Dienstag, 07. Februar 2023

Metal Factory since 1999

Dienstag, 07 Februar 2023 06:46

Die Jungs aus Minsk feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen und bringen pünktlich zum Jubiläum ihr drittes Album unter die Leute.

Nicht mal 31 Minuten dauert der Höllenritt auf dieser Scheibe. Höllenritt deshalb, weil Ominous Scriptures brutalen Death Metal spielen, wobei die Band den Vergleich zu Mortician sicher als Kompliment auffassen würde. Das heisst konkret, hier wird einfach alles in Grund und Boden gewalzt. Der Sänger growlt dermassen tief und monoton, dass schnell das Gefühl von Wiederholung aufkommt, was die Band aber immer wieder auffängt, indem sie gekonnt mit dem Tempo variiert, was die Songs auf ein höheres Niveau hievt und für Abwechslung sorgt. Besonders der Titeltrack ist gut gelungen, aber auch der Rausschmeisser «Codex Rescriptus» überzeugt durch seine perfekte Mischung aus schnellen und groovigen Parts. Ansonsten knüppeln sich die Weissrussen humorlos durch die acht Tracks hindurch und sind dabei nicht besonders innovativ oder gar überragend, was aber in diesem doch limitierten Genre auch nicht einfach (oder gefragt) ist.  «Rituals Of Mass Self-Ignition» ist schlussendlich ein grundsolides Brutal Death Album geworden, das sich Fans von Mortician, Dying Fetus und Suffocation blind ins Regal stellen können. Als Wut-Katalysator eignet sich diese halbe Stunde Musik auf jeden Fall ausgezeichnet!
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Gz23Ssemepk

Dienstag, 07 Februar 2023 06:40

Die Leere der Leere und die Tiefe des Abgrunds in Klang verwandeln, so wird auf dem "Info-Sheet" von FVNERALS der Sound auf dem dritten full-length Album «Let The Earth Be Silent» beschrieben, und das mit der Leere ist nicht mal so abwegig!

Das Duo Tiffany Ström (Vocals/Bass/Guitar) und Syd Scarlet (Guitar) aus Südengland (Seebad Brighton) wurde im Jahr 2013 gegründet und verkörpert mit ihrem brachialen Dark Ambient Doom ein düsteres Konzept mit einer Prise Post Rock. Im Gründungsjahr 2013 erschien die EP «The Hours», worauf im 2014 das erste Langdreher «The Light» folgte, was die Genre-Gemeinschaft schon einmal aufweckte. Im Jahre 2015 erschien die zweite EP «The Path», gefolgt von der zweiten LP «Wounds» im 2016, die nun aber gehörig Anklang fand und bis dato das Beste ist, was von Fvnerals auf Vinyl veröffentlicht wurde. Die zum x-ten Mal angesprochene Leere ist mir persönlich nur von den Amerikanern It Is I mit ihrem Industrial Doom-Sludge bekannt. Nach sieben langen Jahren des Wartens veröffentlicht nun das Duo, verstärkt mit Gastmusiker Thomas Vaccargiu (Drums) den dritten Longplayer «Let The Earth Be Silent».

Auch wenn das neue Material noch schwärzer und pessimistischer als der Vorgänger daher kommt und eigentlich keiner der enthaltenen Tracks im Grundaufbau nicht ansprechend gespielt ist, sind doch Defizite im Bereich der Komplexität bezüglich Ideenreichtum der dunklen Leere spürbar. Zu viel ist gewollt und müsste nicht sein, zu viel ist in die Länge gezogen, was zwar im Genre-Typenbereich durchaus praktiziert wird und seine Daseinsberechtigung hat, aber in diesem Fall nicht glaubwürdig rüber kommt, so zum Beispiel im Track «For Horror Eats The Light»! Und doch hat «Let The Earth Be Silent» durchaus auch Glanzlichter in der Dunkelheit zu bieten. So ist das Songwriting gespickt von Depression, Isolation und Verzweiflung, die diese Existenz der Leere mit sich bringt und aus jeder einzelnen Note heraus fliesst, wiedergegeben im Track «Annihilation», der mit seinen eindringlich gesprochenen Worten und harmonierend mit dem vom Dark Ambient Intro erzeugten Stimmungsbogen vorzüglich ins Gefüge von Fvnerals passt. Wer auf monotonen Dark Ambient Doom ohne Wenn und Aber steht, sollte unbedingt in «Let The Earth Be Silent» reinhören und sich in der kalten Leere schweben lassen.
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ASDitNErd-Q

Montag, 06 Februar 2023 06:07
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v. 10 Punkten: 8.0

Man darf den Mastermind "Roman V." durchaus als Kult-Visionär im Genre Post Black Metal der Neuzeit bezeichnen. Bevor der in Russland, Barnaul, Region Altai (im Süden Westsibiriens) geborene Multiinstrumentalist zur Musik fand, war er zunächst Dichter und steht auf der Suche nach Identität und philosophischen Antworten auf Fragen nach dem Sein oder nicht sein. Seit einigen Jahren hat "Roman V." seinen Lebensmittelpunkt nach Norwegen, sprich Oslo verlagert, wo er sein ideologisches und musikalisches Schaffen auslebt.

Gegründet wurden BIZARREKULT im Jahre 2005, und der mystische Bandverlauf liest sich wie ein zersetztes Gedicht, war man von 2005 bis 2007, 2009 bis 2010 und ab 2019 bis heute aktiv mit grossen Jahreslücken unterwegs, und so ist die gegenwärtige Konstellation nicht verwunderlich, dass ein relative kleiner Schaffens-Ausweis von "Roman V." zu Buche steht. Mit dem Demo «Bizarrekult» aus dem Jahre 2006 und der Split «Theosophie/ Bizarrekult» von 2008 folgte nach beschriebener Jahreslücke im 2019 die EP «Join the Kult», die bis heute eine meiner persönlichen Favoriten im Genre Post Black Metal ist. Im Jahre 2021 wurde die erste Longplayer «Vi Overlevde» veröffentlicht, der mit ansprechender Anerkennung der Genre-Anhängerschaft gewürdigt wurde. Und nun, mit «Den Tapte Krigen» steht das zweite full-length Album an, und diese Scheibe hat es im wahrsten Sinne in sich! Schon für sich alleine steht die pulsierende Produktion als eines der Highlights von «Den Tapte Krigen», gefolgt von der qualitativ bemerkenswerten Recording-Instrumentalisten-Fraktion um "Roman V." (Vocals/Guitar/Bass) mit Ignat Pomazkov (Guitar), Alexander Pryakhin (Drums) und "Dina" (Vocals).

Letztere ist übrigens seine Ehefrau und bringt das gewisse Etwas in die Clean-Vocals-Bögen ein. Abschliessend der Lobeshymnen sei die Tatsache erwähnt, dass die einzelnen treibenden Tracks nie langweilig, respektive wiederholend wirken, und zu guter Letzt rundet das gelungene Artwork-Cover die Chose philosophisch  wie identitätszerrend ab. Ohne sich die Blösse zu geben oder kopierend zu wirken, sind Parallelen zu Bands wie den Schweden Bathory oder Svältvinter, den Amerikanern Oceans Of Slumber oder aus Deutschland Der Weg Einer Freiheit nicht von der Hand zu weisen. Bizarrekult verstehen es jedoch gekonnt, ihren eigenen Sound zu kreieren und in einer ideologischen Abhandlung unter die Leute zu bringen. Zudem zeigt uns "Roman V." mit dem Vergleich zu den genannten Bands, auch sein zeitoffenes Repertoire als Schaffens-Zeugnis der Genres Black Metal, Post Black Metal oder Progressive Metal. Anspieltipps aus meiner persönlichen Sicht sind sicher der Titeltrack «Den Tapte Krigen» und «Himmelen er Utilgjengelig». Ich bin gespannt, aus welchem Blickwinkel Ihr als Endkonsumenten die ganze Sache seht!
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qbeTRS45aiI

Montag, 06 Februar 2023 06:00
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die acht Songs dieses Projekts wurden bereits 1991 aufgenommen. Die beiden Bikerfreunde Steve Vai und Johnny Gash Sombrotto hauten die Songs in kurzer Zeit, respektive zusammen im Studio heraus.

Songs wie das coole «Woman Fever» begeistern jeden Rock- und Biker-Fan. Auch das schnelle «Busted» gefällt sehr gut. Steve spielt hier sehr songdienlich, heisst ohne grosse Schnörkel und Gefrickel. Bei den einzelnen Tracks steht immer die Gesangsmelodie im Vordergrund. Ami-Rock, der zeitweise an Extreme erinnert, aber auch den Spirit der 70er gekonnt einfängt. Das rockige «Danger Zone» könnte glatt auf einem Hardline-Album zu finden sein. Ebenso das folgende «New Generation», eine Mischung aus Hardline und Def Leppard. Hier werden acht zeitlos coole Rock-Songs geboten, die einfach rocken und Spass machen. Vai spielte hier natürlich eigenhändig alle Gitarren- und Bass-Parts ein. An den Drummer kann sich Steve allerdings nicht mehr erinnern, und Gash veredelt alle Songs mit seiner klasse Rock-Stimme. «Vai / Gash» ist ein absolut gelungenes Rock-Album. Zeitlos geil, ohne Ausfälle und nicht nur für Vai-Fans.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AkbnEj2yDw0

Samstag, 04 Februar 2023 09:12
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v. 10 Punkten: 8.5

Nach dem Schwedentod schielen die Fans oft an die Ostküste New Yorks, wenn es um frischen Sound der derben Art geht. Bands wie Suffocation oder Dying Fetus stehen dafür gerne Pate.

Fleshgore stammen zwar nicht aus den USA, werden aber "für Fans von…" im Promo-Material angekündigt. Na, wenn das mal bloss nicht zu hochgegriffen ist. Keinesfalls! Die Ukrainer Fleshgore treiben seit 2000 ihr Unwesen, haben bereits fünf Longplayer veröffentlicht und es sogar geschafft, mit mehreren Besetzungswechseln, ein sechstes Album heraus zu bringen. «Carnival Of Flesh» heisst das Teil und ist ein Killer! «Carnival Of Flesh» ist NYDM pur. Die Platte brettert mit so vielen gottverdammten Grooves und Slams, dass sogar hartgesottenen Profis die Hand schmerzen würde. Buchstäblich jeder Song auf diesem Album trägt eine Art Dying Fetus- oder Suffocation-artiges Stampfen in sich.

Das Album knallt ab dem Opener «Distorted Lights», groovt massiv beim Titeltrack, walzt mörderisch unter «Inhuman Existence» oder findet sich in einer harmonischen Verwüstung bei «Buried Truth» wieder. Die Scheibe läuft mehr als rund, und erst wenn man nach dem Rausschmeisser «Ad Astra» gegen die Wand knallt, bemerkt man die plötzliche Stille, die einen wieder umgibt. All dies wird mit einem schönen, messerscharfen Gitarrensound und Gesang des italienischen Sängers Michele Borniotto wiedergegeben, der tiefe Growls und hohe Shouts mit Souveränität meistert. «Carnival Of Flesh» könnte durchaus eine dieser Platten sein, wegen der man rückwirkend eine ganze Diskografie einer Band kauft. Es ist auch eines jener Alben, die in Wahrheit besser klingen, als es im Promo-Sheet angekündigt wurde. Und das muss man wirklich erst einmal hinbekommen, denn Papier ist ja bekanntlich geduldig.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XJ9Ue2w-Ydk

 

Samstag, 04 Februar 2023 09:07

Die Psychedelic Southern Rock Band DeWolff stammt aus dem tiefen Süden der Niederlande und wurde 2007 von den Brüdern Pablo & Luka van de Poel und Robin Piso gegründet. Das ist auch schon eine ganze Weile her und doch sehen die Musiker aktuell immer noch "jung" aus. Wer das Trio im vergangenen Sommer als Support von TOTO in Pratteln, dazu noch Open-Air, hat erleben dürfen, weiss um die Qualitäten dieser agilen Truppe.

Ebenso erwähnenswert ist die überraschende Tatsache, dass in der Zwischenzeit, das neue Album «Love, Death & In Between» miteingerechnet, nicht weniger als zehn Studio- und drei Live-Alben raus gehauen wurden! Das kann sich in der Tat sehen und vor allem hören lassen. Der Retro Rock der Oranjes, der nach wie vor tief in den 70ern verwurzelt ist, trieft schon beim Opener «Night Train» aus jeder einzelnen Pore. Da die Band im Studio stets unter Live-Bedingungen aufnimmt, klingt die Mucke, wie wenn sie gerade vor einem gezockt würde. DeWolff schöpfen hierbei gleich aus dem Vollen und haben neben feinen female backing vocals auch gleich noch eine töfte Bläser-Section im Einsatz.

Die Ladies (und die Bläser) veredeln das nachfolgende «Heart Stopping Kinda Show» ebenso, und mehr 70er geht jetzt echt nicht. Fluffig wie bluesig erklingt «Will O' The Wisp», und offenbar gehören die Mädels mindestens auf der Scheibe dauerhaft zum Repertoire. Spätestens beim über 16-minütigen Epos «Rosita» wird zudem gewahr, dass die eingangs schon beschriebene, respektive ergänzende Instrumentierung offenbar einen festen Platz auf «Love, Death & In Between» inne hat. Die Frage an dieser Stelle ist nun, wie das dann auf der anstehenden Tour live umgesetzt wird, denn die Jungs haben eindrücklich bewiesen, dass sie es auch bloss zu dritt schnörkellos umzusetzen vermögen und es voll drauf haben.

Die "Jon Lord Gedenk-Hammond" bei «Counterfeit Love» setzt noch ein zusätzliches Ausrufezeichen, und bei «Message For My Baby» dringen gar noch Vibes der legendären Average White Band durch! Auch gemässigte Tunes wie «Gilded (Ruin Of Love») oder «Pure Love» unterstreichen die hohe Musikalität von DeWolff. Wem bisher das psychedelische Element gefehlt hat, kriegt eine ausgewogene Dosis zu «Queen Of Space & Time» als Ausklang, wo gar noch eine Querflöte kurz vorbei schaut. Der selbstbetitelte Vorgänger von 2021 klang da noch wesentlich rockiger, aber die Niederländer erweitern ihren eigenen Musik-Kosmos um eine gehörige Portion Abwechslung unter Wahrung ihrer Wurzeln. Schlicht grandios und praktisch ohne Konkurrenz!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/59r3JdciGeY

Samstag, 04 Februar 2023 09:00
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Songs aus drei Konzerten von 2004, 2011 und 2017 präsentieren uns die Schweden um Mastermind Andy Tillison sowie mit Dauerbasser Jonas Reingold. Inklusive das «Pyramids And Stars» in Deutschland 2004 mit Roine Stolt an der Gitarre.

Komplexe Songs wie das knapp viertelstündige «The World We Drive Trough», Material vom zweiten Album «The World That We Drive Through», ist in vollem Umfang enthalten. Hinzu kommen Tracks der COMM-Ära-Besetzung der Band (aufgenommen ohne Wissen der Musiker) bei einem Konzert in Grossbritannien - sowie Tracks, die 2017 in den USA von der aktuellen Besetzung der Band aufgenommen wurden, zeigen die total verspielte Welt der Schweden. In die Länge gezogene Instrumental-Parts laden zum Träumen ein. Ganz stark ist zudem das ELP-Cover «Lucky Man» ausgefallen, das mit akustischer Gitarre und Klavier klasse dargeboten wird. Natürlich darf an der Stelle auch das obergeile Synthie-Solo nicht fehlen, inklusive Mitsing-Part vom Publikum.

Auch sehr bekömmlich ist das elf Minuten lange «Doctor Livingstone». Die Schweden sind einfach sehr stark im Zusammenspiel, dadurch klingen die Songs oft improvisiert. Sehr spannend hier zuzuhören. Auch sehr ansprechend die 18-Minuten Nummer «Titanic Calls Carpathia», die mit einem starken Drum-Gewitter startet, dann sehr ruhig weiter geht. Ein Auf und Ab durch den ganzen Song hindurch. Hier findet sich reichlich sehr anspruchsvolle Mucke, keinesfalls leicht verdaulich. Ich glaube, dass The Tangent fast die einzigen sind, die solche Mammut-Tracks so spielen. Äusserst interessanter Sound für anspruchsvolle Proggies. Schade, dass die Schweden vom Bekanntheitsgrad her nicht in der Liga von Genesis oder Yes spielen, denn verdient hätten sie es allemal.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/mMcWXC9peEs

Freitag, 03 Februar 2023 06:54
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v. 10 Punkten: 8.8

Memoriam braucht man an der Stelle nicht mehr vorzustellen. Sie sind lebende Legenden des Oldschool Death Metal. Nicht nur weil die ehemaligen Betätigungsfelder der Briten zu den Vorreitern in Sachen UK Death Metal gehören, sondern weil sie es geschafft haben, ihrem Masterplan mehr als präzise zu folgen.

Wie bei allen Memoriam-Alben ist das Thema Krieg vorherrschend. Trotz der dunklen Vorahnung, die wie ein Schatten über dem Album hängt, steht viel zum Geniessen an. Eine Dreiviertelstunde unerbittlicher akustischer Angriffe werden die Ansprüche der Puristen befriedigen, wobei das langsamere Tempo auf einigen Tracks die nachdenkliche, düstere Seite der Band demonstriert. Es dauert weniger als eine Minute, bis Memoriam das wirbelnde Riffing heraus bringen, das wir kennen und lieben. Der Opener «Never Forget, Never Again (6 Million Dead)» kommt hart und schnell aus den Boxen, Spieky T. Smiths kraftvolles Schlagzeug treibt die Band mit obszönen Mengen an Energie voran. Gitarrist Scott Fairfax treibt den Groove voran, seine strafenden Riffs fallen wie Granaten auf ein Schlachtfeld. Das veranlasst Bassist Frank Healey dazu, das Low-End mit Souveränität zu fixieren.

Über allem liegt wieder einmal das kiesige Gebrüll von Karl Willets. Seine Aussprache ist einzigartig, die Darbietung grausam. Noch beeindruckender ist die anhaltende Qualität der Musik und des Songwritings der Band. Die Truppe ist zu Recht der Meinung, dass «Rise To Power» mit ihren acht Tracks ihr bisher stärkstes Album zeigt. Wenn man sich den Dampfwalzen-Ansatz anhört, der auf dem Album zum Einsatz kommt, ist es schwierig, Memoriams Ansichten in Frage zu stellen. Optisch hat der Künstler Dan Seagraves ein weiteres, atemberaubendes visuelles Cover-Werk geschaffen, das der Richtung und dem Ethos von Memoriam entspricht, während Russ Russell erneut an der Spitze der Produktion steht und das eng verbundene Team vereint. «Rise To Power» ist eine weitere hochwertige Veröffentlichung von einigen der erfahrensten und professionellsten Musikern Grossbritanniens.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BQv79yq4aPY

Freitag, 03 Februar 2023 06:49

Da kann man durchaus von einem Solo-Album sprechen, wenn der Weissrusse Victor Smolski bei «Guitar Force» neben der Gitarre zusätzlich für das Piano, die Keyboards, das Cello und die Sitar verantwortlich zeichnet und das Album gleich auch noch selber produziert hat.

Mit einigen Gast-Bassisten (überraschenderweise auch Peavy von Rage!??) und ebensolchen Trommlern, hat der Saitenvirtuose ein Album eingespielt, das mit zehn Songs bestückt ist. Spielen kann er, der Victor und dies alles auf einem technisch einwandfreien Level. Dies ist nicht nur nachzuhören auf dem eröffnenden Titelsong, einem zehn Minuten langen Lied, welches von schnellen Parts bis hin zu verspielten Fusion-Elementen alles bietet. Mister Smolski scheint sehr viel Spielfreude zu haben, da sein Instrument nach Belieben gestreichelt oder malträtiert wird. Mit verschiedenen Stilelementen («Self-Blinded Eyes»), hält der Gitarrist das Album sehr abwechslungsreich.

Dank der vorantreibenden Produktion wird eine enorme Power vermittelt, welche den Tracks sehr gut zu Gesichte steht, die zusätzlich mit den Orchestralen Momenten («Chapter 3 (Concert For Violin & Oboe With Orchestra)») für einen weiteren Glanz sorgen. Zumindest beim fast 16-minütigen «World Of Inspiration» steckt dann für mich zu viel der Inspiration drin. Da «Guitar Force» ganz ohne Gesang auskommt, werden wahrscheinlich nur die Gitarren-Freaks auf ihre Kosten kommen. Für "Normalsterbliche" kann die virtuose Akrobatik auf dem Saitenbrett mit der Zeit zu viel des Guten sein. Gitarren- und Klassik- Fetischisten können hier jedoch bedenkenlos zugreifen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9Eu03We257Y

Freitag, 03 Februar 2023 06:41

Giant Sleep präsentieren mit dem Album «Grounded To The Sky» ihren dritten Streich für das werte Publikum. Dieses Album wurde von der Band in nur zwei Tagen sowie komplett live in den Little Creek Studios eingespielt.

Unter der Regie von V.O. Pulver ist soundtechnisch schon mal Spitzenqualität garantiert. Den Auftakt macht «Silent Field» und das mit mitreissendem Post Rock, der bei mir Erinnerungen an Soundgarden weckt. Der Titeltrack «Grounded To The Sky» besitzt eine progressive Note, groovt aber trotzdem ohne Ende. Mit dem Laut- und Leise-Effekt wird für eine gewaltige Stimmung gesorgt. Heftig wird es mit «Siren Song», aber mit sphärischen Passagen wird für Abwechslung gesorgt. Zwischendurch entwickelt sich hier fast in Instrumental daraus, doch dann macht sich der Sänger mit seiner passenden Stimme wieder bemerkbar! Funkig und unheimlich groovig, zeigen sich Giant Sleep mit «Good Boy» von ihrer Schokoladen-Seite!

Richtig rockig geht es anschliessend mit «Davos» zu und her, sprich die Truppe zeigt hierbei eine weitere Facette ihres reichhaltigen Repertoires. Sehr gefühlvoll und mit vielen Emotionen kann «Shadow Walker» punkten und empfiehlt sich als waschechte Halbballade. Bluesig erklingt «Cemetery Song» aus den Boxen und lässt einen diesen feinen Stoner Rock nichts als geniessen! Ein massives Groove-Monster wird mit «Sour Milk» von der Leine gelassen, und zum Schluss folgt mit «The Elexir» noch ein überraschend melancholischer Rausschmeisser, der sich für einen Ritt in Richtung der untergehenden Sonne bestens eignen würde! Giant Sleep sorgen mit «Grounded To The Sky» für ein erstes Highlight im Jahr 2023!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CQ_bEgg_02w

Donnerstag, 02 Februar 2023 06:54
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v. 10 Punkten: 8.8

Die Norweger liefern uns mit Avstand (Norwegisch für Distanz) bereits ihr viertes Album ab, diesmal mussten die Fans allerdings fünf lange Jahre darauf warten.

Wer Slegest nicht kennt: Die Skandinavier mischen 70er und 80er Heavy Rock mit Black Metal. Das neuste Album ist erneut in ihrer Heimatsprache eingesungen worden und ist ein Konzeptalbum über Friedrich Nietzsches Werk «Die Geburt der Tragödie». Der Opener «Innsikt» erinnert in der Machart an neuere Einherjer und natürlich Motörhead. Zweitere dürften neben Bands wie Black Sabbath, Orange Goblin oder Kyuss als Inspirationsquelle einen grossen Einfluss auf Slegest gehabt haben. Jedenfalls erinnert das Riff von «Evigheit Pa Evigheit» durchaus an Lemmy. «Forløysning Og Rus» begeistert mit seinem Ohrwurm-Riff und gehört zu den absoluten Highlights der Scheibe.

Überhaupt kann der Band attestiert werden, dass in Sachen griffigen Hooklines vieles richtig gemacht wurde. Der Gesang von Bandgründer Stig Ese (Ex-Vreid) ist dabei so ziemlich das Einzige was vom Black Metal übernommen wurde. Wie variabel Sleget sind, beweisen sie mit «Gåte», dass als Mid-Tempo Stampfer à la Accept startet um dann in einem zähflüssigen Doom Monster mit Saxophon Einsatz endet. Was in der Theorie für Kopfschütteln sorgt, klappt in der Praxis überraschend gut, ja «Gåte» ist für mich gar der Killersong dieses Albums geworden, der von Mal zu Mal noch mehr wächst.

Als Bonustrack gibt es mit «Oh Baby» ein Cover von Status Quo, dass zwar cool gemacht ist und die Handschrift von Sleget trägt, aber dann doch wie ein Fremdkörper wirkt. Davon abgesehen, ist «Avstand» mit ähem… Abstand das beste Werk im bisherigen Schaffen der Norweger.
Rönu

 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Cz87lUFTGRI

Donnerstag, 02 Februar 2023 06:48

Trotz übergrosser Ambitionen leider "Nein"! Die ursprünglich aus Argentinien und jetzt aus Spanien stammenden Symphonic Power Metaller Dragonfly offenbaren mit ihrem sechsten Album zwei grosse Probleme!

Erstens wissen sie scheinbar nicht, dass man den Promo-Text anstelle nur in Spanisch auch auf Englisch schreiben sollte - zumindest wenn man entsprechend Verbreitung finden will (was sie ja durch das Verschicken dieser Promo möchten). Zweitens kapieren sie auch nicht, dass klassisch ausgebildete Musiker und viele musikalische Kunststücke noch lange keine guten Lieder nach sich ziehen. Die Promo-Texte kann man sich deshalb sparen und für diese Review schlicht ignorieren. Aber dass hier die Lieder nicht zünden und mit zunehmender Dauer gar nerven, müsste unbedingt ausgemerzt werden. Dabei ist es eigentlich schon krass, auf welch hohem Niveau Dragonfly hier eigentlich musizieren.

Das Keyboard und die Gitarren liefern sich regelrechte Duelle, der auf spanisch gehaltene Gesang sorgt für ein zusätzliche wie spezielle Atmosphäre, und die Ausflüge in 70er-Jahre Prog Rock sowie Klassik zeugen von der hohen Musikalität aller Beteiligten. Dragonfly lassen sich zudem nicht lumpen, in dem sie der regulären CD mit dreizehn Liedern und einer Gesamtlaufzeit von über einer Stunde eine zweite CD dazu legen. Hierauf sind die gleichen Lieder in alternativeh Versionen und teilweise mit Gastsängern zu hören. Das macht die mässig tollen Songs aber leider auch nicht besser. Vielleicht bringe ich hierzu schlicht nicht die Geduld auf, mich besser in dieses Album einzuarbeiten. Wer darin besser ist: Gratulation! Für mich ist «Domine XV» lediglich "nett" ausgefallen, und das ist aufgrund der Klasse dieser Musiker schlicht zu wenig, sprich echt schade.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rlpZl0_JQzM

Mittwoch, 01 Februar 2023 06:25

Die drei Brasilianer zelebrieren hier astreinen 70er-Jahre Prog Rock, nach eigenen Aussagen für Fans von Emerson, Lake & Palmer, Wobbler, Camel, Van Der Graaf Generator, The Flower Kings, Big Big Train und ähnlichen Bands.

Orgel dominierende Songs wie «Bússola do Tempo» untermauern dies. Cool finde ich, das man in der Landessprache singt, denn das verleiht den Songs eine spezielle Eigenständigkeit. Das folgende «Castelos do Céu» erinnert etwas an die fast vergessenen englischen Proggies Strawbs. Sehr verspielt kommen die einzelnen Tracks daher. und textlich befasst man sich mit den römischen Imperien, dem Mittelalter und der pre-columbianischen Zivilisation. Der Gesang klingt, wie beim 7-minütigen «Sonhos Medievais», oft etwas melancholisch, und lebt neben den immer wieder eingestreuten wie klasse gespielten Solo-Einlagen vor allem von den Orgeln, sprich Hammond- und auch starken Synthie-Sounds.

Das kurze instrumentale «Mandala» glänzt mit einem träumerischen Sound, sehr schön gespielt. Herzstück des Albums ist jedoch das sehr ruhig beginnende «Cruz da Ordem», wobei man hier stark an einen älteren Spocks Beard Song erinnert wird, sprich mehr 70er-Prog geht fast nicht. Man kommt dabei mit sehr wenig Gesang aus und bleibt trotzdem sehr interessant wie spannend. Das folgende «Ciclos» erinert mich an frühe Omega, kommt auch etwas melancholisch daher. Klasse, dass es noch solche Bands gibt, die den Geist der klassischen 70er-Jahre Prog-Musik so authentisch zelebrieren. Unglaublich, was man als Trio  mit Tasteninstrumenten, Bass und Drums musikalisch alles hervor zaubern kann. Das dritte, schlicht «III» betitelte Werk von Caravela Escarlate ist ein sehr cooles Album geworden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yBeuvx1nkzs

Mittwoch, 01 Februar 2023 06:20
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v. 10 Punkten: 8.0

Oh mein Gott, was für eine Stimme! Jorgen Bergersen gilt als junges Talent und was der Junge für ein Sangesorgan besitzt! Bekannt wurde er in der Europe Cover-Band Rock The Night und hat nun bei Big City eine neue Heimat gefunden.

Klar und in hohen Lagen, die sonst nur Timo Kotipelto (Stratovarius) erreicht, begeistert der Nordländer mit seiner Stimme von der ersten Sekunde an. Dabei wird fast das spielerische Potenzial und Geschick von Frank Orland vergessen, der mit seiner sehr virtuosen Art viele Akzente setzen kann. Alles nachzuhören beim Opener «I'm Somebody». Auch die Folgesongs wissen zu gefallen und erinnern vage an eine Mischung aus Treat und Journey. Gräbt man sich ein bisschen tiefer in die Songs hinein, findet man sehr viele Details, welche das Album noch abwechslungsreicher machen. Wie zum Beispiel «Collin's Looking For A Hideout», wo Jorgen stimmlich sehr nahe bei Tim "Ripper" Owens (ehemals Judas Priest, ehemals Iced Earth) liegt. Neben diesen eher härteren Tracks sind es aber auch Perlen wie «Diamonds In The Rough», welche locker als lupenreiner kerniger Melodic Rock durch gehen. «Sunwind Sails» ist ein sehr empfehlenswertes Album geworden, bei dem alle Hard Rocker reinhören sollten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/83LwcPtUV6c

Mittwoch, 01 Februar 2023 06:12

Endtime aus Schweden und Cosmic Reaper aus den Vereinigten Staaten haben auf dieser EP gemeinsame Sache gemacht.

Endtime machen den Anfang mit den beiden ersten Songs. «Tunnel Of Life» legt elektronisch los, um sich dann in zähflüssigen Lava-Doom zu verwandeln. Man ist sich nicht sicher, bis zum Schluss, ob dieser Song eigentlich ein Intro sein sollte?! Elektronisch startet auch «Beyond The Black Void» und das in Kombination mit reduziertem Zeitlupen-Doom. Nun sind Cosmic Reaper mit «Sundowner» an der Reihe, und geboten wird rifforientierter Doom. «Dead And Loving It» kommt in gemächlichem Tempo daher und läuft nie Gefahr, die Geschwindigkeitslimite zu übertreten, sprich in irgendwelche Radarfallen zu tappen. Dieser Sound kommt tiefenentspannt aus den Boxen, ist aber leider auch nicht aussergewöhnlich! Unspektakulär geht es mit «King Of Kings» weiter und Cosmic Reaper präsentieren hierbei nochmals ihre tiefenentspannte Seite! Diese Split-EP der beiden genannten Truppen kann, aber muss man nicht unbedingt in der persönlichen Sammlung stehen haben!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JKKWRh7RgXg

Dienstag, 31 Januar 2023 06:34

Vorweg, bevor wir zur Review von «As in Gardens, So in Tombs» schreiten, etwas zum grandios gestalteten Artwork-Cover, das jetzt schon am Anfang des Jahres 2023 eines der Podest-Anwärter für das Zeitlose in der Poesie darstellt!

Was soll ich noch gross über die Finnen aus Pietarsaari/Vaasa, Pohjanmaa ...AND OCEANS erzählen! Den Genre-Kenner im Symphonic Black Metal (Death Metal) mit Sicherheit nicht mehr viel, umso mehr denjenigen, die um Bandgründer Timo Kontio (Guitar) eine gewisse Unwissenheit zu Gemüte führt. Hier eine kleine Vergangenheitsauffrischung in die Welt der Namens- und Genre-Wechsel. Gegründet wurde die Band im Jahre 1989 unter dem Namen FESTERDAY und spielte klassischen Death-Metal bis 1995, im selben Jahr wurde der Bandname auf ...AND OCEANS geändert und im Jahre 1998 wurde das Debüt «The Dynamic Gallery Of Thoughts» heraus gebracht, das zwar immer noch vom ursprünglichen Death Metal geprägt war, jedoch bereits einige Spuren vom kommenden Symphonic Black Metal hinterliess (das Vinyl gehört übrigens in jede Sammlung, genreunabhängig, die sich von schreiben will).

Bis im Jahre 2005 wurde nun der bombastische ...And Oceans Symphonic Black Metal geboren wie gespielt und mit den drei folgenden Longplayern «The Symmetry Of I - The Circle Of O», «Allotropic/ Metamorphic - Genesis Of Dimorphism» und «Cypher» grandiose Veröffentlichungen heraus gebracht, welche grosse Anerkennung bei der schwarzen Gemeinschaft hinterliessen. Nach zehn Jahren des Bestehens als ...And Oceans änderte man den Namen in HAVOC UNIT um und spielte unter diesem Namen bis 2013 eine Mischung aus Elementen des Death und Industrial Metal, kombiniert mit elektronischer Musik. Mit grossem Erstaunen änderte man im Jahre 2017 den Bandnamen wieder auf ...And Oceans zurück, wechselte zum Glück wieder in das Genre Symphonic Black Metal.

Im Jahr 2019 folgte die EP «…And Oceans», worauf im 2020 die LP «Cosmic World Mother» folgte, jedoch nur mit mässigem Erfolg, da der effektive Wille zur Innovation der grossen Veröffentlichungen zwischen den Jahren 1998 bis 2002 fehlte. Diese Vergangenheitsauffrischung ist von grosser Wichtigkeit, denn nur so versteht man das Comeback der neusten vorliegenden Veröffentlichung «As In Gardens, So In Tombs» (2023) der sympathischen Finnen, die sich in Höchstform präsentieren. Diese astralische Symphonie mit einem Hauch von Dimmu Borgir und Emperor aus Norwegen, gepaart mit Enthusiasmus jungfräulicher Arrangements begeistert durch und durch, sprich öffnet neue Horizonte einer majestätischen Schönheit. Für eingefleischte ...And Oceans Jünger ist «As In Gardens, So In Tombs» ein Pflichtkauf, für Genre-Kenner ein Muss und für Unwissende ein Versuch wert, sich die Scheibe zu Gemüte zu führen!
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/guoODxwYpd8

 

Dienstag, 31 Januar 2023 06:29

Aus dem Land der Elche, nämlich Schweden, stammt die Band Tidal Wave her. Mit ihrem zweiten Album «The Lord Knows» geben sie ihren Einstand bei dem Label Ripple Music.

Mit «Lizard King» geht es auf einen Roadtrip durch die Wüste und Tidal Wave servieren Groove in der XXL-Packung! Massig mit Groove dienen, kann auch «End Of The Line». Geile Gitarren in Kombination mit einer starken Rhythmus-Abteilung und dann noch ein genialer Sänger, das Resultat heisst dann Tidal Wave! Sehr bekifft und in eine Rauchwolke gehüllt, so beginnt «Marijuana Trench». Im Verlauf des Songs, wird das Tempo aber angezogen, und so wird ein weiteres Groove-Monster zum Leben erweckt. «Pentagram» wildert in den heiligen Jagdgründen von Black Sabbath herum und ist ein weiterer Volltreffer! Als Nächstes folgt «Robbero Bobbero» und es wird erneut gewaltig Wüstenstaub aufgewirbelt! Mit einem Drum-Solo startet «By The Order Of The King». Hier waberts dann doch sehr bekifft aus den Boxen. Wie am Tag nach einem Absturz, so wacht man mit «Purple Bird» langsam und behutsam auf. Das ist eine geniale Stoner-Hymne! Zum Schluss wird mit «Thorsakir» nochmals eine Schippe voll Groove drauf gelegt. Tidal Wave haben mit dem Album «The Lord Knows» ein Stoner-Highlight markiert!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/mKbngVoB66E

Dienstag, 31 Januar 2023 06:25
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v. 10 Punkten: 6.0

Stellt Euch vor, Rob Halford würde bei Status Quo am Mikro stehen und deren Songs wären einen kleinen Ticken schneller als gewohnt. Prompt würde man sich bei der Band Rokets aus Finnland wieder finden.

Mit ihrem brandneuen Album probieren sie ihr Debüt «Fast Times» von 2021 zu toppen. Geradliniger Kick Ass Rock'n'Roll mit finnischem Charme bratzt aus den Speakern, und jetzt schwingt bei mir halt der eingangs erwähnte Vergleich mit. Status Quo reissen mich ja nicht wirklich vom Hocker, und von Judas Priest war ich noch nie der grösste Fan. Entsprechend lässt mich «Break Free» eher etwas kalt zurück. Das Ganze ist sicherlich grundsolide produziert und für Fans der beschriebenen Bands ein grosser Wurf, doch für mich reichts leider nicht über Mittelmass hinaus.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Cd3-7VD0-bc

Montag, 30 Januar 2023 07:52
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v. 10 Punkten: 8.0

Renan Zonata ist und bleibt ein begnadeter Schreihals, der seinen Anteil am Sound von Electric Mob hat und diesen auch beansprucht. Kerniger Hard Rock mit einem geringen, modernen Anstrich, und fertig ist die Spielwiese der Brasilianer.

Mit ihrem zweiten Album werden sie bestimmt viele Fans finden, die auf eine Zakk Wylde basierte Gitarre (Ben Hur Auwarter) stehen und durch einen Schlagzeuger, der mit seiner Art an Brian Tichy erinnert (André Leister), ihre Freude haben. Lieder wie «By The Name» zünden mit einer unglaublichen Energie, während das schleppende und unter die Haut gehende «Soul Stealer» mit seinem Groove für Spass sorgt. Mit der akustischen Power Nummer «4 Letters» und dem Dampfhammer «Locked' n Loaded» zeigen die Jungs auch Abwechslung und bleiben dabei aber immer ihrem kernigen und heftigen Hard Rock Genre treu. Höhepunkt ist in meinen Augen das fetzige und voran treibende «Thy Kingdom Come», das dank der tollen Bandleistung zu einem Hit wird. Wer es lieber 70iger-like hat, der kann bei «Love Cage» reinhören. «2 Make U Cry And Dance» sollten sich alle Hard Rocker anhören, und ich bin mir sicher, dass sie dabei eine tolle Band für sich entdecken, sofern dies nicht schon mit dem Debüt-Album geschehen ist.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/98goytvM_wY

Montag, 30 Januar 2023 07:48

Walk In Darkness – Der Name ist Programm! Das vierte Album der Band ist ein schweres, melancholisches und wunderschönes Vermächtnis geworden, das seine volle Wirkung nur entwickelt, wenn man sich Zeit dafür nimmt.

Wer also nur auf eingängigen Symphonic Metal à la Nightwish, Within Temptation oder Visions Of Atlantis steht, dem dürfte Walk In Darkness zu düster sein. Die Symbiose zwischen oppulentem Symphonic Metal und Gothic ergibt ein atmosphärisches, zwischen Traurigkeit und Hoffnung pendelndes Gesamtbild, das die Zuhörer in seinen Bann zieht. Bandgründer und Gitarrist Shaman hat ein Konzept-Album erschaffen, das lyrisch in einer dystopischen Welt spielt und musikalisch genau dies umsetzt. Bandname, Artwork, Musik und Story ergeben ein in sich stimmiges Gesamtkunstwerk. Die acht Lieder werden von der Ausnahmesängerin Nicoletta Rosellini getragen, die eine dermassen breite Gesangspalette beherrscht, dass nie das Gefühl von Eintönigkeit oder gar Langeweile aufkommt. Einzelne Songs hervor zu heben wird dem Album eigentlich nicht gerecht, aber wer sich ein Bild machen möchte, wie die Italiener klingen, dem sei der Opener «Ships To Atlantis» oder das in zwei Versionen vorhandene «No Oxygen In The West» ans Herz gelegt. «Leaves Rolling In Time» ist ein kleines Meisterwerk geworden, das zum Träumen einlädt und von seiner Atmosphäre wie seinen fantastisch klingenden Melodiebögen lebt.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RiBwHFRiVUI

Montag, 30 Januar 2023 07:34
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v. 10 Punkten: 6.5

Hört man sich das Debüt-Album der Dangereens ohne Vorabinformationen an, bekommt man nicht das Gefühl, dass es sich um eine brandaktuelle Scheibe handeln könnte.

Die vierzehn Songs bewegen sich schwer im 70's Glam Punk/Rock. Marc Bolan und T-Rex hätten ihre wahre Freude dran. Die Band verpackt die Musik nostalgisch und mit Würde in ein Album, ohne dass man meinen könnte, dass hier krampfhaft alte Vibes hervor gezaubert werden. Man kriegt eher den Eindruck einer Zeitreise vermittelt, respektive dass sich hier eine Band ein Zeitloch in die Neuzeit geschnappt hat. Trotz der Nostalgie und des authentischen Spirits reicht die Truppe nicht ganz an die Qualitäten der guten alten Zeit heran. Sicher ist «Tough Luck» aber ein passendes Album, um in Erinnerungen zu schwelgen.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/27MgfW9n-q0

Samstag, 28 Januar 2023 09:34

Oje, schon wieder eine Metalcore Band, die klingt wie schon tausendmal gehört. Oh Moment, MASK OF PROSPERO sind aber etwas anders, sprich extrem progressiv, melodisch, sphärisch, grosses Kino.

Endlich mal eine Truppe, die nicht die zimmergleichen Riffs wiederholt, sondern sich ihr eigenes Universum aufbaut. Der Fünfer aus Athen, dessen Bandname sich auf Prinz Prospero, einer Figur aus Edgar Allan Poes "Die Maske des roten Todes" bezieht, probiert gar nicht erst, irgendwelche Schubladen zu bedienen, sondern kreiert ihre eigene gleich selber. Viel Spass an all die Bands, die sich dazu legen möchten, und diesen Level an Kreativität erstmals erreichen können. Metalcore wird mit dem Album «Hiraeth» neu definiert und auf die grosse Kinoleinwand gebracht.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/cXlheoQepQA

Samstag, 28 Januar 2023 09:28
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v. 10 Punkten: 9.5

Nach dem ersten Streich «Raised On Radio», in welchem sich Meistersänger Ronnie Romeo an alte Hard Rock Klassiker heran wagte und diese Prüfung mit Bravour bestand, sind nun Metal-Evergreens an der Reihe.

Dabei erhält der Chilene Hilfe von Gus G («No More Tears»), Chris Caffery («The Shining») sowie Roland Grapow («Kind Hearted Light»). Der Sänger wagt sich an viele Hits, welche von Göttern seines Faches gesungen wurden. Wie «Metal Daze» (Manowar – Eric Adams), «Turbo Lover» (Judas Priest – Rob Halford), «Hallowed Be Thy Name» (Iron Maiden – Bruce Dickinson), «Fast As A Shark» (Accept – Udo Dirkschneider) oder «A Light In The Black» (Rainbow – Ronnie James Dio). Bei all den gesanglichen Unterschieden versteht es Ronnie, mehr als nur eine gute Figur abzugeben und scheut sich auch nicht, statt nur den grossen Klassikern, vergessene Juwelen der jeweiligen Bands zu singen.

Wie mit Black Sabbaths «The Shining», das mit einer gottesgleichen Darbietung von Mister Romero gesungen wird. Allein der Scream bei «Fast As A Shark» ist grandios, und der abgefahrene Gesang von Ozzy zelebriert der Südamerikaner gleich gut, wie Ozzy selbst bei «No More Tears». «You Don't Remember I'll Never Forget» von Yngwie Malmsteen überzeugt dabei genau gleich, wie «The Four Horseman» von Metallica. Ronnie ist und bleibt einer meiner Lieblingssänger und bietet neben einer grandiosen Stimme auch eine sehr sympathische, mitreissende Performance auf der Bühne (wie Jorn Lande). Solltet Ihr Cover-Versionen nicht mögen, müsst Ihr Euch «Raised On Heavy Radio» dennoch anhören!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9yCIB5O1kec

Samstag, 28 Januar 2023 09:24
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v. 10 Punkten: 7.0

Wenn es eine Band gab, der ich den Durchbruch von Herzen gewünscht hätte, dann waren dies Sister Sin, die mit ihrem arschtretenden Heavy Rock jeden Konzertsaal in Schutt und Asche legten.

Das lag auch an der stimmgewaltigen Liv Jagrell, die nicht nur gesanglich für unzählige Höhepunkte sorgte, sondern auch in optischer Hinsicht. Aus wessen Gründen auch immer sich die Truppe zwischenzeitlich auflöste, suchte Liv ihr Heil in ihrer neuen Band Liv Sin und wechselte den Sound von traditionellen Klängen hin zu eher moderneren Tunes. Dies auch auf den mittlerweile dritten Liv Sin Werk, das sich «KaliYuga» nennt. Hört man sich eine Nummer wie «Antihero» an, fällt der schon fast "growlige" Gesang auf und die bedeutend modernere Produktion, welche nach den vormals warmen wie packenden Songs (Sister Sin) nun eine eher gefühlskalte wie sehr harte Atmosphäre erzeugen.

Daneben finden sich jedoch nach wie vor kernige Riffs, nachzuhören bei «King Of Fools», die beweisen, dass im Herzen von Liv noch immer eine unverwüstliche Rock'n'Rollerin schlummert. Zusätzlich wird ein düsteres wie böses «Forget My Name» geboten oder «Karma» auf der Sound-Menükarte aufgeführt, das mit gespenstischen Keyboardklängen ergänzt wird. Fans, die auf moderne Sounds stehen, kriegen hier ein Produkt vorgesetzt, das zweifellos auf allerhöchstem Niveau eingespielt wurde und klasse Tracks bietet. Fans der alten Sister Sin (siehe Einleitung) werden sich allerdings kaum mit der aktuell unveränderten, musikalischen Ausrichtung von Liv anfreunden können.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dKI0OWcLqOg

Freitag, 27 Januar 2023 06:17
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v. 10 Punkten: 8.8

Weshalb etwas verändern, wenn es so wunderbar funktioniert? Schliesslich erklomm der Vorgänger «The Book Of Fire» die Spitze der deutschen Album-Charts! Auf «Ravenblack» gehen MONO INC. den eingeschlagenen Weg weiter und liefern den Fans ein Album ab, dass erneut weit oben in der Hitparade landen dürfte.

Ich gebe es zu, in Sachen Mono Inc. bin ich ein Spätzünder. Erst mit dem 2017er Werk «Together Till The End» und der Single «The Banks Of Eden» haben es die Deutschen geschafft, mein Interesse zu wecken. So begann ich mich auch mit dem Backkatalog zu beschäftigen und freue mich mittlerweile auf neues Material der Band. «Ravenblack» ist ein Longplayer geworden, der die Trademarks der Deutschen perfekt in Szene setzt. Die unverwechselbare Stimme von Sänger Martin Engler und die engelsgleichen Vocals von Drummerin Katha Mia harmonieren perfekt zu den traumhaften Melodien voller Pathos, Romantik und Tragik. «After Dark», «Empire», «Princess Of The Night» oder der simple Titeltrack dienen als perfekte Beispiele für das Gespür von Martin Engler, Songs zu schreiben, die sofort hängen bleiben.

Fans von Balladen kommen mit «Angels Never Die» und «Wiedersehen Woanders» ebenfalls auf ihre Kosten. Nörgler könnten jetzt die fehlende Abwechslung als Gegenargument bringen, was natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Viele Songs bauen auf einer ähnlichen Struktur  wie dem Rhythmus auf, ausserdem ist der Gesang von Engler durchgehend tief, aber so lange es Mono Inc. schaffen, die Ohrwurmdichte dermassen hoch zu halten, sind diese Argumente ziemlich irrelevant. Wenn es denn etwas zu bemängeln gibt, dann, dass sechs Songs bereits vorher als Single veröffentlicht wurden, was dazu führt, dass man die Hälfte von «Ravenblack» bereits kennt und so die Spannung arg darunter leidet. Aber da sind Mono Inc. ja leider keine Ausnahme mehr.
Rönu

cede

 

380" src="https://www.youtube.com/embed/mDilV7Nn1h4

Freitag, 27 Januar 2023 06:11

"Début sensationnel entre dureté, violence, mélodie et littérature par Michael Hellström alias Mickael Rigollet", zu Deutsch "sensationelles Debüt zwischen Härte, Gewalt, Melodie und Literatur von Michael Hellström alias Mickael Rigollet"!

Was uns der gebürtige Franzose aus Montargis, Centre-Val de Loire als One-Man-Band FÄUST auf dem 2022 Debüt-Full-Length-Album «Death From Beyond» bietet, ist eine göttliche Wahrheit aus epischem, schwedisch angehauchtem Thrash-/Death-/Black-Metal der Extraklasse und eine Bereicherung im angesiedelten Genre-Bereich. Die zwei Tracks «To Death and Beyond» und «Throne of the Damned» wurden neu aufgenommen und waren bereits auf dem Anfang 2022 erschienenen Demo «Fäust» enthalten und faszinieren noch mehr auf dem aktuellen full-length Debüt-Album, dass mit seiner überaus druckvollen, glasklaren Produktion noch mehr Akzente zu setzen vermag. «Death From Beyond» beginnt schon mit dem Opener «When Death Spawns Fire» in ein episches Meer von düsterem Wellengang einzutauchen und somit das Fundament für eine Lobpreisung der folgenden sieben Tracks zu schaffen.

Absolute Highlights auf der Scheibe zu suchen ist wahrhaftig schwer, denn das Gebotene überzeugt in jeder Hinsicht durch und durch. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, Euch zwei Tracks im übergeordnetem Highlights-Gefilde etwas ausführlicher zu erörtern. Zum einen ist da «And All It's Evil» und zum anderen «Hellstorm». Diese beiden tiefschwarzen, kontrollierten Melodie-Poesien, die mit Demut und Ideenreichtum ein Klanggerüst mit etablierten Facetten zusammen fügen, ist eine Klasse für sich und wird Genre-Sympathisanten auf Anhieb fesseln. Dass Michael Hellström alias Mickael Rigollet seine Instrumente, aber auch die Vocals nicht nur beherrscht, sondern auch versteht, zum richtigen Zeitpunkt gebündelte Energien einzusetzen, zeugt von grossem Können und der Leidenschaft von Exploration, "chapeau"!

Für die "Ewig-Gestrigen", klar sind unweigerlich Parallelen zu Bands wie die Schweden Dissection, Bathory oder Necrophobic zu erkennen, die alle auch den epischen, melodiösen OldSchool Thrash/Death/Black Metal zelebrieren, zelebrierten, jedoch weisst «Death From Beyond» genügend Eigenpotenzial und Können auf, um gegenwärtig bei der grossen Anzahl von Mitstreitern um den Olymp der Genre-Krone Paroli zu bieten. Für mich persönlich ist «Death From Beyond» von Fäust mit Sicherheit eine der eindrücklichsten Veröffentlichungen im Jahr 2022, aber wie schon oft geschrieben, ist es Geschmackssache und jeder muss für sich selber entscheiden. "Écoutez certainement", zu Deutsch "unbedingt anhören"!

Einen kleinen Informations-Nachtrag über Michael Hellström alias Mickael Rigollet will ich Euch zum Schluss noch liefern. Wer ist denn überhaupt dieser begnadete Musiker? Michael Hellström alias Mickael Rigollet bedient seit dem Gründungsjahr 2008 die Gitarre bei der französischen Heavy Metal Band Elvenstorm aus Grenoble, Auvergne-Rhône-Alpes, die schon drei Longplayer veröffentlicht haben, zuletzt im Jahr 2018. "Au revoir". . .
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qoicigFKr-Y

 

Freitag, 27 Januar 2023 06:04
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v. 10 Punkten: 8.6

Von modernem Alternative Rock über elektronisch klingenden Metalcore und cineastische Orchestrals haben sich die Belgier SUASION bereits einen Namen in der europäischen Core-Szene erspielt.

Ihr futuristischer Sound und das enorm hohe Produktionslevel greifen Einflüsse von Synthwave und Filmmusik auf und bauen daraus einen einzigartigen Sound. Irgendwo zwischen Skynd, Electric Callboy und Betraying The Martyrs lässt sich verorten, wo Suasion ihren eigenen Sound der Musikwelt präsentieren. In Zeiten, in denen man denkt, alles schon einmal gehört zu haben, begrüssen uns Suasion mit Innovation. «The Infinite» ist eine komplexe Platte, in der Musik, Lyrics und Videos eine perfekte Symbiose bilden, um einzigartige Geschichten aus dem Universum der Band zu erzählen. Jeder Song erzählt eine andere Story, die in den Musik-Videos weiter erzählt wird und die ästhetische Integrität Suasions unterstreicht. Zwischen Industrial und modernem Metalcore finden sich auch djentige Riffs und eingängige Vocals, die regelrecht mit Techcore Synthesizern fusionieren.

Das Resultat ist Tanzbarkeit, ähnlich der Musik von Electric Callboy. Dennoch findet sich immer eine Essenz Epik in der Musik, die sich perfekt in die vertrackten Breaks und elektronischen Sounds einfügt. So steckt eine Menge moderner Rockmusik in «House Of Cards», während «Equilibrium» harte Riffs und einen Alt Rock-Kontrast offenbart. Umschlungen von organisiertem Chaos, bleibt das Ende des Tunnels also abzuwarten, das sich in «Naught», einem friedvollen, orchestralen Ende des Albums, zeigt. «The Infinite» ist ein zwölf Song starkes Album, das innerhalb seiner Szene, dank futuristischem Sound und einem multidimensionalen Narrativ, klar heraus sticht und seinen Zuhörern eine eigene Geschichte erzählen wird.
Oliver H.

cede


https://www.youtube.com/embed/Ko1vDqyiRz0

 

Donnerstag, 26 Januar 2023 07:15

Was kann man ohne Hintergrundwissen von einer Combo erwarten, die GODZILLA IN THE KITCHEN heisst?! Alles und nichts, aber das Info-Sheet hilft hier aus und offenbart in diesem Fall eine "Heavy Psych And Instrumental Trance Rock Band", die in deutschen Landen, sprich Leipzig angesiedelt ist. Wer letztes Jahr in Wacken war, hat die Band womöglich auf einer kleineren Bühne live gesehen. Das selbstbetitelte Debüt erschien 2015 und jetzt folgt «Exodus» als Zweitwerk.

Eigentlich war der Release der neuen Scheibe ja auf Ende Oktober 2022 geplant, aber nun dauerte das Ganze halt etwas länger. Die Truppe konstituiert sich nicht unerwartet als Trio und besteht aus Gitarrist Eric Patzschke, Bassist Simon Ulm und Drummer Felix Rambach. Die Genre-Bezeichnung "Heavy Psych" lässt an sich nicht so viel Spielraum übrig, aber wer nun meint, dass man sich nach dem Genuss einer währschaften Tüte mit Godzilla In The Kitchen grundsätzlich in andere Sphären begeben kann, schlägt nach einer gewissen Zeit womöglich hart auf dem Boden auf. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Mucke deutlich mehr "heavy" als "psych" ist, ohne Letzteres auszulassen. Geil ist auf jeden Fall die hammermässige Produktion, die insbesondere den Bass brillieren lässt. Da ich persönlich nicht wirklich auf rein instrumentale Mucke abfahre, könnte ich mir hierzu noch gut Gesangslinien von Ian Asbury (The Cult) vorstellen. Antesten!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DSVCmpz80yw

Donnerstag, 26 Januar 2023 07:07

Die nächste Supergruppe macht sich auf den Weg, einen guten Namen zu erspielen. Mit Gitarrist Steff Burns, der sich bei Y&T und Huey Lewis in den Mittelpunkt spielen konnte, Trommler Will Hunt, der schon bei Dirty Shirley oder Black Label Society in die Felle drosch und Multiinstrumentalist Todd Kerns (ehemals Slash) haben sich drei Jungs getroffen, die frei nach dem Motto "alles kann, nichts muss" musizieren.

Dabei steht in meinen Ohren eher das musikalische Können und weniger der Song im Zentrum. Wer aber auf die obenstehenden Truppen steht, kann hier bedenkenlos zugreifen und wird garantiert eine Truppe vorfinden, die zu gefallen weiss. Was mir im Vergleich zu anderen Supergruppen aus dem Hause Frontiers fehlt, ist der Hit, der sofort ins Gehör geht und sich dort auch festkrallt. Zudem sitzen die Herren so ein bisschen zwischen allen Stühlen mit ihrem Stil. Es ist rockig, es ist hart, es ist modern, es ist kernig, es ist sperrig. Wie gesagt, an den musikalischen Fähigkeiten scheitert es nicht, schon gar nicht an der fetten Stimme von Todd. Hört rein und bildet Euch selbst ein Urteil darüber.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eLEDP3daj9c

Donnerstag, 26 Januar 2023 07:00

Ohje..., was haben wir denn hier? Einen zigtausendsten Klon von Nightwish, Within Temptation, Xandria, Sirenia und so weiter. Könnte man im Prinzip so stehen lassen, denn was Dark Princess (Klischee as Klischee can, dieser Bandnamen ist einfach nur, ähm, bescheppert - nothing more to add) hier abliefern, hat man schon tausendfach gehört.

Und die Stimme der Sängerin hat dermassen viel Vibrato intus, da fragt man sich, ist das jetzt ein Markenzeichen oder schon Penetranz? Wie dem auch sei, auch mit den Texten (siehe Klischee) tun sich die Jungs und das Mädel keinen Gefallen. Leider ist auch die Stimme eher dünn als sonst was. Die Instrumentierung ist ordentlich, halt glattpoliert und auf Effizienz getrimmt. Kann gefallen, muss aber nicht. Wenn man sich etwas aus den gewohnten Gefilden bewegt, sind einige interessante Ansätze zu hören - Anleihen an Trail Of Tears sind dann erkennbar. Leider sind diese "Ausbrüche" selten zu finden, anyway. Wer sich für Symphonic Metal begeistern kann, kann hier gerne mal reinhören, denn schlecht als solches ist die Mucke nicht. Nur halt für mein Empfinden zu beliebig, zu austauschbar, ohne Eigenständigkeit. Geschmackssache.
Toby

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DlCu_WEBO1s

Mittwoch, 25 Januar 2023 06:51

Der Vorgänger «Mooncult» von 2019 ist mir noch in guter Erinnerung geblieben. Nun folgt nach Nils Nordling (Ex-Dreamtale) also der Versuch, dieses Album mit einem neuen Sänger noch zu toppen. Wer die Band bisher nicht kannte, dem sei gesagt, dass die Finnen für melodiösen Bombast Power Metal mit symphonischen Elementen stehen.

Bruno Proveschi ist der neue Barde am Mikro und ersetzt damit das vorherige Gründungsmitglied. Auch wenn der Name wohl den allermeisten unbekannt sein dürfte, verrichtet der Mann aus Uruguay einen tollen Job. Das zeigt sich schon beim Opener «Shadow Of A Curse», der mit mächtigen Chören und tollen Soli glänzt. Noch besser sind die beiden folgenden Songs «The Ones To Fall» und «Creatures Of The Night», wobei Ersterer mit ruhigen Zwischenparts und einem klasse Refrain und Zweiterer balladesk anfängt, um sich anschliessend zu einer kleinen Hymne zu entwickeln. «Soul Reaver» zieht das Gas wieder an und erinnert stark an Orden Ogan oder Blind Guardian. «And Then Comes Oblivion» ist eine Ballade, die mit Streicherparts untermalt ist, die mich aber nicht ganz packen kann.

Das mit einem simplen Refrain ausgestattete «Nighthunter» läutet dann die zweite Hälfte ein. «Dusk Of Dawn» ist wieder deutlich theatralischer und wabert fast wie eine melodische Variante von Dimmu Borgirs «Interdimensional Summit» aus den Boxen. Die beiden letzten Songs sind keinen Deut schlechter und beschliessen ein wirklich starkes Album. Womit wir wieder bei der Anfangsfrage sind, wie «Shadowfall» im Vergleich zum Vorgänger abschneidet. Ich finde das dritte Album der Finnen tatsächlich noch einen Deut besser als «Mooncult» und markiert das bisherige Highlight in ihrer Diskografie. Wer sich übrigens live ein Bild von Silver Bullet machen möchte: Schon am 3. Februar 2023 spielt die Band im Vorprogramm von Twilight Force im Z7.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/B4MPmUlnewo

Mittwoch, 25 Januar 2023 06:43

Die Südfranzosen Machen es mir nicht leicht, denn irgendwie sind sie in meinen Ohren weder Fisch noch Vogel.

Einerseits klingt von ihrem zweiten Longplayer (auf den die Musikwelt übrigens sieben lange Jahre hat warten müssen) Allerwelts-Rock aus den Boxen, der bis zu Oberkante Unterlippe in den Seventies steckt. Somit ganz nett, aber ebenso unspektakulär. Andererseits wagen sie hin und wieder Ausflüge ins pulsierende Universum des Art Rock und, trotz ihres Namens leider viel zu selten, in die düsteren Abgründe des frühen Doom Rock. Nur dann wenn sich die Band dieser musikalisch für mich interessanteren und anspruchsvolleren Stilmittel bedient, bereitet sie mir richtig Spass, denn genau da liegt meines Erachtens ihre wahre Stärke. Der eine oder andere Abstecher in bluesige Gefilde wertet das Ganze dabei noch zusätzlich auf. An Abenteuerlust mangelt es den vier Monsieurs also mitnichten, nur sollten sie sich vermehrt auf das fokussieren, was sie auszeichnet und unnötigen Ballast von Bord werfen. So könnte die hoffentlich etwas schneller erscheinende dritte Scheibe tatsächlich zum «Make it - Album» werden. Das Potenzial dazu wäre zweifellos da.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3_zDhPekl-0

Mittwoch, 25 Januar 2023 06:37
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v. 10 Punkten: 5.0

"Exhausting and disturbing", zu Deutsch "anstrengend und verstörend" würde ich das Longplayer-Debüt «The Abyssal Plain» von DRYAD, den Amerikanern aus Iowa City, Iowa  beschreiben.

Nach der Gründung im Jahre 2017 wurde die gleichnamige EP «Dryad» veröffentlicht, und als im Jahre 2018 mit «The Silurian Age» ebenfalls eine EP folgte, waren die Kritiken doch eher positiv gestimmt. Handelte es sich doch um einfach rohen, gutgeschriebenen "Oldschool" Black Metal mit keiner überwältigender Produktion, aber mit gewissem Biss. Auf die zwei veröffentlichten EPs folgten 2019 eine Split «Dryad/Säureleder» und 2020 eine limitierte Compilation unter den Titel «Anthology», die bereits nicht mehr das hielten, was die Vorgänger-EPs versprachen! Mit dem vorliegendem full-lenght Erstling «The Abyssal Plain», zu Deutsch "Die Abgrundebene" dreht sich die Spirale von Claire Nunez (Vocals/Guitar/Keyboards), Grimmtooth (Vocals/Guitar), Joe Milik (Bass) und Oliver Weilein (Drums), trotz nach wie vor ordentlichem Songwriting, leider immer weiter abwärts.

Kann die Instrumentalfraktion mit ihrem atmosphärischem "Black 'n' Roll-Style" bei einigen Passagen durchaus punkten und den Blutdruck in Wallung bringen, ist die Vocals-Darbietung eine wahre Katastrophe. Insbesondere lassen sich die Texte nur schwer in gemeinter Ideologie erahnen und wie schon angetönt, ist das Ganze "anstrengend und verstörend"! Bei mehrmaligem Durchlauf der Scheibe fallen mir vor allem die immer wiederkehrenden Strukturlinien auf und hinterlassen den Eindruck, vieles schon zum x-ten Mal gehört zu haben. Ob das hier Gebotene tatsächlich ein nervenfreies Hörerlebnis auf dreizehn kurzgehaltenen Albumtracks, verteilt im Gehirn der Zuhörerschaft hängen bleibt, ist von jedem persönlichen Blickwinkel abhängig. Ob die Genre-Anhängerschaft «The Abyssal Plain» nach doch gelungenem Anfang in den Jahren 2017/2018 würdigt, bezweifle ich, und im zukunftweisenden Hinblick auf im 2023 kommende Veröffentlichungen im Genre Black Metal fallen Dryad jetzt schon deutlich ab!
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HregTVleOn0

Dienstag, 24 Januar 2023 06:41

CELESTIAL WIZARD aus Kalifornien versuchen auf «Winds Of The Cosmos» die zwei Genres Power und Death Metal zu einem schmackhaften Menü zu verarbeiten. «Winds Of The Cosmos» zeigt dabei das Talent der Band, aber auch einige Schwächen auf.

Die Geschichte von Celestial Wizard beginnt eigentlich bereits 2011, damals noch unter dem Namen Solarfall. 2018 änderte man den Namen und veröffentlichte in Eigenregie das Album «A Sinister Awakening». Der aktuelle Longplayer erschien eigentlich bereits im Sommer 2022. Jetzt konnte man mit Scarlet Records einen Deal abschliessen, und so kommt das Teil nun noch über offizielle Wege in die Plattenläden. Nach dem etwas seltsamen Intro «Andromeda» startet man mit «Revenant», das mir auch nach mehreren Durchgängen nur mittelprächtig gefällt. Der Song ist zwar rasant und mit einem guten Riff ausgestattet, trotzdem fehlt das gewisse Etwas. Dann folgt mit «Ice Realm» aber das Highlight. Hier zeigen die Zauberer aus den Staaten, wie man Death und Power Metal zu einem gelungenen Song verschmelzen kann. Ein eingängiger Up-Tempo Kracher der zeigt, zu was die Band fähig ist.

Auch der nachfolgende Track «Powerthrone» (Midtempo mit cleanen Vocals im Refrain) ist klasse. Leider können Celestial Wizard das Niveau dieser beiden Songs nicht über die ganze Albumlänge halten. Bis zum abschliessenden achtminütigen Titelsong, der nochmal richtig stark ausgefallen ist. Manchmal will die Band auch etwas zu viel, wie beim Song «Cyberhawk», der eigentlich gefallen würde, der aber durch deplatziert wirkende Pianoklänge den Drive verliert. Wie man die beiden Welten Power und Death Metal vereint, hat die kanadische Band Lutharo mit ihrem 2021 erschienenen Album «Hiraeth» bewiesen. Celestial Wizard schaffen es dabei nicht, diese Klasse zu erreichen, lassen aber immer wieder erkennen, dass sie durchaus über Potenzial verfügen. Wenn sie es nun schaffen mehr Songs wie eben «Ice Realm» zu komponieren, steht uns vielleicht mit dem nächsten Wurf etwas Grosses bevor.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vcOlaXl3LaA

Dienstag, 24 Januar 2023 06:36

Die norwegische Rock Queen liefert ab. Jedes Mal..., heisst immer..., ohne Frage! Das liegt nicht nur an ihrer Stimme, sondern auch daran, dass sie Lieder komponiert, welche sich sofort als kleine Hits entpuppen.

Zudem versteht es die Sängerin in ihren Songs die Keyboards so einzusetzen, dass sie nicht zu dominant klingen, die Kompositionen aber trotzdem mit einem feinen Farbtupfer bunter zu gestalten. Der Titeltrack spricht Bände dafür. Es ist nicht nur der Song an und für sich, sondern auch der Aufbau wie der sensationelle Refrain. Wer es ein bisschen härter mag, wird sich an «Seize The Day» erfreuen. Mit flotten Rhythmen und einer glasklaren Stimme zeigt und Issa Oversveen, was noch heute einen guten Track ausmacht. Alleine die kleinen und feinen Screams bei «Seize The Day» suchen ihresgleichen. Statt sich zu wiederholen, erklingt als Nächstes eine feine Halb-Ballade («Stop The Rain»). Der Vorteil, wenn man sich im Hard Rock austobt und sich mit moderneren Stilarten nicht selbst limitiert.

Das siebte Album lässt keine Wünsche offen und seien wir ehrlich…, wer wird nicht schwach, wenn die Norwegerin vom «Moon Of Love» singt und dabei von einem Saxofon unterstützt wird? Oder wenn man zu «Chains Of Love» auf eine groovende und fetzige Fahrt durch die Emotionen mitgenommen wird?! Das harte «Fight To Survive» rundet die eh schon abwechslungsreiche Scheibe optimal ab und die Shouterin mit der zu erwartenden Ballade («I Give My Heart») nochmals in die Gefühlswelt der Zuhörer eindringt. «It's Over», der flotte Opener «Live Again» und «I'll Be Waiting» sind dabei Nummern, wie man sie sich von ISSA wünscht und mit «Lights Of Japan» erneut überzeugend aufzeigt, dass sie nach wie vor nichts von ihrem Charme und dem guten Gespür für tolle Rock-Nummern verloren hat!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7VgMmIvinzE

Dienstag, 24 Januar 2023 06:31
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v. 10 Punkten: 7.9

Jenner sind eine Heavy Thrash Metal Formation aus Serbien, die 2013 gegründet wurde. Die Band begann als Quartett und spielte erst Cover-Versionen von Warlock oder Judas Priest.

Schon bald legten sie an Härte zu, und 2015 nahmen sie ihre ersten zwei Demo-Songs «Hear The Thunder Roar» und «On the Judgement Day» auf. Anschliessend arbeiteten Jenner weiter an ihrem Debüt-Album «To Live Is To Suffer», das im Februar 2017 veröffentlicht wurde. Die erste Auflage des Albums war innerhalb weniger Jahre restlos ausverkauft, was es zu einem Bestseller des Labels machte. Das Werk besteht aus acht schnellen und energiegeladenen Songs, die beim Publikum sehr gut ankamen. Ihr Stil ist hörbar durch den Oldschool Thrash beeinflusst, bringt aber auch genügend moderne Einflüsse mit sich. Speziell auf komplexe Gitarren-Soli und wuchtige Riffs wird beim Sound ein hoher Wert gelegt, und die stimmliche Abwechslung der Vocals kommt auch nicht zu kurz.

Nach einigen Turbulenzen innerhalb des Bandgefüges entschloss sich die Truppe, als reines Frauentrio weiter zu machen. So besteht Jenner heute aus Aleksandra Aleksandra Stamenković (Gesang & Gitarre), Anja Mirković (Bass) und Selena Simić am Schlagzeug. Grenzenloser Fleiss bescherte dem infernalen Trio schliesslich einen neuen Plattenvertrag mit Fighter Records, die sich dazu entschlossen, den Erstling «To Live Is To Suffer» neu heraus zu bringen, während die Girls mit Konzerten aktiv sind und bereits an Songs für ein neues Album arbeiten. Thrashlinge ohne Scheuklappen sollten hier unbedingt ein Ohr voll riskieren, denn die Mädels weisen ein Potenzial auf, das noch lange nicht ausgeschöpft ist.
Oliver H.


https://www.youtube.com/embed/u63ZHj08tJ8

Montag, 23 Januar 2023 07:13
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v. 10 Punkten: 8.6

Mit «What Comes To Light» präsentiert uns der deutsche Gitarrist und Songwriter Markus Pfeffer (Lazarus Dream, Winterland) das Zweitwerk seines Allstar Projekts Barnabas Sky.

Einmal mehr hat der Multiinstrumentalist (nebst den Gitarren zeichnet er sich auch für Bass und Keyboards verantwortlich) aus Kaiserslautern eine Handvoll erlesene Sänger mit internationalem Format ins Studio gelotst. Erneut mit dabei sind Danny Vaughn (Tyketto) und Jesse Damon (Silent Rage). Neu im Line-up sind unter anderem Paul Sabu, Doogie White (Rainbow, Alcatrazz, Rising Force) Carston Schulz (Domain, Evidence One) Lee Small (Sweet, Lionheart) und Alan Tecchio (Watchtower). Durch die Vielzahl an Sängern wird zwar eine grosse stilistische Vielfalt gewährleistet, aber eine gewisse Homogenität bleibt dabei auf der Strecke. Initiant M. Pfeffer hat zwar eine Menge starker Tracks verfasst, die einen grossen Bereich zwischen knackigem Melodic Rock und sattem Hard Rock abdecken. Aber auch diesbezüglich ist der berühmte rote Faden teilweise nur schwer zu fassen. Obwohl keinerlei relevante Schwachpunkte auszumachen sind, und dies weder beim Songwriting und sowieso nicht in der musikalischen Umsetzung, springt der zündende Funke nur sporadisch über. Deshalb lässt sich die provokante Frage stellen, ob hier in Bezug auf die Vokalisten weniger nicht mehr gewesen wäre. Fans, deren Lieblingssänger daran beteiligt sind, sollten sich mindestens bis definitiv mit «What Comes To Light» beschäftigen.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tuhvq82BhZY

Montag, 23 Januar 2023 06:05
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v. 10 Punkten: 8.3

Jede Underdog-Story braucht bekanntlich einen Killer-Soundtrack. Das war schon bei «Rocky» so und ist im wahren Leben nicht anders. Während zu Zeiten von Pandemie und Krieg alle dreissig Stunden ein Milliardär geschaffen wurde und alle 33 Stunden eine Million Menschen in extreme Armut gestürzt wurden, kämpften Anti-Flag auf ihre Weise dagegen an. Sie werkelten an ihrem dreizehnten Studio-Album, das nun auf den interpretationsfreien Namen «Lies They Tell Our Children» hört.

Es wird als erstes Konzep-Album der Pittsburgh-Punks bezeichnet und zeigt die Band in Kampfform. Um ihre Botschaft von Widerstand, Reformation und Umkehr einzuhämmern, wird die Band von nicht weniger als sieben Gastmusikern unterstützt, darunter Jesse Leach von Killswitch Engage, Bad Religions Brian Baker, Campino von den Toten Hosen oder Tim McIlrath von Rise Against. Der Text von «Victory Or Death (We Gave 'Em Hell)»: "Wenn die Welt anfängt zu brennen, läute die Glocke. Wir können sagen, dass wir dabei waren, als sie fiel. Wir haben ihnen die Hölle heiss gemacht!" brennt darauf, diesen Sommer auf Festivals mitgebrüllt zu werden. «Imperialism» ist ebenso gerecht wie ansteckend, während «Work & Struggle» einem Ruf zu den Waffen der Arbeiterklasse gleich kommt. «Lies They Tell Our Children» ist ein wirklich grossartiges und zeitgemässes Album einer Band, die sich weiterhin furchtlos artikuliert und aggressiv mit den Themen des Hier und Jetzt auseinander setzt. Einfach gesagt, Anti-Flag waren noch nie so wichtig, auf den Punkt und richtig angepisst.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2kw9Fw0k0z0

Montag, 23 Januar 2023 05:59
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v. 10 Punkten: 6.5

Das dritte Album der Polen Scream Maker nennt sich «Bloodking». Die 2010 gegründete Truppe versucht die Judas Priest von Polen zu werden und lassen mit dem Titelsong einen donnernden Metal-Track vom Stapel laufen, der ein bisschen an «Painkiller» von Rob Halford und Co. erinnert.

Daneben machen Scream Maker vieles richtig und lassen das Album mit vielen unterschiedlichen Tempi sehr spannend erklingen. Das stampfende «End Of The World» lässt aufhorchen, wie auch die Stimme von Sebastian, die an Lia von Mystic Prophecy erinnert. «Join The Mob» mit seinem hardrockigen Flair und das langsamere «Too Late» mit seinem schleppenden Rhythmus lassen aufhorchen, können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass bei längerem Anhören des Werkes noch einiges zu unternehmen ist, damit man entsprechenden Szene-Grössen den Rang ablaufen kann. Klar, es hört sich alles gut und nett an, aber wenn ich ein solches Album mit einer seit Jahren um Anerkennung kämpfenden Truppe wie Riot V vergleiche, dann ziehen Scream Maker mit «Bloodking» in allen Belangen den Kürzeren.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ccK7iWEvq6s

Samstag, 21 Januar 2023 08:47

Im Bereich des AOR / Melodic Rock führt längst schon kein Weg am Schweden Mikael Erlandsson vorbei. Der Tausendsassa (Songwriting, Vocals, Gitarren, Keyboards, Produktion, Mix, Mastering) aus Göteborg ist dabei gleichermassen für Qualität wie auch Quantität bekannt.

Nebst sechs Solo-Alben und seinem langjährigen Engagement bei Secret Service, war vor allem seine Band Last Autumn's Dream über Jahre in aller (Melodic-) Munde. Zusammen mit Andy Malecek (Fair Warning) und wechselnden Mitstreitern wurden vierzehn (!) ausnahmslos erfolgreiche Alben aufgenommen. Seit der Dienstquittierung von Andy 2018 nennt der gute Mikael sein Baby zwar Autumn's Child, musikalisch hat sich dabei aber eigentlich nichts geändert. Mit der aktuellen Namensgebung wird nun «Starflower» als bereits vierte Scheibe präsentiert. Nach wie vor hat er dabei den Dreh raus, wie zeitloser, melodiöser Hard Rock klingen muss, um nicht zwischen Stuhl und Bank zu fallen, respektive in der Belanglosigkeit zu versinken. Starke Melodien, die leichtfüssig die richtigen Gehirnwindungen erreichen, eine harmonische Co-Existenz zwischen knackigen Gitarren und satten Keyboards sowie die warme, aber kraftvolle Stimme des Mainman lassen wenig Raum für Kritik. Auch wenn songtechnisch kein explizites Highlight auszumachen ist, ist bezüglich Füllern weit und breit nichts zu sehen, sprich zu hören. Die Melodic Fraktion darf einmal mehr bedenkenlos zugreifen.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/is8jSTRC8i4

Samstag, 21 Januar 2023 08:42

Mit gesetzten Segeln erobert die 6-köpfige Crew von The Privateer seit 2007 die weite See und auch die Bühnen dieser Welt. Inspiriert vom klassischen Heavy Metal sowie modernem Death und Folk Metal, haben sie ihren charakteristischen Sound geschaffen, dem die Band bis heute treu geblieben ist.

«Kingdom Of Exiles» ist nun das vierte Werk der Freiburger Formation. Schotten dicht gemacht und Ohren aufgesperrt! Die Kombination zwischen den Stimmen von Clara Held, Jonas Piraterie und dem Piratenchor ist ein Geniestreich. Sie bringt die raueste und wesentlichste Essenz zum Vorschein. Der Wechsel zwischen Clean- und Scream-Vocals sowie der Einsatz einer Geige verleihen dem Ganzen eine besondere Note. Natürlich dürfen auf dem Silberling auch die epischen Melodien, grandiosen Hooks und harten Gitarren nicht fehlen, denn ohne Härte ist es kein Metal. Dazu unterlegt der fette Bass den Sound des Sextetts, und die Chöre des Meeres sind noch glorreicher und symphonischer als je zuvor. Das neue Teil ist gespickt mit neun Tracks, die Geschichten aus fernen Welten, alten nautischen Überlieferungen und den Mythen des Meeres erzählen. Aufgenommen wurde «Kingdom Of Exiles» in den heiligen Hallen der Iguana Studios von Christoph Brandes. The Privateer sind moderne Reiseleiter auf der Suche nach verlorenen Kulturen wie verborgenen Schätzen, inklusive Death, Power und Folk Metal, was sich Genre-Fans nicht entgehen lassen dürfen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tdtxkdh0288

Samstag, 21 Januar 2023 08:36

Die polnischen Progger um Sänger und Bassist Maruisz Duda beginnen ihr neuestes Werk mit dem eher einfach gestrickten «Friend Or Foe». Der Song erinnert mit seinen Synthie-Parts stark an die 80er. Tragend ist hier aber die melodiöse Gesangsmelodie. Ein gelungener Einstieg in ein gesamthaft eher etwas ruhigeres Album.

Mit «Big Tech Brother» legen die Herren einen coolen Groover mit Bläser-Einlagen und starken melodiösen Breaks hin, ein sehr gute Nummer. Irgendwie klingt man auf dem neuen Rundling spannender und abwechslungsreicher, als noch auf den beiden Vorgänger-Alben. Hinter «Post-Truth» verbirgt sich der kompakteste, eingängigste und metallischste Song (Stakkato-Riffs en masse!) des Albums. Immer wieder mal geben die Polen auch etwas metallische Klänge zum Besten, was das Ganze noch spannender macht. Wie gesagt ein sehr spannendes Werk. Wie Duda die einzelne Elemente miteinander verschmelzt, zeigt mal wieder, was für ein grossartiger Songwriter er doch ist, sprich gut zu hören beim 13-minütigen «The Place Where I Belong», dem Herzstück des Albums. Nach einem gemässigten Beginn folgt eine coole Keyboard-Passage, die dann in einen rockigen Orgel-Song über geht. Deep Purple lässen grüssen! Riverside legen hier ein voll zeitgenössisches, sehr interessantes Werk hin, das auch textlich wieder ziemlich tief blicken lässt. Die Polen haben bisher noch nie enttäuscht, und diese Reihe wird auch mit «ID.Entity» fortgesetzt. Klasse 53 Minuten Prog auf höchstem Niveau.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3q6XJfKxKb4

Freitag, 20 Januar 2023 06:37

Was für eine Steigerung! Schrieb ich beim letzten Twilight Force Album von 2019 sinngemäss "...musste ich beim Vorgänger noch eine sechs ziehen, reicht es diesmal sogar für eine 7.5 - Steigern sie sich in diesem Tempo weiter, steht uns bald Grosses bevor", und jetzt ist dies tatsächlich eingetroffen!

Heuer klingen die Schweden Twilight Force endlich so, wie es sich wahre Symphonic Power Metal Fans wünschen: Eingängig, nach vorne galoppierend, Filmsoundtrack-artig, vertrackt, mit grossen Refrains und trotz aller Wendungen und musikalischem Können immer auf den Punkt. Dass diese Kunst fast niemand im Genre beherrscht, ist zwar eine böswillige Behauptung von mir, aber hinter dieser stehe ich voll und ganz. Umso schöner, dass endlich wieder mal eine Band auf einem Album dieses Kunststück schafft. Dabei machen Twilight Force nicht viel anders als bisher. Diesmal ist aber alles noch besser auf den Punkt gebracht. Man könnte gar behaupten, sie hätten ihre Musik vom Bombast befreit. Dies trifft jedoch überhaupt nicht zu, denn noch immer regieren neben der klassischen Rockbesetzung viele weitere Soundspuren, die das Album episch machen. Und wenn zum Beispiel für wenige Sekunden ins Klassik-Genre gewechselt wird (wie beim Titelsong), klingt das so, als wäre das das Natürlichste auf der Welt. Ebenfalls toll, wie Twilight Force bei «Dragonborn» Folk-Elemente eingebaut haben und der Refrain auch von Avantasia stammen könnte.

Klassische Chöre finden sich bei «Highlands Of The Elder Dragon», während ein «A Familiar Memory» für eine kurze Verschnaufpause sorgt und gleichzeitig eine heimelige Lagerfeuer-Atmosphäre hervor ruft, bevor es mit «Sunlight Knight» wieder Folk-angehauchten Power Metal zu hören gibt. Hörspielfans kommen bei den Zwischenteilen von «The Last Crystal Bearer» auf ihre Kosten. Wichtig ist bei diesem Album, dass man die zwei Franken mehr für das «Limited Digipak» investiert. Hier sind von zwei Liedern noch zusätzliche Orchester-Versionen zu hören. Diese offenbaren zum Beispiel endgültig, dass «The Last Crystal Bearer» durchaus gewisse Melodien adaptiert, die man auch als "nicht-absoluten Star Wars-Nerd" aus dieser Filmreihe kennt. Es lohnt sich, «At The Heart Of Wintervale» mehrere Hördurchgänge zu gönnen. Wenn was vielleicht zu Beginn nicht offensichtlich toll ist, steigert es sich von Mal zu Mal. Über und unter dem Strich ist dieses Album eine dicke Überraschung und noch mehr von dieser Art darf in diesem Jahr gerne dazu kommen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LaTI4XF8PAY

Freitag, 20 Januar 2023 06:32
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v. 10 Punkten: 9.0

Es ist noch kein Jahr vergangen, da kommen die UK Jungs von Ten mit dem nächsten Werk ums Eck. Ja, Corona kann auch seine positiven Früchte tragen, und während andere Musiker sich als Heulsusen entpuppen, weil sie in der COVID-Zeit keine Inspiration fanden, nutzen Meistersänger Gary Hughes und seine Jungs die Gunst der Stunde und hauen gleich zwei Meisterwerke in nur elf Monaten heraus.

Während Ten in den alten Tagen eine reine Melodic Rock Band waren, so sind die Jungs seit längerer Zeit zu einer waschechten Hard Rock Truppe gereift. Hört man sich die Gitarren-Solos, wie jenes beim grossartigen Opener «Look For The Rose» an, darf man sich an selige Thin Lizzy Zeiten erinnern. Das Quintett und der Gasttrommler Marcus Kullmann (Sinner, Voodoo Circle) können den eh schon grandiosen Vorgänger nochmals übertrumpfen. Mit ihren leicht wehmütigen, irischen Klängen und der noch immer sensationellen Stimme von Gary Hughes haben Ten ihre musikalische Heimat gefunden. Wurden die Lieder früher mit (zu) vielen Keyboards überladen, rocken die fetten Klänge einer Gitarre und harmonieren heute allein oder zu zweit. Hört Euch dazu «Brave New Lie» an, eine Nummer, bei der man das perfekte Zusammenspiel von Dann Rosingana und Steve Grocott geniessen kann und man sich gedanklich förmlich auf einer irischen Meeresbucht stehen sieht.

Mit grossartigen Klavierklängen startet «The Tidal Wave», welches von einem famosen Schlagzeug ergänzt wird und dann in eine weitere Hard Rock Nummer übergeht, die nicht von dieser Welt zu scheinen scheint. Gary und seine Jungs haben sich erneut selber übertroffen, und man darf sich zurecht fragen, wohin die Reise noch führen wird. Wichtig wäre nun eine Konzertreise, welche die Truppe in die europäischen Städte führt, damit sich Ten von ihrer Live-Seite zeigen können. «Parabellum», die unglaubliche Ballade «New Found Hope» (was für ein grossartiger Gesang!) und der grosse Hit «When Darkness Comes» lassen «Something Wicked This Way Comes» zusätzlich zu einem fantastischen Album werden, das die Latte für kommende Scheiben in diesem Genre sehr hoch legt und schon jetzt ein Anwärter auf mein Top-5 Werk von 2023 ist.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rhgtUhNOCDo

Freitag, 20 Januar 2023 06:23
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v. 10 Punkten: 8.9

Mit Atrocity, gegründet 1985, bringt neben Obituary gleich eine zweite Death Metal Legende einen neuen Output unters Volk. «Okkult III» nennt sich die zehnte Studio-Platte, und mit ihr schliesst die Band aus Deutschland eine Trilogie von Alben ab, die vor einem Jahrzehnt mit «Okkult» begann.

Musikalisch handelt es sich um ein Death Metal Album alter Schule, das jedoch einige gesunde Dosen symphonischer Elemente bereithält. Dieser Mix verleiht dem Sound der Band einen ausgefeilten, filmischen Aspekt. Die Vorliebe der Truppe für Synthesizer und epische Arrangements, sollte angesichts der Doppelfunktion mancher Bandmitglieder, die zwischen Atrocity und den Symphonic Metallern Leaves' Eyes pendeln, nicht überraschen. Tracks wie «Malicious Sukkubu», «Teufelsmarsch» (feat. Robse Dahn & Misstiq) und «Bleeding For Blasphemy» sind besonders gross angelegt und stark von den symphonischen Aspekten des Atrocity Sounds geprägt. Die Instrumentierung weist einen fast gothischen Sound aus, der gut mit dem blasphemisch lyrischen Inhalt harmoniert.

Trotz starkem Fokus auf symphonische Elemente enthält «Okkult III» auch einen fairen Anteil an gradlinigem Death Metal. «Lycanthropia», «Fire Ignites» und «Cypka» sind passende Beispiele dafür. «Okkult III» ist ein wirklich starkes Album geworden, das beim ersten Durchhören vielleicht etwas widersprüchlich klingt (Death Metal vs. Symphonic-Sound). Allerdings legt sich das bereits beim weiteren Anhören, denn das starke Riffing und die Musikalität auf dem Album sind ein klares Highlight. «Okkult III» sollte also bestes Kraftfutter für die meisten Death Metal Fans sein, die Symphonic Ableger des Extreme Metal bevorzugen, respektive zulassen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/t2Z2v62bBg4

Donnerstag, 19 Januar 2023 06:45
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v. 10 Punkten: 7.5

Die Finnen LEAFLET veröffentlichen mit «Something Beyond» ein kurzes heftiges Album, dem trotz seiner Länge von 35 Minuten nach anfänglicher Klasse schnell die Luft ausgeht.

Denn zünden Lieder wie das wilde «Gonna Do It», das etwas entspanntere, aber trotzdem treibende «Resonate» und das wuchtige wie dynamische «Alone Alive», hänge ich zum Beispiel bei «Shades Of Black» etwas ab. Das obwohl bei letzterem Track zumindest teilweise toller Rock'n'Roll geboten wird. Und auch «Someone Somewhere» ist ansprechender Riff-Rock, der bei mir aber etwas ins Dümpelige abdriftet. Schön allerdings ist, dass die Finnen hier einen ansprechenden Spagat zwischen Rock, Hard Rock und Heavy Metal meistern. Damit erinnern sie mich musikalisch und stimmlich etwas an unsere Schweizer von Driving Force. Nimmt man die ersten Lieder dieses Albums, könnte man von "der Band der aktuellen Stunde" sprechen. Umso trauriger ist es deshalb, dass man trotz des gutem Niveaus abhängt, doch vielleicht müsste man sich dieses Werk einfach noch mal öfters anhören. Freunde von Hard Rock und Heavy Metal werden von «Something Beyond» trotzdem nicht enttäuscht werden.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/80lxzUV3d8w

Donnerstag, 19 Januar 2023 06:39
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v. 10 Punkten: 7.0

Eigentlich wollten die Finnen ja etwas in Richtung harten Stoner Rock machen, eine Absicht die sich zumindest in Bandname und Artwork niedergeschlagen hat.

Musikalisch hingegen müssen irgendwelche dominanten Gene ganz anderer Art voll durchgeschlagen haben, denn das Debüt des Vierers klingt nicht einmal ansatzweise nach Monster Magnet, Fu Manchu, Spiritual Beggars & Co. Vielmehr serviert uns die Band Heavy Metal, der dermassen traditionell klingt, dass man ihn glatt für eine Underground–Aufnahme aus den frühen Achtzigern halten könnte. Gut, die erste Albumhälfte haut mich zwar nicht gerade aus den Socken, alles in sehr ähnlicher Art schon mal gehört, zur groben Orientierung nenne ich an dieser Stelle mal Bands wie Angel Witch, Slough Feg und Twisted Tower Dire.

Ab dem stimmungsvollen Zwischenspiel «Taunter's Theme» erfährt die Platte allerdings eine unerwartet positive Wende. Die letzten drei Tracks verzichten dankbarerweise auf bereits zig-mal gehörte Doppelleads wie Akkordfolgen und gehen dafür in eine deutlich düsterere Richtung mit insgesamt hörbar mehr Biss und Tempo. Der Gesang von Eliel Salomaa, eine Kombination aus frühem Denis «Snake» Belanger (Voivod) mit gelegentlicher Phrasierung à la James Hetfield, mag anfangs noch gewöhnungsbedürftig sein, passt aber am Ende des Tages zur musikalischen Darbietung, die mit knackigen 34 Minuten keine Sekunde zu lang ausgefallen ist. Für ein Debüt eine absolut solide Leistung, die auf mehr hoffen lässt.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YLRvnosBerk

Mittwoch, 18 Januar 2023 06:58
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v. 10 Punkten: 5.5

Ich werde bei dieser bevorstehenden Review folgend mit einem zutreffenden Zitat beginnen! "Am Anfang war das Produkt, dann erfand der Mensch die Qualität, und erst nach einer gewissen Zeit wurde ihm bewusst, dass dem Qualitätsprodukt das Gütesiegel fehlt"! (© Daniel Mühlemann 1959).

Was wurde nicht alles schon über die deutschen Eisregen aus Tambach-Dietharz/Bad Tabarz, Thüringen geschrieben, publiziert oder Werke indiziert (Index-Liste A/B). Seit über einem Vierteljahrhundert polarisieren tendenziell eher Pubertierende die Herren Yantit (Ronny Fimmel) und Blutkehle (Michael Roth) immer noch. Zum wiederholten Male wird mit «Grenzgänger» ein Album (DLP) einfallslos mit Rammstein Light-Anleihen und Pagan-Geschrammel ohne jegliche Eigenständigkeit publiziert. So kann die Instrumental-Fraktion noch einigermassen im unteren Mittelfeld mithalten, doch was das Songwriting angeht, lässt sich nur ein Statement anbringen, nämlich "nervtötend"!

Es darf die Frage erlaubt sein, warum gestandene Musiker wie Martin Schirenc, Gitarre (Ex-Pungent Stench) und Markus Stock, Gitarre/Bass (Empyrium, The Vision Bleak) sich für solch eine Inszenierung hergeben! Dass «Grenzgänger» unter seiner viel zu langen Spielzeit von knapp 65 Minuten den Zuhörer, aber auch die Band im wahrsten Sinne leiden lässt, ist auf eine Beschränktheit ihres Schaffens zurück zu führen und sehr ermüdend. Ob Eisregen mit «Grenzgänger» ihre bestehende Fangemeinde zufrieden stellen, respektive neue Anhängerschaften dazu gewinnen können, sei dahingestellt, denn das abgelieferte Material ist, einfach gesagt, nicht mehr zeitgemäss. Eisregen sind und bleiben eben eine sehr spezielle Band, die man entweder liebt oder hasst"!
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JyusWCVAo9U

Mittwoch, 18 Januar 2023 06:52
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v. 10 Punkten: 9.0

Blindkäufer, welche das Album wegen des Artworks kaufen, werden überrascht sein, wenn sie da reinhören. Hier wird kein Metal geboten, wie es das Cover suggerieren könnte, sondern Melodic Hard Rock der Extraklasse. Die Schweden liefern mit «Human Nature» ihr viertes Album ab und sie überzeugen dabei von A-Z.

Der Bandname stammt von Bon Jovis Richie Sambora, dessen Fender Gitarre von 1996 diesen Namen trug. Mit Bon Jovi haben die Schweden ansonsten nichts zu tun, eher geht die Musik in Richtung Whitesnake oder Thunder, und ganz oft höre ich auch Molly Hatchet und Lynyrd Skynyrd Einflüsse. Wer jetzt altbackenen Hard Rock erwartet, liegt aber auch falsch, denn Black Paisley gelingt das Kunststück, den Songs einem modernen Touch zu verpassen, was auch an der gelungenen Produktion liegt, welche angenehm warm und dynamisch klingt. Highlights sind auf der Scheibe der Schweden gleich zuhauf zu finden, angefangen beim Ohrwurm-Opener «Set Me On Fire».

Aber auch das locker-flockige «Not Alone», der Titeltrack, und vor allem das mit einem Southern Rock Flair ausgestattete «Mojo» wissen zu begeistern und lassen mich immer wieder die Repeat-Taste drücken. Bereits der starke Vorgänger «Rambler» konnte mich überzeugen, und mit dem neusten Streich legen die Skandinavier die Messlatte noch ein Stück höher. Wer seine Musik gerne auch mal etwas plüschiger mag (wobei «Human Nature» komplett ohne Balladen auskommt und deshalb durchgängig rockt!), muss hier zugreifen, denn Black Paisley hätten es mittlerweile längstens verdient, mehr als nur ein Geheimtipp gehandelt zu werden. Klasse Scheibe, Klasse Band!
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/A_l-0DGucMY

Dienstag, 17 Januar 2023 06:39
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v. 10 Punkten: 8.6

Es ist nicht zu leugnen. Musik ist, selbst in extremeren und härteren Formen, zu einem Business geworden. Verkaufszahlen werden erörtert, Marketingpläne erstellt und Social Media Strategien umgesetzt. Der Erfolg wird bloss an der Anzahl Streams und Likes gemessen, ohne das ganze Album angehört zu haben.

Croms neues Album wurde nicht für diesen Markt geschrieben. Mastermind Walter "Crom" Grosse hat dieses Spiel mit Dark Fortress (1997 - 2001) gespielt, sich aber auf seine inspirierenden musikalischen Einflüsse berufen, sich zurückgezogen und standhaft an seiner Drei-Mann Armee gewerkelt. Je weiter die Arbeit voranschritt, desto mehr erkannte Grosse, dass Melodie das bestimmende Element sein soll. Nach nunmehr drei Alben und der EP «Into The Glory Land» von 2021 ist «The Era Of Darkness» das neue Schlachtross des Trios und wieder einmal atmet und lebt es Heavy Metal in seiner epischsten Form.

Von grossen Refrains, bis hin zu gigantisch pumpenden Soli und atemberaubenden Gitarren-Leads, ist das neue Crom-Album eine Sammlung abwechslungsreicher und doch zusammenhängender heavy Power Metal Hymnen, die das Blut wieder in Wallung bringen wird. Zarte Akustikgitarren werden kontrapunktiert von krachenden Metal-Riffs. Eine kraftvolle Gesangsdarbietung wird von Melodien begleitet, die wiederum ergreifend oder gar majestätisch sind. Mit seinem Einsatz von Chören, epischen Arrangements, geschickten Übergängen und mitreissenden Melodien ist Grosse in der Lage, Bilder von mächtigen Kriegern und verlorenen Lieben, epischen Kämpfen und tragischen persönlichen Verlusten, Verzweiflung und endgültiger Erlösung herauf zu beschwören. Eine Speerspitze, bestehend aus zwölf Tracks, die weit in die Zukunft blickt und die Schlacht voraus sagt, die noch kommen wird.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DCAjt7V4aPM

Dienstag, 17 Januar 2023 06:33
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v. 10 Punkten: 7.0

Das ging aber sehr lange! 25 Jahre dauerte es von der Bandgründung 1997, bis jetzt endlich das erste Album der Dänen erscheint. Ob sich das lange Warten gelohnt hat?

Die acht tiefschwarzen Death Metal Songs werden dabei von einer brutalen, fiesen Kälte getragen, welche sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Die Produktion, die sehr rau daherkommt, untermauert diesen Eindruck noch. Die meisten Songs sind Up-Tempo, aber Strychnos verstehen es immer wieder, auch diese Hochgeschwindigkeitsmaschine zu brechen. «Manus Nigra» ist das beste Beispiel dafür, denn hier klingen Strychnos wie Dissection, während der Gesang mich gelegentlich an John Tardy (Obituary) erinnert. Hier versteht es das Trio perfekt mit dem Tempo zu spielen und mit einigen spoken words Passagen wird das Stück zu einem abwechslungsreichen Highlight des Albums. Auch der Opener «Traumer» eignet sich als gutes Beispiel für die Qualitäten von Strychnos, welche aber nicht bei allen Songs zum Tragen kommen. «A Mother's Curse» ist ein solider Blackened Death Release geworden, dem jedoch die absoluten Granaten fehlen und deshalb nur für Genrefans, die alles haben müssen, interessant sein dürfte. Beim Artwork haben Strychnos dafür alles richtig gemacht. Es zeigt eine Interpretation einer Geschichte von Hans Christian Andersen und wird Vinyl-Liebhaber besonders entzücken.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ai7rpGy4MnI

 

Montag, 16 Januar 2023 07:39
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v. 10 Punkten: 8.9

Bei den schwedischen Heavy Metallern aus Ljungby, Kronoberg muss stets der Hinweis angebracht werden, dass sie nicht mit einer der drei gleichnamigen Combos aus den Staaten verwechselt werden. Vorab mit der aus Kenosha, Wisconsin, dessen feiner 88er (Re-) Release von «Target: Earth» für Aufsehen sorgte. Vor vier Jahren taten das die Skandinavier als Support von Bullet freilich ebenso und haben mit «Kingmaker» nun ihr fünftes Album am Start.

Das Debüt «Adrenaline Distractions» von 2011 offenbarte ein gewisse Affinität hin zu Iron Maiden und vereinzelt auch Saxon. Trotzdem blitzte die Eigenständigkeit nicht zuletzt wegen dem Leadgesang von Bassist Christoffer Svensson auf, der ab 2015 von Andreas Wikström ersetzt wurde. Obwohl dessen Stimmfarbe nicht ganz gleich ist, blieben die Phrasierungen und Backing Vocals erhalten, heisst Screamer klingen seit 2017, das heisst ab dem Album «Hellmachine» immer noch gleich und bewegen sich in der Liga von Night Demon und Grand Magus, wenn es um den alten wie unverfälschten Heavy Metal der NWOBHM geht. In die grundsätzlich gleiche Kerbe haut auch das neueste Werk, das sich aber am deutlichsten von den einstig klar durchschimmernden Maiden-Vibes verabschiedet hat und insgesamt "hardrockigeren" Heavy Metal offenbart.

Dazu kommt mitunter neu die Hammond Orgel (!) dazu, die zu Beginn, also beim Opener und Titeltrack sowie «Rise Above», zunächst dezent im Hintergrund mitläuft, ehe bei «The Traveler» gar ein Synthie seine Aufwartung macht und dem Track so eine Art Melodic Rock Anstrich verpasst, der Puristen wohl erschrecken lässt. Doch es kommt "noch besser", denn spätestens bei «Chasing The Rainbow» wähnt man sich bei Astral Doors, ehe die Twin-Guitars übernehmen und es dann erneut nach Screamer klingt. Und wenn schon von Gitarren die Rede ist, bleibt zu ergänzen, dass Jonathan Aagaard Morheim, kurz Jon Morheim, seit letztem Jahr den Posten von Anton Fingal übernommen hat und die Band auf ein spielerisch noch höheres Niveau zu hieven vermochte.

Wer nun bis hierhin das Gefühl kriegte, dass die Schweden mit ihren Stil etwas vom Heavy Metal abrücken, wird sich zweifellos an «Burn It Down» erfreuen. Unter dem Strich büsst «Kingmaker» gegenüber früher jedoch schon ein wenig an Heaviness ein, was beim Gesamtbild jedoch keine Kratzer hinterlässt, im Gegenteil. Vielmehr schliesst die neue Platte fliessend an den Vorgänger «Highway Of Heroes» (2019) an und erweitert den bisherigen Sound. Das kann unter Umständen ein paar Altfans kosten und erschliesst dafür auf der anderen Seite mehr neue Anhänger aufgrund der gesteigerten Varianz. Mir persönlich fehlt hier eigentlich nur die eine und alles überragende Nummer, obwohl «The Traveler», «Chasing...» und «Burn...» letztlich klasse Songs sind, keine Frage.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Mm8bK7sl-mY

Montag, 16 Januar 2023 07:30
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v. 10 Punkten: 8.5

Bordeaux meets Stockholm. Etwa so lässt sich «Limb After Limb» kategorisieren. Die Franzosen IRON FLESH präsentieren uns nämlich mit ihrem dritten Album lupenreinen Schwedentod.

Dass alle Bandmitglieder schon jahrelange Erfahrungen gesammelt haben, merkt man sehr schnell, denn die Jungs verstehen ihr Handwerk. Aber das ist natürlich kein Garant für ein gutes Album, Denn Death Metal Bands schwedischer Prägung gibt es wie Sand am Meer. Iron Flesh verstehen es aber, abwechslungsreiche und facettenreiche Songs zu schreiben und dadurch eine eigene Identität zu schaffen. Da finden sich typische, schnelle Kracher wie der Titeltrack und «Sacrorum Profanationem» oder epische Mid-Tempo Granaten, wie das durch Streicher einleitende Instrumental «Procession Of Living Cadabers» oder den über 7-minütigen Kracher «Blessed Be The Creators». Iron Flesh verstehen es prächtig, den Songs eine dichte und eindringliche Atmosphäre einzuhauchen, die man so nicht alle Tage hört. Bestes Beispiel dafür ist der Oberknaller «Honor In Death», der alle Trademarks der Band vereint. «Limb After Limb» ist ein Pflichtkauf für Fans von Edge Of Sanity, Dismember und Gates Of Ishtar.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dCX6pct993I

Samstag, 14 Januar 2023 10:54

Die finnischen Könige der gruseligen Metal-Diskothek Turmion Kätilöt verbreiten seit Jahren konsequent die finnische Sprache, umrahmt von einer vielschichtigen, eingängigen Mischung aus knallenden Synthesizern und aggressiven Gitarren, verpackt in der zeitgenössischen World Metal Szene.

Ihr jüngster europäischer Kreuzzug an der Seite von Nightwish und Beast in Black markiert einen erfolgreichen Meilenstein in der Geschichte der Band und wird sicherlich zu einer soliden Grundlage für die Zukunft. «Omen X», das nun zehnte Album der Finnen, kommt also gerade zur rechten Zeit. Wer sie live gesehen und für gut befunden hat, darf sich alsbald mit frischem Futter eindecken. Wer die Truppe bereits kennt, weiss, dass auch «Omen X» wohl wieder reine Geschmackssache und kaum mit musikalischem Tiefgang zu bewerten sein wird. Das neue Werk der finnischen Industrial Metaller ist eine Mischung aus Scooter-Techno und Rammstein mässigem Stampf-Metal. Für die einen, Innovation schlechthin und für die anderen, Einfältigkeit in ihrer höchsten Form.

Der Erfolg gibt Turmion Kätilöt aber zweifelsfrei Recht, denn «Omen X» wird ziemlich sicher das dritte Album in Folge sein, das Platz eins der finnischen Charts erreichen wird. Im Idealfall (auch fürs Label) bleibt das neueste Werk der Band auch noch anderorts in den Hitlisten kleben. Eventuell kapiert man das Album und den Witz dahinter erst, wenn man der Muttersprache des Sextetts mächtig ist, denn rein musikalisch ermüdet der ziemlich einseitige Synthie-Riff-Hybrid bereits nach den ersten zwei Songs. Beim dritten Track ist man versucht, ganz abzuhängen. Vielleicht liegt es auch stellenweise am monotonen kehligen Gekrächz von MC Raaka Pees, das den Sound ohne grosse Variationen ummantelt, teilweise gar erdrückt. Turmion Kätilöt ist und wird wohl Geschmackssache bleiben.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SrQqJMN41Qo

Samstag, 14 Januar 2023 10:47

Der amerikanische Top-Gitarrist mit Jahrgang 1989 wird ja gemeinhin als Reinkarnation von Ted Nugent gehandelt. Das betrifft alledings mehr die energetische Live-Performance an sich, die vor allem optisch an "The Nuge" in jungen Jahren erinnert. Stilistisch ist James allerdings näher beim Blues zu verorten und bringt nach der zweiten EP («Shadow Dancer», 2021) nun sein drittes full-lenght Album als selbstbetiteltes Werk unters Volk.

Da bei mir bisher nur das Debüt «Old Glory & The Wild Revival» (2014/2015) und die EP «Highwayman (2015) im Regal stehen und es damit, sprich mittlerweile schon mehr als sieben Jahre her ist, seit ich Mr. Nichols zum ersten Mal live im Kofmehl in Solothurn als Support von Altmeister Glenn Hughes gesehen habe, hatte ich den aufstrebenden Musiker nicht mehr wirklich auf dem Radar. Untätig war Jared in dieser Zeit freilich nicht, heisst der Zweitling «Black Magic» kam 2017, und davon nahm ich bis heute keine Notiz, warum auch immer. Höre ich mir den neuen Longplayer an, dann rockt das Ganze immer noch ordentlich.

Geändert hat sich der Sound dahingehend ein wenig, dass die Mucke zu Beginn noch deutlich kerniger klang und seit dem Vorgänger eine typische Vintage-Produktion der 70er gefahren wird, die mich von der Machart her stark an Deep Purples Masterpiece «In Rock» (1970) erinnert. Das beraubt die Songs ein wenig ihrer Schneidigkeit, was dann aber auf der Bühne wieder ausgebügelt wird. Songwriting-mässig ist eigentlich alles im grünen Bereich, ohne jedoch für Ausrufezeichen zu sorgen. Nummern wie «Down The Drain» oder «Out Of Time» bringen zwar neue Facetten hervor, die einerseits ausserhalb der Blues-Schiene rocken und andererseits auch etwas ruhigere Passagen aufzeigen. Nicht zu kurz kommen insgesamt natürlich weitere solistische Highlights, die den talentierten Gitarristen auszeichnen.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/IgJqbwPLbHI

Freitag, 13 Januar 2023 07:18

What a blast! «Dying Of Everything», das bereits zwölfte Album der Kalifornier, brettert in der altehrwürdigen Tradition der frühen Obituary Klassiker «Slowly We Rot» sowie «Cause Of Death» und behält dabei den Killer-Studiosound bei, den die Band seit dem 2017er Output «Obituary» im eigenen Studio perfektioniert hat.

Erste bombastische Ergebnisse liess der Vierer bereits mit der Lead-Single «The Wrong Time», die mit einem knallenden Midtempo-Groove aufwartet und der Veröffentlichung des genial unblutigen Cover-Artworks vom Stapel. Der Titeltrack «Dying Of Everything» rühmt sich derweil mit strafenden Riffs, und die dritte Single des Albums, «My Will To Live», ist ein totaler Schädelbrecher. «By The Dawn» und «Weaponize The Hate» bewegen sich in der Zeit krachend rückwärts. Die stämmigen Drums und Bässe dröhnen und brennen, während die Gitarren die Überreste zu Brei zermahlen. Obituary besitzen die Fähigkeit, extreme Spannung in der Musik zu erzeugen. Man spürt, wie es auf den Rand zurast, bevor es langsam in den Abgrund übergeht. Die Gitarrensoli tragen zur Dimension und Reichweite jedes Songs bei und sind perfekt abgestimmt.

Die gequälten, unverkennbaren Vocals runden den Sound traditionell ab. Track für Track festigen Obituary ihr Vermächtnis als Death Metal Institution und produzieren sogar einige der härtesten Riffs ihrer Karriere. Was beim Whiskey der Leitspruch, scheint auch auf das Quartett aus den USA zuzutreffen. Der Tross um John und Donald Tardy wird im Alter immer besser. Eigentlich erstaunlich, dass eine Band, die es seit den 80ern gibt, einige ihrer besten Werke in den 2020ern abliefert. Doch genau dies ist Obituary durch ihre do-it-yourself Attitüde und Leidenschaft zur Musik gelungen. Sänger John Tardy sagte einmal, dass es auf den Spass bei der Arbeit ankomme und bei der Produktion von «Dying Of Everything» scheint die Todesschwadron mehr Spass denn je gehabt zu haben. Ein Meisterwerk im Segment Todesmetall!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AoKRsHSPfw4

Freitag, 13 Januar 2023 07:13

Einen ersten Jahreshöhepunkt liefern die deutschen Symphonic Metaller Beyond The Black mit ihrem selbstbetitelten fünften Album ab. Das ist für mich umso erstaunlicher, gefallen mir doch in der Regel Heavy Metal Bands mit hohen Frauenstimmen überhaupt nicht. Ausnahmen bilden Within Temptation und Nightwish (mit Floor Jansen).

Beyond The Black zeigen mir nun, dass diese Abneigung nicht am Frauengesang, sondern am mässigen Songwriting der entsprechenden Bands liegt. Und dieses ist hier massiv besser. Dabei starteten Beyond The Black bei mir sogar mit einer negativen Note. Ein Auftritt in Pratteln blieb mir höchstens aufgrund der massiven Playbacks in Erinnerung, nicht aber aufgrund der Lieder. Die Deutschen kämpfen sich also bei mir mit diesem Album doppelt nach oben und überholen gleich auch noch gefühlt 95 Prozent aller Bands, die ich jährlich bewerte. Das liegt – ich wiederhole mich - ausschliesslich am massiv starken Songwriting, das die Deutschen hier präsentieren. Dabei erinnern sie bei verschiedenen Liedern wie «Free Me», «Wide Away» oder «Reincarnation» an Within Temptation, ohne dass dies stören würde. «Winter Is Coming» dagegen könnte auch von Kamelot stammen, während das abschliessende «I Remember Dying» einem "Herr der Ringe" Soundtrack entsprungen hätte sein können.

Schön auch, dass Beyond The Black heuer auf viel Dynamik in und zwischen den Liedern setzen. «Dancing In The Dark» beginnt zum Beispiel nur mit rhythmischen Trommeln, und steigert sich danach. Hier erinnert Sängerin Jennifer Haben gar etwas an Doro. Ebenfalls mit viel Spannung aufgebaut ist «Raise Your Head». Beyond The Black hauen hier Hit an Hit raus, wie man es tatsächlich nur selten hört. Live möchte ich die Band aber trotzdem nicht sehen. Funktionieren die vielen symphonischen Elemente wie Streicher und Folkinstrumente auf CD hervorragend, sind sie auf der Bühne kaum direkt reproduzierbar. Hier haben Beyond The Black die Wahl, A) ihre Lieder auf Stimme, zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und allenfalls einen Gast-Keyboarder zu reduzieren oder B) auf Playback zurück zu greifen. Wie die Vergangenheit zeigt, tendieren die Deutschen leider hin zur Variante B. Das tut dem Genuss dieser CD aber keinen Abbruch.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QKW7_jOjTQ8

 

Freitag, 13 Januar 2023 07:06
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v. 10 Punkten: 7.0

Als 2017 die Nachricht von der HIM-Abschiedstour bekannt wurde, reagierten die Anhänger anfangs schockiert. Wars das jetzt oder kommt noch etwas? Fakt ist: die Leidenschaft und Inbrunst von H(is) I(nfernal) M(ajesty) hatte in den Jahren, vor dessen Ende, arg gelitten.

In einer Zeit, in der Hard Rock und Heavy Metal den Wirren von Wut und Promiskuität stand hielten, setzte sich Sänger und Aushängeschild Ville Valo ausschliesslich für die zarten und gewundenen Angelegenheiten des Herzens ein. Gelegentlich auch zu seinem Nachteil. Nun scheint die Zeit reif, um den Fans zu zeigen, dass noch Leben und Musik in den alten Knochen steckt. Valo wird mit «Neon Noir» sein Solo-Debüt-Album veröffentlichen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von zwölf Songs, die im vertrauten Rahmen gewoben wurden. Ein Wandteppich des Leids und der zuckersüssen Gefühle. Melancholische, Love Metal-ähnliche Themen, die in den führenden Singles «Loveletting», «Echolocate Your Love» und «The Foreverlost» zu finden sind, lodern wie alte Flammen mit neuem Docht.

Die Songstruktur ist noch dieselbe, jedoch fehlt die Härte, die den Songs zu HIM-Zeiten die nötige Portion Metal verpasst hat. HIM-Fans dürften eher enttäuscht, VV-Anhänger erfreut sein. Wobei das Markenzeichen, die markante Stimme Valos, über die Jahre etwas gelitten hat. In den tieferen Regionen klingt er wie eh und je. In den höheren Lagen, die oft in den Songs vorkommen, lässt sich das Stimmwunder von einst nicht mehr heraus hören. Allerdings muss man Herrn Valo lassen, dass er die Texte geschrieben und alle Instrumente selbst eingespielt hat. Von gotischen Schreien, die an The Cure erinnern oder beschwörenden Keyboards à la Depeche Mode, schöpft Ville Valo aus dem, was ihn ausmacht. Auf «Neon Noir» setzt der Finne alles auf eine Karte. Seine Vergangenheit ehren, ohne deren Identität bloss zu kopieren. «Neon Noir» ist nicht schlecht, vermutlich aber auch nicht zu 100% das, was sich Fans gewünscht hatten.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CEBug_Pf2MA

Donnerstag, 12 Januar 2023 07:05

Ich bin hin und her gerissen…, soll ich die neunte Scheibe der Amis Arrayan Path nun toll oder komisch finden?! Auf der einen Seite erinnert das Quartett an die glorreichen Momente von Savatage, vermischt diesen guten Eindruck aber mit dem Pathos von Rhapsody und lässt dabei Sänger Nicholas Leptos herum schreien, als würde er mit einem brennenden Dolch erstochen.

Ein geiler Sänger klingt definitiv anders, beziehungsweise kräftiger und nicht so "gequält" bei der Vorgehensweise. Was findet man alles im Sound von Arrayan Path? Die oben erwähnten Bands, aber auch Virgin Steele, Manowar und DGM. Dies ergibt am Ende die entsprechende Mischung, angereichert um die Eigenständigkeit von Arrayan Path. Dazu viel Theatralik und Klassik-Elemente, bei denen man sich jedoch fragt, ob dies wirklich eine Truppe aus den USA oder doch eher eine von unserem Stiefel-Nachbarn im Süden ist?! Wäre dies das Debüt der Jungs, würde ich sagen, dass sie sich noch ein bisschen mehr auf die Songs konzentrieren sollen. Aber mit bereits acht Scheiben im Gepäck sollte man langsam wissen, was einem Lied gut tut und was Selbiges überladen kann. Nein, die Jungs holen mich mit Thus Always To Tyrants» definitiv nicht ab. Freunde der obengenannten Combos können hier aber bedenkenlos reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AUQIuI-nhic

Donnerstag, 12 Januar 2023 06:58
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v. 10 Punkten: 6.0

Als Vergleich werden TOTO, Queen, Journey, Boston, Europe, Simply Red, Christopher Cross und Van Halen heran gezogen, um die Musik der brasilianischen Tarmat anzupreisen.

Ja, nimmt man die melodischeren Momente dieser Truppen, kann durchaus was Wahres ans Tageslicht kommen. Mit einem «Lyin' Eyes» (Europe) oder «Tie Your Mother Down» (Queen) haben die zehn Songs von «Out Of The Blue» aber rein gar nichts zu tun. Eher mit dem Versuch, progressive Elemente in sehr melodischen Parts unterzubringen, was am Ende eine ziemlich "komische" Stilrichtung ergibt. Da wirkt alles so lieb und zerbrechlich. Es fehlen Ecken wie Kanten, und selbst Journey mit ihren Balladen "ecken" mehr an als eines der Lieder von Tarmat. Unbestritten ist alles sehr gut gespielt, aber einzig «Rosetta Stone» fällt ein bisschen ab und beinhaltet in den Genen so was wie den Versuch zu rocken. Das Einzige, was mich davon abhält hier noch eine schlechtere Benotung zu ziehen, ist, dass die Musiker mit «Out Of The Blue» wirklich versuchen, ihre Vision der Chose zumindest durch zu setzen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NN8RyZuO6TE

Mittwoch, 11 Januar 2023 06:57
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v. 10 Punkten: 6.0

Rob Moratti kennt man von SAGA und Final Frontier her. Der Kanadier hat mit Joel Hoekstra (Gitarre, Whitesnake, ehemals Night Ranger) und Tony Franklin (Bass, ehemals Blue Murder) zwei Könner ihres Faches in seine Truppe geholt.

Die Erwartungen, dass man nun ein kraftvolles Hard Rock Werk erwarten kann, werden allerdings schon mit dem Opener «Can I Hold You For A While» pulverisiert. Dieses Album ist purer Melodic Rock, der sicherlich seine Momente hat («Valerie», «Hold On»), bei dem aber zu stark auf die Stimme von Rob aufgebaut wird. Auch ähneln sich die Songs auffallend, was einerseits zwar nichts Schlimmes sein muss, sofern die Qualität stetig hoch bleibt, andererseits einem Album jedoch den Charme rauben kann. Grundsätzlich finden sich auf «Epical» zwar durchaus gute Tracks, die aber durch die Produktion zu einem "Einheitsbrei" verkommen. Schade, respektive vielleicht waren meine Erwartungen an diese Band halt einfach zu hoch.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/w_eOyf8QKbI

Mittwoch, 11 Januar 2023 06:51
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v. 10 Punkten: 7.8

Adriano Ricci (Drums) und Jens Basten (Gitarre) dürften eingefleischten Death Metal Fans nicht unbekannt sein, schliesslich spielen die beiden auch für Night In Gales. Nun haben sie zusammen mit Adrian Eric Weiss (Gitarre) und Mark Friedrichs (Gesang) die Band SubOrbital gegründet. Die Truppe aus Nordrhein-Westfalen orientiert sich stark an den früheren Pestilence, und das ist ihrem Erstlingswerk «Planetary Disruption» auch anzuhören.

Das Label nennt dies "Cosmic Death Metal", was in erster Linie auf die Lyrik zielen dürfte. Musikalisch würde ich es eher als Technical Death Metal mit progressiven Elementen einordnen. SubOrbital spielen also Mucke, die sich mit einem Hördurchlauf nicht abschliessend rezensieren lässt. Es braucht einige Durchgänge, bis sich einem die Details erschliessen und das Album seine ganze Wirkung entfalten kann. Allerdings ist es mitnichten so, dass SubOrbital es nicht verstehen würden, die Prog-Anteile songdienlich zu verpacken. Songs wie «Gyroscope» oder «Sicknature Of Galactic Imperium» gehen mächtig nach vorne und versprühen den Spirit des Death Metals, wie er Anfang der Neunziger von Bands der Sorte Morbid Angel, Atheist und eben Pestilence auf Vinyl gepresst wurde. Dabei besitzt die Band aber genug Eigenständigkeit, um auf «Planetary Disruption» nicht als Klon abgestempelt zu werden.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-6G3wHwupiw

Dienstag, 10 Januar 2023 06:25
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v. 10 Punkten: 8.8

Iggy Pop, der Altmeister des Punk, hat sich in den vergangenen Jahren mehreren Dingen zugewandt, die man ihm so gar nicht zugetraut hätte. Dazu gehören Engagements als Schauspieler in Horrorkomödien wie "The Dead Don't Die" oder dann brachte er Chansons, spielte Jazz oder Klassik. Doch jetzt, nach vier Jahren der Ablenkung, wird der Altmeister rückfällig. Heisst auf «Every Loser» besinnt er sich seiner Tugenden und ist wieder laut, rau wie ruppig.

Hört man sich den groovigen Opener «Frenzy» an, würde man kaum glauben, dass Iggy Pop im kommenden Frühling 76 Jahre alt wird! Angesichts seines ziemlich bewegten Lebens, wo er vor allem in den 70ern nichts ausgelassen hat, ist es eigentlich ein Wunder, dass er überhaupt noch da ist. Längst legendär sind seine energetischen Live-Auftritte, wo er in jungen Jahren immer wieder seinen asketisch gebauten Oberkörper zur Schau stellte. Obwohl dieser optisch gelitten hat und dem Alter Tribut zollen muss, ist er nach wie vor aktiv und bringt mit dem neuen Album wieder einen erfrischenden Wind in seinen Backkatalog hinein.

Während vom Timbre der Stimme her und auch musikalisch immer wieder mal Alice Cooper, zum Beispiel bei «Modern Day Ripoff», durchdringt, lassen einen die poppigen und ruhigeren Nummern an den unvergessenen Mentor David Bowie erinnern, mit dem Iggy früher auch zusammen gearbeitet hat. Was man von einem Song mit dem Titel «Neo Punk» erwarten kann, der 2:15 Minuten dauert? Genau das, was man erwarten kann, nämlich einen ordentlichen Schlag in die Kauleiste hinein! Die stärksten Momente entstehen jedoch beim Material mit den "Cooper'schen" Vibes à la «All The Way Down» oder «The Regency». Die poppigen Elemente verschmelzen dabei fliessend mit den rockigen Tunes, und die tolle Produktion von «Every Loser» schreit nach wiederholtem Abspielen dieses überzeugenden Spätwerkes.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GwB2EZS9x9I

Dienstag, 10 Januar 2023 06:18
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v. 10 Punkten: 6.5

Die female fronted AOR / Hard Rock Band wurde 1980 (!) im Raum Hamburg gegründet, lieferte 1989 das full-lenght Debüt «Heartbreaker» ab und veröffentlichte zwei Jahre später den Zweitling «Out Of The Business». Soweit so gut, aber danach setzte die grosse Leere ein, was damals ja noch tausenden von anderen Truppen dieses Genres ebenso widerfuhr. Und nun, über drei Dekaden später (!!), wollen Bad Sister mit «Where You Will Go» offenbar nochmals durchstarten.

Während man bereits in den glorreichen 80ern noch knapp davon sprechen konnte, welche namhaften Bands sich den Kuchen untereinander aufteilen, sind wir längst in der Welt der kleinstmöglichen Krümel angelangt! Trotzdem schiessen seit Jahren neue Combos wie frische Pilze bei feuchtwarmer Herbstwitterung aus dem Boden und werden dabei von diversen Reunions sowie einigen Rückkehrern begleitet. Was kann man nun erwarten, wenn inzwischen unfassbare dreissig Jahre ins Land gezogen sind? Nimmt man sich zunächst mal das Info-Sheet zur Brust, steht da folgendes: "For fans of Saraya, Fiona, Laos, Scarlett Rose" - "Oha!" denke ich mir, denn damit wird gleich markant nach den Sternen gegriffen und gleichzeitig Erwartungen geschürt, die kaum erfüllt werden können.

In der Tat wird eine ganze Stunde lang versucht, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden, aber bis auf ein paar wenige gute Momente gelingt dies nicht wirklich. Der Opener «Lose Or Win» fischt beispielsweise erstmal heftig in den Gewässern von Aldo Nova und Lee Aarons Klassiker «Powerline», während «Feels Like Love» und das poppige «Bright Light besser abschneiden. Frontfrau Andrea Löhndorf fährt hierbei den passenden Gesang auf, während die Hintermannschaft den Rest zweifellos versiert zu zelebrieren vermag. Danach verliert man sich zunehmend in kompositorischen Banalitäten, und ausser der professionellen Performance wie Produktion bleibt kaum was hängen. Vor allem der Vergleich mit den brillanten Saraya hinkt bezüglich griffiger Hooks ganz gewaltig!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6Ji13zGDLeU

Montag, 09 Januar 2023 06:34
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Während die Welt langsam zerbröckelt, erheben sich Live By The Sword, greifen zu den Waffen und marschieren mit ihrer brandneuen Konzept-EP «The Glorious Dead» in ein neues dunkles Zeitalter.

Vor zwei Jahren überraschte die Band die Szene mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Street Rock und Metal auf ihrem Album «Exploring Soldiers Rise», dessen Einflüsse von Oi! über Hard Rock bis hin zu Black Metal reichen. Nun ist die niederländisch-amerikanische Bruderschaft bereit, diese eingeschlagenen Pfade weiter zu beschreiten. Auf der EP finden sich ihre bisher verletzlichsten und schwersten Songs, heisst von wunderschön arrangierten Akustik-Tracks bis hin zu hart stampfenden Epic Metal Attacken. Die Songs drehen sich um die Auswirkungen des Krieges, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Dazu gehört auch die stark rockende Version des traditionellen und klassischen Folksongs «The Green Fields Of France», das mit einem gewaltigen Social Distortion Charakter auffährt. Die Tatsache, dass Sänger Erick Barnes ein Veteran des U.S. Marine Corps ist, verleiht den Songs und dem Konzept noch mehr Gewicht.

Wouter Davids kantige Songwriting-Fähigkeiten und sein Gitarrenspiel haben sich im Laufe der Jahre verfeinert, was zu mehr Ausarbeitung und Vielfalt in den neu aufgenommenen Tracks führt. Mit Sander van Baalen von The Devil's Blood wird den neuen Songs zudem charakteristisches Schlagzeugspiel aufgedrückt. Das gilt auch wieder das Cover-Artwork, das eine antike Begräbnisstätte in der Regte Heide (NL) zeigt und vom Grossmeister der dunklen Künste, Johan Prenger, handgemalt wurde. Er ist auch für das Artwork der vorherigen LBTS-Veröffentlichung verantwortlich. Die «The Glorious Dead» EP wird als Vorgeschmack auf das kommende Album «Cernunnos» veröffentlicht, das im März 2023 vom Stapel laufen soll. Alle Tracks wurden exklusiv dafür aufgenommen, ausser «Sacrifice», das bereits vom kommenden Album stammt. «The Glorious Dead» ist die Huldigung an eine Generation junger Krieger, die ihr Leben in einer brennenden Welt aufs Spiel setzen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/f5Fx61uHc4Q

Montag, 09 Januar 2023 06:28
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v. 10 Punkten: 6.8

Manchmal reicht ein Blick auf den Bandnamen, das Artwork und die Spiellänge aus um zu wissen, womit man es zu tun kriegt. Wie in diesem Fall, denn LANGUISH aus den USA knallen uns mit ihrem dritten Streich ein gerade mal knapp 26-minütiges Death / Grindcore Geprügel (!) vor den Latz.

Hört man sich die ersten Songs an, erinnern die Amis einen immer wieder an Napalm Death, Morbid Angel oder Nasum. Der Opener «Manifesto» gibt dabei die Marschrichtung vor, heisst ohne Umschweife Gas geben. Man hört zu und befindet sich unvermittelt bei «Last Legs» wieder, wo etwas mehr Death Metal als Grindcore geboten wird. Auch «Parasite» und «Ripped Remains» beweisen, dass Languish durchaus in der Lage sind, das Tempo zu kontrollieren. Ihre Grindcore-Seite zeigen sie dann bei «Poisoned Chalice» und «The Collector» die einfach alles brutal zerstören, was ihnen in die Quere kommt. Ein Fazit zu ziehen, ist dann gar nicht so einfach. Auf der einen Seite beherrschen die Amerikaner ihr Métier, aber man wird während der ganzen Zeit das Gefühl nicht los, man habe dies alles schon mal (besser) gehört. «Feeding The Flames Of Annihilation» ist ein Album, bei dem man nach einem Durchlauf eigentlich genug hat. Wer aber an grindigem Death seine Freude findet, sollte mal bei «Feeding The Flames Of Annihilation» reinhören.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/T_QONH8MnHM

Freitag, 06 Januar 2023 08:44
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v. 10 Punkten: 7.8

Nach ihrem jüngsten Nr. 1 Chart-Album «Memento Mori» sind die deutschen Mittelalter Folk Rocker Feuerschwanz mit mehr Unfug und einer Überraschung für ihre Fans, in Form eines Cover-Albums, sprich mit dem Titel «Todsünden» zurück.

Es geht hier nicht nur um das Talent der Band, ikonische Songs zu covern, sondern auch um die Songauswahl. Verändert man den Song zu sehr, verliert er die Essenz eines Covers. Verändert man ihn nicht genug, stellt sich die Frage, warum überhaupt die Mühe? Feuerschwanz gehen mit ihrem Album jedoch auf Nummer sicher, denn bei sechzehn Cover-Tracks ist Abwechslung garantiert, und es darf auch ein Song dabei sein, den man schlichtweg scheisse findet. Von den legendären ABBA über Amon Amarth bis hin zu Ed Sheeran, Manowar und The Weekend wird alles geboten. Auch erfolgreichen Landsleuten wie Die Toten Hosen, Die Ärzte und Rammstein wird Tribut gezollt. «Todsünden» bietet viele Highlights, aber einige der bemerkenswertesten Versionen sind die kraftvoll klassische Heavy Metal-Hymne «Twilight Of The Thunder God», die grinsende Folk-Punk-Parodie «The Bad Touch» und die ausgelassene Version des Ghost-Hits «Square Hammer».

Toll ist auch das Banger-Trio «Amen & Attack» von Powerwolf, «Engel» von Rammstein und «Gott Mit Uns» von Sabaton. Feuerschwanz haben eindeutig viel Spass an der Sache, sind aber keineswegs halbherzig in ihrem Tun, auch wenn der eine oder andere Song der Platte besser fern geblieben wäre. Klassiker wie «The Final Countdown» sind von Europe geschrieben, aufgenommen und live gespielt, einfach eine Wucht. Aufgewärmt ist es jedoch nichts weiter als ein laues Lüftchen. Doch wie gesagt, bei insgesamt sechzehn Songs ist ein Querulant mit Leichtigkeit zu ertragen, da der Rest für Spass pur sorgt! Und nur zu diesem Zweck wurden die «Todsünden» letztlich auserkoren. Ernsthaftigkeit? – Fehlanzeige!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/KEl5Gi9l528

Freitag, 06 Januar 2023 08:37
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v. 10 Punkten: 8.0

Achtung! Wer bei diesem Bandnahmen und bei diesem billig anmutenden CD-Cover kitschigen, schlecht arrangierten und gespielten True Metal vermutet, wird eines Besseren belehrt.

Die Schweden Steelwings überraschen mit einer knackigen Mischung aus Saxon und AC/DC – und bereiten einem mit diesen zehn Liedern 45 Minuten lang eine schöne Zeit. Der klang ist sanft vertraut, die Kompositionen griffig, und die Stimme von Sänger Tommy Söderström bringt die passende Mischung aus kratzig wie melodiös herüber. Damit gefallen mir Steelwings sogar noch besser, als auf dem letzten Werk «Set Me Free» von 2019. Die Wurzeln dieser Band gehen gar auf 1982 zurück, als sie mindestens lokal etwas reissen konnten und scheinbar den damals jungen und späteren Arch Enemy Gründer Michael Amott begeisterten. Eine ähnlich steile Karriere wie ihm blieb den Steelwings-Mitgliedern allerdings verwehrt. Nach der Auflösung Anfang der 90er-Jahre  wurde es mit einer kurzen Ausnahme um 2007 über zwanzig Jahre lang ruhig.

Auf «Still Rising» zeigen sie nun, dass sie immer noch gewaltig rocken können, und das auch bei treibenden Midtempo-Nummern à la «Break Of Day». Bei «Hey Hey» darf dagegen ein Schuss Sleaze-Rock nicht fehlen, während man bei «Like A Shadow In The Night» wieder auf zähflüssigen Saxon-Pfaden wandelt. «Rocket» dagegen klingt sehr unbekümmert, roh und direkt. In dieser Form könnten Steelwings auch live grossen Spass bereiten, zumal das neue Album sehr organisch und nicht überproduziert wirkt. Also ganz anders, als bei mir der Bandnahme zuerst glaubhaft machen wollte. Hier finden sich keine Keyboards, sondern eine Hard Rock Band die das macht, was eigentlich jede Band tun sollte: Rocken ohne Starallüren und Playback, dafür mit ganz viel Herzblut.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gefn_epwTX4

Freitag, 06 Januar 2023 08:29
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v. 10 Punkten: 8.0

Laut Label zählen Mastic Scum zu den bekanntesten Metal Exporten Österreichs. Nun, mir sagte die Band bisher nichts, obwohl bereits fünf Alben veröffentlicht wurden und die Bandgründung auch schon vor über dreissig Jahren statt fand. Neun lange Jahre dauerte es seit dem letzten Album, bis nun mit «Icon» ein Nachfolger eingeprügelt wurde.

Schwierig gestaltet sich auch die Schubladisierung der Band. Die Basis bildet Death Metal, aber Mastic Scum bedienen sich auch gerne bei Industrial, Grind- und Metalcore. Sogar progressiven Elementen ist die Band nicht abgeneigt. Was jetzt nach einem vertrackten Album tönt, ist in Tat und Wahrheit aber ein enorm abwechslungsreiches Hörerlebnis, bei der es Mastic Scum schaffen, alle Elemente songdienlich zu verpacken. Mastic Scum schreiben wahre Groove-Monster mit Stakkato-Riffs und kombinieren sie scheinbar mühelos mit Fear Factory Elementen wie Blastbeat Passagen. Drummer Man Gandler treibt die Band mit seinem Spiel dabei immer wieder punktgenau nach vorne, und Sänger Maggo Wenzel brüllt sich die Seele aus dem Leib. «Icon» bildet also irgendwie eine Brücke zwischen modernem Metal und traditionellem Stoff. Da die Band viele Einflüsse in ihre Songs packt, würde ich von einem Blindkauf abraten. Macht Euch deshalb am besten zuerst selber ein Bild davon, indem ihr dazu das Video zu «Slavebreed» reinzieht, denn hierbei zeigt sich aufschlussreich, was einen auf «Icon» erwartet.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vgJSQxZKkEU

Donnerstag, 05 Januar 2023 06:48
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v. 10 Punkten: 7.0

«Dancing In The Moonlight» erinnert mich daran, dass am 20. Januar 2023 ein acht CD umfassendes Boxset von Thin Lizzy veröffentlicht wird, welches als Grundlage eine der Sternstunden von Live-Alben, nämlich «Live And Dangerous», beinhaltet.

Mit dem darauf enthaltenen Track «Dancing In The Moonlight» hat diese Scheibe von Tommy DeCarlo allerdings nichts am Hut. Tommy widmet sich mehr dem melodischen Rock. Der seit 2007 bei Boston singende Tommy wird allen Fans der Band und auch denjenigen von Asia oder Styx viel Freude bereiten. Was aber nicht darüber hinweg täuschen kann, ist die Tatsache, dass er alleine nicht solche Hits wie die oben erwähnten Truppen zu schreiben vermag. Auch wenn die Ballade «Beyond Forever», das rockige «Home To You» und das packende «No Surrender» zu gefallen wissen. Daneben scheint die Scheibe eher eine auf Spass und "lasst uns zusammen musizieren" aufgebaut zu sein. Was dabei heraus kommt, soll einen gewissen Qualitätsgrad nicht unterschreiten, aber auch nicht den Ansatz haben, die Welt zu revolutionieren. Fans der drei genannten Combos müssen hier trotzdem unbedingt reinhören, denn sie werden dabei mehr als nur zufrieden sein.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Aksp1ChsoLI

Donnerstag, 05 Januar 2023 06:40
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v. 10 Punkten: 8.5

Die schwedischen Newcomer ÄNTERBILA aus Hudiksvall, Gävleborg liefern mit dem selbstbetitelten Debüt-Album «Änterbila» vorweg ein beachtliches wie starkes Debüt-Album ab, das eine konzeptionelle Hommage an die Kämpfe der Bauernschaft des 18. bis 20. Jahrhunderts, respektive deren Angst und Wut der Unterdrückten in ihrem Heimatland Schweden, musikalisch aufzeigt.

Gegründet wurde Änterbila im Jahr 2020 von "Jeff" Charlie Ångman (Guitars/Vocals), der mit seinen Mitstreitern "Daudr" Mårten Ytell (Bass), "Monstrum" Torbjörn Dahlén (Drums) und "Agg" Edvin Johansson (Vocals) im selben Jahr das Demo «2020» in "Cassette-Shape", limitiert auf 50 Exemplare, heraus brachte. Wer eines dieser Exemplare sein Eigen nennen darf, ist nicht nur einer der Glücklichen, nein, auch um eine wahre Rarität im Genre Folk Black Metal reicher. Was macht denn nun das 27-minütige grandiose Debüt-Album «Änterbila» so aussergewöhnlich? Ist es etwa der meisterhafte Hybrid aus Folk Black Metal mit seinen Geigen, den Akustik-Gitarren und traditionellen, schwermütigen Arrangements oder der Gastauftritt des bekannten schwedischen Volksmusikers Thomas von Wachenfeldt? Nein, es ist ein Rundumschlag in Belesenheit und Faszination vergangener Geschichten des Künstlers "Jeff" Charlie Ångman, der sich von Anfang an «Änterbila» als Ventil für historisches Interesse zu bedienen wusste, insbesondere für das vergangene Skandinavien. Ein Paradebeispiel dafür ist der Bandname, denn die "Änterbila" ist eine Enteraxt als Kombination aus Waffe und Werkzeug, die im 18. Jahrhundert von der schwedischen Marine entwickelt wurde, um bei Seeschlachten feindliche Schiffe zu entern.

Ein weiteres Beispiel findet sich im thematischen Inhalt von «Änterbila», der sich der vom 18. bis ins 20. Jahrhundert mystisch verkörperten Ideologien beraubt. Diese Formel hat eine Sammlung von Liedern hervor gebracht, die tief von diesem wehmütigen, finsteren und folkloristischen Gefühl durchdrungen sind, das in verschiedenen nordischen Meisterwerken, vorab im Debüt-Album von Änterbila, verankert ist. Zusätzlich zu den mit Weitsicht behandelten Lyrics und dem Songwriting besinnt sich eine qualitativ hervorragende, gewinnende Instrumental-Mystik, die durch Dunkelheit ohne religiöse Zugehörigkeit von Satanismus und Genre-Rituale besticht und gefällt. Mit bewusster Absicht werde ich hier und heute keine Anspieltipps oder musikalisch naheliegende Bandformationen offenbaren, denn dieses geschichtsträchtige Debüt-Album muss zur eingebundenen Verflechtung und Ideologie aufmerksam angehört werden. Meine Wenigkeit hofft von ganzer Überzeugung, dass von diesen aufstrebenden Musikern aus Schweden in geraumer Zukunft noch Etliches an Folk Black Metal-mässigen Darbietungen mit Hingabe und Können veröffentlicht wird.
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FmunqJNONq0

Donnerstag, 05 Januar 2023 06:33

Hier erklingt das dritte Album der Italiener Witchunter. Kernigen Metal, den haben sich die Tifosi aus den Abruzzen auf die Fahne geschrieben. Dabei sind es die alten Helden wie Raven, Judas Priest, Accept, Saxon oder Anvil, welche ihre offensichtlichen Spuren beim Quintett hinterlassen haben.

Speziell Sänger Steve Di Leo schreit, als würde er mit einem glühenden Metallpfeil malträtiert. Die Saiten glühen, die Drums werden verdroschen, und trotzdem bleibt am Ende des Albums wenig hängen. Die handwerklichen Fähigkeiten sind vorhanden, aber Lieder, welche im Gedächtnis bleiben, sind oftmals Mangelware. Das liegt vielleicht auch ein bisschen an der "unstrukturierten" Herangehensweise, wie zum Beispiel bei «Devil Preacher», das sicherlich mit ungezügelter Power vorgetragen wird, aber den roten Faden vermissen lässt. Dass es besser gehen könnte, zeigt unter anderem «Crimson Skies». Fans der oben erwähnten Kapellen können aber einen Hörangriff auf «Metal Dream» starten. Wie sehr «Metal Dream» zum Traum oder allenfalls "Albtraum" werden wird, entscheiden, wie immer, die Zuhörer selbst.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jOXhSRNDK3g

Mittwoch, 04 Januar 2023 06:41
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nanu?! Schon wieder der Armin? Den hatten wird doch bereits diesen Frühling mit seinem feinen Longplayer Solo-Einstand «Back In Blue» am Start! Genau so isses Folks, und nun folgt noch das schweisstreibende Sahnehäubchen oben drauf, denn Blues Rock entfaltet sich bekanntlich erst richtig auf der Bühne!

Die vorliegenden Aufnahmen entstanden heuer am 26. Mai anlässlich der "Guitar Days 2022" in Schorndorf (D). Das Line-up dieses Abends liest sich wie folgt: Armin Sabol (Vocals, Guitars), Frank Rössler (Keyboards, Guitars), Franco Zeleny (Bass) und Micha Kasper (Drums). Auf der musikalischen Speisekarte stehen insgesamt elf Songs, die überwiegend auch auf der Studio-Scheibe zu finden sind. Angereichert werden diese mit bekannten Klassikern wie «Mercury Blues» (K.C. Douglas) oder «Fortunate Son» (Creedence Clearwater Revival), wo Armins raue Gesangsstimme perfekt dazu passt. Die Top-Produktion lässt die Band zudem gleich in den eigenen vier Wänden auftreten und schreit aufgrund der gebotenen Dreiviertelstunde natürlich zwingend nach der Ausgabe in Vinyl, die hoffentlich noch nachgereicht wird! Blues Rock Fans können sich «Ready To Roll» somit eigentlich blind zulegen und finden bei YouTube ausserdem einige offizielle Clips dieses Auftrittes. Wer sonst noch etwas über Armin Sabol in Erfahrung bringen möchte, findet alles in der Review von «Back In Blue».
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vqpAR4x-K5s

Mittwoch, 04 Januar 2023 06:37
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v. 10 Punkten: 7.0

Eigentlich war ich bereits nach den ersten Tönen bereits soweit, Roxx zu bitten, diese Scheibe entweder jemandem anders zu geben oder gleich vollständig von der Liste zu streichen - alles andere als Rock oder Metal erklang aus meinen Kopfhörern. Doch nach einigen Durchläufen habe ich mich dazu entschlossen, diese CD dennoch zu rezensieren.

Warum? Weil mich der Sound irgendwie an die Sisters Of Mercy in Kombination mit The Mission und vor allem The Birthday Massacre erinnerte. Also, was haben wir hier? Elektronische Sounds in Verbindung mit ganz sachte elektrischen Gitarren, einem Drum-Computer und einer ganz passablen Sängerin, vor allem dann, wenn sie eher ruhig singt. Wenn sie versucht, stärker zu singen, wird ihre Stimme jedoch sehr schnell dünn und unpassend. Ergo muss man nicht mehr viel dazu sagen. Wer auf eher elektronische Gruftie-Klänge steht, kann sich Corlyx gerne mal antun. Für mich hat «Blood In The Disco» für einen kurzen Nostalgie-Trip gereicht, schlechte Erinnerungen inklusive. Geschmackssache!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RTqg3DAYQlA

Mittwoch, 04 Januar 2023 06:28
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v. 10 Punkten: 6.0

Die aus Grenoble stammenden Rising Steel biegen mit dem dritten Album auf die Überholspur ein. Dies allerdings mit zu wenig PS in den Zylindern. Auch wenn das Material aus purem Metal geschmiedet wurde, so hinterlässt der Antrieb, in Form von Sänger Emmanuelson, doch einige Übertragungsprobleme.

Der Motor kann durchaus Fahrt aufnehmen, aber da sind zu viele Dinge, die einen reibungslosen Ablauf verhindern. Das liegt an den Chören, der angesprochenen Stimme und den Riffs, die man schon x-mal gehört hat. Ein Jammern auf hohen Level werden da jetzt einige schreien. Ja, das stimmt durchaus, aber was den Jungs fehlt, ist ein eigenes Gesicht und der benötigte Wiedererkennungsgrad. Als Anspieltipps seien hier «Life Awaits» oder «Death Of A Vampire» (erinnert an Grave Digger zu «Heart Of Darkness» Zeiten) genannt, die zwar einen guten, letztlich aber in sich zusammen fallenden Eindruck hinterlassen. Treue Metal-Fans können hier aber durchaus ein Ohr voll riskieren und sich selbst ein Bild von «Beyond The Gates Of Hell» machen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9sSDzWRcgeM

Dienstag, 03 Januar 2023 06:35
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Band aus Finnland wurde Ende 2019 von Sängerin Virpi Kääriäinen, Gitarrist Teemu Kääriäinen und Schlagzeuger Henri Backman gegründet. Da man bisher lediglich in Cover-Band Projekten aktiv war, beschloss man nun, dass es an der Zeit sei, sich eigenen Kompositionen zuzuwenden. Stilistisch bewegt sich die Truppe im Bereich von Hard Rock mit metallischen Vibes. Der vierte Mann im Bunde ist Bassist Petri Orava, aber auf dem Debüt ist Jykke Tikka zu hören.

Die ersten vier selber produzierten Singles von Highway Queen gelangten 2020 zuerst nur auf digitale Kanäle. Bereits im Jahr darauf und nachdem Petri zum Line-up stiess, unterschrieb man beim heimischen Label Inverse Records für drei weitere Singles und ein Musik-Video. Da die Songs Anklang fanden, nahm man in der Folge die Arbeiten zum ersten Longplayer in Angriff, der nun unter dem Titel «Bitter Soul» erschienen ist. Der im Presse-Infoblatt aufgeführte Verweis zur NWOFBH ist vor allem auf die Produktion gemünzt, die von wegen Melodic Rock nichts mit dem Frontiers-Universum gemein hat. Vielmehr klingt das Ganze ordentlich "vintage", und der satt bratzende Gitarren-Sound wird von Virpis melodischem Gesang quasi in Schach gehalten.

Diese Kombination erweist sich über die Gesamtdistanz jedoch als absolut passend, da hier ein rotzigerer Gesang eindeutig zu viel des Guten wäre. So trägt die Combo eindeutig mehr dem Flair der 70er als 80er Rechnung und lässt mich trotz Stoner-mässiger Energie an Bands wie Lucifer, Electric Citizen oder The Honeymoon Desease denken. Highlight auf «Bitter Soul» ist dabei der doomige (!) Schlusstrack «Own Will», wo nebst den beim Piano-Einsatz durchschimmernden Sprengseln vom The Korgis 80er-Hit «Everybody's Got Learn Sometime» die komplette Bandbreite von Highway Queen aufblitzt und Lady Kääriäinen dabei ihren ganzen Range auffährt. Die Qualitäten dieses feinen Erstlings erschliessen sich einem zudem mit jedem weiteren Durchlauf.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/g1Xe-jmiMSQ

Dienstag, 03 Januar 2023 06:27
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v. 10 Punkten: 8.9

Dieser Punk Rock gefällt auch Heavy Metal Fans, denn was die deutschen White Sparrows hier mit fünfzehn Liedern raus hauen bietet Kraft, wummernde Bässe, schneidende Gitarren und das ein oder andere geschmackvolle Gitarren-Solo – das natürlich knackig punkig kurz gehalten ist.

Dazu kommen auf deutsch gesungene Texte, die verschiedene Dinge aufzeigen: Diese Band singt gegen Rechtsextremismus, Kapitalismus und für Menschlichkeit. Daneben reflektieren sie durchaus mal sich selber «Wiskey_Aspirin» oder «Rebellen sein». Und irgendwie hört man auch immer wieder ein Augenzwinkern. Das tun sie mit intelligent arrangierten Songs, so dass während fünfzig Minuten keine Langeweile aufkommt. Dazu reihen sich gute Refrains, weitere Refrains und nochmals Refrains aneinander. Dass sie wirklich auch metallisch können, beweisen White Sparrows mit dem forsch anmutenden Marsch-Rhythmus von «Die Elite hier am Tresen».

Ganz ruhig und musikalisch reduziert klingen sie dagegen bei «Dreck der letzten Nacht». Hier erinnert die Stimme ein wenig an Saltatio Mortis' Alea. Nur vom Klavier und gegen Schluss von Streichern begleitet ist da der mit Abstand beste Gesang des Albums zu hören. Dieser Ruhemoment ist ein wichtiger Grund, wieso einen «Zwischen Liebe, Hass und Suff» bis zum Schluss unterhält. Der entsprechende Album-Titelsong entpuppt sich derweil als gelungene Hymne, die mit scheppernden Akustik-Gitarren toll inszeniert wird. Gesteht man diesem Album ein paar Umdrehungen zu, entfaltet es sich zu einem wunderbaren Deutsch Rock Album, auf dem keine Wünsche offen bleiben.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3VUoULyAbMA

 

Dienstag, 03 Januar 2023 06:18

Mosh-Pit Justice stammen aus Bulgarien und haben sich dem Thrash Metal verschrieben, der mit ziemlich angepisstem und aggressivem Gesang versehen ist.

Auf acht Tracks servieren uns die Jungs eine wilde, ungezügelte und ungebremste Version ihrer Vorstellung, wie Thrash zu klingen hat. Dabei reihen sie sich bequem in die Liga der neuen Thrash-Helden ein und hinterlassen keine verbrannte Erde. Das Problem dabei ist aber, dass sie eindeutig was zu sagen haben, jedoch auch so klingen, wie viele andere Truppen ihre Genres. M-PJ versuchen allerdings bewusst, den ganzen Sound mit feinen Elementen zu verfeinern, wie dies Kreator immer wieder tun. Trotzdem sind die Bulgaren noch einiges von der Qualität der Deutschen entfernt. Wer aber auf neueren Thrash steht, kann hier bedenkenlos reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/MCHzag9hlyo

Montag, 02 Januar 2023 06:35
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v. 10 Punkten: 7.0

Die Deutschrocker Local Bastards aus Frankfurt am Main feiern ihr 10-jähriges Bestehen. Sie tun dies mit dem neuen Album mittels fünf neuen und fünf neu aufgenommenen alten Liedern.

Zusätzlich gibt es eine DVD mit einer fast zweistündigen Band-Dokumentation, die Metal Factory leider nicht vorliegt, womit wir hier nur die Hälfte dieser Veröffentlichung reviewen können. Das ist natürlich schade, schmälert aber, professionell gesehen, den Hörgenuss nicht. Da Musik aber Emotionen auslösen soll und damit sehr subjektiv ist, kommt es trotzdem zur Abwertung des neuen Werkes. Klammert man diesen Umstand aber effektiv aus, erhält man hier zehn wirklich tolle, roh aufgenommene Lieder, die erfolgreich nach vorne drücken und textlich mal nachdenklicher, mal spassiger sind. Die Local Bastards erfinden das Genre Deutschrock nicht neu, gefallen aber durch einen hohen Anteil Rock'n'Roll. Dieser erinnert mich von der Attitüde (aber nicht musikalisch) etwas an Motörhead.

Gerade die untypisch für sie auf englisch gesungene Zeile «Make some noise, for the bastard boys» trägt schon was sehr Wildes in sich. Zudem klingt das neue Werk schon fast metallisch. Wikipedia gibt deshalb beim Genre für diese Mucke zurecht Punk, Deutschrock und Hard Rock an. Wobei Letzteres nicht direkt zu hören ist, sondern irgendwie unterschwellig in der Musik der Local Bastards mitschwingt. Deutschrock Fans können hier bedenkenlos zugreifen. Ob sich allerdings satte 57.90 Franken für CD und Dokumentation lohnen, respektive die Bildqualität des Filmes genügt, kann ich nicht beurteilen. Hier wird leider einen Blindkauf nötig sein.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6yprL2NLFHk

Montag, 02 Januar 2023 06:30

UDÅNDE bedeutet auf Dänisch ausatmen, aber auch "den letzten Atemzug ausatmen und sterben", so gefühlskalt und gegenwärtig umschreibt Rasmus Ejlersen (Vocals/All Instruments) sein One-Man Band-Project das Ableben, den Exitus!

Gegründet wurde(n) Udånde im Jahr 2020 in der Slowakei, Bratislava, wo der gebürtige Däne Rasmus Ejlersen jetzt lebt und seiner musikalischen Leidenschaft, dem Atmospheric Black Metal nachgeht und zelebriert. Konnte der One-Man-Mastermind mit seinem gefeierten Debüt «Life Of A Purist» im Jahr 2021 gehörig bei der schwarzen Gemeinde punkten, so wird das mit seinem zweiten Longplayer «Slow Death - A Celebration Of Self-Hatred» nicht anders sein. Die enthaltenen sechs tiefgründigen Tracks, vollgepackt mit der düsteren und faszinierenden Black Metal Atmosphäre, wird die Genre-Anhängerschaft in eine wahrhaft depressive Ektase bringen. Unterstützt wird Rasmus Ejlersen vom Studiomusiker Nicko Vereš (Drums), der mit seinem starken, kontrollierten und abwechslungsreichen Spiel weit mehr als nur einzelne Akzente setzt. Das Gesamtbild der neuen Songs ist sogleich faszinierend, wie düster gehalten mit viel Angst-Attacken und einer Weitsicht der Verzweiflung. Die Produktion einer Urgewalt trägt zusätzlich dazu bei, dass hier eine ziemlich wuchtige "Wand" auf die Zuhörerschaft losgelassen wird.

Wer sich nur einmal die wunderschönen Gefühlsbögen im Track «Who Got Diagnosed Years Later» zu Gemüte führt, wird meine Knechtschaft-Verneigung mehr als verstehen. Da wird ein Bombast-Feuerwerk nach dem anderen gezündet, da werden Dialoge reihenweise in Form von abartiger Andacht von Kälte gekonnt in instrumentaler Bildqualität dargeboten. Auf meinem persönlichen Track-Highlight «I Mean, Who am I to Blackout?» zeigen uns die zwei begnadeten Musiker, was es für einen Grundtenor für intelligenten, hochkomplexen Atmospheric Black Metal heutzutage braucht und benötigt, um an der Genre-Spitze mitzumischen. Abschliessend möchte ich es nicht unterlassen, zu verkünden, dass alle sechs Tracks verteilt auf knapp vierzig Minuten, eine ehrfürchtige Würdigung des Black Metals sind. Kleiner Tipp noch an die Genre-Fraktion des Death Metals, sprich zieht Euch bei Lust und Laune auch einmal «Slow Death-A Celebration Of Self-Hatred» rein, denn die könnte für den einen oder anderen eventuell noch interessant sein!

Ich auf jeden Fall werde mir nach «Life Of A Purist» auch das zweite Juwel «Slow Death - A Celebration Of Self-Hatred» von Udånde mein Eigen nennen und falls der Winter doch noch übers Land zieht, die Fenster weit öffnen und "den letzten Atemzug ausatmen und sterben"...!
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ugRdcFoZaZ4

Montag, 02 Januar 2023 06:25
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v. 10 Punkten: 7.0

Bassist Billy Sheerwood und Drummer Jay Schellen sollten den Hard Rock Fans eigentlich ein Begriff sein. Die beiden haben ihr Talent nämlich schon bei diversen Bands unter Beweis gestellt und mit Arc Of Life nun eine Truppe am Start, die sich dem progressiven Sound verschrieben hat.

Hört man Sänger Jon Davison zu, erinnert das Ganze unweigerlich an Rush und Geddy Lee. Auch musikalisch finden sich Arc Of Life bei den Kanadiern wieder, auch wenn Rush bedeutend nachhaltigeres Songmaterial komponierten. Die sechs Songs auf «Don't Look Down» weisen eine Spielzeit zwischen fünf und achtzehn Minuten auf und werden den Prog-Fans deshalb wohl glänzende Äuglein bescheren. Mit sehr viel Melodie und verspielten Momenten versuchen die Herren die Lücke zu schliessen, welche Marillion, Rush und Supertramp hinterlassen haben. Wer sich hier angesprochen fühlt, muss sich «Don't Look Down» anhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kbXXXP7mrgE

Samstag, 31 Dezember 2022 09:15
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v. 10 Punkten: 8.0

Es ist schon eine interessante Geschichte, woher Frontiers Music immer wieder "ihre Bands" ausgraben und dabei oftmals einen Glückstreffer landen. Klar dass hierbei nicht alles so goldig erscheinen kann wie zum Beispiel bei Girish And The Chronicles, aber welche Band hat gleich zu Beginn ihr absolut bestes Werk veröffentlicht? Ausser vielleicht…, aber lassen wir das.

Landfall stammen aus Curitiba und haben ihre Seele dem melodischen Hard Rock verschrieben. Auffallend ist die Stimme von Sänger Gui Oliver. Gekonnt leitet er die musikalischen Elemente auf «Elevate» und macht Lust auf mehr. Songs wie «Waterfall», die mit einem coolen Grundgroove versehen und einem tollen Refrain gesegnet sind, fallen sofort positiv auf. Ein gewisser Querverweis zu Journey ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Das liegt aber nicht nur an der Songstruktur, sondern auch an Gui. Aber wie geschrieben, einen gewissen… - Mit «Feels Like Summer» sieht man förmlich die Wellen des Meeres vor dem geistigen Auge und riecht den Duft des Sandes wie der Palmen. Ähnlich wie damals bei Y&T und «Summertime Girls». Waren es bei Y&T die kalifornischen Strände, so sind dies bei Landfall diejenigen von Brasilien. Weitere Paradestücke sind «H.O.P.E.» und «Shadows Of Love», die sich sofort festkrallen und den Zuhörer kaum mehr loslassen. Wer auf Melodic Rock steht, muss hier reinhören, denn Landfall könnten genau für diese Fans ein kleines Highlight sein.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UQfO0y-yU6Y

Samstag, 31 Dezember 2022 09:09

Komisches passiert bei mir mit diesem Album. Fand ich die Südtiroler Deutschrocker Unantastbar auf ihren vergangenen Alben immer ganz dufte, habe ich mit dem neuesten Werk meine liebe Mühe.

Woran das genau liegt, ist gar nicht so einfach heraus zu finden. Denn objektiv gesehen präsentieren uns hier Unantastbar wieder fünfzehn gute bis sehr gute Lieder, die viel Melodie, Härte, genretypische Abwechslung und einige potenzielle Ohrwürmer vorweisen können. Doch diesmal wirkt der Gesang von Joachim Bergmeister auf mich aber irgendwie anders – und das ist nicht gut. Irgendwie ertrage ich diese Stimmlage und die hier präsentierte Art der Aussagen nicht. Vielleicht sagt das aber mehr über meine eigene aktuelle Gefühlslage als über das hier Präsentierte aus. Denn Bergmeister singt hier eigentlich sauber, trifft die Töne und klingt gleichzeitig roh-kratzig und melodisch. Auf «Wir leben laut» kriegt man definitiv Ecken wie Kanten zu hören, und das nicht zu knapp. Unantastbar bieten hier also alles, was man von einem ordentlichen Deutschrock-Album erwarten kann – und trotzdem..., wem es gefällt, toll. Wer Deutschrock generell mag, soll unbedingt mal rein hören. Ich selber greife aber lieber auf alte Alben der Band zurück.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/P1po25hQQwI

Samstag, 31 Dezember 2022 09:03
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v. 10 Punkten: 8.4

Olaf Wikström (Enforcer) hat diese 5-Track Mini CD gemischt. Was darf man also von einer solchen Band erwarten? Genau, lupenreinen Metal, der nicht allzu weit von Enforcer und Co entfernt liegt.

Hymnische Gitarren-Parts wie auch ein trockener, lochfreier Rhythmus-Teppich findet man vor. Dazu eine kräftige Stimme und überraschenderweise kein Speed Track als Opener, sondern mit «Shadows Of War» ein Midtempo-Song, der durch den zu erwartenden Speed-Kracher «Guns For Hire» abgelöst wird. Der Banger «Revolution Scream» ist ein kleiner Hit geworden, ebenso der Titelsong. Zusammen mit dem fetzigen «White Death» ergibt das eine mehr als nur hörenswerte Scheibe. Die 2019 gegründete Truppe aus England hat bis anhin drei Singles veröffentlicht. Alle drei Tracks befinden sich auf dieser EP, die es aber nur über den Shop des Labels zu kaufen gibt (shop@fireflash-records.com). Eine runde Angelegenheit, bei denen Freunde von Iron Maiden (woher die Jungs ihren Bandnamen wohl haben?) bedenkenlos zugreifen können, aber auch Fans von Riot, Lizzy Borden, Judas Priest, White Wizzard, Ambush oder Saxon.
Tinu

https://www.youtube.com/embed/Fl4ChWAZkGI

Freitag, 30 Dezember 2022 07:14
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v. 10 Punkten: 8.0

Über Berlin wurde schon viel gesagt, geschrieben, gesungen und gefilmt, aber vor allem "Berlin hält nicht still, aber einiges aus"...! Dieses Zitat könnte das Debüt-Album «Von Wegen» der im Jahre 2019 gegründeten Berliner NIDARE nicht treffender beschreiben.

Die fünfköpfigen Pseudonyme N./F./A./J./M. sind allesamt Mitglieder von anderen Bands aus den Bereichen Post Black Metal, Atmospheric Black Metal, Screamo und Hardcore. Nach einem Demo im Gründungsjahr 2019 folgte im Jahr 2020 eine Four-Way-Split, und nun veröffentlichen Nidare mit «Von Wegen» ihr Debüt-Album. Was mich wirklich beflügelt, ist die Tatsache, dass die Aufnahmen (Sound) nicht überproduziert wurden und demzufolge die düstere Rauheit in ihrer Unberührtheit belassen blieb. Die hier versprühte emotionale, melancholische Aura widerspiegelt sich durch das ganze Album mit seinen sechs genialen Tracks hindurch. Die Mischung aus Blastbeat getriebenen Fanfaren wie «Unwesen» oder bei den hochemotionalen, zum Nachdenken aufgeforderten «Von Wegen» und «Silhouette» sind gekonnt in Szene gesetzte Post Black Metal Hämmer.

Die markante und identische Ähnlichkeit bei den Hochgeschwindigkeits-Passagen zu den Genre-Kollegen aus Würzburg, Bavaria stammenden Der Weg Einer Freiheit sind geradezu furchteinflössend, was aber dem gesamten Stimmungsbild nichts anhaben kann. Zu eigenständig ist das musikalische Gefüge von Nidare in ihrem Mix aus angetönten Genre-Bereichen. Die Songs auf «Von Wegen» behandeln passend zur erzeugten Album-Stimmung Ängste, Leid, Schmerz, menschliche Blockaden und seelische Machtkämpfe, von denen wir alle auch schon betroffen waren. Das Ganze rundet mit dem mystisch kreiertem Album-Cover ein gelungenes "First-Work" ab. Ob Nidare mit «Von Wegen» der ganz grosse Post Black Metal Wurf gegen die teils qualitativ hochstehenden Genre-Mitbewerber geglückt ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist ein immenses Potenzial vorhanden, und das ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche.
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ngqgFnqU8BU

Freitag, 30 Dezember 2022 07:09
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v. 10 Punkten: 6.5

Das Piemont ist nicht nur die Heimat von gutem Wein und leckerem Essen, sondern steht offentsichtlich auch für metallische Klänge. Highlord stammen ursprünglich aus Turin, wurden 1998 gegründet und haben seither in mehr oder weniger regelmässigem Abstand Alben veröffentlicht. «Freakin' Out Of Hell» ist der mittlerweile neunte Longplayer der Italiener, die ausserhalb der Heimat wohl noch nicht so bekannt sind.

Tja, was soll ich dazu sagen? Bei diesem Album musste ich mindestens zwei bis drei Anläufe nehmen, bis ich glaubte zu wissen, was ich mir da jetzt angehört habe. Die Lieder kamen zwar stimmig daher, klangen für mich jedoch etwas ungewohnt. Nach mehrfachem Durchhören merkte ich plötzlich, was dieses neue akustische Erlebnis so eigen machte. Unter Power Metal kannte ich bisher eher den schnellen Bass und gekonnte Gitarren-Riffs, allerdings eher weniger den melodischen Gesang, der in meinen Ohren durchaus zur Musik passte, sich hier aber auf seltsame Art und Weise, sprich irgendwie schwer tut. Grund dafür ist der schmale Grat zwischen dem festzulegenden Stil. Während das Drumming powermetallische Züge aufweist, geht der Rest spürbar andere Wege.

Teilweise wusste ich nicht, ob ich nun headbangen und springen soll oder mich, wie bei «Hollow Space», fest in den Armen eines Mannes liegend, von der Melodie wegtragen lassen wollte. Der Spagat des powervollen Rhythmus und dem melodischen Gesang von Frontmann Andrea Marchisio schien mir gelungen, brauchte am Anfang aber etwas Geduld. «Freakin' Out Of Hell» ist musikalisch sicherlich eine Meisterleistung, in die sich das Reinhören auf jeden Fall lohnt. Allerdings durchdringen hier klar progressive Vibes zwischen Vanden Plas, Eternity X und Threshold die Mucke von Highlord. Bei «If You Say Yes» oder «Eyes Open Wide» hören sich die Phrasierungen klar nach James LaBrie (Dream Theater) an. Power Metal per eigener Definition hört sich nicht so an.
Martina L.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_FufiAVYl2U

Freitag, 30 Dezember 2022 07:04

Herausragend bei It'sALIE ist sicherlich Sängerin Giorgia Colleluori, die schon bei Sinner, dem "Rock Meets Classic" Ensemble und mit Eternal Idol, wo ihr Vater Camillo Colleluori von 2016 bis 2019 am Schlagzeug sass, in Erscheinung trat.

Die Truppe hat sich dem harten Rock verschrieben, der auf der Stimme und den Gitarren aufgebaut ist und dabei sehr eigenständig aus den Boxen knallt. Dabei tauchen immer wieder interessante Parts auf, sofern dies die übermächtig produzierte Stimme zulässt. Spannend sind Songs wie «Moonchild» oder «Undeniable». Beides Tracks, welche den musikalischen Weg definieren, heisst einen, der von starken Rock-Tracks dominiert und mit der Geschwindigkeit jongliert wird. Dabei ist «Promise» in meinen Ohren der besten Song. Logisch versucht man bei It'sALIE bewusst auf die gesanglichen Fähigkeiten der Shouterin zu bauen. Dass man dabei aber den anderen Instrumenten fast ein bisschen die Luft zum Atmen nimmt…, nun ja. Grundsätzlich ist «Emosphere» jedoch ein gutes Album, das auch mit leicht sphärischen Klängen («Crowds») aufhorchen lässt, bei mir aber nicht so richtig zünden will.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/elML4OH_IPU

Donnerstag, 29 Dezember 2022 06:43
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die tragische Band-Geschichte von den aus Deutschland (Duisburg, Nordrhein-Westfalen) stammenden CALL OF CHARON ist ohne Gleichgewicht und Kontinuität. Allenthalben verläuft sie in Kontrasten und Extremen, mit wunderbaren Aufstiegen und apokalyptischen Katastrophen. Ändert die aktuelle EP «The Sound Of Sorrow» etwas daran?

Patrick Kluge (Vocals), das mittlerweile letzte verbleibende Gründungsmitglied von 2006 und Arthur Solich (Guitar), Tobias Finkl (Guitar), Alex Voss (Bass) sowie Christoph Knobloch (Drums) nehmen nach diversen Singles, Splits, einer Compilation, EP und dem full-length Dreher «Plaguebearer» (2019) einen neuen Anlauf. Wie schon in vergangenen Zeiten, besticht das Artwork und die gekonnt verpackte Aufmachung von Call Of Charon, mehr aber leider nicht! Heisst zu klischeehafte Breakdowns und Bassdrops, zu dominante, künstlich maschinell klingende Drums ("Trigger" lässt grüssen), die die Grooves nicht wirklich effizient untermauern und Riffs, die zu oft schwedische Züge aufweisen, die verkrampft und gezwungen rüber kommen, was im Genre "Deathcore-/Metalcore" nicht gerade von Ideenreichtum zeugt. Klar gibt es definitiv schlechtere wie uninspiriertere "Core-Genossen" als die Duisburger, aber eine Revolution zetteln sie damit mit Sicherheit nicht an.

Zu gross ist die breit gefächerte "Elite-Fraktion" von Bands wie Suicide Silence oder Bring Me The Horizon und anderen. Fazit: mit der vorliegenden EP «The Sound Of Sorrow», die fünf Tracks mit einem Intro, einer Neuauflage der Single «Illusive Savior» (in deutscher Sprache) und drei neue Kompositionen enthält, wird eindrucksvoll aufgezeigt, wohin die Reise von Call Of Charon gehen soll, ja muss! Zudem wird gewahr, dass das Songwriting und die Produktion gegenüber dem bisherigen Schaffen erheblich an Qualität dazu gewonnen haben, auch wenn stilistisch viele Parallelen zu den erwähnten Kollegen bestehen. Es ist Call Of Charon von Herzen zu gönnen, dass vorab in der Bandbesetzung Beständigkeit einkehrt und sie mit einem künftigen überzeugenden Longplayer den gewünschten Durchbruch im Genre "Deathcore-/Metalcore" schaffen.
Marco

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5v8DChinxKk

Donnerstag, 29 Dezember 2022 06:38

Female Rock aus Neuseeland, definitiv etwas nicht Alltägliches, das Interesse ist also geweckt. 2015 gegründet, stehen die vier Mädels nun mit ihrem Debüt «Hooligans Happy Hour» in den Startlöchern.

Mit hohem Coolness-Faktor und jeder Menge Fun werden uns zwölf astreine Tracks um die Ohren gehauen. Musikalisch wildert die Truppe in Neo Punk Gefilden herum, adaptiert dabei aber auch eine grosse Portion Pop-Appeal. Nicht zu kurz kommen zudem Einsprengsel aus der Glam- und Sleazy-Ecke. Heraus kommt so ein farbiger und frischer Sound mit wilder Kick-Ass Attitüde, der durchaus als Mischung der New York Dolls und Cindy Lauper in einem modernen Gewand durchgeht. Soundtechnisch hat man diverse und erstaunlich leichtfüssige Killer-Tracks mit hohem Wiedererkennungswert im Gepäck.

Songs der Marke «Undead Nightmare», «Hooligans Happy Hour», «Dracula (Out To Play)» oder «Sarah Killed Her Boyfriend» wissen auf ganzer Linie zu überzeugen, erreichen schnell den Memory-Bereich der grauen Hirnzellen und setzen sich dort fest. Weiter erwähnenswert ist zudem das Cover von «Women In Uniform», im Original von Skyhooks. Für die druckvolle Produktion mitverantwortlich ist Alexx Michael, der in Szenekreisen mit seiner Band Shameless seit Jahren immer wieder zu Freudensprüngen animiert. Das hat definitiv auf Blue Ruin abgefärbt. «Hooligans Happy Hour» ist somit eine charismatische und sympathische Scheibe mit viel Potenzial.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DLMU1itwYYw

 

Donnerstag, 29 Dezember 2022 06:33
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v. 10 Punkten: 7.5

Aus Spanien, genauer gesagt aus Madrid, stammen Invaders. Die Jungs haben sich traditionellen Metal auf die Fahne geschrieben, der mit grossen Chören ausgestattet ist und sich somit irgendwo zwischen den neueren Riot und Dokken bewegt.

Dass man noch in der Entwicklungsphase steckt, hört man dem Material zwar an, wartet aber schon mit einer gehörigen Eigenständigkeit auf. Sicherlich verfügen die Jungs noch über Potenzial, doch was auf «Beware Of The Night» geboten wird, darf sich durchaus hören lassen. Speziell Gitarren-technisch vermögen die Jungs zu gefallen. Mit ein paar zusätzlichen Band-Proben und sich noch ein bisschen mehr Zeit lassen beim Komponieren, hätten aus «Spin The Roulette» und «Redhead Lady» (Dokken lassen grüssen) richtig geile Tracks werden können. Invaders sind eine aufstrebende Truppe, von der man hoffentlich noch einiges hören wird. Zumindest fällt bei den Herren auf, dass sie echt was reissen wollen und an sich glauben. Das hört man nicht nur dem Dokken Cover «Into The Fire» deutlich an.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WRqKgwxdjcA

 

Mittwoch, 28 Dezember 2022 06:40
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v. 10 Punkten: 8.0

Es musste ja so kommen. Nach dem Erfolg von Chez Kane lag es auf der Hand, dass Nachfolgerinnen aus dem Hause Frontiers Music aufgebaut werden. Was aber nichts Schlimmes ist, denn schon in den Achtzigern war dies an der Tagesordnung, sprich dass etwas, das sich zu Geld umwandeln liess, seine Nachahmer fand. Ausserdem hat dies den Zuhörern immer wieder coole Bands beschert.

Nicht immer, das ist auch klar. Nevena führt allerdings eine tolle Stimme spazieren und bewegt sich ein bisschen zwischen Chez und Lee Aaron. Bedeutet, dass sie rockiger zur Sache geht als Miss Kane, jedoch noch weit von der bluesigen und rockigeren Seite von Lee entfernt liegt. Die Songs wurden der Sängerin von Mike Palace auf den Leib geschneidert und lassen dabei immer wieder einen leicht poppigen Anstrich aufblitzen. «Straight Into Madness» ist ein Beweis dafür. Daneben "rockt" die Serbin mit «Too Late», «You Two» (mit einem kleinen punkigen Anstrich), «Fire In Me» (rhythmisch auf der Schiene von «Rock Me Amadeus»), «Bad Sun Rising» (inklusive einem unglaublichen Gitarren-Solo!) sowie dem passenden Opener «Bulletproof». Nevena kann den Liedern so, dank ihrer Stimme, noch einen Zusatzpunkt verleihen. Wer auf Chez Kane steht, im musikalischen Sinn, der kommt an Nevena nicht vorbei. Alleine schon deshalb, weil die Gitarren auf dem selbstbetitelten Debüt riffiger, frecher und knackiger erklingen, als bei den beiden guten Scheiben von Chez.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/S38lQ_acC-M

Mittwoch, 28 Dezember 2022 06:35
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v. 10 Punkten: 7.6

Hinter Mytosphere verbergen sich drei Mitglieder von Pale Divine und Fates Warning Mitbegründer Victor Arduini, der dort damals die Gitarre bediente. Man wird bei deren Musik unweigerlich an die guten alten 70er-Hard Rock Zeiten mit doomigem Black Sabbath Klängen erinnert, zeitweise jedenfalls.

Schleppende Heavy Riffs, wie beim Titeltrack, erinnern bereits an Tony Iommi, wobei der Gesang dann eher in die Richtung Dickinson/Dio geht. Man kriegt hier 35 Minuten lang schwere Riffs, teils melancholische Gesänge und starke Gesangsmelodien geboten, die allerdings nicht gleich zünden und einige Durchläufe brauchen. Dann erkennt man jedoch den Tiefgang der Songs. Dana Ortts klare Stimme passt dabei perfekt zur Musik der Amis. Wer also auf 70er-Mucke mit starken Gitarren-Riffs à la Black Sabbath steht, sollte sich «Pathological» unbedingt anhören.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Q3pklp5KGDc

Mittwoch, 28 Dezember 2022 06:27
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Ok, das hier ist was für Kenner und Spezialisten - Speglas spielen eine Mischung aus Death, Black und Doom, mit melodischen Einsprengseln.

Der Sänger schreit sich durch die fünf Tracks, wie wenn er aus einer wirklich uralten Venom-Scheibe gekrochen wäre. Mit dem Inhalt eines jeden Songs könnten andere Bands ganze Alben füllen, Speglas hingegen werfen hiermit ihre zweite EP auf den Markt. Man könnte nun als Merkmal der Musik auch noch Progressive hinzufügen..., ergo wie eine Mischung aus Opeth, alten Venom, etwas Bathory und vielleicht noch November's Doom. Macht irgendwie keinen Sinn auf den ersten Blick, oder?! So ging und geht es mir immer noch. Somit selber bei «Time, Futility & Death» reinhören und sich anschliessend ein eigenes Urteil darüber bilden, ist immer noch die beste Devise. Schwierig!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ammlOXOEdVk

Dienstag, 27 Dezember 2022 06:42
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v. 10 Punkten: 8.2

Auf ihrem mittlerweile fünften Album machen Whiskey Ritual aus Italien keine Gefangenen und liefern ein wütendes, hartes wie rohes Black'n' Roll Werk ab, das aber trotz aller Brutalität mitunter auch ein Flair für eingängige Songs bietet.

Die selbsternannten Black Metal Ultras stehen für ziemlich rüden schwarzen Metal mit einer ordentlichen Punk-Attitüde, und neben Darkthrone dürften auch Motörhead ein grosser Einfluss der Band sein. Der Opener «Kings» legt dann auch gleich los wie die Feuerwehr, die Riffs und die Stimme von Brüllhals Dorian Bones fegen wie ein bitterböser Orkan durch die Boxen. Für den nötigen Drive sorgt Drummer Gianmarco Rossi alias Asher, der nebenbei auch bei Forgotten Tomb trommelt und bei der Stoner Band Caronte die Gitarre bedient. Den Punk-Einfluss hört man dann bei «Trve Escort» am besten – mit knapp zweieinhalb Minuten auch der kürzeste Track. Die grössten Highlights folgen aber noch, wie «Jetlag», wo der simple Refrain seine Wirkung voll entfaltet oder das grandiose «Eye For An Eye», das mit seinem Chorus live zum Mitgrölen einlädt.

Auch den Rausschmeisser «Welcome To The Gray Zone» sollte man sich unbedingt anhören, denn auch hier frisst sich der Refrain ziemlich schnell in die Gehörgänge hinein. Nach neu Songs und rund 37 Minuten wird dieses Album beendet, welches von Tore Stjerna wirklich druckvoll, aber mit der nötigen Kälte produziert wurde. Was der Scheibe vielleicht fehlt, ist ein wenig die Abwechslung. Man ist durchgehend schnell unterwegs, und da liesse sich in Zukunft etwas mit dem Tempo spielen. «Kings» ist aber ein wirklich gutes Album geworden, und wenn ihr gerade nicht gut drauf seid oder jetzt in der Weihnachtszeit genug von "White Christmas" habt: Das könnte Euer Soundtrack sein! Ob die Band – wie das Infosheet verkündet – es mit diesem Album von der Strasse in die Stadien schafft, wage ich dann aber doch arg zu bezweifeln, doch in den Clubs dieser Welt dürfte das einige schweisstreibende Nächte absetzen, wenn Whiskey Ritual der Gesellschaft zeigen, was sie von ihr halten.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3qn4UM8TTjo

Dienstag, 27 Dezember 2022 06:37

Dies ist das fünfte Studio-Werk der Ami-Proggies. Tim "Ripper" Owens, Andry Lagiou und Harry Conklin teilen sich hier das Mikro. Laut eigenen Aussagen ist die Musik ein Mix aus Dream Theater, Judas Priest und Savatage. Wobei Songs wie der Opener «Greed», eine Uptempo Prog-Nummer, ganz klar hin zu Dream Theater tendiert und von Tim Owens grandios gesungen wird.

Das folgende, etwas ruhigere «Empty Roads», ein Mix aus Dream Theater und Fates Warning, auch eine klasse Prog-Nummer, gefällt ebenfalls sehr gut. Dies tritt aber eher selten auf, denn meistens ist die Musik der Amis eher schnell und komplex. Man braucht schon ein paar Durchläufe, um das Ganze zu verstehen. Songs wie das wilde «Slayer» sind solche Tracks oder das Herzstück mit dem 20-minütigen «Dungeons And Dragons», das sehr ruhig beginnt und sich dann zu einem nicht enden wollenden Prog-Gewitter entwickelt. Hier braucht es schon Zeit, um sich dem Zuhörer erschliessen zu können. Oft wünscht man sich vielleicht einen etwas melodiöseren Gesang. Ich denke, dass Pyramid nur etwas für echte Proggies ist. Da die Songs, wie schon erwähnt, sehr komplex daher kommen, sind sie alles andere als leicht verdaulich. Musikalisch segelt man bei den neun Songs aber auf sehr hohem Niveau, und dies mit satten 85 Minuten Spielzeit!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/glVu7UhGRgM

 

Dienstag, 27 Dezember 2022 06:28

Doom mit der unbestreitbar eindrücklichen Kunst des zentralasiatischen Kehlgesangs zu kombinieren, ist zunächst mal nicht die schlechteste Geschäftsidee. Allerdings ist die Herangehensweise des Italo-Schweizers Marc Urselli (laut Wikipedia als freiberuflicher Toningenieur, Musikproduzent, Mischtechniker, Live-Tontechniker, Remixer, Sounddesigner, Komponist, Musiker und Blogger unterwegs) doch derart eigensinnig, dass sie seitens des Hörers vor allem bezüglich musikalischer Offenheit und Toleranz einiges abverlangt.

Wer Songs nach einigermassen konventionellem Strickmuster erwartet, kann eigentlich hier schon aufhören zu lesen. Vielmehr kredenzt uns Meister Urselli unter Mithilfe einer ganzen Armada von Gastmusikern (unter anderem sind Mitglieder von Sleep, Paradise Lost, Cult Of Luna, Saint Vitus, Mr. Bungle, Acid King, Heilung und The Obsessed mit am Start) acht Nummern mit unaussprechlichen Titeln, die am Ende des Tages nicht mehr sind als ziemlich noisige Geräuschkulissen, welche zuweilen auch ganz schön heftig an den Nerven zerren können («Agloolik Igaluk», «A-dkar Theg Pa [Long Version]»). Was uns der Autor mit diesen extrem experimentellen Soundscapes und vertonten Fieberträumen mitteilen will, wird sich mir wohl nie wirklich erschliessen. Selbiges gilt auch für die Sprache, in welcher die Titel verfasst sind, diesbezüglich konnte mir nicht mal Google Translate weiterhelfen. Nur für absolute Avantgarde-Freaks, alle anderen, sprich eingefleischte Underground Doom-Maniacs inklusive, lassen von dieser sehr schrägen Scheibe lieber die Finger.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZVU3WZF4BGI

Freitag, 23 Dezember 2022 07:30

Das brillante Debüt «Divine Judgement» von 2020 trug eigentlich nur einen kleinen Makel auf sich, und dieser hatte nicht mal etwas mit dem Album zu tun! Gemeint ist natürlich der Zeitpunkt der Veröffentlichung inmitten der grassierenden Pandemie, die die ganze Welt aus den Angeln gehoben hat. Trotzdem war genau das die richtige Antwort darauf, um auf andere Gedanken zu kommen. Zwei Jahre später muss nun auch der Nachfolger quasi in diese Rolle schlüpfen.

Die Zeichen standen heuer eigentlich auf Sturm im positiven Sinne, aber anfangs des Jahres wurde der ausgestandene Viren Hot-Spot durch einen anderen Brennpunkt abgelöst, den man ebenso nicht hat kommen sehen oder es zumindest nicht wahr haben wollte. Nun dauert dieser sinnlose Scheisskrieg schon bald ein Jahr und dies mitten in Europa. Schaut man sich das wiederum von Gyula Havancsak genial in Szene gesetzte Cover von «Dealer Of Souls» an, wird eine andere, nicht minder aktuelle Thematik der Drogen- und Tablettensucht aufgegriffen. Dabei geht es, wie gleich beim hammermässigen Opener «War Of Controls» gewahr wird, um die Kontrolle und letztlich Macht, die immer einen Teil der Menschheit charakterisieren wird. Textlich liegt man jedoch, je nach Interpretation, nicht fern der Wirklichkeit: "He right abolished here - It's all demolished near - War of control - Behold the death toll". Darüber kann, darf und soll man sich seine eigenen Gedanken machen, aber zumindest bei mir steht mehr die Mucke im Vordergrund.

Gomorra gehen auch auf ihrem zweiten Langeisen dem powermetallisch geprägten Thrash Metal nach, und das wiederum in Perfektion. Geändert hat sich nur die Position am Bass, wo Nico Ardüser durch Arman Hadzic ersetzt wurde. Geblieben ist freilich der druckvolle Sound, der erneut auf das Konto von V.O. Pulver (GurD, Messiah) geht und keine Wünsche offen lässt. Das Duett mit Laura Guldemond (Burning Witches) bei «Stand United» fügt der Metal-Community weiteren Kitt hinzu, während «Dealer» den kraftstrotzenden und galoppierenden Banger aus dem musikalischen Umfeld der Band reflektiert. Variantenreich gibt sich auch Frontmann Jonas Ambühl, der vor allem bei «Lost In Darkness» zeigt, was in ihm steckt. Die Reminiszenzen an Matt Barlow (Ex-Iced Earth) sind hier nicht nur gesanglich schlicht grandios. Da werden zudem gute Erinnerungen an das zeitlose Opus «Something Wicked This Way Comes» (1998) wach geküsst. Eine weitere Referenznummer ist mitunter auch «All Is Lost», wo alles zusammen kommt, was Gomorra ausmacht.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qvjSbhcwty0

Freitag, 23 Dezember 2022 07:20

Progressiv Metal bietet uns das spanische Quintett. Dabei dürfen Dream Theater sicherlich als grosser Einfluss gewertet werden. Trotz aller verspielten Parts versuchen die Südländer jedoch immer wieder mit einem klar strukturierten roten Faden die Tracks eingängig genug, auch für Leute, die sonst mit Prog nicht viel am Hut haben.

«Where No Ones Care» ist ein Paradebeispiel dafür, während «Come Undone» mit seiner Härte zu gefallen weiss. Die Vermischung aus melodischen, akustischen Parts und dem leicht jazzigen Spielfluss findet man auf dem Titelsong, der zusätzlich mit einer hymnischen Melodie versehen wird. An Emotionalitäten ist «Beyond The End» ein ganz schwerer Brocken. Diesen Track muss man sich konzentriert und fokussiert im Sofa sitzend anhören und sich von den Klangwelt von After Lapse mitreissen lassen. Mit modernen Elementen kreuzt «Through This War» auf und zeigt eine weitere Facette des musikalischen Spektrums der Spanier. «Facta Non Verba» ist in meinen Augen der Anspieltipp dieses Albums, auch wenn es schwer fällt einen Track auszuwählen, welcher die Spannweite der verschiedenen Stile repräsentieren kann. Selbst für mich als Nicht-Anhänger des Prog-Genres bietet «Face The Storm» sehr viele interessante und packende Momente, die man als Musikfan gehört haben sollte. Prog-Fanatiker werden «Face The Storm» eh mit Glückstränen in den Augen geniessen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DmJTCO0Uwtk

 

Freitag, 23 Dezember 2022 07:12

Der Einzelkämpfer Kerem Yilmaz, der nur von dem Drummer Melvin Cieslar unterstützt wird, geht mit dem dritten Album «Hearts Unchained -At War With Passionless World» auf Stimmenfang.

Das Intro «Deeper Within» macht den mystischen Anfang. Richtig los geht es danach mit «Radicsl Righteousness» und zwar mit rasend schnellem Black Metal. Interessanterweise sind die Vocals nicht gekeift, sondern klingen ähnlich wie Mantar! Das soll aber als Lob verstanden werden! Einen Hauch von Mystik verbreitet «Touch Of Mercy» und beweist, dass Imha Tarikat nicht nur schnell können. Auch wenn das Tempo mal erhöht wird, liegt keine blinde Raserei vor! «Brute Majesty» bietet grenzenlose Geschwindigkeit, die aber auch geniale Melodien zu bieten hat. Ruhig startet «Flood Of Love (The Beast Trigger). Langsam und bestimmt wird das Tempo hierbei zu einem wahren Temporausch gesteigert. Und wieder sind in diesem Tornado der Zerstörung albtraumhafte Melodien enthalten! Mit dem besinnlichen Zwischenspiel «Interlude – Birth Of Grandeur» kriegt man kurz Zeit um Luft zu holen. 

Nachfolgend gibt «Dominator Proselytism Tactics» den Takt an und das mit vollem Highspeed! Immer voll drauf auf die Zwölf, aber mit einem unfehlbaren Riecher für versteckte Melodien! «Streams Of Power - Canavar» startet episch, und hier schaltet die Truppe dann überraschend einige Gänge herunter! Das Resultat ist ein massives Sound-Gebräu! Gut galoppiert auch «Stardust Wisdom (Manifest Of Deity To The Unkeen)» davon, und nun spielen die deutschen Düster-Metaller sämtliche ihrer Stärken gnadenlos aus. Mit «Beast Of Sovereignty» rauscht der Schnellzug im Eiltempo ins Depot zurück, und so wird zum Schluss nochmals ein weiteres Highlight geboten. Imha Tarikat bieten hochwertiges Black Metal Futter zur Probe an und sorgen so mit «Hearts Unchained - At War With Passionless World» für gut gestopfte Schwarzwurzel-Mäuler!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4GyW1A2D-xU

Freitag, 23 Dezember 2022 07:07

RisingFall stammen aus Tokyo. Die Truppe wurde 2014 gegründet und veröffentlichte bis anhin Singles, EPs und Demos. Somit ist «Rise Or Fall» ihr Debüt-Album. Die Jungs treten ein schweres Erbe an, denn aus dem Land der aufgehenden Sonne gibt es doch diverse Truppen, die ganz Grosses geleistet haben oder noch leisten. Loudness, Anthem, Concerto Moon, EZO, 44 Magnum, Bow Wow, Earthshaker oder Lightning sind nur ein paar davon.

Wie so oft sind es die Gitarren, die bei japanischen Bands sofort ins Gewicht fallen. So auch bei RisingFall und dem Opener «Kamikaze». Mit einem fetten Riff und einer solistischen Meisterleistung zeigen Kono und der in diesem Jahr verstorbene Yoshiki, wie man den Metal schmiedet. Mit den Chören, die wie eine Samurai Kampfansage aus den Boxen knallen, zeigen die Japaner, dass sie gewillt sind, in der Szene mitsprechen zu können. Nach den ersten drei schnellen Tracks bringt «Fantasy» mit seinem melodischeren Strickmuster die benötigte Abwechslung ins Geschehen ein. Wie auch die sehr schöne, an Led Zeppelin erinnernde Ballade «Arise In The Ashes» und der Midtempo-Track «Never Surrender». Sieht man RisingFall als Newcomer, dann haben die Herren für ein Debüt sehr viel richtig gemacht. Darauf gilt es nun aufzubauen um der Welt zu zeigen, dass auch sie fähig sind, Klassiker wie solche von Loudness oder Anthem komponieren zu können.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AQlzhz3no0Y

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