast durchgehend, unüberhörbarer 70er-Sound. Ich mag die Soli, oft mit Wah Wah-Effekten oder fett verzerrt. Auch die Gitarrenriffs sind echt klasse und ziehen sich durch das ganze Album hindurch. Auch wenns mal ein bisschen bluesig wird, überzeugen die Kalifornier sehr, wie beim relaxten «Nothing Left To Loose», echt stark! Noch besser nachzuhören bei der Blues-Nummer «Soldier Song». Solche zeitlosen Tracks sind einfach klasse und hervorragend gespielt. Wer Black Sabbath, Led Zeppelin, Blues und Soundgarden in einer Mixtur mag, wird an der Musik der Jungs aus den Sierra Foothills seine wahre Freude haben. Ich persönlich finde diese Mischung auf «Thunderchief» jedenfalls sehr lecker.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/M7c46aXs_R8

 

Mittwoch, 15 September 2021 08:12
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Ein Cover-Album mit lauter Hits, die von Sängerinnen eingesungen wurden, das präsentieren uns Inglorious auf «Heroine». Dabei ist es für Frontmann Nathan James sicherlich kein leichtes Unterfangen, den doch grossen Vorlagen immer zu genügen.

Als Beispiel dafür seien «Barracuda» von Heart oder «Nutbush City Limits» von Tina Turner erwähnt. Daneben tummeln sich auch "Hits" von Miley Cyrus, Evanescence, Christina Aguilera, Avril Lavigne, Halestorm, Cindy Lauper («Time After Time») und Alanis Morissette. Entstanden ist ein mutiges Album, das die Truppe aber cool interpretiert, auch wenn die Songs meinen Nerv nicht immer treffen. Aber dennoch für die eine oder andere Überraschung gut sind, da man nicht auf die üblichen Woman-Bands setzt. Gespannt war ich auf die Umsetzung des besten Joan Jett Songs «I Hate Myself For Loving You». Nun ja, die Reibeisenstimme von Joan kann auch Nathan nicht ersetzen, und so entpuppt sich dieser Hit in meinen Ohren als eher negative Überraschung. Ansonsten werden die Tracks in einem Inglorious üblichen Gewand präsentiert, bedeutet stark an die Vorlage angelehnt, aber trotzdem mit der nötigen eigenen Identität versehen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GlzDIhtkxQU

 

Mittwoch, 15 September 2021 08:06

Uffa, aus Amersfoort, Utrecht, den Niederlanden, stammen Bloodphemy seit 2000, mit einem kurz-längeren Unterbruch von 2002 bis 2015.

Nun, somit ist «Blood Sacrifice» das vierte full-length Album mit elf Tracks, welche dem leicht brutaleren Death Metal Genre zugeteilt werden können und dürfen, denn die fünf Herren Olivier van der Kuijf (Vocals), Bart van Wallenberg (Guitars), Arjan van Dune (Guitars), Robin Zwiep (Bass) und Edwin Nederkoorn (Drums), welche bereits in Bands wie Sinister, Pleurisy und Khaoz gezockt haben, lassen diese Vergleiche und die weiteren Assoziationen zu Monstrosity, Hate Eternal, Suffocation und Nile durchaus vertretbar erscheinen. Nun, die Produktion kommt bretterhart, klar und druckvoll rüber, das Cover-Artwork zeigt die Brutalität und Intensität von «Blood Sacrifice» deutlich auf. Die Vocals sind so voll von brutaler, karnivorer Kraft und Boshaftigkeit, jedoch stets klar verständlich, obschon in den tiefsten, bösartigsten karnivor-gutturalen Lagen gelegen. Ab und an erdrückt ein Sonnenstrahl von klaren Voices, gesprochener Art und Weise, die zur Freude gewonnene Dunkelheit der Passagen auf «Blood Sacrifice».

Die Drums kommen mal mit blastenden, dann recht schleppend-doomigen Patterns daher geschwommen, um dann in heftigstem, sattem Double-Bass- und deathigem Thrash-Geknüppel mal einfach aufräumt und alles was vorne ist mal rein macht und von der Bahn abdrängt. Die dumpfe, klare und straighte Snare zeigt die Marschrichtung, mit den Cymbals und den Toms werden die Ingredenzien noch gemischt und dazu gegeben. Der Tieftöner wummert herrlich in den tiefsten Lagen, mal treu zum Songwriting hingegeben, doch ab und an zuckt es auch ihm in den Fingern, und dann gehts mal solodesk los. Die beiden Klampfenmeister setzen sich mit den schweren Riffs fest, beissen sich ins Songwriting rein und fest wie ein Pitbull, nur sind es hier gleich zwei davon. Die leicht thrashig angehauchten Death-Riffs kommen konsequent und sehr heavy, eben heavy im Sinne von schwer, zum Tragen. Aufgelockert wird dies durch Melodiebögen und den sehr eigenwilligen Soli, welche dadurch den eigenständigen Sound brandmarken, ja beinahe leicht ins atonale Jazzige rein hauchen und so zu sagen das Puderzückerchen darauf setzen. Anspieltipps wären da «Bloodborne», «Conviction», «Revelation», «Pledge Of Allegiance» und «In Cold Blood», bei welchem noch Marc Grewe (Morgoth) mitgrowlt. Sattelfestes, unverbiegbares, schmiedefertiges, heavymässiges Death-Teilchen.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Hip9ams3fGc

 

Mittwoch, 15 September 2021 07:59

«Seven» ist das zweite Studio-Album der Alternative Metal Band Enemy Inside aus Aschaffenburg, Deutschland. Bereits mit ihrem Debüt «Phoenix», welches 2018 veröffentlicht wurde, machten sie sich einen Namen in der Szene.

Mit ihrem neuen Album definieren und manifestieren sie ihren Stil, wobei im Vergleich mehr Elektro-Elemente eingebaut werden. Oberflächlich betrachtet kann der Stil von Enemy Inside als eine Kombination aus tiefen, brachialen Gitarrenriffs und melodiösen, eingängigen Gesangslinien beschrieben werden. Sängerin Nastassaja Giulia überzeugt mit ihrer starken, sich in der Mittellage befindenden Stimme und bringt durch Variationen verschiedene Emotionen zum Ausdruck. Dabei wird teilweise mit Effekten auf dem Gesang gearbeitet, womit eine Art Zweitstimme oder Gegenpol entsteht. Einflüsse aus dem Pop und Techno, wie auch teilweise aus der Metalcore Richtung, fliessen in ihren Stil ein, womit eine spannende Mischung entsteht. Die Melodien machen gute Laune, die treibenden Rhythmen ergreifen und die regelmässig eingebauten, härteren Parts sorgen für unerwartete Spannung und Energie. Die Lieder sind jedoch praktisch immer gleich und simpel aufgebaut. Erst in den jeweiligen, meist im Vergleich dumpfen und schweren Bridges, welche die besagten Metalcore Einflüsse aufweisen, treten unerwartete Turns hervor, welche Abwechslung in das Werk einbringen. Der Opener «Crystallize» oder auch «Bulletproof» bleiben mit ihren starken, ergreifenden Refrains im Ohr hängen. «Alien» und der Titeltrack «Seven» bringen mit ihren brachialen Bridges besondere Twists und ebenso Abwechslung in das Album hinein. «Break Through» präsentiert sich derweil als schöne (Power-) Ballade, welche sich langsam auf Synthis und schönen Gesangsmelodien aufbaut. Das Album bereitet Freude und wird wahrscheinlich durch die in Richtung Pop gehendenden Refrains und Melodien ein breites Publikum ansprechen. Aufgrund der praktisch immer gleich aufgebauten Songs wirkt «Seven» jedoch, zumindest meines Erachtens, im Verlauf etwas monoton. Der prägnante Wiedererkennungswert, sprich das gewisse Etwas, fehlt in diesem Album leider.
Sina

cede

 

https://www.youtube.com/embed/K_0XOWMVZQc

 

Dienstag, 14 September 2021 07:16
Tags
v. 10 Punkten: 8.4

Well, mit ihrem fünften Longplayer, nebst vier releasten Demos, seit der Gründung im Jahre 1990, kämpfen und hecheln die vier Baden-Württemberg(ler) aus Aalen, genauer gesagt Apophis mit ihrem «Excess» und acht Tracks dem deathigen Olymp entgegen.

Da wird Deathiges mit moshigem Thrash gekonnt verknüpft, ab und an leicht doomige Passagen mit solidem Black Metal verknüpft. Interessant zu wissen, für diejenigen unter uns, welche sowas auch aufsaugen wie alle Draculas dieses Universums, waren Apophis in den Jahren 1989 - 1990 als Raise Hell unterwegs, tja, und von dort kommt auch der thrashige Einschlag auf «Excess» - und allen anderen Veröffentlichungen zum Tragen, denn als Raise Hell frönte man noch dem Thrash Metal. Nun, gut zu wissen, dass diese Relation vorhanden ist, denn die fünf Herren Bernd Kombrink (Vocals), Roger Kirchner (Guitars), Fabian Guschlbauer (Guitars), Marcus Köchl (Bass) und Erik Stegmaier (Drums) haben die perfekte Kombination von Death und Thrash gefunden. So sind Vergleiche zu Jungle Rot, etwas Cannibal Corpse, etwas Immolation, etwas Malevolent Creation, etwas Morgoth, Sacrilegion, Amorbital, Nocuturnus, Obscenity, Disharmonic Orchestra, Intestine Baalism und weitere Konsorten den genannten Konsortien frönend, und dies passt sehr gut bei- und nebeneinander. Produziert und gemischt wurde es in den A-Tonal Recording Studios von Roger Kirchner und Dan Baune, gemastert wurde es von Dan Swané in den Unisound Studios. Somit legt dieses Teilchen eine messerscharfe Power an den Tag und hat eine druckvolle Produktion erhalten.

Das geniale Coverart-Work ist von Mistanthropic-Art gestaltet worden. Ja, die acht Tracks sind auch dem melodiösen Death Metal zuzuordnen, da sich auch einige melodiöse Tonaspekte auf das Scheibchen namens «Excess» rein geschlichen haben, und meist wird im Mid- wie auch Uptempo Bereich gedeathed-thrashed. Die beiden Gitarren riffen sich konstant durch das sehr ausgereifte Songwriting hindurch, ohne jedoch eben die melodiösen Momente, wie beispielsweise Melodylines mal etwas hymnenhaftig dar zu bringen, sehr melodiöse Soli und Arpeggi wie Tappings. Ja, da lässt man sich beim Solieren Zeit, so dass sich die Melodien in die Riffs rein fressen können, und dennoch wird gemoshed, gethrashed und gedeathed. Der Tieftöner wandert und wandelt sich ebenfalls vom klassischen Rhythmusgeber hin bis zur solodesken Diva, aber das passt alles so perfekt. Die Drums grooven und moshen, meist im konstanten Double-Bass-Bereich, was irgendwie so an Amon Amarth erinnert, im positiven Sinne wohlbemerkt. Denn egal, ob im Up- oder Midtempo Bereich, es grooved herrlich, mal auch mit der satten Snare, den Cymbals und Toms variierend gezockt, weniger im konstanten Blastbereich, ab und an daran kratzend. Die Vocals kommen zwischen shoutend und growlend, mit klarer Aussprache, sehr gut an, erinnert auch etwas an Johan Hegg von den besagten Amon Amarth, was schlussendlich die Qualität des gutturaltief Geshouteten hervor hebt. Anspieltipps wären da «Forgive Yourself», «Metamorphosis», «End Of The Pain» und «Temptations». Ein solides, soundklares und groovendes Teil, schlicht ein überzeugender «Excess».
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Xy9gX6AI9Fo

Dienstag, 14 September 2021 06:56
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Thomsen repräsentieren Power Metal aus Hannover, der aber nie den Level einer Truppe wie Brainstorm erreicht.

Schön zu lesen, wie sich die internationale Presse hierzu angeblich mit viel Lob überschlägt und diese Scheibe den Traditionalisten unter uns als absolute Kaufempfehlung unters Kopfkissen legt. Ja, die Riffs sind ziemlich cool, wie bei «Fight» oder «Nightfall», aber sobald hier der Gesang von Jürgen Wolfes aufschlägt, den ich eigentlich als richtig geilen Shouter in Erinnerung habe…, nun ja, irgendwie passt das hier nicht. Wer aber Saxon mag, kann trotzdem bedenkenlos rein hören. Erwartet jedoch keinen Klassiker, sondern zumindest die Mucke einer Band, die ihr Handwerk offensichtlich gerne ausübt und ihre Fans sicherlich finden wird. Die wirklich hörenswerten Riffs reichen heutzutage alleine aber einfach nicht aus, um sich mit «III» aus dem Meer der Konkurrenz heraus zu heben.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5EqBSKKzR3k

 

Dienstag, 14 September 2021 06:50
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

«Come Share My Shroud» ist die Debüt-EP der aus Buffalo, New York stammenden Band Cemetery Echo. Ihr Stil wird als Death Rock oder Goth n' Roll definiert.

Die EP beinhaltet vier Tracks, wobei der erste, «Beneath The Crypts» ein düsteres, geisterhaftes Intro mit Glockenläuten und schrägen Geräuschen darstellt und in den Titeltrack «Come Share My Shroud» über führt. Dieser beginnt ruhig, melancholisch, beinahe psychodelisch, und bald darauf steigt der Gesang von Rob Palumbo ein. Er kombiniert düsteres Flüstern, manchmal in Growls übergehend, mit sentimentalem wie tiefem Gesang. Das Lied wird immer rockiger, mal melancholischer, dann wieder dumpfer. Auch «Your Disease» und «Transylvanian Mood» entwickeln sich ähnlich. Durchgängig sind melodiöse Gitarrenlinien zu hören, welche jedoch wie unterdrückt scheinen. Damit meine ich, dass sie stark im Hintergrund bleiben und von Gesang wie Rhythmusgitarre, welche teilweise in die Black Metal Richtung gehen, bedeckt werden. Die trüben, teilweise gruseligen Gesangslinien gehen jedoch in allen Liedern regelmässig in schöne, emotionale Melodien über, womit eine sehr interessante Mischung entsteht. Eben weil melodiöse Gitarrenlinien mit dumpfen Black Metal Gitarren einher gehen und sehr abwechslungsreicher Gesang sowie diverse Dynamikwechsel eingebaut werden, entsteht eine einzigartige Atmosphäre. Zu dieser melancholischen Dynamik kann beim erstmaligen Anhören eventuell nicht durchgedrungen werden. Es braucht mehrere Durchgänge, um einen Zugang zur Musik zu erlangen. Obwohl die Lieder nicht im Ohr hängen bleiben, haben diese durch die spezielle Musik-Kombination entstehende Atmosphäre dennoch etwas Besonderes an sich. Vielleicht etwas weit her geholt, aber mich haben alle drei Lieder aufgrund der Gitarrenmelodien an eine viel düstere Version von Héroes del Silencios Hit «Entre Dos Tierras» erinnert. Auf jeden Fall ist die Musik von Cemetery Echo sehr speziell.
Sina

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8hre4n0rijY

 

Sonntag, 12 September 2021 21:00

Im Jahre 2015 startete das Projekt namens Son Of A Shotgun im norwegischen Kristiansand mit Mastermind Ivan Meathook Gujic, auch bekannt als Member der norwegischen Black Metaller Blood Red Throne.

Nun, nebst Mastermind Ivan Meathook Gujic (Guitars, Vocals), sind noch Lennart von Essen (Guitars), Henrik "Nomandsland" (Vocal Cords), Stian "Gundownyourson" (Bass) und Kirss "The Fuze" (Drums) mit von der Partie. Nach dem Debüt-Album im Jahr 2017 namens «Mexican Standoff» folgt nun mit «Be For Oss Alle» das Zweitwerk mit acht Hymnen, welche keine weiteren Wünsche offen lassen. Das ballert sowas von, Leute. Stets groovend, mit einem leichten "Südstaatentouch" versehen, geht es so à la Pantera, Vomitory, Meshuggah, Cryptopsy, Damnation, You Suffer, Decapitated und auch Blood Red Throne ab. Das Songwriting wirkt etwas wirr, doch genau das macht das gewisse Etwas aus, verleiht den acht Tracks eben den notwendigen Touch, das Unvorhersehbare, das Brachiale, das Melodiöse, das beinahe schon Crossover- und Hardcore like aus N.Y.C., das Thrashige und eben das blastend, gorige Deathige. Die starke Produktion stammt auch nicht von ungefähr, denn niemand Geringerer als Christian Donaldson (Cryptopsy) stand vor den Reglern in den Meathook Studios, sowie dem Mixing als auch Mastering Pate. Ein passendes und cooles Cover-Artwork rundet dieses Teilchen hervorragend ab.

Die Gitarren riffen sich grindend, rasend schnell durch die Notationen der Songs hindurch, doch auch akustische Momente kommen hierbei nicht zu kurz, als auch Groove und Mosh keine unbekannten Stilrichtungen sind, auf welche Son Of A Shotgun zurück greifen, nebst dem thrashigen Death Metal mit etwas Black-Schmackes verziert. Die Soli sind quirlig, shreddernd und melodiös, will schreiben, auf hohem, technischem Niveau. Der Bass wummert tief, sonor und pendelt zwischen solodesken Ausflügen wie auch rhythmischen Lines und Gebrummel. Die Drums sind variantenreich, ja sogar etwas Bossa Nova und Samba sind nebst den obligaten Blasts, Grindcores, Double-Basses in Lichtgeschwindigkeit, gepaart mit Paradiddles des Thrash, Crossover, Hardcore, Speed Metal, Groove Metal und moshigen Slam-Parts, welche mit einer scharfen, sonoren Snare wie wirbligen Cymbals und heftigen Toms-Donnern geblitzzarded sowie gesmashed werden. Die Vocals sind logischerweise variantenreich, da bei diesen Sängern ein leicht hardcoriger Scream- und Shouttouch, ein bösartiges und tiefes Growln und dann noch klarer Gesang, kombiniert mit Sprechgesängen, vermengt und aufgefüllt wird. Anspieltipps wären da «All I Got Left (feat. Maurice Adams und Marius Eriksen)», «My Bible, My Wife, My Gun», «Natural Born Killaz» und «Caught On Guard». Yep, dies ist ein Feastessen, ein Festmahl für Zombies und Unsereins. Goiler Zweitling und sowas von voll in die Fresse, hell yeah!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/a9G0MEW27z0

 

Sonntag, 12 September 2021 20:51
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Der Name des finnischen Bassisten Sami Yaffa ist sicher nicht jedem geläufig. Trotzdem war der Mann an einer Legendenbildung massgeblich beteiligt, nämlich als Mitglied des klassischen Line-ups von Hanoi Rocks.

Diese gelten als Begründer der Sleazy Bewegung und als Grundlage deren grössten Helden Guns N' Roses. Interessanterweise spielt Sami seit 2006 bei den ebenso legendären Mitbegründern des Punk, nämlich den New York Dolls, die wiederum als essenzieller Einfluss von Hanoi Rocks gelten. Über die Jahre hinweg war und ist er immer wieder Partner von Hanoi Rocks Sänger Michael Monroe, nebst in dessen Soloband auch bei Jerusalem Slim und Demolition 23. Kurzzeitig spielte er auch noch in der Band von Joan Jett. Mit dieser erstaunlichen Reputation im Gepäck entstand dann auch seine vielschichtige erste Solo-Scheibe. Basierend auf dem Rock der Sechziger, allen voran den Rolling Stones und dem frühen Punk mit MC 5 als Anhaltspunkt, hat der gute Mr. Yaffa diverse genreübergreifende Aspekte wild durcheinander gemischt. Es resultieren sehr eigenwillige, persönliche Songs, die oft nicht eindeutig in ein Schema gepresst werden können. So bleibt das Album jederzeit abwechslungsreich, aber eben nicht immer eingängig, dafür umso authentischer, echt und ehrlich. «The Innermost Journey To Your Outermost Mind» ist und bleibt die absolut legitime Selbstverwirklichung eines grossartigen Musikers, der an der Musikgeschichte mitgeschrieben hat.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aYVOA_qdJHI

 

Sonntag, 12 September 2021 20:44
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Keine Unbekannten auf der Deathcore-Spielwiese sind Lorna Shore aus New Jersey. Ein Jahr nach dem sensationellen Album «Immortal» folgt neuer Stoff in Form einer 3-Track-EP namens «…And I Return To Nothingness».

Der Titeltrack, eben «…And I Return To Nothingness», macht den Anfang und startet mit einem Horrorfilm-Soundtrack, um dann in der Folge den Knüppel gewaltig aus dem Sack zu lassen. Eine schwarze Lackierung erhält der Sound von Lorna Shore durch zwischenzeitlich gekeifte Vocals verpasst. Sehr genial ist das epische Gitarrensolo, das sich nahtlos in diesen Song einfügt. Mit klassischen Frauen-Chören wird «Of The Abyss» stilvoll eingeläutet. Dass nicht nur auf die Karte Brutalität gesetzt wird, sondern auch auf epische Songpassagen, lässt hieraus ein massives Monster entstehen! Mit einem akustisches Gitarren-Intro startet «To The Hellfire». Nochmals wird eine ausgewogene Mischung von Brutalität und Epik geboten. Wem Lorna Shore schon in der Vergangenheit gefallen haben, kann mit dieser EP rein gar nichts falsch machen! Ein Highlight, das mit nur drei Songs aber leider doch reichlich sparsam ausgefallen ist!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xHE5g9YgkFg

 

Samstag, 11 September 2021 13:11
Tags
v. 10 Punkten: 7.8

Eigentlich wäre heuer nach dem töften The Dark Element Debüt von 2017 und dem ebenso guten Zweitling von 2019 die Zeit reif für den totalen Nackenschlag mit dem dritten Knaller gewesen! Doch Anette Olzon bringt nach dem "leisen" Solo-Erstling von 2014 zuerst den zweiten Solo-Dreher heraus, der aber anders auftritt.

Gross war die Vorfreude, als sich abzeichnete, dass die ehemalige Chanteuse von Nightwish an neuem Material arbeitet. Diese wurde in der Folge zwar etwas gedämpft, als sich heraus kristallisierte, dass das neue Teil nicht unter der Flagge von The Dark Element segeln wird. Somit war auch klar, dass sich diesmal nicht Gitarrist Jani Liimatainen als kongenialer Strippenzieher anbot. Stattdessen griff Anette auf Magnus Karlsson (Primal Fear, Magnus Karlsson's Freefall, Allen/Olzon) zurück. Das beruhigte die Situation zumindest mal auf dem Papier, und die letzten Zweifel verflogen gleich mit dem ersten auf YouTube veröffentlichten Track «Parasite» als erste Singleauskopplung von «Strong». Der ziemlich speedige Symphonic Metal Kracher liegt erfreulicherweise nicht weit vom TDE-Sound weg und ballert ganz ordentlich was weg. Allerdings wie bedingt durch nicht nur hier auftretende Growls von Johan Husgafvel kommt das Ganze härter und mit weniger Reminiszenzen an Holopainen & Co. daher. Etwas später korrigiert der zweite Track «Sick Of You» diesen Eindruck mit melodiöseren Gesangslinien wieder und zeigt einmal mehr auf, welch begnadete Stimme Lady Olzon nach wie vor besitzt, hammer!

Da hier der gute Johan stimmlich als "bad guy" ebenso, wenn auch nur kurz rein grätscht, lässt befürchten, dass dieser weiter zum Einsatz gelangt. Mit «Fantastic Fanatic» folgte noch vor dem Release des ganzen Albums ein dritter Song, der teilweise Vibes der inzwischen leider verblichenen Delain (mit Charlotte Wessels) sowie der einstigen "Kollegen" aufgreift. Somit bleiben noch acht Tracks übrig, zu denen mitunter der Opener «Bye Bye Bye» gehört, und hier gehts tempomässig erneut zur Sache. Erst bei «Sad Lullaby» rutscht der Fuss runter vom Gas und verschafft die nötige Verschnaufpause, inklusive Maulkorb für Mr. Husgafvel. Unfassbar geilen Gesang offenbart derweil «Catcher Of My Dreams», während mir der wieder erwachte Grunzer bei «Hear Them Roar» weniger mundet. «Strong» ist insgesamt, vor allem melodisch, nicht so "strong" wie The Dark Element ausgefallen, heisst Jani agiert kompositorisch gegenüber Magnus auf einem höheren Level. Im Vergleich zum Solo-Debüt liegen von der Intensität her Welten dazwischen, und wer zum Beispiel auf Battle Beast steht, kommt hier, trotz fehlenden Highlights, dennoch auf seine Kosten. Anette Olzon gibt sich dabei keine Blösse und liefert voll ab!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eEbQWMOPBO0

 

Samstag, 11 September 2021 12:50
Tags
v. 10 Punkten: 9.0

Ebenfalls aus den Niederlanden stammend, jedoch in Haaksbergen, Overijssel, beheimatet und im Jahre 1998 gegründet, kommen Caedere und präsentieren uns mit «Eighty Years War» ihren vierten Longplayer mit acht Tracks, nebst zwei releasten EP's und einem Demo.

Eingeschworen hat man sich dem brutalen Death Metal, speziell sind die extremen Vocals hierzu, doch darauf kommen wir noch zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen. Well, die vier Herren Thomas Luijken (Guitars), Niels Ottink (Guitars), Joey Veerbreek (Bass) und Michiel Lankhorst (Vocals), ..., ja, yep, ouh, da fehlt doch noch der Drummer, right? Well, das wäre dann Michiel van der Pflicht, das fünfte (Studiosession)-Bandmitglied, der von seinen Patternorgien bei God Dethroned, Carach Angren, Pestilence her bekannt ist. Ouh, wartet mal, da gibts doch noch Antonia Ottink und Clemens Kerssies (Violins, Percussion), die haben auch noch mitgezockt. Recorded und gemixt wurde die ganze Sache in den Brandstudios von Ric Brand, was eine satte, klare und druckvolle Produktion ergeben hat. Das Artwork wurde von Gyula Havancsák kreiert und ist ein Topanwärter auf den Thron in der Ruhmeshalle der Cover-Artworks, herrlich. Passt auch zur Thematik, welche auf «Eighty Years War» zelebriert wird, nämlich die Unabhängigkeits- sowie auch Religionskriege zwischen 1568 und 1648, ergo achtzig Jahre Krieg, «Eighty Years War». Songwriterisch wirft es einen leichten technischen Aspekt auf, jedoch wird hierbei astreiner Brutal Death Metal gespielt, beinahe schon mit Einlagen zum slammenden Death. So, und jetzt kommen wir nochmals auf die gutturalen Vocals zu sprechen, die jeder toten Gestalt neues Leben einhaucht würden, so bösartig, Grabestiefe mit Echo, karnivoriges Growlen, wechselnd von tiefem Deathigen bis hin zum screamenden Blackigen, doch stets verständlich gehalten.

Die beiden Schrummelmasters lassen ebenfalls nichts anbrennen, denn da wird heftigst gerifft, liniesiert, mal deathig, mal thrashig, mal blackig, mal grindcorig, gepaart mit melodiösen Soli untermalt, um dann eben auch die violinisierten, akustischen Gitarrenmomente einzuflössen und einfliessen zu lassen. Da kommt nebst den meist in den Uptempi Bereichen gehaltenen Blast- und Grindcoreattacken, den donnernden Double-Bass-Patterns, der schneidenden wie treibenden Snare, den virtuosen und beinahe schon fusionierten Cymbals- und Tomsbehandlungen seitens des Drummasters wieder Ruhe ins Songwriting. Wie auf einem Schlachtfeld, wo nach x-geschlagenen Kriegen und Kämpfen die Menschen, die Wunden leckend, nach einer kurzen Atempause ringen. Der Tieftöner pendelt zwischen rhythmischer Sachlichkeit und filigranen, solodesken Walking Bass-Lines hin und her, mit einem sehr klaren und satten Basssound. Somit sind Vergleiche zu den bereits genannten Bands bei Michiel van der Pflicht nicht zu scheuen, und man kann nun gestrost noch Deicide, Vader, Suffocation, Malevolent Creation, Skinless und Deeds Of Flesh hinzu nehmen, doch auch Phlebotomized, Façade, Sepirtoh, Cliteater und Toxocara sind ohne Wenn und Aber erlaubt. Anspieltipps wären da eben «War & Sorrow», «The Siege (Of Long Breath)», «Sea Beggars» und «Divine Power Of Kings». Brutales, herrlich technisches Blastorgienereignis.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/smuy6KL6qOU

Samstag, 11 September 2021 12:40
Tags
v. 10 Punkten: 6.9

Würde man nur das coole Cover-Artwork als Massstab bezüglich des zu erratenden Musikstils heran ziehen, würden wohl nicht wenige Leute auf Southern Rock tippen. The Loyal Order spielen jedoch mehr klassischen, sprich gitarrenorientierten Hard Rock, der teils einen etwas modernen Anstrich spazieren fährt.

Die Amis formierten sich vor ein paar Jahren zuerst mal als Projekt. Die initial treibende Kraft war (Bassist) Jeff Buehner, der zum Line-up der Rough Cutt Version ohne Paul Shortino gehört. Dieser agiert jetzt neu als Sänger, was Neuland für ihn bedeutet. Weiter mit dabei ist der aktuelle Bassist Patrick Young, der mal in Diensten von Black'n Blue stand, also der Truppe, wo unteren anderem auch ein gewisser Tommy Thayer (KISS) seine Sporen abverdiente und damals schon, nebst Producer-Legende John Kalodner, Schlabberzunge Gene Simmons weitere Schützenhilfe leistete. Ergänzt wird die Formation noch durch Justin Gibson (g) und Kyle Baltus (d). Das selbstbetitelte Debüt kommt mit insgesamt acht Songs daher, die zusammen keine 32 Minuten Musik ausmachen. Etwas mager, aber immerhin setzt es so ganz sicher kein Doppelvinyl ab! Der Opener «Ready For Dead» bratzt derweil schon mal ganz kernig aus den Boxen und weist einen sleazigen Touch auf. Der Gesang von Neusänger Jeff kann sich dabei durchaus hören lassen und wird durch zusätzliche Backing Vocals optimal gepimpt. «Hellfire» klingt anschliessend zu Beginn etwas sperrig und öffnet sich erst hinten raus.

Das "nett" betitelte Lied «Fuck Or Fight» entwickelt Drive, macht auf dicke Hose und schielt damit auf Stadion Rock Tauglichkeit mit leicht aggromässigem Schreien gegen den Schluss hin. Die Halbballade «Colorblind» unterstreicht Varianz mit akustischen Gitarrenklängen, harmonisch melodischem Gesang und legt bis zum Ende laufend an Intensität zu. Während «I Fall Silent» eine punkige Attitüde an den Tag legt, wechselt der Gitarrensound bei «Superhuman» hin zu Breitwand-Riffing. «The River» packt die Akustik-Klampfe zu Beginn des Songs ein zweites Mal aus und entwickelt sich wiederum zu einem schwer aufgetragenen Rocker. Total aus dem Rahmen fällt hingegen der schon fast wütend anmutende Rausschmeisser mit metallischer Kante und weiteren Aggro-Vocals. Tja, und dann wirds still im Raum. Unter dem Strich ist durchaus Potenzial auszumachen, aber was hier nebst einem echten Highlight fehlt, ist ein stilistischer roter Faden, der die ganze Chose zusammen hält. The Loyal Order sind auf ihrem selbstbetitelten Erstling offenbar noch auf der Suche nach der passenden Formel. Nun ist, bei fraglos guter Produktion, halt mehr Stückwerk als kompaktes Songwriting vorhanden.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/K0JQ6nt3h_8

 

Donnerstag, 09 September 2021 21:29

Yo, mein Frettchen und Fresschen, da kommt ja bereits der nächste Überflieger für das Jahr 2021 auf uns zugedüst. Aborted, seit 1995 aktiv, aus Beveren, Ostflandern, Belgien, mit ihrem elften Studio-Longplayer und ebenfalls elf herrlichen Tracks, welche die Death Metal Bierwampe anständig, bereit und konkret mit herrlichen Faustschlägen wohltuend malträtieren.

Doch Aborted sind sehr eifrige Brutal Death Metaller, welche neben den elf full-length Longplayer auch drei Split-Alben, ein Demo, vier EP's und neun Singles raus gehauen haben, was das Palmares betreffend Umtriebigkeit eindeutig hoch hält. Und nun «ManiaCult», was für ein Hammeralbum, bin erstmal - und dies nach mehrmaligem, intensivem Lauschen - grinsend und sehr positiv angetan davon. Nun, die Herren um Mastermind Sven de Caluwé (Vocals), namentlich Ken Bedene (Drums), Ian Jekelis (Guitars) und Stefano Franceschini (Bass) zelebrieren förmlich den grindcorigen Brutal Death Metal. Die Produktion haut so was von druckvoll rein, messerscharf, klar. Und das geniale Cover-Artwork, ja, das hat den Thron in der Ruhmeshalle bereits jetzt schon auf sicher, keine Frage. Ja, auch hier sind alle elf Songs ausnahmslos Anspieltipps, immer schön der Reihe nach, denn dann geht auch nichts flöten und wir bleiben schön am Ball. Auch vor Vergleichen mit den Bandgenossen wie Benighted, Dying Fetus, Suffocation, Cannibal Corpse, Carcass, Skinless, Ingested, Abysmal Dawn, The Black Dahlia Murder, Scarab, Hour Of Penance, Cryptopsy, und, und, und..., brauchen sich Aborted nicht zu fürchten.

Die Gitarre rifft sich bastard- und pitbullmässig ins Griffbrett fest, da wird gethrashed, gemoshed, gegrooved gedeathed, brutal, virtuos, konsequent. Die dazugehörenden Soli mit den melodiösen Arpeggi und Tappings, das teils melodiöse wie auch heftig shreddernde Tonleiterfetischismusreiten eröffnet dem kompletten Songwriting neue Facetten und Passagen. Der Tieftöner setzt in Nichts nach, der Gitarre nämlich, da wird klar gewummert, mal rhyhtmisierend, mal eben auch solodesk auf den dicken Saiten des Griffbrettes. Die Drums wirbeln meist in den Blast- und Grindcoretempi, gepaart mit hyperschnellen Double-Bass-Attacken, welche sich unweigerlich ins Fleischgewebe rein fressen. Die virtuos wirbelnden Cymbals und Toms, ergänzend zum satten und treibenden Snaresound komplettieren die Rhythmus- wie auch Solifraktion. Die Vocals growlen im tiefen, roten Bereich, sehr wütend, sehr aggressiv, jedoch stets klar und auf den Punkt gebracht. Yep, das tiefe Gutturale entwickelt sich dann wie ein weiteres Instrument, integrierend in den Gesamtsound. Perfekt gelungen! Und meine Fresse, «ManiaCult» ist der Überhammer im Jahr 2021. Genial, und nochmals..., perfekt!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/MxES2ziBy2E

 

 

Donnerstag, 09 September 2021 21:23
Tags
v. 10 Punkten: 9.5

Steel Rhino ist das Projekt des schwedischen Drummers Mikael Rosengren, der sein Können bei Dirty Passion, Revolverlution und Bai Bang unter Beweis stellt(e).

Als Unterstützung heuerte er seinen Mitstreiter bei den zwei letztgenannten Bands, Filip Vilhelmsson an, der die Gitarren und den Bass beisteuerte. Der Plan von Mikael war es, ein klassisches Hard Rock/Heavy Metal Album aufzunehmen. Was zu Beginn fehlte, war jedoch ein Killer-Vokalist, der der Intensität der Musik gerecht wird. Diese Lücke konnte nun durch den Avantasia und Firewind Sänger Herbie Langhans passend geschlossen werden. Der gute Mann liefert mit seiner Power-Röhre die passende Ergänzung zur vielfältigen wie breitgefächerten Soundkulisse ab. Obwohl abwechslungsreich, zieht sich ein exakter roter Faden durch die Tracks hindurch, der nebst den catchy Gitarrenriffs und den harten sowie voluminösen Drums wie Basslines vor allem durch einen enormen Drive zum Tragen kommt. Breit gefächert sind auch die Einflüsse, die Steel Rhino attestiert werden können. Zwischen den Amerikanern Manowar, den Deutschen Accept und den Engländern Iron Maiden hat die Band ihren eigenen Stil kreiert, zugegeben, ohne das Rock/Metal Rad neu zu erfinden. Nun, der eigentliche Wow-Effekt besteht aber in der unglaublichen Hitdichte. Jeder einzelne Song besitzt das Potenzial zur Singleauskopplung. Äusserst eingängige Strukturen mit Refrains, die sich unausweichlich in den Gehörwindungen festkrallen, wurden offensichtlich locker aus dem Ärmel geschüttelt, als wäre es das Normalste auf der Welt. Da hat jemand definitiv kapiert, wie man aus der anhaltenden Flut von Veröffentlichungen heraus stechen kann. Hammer, Respekt Jungs!
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LsnsyPYCz7o

 

Donnerstag, 09 September 2021 21:16

Dies ist bereits die zweite Veröffentlichung des Ausnahmemusikers in diesem Jahr. Nach dem eher ruhigen, klassisch- akustischen «Under A Merditerranean Sky» ist die Bandbreite dieses Werkes sehr vielfältig.

Von klassischen Elementen mit russisch klingenden Chören über coole Rock-Nummern, afrikanischen und fernöstlichen Klängen ist hier alles vor zu finden, was das Prog-Herz begehrt. Neben Roger King, Jonas Reingold, Nad Sylvan und Craig Blundell hat Steve bei zwei Tracks ausserdem Nick D'Virgilio an die Drums gesetzt. Die Vielfältigkeit des Meisters hört man schon beim grandiosen «Relaxation Musics For Sharks» heraus, was für ein Weltklasse-Song! Hier werden fast alle Einflüsse verarbeitet, und Nic zeigt mal wieder, dass er zu den besten Drummern des Prog-Rock gehört. Nur schon diese Nummer ist das Geld für die gesamte CD wert. Dem folgt der afrikanische gefärbte Beitrag «Wingbeats» mit klasse Gesängen und Steves wunderbarer Gitarre. «The Devil's Cathedral», eine wilde Prog-Nummer, ebenso echt klasse. Beim etwas ruhigeren «Held In The Shadows» zeigt Nad hingegen, was für ein toller Sänger er doch ist, und perfekt zu Steves Musik passt. «Fox's Tango» dann ein sehr cooler Rock-Track, und auch hier glänzt Nic mit klasse tight gespielten Drums sowie Steve mit einem coolen Gitarrenriff. «Surrender Of Silence» ist ein Top-Werk des Briten geworden. Extrem vielseitig und sehr spannend. Das zeigt einmal mehr, welch genialer Musiker Steve Hackett doch ist, und zurecht wird er von vielen Musiker-Kollegen verehrt wie bewundert zugleich. Hammer-Album!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/H3syJOPqdC4

 

Donnerstag, 09 September 2021 08:13
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Überraschung: Die amerikanische Prog Metal Band Dark Arena ist trotz des Ablebens von Gitarrist Paul Konjicija doch (noch) nicht tot.

Musiziert dieser seit 2019 mit den Engeln, spielte er zuvor im Jahre 2018 ein neues Album ein. Wieso es jetzt drei Jahre bis zur Veröffentlichung dauerte, geht aus dem Promo-Schreiben nicht hervor. Der Band fehlt laut Metal-Archives.com zurzeit ein Gitarrist, der letzte Facebook-Eintrag datiert von 27. April 2019. Das hindert Dark Arena aber nicht daran, jetzt über Pure Steel Records ihr neues Werk «Worlds Of Horror» zu veröffentlichen. Dieses glänzt mit einer Mischung aus US-, Progressiv und Heavy Metal mit leichten Industrial Anleihen. Entfernt erinnern sie damit gar an Queensrÿche, ohne natürlich das Hitpotenzial von deren grössten Werken zu erreichen. «Worlds Of Horror» kann mit seiner düsteren Atmosphäre überzeugen – und natürlich mit seiner unglaublich virtuosen Musik. Diese hört man am besten in einer ruhigen und fröhlichen Minute an. Erwischt man den falschen Moment, kann einem das Werk seelisch hingegen auch herunter ziehen. Es ist also nur etwas für stabile Gemüter. Als Gegenpart ist die unglaubliche Spielfreude in jeder Note heraus zu hören. Und tatsächlich: Nach ein paar Hördurchgängen bleiben einem ein paar Refrains hängen. Dark Arena verstehen es hier, Prog Metal zu spielen, ohne dass der Zuhörer gleich ein Jazz-Studium absolviert haben muss, um diesen zu verstehen. Der Promo-Zettel verweist dabei auf US-Metal und meint damit wohl die sehr rohe Produktion. Ob diese mangels Budget oder gewollt so geworden ist, muss einem nicht interessieren. Sie verleiht dem Album aber einen angenehmen wie authentischen Charakter. Auch wenn hier sicher nicht alles Gold ist, was klingt, ist Dark Arena mit «Worlds Of Horror» ein kauziges kleines Prog-Werk geglückt, in das Freunde solcher Musik unbedingt mal rein hören sollten.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xVabh4kKkz0

 

Donnerstag, 09 September 2021 08:06

Seit 2005 treiben die Londoner aus dem Vereinigten Königreich, namens Craven Idol, ihr Unwesen im thrashigen Black Metal alter Güte und releasen mit «Forked Tongues» ihren dritten Longplayer, gespickt mit sieben Songs voll griechischer Mythologie.

Craven Idol, das sind Sadistik Vrath (Vocals, Guitars), Susprial (Bass, Vocals), Heretic Blades (Drums) und Obscenitor (Guitars, Vocals). «Forked Tongues» wurde von Tom Dring in den Southport's Vagrant Recordings aufgenommen, gemischt und gemastert. Das kongeniale Cover-Artwork stammt aus der Feder von Eliran Kantor, der wiederum vom japanischen Maler Katsuhika Okusai mit seinem Gemälde 'The Dragon Of Smoke Escaping From Mount Fuji' aus dem Jahre 1849 inspiriert worden ist. So hat Eliran Kantor den Ort Shizuoka mit Sizilien getauscht, den Berg Fuji mit dem Aetna und der Drache mit Typhon aus der griechischen Mythologie, was eben sehr kraftvoll zum drückend kraftvollen Sound gepaart wird, passt bestens, nebst der sehr druckvollen und messerscharfen Produktion. Nun gut, soundmässig kann und darf man Craven Idol ungeniert mit Bands à la Deströyer 666, Bathory, Master's Hammer, Absu, Venom, Mystifier und Gospel Of The Horns vergleichen. Die beiden Gitarren riffen sich schrammelnd und schrummelnd oldschoolig à la Ur-Destruction, -Sodom und -Kreator durch die Riffs und Lines, stets mit einer Portion Melodie und shreddernden, wilden, kurzen Soli ausgeschmückt.

Der Bass kommt sehr trocken und klar rüber, bietet den beiden sehr distortion-getränkten Gitarren herrlich paroli und ertönt daher auf den autarken Ausflügen auch teils sehr solodesk, was dem Gesamtsound den sehr entspannten und locker-thrashigen Black Metal beschert. Die Vocals sind teils screamend und shoutend thrashig gehalten, gehen nicht unbedingt ins keifend-kreischend blackige Geröchel rüber, sondern bleiben so à la Cronos von Venom im Shoutbereich. Die Drums preschen, peitschen und treiben den teils auch etwas doomig angehauchten Black Metal heftig und schleichend voran, untermalt mit den üblichen Double-Bass Drum-Attacken, wie auch Blasts, welche beinahe in den Grindcore rüber rutschen, dann wieder einfach straighter Thrash-/Speed-Metal, betont auf den Cymbals und Toms, mit einer harten, knallenden Snare. Mal einfach moshend, groovend, danach wiederum leicht wirbelnd und abstrakt. Der Gesamtsound gefällt durchwegs, denn dieser ist nicht irgendwie "Jetzt müssen wir so klingen, wie...", nein, der kommt locker-flockig aus den Händen geschüttelt, ehrlich gelebt und gezockt. Deshalb sind Songs wie «Forked Tongues», «The Wrath Of Typhon», «Iron Age Of Devastation», eigentlich alle anderen Tracks ja auch, und «Deify The Stormgod» absolute Trouvaillen und Sahnehäubchen des kongenial-inszenierten Black Metals. Freude herrscht bei und mit «Forked Tongues» von Craven Idol.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Fx0CwG5Ob-I

 

 

Donnerstag, 09 September 2021 08:01

Was Bands aus Russland angeht, so ist die Wahrnehmung derer in unseren Breitengraden äusserst bescheiden, obwohl bei Metal-Archives im Netz fast 5'000 Bands gelistet sind! Aria (klingen wie Iron Maiden) oder Gorky Park (spielten 1989 am "Moscow Peace Festival) kennt man vielleicht, aber was ist mit Blacksword?

Was den Album-Titel «Alive Again» angeht, so ist dieser voll Programm angesichts der Tatsache, dass das Debüt der Russen vor nicht weniger als elf Jahren das Licht der Welt erblickte! Damals frönte man eher thrashigen Klängen, die insgesamt jedoch nicht so weit von dem weg liegen, was man aktuell zu hören kriegt. Der damalige Shouter Sergey Konev wies bereits einen bemerkenswerten Range auf, der aktuell mit Mike Livas auf einem insgesamt deutlich höheren Lebel liegt. Was jedoch als klares Trademark erhalten blieb, ist, neben Gitarrist Artem Omelenchuk, Bassist Ivan Sukov alias Ivan Viking und sein markiges Spiel, das auf dem neuen Dreher dank der zeitgemässen Produktion wesentlich besser als früher zur Geltung kommt. Hört man sich diese Scheibe ohne irgendwelche Infos dazu an, würde man nie im Leben auf eine russische Band tippen. Die Mucke klingt klar nach US-mässigem Power Metal oder auch eine Prise Epic ist auszumachen. Das Cover-Artwork suggeriert stilistisch allerings mehr Viking oder Melodic Death als Power, aber sowas wie Amon Amarth erklingt nicht auf dem Silberling.

Bands wie Jag Panzer, Brocas Helm oder Helstar werden mitunter herum gereicht. Ich für meinen Teil und nicht zuletzt wegen dem so kernigen Basssound sowie den zahlreichen Tempiwechseln und üppigen Parts innerhalb der Songs, werde klar hin zu den Norwegern von Communic gelenkt. «Alive Again» ist ein unerwartet leckeres Metal-Teil geworden, das sich ohne heraus stechende Hits, sprich Earcatchters dennoch auf schwindelerregendem Niveau befindet und man sich in diesem Monat prima neben das neue Masterpiece von Brainstorm legen kann. Die Frage bei Blacksword wird aber sein, ob sich diese Topband zumindest an unseren zahlreichen Festivals einnisten kann. Falls nicht, wird das tolle Album leider nicht reichen, um nicht bald in der Flut der ungezählten Releases unter zu gehen. Das wäre jedoch ein Jammer, denn keiner der neun Songs fällt wesentlich ab, und mit jedem Abspielen bleibt auch von den Gitarren, respektive den kreativen Arrangements her, mehr hängen. Wer Fan der oben genannten Stilrichtungen und Bands ist, darf «Alive Again» keinesfalls links liegen lassen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eJLSU1DQ-1E

 

Mittwoch, 08 September 2021 07:58

Zu Beginn ihrer Karriere wurden die Schweden oft als "Mercyful Fate für Arme" bezeichnet, und obwohl sich vor allem der Gitarrensound nach wie vor in dessen Fahrwasser suhlt, haben Portrait diesen Schatten längst abgelegt und sich laufend weiter entwickelt. Aktuell wird jedoch eh ein anderes Duell ausgefochten!

Die Rede ist natürlich von Iron Maiden und ihrem neuen Epos «Senjutsu», das just am gleichen Tag wie «At One With None» veröffentlicht wurde. Unabhängig davon, dass auch diese Scheibe (von Maiden) stark polarisiert, können Portrait von dessen Verkaufszahlen nur träumen. Hört man sich beide Alben nacheinander an, ist offensichtlich, dass der Altherren-Club kompositorisch deutlich abgehängt wird. Alleine der Opener und Titeltrack zerlegt «Senjutsu» an gleicher Stelle stehend komplett in seine Einzelteile. Hier gefallen zudem die Vibes der Gitarren in Richtung Dan Swanö («Moontower») und..., Iron Maiden! Man stelle sich mal vor, Bruce Dickinson und Co. hätten diesen Brecher auf ihrer Scheibe drauf! Haben sie aber nicht, und auch «Curtains (The Dumb Supper), das sich so anhört, als hätte Steve Harris hier den Bass eingespielt, führt die eiserne Jungfrau gleich nochmals vor. Und hat man sich einmal alle acht Songs von Portrait richtig angehört, haucht der schwer angeschlagene Schwertkämpfer den letzten Lebensatem aus und streicht die Segel. Auch wenn die Nordmänner keinen "Hit" präsentieren können, strotzt der fünfte Longplayer nur so vor Musikalität und hätte somit weitaus mehr Aufmerksamkeit als "der grosse Bruder im Geiste" verdient. Leider sind die businesstechnischen Positionen aber einmal mehr abgesteckt. Wer sich allerdings Qualität als Kaufgrund auf die Fahne schreibt, sollte sich zwingend zuerst «At One With None» anhören und am Ende dann mindestens beide Tonträger ins Regal stellen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hCmak39UYLw

 

Mittwoch, 08 September 2021 07:52
Tags
v. 10 Punkten: 7.8

Jim Matheos hatte anscheinend viele musikalische Ideen an Halde, die nicht zu seiner Stammband Fates Warning passten, und so kam es wohl zu diesem zweiten Album von Tuesday The Sky.

Der entspannte Post Rock, meist instrumental gehalten, zieht den Zuhörer sofort in seinen ruhigen Bann. Meistens jedenfalls geht es musikalisch sehr gemächlich zu und her. So strahlen Nummern wie «Near Light» eine beruhigende Wirkung aus. Man liegt völlig entspannt auf dem Sofa und geniesst Songs wie «Cwmwl». Matheos spielt hier die meisten Instrumente selbst, und nur Drummer Gavin Harrison unterstützt ihn bei einigen Tracks. Bei «Hypneurotic» wirds dann etwas lebendiger, was bestimmt an den Drums liegt. Hier ist auch eine raue Solo-Gitarre zu hören. Ansonsten regieren die ruhigen bis sehr ruhigen Töne, man lausche dazu «Later Than Now» und «Near Dark». Auch «Half Forgotten», hier mischt Harrison abermals mit, veredelt Jim mit einem schönen Gitarrensolo und gefällt sehr gut. Mit «Everything Is Free» gibts noch einen Cover-Song von Gillian Welch und David Rawlings oben drauf. Von Tim Bowness wunderbar eingesungen, ein schöner Abschluss-Track, wie ich finde. Tolle Idee von Jim Matheos, hier eine musikalisch völlig andere Seite von sich zu zeigen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nCvoLfPc6sI

 

Mittwoch, 08 September 2021 07:40
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Dass früher nicht alles zwingend besser gewesen ist, beweisen Behemoth mit dem Re-Release des Debüt-Albums «Sventevith (Storming Near The Baltic)» aus dem Jahre 1995.

Geboten wird sehr roher Black Metal, der meilenweit von dem entfernt ist, wie man Behemoth heute mit ihrem Black/Death Metal Hybrid kennt. So poltern und rumpeln die neun Songs des Erstlings ziemlich ereignislos an einem vorüber, und man muss feststellen, dass dieser Re-Release nur etwas für beinharte Behemoth-Fans darstellt. Ob die Bonus-CD mit dem unveröffentlichten Song «Hell Dwells In Ice» und den raren Songs «Cursed Angel Of Doom» und «Bless Thee Of Granting Me Pain», die auch schon auf dem «Demonica»-Album zu finden waren, als Kaufanreiz genügt, kann jeder für sich selber entscheiden. Die sieben darauf folgenden Livesongs, die sehr grottig aufgenommen worden sind, stellen für mich definitiv keinen Grund zum Kauf von «Sventevith (Storming Near The Baltic)» dar. Mit all den hoffnungsvollen Black Metal Bands wie Irrlycht, Friisk und vielen weiteren mehr, die jeden Monat wahre Highlights veröffentlichen, kann es dieser Re-Release in keiner Form, heisst auch nur ansatzweise aufnehmen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uCdC6dg2EBY

 

Dienstag, 07 September 2021 07:21
Tags
v. 10 Punkten: 9.0

Wormwitch spielen Black Metal und stammen aus Kanada. Mit dem Album «Wolf Hex» sind die Canucks bereits schon zum dritten Mal am Start.

Das noisige Intro «Lunar Maniac» eröffnet dieses Album, und man weiss noch nicht wohin die Spuren führen werden. Noisig geht es auch mit «Canadian Denim Mountain Attack» weiter, und es bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Herber Black Metal, der direkt mit der ersten Welle an Land gespült worden ist, wird mit rasender Geschwindigkeit gekonnt gespielt. «The Wolves Of Ossory» atmet ebenfalls den Geist von früher, und es ist sehr beeindruckend wie mit einer Panzerfaust auf Mücken geschossen wird! In diesem Song steckt auch ganz viel traditioneller Heavy Metal drin. Eine epische Hymne ist «Hammer Of The Underworld» und markiert ein weiteres Ausrufezeichen. Ein ruhiges Zwischenspiel stellt «The Crimson Proof» dar. In die Vollen geht es mit «Abracadabra», und das Tempo wird hier geschickt variiert. Der Grundtenor lautet aber klar: Mit Vollgas voran! Wie ein Düsenjet beim Start, so fühlt sich «Leering Crystal Effigies» an, und trotz Hochgeschwindigkeit fehlt die geniale Melodie nicht! Die Breaks erlauben einem, immer mal wieder nach Luft zu schnappen, bevor der Höllenritt weiter geht. Mit «Grail» folgt hingegen eine Minute reines Gitarren-Gezupfe. Im Fadenkreuz von unglaublichen Melodien befindet sich «Teeth Of The Dawn», und so präsentieren sich Wormwitch von ihrer stärksten Seite! Dramatisch mit Trommelwirbeln und messerscharfen Riffs geht «Hit The Lights» unerbittlich zur Sache und macht mit Speed Metal zum Schluss nochmals mächtig Laune! Wormwitch liefern mit «Wolf Hex» ein kleines Meisterwerk ab, und so ist vom Anfang bis zum Schluss der Hörspass zu 100% garantiert!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/bH5FcXB1Z6Y

 

Dienstag, 07 September 2021 07:16

Ein sympathisches Savatage Tribute-Album mit eigenen Liedern und eigener Atmosphäre präsentiert uns hier die 2020 gegründete Band Legions Of The Night.

Dabei ist in jeder Note heraus zu hören, dass es sich hier um eine Herzensangelegenheit handelt. Wieso sollten denn sonst die vielbeschäftigten Musiker Jens Faber (Dawn Of Destiny, MalefistuM, ExoS) Dawn Of Destiny-Schlagzeuger Philipp Bock und Sänger Henning Basse (Metalium, Ex-Firewind) ein solches Werk aufnehmen? Auf «Sorrow Is The Cure» orientiert sich die Band an den alten Savatage und unterstreicht das mit dem Cover «Sirens» am Schluss. Dies bietet die Gelegenheit, die beiden Gruppen 1:1 zu vergleichen. Und tatsächlich machen Legions Of The Night ihre Sache sehr gut, auch wenn man den Klassiker für eine objektive Beurteilung einfach zu gut im Kopf hat und bei jeder anderen Note den Eindruck gewinnt, dass es anders sein müsste. Legions Of The Night sind aber nicht Savatage und Hennig Basse nicht Jon Oliva – und das ist gut so. Von den eigenen zehn Kompositionen überzeugen vor allem die ersten drei Lieder. Diese lassen einen mit einem hervorragendem Songwriting aufhorchen und vermitteln den Eindruck einer neuen Götterscheibe.

Leider nutzt sich dieser Glanz mit zunehmender Laufdauer ab. Dabei bleibt fraglich, wieso dass so ist, denn die Kompositionen werden objektiv betrachtet nicht schlechter. Liegt es an den doch immer ähnlichen Songaufbauten? Oder daran, dass neben dem klimpernden Klavier/Keyboard ein ständiger Keyboardteppich die durch Klavier, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang erzeugte Rohheit wieder zunichte macht? Hört man sich im Vergleich das Savatage Debüt-Album «Sirens» an, ist dieses einfach nur grandios holprig und unpoliert. Das war damals sicher auch dem Umstand geschuldet, dass dieses Sava-Frühwerk in nur einem Tag eingespielt wurde. Oder mit anderen Worten: Vielleicht wendeten Legions Of The Night hier einfach zu viel Zeit auf. Dazu kommt, dass man mit zunehmender Laufdauer merkt, wie Henning Basse in den hohen Tönen arg an seine Grenzen stösst. Das soll die Leistung des Sängers aber nicht klein reden, denn im Grossen  und Ganzen liefert er wieder eine grandiose Leistung ab, wie es auch die anderen beiden Musiker tun. Wer ein liebevolles Album in der musikalischen Nähe von Savatage sein Eigen nennen möchte, kann hier nicht viel falsch machen. Trotz der Kritik bin ich überzeugt, dass in einem Zufallsgenerator, wo man sich Lieder verschiedener Bands anhören kann, wohl keiner dieser zehn Songs total abkacken wird.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QisYA5EXt4A

 

Dienstag, 07 September 2021 07:10

Nun, ist Alchemy Of Flesh eine One-Man-Band? Yep, und zwar im Jahre 2019 in Athens, Georgia, U.S.A., von Tim Rowland ins Leben gegrowlt.

Er hält sich strikte an die floridianische Death Metal Kunst, sprich äh schreib, er ist ein grosser Fan von Hate Eternal, Nile und Morbid Angel, wobei Letztere sich tief in seine musikalischen Gene eingegraben haben. Das Einzige, was ein echter Florida-Deather noch vermissen würde, wären diese herrlichen Florida-Soliattacken, welche auf «Ageless Abominations» etwas schmerzlich vermisst werden, sprich den dargebrachten neun Songs, denn die Grundlagen hierfür sind hervorragend gesongwrited und abgemischt, von Mr. Rowland himself. Doch auch der Start von Alchemy Of Flesh war wohl etwas happig und holperig, denn etwa um 2017 startete Tim mit Chopping Mall, von 2018 bis 2019 dann als Sculpted Horror und eben von dazumals bis heute als Alchemy Of Flesh. Nun, «Ageless Abominations» ziert nun als Debüt-Longplayer, nach zwei Singles vorab namens «Slipgates To Annihilation» und «Fiamma Nera Rites». Die ganze Chose ist von Tim Rowland geschrieben, eingespielt, aufgenommen und abgemischt worden, in den Twin Victim Recordings und das Mastering wurde von JB Van Der Wal ausgeführt. Das geniale Cover-Artwork stammt aus der Feder von Mike Browning, das Logo von Lord Tetrarch und das Layout von Nestor Carrera. Und nun noch was für die Aktiven unter uns, es wurde Ibanez 7-String- und Jackson-Gitarren, Spector-Bässe, Alesis E-Drums, GetGood Drums, Marshall-Amps, Mooer-Effects and Modelings, Shure Mics, d'Addario-Strings und Dunlop-Pickups verwendet. Und nein, ganz klar, das ist keine Schleichwerbung, denn es soll aufzeigen, wie und mit was satter, schwerer, brutaler Death Metal kreiert werden kann.

So, fertig technisch gehustet. Textlich ist Mr. Rowland von H.P. Lovecraft, Tomb Raider II, Quake I, Orrowind, Hellraiser, Star Wars EU (Legends) und Silent Hill beeinflusst worden. Kommen wir nun zum Gezockten. Der intonierte und dargebotene Death Metal geht straight in die Fritten und deformiert diese so dermassen, dass mit gespaltener Zunge gepogt und gepittet wird. Die Gitarre ist schwer, manchmal leicht doomig so à la Immolation, Jungle Rot und Konsorten, denn da wird ein Riff ans andere angegliedert, ein wenig oldschooliger US-Death, ja, tatsächlich. Soloausflüge sind leider Mangelware, jedoch machen die interessanten Rhythmuswechsel diese nicht ganz wett, aber beinahe. Geriffelt wird auch fleissig, geraffelt mit Melodylines, doch meist ist einfach faustgerechter Death Metal der Usus auf «Ageless Abominations». Der Tieftöner hortet sich in den Grotten der Hölle, ab und an als zweite Line zur Gitarre, doch meist rhythmusgetreu und eine teppichlegende Rhythmuswollmilchsau. Die Drums sind, da E-Drums, sehr klar, straight, messerscharf, viel mit Blasts und Grindcore-Attacken, dann wieder eine hyperschnelle Double-Bass. Mit den Cymbals wird ordentlich gewirbelt, die Toms kommen als variantenreiche Breaks zur Geltung, die Snare ist wiederum straight und gnadenlos unaufhaltbar. Die Vocals gehen teilweise so à la Chuck Schuldiner-Manier in die ewigen Jagdgründe rein, dann wieder mal tief growlend, bösartig, brutal und aggressiv. Anspieltipps wären da wohl «Painn Primoridal», «Fiamma Nera Rites», «Lava Storm» und «Lobsel Vith». Ein interessantes Debüt-Album von Tim Rowland, mit viel Schmackes und weiterem Potenzial.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4aTit6m0Hhc

 

Montag, 06 September 2021 08:30

So, und jetzt geneigte Leserschaft, jetzt folgt ein, wenn nicht das Album des Jahres 2021, nämlich «Graveside Confessions» von Carnifex, und dies mit fünzehn Tracks voller herrlicher, technischer, karnivorer, progressiver sowie musikalischer Perversereien.

Seit 2005 sind die vier Herren namens Scott Ian Lewis (Vocals), Shawn Cameron (Drums), Cory Arford (Guitar) und Fred Calderon (Bass Guitar) unterwegs, jedoch mit kurzen Unterbrechungen, und zwar zwischen 2012 und 2013, um da dann die nötigen Kräfte zu sammeln und eben nowadadys das Elite-Ablbum «Graveside Confession» zu releasen, yessss! Nach acht Studioalben, drei EPs', einem Demo, acht Singles und einem Splitalbum in deren Schaffensphase, Chapeau! Und ja, eins vorweg, alle fünfzehn Songs sind erwähnenswert, kein Track der nicht zu nennen ist, da passt ein Zahnrädchen ins andere hinein, sehr gut geölt. Da wird Death mit Black, Gore mit Blast und etwas Thrash kredenzt, Carnifex haben es perfektioniert. Da werden heftigste Deathattacken auf hymnenhafte wie melodiöse Parts rauf geprallt, und diese fliessen wie flechten sich durch eben das intelligente Songwriting perfekt ineinander. So sind die Übergänge zwischen den Metalsparten grenzenlos fliessend. Aufgenommen wurde im hausinternen, carnifexischen Studio durch Shawn Cameron. Ausgeholfen beim Mixing und Mastering hat dann Mick Kenney. Die druckvolle, klare und messerscharfe Produktion kann sich hören lassen, da hat Carnifex niemand rein geredet. Das Cover-Artwork stammt vom englischen Artisten Godmachine, eine zeitlose Interpretation der musikalischen wie lyrischen Thematik auf «Graveside Confessions».

Die Drums prallen wie Starkregen auf dich, die Blasts, Grindcores prallen fliessend auf die groovenden, thrashenden Drumpatterns, wie auch auf die heftigen Double-Bass-Attacken und den speedigen Black Metal Stürmen. Gepaart mit weiteren, verschiedenen Einflüssen wie Crossover, Hardcore, Deathcore, Mathcore, Power Metal reissen dich diese Schlagwerkströmungen ungebremst mit, inklusive den wirblig-stürmischen Cymbals- wie Tomseinsätzen. Die satte, scharfe Snare treibt alles nur nach vorne, moshend, groovend. Der Bass glänzt mit satter Rhythmusarbeit auf, doch die genialen, solodesken Einzelläufe lassen die Songs hochleben. Die Gitarre rifft sich death-thrashig-blackig durch die 24 Bünde - anders geht's einfach nicht - gnadenlos durch, gepaart mit akustischen Momenten, ruhigen, innehaltenden Momente, um dann den Weg noch brutaler, sprich erneut zu beschreiten. Die Soli sind rasend schnell, doch auch wieder melodiös, seien es geshredderte Soli, melodiöse Tappings und Arpeggi, auf jeden Fall ist alles dabei. Der Gesang ist röchelnd topmässig, kenne praktisch keinen Shouter wie Scott Ian Lewis, der - oder auch die - alles so singen, growlen, screamen, shouten, schreien können, punktgenau, verständlich und es auch sehr theatralisch-lebendig rüber bringen. Ja, Carnifex sind eine Kraft im Technical Death Metal, ohne Wenn und Aber. Vergleiche zu The Black Dahlia Murder, Whitechapel, All Shall Perish, Thy Art Is Murder, Job For A Cowboy, Ingested, Annotations Of An Autopsy, Cradle Of Filth und weiteren Artgenossen brauchen sie nicht zu scheuen, im Gegenteil, hehehe. Für mich eines der Alben im Jahre 2021. Rein pfeifen, Leute, rein ziehen und eintauchen, das ist die absolute Devise!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/itxd3KGKwHc

 

Montag, 06 September 2021 08:25

Vier Alben in vier Jahren und letztlich sechs in neun Jahren haben schon viele andere Bands abgeliefert, doch im konkreten Fall von The Night Flight Orchestra hat das zu einem vergleichsweise kometenhaften Aufstieg in den Classic Rock Olymp geführt, und das mit lupenreinem 80er-Rocksound der Extraklasse!

Mittlerweile dürfte hinlänglich bekannt sein, dass Frontmann Björn Strid mit seiner eigentlichen Stammcombo Soilwork auch ganz anders kann, sprich brettharten Melodic Death und Groove Metal am Start hat. Seit dem dritten TNFO-Album «Amber Galactic» (2017), das jetzt schon als Klassiker in der "Hall Of Fame" bezeichnet werden kann, kam jedoch eine Facette dazu, die inzwischen zu einem Selbstläufer geworden ist. Dies zuletzt auch dank des Record-Deals mit Nuclear Blast. Wie aber hinlänglich bekannt ist, will dieser Rennstall keine lahmen Gäule in der Box stehen haben. Während der Nachfolger «Sometimes The World Ain't Enough» (2018) die kompositorische Kurve gerade noch kriegte, "lahmte" das Pferdle bei «Aeromantic» etwas aufgrund der immens gestiegenen Erwartungen. Unter dem Strich blieb jedoch genug Marge übrig, und das hammergeile Streaming-Konzert vom Frühling 2020 in Helsingborg (S) zeigte unmissverständlich auf, wie gut das achtköpfige "Orchester" mittlerweile auch auf der Bühne harmoniert. Dieser Schwung und die tourfreie Zeit bekamen der brandneuen Scheibe «Aeromantic II» offensichtlich gut. Der Titel wurde bewusst gewählt, damit der "unbetourte Vorgänger" quasi nicht völlig untergeht. Die deutlichen Reminiszenzen in Richtung «Amber Galactic» lassen den Stern von TNFO wieder so erstrahlen, wie er es eigentlich immer tun sollte. Fans der Schweden können hier blind, ja müssen zugreifen, und wer den Rocksound der 80er liebt und diese geile Truppe noch nicht kennen sollte, kann hiermit Versäumtes nachholen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sHZZyDGKfZU

Montag, 06 September 2021 08:17

Auri ist das Nebenprojekt von Mastermind Tuomas Holopainen (Nightwish), zusammen mit seiner Frau Johanna Kurkela und dem instrumentalen Multitalent Troy Donockley (Nighwish).

Hierbei lassen sie ihrer ruhigen, atmosphärischen, feinen Ader freien Lauf. Obwohl das Projekt bereits 2011 gegründet wurde, wurde ihr gleichnamiges Debüt-Album «Auri» erst 2018 veröffentlicht. «II – Those We Don't Speak Of» ist nun ihr zweites Studioalbum, in welchem die Perkussion durch Kai Hahto (Nightwish) vervollständigt wurde. "This is the sort of music that taps directly into emotions". Besser als es auf dem Info-Sheet geschrieben stand, könnte es nicht formuliert werden. Auri treffen mit ihren sinnlichen, melancholischen und schlechthin wunderschönen Kompositionen mitten ins Herz, sodass meine Worte in keiner Weise das beschreiben können, was das Trio erschaffen hat. Sie kreieren eine musikalisch geniale und bis ins Detail durchdachte Musik wie in einer eigene Welt. Troy Donockley bringt mit seinen unzähligen, eher raren Instrumenten eine riesige Bandbreite mit sich, mit der Auri in ihren Liedern spielen. Klavier, Geige, Akustikgitarre, Pipes und vieles mehr werden miteinander kombiniert oder abwechselnd ins Zentrum gestellt, sodass eine unberechenbare Klangwolke entsteht. Johannas lieblicher Gesang fesselt und blüht in Kombination mit der atmosphärischen Musik auf. Sie wird regelmässig von Chören ergänzt, welche teils stark im Hintergrund sind, teils in den Vordergrund gerückt werden. Zudem sind Troy und Tuomas oft in den Backing-Vocals oder als Zweitstimme zu hören. Somit entsteht eine oft mehrstimmige Einheit, die je nach Stimmung der Musik eine andere Wirkung erzielt.

Es werden Eindrücke aus unterschiedlichen Musikbereichen – von der (keltischen) Folksmusik, bis hin zur epischen Filmmusik – eingebaut, sodass eine genaue Genrebezeichnung praktisch unmöglich wird. Jeder einzelne Song ist in seinem eigenen Charakter einzigartig und strahlt für sich. Zusammen ergeben die zehn Tracks eine Reise durch wundervolle Gesangsmelodien, herzerwärmende Instrumentals und unerwartete Twists. Die Musik lässt Bilder von schönen Landschaften aufblitzen und kreiert für die Hörerschaft einen Wohlfühlort, der bei jedem wie jeder anders aussieht und sich anders anfühlt. Kurz – sie erschafft für jeden und jede eine eigene, persönliche Traumwelt. «The Duty Of Dust» verblüfft mit seinem schnellen, aufmüpfig werdenden Instrumentalteil, der Refrain von «It Takes Me Places» erwärmt die Brust, und bei der wunderschönen Ballade «Kiss The Mountain» kamen mir, ich bin ehrlich, letzten Endes die Tränen. «The Long Walk» könnte mit seiner bodenständigen Perkussion und den düsteren Melodien zu Beginn ein Soundtrack für Vikings sein, und «Scattered To The Four Winds» erinnert stark an den zweiten, rein instrumentalen Teil des neuen Nightwish-Albums «Human :II: Nature». Wer Nightwish gut kennt, hört bei Auri das Herz und die Seele Tuomas Holopainens sofort heraus. Dieser Typ überrascht mich doch immer wieder aufs Neue. «II – Those We Don't Speak Of» ist zusammengefasst ein unbeschreibliches, in sich perfekt abgeschlossenes und durchdachtes Werk, das, zumindest meines Erachtens, unbedingt angehört werden sollte, ja muss!
Sina

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dl8fLG95-KA

 

 

Samstag, 04 September 2021 07:55

Im Jahre 2007 sahen Hooded Menace das Licht der Welt, genauer gesagt des deathigen und doomigen Metals in Joensu, Pojhois-Karjala und später dann in Helsinki, Uusimaa. Yep, Finnland ist das Domizil und Ziel von «The Tritonus Bell».

Acht satte Tracks haben sich auf das sechste full-length Studioalbum der vier Finnen, namentlich Harri Kuokkanen (Vocals), Lasse Pyykkö (Lead and Rhythm Guitar, Bass), Teemu Hannonen (Rhythm Guitar) und Pekka Koskelo (Drums). Aufgenommen wurde «The Tritonus Bell» in den Horrisound Studios, dem SF Sound Studio, der Underground Crypt und den Sonic Train Studios. Producer und Sound Engineer waren die Band itself sowie Andy LaRocque, und die Drum-Sessions wurden von Kimmo Perkkiö engineered. Das Mixing wie auch Mastering Studio war das Sonic Train Studios von Andy LaRoque, welcher sogleich auch himself hinter den Hebeln gesessen ist. Heraus gekommen ist ein sattes, deathiges, doomiges, power-metallisches Album, welches herrlich satt produziert des Weges schreitet. Das Cover-Artwork wurde von Wes Benscoter kreiert, yep, mit Garantie zur Ruhmeshalle. Soundtechnisch erinnert es in deathiger Manier an King Diamond, Mercyful Fate, Solitude Aeturnus, Candlemass, doch auch etwas Scorched, Benediction, Katatonia und weitere Soundkollegen sind heraus zu hören. Die beiden Gitarren schleppen und powermetallern durch die Riffs, gepaart mit etwas schnelleren, deathigen Parts, eine sehr wohldurchdachte und interessante Mischung, die sehr wohl passt, ohne Zweifel.

Durch die sehr melodiösen Lines und wohl temperierten Soli-Attacken wird das Songwriting zu einem wahren Genuss, und die Abwechslung hält Einzug in den Songs. Der Tieftöner wummert klar und teils solodesk im Songkonstrukt auf, ein Brückenschlager zu den wirbelnden Drums. Yep, die haben einen satten Double-Bass-Sound, majestätisch, thronend, herrlich. Die Snare ist eine mit Nägeln gespickte Peitsche nach vorne, die jede/n Sklaven/in beim Niederprasseln der Power headbangen lässt. Alle weiteren Utensilien wie Cymbals, Toms und die treibende Gestik des Drummers sind Zugabe zum wahrlich majestätischen Drumming. Die Vocals sind tief, mal guttural, mal screamend, mal shoutend und die akrobatischen Stimmbänder sehr variantenreich eingesetzt. Da klingen Songs wie «Blood Ornaments», «Corpus Asunder», «Chime Diabolicus» und «Instruments Of Somber Finality» als wahre göttergleiche Majestätsmusik. Ja, und wer bislang Hooded Menace nicht kannte, der kriegt nun mit «The Tritonus Bell» die beste Gelegenheit hierzu und wird jeder/m die Türchen und Fensterchen öffnen, um sich über den Tellerrand den deathigen, doomigen, power-metallischen Sound der Finnen rein pfeifen zu lassen. Oh ja, gefällt, gefällt sehr und will haben und will noch mehr haben.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jiuTCf9w-_E

 

Samstag, 04 September 2021 07:49

Sun Of The Suns wollen es wissen und legen mit ihrem Debüt «TiiT» gleich eine Genre-Mix-Platte vor, die sich gewaschen hat.

Der Haufen aus Mitgliedern von Underground-Bands wie «Carnality» oder «Nightland» sowie Francesco Paoli von «Fleshgod Apocalypse» an den Drums bezeichnen sich selbst als Innovatoren der Extreme Metal Szene. Eines wird schnell klar. Wer direkt mit dem Debüt einen Deal bei «Scarlet Records» abgreift, beherrscht seine Instrumente auf jeden Fall. Musikalisch ist die Marschrichtung mit Extreme Metal wohl auch am besten beschrieben, denn einerseits regiert technisches Todesblei, andererseits könnten manche Riffs auch wieder aus dem Metalcore stammen, sodass für Puristen nicht viel zu holen ist. So ein musikalisches Potpourri haben Divinity vor einigen Jahren schon raus gehauen - leider hört man heute nichts mehr von ihnen. Aber halt! Andere Zeit, anderer Ort. Konzeptionell dreht sich das Album um die namensgebenden «Tiit», ein künstlich erschaffenes Volk, denen von Beginn weg wenig Gutes beschert ist. Ohne Booklet und den Text zum Nachlesen ist die Story schwer nachvollziehbar, denn die Screams von Luca Dave Scarlatti zerreissen die Lyrics regelrecht in der Luft. Extreme Spielarten werden von "Metal-Nerds" oft als Krach betitelt, was natürlich reiner Quatsch ist. Sun Of The Suns legen einfach mit solch einer Brutalität los, dass man von Beginn an geplättet ist. Das Trio versprüht jetzt während zehn Songs nicht die Innovation die angekündigt wurde, legt aber mit ihrem Debüt «TiiT» eine Scheibe vor, die wunderbar abliefert und rein knallt, wenn man auf den angesprochenen Genre-Mix steht.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VI0Z8oOQvFI

 

Samstag, 04 September 2021 07:41

Mir gefallen die Jungs von Tri State Corner, die mit ihrem griechisch angehauchten Metal-Rock der Szene frisches Leben einhauchen.

Während der aktuelle Rage-Trommler Vassilios «Lucky» Maniatopoulos sich hier als verdammt guter Sänger entpuppt, spielt der ehemalige Rage- und heutige Refuge-Schlagzeuger Chris Efthimiadis nach wie vor einen grundsoliden Beat bei Tri State Corner. Ja, man muss offen sein für diesen Sound, den man sich am Strand einer griechischen Insel als folkloristische Untermalung anhören kann, sofern man auch auf härtere Klänge steht. «Run Away» zeigt diese Wehmut, diese Verbundenheit zur eigenen Heimat, aber auch klassischen Hard Rock. «Pride Before A Fall» ist ein flotter Rocker, der wie alle Lieder von der Bouzouki lebt und dadurch eine Tiefe erhält, wie man sie heute nur noch selten hört. Im krassen Vergleich dazu erklingt die wunderschöne und unter die Haut gehende Ballade «Green Eyed Monster». Weitere Hits sind «Morbid Fascination», das tanzbare «Deadly Sin», «Wall Of Lies» und das sehr traditionell ausgefallene «Schemer». «Stereotype» ist definitiv kein Album, das man so nebenbei konsumieren sollte. Nehmt Euch deshalb Zeit, sitzt auf das Sofa, lasst Euch von den Klängen bei einem oder besser gleich drei Gläsern Ouzo in die Welt von Tri State Corner entführen und geniesst die tollen Klangwelten dieser faszinierenden Truppe. Wenn Ihr die Augen wieder öffnet, werdet Ihr den griechischen Sand mit einem breiten und zufriedenen Grinsen von den Kleidern weg wischen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AmLwjL8ihgc

 

Freitag, 03 September 2021 08:03
Tags
v. 10 Punkten: 8.9

Die japanische Sängerin Saeko meldet sich nach über fünfzehn Jahren Stille mit einem sehr spannenden, progressiven Meisterwerk zurück.

Dieses knackt die 9er-Note nur nicht, weil mich einzelne hohe Frequenzen in ihrer Stimme stören. Ansonsten behauptet die Plattenfirma für einmal nicht zu viel, wenn sie marktschreierisch verkündet, dass diese Musik einzigartig ist. «Holy Are We Alone» ist im ursprünglichen und im europäischen Sinne progressiv. Das heisst, dass ihre Musik wirklich innovativ klingt und gleichzeitig über die bei uns uns für den Prog Metal derart wichtigen Taktwechsel verfügt. «Holy Are We Alone» nimmt uns mit auf eine Weltreise nach Japan, Syrien, Grossbritannien, Russland, Deutschland, Indien, Hawaii und Brasilien. Auf der Basis von klassischem Power und Heavy Metal flechtet Saeko in jedes der acht Lieder typische Melodien des jeweiligen Landes ein. Oft bilden diese gar die Basis für das ganze Lied. Teilweise werden die Texte in der jeweiligen Landessprache vorgetragen, bevor die Sängerin wieder auf Englisch als grosse wie alles zusammenfassende Klammer wechselt. Dazu kommen vereinzelt gesprochene Textpassagen, die verdeutlichen, dass es sich bei diesem Album wohl um eine wichtige Herzensangelegenheit handelt. Das Beste aber ist, dass sowohl Saeko wie auch die Band in allen Liedern überzeugen, egal wie verschieden sie sind.

Dabei kann die Japanerin auf die Hilfe von Schlagzeuger Michael Ehré (Gamma Ray, The Unity, Ex-Metalium) zählen, der sie bereits in den 2000er-Jahren unterstützt hatte, als sie die beiden Alben «Above Heavy, Belowe Have» (2004) und «Life» (2006) veröffentlichte. Danach wurde es ruhig um die Japanerin. Auch eine kurze Internet Recherche und das vollmundige Promoschreiben geben auf das "was dazwischen?" keine Auskunft. Für den Hörgenuss des aktuellen Werkes ist die Vergangenheit der Sängerin aber auch nicht relevant. Vielmehr interessiert, dass mit Bassist Alessandro Sala (Rhapsody Of Fire) und Gitarrist Guido Benedetti (Trick Or Treat) zwei weitere grossartige Musiker zur Grundbasis dieses Album beitragen. Dazu kommen mit Derek Sherinian (Ex-Dream Theater, Sons Of Apollo, Planet X) und dem mittlerweile verstorbenen Lars Ratz (Metalium) zwei weitere verdiente Gastmusiker. Sie alle trugen dazu bei, dass «Holy Are We Alone» tatsächlich ein eindrückliches und eigenwilliges Gewächs geworden ist. Wer sich auf ein neues Hörerlebnis einlassen will, ist hier an der richtigen Adresse, zumal die Melodien bei aller Progressivität nie ausser acht gelassen werden. Würden da nicht einzelne sehr zähe und hohe Klänge der Sängerin sein, wäre es für mich ein Allzeit Bestwerk. Dieses kleine Manko soll aber niemanden davon abhalten, dieses innovative Album zu kaufen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/d-MAg-5Mbag

 

Freitag, 03 September 2021 07:53
Tags
v. 10 Punkten: 8.8

Hätte Ozzy in seiner langen Solokarriere jemals eine Begleitmannschaft um sich geschart, die den härteren Geschichten von Ghost zugetan ist und diese zusätzlich mit jenem progressiven Twist versieht, der so typisch ist für hochwertige US-Metal Ware, dann würde das Ganze klingen wie dieses Quartett aus Ohio.

Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis die Band nach Erscheinen des Debüts «The Witching Hour», das sie damals nur dank einer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne unter den Fans aufnehmen und veröffentlichen konnte, endlich den würdigen Nachfolger nachschiebt. Und ich muss feststellen, die vier Musiker haben diese Zeit gut genutzt. Die Songs klingen trotz all ihrer Vielschichtigkeit und technischen Raffinesse nicht verkopft und überproduziert, sondern strahlen immer noch jene energiegeladene Frische aus, welche schon immer viele Newcomer Bands von den etablierten Acts abgehoben hat. Und lasst Euch bloss nicht vom sehr geschmackvollen Cover in die Irre leiten. Obwohl musikalisch wie auch thematisch Elemente aus dem Doom Metal vorhanden sind, lässt sich diese Truppe auf keinen Fall darauf reduzieren, denn dafür ist der Grossteil der Songs einfach zu schnell. Wer also eher auf vertonte Schwermut steht, ist hier vermutlich nicht bei der richtigen Adresse, gleiches gilt für musikalische Garstigkeit, denn vergleichbar mit den bereits erwähnten Ghost oder auch Year Of The Goat, setzen diese Jungs auf griffige Harmonien und Melodien, um ihre unheimlichen Botschaften zu übermitteln. Fans der letztgenannten Bands können hingegen praktisch blind zugreifen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/y8JIdioUWv8

 

Freitag, 03 September 2021 07:47
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Die zweite Cover-Scheibe von Axel Rudi Pell ist da und bereitet, wie die erste, viel Spass. Dies, einmal mehr, dank Sänger Johnny Gioeli, der mit seiner Wahnsinns-Stimme Scheisse nach wie vor in Gold verwandelt.

Dabei greift der deutsche Gitarren-Held auf bekannte Rock-Grössen wie Sammy Hagar («There's Only One Way To Rock»), Rainbow («Lady Of The Lake»), Rolling Stones (mit dem schon zu Tode gespielten «Paint It Black») oder ABBA («Eagle») zurück, um sich aber auch rockuntypischen Songs zu widmen. Wie Paul Anka («She's A Lady») oder Chris Norman («Sarah»). Logisch ist alles perfekt gespielt und Mister Pell soliert wie ein Weltmeister. Logisch ist alles mit viel traditionellem Hardrock versehen und logisch muss man sich diese Scheibe zulegen. Logisch wird es gefühlvoll mit Tony Carey («Room With A View») und logisch fetzt es mit viel Hammond Orgel Einsatz bei Screaming Jay Hawkins («I Put A Spell On You»). Klar darf man sich auch eine Uriah Heep Nummer wünschen, und wer weiss schon, was uns ARP beim nächsten Cover-Werk bieten werden. Tolles Album einer coolen Truppe, aber auch das war logisch!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_Z7pqQJKFMk

 

Donnerstag, 02 September 2021 08:21

1984 schien niemand Iron Maiden vom Metal-Thron stossen zu können. Klar auf dem gleichen sassen Judas Priest, aber ansonsten hatten die Eisernen Jungfrauen mit «Powerslave» einen Klassiker veröffentlicht, der nicht mehr zu toppen schien. Was leider auch so eintraf.

Mit «Somewhere In Time» wurde noch ein würdiger Nachfolger abgeliefert, aber danach setzte sich die Truppe um Bandleader Steve Harris (Bass) immer mehr ins Abseits. Ich weiss, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe, wenn ich die gefüllten Hallen bei Maiden-Gigs sehe. Auch die Wiedervereinigung mit Sänger Bruce Dickinson brachte nicht den Effort, den ich mir von den Jungs erhoffte. Nun steht der 16. Longplayer in den Startlöchern, und der eher ruhige Eröffnungstrack «Senjutsu» klingt sicherlich typisch nach Maiden, aber endlich auch wieder vermehrt nach den älteren Tracks. Mit Eddie als Samurai haben die Engländer ihrem Maskottchen endlich eine Verkleidung verpasst, die nach der Mumie wieder vielversprechend auf dem Cover erstrahlt. «Stratego» ist ein Song, wie man sie auch bei «No Prayer For The Dying» hätte finden können, passt aber trotzdem bestens in die aktuellen Momente des Sextetts. Der treibende Bass und das nach wie vor sensationelle Drumming geben den Takt vor, auf dem sich das Dreier-Gitarrengespann (Jannick Gers, Adrian Smith, Dave Murray) austoben kann. In meinen Augen, weil auch untypisch, ist der akustische Start von «The Writing On The Wall», einer sehr geilen Nummer. Erstaunlich ist die Spielzeit, bei der drei Lieder die zehn Minuten knacken, eines davon knapp darunter bleibt und drei weitere Stücke über der 7-Minuten Grenze viel Aufsehen erzeugen. Hat sich denn bei den Herren etwas verändert? Grundsätzlich nicht, das liegt aber auch an der einzigartigen Stimme vom Bruce Dickinson.

Ansonsten ist die Combo in meinen Ohren wieder ein paar Schritte zurück gegangen in jede Zeit, in der sie sich ihren Thron erkämpft hat. Dies alles mit dem aktuellen Soundgewand, das man von den letzten Studio-Scheiben kennt. «Lost In A Lost World» darf sich hören lassen, mit einem verträumten Start, der dann in einen «Mother Russia»-artigen Part übergeht. Schneller wird es mit «Days Of Future Past». Dabei ist man rein von der Geschwindigkeit her gesehen aber weit davon entfernt, wieder ein «Aces High» komponiert zu haben. Fazit: Auch wenn Maiden wieder mehr in die Musik eingetaucht sind, die ich mir von ihnen wünsche, sind sie noch immer meilenweit davon entfernt, ein neues «Flight Of Icarus», «Two Minutes To Midnight», «Children Of The Damned» oder «Wasted Years» zu schreiben. Vieles klingt, wie auf den vier Vorgängerscheiben, ähnlich, ohne dabei einen gewissen Standard zu unterschreiten (und der ist sehr hoch!). Maiden-Fans werden das Album lieben und die Refrains in den Stadien mitbrüllen. Die Akustik-Gitarre kommt vermehrt zum Einsatz, aber im Vergleich zum letzten Judas Priest-Album zieht «Senjutsu» klar den Kürzeren. Nochmals, es ist ein Jammern auf sehr hohen Level, denn wer Tracks wie «Hell On Earth» schreibt, gehört zweifelsohne zu den besten Truppen. Aber! Iron Maiden haben eine Vergangenheit, die meine Jugend mitgeprägt hat und mit dieser Konstellation von damals, sprich mit dieser Aggressivität, sollte man die Combo nicht mehr vergleichen, beziehungsweise eine solche Erwartung mit sich tragen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FhBnW7bZHEE

 

Donnerstag, 02 September 2021 08:15
Tags
v. 10 Punkten: 8.8

Holla die schwedisch-deathige Zombiewaldfee, da rumpelt was ganz skandinavisch Schweres durch die dunklen Wälder umher, was sich umgehend den Hang zu Entombed, Unleashed, Dismember, Lik, Grave und Konsorten hellhörig streifen lässt.

Well, Daemonicus sind PO Wester (Vocals & Guitar), Jörgen Persson (Guitar), Martin Pudas (Bass) und David Ekvärn (Drums), gefrönt wird dem oldschooligen wie einmaligen Schweden-Death in Reinkultur. Scheisse, so goil, das ist sowas von oldschoolig goil, hell yeah, Sverige, Daemonicus, «Eschaton». Neun Songs auf dem dritten Longplayer namens «Eschaton», von der seit 2006 ihr Unwesen tätigenden und gegründeten Daemonicus, stammend aus Umeå, Västerbotten, Sverige. Ja, da wird weniger geblasted, dafür viel Double-Bass, straigth to hell, monotones Drumming, immer vorwärts und näher ins Vaterland, ins Mutterland des Schweden-Death's. Es wird gespeeded, gethrashed, gedeathed, leicht geblacked, immer vorwärts, nimmer rückwärts, hell yeah. Der Tieftöner wummert warm und wohlig als Bindeglied zwischen den straighten Drums und den eben bekannten sehr verzerrten Gitarren.

Die beiden Klampfisten lassen demzufolge auch nichts anbrennen und aus, heisst bedienen sich rotzfrech wie genial dem schwedischen Urdeath und hauen dem einfach mal neues Todesleben ein. Da wird gerifft, gelined, melodisiert, auch mal was doomig und im Hyperthrashdeath gehalten, stets jedoch bekannt melodiös und mit schnellen wie auch langsamen, mal herrlichen, dann wieder shrapnelmässig rein prallenden Soli geschmückt. Aufgenommen wurde das dritte Werk nun in den Enhanced Audio Productions von Ronnie Björnström, inklusive dem Mischen und Mastern. das Cover-Artwork strotzt nur so von Begeisterung und lässt die alten Zeiten in der Neuzeit mit einem fiesen und endlosen Grinsen aufleben. Von Fans für Fans ist der Schreiberling beinahe schon vor Ekstase am Schreiben, Schreien und Glucksen. So werden Songs wie «The Double Edge Sword», «Reform Or Die», «The Grand Inquisitor», «You Know My Name» und «Termination» einfach zu Gassenhauern wie unvergesslichen Kopfsteinpflasternackenbrechern, hell yeah.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1BSjoxiqez4

 

 

Donnerstag, 02 September 2021 08:09
Tags
v. 10 Punkten: 7.0

Das Debüt-Album der Alternative Band aus Leeds spendiert uns altbekannte Vibes der (nicht-ganz-so-) wandelbaren Szene und einen gekonnten Throwback in die Teenagerzeit, als es halbwegs so rockende Bands noch ins Mainstream Radio schafften.

Ob das aber musikalisch das Allerhochstehendste ist? Nun ja. Pluspunkte gibts jedenfalls für die hörbare Motivation und Leidenschaft hinter der Musk. Es wurde definitiv hart am Debüt gearbeitet, und das Endergebnis, unter solider Aufsicht produziert, lässt sich durchaus hören. Für meinen Geschmack fast zu leicht, um noch im Metalcore angesiedelt zu sein, doch sehr angenehm, beinahe entspannend. Kann man sich gerne mal geben. Teilweise auch etwas poppig orientiert bringen die Engländer einen absolut brauchbaren Longplayer, der eine durchaus vielversprechende Karriere im Business andeuten könnte. Potenzial ist absolut da, ich hätte mir persönlich zwar noch etwas mehr Härte und Selbstbewusstsein gewünscht, aber ich finde auch nicht wirklich einen Grund, um grossartig über diesen Erstling zu meckern. Inspiration hinter dem Sound, wie er ist, absolut hör- und nachvollziehbar. Passt so. Womöglich liegt auch ein Herausstechen aus der Masse drin.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Xk7L6UyM--I

Mittwoch, 01 September 2021 08:39

Aus Katalonien, genauer gesagt aus Barcelona, stammen die weissen Steine und delivern uns mit «Dancing Into Oblivion» ihren Zweitling, nach dem Erstling «Kuarahy» aus dem Jahre 2020.

Ach ja, die Bandgründung erfolgte ein Jahr zuvor, im Jahre 2019. Acht Tracks haben sich auf «Dancing Into Oblivion» eingefunden, von den fleissigen Spaniern. White Stones sind Martin Méndez (Bass & Guitars), Joao Sasseti (Guitarsolos), Eloi Boucherie (Vocals) und Joan Carles Marí Tur (Drums). Aufgenommen wurde im Vereinigten Königreich, also Grossbritannien, in den Farm Of Sound Studios, wo auch seinerzeit der Erstling aufgenommen wurde. Der finale Mix und das Mastering wurden dann von Jaime Gómez Arellano in den Orgone Studios, ebenfalls in Grossbritannien, ausgeführt. Die Band recordete vorab in Barcelona, was jedoch dem Leadgitarristen Joao Sasseti nicht ermöglichte, dabei zu sein, da er in Portugal wohnt. So hat dieser die Soli im Studio in Portugal recorded und sandte das Eingespielte zu den restlichen Eingeweiden in Barcelona. Nun, da folgt erstmal ein geniales, abstraktes wie triviales Cover-Artwork auf die genial-progressive Mucke, welche etwas an Cynic, Deicide, Pestilence, Opeth, Persefone, In Mourning und Edge Of Sanity erinnert. Nun, die klare, messerscharfe Produktion begleitet uns durch die nächsten acht Tracks.

Der Bass ist leicht fusioniert gezockt, sehr viel "Walking Bass" und solodeske Läufte mit interessant frickelnden Läufen. Die Rhythmusgitarre untermalt und unterteppicht einwandfrei herrlich die gezockten Fricklereien, mal akustisch, mal heftig distortioniert, Riff an Riff, interessante Griffmuster an eben Griffmuster. Die Sologitarre fliegt förmlich über diesen interessant geflochtenen Teppich mit shreddernden Arpeggi, Soli und Tappings, dann wieder melodiöse Akzente setzend, sehr hochstehend. Die Drums wirbeln mal blastend, mal double-bassend, mal einfach fricklig mit Cymbals, Snare, Toms und den Double-Basses, einen leichten Fusion-Touch einfliessen lassend, um dann straighten, bösen Death zu zelebrieren, aber auch die progressiven Patterns nicht ausser Acht zu lassen. Die Vocals sind guttural, mal aber auch growlend screamend und shoutend, heiser und doch sehr verständlich dargebracht. Songs wie «Iron Titans», «To Lie Or To Die», «Freedom In Captivity», «New Age Of Dark», «Chain Of Command», «Woven Dream», «Acacia» und «La Menace»..., wobei..., jetzt habe ich wohl alle Songs aufgezählt, so kanns passieren, yep..., sind halt Schmankerl der deathigen Sonderklasse. Ein Zweitling, der wie der Vorgänger gewaltig aufhorchen lassen wird, ein Masterpiece!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sL16VQsD0ec

 

Mittwoch, 01 September 2021 08:34
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Finnland wird gerne mit solidem Metal assoziiert. Die Erwartungen sind daher eher hoch, zumal wir es mit ehemaligen Amoral und The Imperium Mitgliedern zu tun haben. Was sich interessant ankündigt, enttäuscht aber – zu meinem sehr grossen Erstaunen.

Mit dem Newcomer Oceanhoarse kriegen wir aber nur erstaunlich wenig der erwarteten Power. Zwar können die Jungs individuell ordentlich was und die Instrumente sind an sich geil, doch irgendwie klappt das Zusammenspiel nicht so richtig. Zu hohe Erwartungen? Fluch des Debüt-Albums? Mag sein. Was separat oder in anderem Setting/Mix gut klingen würde, erweist sich als Gesamtpaket schlicht ermüdend. Stärkere und weniger starke Songs wechseln sich mehr oder weniger ab und füllen die vierzig Minuten, die nicht früh genug enden können. Was beim Intro noch gut klingt, verwandelt sich ins Abmühen. Nimmt man die Songs auseinander, erkenne ich aber, dass die Instrumentals mit anderen Vocals besser daher kommen und nicht nur "im Alleingang". Auch würden die Screams mit chaotischerem Sound passender klingen. Wir haben also zwei starke Komponenten, die zusammen kein gutes Spiel ergeben. Wenn das durchschnittlich lange Album dann zu Ende ist, kommt fast schon einer Erleichterung gleich. Pluspunkte für das Spiel, die Screams könnten gut zu was anderem passen. Leider ist das Endprodukt nicht überzeugend. Schade, es wäre alles da gewesen. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, daher trotzdem rein hören!
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kvaqIqINehM

 

Mittwoch, 01 September 2021 08:27

Dies ist das vierte Werk der Neal Morse Band in unveränderter Besetzung heisst Mike Portnoy, Bill Hubauer, Eric Gillette, Randy George und Meister Neal Morse.

Die Weltklasse-Musiker sind perfekt aufeinander eingespielt, und das hört man bei jedem Ton dieses klasse Rundlings. Und so ist das neue Album konzeptfrei und um einiges zugänglicher als noch die Werke davor. Wunderschöne Prog-Perlen wie «Do It All Again» gehen schnell ins Ohr und können daher wunderbar genossen werden. Dasselbe gilt für «Bird On A Wire» und erinnert an ältere Spock's Beard. Oder die wunderbare Pop Prog-Nummer «Your Place In The Sun» geht ebenso schnell ins Ohr und erinnert natürlich etwas an die grossen Helden des Meisters - die Beatles. «Another Story To Tell» geht in die gleiche Richtung und erinnert an Supertramp, ebenfalls eine starke Nummer. Dann die 7-Minuten Ballade «The Way It Had To Be», startet mit wunderbaren Keys, Synthie-Klängen und zarten Gitarren. Könnte glatt als Spock's Beard Ballade durchgehen. Eine wunderschöner Track, mit schönen gefühlvoll gesungenen Chören und einem starken Gilmour liken Gitarrensolo. Mit «Emergence» gibts noch ein ruhiges Akkustik Gitarren-Stück à la Yes oben drauf. Ach ja, zum Ende der ersten CD geben die Herren noch eine acht Minuten lange Version von «Bridge Over Troubled Water» zum besten, einfach etwas anders interpretiert. Finde ich echt klasse, was die daraus gemacht haben. Der zweite Silberling enthält zwei Longtracks, mitunter den 19-Minüter «Not Afraid PT.2», der klar in Richtung Debüt von SB «The Light» geht. Hammer Prog-Nummer, wie sie so nur ein Neal Morse schreiben kann. Und letztlich das 31-Minuten-Epos «Beyond The Years». Steht für sich und ist eine wunderbar verspielte Prog-Perle die aufzeigt, was für unglaublich geniale Musiker die fünf sind und es darüber hinaus verstehen, starke und lange Prog-Nummern zu komponieren. So ist «Innocence And Danger» ein unglaublich vielseitiges, nicht allzu schwer verdauliches, sehr interessantes Prog Rock-Werk geworden, das sich musikalisch von den eh schon grandiosen Vorgängeralben gar abhebt.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PiNt_kQvoag

 

Mittwoch, 01 September 2021 08:20
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Hier mal eine kanadische Schlachtplatte aus Ontario, zusammensetzend aus XE (Drums, Cello) und XT (Guitars, Bass, Lyrics), welche sich mit Ti (Vocals) auf diesem Kurzplayer verstärkt haben, dem zweiten Demo namens «Raytraces Of Death», nach ihrem ersten Demo namens «Exponential Decay» aus dem Jahre 2020, folgeschwingend released.

Drei Tracks namens «Fracturing The Voronoi», «Incalculable Thresholds» und «Geometric Dismemberment» finden sich darauf. Ach ja, das Ganze nennt das Duo Perilaxe Occlusion, was als Referenz aus einer 3D-Model-Technik angelehnt ist, nämlich dem "parallax occlusion mapping". Es wird brutaler, leicht technischer Death Metal zelebriert, wie es praktisch beinahe nicht sein kann, denn die Kanadier sind für dieses Faible wohl sehr bekannt und berühmt. Angelehnt an Kollegen von Tomb MOld, Demilich, Ignivomous und Mortiferum zelebrieren Perilaxe Occlusion ihren eigenwilligen, abstrakten, leicht avantgardistisch-technischen und brutalen Death Metal in vollster Montur. Mit brutaler, distortiongeladener Klampfe knallt XT ein Killerriff nach dem anderen hin, mal distortioniert à la tiefstem Schweden-Death, abgelöst durch auch cleane Gitarrenklänge als Auflockerungsgabe, solidiert XT auch sehr heftigst, shreddermässig und leicht technisch abstrakt, welche wiederum mit melodiösem Zauberspiel ergänzt werden.

Auch den Bass schwingt XT autark, mit klarem, fettem Sound, nicht verzerrt, sondern schön warm wummernd zur Klampfe gezockt. Die Drums blasten, grinden, deathen, thrashen, grooven, moshen, double-blasten was das Zeugs hält, variantenreich, ebenfalls abstrakt, avantgardistisch, paradiddlisiert in traditionellem, deathigem Heavytum. Mal ist XE bitterschnell, dann wieder beinahe schon candlemass-geschwängert doomig unterwegs, ja, ihr merkt, da gehts von links nach rechts, von rechts nach links, frei nach dem satanischen Pendulum. Ja, das Cello passt auch noch grad hin, wie auch der Gastgesang von Ti, der wahrlich bösartig im tiefsten gutturalen Tropfsteinhöhlenmassaker mitbeteiligt ist. Dies ist weniger retrospektiv betrachtet, nein, diese Growls stammen eindeutig aus der Neuzeit, tief und evilness, immer verständlich dargebracht. Die Produktion ist daher dementsprechend brutal und powervoll, das Cover-Artwork schreit förmlich nach oldschool, was jedoch soundtechnisch nicht der Fall ist, sondern sehr heftig modern ausgefallen ist, obschon gewisse Reminiszenzen an Althergebrachtem nicht gänzlich von der Hand zu weisen sind. Richterskala ist die Punkteskala, da wäre es so eine 8.8, denn auch die Kanadier können und dürfen Avantgarde im Death Metal. «Raytraces Of Death» ist da eben so ein besagtes Teilchen.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3RGYozJM5Tc

 

Dienstag, 31 August 2021 08:29
Tags
v. 10 Punkten: 8.6

Prestige stehen für ordentliches Prestige und zwar für das Genre Thrash Metal. Mit einer verdammten Portion Thrash und der dazu passenden Attitüde im Blut, meldet sich eine der dienstältesten finnischen Thrasher-Kapellen mit einem neuen Album zurück. «Reveal The Ravage» strotzt nur so vor Oldschool Attitüde!

Die zehn aktuellen Tracks sind gespickt mit aggressiven Vocals und Gitarren, sowie wirklich aussagekräftigen Texten. Auf «Reveal The Ravage» hat die Band einen rauen, aber dennoch zeitgemässen Sound erschaffen. Die beiden Gitarristen lassen abwechslungsreiche Leads vom Stapel und duellieren sich manchmal auch mit melodiösen Gitarrenlinien, alles untermalt von einem aggressiven Grundton, der für die nötige Grundhärte sorgt. Ein ganz typisches Merkmal, das allerdings auf dem Thrash-Markt als "Rarität" gilt, bildet ebenfalls die Basis des "Prestige-Sounds" - Background-Vocals und Shouts. Beides hört man heutzutage nur noch selten bei Combos dieses Genres. Das Album ist ein gemeinsames Bandprojekt, das während einjähriger Probestudio-Zeit entstanden ist. Die Truppe hat viel daran gesetzt, Details zu verfeinern und zu perfektionieren. Als Ganzes betrachtet, ist «Reveal The Ravage» in vielerlei Hinsicht eine kompromisslose Platte, die keinen gängigen Trends folgt, aber dennoch ein zugängliches Thrash Metal Album geworden ist. Der Rohling ist sorgfältig durchdacht und spiegelt die Spielfreude des Vierers perfekt wider. Es wirkt beinahe so, als hätte die Band stets im Hinterkopf behalten, wie es wäre, die Titel live zu spielen. Dabei verloren sie auch nie den Fluss des Albums aus den Augen. Prestige melden sich also 2021 eindrücklicher zurück denn je.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jcnB_jTfzKk

 

Dienstag, 31 August 2021 08:24

Aus Olympia, Washington, U.S.A., stammt das black-metallische Trio namens Wolves In The Throne Room und begeistert mit atmosphärischem Black Metal, nein, nicht unbedingt symphonischem Black Metal, atmosphärisch, in der Luft schwebend und jede metallische Haut durchdringend.

Mit «Primordial Arcana» releasen die Amis das siebte full-length Studioalbum, nebst zwei Demos, zwei Live-Alben, zwei EP's und fünf Singles. Somit scheint deren Palmares gutgütig gepflastert und der Einlass in Valhalla wird gewährt, denn seit der Gründung im Jahre 2002 folgen Wolve In The Throne Room konsequent und treu ihrem eingeschlagenen Werk, hymnenhaft, atmosphärisch, blackig tödlich. Nathan Weaver (Vocals, Guitars), Aaron Weaver (Drums, Synths), Kody Keyworth (Vocals, Guitars), mit gütiger Mithilfe von Galen Baudhuin (Bass, Melodic-Vocals on «Through Eternal Fields») und Yianna Bekris (Acoustic Guitar on «Masters Of Rain And Storm»), was nochmalig die Hymnenhaftigkeit wie auch das Atmosphärische hervor hebt. Die Produktion ist hervorragend, klar und druckvoll. Das Cover-Artwork passt hervorragend zur dargebotenen Atmosphäre. Die Drums beben gewaltig, mal blackig blastend, dann wieder mal blackig double-bassig, mal blackig beinahe doomig. Die Cymbals und Toms setzen sich wirbelnd atmosphärisch in den endlosen Raum, die Snare ist hämmernd und betörend. Der Tieftöner wummert klar und schwerfällig daher, mal auch solodesk und tiefen, blackigen Lines folgend. Die beiden Gitarren wissen sich ebenso gekonnt ins blackige Licht zu setzen, mit rasend schnellen und scharfen Tonfolgen gezirpt auf die Saiten des atmosphärischen Black Metals gelegt. Ergänzt durch Melodylines wie kurze Akustikparts, um den Abwechslungsgrad zu erhöhen. Doch auch satte, deathige Riffs finden den Weg auf die sieben Tracks auf dem siebten Studioalbum namens «Primordial Arcana». Zudem wird gekonnt melodiös soliert, passend zum blastenden Grundsound. Die Synths ebnen allen anderen Instrumenten den Weg ins Atmosphärische. Mit ebenfalls sehr abwechslungsreichem Gegrowle wird die Hymnenhaftigkeit in Vollendung zelebriert. Ja, die sind nebst den erwarteten, blackigen Screams nicht immer so schrill, nein, auch mal in tieferen, deathigen gutturalen Bereichen wagen sich die Stimmbänder vor. Nun, da kommen einem dementsprechend Artgenossen wie Bathory, Agalloch, Panopticon, Ash Borer, Alda und Konsorten in den Sinn. Songs wie «Primal Chasm (Gift Of Fire)», «Mountain Magick» und «Masters Of Rain And Storm». Alles in allem einfach hymnisch-atmosphärische Mucke, welche uns geneigten Zuhörerinnen und Zuhörer in Trance versetzt.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/p9N-9DAlbYM

 

Dienstag, 31 August 2021 08:18
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Es ist schon eine Weile her, seit Rock- und Metalbands aus der Region wie Irrwisch, Twilight oder Hellrider sich damals den "Kantons-Grössen" Krokus und Killer entgegen stellten. 2007 wurden Crashtime mit Ursprung Olten aus der Taufe gehoben, 2011 folgte die erste und 2017 die zweite EP. Nun steht das full-length Debüt «Valley Of The Kings» in den Startlöchern.

Da Rhythmus-Gitarrist Barry gar Wurzeln in meinem Wohnort (!) hat, liess sich dieser echt nicht lumpen und brachte mir die brandneue CD, extra aus dem Aargau kommend, gleich selber vorbei! So wurde ich an diesem herrlichen Sommerabend während ein paar leckeren Bierchen zur Geschichte von Crashtime auf Vordermann gebracht und des Weiteren fanden tief schürfende Gespräche zu unserem geliebten Fachgebiet statt. Seither sind wieder ein paar Tage verstrichen und nun habe ich mir den Erstling gebührend zur Brust genommen. Der Opener und Titeltrack zugleich startet mit einem "Geisterbahn-mässigen" Intro, dessen lauter wie unerwarteter Hexen-Schrei vor dem einsetzenden Riff erstmal für einen gehörigen Schreck sorgt(e), wenn man (mitunter ich!) nicht darauf gefasst ist! Unmittelbar nochmals zu Gemüte geführt, passt das Ganze allerdings vorzüglich, und dass es zu Beginn jedoch ziemlich nach «We Eat Out Your Children» von Burning Witches klingt, sei an dieser Stelle gnädig verziehen. Anschliessend nimmt das Ganze powermetallische Fahrt auf und Frontmann Al setzt mit seinem klaren wie kräftigen Gesang umgehend den ersten Markstein. «Mirror Maze» schliesst mit Vibes der alten Accept nahtlos an, rockt mit variablem Tempo und lässt DD's, sprich DrummerDevil's filigranes Drum-Spiel, das kongenial von der Saitenfront befeuert wird, nicht nur hier aufblitzen.

Was «CT Metal» genau bedeutet, lässt sich eigentlich erahnen und wird spätestens im Chorus preis gegeben. Dass Metal einen den Alltags-Mief vergessen lässt, ist ja nichts Neues, aber aktueller denn je. Die Solothurner Power Metaller erfinden das Rad dabei nicht neu, aber die abwechslungsreich gehaltenen Songs triefen ordentlich nach den 80ern, und mit diesem Top-Sänger wie der professionellen Instrumentierung hätte das damals durchaus was werden können. Heuer steht mehr der Spass allgemein und die Genugtuung der realisierten Scheibe im Vordergrund. Zusätzlich aufgewertet wird das Ganze beim, respektive durch das Duett von Al mit Seraina Telli (Dead Venus, Ex-Burning Witches), die ja unlängst schon bei Crown Of Glory eine entsprechend bemerkenswerte Duftmarke hinterliess und hier nun die «Princess Of Siberia» ebenso veredelt. Mein Favorit ist jedoch klar «No Pain, No Pain» als offizieller Schlusstrack der insgesamt acht Songs, die auch auf der noch folgenden Vinyl-Version zu finden sein werden. Auf der CD sind noch drei Bonus-Tracks, darunter ein Instrumental mit dem coolen Titel «Four Seasons Of Heavy Metal» vertreten. «Valley Of The Kings», übrigens von keinem Geringeren als Dan Swanö gemastert, ist wertige Schweizer Metal-Kost, die, trotz etwas Überlänge einzelner Songs, einen würdigen Platz neben Szenegrössen im heimischen Regal verdient.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XhFWu5Sk91M

 

 

Dienstag, 31 August 2021 08:10
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Dieses Konglomerat aus Spanien und Grossbritannien nennt sich Undead und liefert mit «Existential Horror» den Erstling mit elf Tracks ab, welche sich dem authentisch-traditionellen Death Metal verschrieben hat.

Häh? Yope, authentisch-traditioneller Death Metal. Nach zwei EP's namens «Blood Enemy» (2015) und «Redemption» (2016) war's wohl schon so bereit für das Debut, der 2013 gegründeten Undead. Yep, und so frönt man sich zusammen mit Artgenossen, wie Repugnant, Death Breath, Autopsy und Necrophagia dem gesättigten Death Metal ohne jeglichen Firlefranzes. Aufgenommen wurde die ganze Schosse in Schweden, im Necromorbus Studio, woe auch die beiden EP's aufgenommen wurden, sowohl dann auch von Torje Stjerna gemischt und gemastert. Die Produktion klingt somit etwas auch nach schwedischem Todesblei, messerscharf, druckvoll. Das Coverartwork wurde vom Branca Studio gekredenzt, die Photos sind von Javier Bragado und das Layout von V. Repulse. Ach ja, Undead sind V. Repulse (Vocals & Guitars), A. von Hell (Guitars), J. Surt (Bass) und F. Purelife (Drums). So, nun ans Eingemachte. Aber 8-tung, «Existential Horror» ist eine Re-Release, da die erste Pressung innert kürzester Zeit ausverkauft worden ist, somit ist nun dieses Ereignis für weitere Fans gedacht und wurde mit den zwei folgenden Songs «Sarcophagus» und «Beyond Divine Regulation» erweitert, somit ist da die erste Garde auch nochmals aufgefordert, zu tributen. Die Quetschbalken raffeln energisch und hart durch die Riffs, geben den Soli den besten Nährboden, um zu gedeihen, ob melodiös oder dann slayermässig shreddernd. Der Tieftöner wummert angenehm und unaufgeregt im rhythmischen Bereich, ab und an mal abweichende Lines, sehr solide. Die Drums blasten kurz ab und an, double-bassen jedoch mehrheitlich konstant groovend deathig und auch leicht thrashend, nebst den regulären Patterneinsätze an den Cymbals und Toms. Die Snare ist trocken und treibt die deathige Meute konstant nach vorne. Die Vocals erinnern leicht an oldschoolige Tage von Destruction, Sodom, Kreator und Venom, rauh, heiser, leicht im gutturalen Bereich, screamend, shoutend, ein leichter blackiger Touch ist auch noch auszumachen. Anspieltipps wären da «Existential Horror», «City Of Silence», «Sarcophagus» und «Beyond Divine Regulation». Für Hartgesottene und solche, die es noch werden wollen. Nein, ernsthaft, cooles Ding, haut mächtig in die Maschen, für Weiblein und Männlein, macht tödlich glücklich.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/se42OekhCW0

 

 

 

Montag, 30 August 2021 11:47
Tags
v. 10 Punkten: 8.7

Mit «Skogarmaors» nehmen die Bergischen Löwen Obscurity ihr neuntes heisses Eisen aus dem Feuer!

«Skogarmaors» bringt unweigerlich einige neue Elemente mit sich, denn seit dem Erscheinen des Vorgängers «Streitmacht» aus dem Jahre 2017 hat sich besetzungstechnisch einiges bei der Truppe getan. Das Quintett aus dem Bergischen Land begrüsst mit Askar (Gitarre) und Isarn (Schlagzeug) zwei neue Brüder in ihren Reihen, die sich umgehend sehr gewinnbringend mit neuen musikalischen Einflüssen auf den aktuellen Songs einbringen konnten. So trägt die vorliegende Platte auch ihre deutliche Handschrift, wobei «Obscurity» ihrem grundsätzlichen Stil treu geblieben sind. Die Band ist weiterhin eine Bastion mit Blick auf Kontinuität und präsentiert auch auf «Skogarmaors» ausschliesslich die Art von Musik, für die sie selbst einstehen kann. Die zwölf Tracks bewegen sich wie gewohnt und geliebt, zwischen Death und Viking Metal mit einigen Black Metal Einflüssen. Lediglich mit dem Bonustrack hat man ein kleines Experiment gewagt und ist musikalisch mit Mass aus den Fugen gebrochen. «Skogarmaors» ist kein Konzeptalbum und greift dementsprechend eine grosse lyrische Bandbreite an Themen auf. Elemente der nordischen Mythologie finden ebenso ihren Platz, wie gesellschaftlich aktuelle Aspekte. Auch hinsichtlich der Produktionsstätte zeigt man sich stetig, so wurde die neue Scheibe wieder in den ehrwürdigen Hallen der 4CN-Studios eingespielt und gemeinsam mit Tim Schuldt produziert. Das Cover-Artwork stammt von Jan Yrlund, der unter anderem auch für die Gestaltung der Werke von Korpiklaani, Manowar oder Tyr verantwortlich ist.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zUxChA90SlM

Montag, 30 August 2021 11:42

Wirklich schwache Alben haben die Schweden eigentlich nie veröffentlicht, dennoch haben sie es in ihrer Geschichte mehr als einmal geschafft, bei der Zuhörerschaft für Stirnrunzeln zu sorgen. Dies betraf insbesondere die Scheiben kurz vor dem Bandsplit im Jahr 2005 sowie jene nach der Reunion 2009.

Von zu sauberer Produktion war da die Rede, Anbiederung an Industrial-Sounds wurde ihnen vorgeworfen, überhaupt klang die 1994 gegründete Band angeblich nicht mehr so roh und ungestüm wie in ihren Anfangstagen. Vor allem der 2019 erschienene Vorläufer «A Million Volt Scream» war mit seiner etwas moderneren Ausrichtung einigen Fans der ersten Stunde ein Ärgernis. Dies alles hielt ich, bezogen auf Transport League, zwar immer für Jammern auf hohem Niveau, aber es war nun mal laut hörbar da. «Kaiserschnitt» könnte dem jetzt Abhilfe leisten, denn ich habe den Eindruck gewonnen, dass der urige Haufen mit dem neuen Longplayer einen grossen Schritt zurück zum "Boogie From Hell" gemacht hat. Bereits der hochenergetische Einstand mit dem Doppelschlag «Criminal Energy» und «Atomic» sorgt für weitaus mehr als nur zustimmendem Kopfnicken, und obwohl ich den einen oder anderen Track durchaus "nur" in die Rubrik "gute, moderne Groove Metal Durchschnittsware" einordnen würde, haben sich dazwischen ein paar echte Perlen versteckt, die das Album zweifellos veredeln. «March, Kiss, Die» beispielsweise, auf dem übrigens Ex-Type O Negative Drummer Sal Abruscato als Gastmusiker zu hören ist, erinnert mit seinem disharmonischen Riffing streckenweise leicht an Celtic Frost, und mit dem beklemmenden «Autumn Moon», der Titel lässt es schon erahnen, knallen sie uns einen Doom-Brocken im nostalgischen Danzig-Stil um den Latz, der sich wahrlich gewaschen hat. Ich weiss gar nicht mehr, wie viele Jahre es her ist, dass der Schinkengott himself eine dermassen schwere und intensive Nummer hingekriegt hat. Sie können es also immer noch, wenn sie nur wollen. Dementsprechend stellt «Kaiserschnitt» im Vergleich zu seinem getadelten Vorgänger eine ganz klare Steigerung dar.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Jn3GykPtpxc

 

Montag, 30 August 2021 11:37
Tags
v. 10 Punkten: 7.0

Über einen Monat nach dem eigentlichen Release erreicht uns das zweite Album der Australier Nothing Sacred.

Bei diesem Namen erinnere ich mich unweigerlich an die gleichnamige Scheibe von Lääz Rockit. In einem ähnlichen musikalischen Fahrwasser tummelt sich der Sound der Australier. Fette Gitarren mit wilden solistischen Einlagen und einer alles niedermähenden Rhythmusmaschinerie. Richtig cool gemachter Power Thrash, der seine Einflüsse nicht bei stupidem Geschrei und neuen Geschwindigkeitsrekorden sieht, sondern bei intelligent aufgebauten Songstrukturen. Powermad ist ein weiterer guter Vergleich, auch wenn weder dessen Klasse noch die von Lääz Rockit erreicht werden. Sollte es da draussen aber noch Fans von tollem US PowerMetal mit einem starken Hang zum Bay Area Sound der Achtziger geben, sollten und müssen diese hier einmal rein hören. Schon fast ein nostalgisches Werk einer Truppe, die sich einen Scheiss um kommerzielle Ansichten kümmert, sondern ihren Sound zelebriert und sich dabei in einen wahren Rausch spielt. Nachzuhören bei «Virus», «Cold Black», «False Prophets» oder «Oracle».
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GLV7gP_XkSM

 

Samstag, 28 August 2021 09:09

Bereits seit 2007 treiben sich die Wölfe von Irrlycht durch die Wälder und als Beute wird nun stolz das zweite Album «Wolfish Grandeur» präsentiert.

Dramatisch wird mit «Belebung Ymirs» ins Album gestartet. Im Laufe dieses Songs regiert dann aber garstiger Haudrauf Black Metal, der mit seiner Urgewalt eine immense Durchschlagskraft entfesselt. Der leicht hysterische Gesang trägt ebenfalls zum Gelingen bei. Mit tosender Raserei wartet «Gaias Niedergang» auf und frisst sich, so wie ein Eisbrecher, durch massives Packeis unerbittlich ins Gehör hinein! «Drohender Schatten» versprüht eine unheimliche Bedrohung und die eisige Atmosphäre lässt alles in nächster Umgebung zu Eis erstarren! Der Gesang ist so theatralisch, dass er eigentlich in dieser Form auf die Bühne gehört! Im hektischen Galopp rauscht «Zweige des Zweifels» vorbei, und so präsentieren Irrlycht ihre ganz eigene und stolze Black Metal Version. «Perlmutt -der Lohn des Sisyphos» ist ein sehr langer Song, der an der zehn Minuten-Grenze kratzt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der dunklen Atmosphäre, die sich wie ein schwarzes Loch mit endlosem Abgrund auftut. Heftig und heimtückisch, wie aus einem Hinterhalt, fällt der Titeltrack «Wolfish Grandeur» über die ahnungslosen Schafe her! Ein weiteres Mal wird formvollendeter und garstiger Black Metal der Spitzenklasse geboten. Ohne Ende scheint der letzte Akt «Leuchten der Roten Stille» zu sein, denn dieser Brocken dauert nicht weniger als siebzehn Minuten! Nicht mit barbarischer Raserei, sondern mit bedrückender Atmosphäre spinnen Irrlycht ein Netz, aus dem es kein Entkommen mehr gibt! Mit diesem Monolith gelingt es, den Geist von früher ins Hier und Jetzt zu transportieren, und aus diesem Grund müsste eigentlich auf dem Cover folgender Kleber angebracht sein: Muss man ohne Zweifel unbedingt haben!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GavgHzuD8eE

 

Samstag, 28 August 2021 09:02

Dänen lügen nicht - oder so, wie geht das Sprichwort doch gleich korrekterweise? Keine Ahnung. Fakt ist, dass BSW mit ihrem dritten Album um die Ecke brettern, und sie legen keinen Stopp ein.

Echt jetzt. Das ist, um meinem Geschreibsel einen Sinn zu geben, ehrlicher, bodenständiger Rock in diversen Varianten, mal heavy wie bei «Endless War» (beinahe schon metallisch, ergo relativ grob), dann wieder bluesig/heavy in «Now That I Know». Black Stone Cherry dienen wohl gerne als Inspiration - hört man sehr gut in «Showdown» oder «Hammer You Down». Egal, wie man es nimmt, die Jungs wissen, wie man zockt, und wenn das dritte Album effektiv das «Make it or break it»-Album ist, dann wage ich zu behaupten, dass BSW dies locker gemeistert haben. Aus meiner persönlichen Sicht gibt es nur etwas zu bemängeln, wenn man dem so sagen darf, nämlich, dass der Sänger nicht immer gleich singt. Heisst, zwischendurch geht mir sein Gesang etwas auf die Nerven, weil er sich (meiner Meinung nach) in unnötige Höhen aufschwingt - und sonst eher die mittleren bis gar die tieferen Lagen bearbeitet. Aber das ist reine Geschmackssache. Fazit: Geiler, abwechslungsreicher Rock, den man sich immer wieder anhören kann. Spannend!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/f6jjZxyN_lY

 

Samstag, 28 August 2021 08:48
Tags
v. 10 Punkten: 8.7

Höhen und Tiefen können bekanntlich nahe beieinander liegen. So auch geschehen bei den Modern-Metallern von Venues.

Ausgerechnet ihre allergrösste Krise entpuppte sich als absoluter Glücksgriff. Der Ausstieg von Sängerin Nyves 2019, mitten in der Tour zum Debüt «Aspire», erschütterte die Stuttgarter-Truppe bis ins Mark. Die Band wankte, fiel aber nicht. So machte man weiter, suchte – und fand Ersatz am wohl unwahrscheinlichsten Ort, den man sich vorstellen kann. Bei einem Steel Panther Konzert! Der Venues-Gitarrist Constantin Ranis ist anwesend, als eine junge Frau namens Lela auf die Bühne steigt und eine Nummer mit den Schwerenötern singt. Der Rest ist Geschichte. Die musikalische Weiterentwicklung klingt aus jeder Note, jedem Riff, jedem Akkord von «Solace» - ihrer aktuellen Platte. Melodie und Härte, Metal und Alternative Rock, Zeitgeist und Authentizität, Refrains mit Widerhaken sowie sprudelnde Ideen. Auf ihrem Zweitling erfüllen Venues jedes einzelne Versprechen, das sie mit «Aspire» gegeben haben. Der Sound ist fett und von internationalem Format, die Songs sitzen, die Refrains holen die Sterne vom Himmel, das Wechselspiel aus Robins gesanglichen Furor und der puren, ungezügelten Blues-Power von Lela hebt die Musik auf eine vollkommen andere Stufe. Wie schon beim Debüt, begab sich die Band dafür in die vertrauensvollen Hände von Christoph Wieczorek (Annisokay), der Venues in seinem Studio in Halle eine metallene Legierung von erstaunlicher Präzision verpasste. Inhaltlich werden persönliche Verluste angeschnitten, von Schlachten in dunkelsten Tagen. Somit ist der Albumtitel «Solace» (Trost) Erklärung genug. Zehn druckvolle Titel sind auf der Langrille zu finden, die einem regelrecht um die Ohren fliegen. Wuchtig und monumental! Bevor die letzten Töne des kämpferischen, zupackenden «Mountains» verklungen sind, weiss man, dass das der neue Goldstandard in moderner Metal-Kunst sein wird.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Pr7-Rk4PmQo

 

Freitag, 27 August 2021 08:18

Eines vorne weg. Die Einnahmen des Verkaufes dieser EP kommen den Crew-Mitgliedern der Band U.D.O. zugute. Alleine dieses Unterfangen ist eine vorbildliche Leistung, die Schule machen sollte.

Somit stehen, wie bei der Band, namentlich DATOG (Dirkschneider And The Old Gang), die beiden U.D.O. Musiker Udo (Gesang) und sein Sohn Sven Dirkschneider (Drums) dahinter. Dass Udo dabei seine beiden ehemaligen Weggefährten aus Accept-Zeiten mobilisieren konnte, sprich Peter Baltes (Bass) und Stefan Kaufmann (Gitarre, langjähriges U.D.O. Bandmitglied), ist schon eine kleine Sensation für sich. Dass die Herren dann aber auch den ehemaligen Lead-Gitarristen von U.D.O., nämlich Mathias Dieth, an den Sechssaiter zurück holen konnten, ist eine noch viel grössere Sensation. Ergänzt wird diese Truppe durch die Sängerin Manuela Bibert. Die 3-Track-EP beginnt mit dem melodischen «Face Of An Stranger», welches noch aus der Zeit von «Mission No. X» stammen könnte. Das Zusammenspiel der drei Stimmen von Manuela, Peter und Udo harmoniert bestens. Die Riffs knallen dazu ohne Ende, und das Solo von Mathias zeigt erneut, welch begnadeter Solist der Deutsche ist. «Every Heart Is Burning» geht musikalisch in eine ähnliche Richtung und begeistert von der ersten Sekunde an. Es scheint, dass sich hier Musiker (wieder) gefunden haben und heute ihre Musik ohne Druck und musikalische Vorgaben schreiben können. Frisch von der Leber weg und mit einer ungeheuren Freude an dem, was sich machen. Das mächtige «Where The Angels Fly» (erinnert an «Warrior» von «Animal House») beendet eine Scheibe, bei der man sich wünscht, dass sie niemals enden würde. Auch hier ist das Verbindung der drei unterschiedlichen Stimmen ein herausragender Faktor. Das musikalische Spektrum ist U.D.O. pur und trotzdem eine grosse Schippe davon entfernt. «Arising» glänzt als fantastisches Resultat eines so unerwarteten Projektes, bei dem man sich wünscht, dass es hoffentlich zu einer richtigen Band führen wird.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/R-txUwRfoLY

Freitag, 27 August 2021 08:12

Die Prog-Rocker Leprous haben die tourneefreie Zeit sinnvoll genutzt und ein wahres Meisterwerk kreiert. War der Vorgänger «Pitfalls» bereits sehr gut, geht «Aphelion» jetzt einen Schritt weiter.

Die Melodien sind noch eingängiger und gleichzeitig progressiver. Stilistische Scheuklappen? Fehlanzeige! Diese Offenheit braucht es auch als Zuhörer, denn wer sich ausschliesslich mit geradlinigem Hard Rock oder Heavy Metal anfreunden kann, wird bei Leprous neuer Musik mit Unverständnis und Ablehnung reagieren. Auf «Aphelion» mischen die Nordmänner Rock mit Heavy Metal, Pop, Industrial, leicht technoiden Elementen und Alternative Rock/Metal. Spannend dabei ist, wie sie bei den beiden Liedern «Running Low» und «Nighttime Disguise» gar eine Bläsergruppe einbauen. Bei weiteren Liedern sind auch Gastbeiträge von einem Cellist und einem Violonisten zu hören. Damit schaffen Leprous schlicht klingende Kunstwerke. Diese entwickeln sich jeweils von bittersüss und ruhig hin zu grossen metallischen Eruptionen, können aber auch mal intensiver beginnen, um dann wieder in das bekannte Schema abzurutschen. Was hier zu hören ist, ist schlicht grosse Klasse – und das mit jedem der zehn Lieder. Das einzige, was man Leprous vorwerfen kann, ist, dass halt trotz aller Progressivität immer wieder eine sehr ähnliche Liedformel abgearbeitet wird. Trotzdem wäre es ungerecht, dieses Meisterwerk aufgrund dieses "Mangels" schlecht zu reden. Offene Gemüter werden «Aphelion» schlicht lieben und die Band für ihre Songs verehren.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QKmaG5f9Zsg

 

Freitag, 27 August 2021 08:04

Der Dschungel an Wald- und Wiesen-Kapellen ist im Folk und Pagan Metal stets gewachsen. Neben viel Klamauk mit Akkordeonbegleitung gibt es glücklicherweise auch ein paar ganz ernstzunehmende Bands, die dieses Genre würdig vertreten.

Eine dieser Truppen ist die schwedische Formation Thyrfing. Sie legten vor Jahren mit «Farsotstider» ein absolutes Knalleralbum vor und sind nun bereit, mit «Vanagandr» an diesen Erfolg anzuknüpfen. Düster, brachial, auf den klassischen Metal fokussiert und mit dem Talent, Folk-Melodien und Keyboards stilsicher und dezent einzusetzen. Daran hat sich auch bei den acht neuen Tracks nichts geändert. Man bekommt peitschende Songs geboten, die näher an Death und Black Metal, als bei weiten Teilen der Konkurrenz angesiedelt sind. Dank gelegentlicher epischer Keyboardpassagen und ein paar schönen Folkmelodien wird das Gekloppe vom typischen "Thyrfing-Hauch" umspült. Ernsthaft, melancholisch und würdevoll könnte man die Aura des Albums auch bezeichnen. Musikalisch wird es nicht viel fröhlicher als bei «Rötter» und epischer als im Schlussfeuerwerk «Jordafärd» auch nicht. Thyrfing folgen konsequent dem eigenen Weg, der irgendwo zwischen «Manegarm» und «Moonsorrow» liegt. Sie beweisen einmal mehr, dass man nordische Mythen vertonen kann, ohne sich im Metrausch hin und her zu wiegen. «Vanagandr» ist eine Scheibe, die sich bei trübem Herbstwetter vollends entfaltet und deren Magie richtig zu Tage fördert. Wer auf qualitativen skandinavischen Pagan Metal steht, sollte das aktuelle Werk aus dem Hause Thyrfing unbedingt austesten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man anschliessend wieder davon los kommt. Spiel, Satz und Sieg für den Fünfer aus dem Land der Elche.
Oliver H.

cede

 

 

Donnerstag, 26 August 2021 07:06

Das Ein-Mann-Projekt von Ghost namens Unreqvited bringt mit dem Album «Beautiful Ghosts» bereits das sechste Album unter das zahlende Volk.

Den Auftakt macht der Kanadier mit «All Is Lost» und geboten wird unspektakulärer Post Rock, der weder über Ecken noch Kanten verfügt und auch ohne Gesang daher kommt! Besinnlich zeigt sich hingegen «Autumn Everley» von einer träumerischen Seite, und man wähnt sich glatt in einem Soundtrack. Wie aus dichtem Nebel im Urwald taucht «Reverie» plötzlich auf und ist nicht mehr als eine instrumentale Soundcollage. Auch mit «Funeral Pyre» bietet Unreqvited erneut einen Soundtrack fürs Kopfkino an und das wiederum ohne Gesang oder eigentliche Höhepunkte. «Cherish» ist ein nettes Zwischenspiel. Mit dem Titeltrack «Beautiful Ghosts» folgt ebenfalls Nahrung fürs Kopfkino, und mit einer Tüte Popcorn lässt sich dieser Soundtrack noch besser geniessen. Was man in diesen neun Minuten für einen Film vor dem geistigen Auge abspielen lässt, ist jedem selber überlassen! Wenn man den passenden Streifen fürs Kopfkino noch nicht gefunden hat, so hilft einem vielleicht «All Is Found». Und so gibt es zum Schluss nochmals vertonte Ruhe. Unreqvited empfiehlt sich mit «Beautiful Ghosts» für Trendsportarten wie Yoga, Pilates und so weiter, ohne dass jedoch irgendwelche Spuren von "Metal" hinterlassen werden!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/t3VM-hm9MLI

 

Donnerstag, 26 August 2021 06:41
Tags
v. 10 Punkten: 7.0

Wow, eine ziemlich geile Rockröhre schwingt der Brasilianer Alirio. Traditioneller Hard Rock mit einer feinen Blues-Schlagseite wird auf «All Things Must Pass» präsentiert.

Immer mit einer ausgewogenen Melodie versehen und ein Werk, bei dem man auch die nicht so Hard Rock affine Freundin damit vergrault. «Let It All Burn» könnte gut aus einem mexikanischen Film stammen und zeigt das grosse Stimmvolumen des Sängers. Mit feinen Klängen begeistert «Here I Am», während «Back To The Roots» mit moderner Härte aufwartet. Das Album hat einiges zu bieten, zeigt den Shouter von seiner facettenreichen Seite, und das Duett mit Journey-Sänger Arnel Pineda darf sich durchaus hören lassen. «All Things Must Pass» ist eines unter vielen Alben, das niemandem weh tut, durch Alirio und seinem Top-Gesang lebt und welches man sich durchaus anhören kann. Allerdings wird auch hier schnell klar, dass offensichtlich gute Interpreten noch lange keine Super-Tracks ausmachen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Of22jR98qoE

 

Mittwoch, 25 August 2021 07:49

Beim ersten Reinhören wird man das Gefühl nicht los, Soilwork hätten ihren Sound auf die Zeit rund um «Natural Born Chaos» zurück gedreht!

So zumindest der erste Eindruck. Jedoch handelt es sich bei «Negative» nicht um eine neue Platte der eben erwähnten Kulttruppe, sondern um Act Of Denial. Schmissiger Melodic Death aus den frühen 2000ern gibt hier den Ton an und dominiert eindeutig ihren Sound. Allerdings wurde die Band erst Anfang 2020 von Voi Cox und Luger von Koziak gegründet und zur Verstärkung haben sie sich Björn Strid an den Vocals, Steve Di Giorgio (Testament, Death) am Bass, Kerim "Krimh" Lechner (Septicflesh) an den Drums und John Lönmyr (The Night Flight Orchestra) am Keyboard dazu geholt. Somit folgt es auch einer gewissen Logik, wenn Ausnahmesänger Strid mitmischt, gerade im Bereich Melodic Death Metal, ist es schwer, nicht an Soilwork zu denken. Dieser Mann kann einfach keine schlechte Performance abliefern. Das Ganze als billige Kopie abzutun, wäre allerdings mehr als unfair. «Negative» klingt definitiv eigen! Die sehr gute Gitarrenarbeit der Bandköpfe Cox und Luger, die glasklare Produktion und das griffige Songwriting überzeugen über alle zehn Songs hin. Dazu kommen präzises Drumming wie dezent eingesetzte Keyboards, und der Bass sorgt für den nötigen Druck. Für Melo-Death Fans, die besonders die prägenden Jahre 2000 bis 2005 eingesaugt haben und In Flames oder Dark Tranquillity hoch leben liessen, sollten diesen Weg mit Act Of Denial weiter gehen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3l5Gwen28F0

 

Mittwoch, 25 August 2021 07:44
Tags
v. 10 Punkten: 7.6

Mit «Sign Of The Hunter» veröffentlichten die Deutschen damals ihr Debüt-Album, gefolgt von «Keep The Change» 1987. Das wars dann. Erst 2019 fand man wieder zusammen und haut nun das dritte Werk «The Return» heraus.

Geboten wird zeitloser Hard Rock / Heavy Metal. Songs wie «Hell What A Woman» erinnern klar an Krokus & Co. Straighte, treibende Rock-Songs, die sofort im Ohr hängen bleiben. Aber auch schnellere Nummern wie «Way To Nowhere» gefallen gut, und coole Tunes wie das etwas langsamere «Looking For Love» fressen sich schnell im Gehör fest. Bei «Celebration Time» wildert man wieder ganz klar im Krokus-Wald, echt cooler Sound. Auch «Wipe The Tears Away» ist eine zeitlose Rock-Nummer, bei der kein Rock-Fan still sitzen kann. Und so geht das durch den ganzen Rundling hindurch, sprich dem/der Zuhörer:in werden ausnahmslos geile Songs um die Ohren gehauen. Schade, dass sich die Jungs um Sänger Rusty Waymann mit dem Comeback «The Return» so lange Zeit gelassen haben, um sich derart lautstark zurück zu melden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/mR507mxwQiY

 

Dienstag, 24 August 2021 11:34
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Oh hell, auf was habe ich mich da eingelassen? Meine Gothic-Zeiten sind eigentlich schon längstens passé..., und dennoch, wenn ich GosT so zuhöre, dann weckt dieses Ein-Mann-Projekt einige Erinnerungen in mir.

Der Anfang ist mehr zur Stimmungsbildung gedacht, Horror-Atmosphäre mit gesprochenem Intro, dann gehts ab - «Bound By The Horror» ist ganz nett, aber viiiel zu viel an Distortion beziehungsweise solch ähnlichen, elektronischen Versatzstücken. Da geht für mich die Stimmung flöten, «The Fear» ist dann etwas schräg, Wave, Synthwave, etwas Industrial-angehaucht, man könnte böswillig sogar Dubstep mit hinein interpretieren. Der erste "richtige" Track ist dann «A Fleeting Whisper», wozu man auch ein Video gemacht hat. Und hier komme ich gleich auf den Punkt: GosT wecken in mir immer wieder Erinnerungen an ein Künstlerprojekt, das ebenso eigenwillig wie faszinierend ist wie diese Scheibe hier: OTEP. Ich denke, dass GosT beziehungsweise der gute Mann dahinter sich sehr wenig darum scheren, wie ihre Kunst aufgenommen wird. Man macht dies vermutlich für einen selbst, und wenn dies anderen gefallen mag, dann umso besser. Interessant ist, dass der Track «Embrace The Blade» sehr starke Anleihen an Type O Negative offenbart. Einerseits denkt man sich so, dass das jetzt fehl am Platz ist, aber andererseits ergibt das Ganze auch wieder Sinn - eben, weil es keinen richtigen Sinn ergibt. Ich persönlich denke, dass viele Metalheads hiermit nichts oder nur sehr bedingt etwas anzufangen wissen. Wer aber, wie ich, seine Wurzeln im Gothic-Bereich hat, dürfte hierbei viele déja-vu's erleben. Fordernd!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tasuompk6_Q

 

Dienstag, 24 August 2021 11:20
Tags
v. 10 Punkten: 8.4

Was habe ich das «Victory»-Album von Trance rauf und runter gehört. Die aussergewöhnliche Reibeisenstimme von Lothar Antoni war schon geil, aber von der alten Besetzung sind nur noch Gitarrist Markus Berger und Bassist Thomas Klein übrig geblieben.

Neu am Mikro ist Nick Hollemann, der zwar keine so raue Stimme besitzt, jedoch mit einem starken, klaren Organ glänzt. Stellenweise wird man eher an Tobi Sammet erinnert. Die Songs auf dem neuen Rundling der Deutschen sind oft schnelle Metal-Songs, wie der klasse Opener «The Fighter» oder das ebenfalls starke «Metal Forces». Die Jungs, immerhin schon seit Mitte der 70er Jahre aktiv und somit eine der dienstältesten Metal-Bands, zeigen hier keinerlei Ermüdungserscheinungen. Das ganze Album klingt frisch, die Songs durchwegs spannend und gespickt mit tollen Gesangsmelodien. Sehr anregend gibt sich auch die 6-Minuten-Nummer «Ballad For A Group», die sich von einer Ballade in einen top Up-Tempo Track wandelt, sehr interessant. Auch toll das stampfende «Deep Dance » endet mit einem coolen Kanon. Und so finden sich hier nur starke Songs, überzeugend interpretiert wie hervorragend eingesungen von Nick Hollemann. Die Jungs haben den musikalischen Sprung ins Jetzt mit Bravour gemeistert. «Metal Forces» ist ein geiles Metal-Album, Respekt.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/W4mWoD3xZJM

Montag, 23 August 2021 12:10
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Ausgehend vom mir bisher unbekannten Bandnamen und dem schräg anmutenden Titel «Čerň A Smrt» wähnte ich mich halbwegs im falschen Film und mein Inneres schrie schon Kollege Poldi um Hilfe an! Da das Cover jedoch noch ansprechend aussieht und der Bandname Bohemyst lesbar ist, gehts hier weiter.

Die Band aus Volyně, South Bohemian Region, sprich Tschechien nannte sich anfangs der 90er kurz Astaroth und danach, das heisst bis 2017, Avenger und befand sich per eigener Definition auf dem blackigen Deathpfad, begleitet von antichristlichen wie blasphemischen Texten. Zwischen 1997 und 2017 erschienen immerhin sechs full-lenght Alben, die meine Aufmerksamkeit jedoch nie erlangten. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da vor allem Black Metal ja nicht gerade als meine bevorzugte Stil-Ecke gilt. Nichtdestotrotz stehen bei mir aber auch mehrere Alben von Immortal, Bolt Thrower, (alten) Six Feet Under oder Venom Inc. im Regal, die je nach Stimmungslage wie Lust und Laune die Nachbarn erfreuen. Wie es das Album bereits andeutet und durch Tracks mit Titeln wie «Krvehlas», «Na Umrlčích Prknech» oder «Do Chřtánu Smrti» untermauert wird, shoutet Frontmann Radek Popel nicht auf Englisch, sondern in seiner Heimatsprache. Dies macht im Range zwischen Gekeife und Growls jedoch kaum einen bis keinen Unterschied, da man dies nicht wirklich bemerkt.

So liegt der Fokus ganz auf der Musik, und die ist eigentlich nach wie vor eher blackmetallisch ausgerichtet und erinnert zumindest mich in meinem sehr beschränkten schwarzmetallischen Stil-Horizont immer wieder an Immortal der Phase «At The Heart Of Winter» (1999), «Damned In Black» (2000) und «Sons Of Northern Darkness» (2002). Dazu stossen auch Vibes von Abbath's genialem Solowerk «Between Two Worlds» (2006) unter dem Banner des Projektes "I". Was Bohemyst auszeichnet, ist der gesangliche Spagat, der gekonnt fliessende Übergänge zwischen Black und Death Metal schafft. Somit kommen beide Fanlager auf ihre Kosten, ohne dabei wirkliche Kompromisse eingehen zu müssen. Dazu passt auch die wuchtige wie transparente Produktion von «Čerň A Smrt», was zum Beispiel beim tempomässig zäheren «Nekromantika» besonders zum Tragen kommt. Keine Alltagsmucke in meinem Fall, aber die Tschechen verdienen sich durchaus einen Platz in meiner Tonträgersammlung. Hauptamtliche Blackies und Deather müssen hier aber auf jeden Fall zwingend rein hören!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/y_tptYDOtww

Montag, 23 August 2021 12:04
Tags
v. 10 Punkten: 6.5

Das brasilianische Gesangs-Talent Gui Oliver hat mit Gitarrist Rolf Nordstörm (Perfect Plan) und Frontiers-Hausproduzent Alessandro Del Vecchio das Debüt-Album von Mayank veröffentlicht.

Bei den ersten Klängen kriegte ich das Gefühl, einen neuen Track von Hardline zu hören. Gesanglich überzeugt Gui, das ist keine Frage, aber die Songs klingen wie tausendmal schon gehört. Das wird langsam zum Problem, dass der Hausproduzent seine Handschrift nicht abstreiten kann. Die Keyboards sind teils sehr dominant («We Are One») und auch bei den riffbetonteren Tracks («Long Live The Soulless») kann dieser Fakt nicht wegdiskutiert werden. «Julia's Smile» bricht aus diesem Muster sehr gut heraus, aber mehrheitlich sind es eben die Del Vecchio-Klänge, die das Werk kennzeichnen. Ja, man kann «Mayank» als gut befinden, aber in meinen Augen würde sich das Label einen grossen Gefallen damit tun, dessen Stil nicht bei so vielen Scheiben durch ihren Hofproduzenten aufdrücken zu lassen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/oSTCqZZX4Ms

 

Montag, 23 August 2021 11:57

Raimund Burke hat für sein Werk «Secret Life» einige grossartige Sänger um sich versammelt. Das Spannende dabei ist, dass der Multiinstrumentalist alle Instrumente selbst eingespielt hat!

Auch sehr interessant ist, dass alle Tracks durch Intros und Outros miteinander verbunden sind, und zwar mit traditionellen chinesischen Instrumenten, coole Idee. Als Gastsänger sind mit dabei: Roland Grapow, Oliver Hartmann, David Readman, Henning Basse, Sebastian Zierof, Christian Erik sowie Rasmus Andersen. Hört Euch mal das tolle «The One» mit einer klasse Gesangsleitung von Oliver Hartmann an, der hat einfach eine geile Stimme. Oder der verspielte Titeltrack startet mit einem grandiosen Gitarrensolo und wird durch ein Hammer-Riff weiter geführt. Auch der Gesang von Sebastian Zierof gefällt sehr. Bei der an Dream Theater erinnernden Nummer «How To Return» hinterlässt Roland Grapow ebenfalls eine tolle Figur. Und musikalisch spielt sich Raimund auf höchstem Niveau hervorragend durch den Song hindurch. Obwohl er, wie schon erwähnt, alle Instrumente selbst spielt, hört sich das Ganze wie eine komplette Band an und die vielseitigen Prog-Nummern zu entdecken, bereitet einem richtig Spass. Die abschliessende Ballade «Live  Forever», wunderbar eingesungen von Christian Erik, beendet «Secret Life», ein abwechslungsreiches und spannendes Album, das durch die vielen Sänger noch interessanter geworden ist. Cooles Kraftfutter für Proggies.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GT68MiOkPGY

 

Samstag, 21 August 2021 11:16
Tags
v. 10 Punkten: 8.4

Dies ist das zweite Werk der Jungs aus Saarbrücken um Sänger Rob Lundgren, und der liefert hier einen ausgezeichneten Job am Mikro ab. Musikalisch musiziert man weiterhin in einer Schnittmenge aus Helloween, Blind Guardian und Iron Maiden, wie in etwa beim Debüt-Album «Freedom Of Speech».

Man hört aber auch eine gewisse Eigenständigkeit auf diesem Rundling. Gerade bei den ruhigeren Tönen wie bei «An Ocean So Deep», einer echt starken Nummer, mit sehr viel Gefühl gesungen. «Horizon» dagegen erinnert ganz klar an Helloween, ist aber auch eine sehr starke Nummer. Musikalisch spielt man hier auf sehr hohem Niveau. Hört Euch nur mal die geilen Drums von Thomen Stauch an. Es war eine gute Wahl, den Ex-Blind Guardian-Drummer mit ins Boot zu holen. Positiv auch, dass man immer die Gesangsmelodie in den Vordergrund stellt, das macht die einzelnen Songs einfach noch viel besser. So gefallen Songs wie «Soldier Without A War» noch viel mehr. Die Jungs haben hier ein echt gutes Gespür für melodiöse, eingängige Gesangsmelodien. Auch das etwas an Maiden erinnernde «Torture King» vermag sehr zu gefallen. Auch wenn ich mich wiederhole: Rob Lundgren ist ein klasse Sänger, der allen Songs noch das gewisse Etwas verleiht. «A Journey Into The Unknown» bereitet durchgehend Spass und kann locker mehrmals hintereinander durchgehört werden. «A Journey Into The Unknown» ist eine echt starke Scheibe der Süddeutschen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/MeRbNMtfKyc

 

Samstag, 21 August 2021 11:10

Aus Portland, Oregon, U.S.A, stammt der Vierer um Kelly McLaughlin (Guitar, Vocals), Pierce Williams (Drums, Backing Vocals), Eli Lundgren (Guitar) und Brian Rush (Bass, Synths).

Ænigmatum bringen mit «Desconsecrate» ihren zweiten Longplayer, nach dem selbstbetitelten Debüt und zwei Demos namens «Adorned In Wrath» und «Indoctrination Of Mourning» in ihrer kurzen Existenzzeit, nämlich seit dem Jahre 2017, heraus. Acht sagenumwobende Tracks befinden sich auf «Deconsecrate». Fans von Eucharist, The Chasm, At The Gates, Dark Tranquillity, Necrophobic, Atrocity, Opeth und Konsorten werden an Ænigmatum ihre wahre und intensive Freude haben, doch auch Beyond Creation, Obscura und etwas The Black Dahlia Murder sind nicht von sich zu weisen. Stets groovend, mit komplexen und labyrinthähnlichen Songstrukturen behaftet, kämpfen sich die Instrumente durch die Pfade von «Desconsecrate». Technisch, leicht progressiv angehauchter Black Death Metal mit Schmackes und Variationen. Die Produktion kommt messerscharf, druckvoll und böse rüber, das surreale Cover-Artwork stammt von Ivory Crux (Voidceremony). Die beiden Gitarren frickeln sich in bahnbrechender Geschwindigkeit durch die Riffs und Lines hindurch, gepaart mit kurzen, akustischen und ruhigen Momenten, danach geht's wieder kettensägemässig in den dichten Urwald, und da wird kräftig abgeholzt.

Ja, auch die solodesken Momente kommen nicht zu kurz, mal melodiös, dann wieder shreddermässig runter geraspelt. Zudem werden die technisch fusionierten Momente ebenfalls hochgelobt durchgesteckt. Der Tieftöner wirbelt nicht nur begleitend, auch der sucht sich seine Freiheiten im autarken Gezupfe, ist ebenfalls solodesk wie die beiden Gitarren unterwegs, was dem Gesamtsound die Freiheiten musikalischen Wirkens eröffnet. Die Drums wirbeln und tänzeln auf allen Ebenen ebenfalls sehr technisch und virtuos, will schreiben, dass satte Blastbeats, teils längere Grindcorepassagen, gepaart mit sattem, schnellen und technsich versiertem Double-Bass, sich die Pfoten geben, mit den Toms und Cymbals orkanmässig herum gewirbelt wird, die Snare satt und trocken nach vorne peitscht, gnadenlos, ohne die Möglichkeit, etwas Schnauf abzuholen. Der Synth untermalt das heftige Gewitter an musikalischen Ingredenzien und sättigt den Boden. Die Vocals sind tief deathig und guttural gehalten, böse, in verständlicher Manier und wütend wie aggressiv. Anspieltipps wären da wohl sicher alle acht Songs, doch «Fracturing Proclivity», «Larke Sanguine Phantom» und «Forged From Bedlam» sind doppelte Zuckerschnalzen par excellence. Ænigmatum sind eine sehr interessante wie auch in Zukunft weiter zu verfolgende Konstellation.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/C1bbNID9NQg

 

Samstag, 21 August 2021 10:59

Electric Haze wurden 2014 von Gitarrist Tommy Töyrä und Schlagzeuger Johan Andersson gegründet. Komplettiert wurde die Formation von den Ekström Brüdern Andre am Bass und Anton am Mikro.

Ein erster beachtlicher Erfolg stellte sich mit der selbstbetitelten EP 2016 ein, die alleine auf Spotify über 165'000 Streams verzeichnen konnte. Nun stehen die vier Schweden mit ihrem ersten Longplayer «Get In Line» vor der Tür. Musikalisch orientiert man sich am britischen Hard Rock der Siebziger. Logische Folge davon ist der Querverweis zu Deep Purple und Rainbow, aber auch zu Black Country Communion. Anders ausgedrückt frönen Electric Haze dem Neo Classic Rock. Dabei hinterlässt man eine ausgezeichnete Figur. Die Jungs haben nämlich jede Menge coole Riffs als Basis fundierter Songs in petto, die im Vergleich mit den Helden durchaus bestehen können. Am Legendenstatus dieser wird zwar sehr dezent gekratzt, da die wirklichen Highlights fehlen. Im Bereich des Gesangs kann man aber sehr wohl ganz vorne mithalten. Der gute Anton besticht mit vielfältigen, äusserst kraftvollen und individuellen Vocals, die sich nicht hinter den ganz Grossen zu verstecken brauchen. Alles in allem also ein tolles Album, das einzig im Bereich des Songwritings nicht komplett überzeugt.
Chris C.
Punkte: 8.3 von 10

2. Meinung: Oh weh, oh weh - ich habe ja schon vieles durch meine Lauscher gejagt, gut wie schlecht, und Electric Haze gehören eindeutig in die letztere Kategorie. Wo soll ich anfangen? Ok, zuerst mal das Positive: Die Jungs können ordentlich rocken und haben auch eine gewisse Bandbreite zu bieten. Gut, soviel mal dazu. Jetzt zum Gesang: Der ist unterirdisch, zumindest nach meinem Verständnis. Dass der gute Herr singen kann, das streite ich nicht ab, aber für diesen Sound ist seine Stimme jedoch viel viel zu dünn. Kann ich nicht anders formulieren, denn genau das kommt mir in den Sinn, wenn Gesangsstellen zum Zug kommen. Da helfen auch die, ähem, Schreie nicht, so im Stile der alten Heavy Metal Tracks von beispielsweise Judas Priest oder Iron Maiden. Kraftlos, teilweise sehr ermüdend, aber immer irgendwie fehl am Platz. Zu einem anderen Sound könnte das ja tatsächlich auch passen, aber zur Mucke von Electric Haze muss einfach eine kraftvollere Stimme her, mehr muss ich dazu nicht schreiben. Hört es Euch an und macht Euch selbst ein Bild davon. Ich gehe jetzt mal meine Kopfschmerztabletten suchen. Unnötig!
Toby S.
Punkte: 3.0 von 10

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yvotpWQPoUY

Freitag, 20 August 2021 07:27

Als ich die ersten Klänge vom Titelsong hörte, dachte ich unweigerlich an XYZ. Amerikanischer Heavy Rock, der sich schnell aber auch als geeignetes Futter für die Metal Church Banger entpuppt.

Sänger Kevin Schuhmacher besitzt ein sehr geiles und kraftvolles Organ und überzeugt von der ersten Sekunde an. Alleine die ersten Momente von «Optimism» gehen unter die Haut und zeigen den Shouter mit viel Gefühl in der Stimme. Abgelöst werden die sanften Momente durch das Gitarrenriff von Brent Barker. Ergänzt wird die Truppe durch Bassist Dennis Hayes, den man von Beyond Fear, Seven Witches, Winters Bane und als Live-Bassist von Iced Earth her kennt. Hört man sich «The Jester's Crown» an, fällt sofort wieder das magische Organ von Kevin auf und dass sich die Truppe in keine Schublade stecken lässt. Dabei werden sie es aber, wie ihre Vorgänger Winters Bane, Distant Thunder, New Eden oder Destiny's End unglaublich schwer haben, sich der breiten Masse zeigen zu können. Es ist die Balance zwischen akustischen Momenten und harten, schnellen Parts, welche für ein grosses Publikum nicht tauglich ist. Die Cover-Version von «Children Of The Sea» darf sich mehr als nur sehen und hören lassen.

Unglaublich, wie perfekt hier Kevin als möglicher Nachfolger von Ronnie James Dio gehandelt werden kann. Sehr gefühlvoll zeigt sich «White Turns Black To Grey». Mit Streichern und einem Gesang, der richtig unter die Haut geht, beweisen Book Of Numbers, dass sie wirklich in allen Bereichen eine Top-Figur abgeben. Allein die solostischen Parts machen aus dieser Nummer einen Klasse-Track, den man locker in den Radios spielen könnte. Bloss dafür sind die Mainstreamer einfach nicht das richtige Publikum, da der Song zu gut für sie ist. Das schwerfällige «Yesterday's Nightmare» erinnert an Black Sabbath und das sich stetig steigernde «Our Dying World» besticht durch Ideenreichtum und unglaubliche Virtuosität. Tja, das sind meine Helden-Truppen, welche das Potenzial in sich tragen, in keine Schublade gesteckt werden zu können, dabei ein unglaubliches Werk abliefern und ich schon jetzt weiss, dass eine solche Götterscheibe wie «Magick» untergehen wird. Schade, sehr schade, aber Book Of Numbers haben alles, was eine tolle Combo braucht. Hört Euch dieses klasse Werk zwingend an!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JnKBrEf-4ic

 

Freitag, 20 August 2021 07:22
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

"Eigentlich sollte diese Scheibe zu den anstehenden Sommerfestivals erscheinen, mit einem Aufkleber zu den bestätigten Tourdaten vesehen. So wie es momentan aber aussieht,
werden wohl alle Gigs auf 2022 verschoben, aber die EP kommt trotzdem!

Als pures Lebenszeichen, als Signal an unsere Fans: Es gibt uns noch! Und es geht weiter!" Wenn das kein Statement von Tom Angelripper ist, dem Bandleader von Sodom! Dazu serviert uns der Vierer, der kurz vor seinem 40-jährigen Bandjubiläum steht, eine neue Version des Klassiker «Bombenhagel», bei welchem erneut Produzent Harris Johns ein neues Gitarrensolo beisteuerte. Den Track kennt man vom 1987er Werk «Persecution Mania». Mit dem neuen Song «Coup De Grace» haut uns die Truppe eine richtige Thrash-Keule um die Ohren, die an die Frühzeiten der Jungs erinnert. Mit einem gewohnt kritischen Text weist Tom auf den Klimawandel, die Umweltprobleme, Kriege und das Umgehen der Menschheit untereinander hin. Der letzte Track handelt von der berühmtesten Schiesserei im Wilden Westen. Mit runter gestimmten Gitarren und viel Speed beendet «Pestiferous Posse» diese 3-Track EP. Sie leben, und wie! Die filigraneren, leicht von Slayer inspirierten Tage sind definitiv vorbei. Dafür sind es wieder die rüden und brachialen Sodom, die man aus den Frühtagen kennt, welche sich gewohnt souverän präsentieren.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VxA1yCbTFKI

Freitag, 20 August 2021 07:14

Süffigen Deutschrock mit einer Metal- und Popkante präsentieren die Punkrocker Drunken Swallows. Dabei erinnern sie mehr an die Toten Hosen als an die Ärzte und glänzen mal mit ernsthaften, mal ironischen Texten, deren Reime meist aufgehen – aber nicht immer.

Das macht «Herzlaut» aber umso sympathischer. Wer stumpfe "Wir gegen die Welt"-Lieder sucht, findet hier nur wenige. Schön auch, wie sie sich bei «BSPR – BNKS» selber ironisch als Bausparpunks bezeichnen, die den Punk am Wochenende zelebrieren, während sie unter der Woche ein biederes normales Leben führen. Vierzehn Lieder und ein Intro haben Drunken Swallows aufgenommen. Diese kommen schnell auf den Punkt und verfügen über eine gewisse Abwechslung. Trotzdem hat man es im letzten Drittel "irgendwie gehört". Es gelingt den Deutschen nicht, trotz kreativen Ideen zum Beispiel mit einem Sekundenzeigertakt bei «Tik Tak» die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Positiv fallen dagegen die vielen eingängigen Refrains auf, die sofort ins Ohr gehen. Ungewöhnlich für eine Punkband sind die Gitarrensoli, die Drunken Swallows immer wieder einbauen. Ob es mit diesem Werk auf die grosse Bühne reicht, wird sich zeigen. Das Potenzial ist durchaus da, und wer Deutschrock mag, kann hier eigentlich nicht viel falsch machen. Drunken Swallows könnten gar einst die Genregrössen ablösen. Dazu braucht es aber noch zwingenderere Lieder und ein Quäntchen Glück.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AxKJdquM_8E

 

Donnerstag, 19 August 2021 08:11
Tags
v. 10 Punkten: 8.9

Der Fünfer namens Fleshbore aus Indianapolis, Indiana, U.S.A., mit ihrem Debüt-Album namens «Embers Gathering», welcher seit 2017 die Pflüge des technischen Death Metals vorgespannt hat, musiziert in der Besetzung mit Michael O'Hara (Vocals), Michael McGinley (Guitar), Cole Chavez (Guitar), Cole Daniels (Bass) und Tyler Mulkey (Drums), die im kurzen Palmares ein Demo, drei Singles und eine EP namens «Malignancy» mitführen.

Sieben Tracks haben sich auf dem Debüt «Embers Gathering» platziert und eingenistet, welche nur so vor technischen Finessen und Feinheiten strotzen. Der Gesang erinnert teilweise an Obituary und Archspire, doch auch Fans von The Black Dahlia Murder, The Faceless, Sylosis, Cattle Decapitation, Revocation und Konsorten kommen so auf ihre Kosten. Ja, es ist vertracktes Songwriting, "welcome to the labyrinth of death, hell yeah!" Aufgenommen wurde «Embers Gathering» mit Jackson Ward im Strata Recording, was bretterhart, wandmässig, messerscharf und klar rüber trollert. Luciferium War Graphics kreierte das Cover-Artwork, ein herrliches Masterpiece an Traumwelten beinhaltet, welches gut und gerne das Blut in den Adern gefrieren mag, die Hühnerhaut zum Vorschein trägt und..., mystisch, eben, schreib ich doch. Nun, die beiden Gitarren wechseln sich stetig ab mit den abstrakten Riffs, die eine mal etwas mehr blackadesk, die andere dann wieder mehr deathig. Die eine dann wieder mal mit herrlichen Melodiebögen zelebrierend, die andere dann mal mit kurzen, solodesken Shred-Attacken.

Die eine dann wieder mal schwer liegend distortioniert, die andere dann mal kurz in cleanem Modus vibrierend. Der Tieftöner ebenfalls sehr virtuos, passt sich den zwei Gitarren an und doch tänzelt dieser dann öfters autark in noch ungehörte und ungespielte Welten hinein, was dem ganzen Soundwriting eine frickelnd-apokalyptische Note verleiht. Das artet dann so in Sphären à la Rings Of Saturn aus. Die Drums grinden, blasten, double-bassen, cymbalisieren wild gestikulierend, tomisieren breakend. Die Snare ist sowas von trocken und straight, perfekt und wird höllisch geliebt. Die Vocals sind guttural, kurz clean, dann wieder so richtig schweinchen-fick, quiekend-guttural, bösartig, ringelschwänzchenmässig, screamend, shoutend, ja, die ganze Bandbreite der Stimmbänder voll eingesetzt. Ja, auch Fleshbore besitzen Schmackes und grosses Potenzial mit ihrem überaus finsteren Erstling. Anspieltipps wären da wohl «Careless Preacher», «Cynicism», «Revivified» und «Embers Gathering». Nochmals, höllisch zum Abschluss, ein abstrakter Mosh-Pit.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Q2OtNXpIYHY

 

Donnerstag, 19 August 2021 08:04
Tags
v. 10 Punkten: 6.0

Wieder mal ein Projekt, bei dem sich einige bekannte Künstler die Klinke in die Hand geben.

Mastermind des Ganzen ist Trommler Mirka Rattanen (King Company), der sich zum Beispiel Johnny Gioeli (Hardline, Axel Rudi Pell), Danny Vaughn (Etikette) oder Rick Altzi (Herman Frank, Masterplan) ins Studio holte. So leben die Tracks auf «Come One Come All» von den jeweiligen Shoutern, und es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass «Desperate Cry», dank Johnny, heraus ragt. Daneben befindet sich viel Interessantes, aber kaum was Bewegendes auf dieser Scheibe. Typischer schwedisch/finnischer Metal/Hard Rock halt, dem ich aber lieber die grossen Helden wie Europe, Treat oder Talisman vorziehe. Klar, Mirka versuchte den Sängern die Lieder auf den Leib zu schreiben. So erklingt «Sheriff Oft Ghost Town» mit dem ehemaligen Nightwish-Member Marco Hietala deshalb symphonischer als die anderen Tracks. Aber ehrlich, einen solchen Wanderzirkus braucht es heute nicht mehr. Dem würden die finanziellen Reserven sehr schnell ausgehen und die Künstler sich im gleichen Tempo wieder ihren Haupt-Engagements zuwenden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iCC2KRR4YCs

 

Mittwoch, 18 August 2021 06:55
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Die dänischen Killing biegen mit ihrem Debüt-Album ums Eck und mähen dabei alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt.

Mit viel Humor in den (Arsch-) Backen hüstelt sich Sänger Rasmus am Ende des Openers «Kill Everyone» sein Geschrei aus dem Hals. Ansonsten sind es die schnellen Parts, die immer wieder an alte Metallica, ganz frühe Slayer, Kreator und Artillery erinnern. Es ist eine Rifforgie, die sich gewaschen hat und welche das Quartett von seiner spielfreudigen Seite zeigt. Aber nicht davor täuschen kann, dass noch nicht alles so metallisch perfekt ist wie von ihren Helden, denen sie nacheifern. Ganz klar, den Jungs strahlt die Aggressivität aus dem Allerwertesten und die Angepisstheit ist in jeder Note zu spüren. Was den Herren jedoch fehlt, sind mehr Lieder wie «Legion Of Hate», ein Hit, welcher dem Album und der Truppe das "Leben" rettet. Hier stimmen die Geschwindigkeit, das filigrane Spiel der Gitarren und der Gesang perfekt überein. Sogar der Chorus weiss zu gefallen, wie auch die solistischen Einlagen. Sehr gut auch die Celtic Frost Parts beim Rausschmeisser «Killed In Action» mit akustischen Parts vor den Solo. Genau solche Nummern hätte es mehr gebraucht, um dem Album mehr Abwechslung zu verleihen. Aber da wiederhole ich mich, denn das ist eines der ganz grossen Probleme der jüngeren Thrash-Truppen. Am Schluss bleibt «Face The Madness» aber ein Debüt-Album, das auf weitere (Gross-) Taten hoffen lässt und ich mir sicher bin, dass die Jungs ihre Fans finden werden. Antesten lohnt sich auf jeden Fall!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/t9iBLQsAI6M

 

Mittwoch, 18 August 2021 06:50
Tags
v. 10 Punkten: 7.5

Die als Sängerin und Songwriterin bekannte Kristina Esfandiari präsentiert mit King Woman ein Projekt von vielen. Das zweite Album «Celestial Blues» ist alles andere als leicht verdauliche Kost.

Mit dem Titeltrack «Celestial Blues» wird pure Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit vertont. Musikalisch ist es dissonanter Doom, der von einer aussergewöhnlichen Gesangsperformance lebt. In aller Ruhe kommt «Morning Star» aus den Boxen, wird dann aber mit kurzen und heftigen Riffs mächtig durchgeschüttelt. Durch diese Abwechslung gewinnt der Song extrem an Intensität. «Boghz» kommt mit melancholischem Wehklage-Gesang und besinnlicher Begleitmusik. Durch eben diesen Gesang entsteht eine bedrohliche Hektik, die auch durch die restlichen Musiker umgesetzt wird. Zum Schluss verliert sich die Nummer aber in bodenloser Belanglosigkeit. Die ruhigen Anfänge scheinen bei King Woman Tradition zu haben, so startet auch «Golgotha» tiefenentspannt und mit zart gehauchtem Gesang. Leider plätschert der Rest dann aber ereignislos vor sich hin, und das schräge Geigenspiel setzt dem Ganzen noch die Krone auf. «Coil» ist auf das Minimum reduziert und besteht vor allem aus einem Riff und geflüstertem Gesang. Dementsprechend kaputt klingt dann das Resultat. Mit einem Hauch von Orient beginnt «Entwined», und auch hier wird sämtliche Kraft und Stärke aus der unendlichen Ruhe gezogen und ist arm an Höhepunkten. «Psych Wound» ist sehr verstörend und hinterlässt garantiert irgendwelche tiefen Wunden, ein Paradebeispiel für Minimalismus. Voller Ruhe gibt sich auch «Ruse», und so fliesst die Chose wie ein Rinnsal dahin. Wer bis hierher beim Lauschen von King Woman noch nicht depressiv geworden ist, kriegt mit «Paradise Lost» nochmals eine Gelegenheit. Dieser Schlusssong strotzt nur so vor Melancholie und Hoffnungslosigkeit, dass es einem wirklich droht, auf das Gemüt zu schlagen. Wer auf der Suche nach einem Soundtrack zur Depression ist, könnte mit «Celestial Blues» von King Woman fündig werden!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tk-rxh1xmKs

 

Dienstag, 17 August 2021 07:33
Tags
v. 10 Punkten: 9.0

Zum zweiten Mal gibt es von Groza modernen Black Metal auf die Mütze. Der Zweitling der deutschen Band nennt sich «The Redemptive End».

Das Spektakel nimmt mit «Sunken In Styx -Part 1 Sumersion» seinen Lauf. Dieser Song ist ein behutsamer Einstieg und eigentlich mehr ein Intro als ein Song. Mit «Sunken In Styx -Part II Descent» geht es mächtig ab und es wird schnell gespielter Black Metal mit dem gewissen Etwas geboten, nämlich mit einer gehörigen Portion Melodie! Mit diesem Gespür für Melodien wird gewaltig für Abwechslung gesorgt! Mit einer grossartigen Melodie, kann auch «Elegance Of Irony» punkten. Das Tempo wird zurück gefahren, und so entsteht aus dem Song eine richtige Hymne! Mit einem epischen Riff startet «Nil» und setzt voll auf Atmosphäre anstelle von purer Raserei. So entfalten sich Groza zu einem mächtigen Groove-Monster! Überschall-mässig bricht der Titeltrack «The Redemptive End» wie ein Tornado über die Zuhörer herein. Das ist sehr stark gespielter und zugleich sehr moderner Black Metal, der über viele verschiedene Facetten verfügt. Der verträumte Mittelteil ist viel mehr als nur eine Verschnaufpause zum Durchatmen. Dass Groza auch in der Lage sind, überlange Songs zu schreiben, haben sie schon mit dem vorherigen Material bewiesen. Das Meisterstück in dieser Hinsicht ist aber der letzte Song «Homewards», der sich über zehn Minuten hinzieht und das ohne nur einen Funken von Langeweile aufkommen zu lassen. Imposant, wie es Groza immer wieder gelingt, unvergessliche Melodien aus dem Hut zu zaubern! «The Redemptive End» ist Pflichtstoff für Fans von modernem und schnellem Black Metal!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hUhHKuAY2cE

 

Dienstag, 17 August 2021 07:21
Tags
v. 10 Punkten: 8.5

Ok..., das soll ein Debüt-Album sein? Wow. Sauber produziert, entsprechend abgemischt, da könnte sich so manche Band davon eine dicke Scheibe abschneiden. Echt jetzt.

Trouble Is liefern hier mit «Wholehearted» ein überzeugendes Album ab, das meiner Meinung nach so ziemlich allen Freunden des Blues Rock gefallen dürfte. Wer jetzt Joe Bonamassa oder Popa Chubby im Gedächtnis hat, der liegt komplett richtig. Trouble Is spielen unaufgeregten, sehr gefühlvollen Rock mit sehr heftiger Blues-Schlagseite, immer etwas melancholisch, aber nie niederschmetternd, sondern ehrlich, authentisch. Braucht man gar nicht mehr dazu zu schreiben. Das Duo (!) spielt sich mit vollem Anlauf und rockig/rauhem Gesang ohne Umschweife in die Herzen der eher schwermütigen Rocker. Ergreifend!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AYPVxUn8qDc

 

Montag, 16 August 2021 08:28
Tags
v. 10 Punkten: 8.9

Während die Pandemie die ganze Welt sowie das Musikbusiness ausgebremst hat, war auch der grösste brasilianische Thrash Metal Export Sepultura zum Rumsitzen verdonnert.

Statt aber wie ein Tiger im Käfig irre auf und ab zu gehen, hat die Truppe ein spezielles Projekt ins Leben gerufen. Um dem Gefühl der Isolation zu entfliehen, luden die Thrasher jede Woche einen anderen hochkarätigen Musiker für ihrem Podcast ein. Jedoch nicht nur um dort ein Wörtchen mitzureden, sondern um wöchentlich einen Sepultura-Klassiker zum Besten zu geben. So gelang es dem Vierer, internationale Stars wie David Ellefson, Scott Ian, Danko Jones, Devin Townsend, Matt Heafy und viele mehr aus ihrem sicheren Zuhause zuzuschalten und gemeinsam die Sau raus zu lassen. Dadurch entstanden fünfzehn bekannte Titel, die teilweise in ganz neuem Kleid daher kommen. «SepulQuarta» nennt sich das gute Stück und ist irgendwie ein Livealbum, das aber trotzdem keines ist. Andreas Kisser (Gitarre) hat die Songs im eigenen Studio aufbereitet und für den finalen Mix zeigt sich Conrado Ruther verantwortlich. Unter den Tracks sind nicht nur Kracher erster Güte, sondern auch experimentelle Songs wie «Ratamahatta» oder «Kaiowas». Die vermögen zwar nicht wirklich zu zünden, verleihen dem Album aber einen ganz speziellen "Spirit". Die Songauswahl entstand immer zufällig durch die Gespräche mit den verschiedenen Gästen, die Themen von Geschichte, Musik, Politik bis Sport und Philosophie beinhalteten. «SepulQuarta» ist als CD, 2LP und auf allen Streamingplattformen erwerbbar. Ein echt gelungener und spannender Einblick in viele Phasen von Sepulturas Karriere.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/z5dLg0YFcps

 

Montag, 16 August 2021 08:23
Tags
v. 10 Punkten: 8.0

Noch ein weiteres Projekt, das aus Persuader-Gitarrist Emil Norberg und Meistersänger Doogie White (MSG, Rainbow) besteht.

Über Doogie muss man nichts mehr schreiben. Der schottische Lausbub gehört zu den besten Sängern des Hard Rocks und hat mit Rainbow und Michael Schenker einige sehr tolle Scheiben veröffentlicht. «Isle Of Wrath» liegt dann auch musikalisch irgendwo zwischen Rainbow und MSG. Das beweist schon der Opener «Deal With The Preacher». «Raging Silence» könnte hingegen auch gut auf «Lipservice» von Gotthard stehen. Das getragene «Hell Hath No Fury» und das schnelle «Master Of Illusion» wären beide gute Tracks für die letzte Rainbow-Scheibe («Stranger In Us All») gewesen, während «Steeltown» bestens bei MSG aufgehoben wäre. Die Ballade «Never Wrote A Love Song» passt dabei ebenso gut ins Gesamtbild, wie der Abschlusstrack «We Don't Shoot Our Wounded». «Isle Of Wrath» ist ein gutes, traditionelles Hard Rock Album geworden. Auch wenn die grossen Hits oder Evergreens fehlen, müssen alle Fans von Rainbow und MSG hier unbedingt rein hören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5VrVauWEZwo

 

Montag, 16 August 2021 08:17
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

1985 wurde das Debüt-Album der belgischen Band Breathless veröffentlicht. Nun wird das Teil neu aufgelegt, wie so viele alte 80er-Alben.

Hören wir also mal rein in das Teil. Wie vermutet, zelebrieren die Belgier puren 80er Heavy Metal. Die Mucke ist echt cool, messerscharfe Metal-Riffs treffen dabei auf treibende Drums. Das Ganze klingt sehr lebendig, wild und eben heavy. Nur, und jetzt kommts, Frontmann Pascal Remans kreischt mir zu viel in den hohen Lagen herum, meistens jedenfalls. Wenns dann mal aber etwas ruhiger zu und her geht, wie bei «Lost Tales Of Reality», klingt das doch gleich viel besser. Die Musik der Belgier erinnert stellenweise an frühe Iron Maiden, wie das halt so üblich war mit 80er-Jahre Metal-Bands. Besonders das starke «Nobodys Perfect» erinnert an die eisernen Jungfrauen und ist meiner Meinung nach eines der Highlights dieses Albums. Auch der Gesang kommt hier viel besser und variabler rüber. Abgeschlossen wir mit dem ebenfalls starken «On The Wings Of The Dragon», ein sehr interessanter Song. Man spürt hier den tollen Spirit des 80er-Jahre Metal. Es macht echt Spass, «Breathless» anzuhören und in den Erinnerungen der guten alten Zeiten zu verweilen. Dies ist für alle, die diese Ära etwas vermissen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/g1KWmEf-7KA

 

Samstag, 14 August 2021 13:30

Die Engländer Blood Red Saints spielen lockeren Melodic Rock, der mit dem Opener «This Ain't A Love Song» sofort in die Beine geht.

Die Keyboards stehen ebenso im Mittelpunkt, wie die Gitarre und die Melodien. So gefällt «Love Like War» von der ersten Sekunde an, das sich mit einem einprägsamen Refrain und Chören der Sorte Honeymoon Suite oder Loverboy einen Weg in die Gedankenstube fräst. Es sind diese lockeren und verspielten Momente, die an die melodischeren Sachen von Night Ranger erinnern oder die rockigeren Parts von Journey, wie bei «Heaven In The Headlights». Dieses Level zieht sich durch das ganze Album hindurch und wird dabei ein bisschen schneller («Caught In The Wreckage») oder melodischer («Breathe Again») vorgetragen. Die Hits (in meinen Augen) sind der Titelsong, «All I Wanna Do» und «Alibi», die mit einem wirklich kleinen Seitenblick mit Def Leppard auf Tuchfühlung gehen. Ein gutes Melodic-Album, das sicher auch unserem Rockslave gefallen wird.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HjFh6S-K5pU

Samstag, 14 August 2021 13:21
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

Endlich darf ich Euch die vollständige Review der EP «Fight For Us» vorstellen, und das Fazit muss ich gleich vorneweg nehmen. Dies ist ein geiler Schlag aus der Melodeath-Ecke und den will man gleich mehrfach einstecken!

Im Juni durften Fans dieses aufregenden Subgenres bereits die vielversprechende und sehr gelungene erste Singleauskopplung der ersten EP entdecken. Im Juli gab es dann den zweiten Song und schliesslich erhalten wir im August den dritten und letzten sowie die gesamte EP als Onlinerelease und können nun das Gesamtbild geniessen. Ursprünglich spielte die Gruppe als Project Penny und später als Red Fire Dragon, doch da beide Namen nicht wirklich zur Musik passten, wurde auf der Erzählung «Der Sandmann» von E. T. A. Hoffmann basierend, der Name Ophelia's Eye gewählt. Passend zur Lektüre und somit auch ein wenig düster klingt auch die Musik. Begriffe wie "fesselnde Riffs" werden im Metal zwar ziemlich häufig verwendet, doch anders kann man es nicht in Worte fassen. Um die EP ein wenig bildlicher zu beschreiben, fällt mir folgende Beschreibung ein: Moderner Metal betritt altbewährte Pfade des Melodic Death.

Noch vertreibt die Band alles in Eigenregie, doch mit einem Label dürfte diese sympathische Truppe bald auch grössere Erfolge feiern. Das hochpräzise Instrumentenspiel und die sehr ansprechenden Growls des Frontmannes Michel Egloff-Sieber sind Merkmale, welche sich konstant durch alle Songs hindurch ziehen. Hier dürften sich viele neue Bands nochmal hinter die Bücher verkriechen. Nur eine tolle Single und dann ein mittelmässiges Album (oder EP), das passiert zu oft. Diese Band hat ihre Hausaufgaben aber sehr gewissenhaft erledigt und die Zeit ordentlich in Vorbereitungen investiert. Das Endergebnis ist mehr als überzeugend. Ja, die Mona wieder mit ihrer Standardleier über Debüts und wie schwierig es ist, diese überzeugend entstehen zu lassen. Ja, ich wieder. Hier habe ich aber nichts auszusetzen. So muss ein Erstling aussehen! Jeder Song hat es in sich, keine bemerkbaren Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Songs und definitiv ein ganz eigener Sound, obwohl er sehr genretypisch ist.

Ein winziger Kritikpunkt wäre vielleicht anzubringen – denn zu sehr in den Himmel loben sollte man ja bekanntlich niemanden - dass die Songs sich im ersten Moment nämlich sehr ähnlich anhören, und wenn man nicht genau zuhört, könnte man zunächst meinen, es sei derselbe. Mit etwas Hingabe zur Musik, und wenn man sich darauf konzentriert merkt man aber, dass dem nicht so ist. Und wenn auch - es ist ja auch nichts Schlechtes, man erkennt zumindest klar eine Konstante im Stil der Band. Somit ganz klare Empfehlung. Als ich im Ende Februar 2020 die erste Show der jungen Band fotografieren und reviewen durfte, fiel mir auf, dass die Jungs genau wissen, was sie machen und dass da grosses Potenzial besteht. Dies wurde mir abermals bestätigt, und sobald Liveshows hoffentlich wieder ein Ding der Alltäglichkeit sein dürfen, empfehle ich ein weiteres Mal, Ophelia's Eye auf dem Radar zu behalten. Und nun genug gequatscht. Die Sachlage ist ja wohl klar. Mit «Fight For Us» erhalten Melodeath Fans einen soliden Schlag in die Magengrube, und den steckt man gerne auch mehrmals ein.
Mona

https://www.youtube.com/embed/-E40wDgy8w8

Freitag, 13 August 2021 07:50

Es gibt wohl nichts Geileres, als wenn man keine Ahnung hat was einen erwartet, sobald man den Opener eines Albums anfängt zu spielen und schon nach wenigen Sekunden weiss, dass hier der Bär tanzt. The Cold Stares schaffen das locker, und es wird Zeit, dass diese Hammerband endlich aus dem Schatten heraus tritt!

Hört man sich die Mucke der Amis an, fällt einem neben dem ziemlich voluminösen Gitarrensound auch gleich das oberfett eingefangene Schlagzeugspiel auf. Mit dem Gesang und einem allfälligen Bassisten wären wir somit bei einer Four-piece Band, doch weit gefehlt! The Cold Stares sind ein Duo (!) und bestehen seit 2010 aus Chris Tapp (v/g) und Brian Mullins (d). Zuvor in einigen anderen Combos unterwegs, trafen sich beiden Protagonisten beim Jammen und fanden bald die funktionierende Formel. Dass sowas bei gutem Songwriting durchaus Zukunft haben kann, bewiesen unter anderem die Briten von Royal Blood, die ihre drei bisherigen Alben in der Heimat jeweils an die Spitze der Charts stellten! Ob das in den US of A auch funktioniert ist zwar fraglich, aber das neue, respektive vierte Album «Heavy Shoes» besitzt auf jeden Fall das Potenzial zu etwas ganz Grossem, sofern es denn auch entdeckt wird. Der kernige Rock mit 70er Flair und dezent eingestreuten Orgelklängen geht runter wie Öl. Zwischendurch klingt der Gesang von Chris etwas nach Billy F Gibbons (ZZ Top) und Ricky Warwick (Ex-The Almighty, Black Star Riders), heisst passt mit etwas angerautem Timbre und Kraft zugleich wie Arsch auf Eimer!

Die insgesamt zwölf Songs bringen es auf knapp 39 Minuten und bewegen sich allesamt auf Augenhöhe. Staubtrocken und gleichzeitig mit mächtig Wumms versehen, schreit diese Chose unmissverständlich nach Vinyl, das unter anderem als edle goldene Edition zu haben ist. Just killers and no fillers, und dem Vernehmen nach bringen die beiden ihren Studio-Sound adäquat auf die Bühne. «Election Blues» würde ausserdem auch Greta Van Fleet sehr gut zu Gesicht stehen, und nächstes Jahr steht unter anderem ein Auftritt mit Joe Bonamassa auf dem Programm. Vorher wird man die Jungs allerdings und leider nur in den Staaten erleben können. Hoffentlich bewirken viele gute Reviews in Europa, und davon wird es eine Menge absetzen, dass dieses Edel-Duo den alten Kontinent möglichst bald betreten wird. Ich vermute jetzt mal stark, dass The Cold Stares bisher noch nie in unseren Breitengraden aufgetaucht sind. Mit dem bestehenden Backkatalog liesse sich gar eine Headliner-Tour auf die Beine stellen, aber zuerst braucht es hier gute Support-Slots und entsprechende Festival-Auftritte wie beim "Sweden Rock Festival" in Norje (S). Verdient hätten sie es ohne mit der Wimper zu zucken und wären eine echte Bereicherung der Szene.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_3g5Ch5ykFE

 

Freitag, 13 August 2021 07:46
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

22 Thrash-Keulen schmeisst uns der Vierer von Destruction um die Ohren. Aufgenommen im schweizerischen Z7 in Pratteln, inmitten der Corona-Krise.

Unglaublich, was die Veteranen und Gründer des germanischen Thrash Metals hier abliefern. Eine Live-Scheibe, die zu einem Klassiker werden wird. Dies auch dank dem wohl besten Line-up seit Jahren. Mit Ur-Gitarrist Mike, Trommler Randy Black (der haut endlich wieder organisch rein!) und Damir Eskic an der zweiten Gitarre ist es nicht nur der Opener «Born To Parish», sondern auch das folgende «Death Trap», die gleich den Takt vorgeben. Kompromisslos, ohne Wenn und Aber, verspielt und mit einem unglaublichen Druck vorgetragen, zeigen die Jungs, wer zu den Besten ihres Faches zählt. Quer durch ihre musikalische Vergangenheit spielen sich Destruction in eine wahre Euphorie hinein. Dabei kommen auch längst in der Kiste vor sich hin modernde Tracks wie «Armageddonizer», «Sign Of Fear» und eine der geilsten Nummern, nämlich «Under Attack» ans Tageslicht zurück. Logisch fehlen die Klassiker wie «Mad Butcher», «Thrash Till' Death», «Antichrist», «Invisible Force», «Bestial Invasion», «Curse The Gods», oder «Total Desaster» nicht. Im Vergleich zu «Born To Thrash» (Live-Album aus dem letzten Jahr), das eher eine «Best-Of Live» war, ist «Live Attack», nebst als DCD auch als Blu-ray erhältlich, ein wirklich starkes Dokument einer wegweisenden Truppe. Es sind nicht nur die unglaubliche Gitarrenarbeit und die fette Rhythmus-Truppe, sondern einmal mehr der prägende Gesang von Schmier, welcher den Tracks den unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Sehr geile Doppel-Live-Scheibe. Muss man als Thrasher haben, denn dieses Album wird, wie schon erwähnt, zu einem Klassiker!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JNGIlrlalh0

 

Freitag, 13 August 2021 07:40
Tags
v. 10 Punkten: keine Wertung

"Once I had a dream, and this is it." Damit beginnt das monumentale Werk «Once» der finnischen Symphonic Metal Band Nightwish.

Das Album hat es in sich! Der zuvor zitierte Opener «Dark Chest Of Wonders» schafft eine tolle Kombination zwischen tiefen, brachialen Gitarrenklängen, packenden, melodiösen Symphonie-Einlagen und fesselndem Refrain. Darauf folgt der Nightwish-Hit «Wish I Had An Angel», ein hartes, energiereiches Duett zwischen Tarja Turunen und Marco Hietala. Weitere Hits wie das schöne, emotionale «Nemo», der absolute Power-Track «Planet Hell» oder das brachiale, hochkomplexe «Romanticide» heben «Once» zu einem in sich perfekt abgeschlossenen und durchgängig fantastischem Album heran. «Creek Mary's Blood» ist eine berührende Power-Ballade, welche sich mit Pipes und interessantem Indianer-Gesang abhebt. Auch das ruhige «Kuolema Tekee Taiteilijan» sticht heraus – in der ganzen Nightwish-Geschichte ist dies wohl das einzige Lied auf finnisch. Zuoberst steht jedoch (zumindest meiner Meinung nach) das absolute Meisterwerk «Ghost Love Score». Das zehnminütige Lied beinhaltet einen fesselnden Verlauf mit Ups and Downs, die symphonische und instrumentale Komplexität strahlt und die Lyrics berühren immer wieder aufs Neue. «Once» zeichnet sich durch tiefes Gitarrenrattern, treibende Drumbeats, virtuose Keyboard-Einlagen und eingängige Gesangsmelodien aus.

Die symphonischen Elemente sind mal mehr, mal weniger betont; so entsteht Power, ohne allzu kitschig zu werden. Die Lieder sind allesamt "straight forward", auf den Punkt gebracht. Es entsteht eine abwechslungsreiche Dynamik, sodass «Once» durchgängig interessant bleibt. Siebzehn Jahre ist es her, seit die Platte 2004 veröffentlicht wurde. Es ist das letzte Album mit der Gründungssängerin Tarja Turunen; die darauffolgende Tournee wurde im Nachhinein als «End of an Era» bezeichnet. Nightwish haben in ihren fünfundzwanzig Jahren Bandgeschichte einen grossen Stilwandel durchlebt. «Once» ist darunter meiner Meinung nach das Album, auf das immer wieder zurück gegriffen wird und das in seiner Energie und Brillanz heraus sticht. Nun gibt es eine Wiederveröffentlichung, bei der einerseits die Songs remastert wurden, andererseits folgen auf die elf Tracks alle Lieder nochmals als Instrumental-Version. Ehrlich gesagt ist zwischen der Erstveröffentlichung und der remasterten Version nicht allzu viel Unterschied bemerkbar. Die Lieder wirken etwas kompakter, frischer und sind mit mehr Bass ausgestattet. Die Instrumental-Versionen sind allerdings wirklich interessant anzuhören. Na ja, nur selten würde ich ein ganzes Album mit dem Wort "Perfektion" beschreiben – «Once» ist eines davon.
Sina

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JYjIlHWBAVo"

Seite durchsuchen

Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account