New Music Reviews März 2020
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
THE UNITY – Pride  (Gatefold 2 LPs)
Steamhammer/Musikvertrieb
Was macht man, wenn die Hauptband auf Eis liegt? Genau, man gründet eine andere Truppe. Das dachten sich Gitarrist Henjo Richter und Schlagzeuger Michael Ehré, als sich Kai Hansen entschloss, Gamma Ray auf die Seite zu legen und sich wieder mit Helloween zusammen zu tun. Michael, der mittlerweile noch bei Primal Fear spielt und immer wieder bei anderen Truppen in Erscheinung tritt, hat mit The Unity eine ganz tolle Combo am Start, die sich von Album zu Album steigert. War das Debüt noch mit kleinen Vorbehalten zu geniessen, beweist «Rise» schon, dass man bestens verstand, tolle Musik mit einfachen Parts zu verbinden. Das gelingt dem Sextett auch mit dem Opener «Hands Of Time», der von den treibenden Rhythmen, den solistischen Gitarren, dem Leadgesang und den packendem Refrain lebt. So muss toller Hard Rock/Metal sein und so klingt «Pride». Auf die zwölf, mit viel Hingabe, einem sensationellen Sänger und alle Talente schön dem Song untergestellt. Was gut begonnen hat, findet in «Line And Sinker» seine Fortführung. Wie auch mit dem fetten Riff zu «We Don't Need Them Here» ein fetter Riffrocker, mit feinen Deep Purple-Anleihen und einer Prise Judas Priest. Melodisch findet «Destination Unknown» seinen Platz und «Damn Nation» erweitert die Farbpallette mit seiner Geschwindigkeit und ganz feinen progressiven Elementen (Keyboards). Herausragend sind die Gitarrenparts, mit filigranen Momenten und fetten Riffs, die einen unglaublichen Sound erzeugen. Wie auch die Keyboards, mit einem leichten arabischen Flair, das sehr dezent im Hintergrund zu hören ist. Ja man könnte sagen, dass «Damn Nation» die Meisterprüfung geworden ist. Radiotauglich, mit viel Rock in den Backen erklingt «Guess How I Hate This», welches vom schnellen «Scenery Of Hate» abgelöst wird, das ein richtiger Hassbrocken geworden ist. Ach ja, und wem die stilistische Bandbreite noch nicht breit genug ist, kann sich am Shuffle-Rocker «Rusty Cadillac» vergnügen. So nebenbei wird noch locker ein Stadion-Rocker nach bester Bruce Springsteen-Manier aus dem Ärmel gezockt. «You Don't Walk Alone». Was Henjo, Michael, Sänger Gianbattista, Gitarrist Stef, Bassist Jogi und Keyboarder Sascha hier auf CD brannten, ist eine verdammte Gottesscheibe, die zusammen mit dem neuen Shakra-Album, die Latte für andere Truppen sehr hoch legt. Es ist nicht nur der Sound, sondern einfach auch die Art, wie die Musik begeistert und packt. Jungs, ihr könnt "stolz" auf euch sein!
Tinu  
Punkte: 10 von 10
PESTIFER - Expanding Oblivion  (CD)
XenoKorp
Ui, heftiger Technical-Progressive-Death im Stile von Pestilence, Atheist, Obscura und Konsorten. Der dritte full-length Output namens 'Expanding Oblivion' von dem belgischen Vierer namens Pestifer aus Liège. 11 Tracks voller purer Kraft, sich labend und schöpfend aus dem technisch-progressiven Death-Metal, welcher an Virtuosität und musikalischem Können sich nicht hinter einer anderen Combo verstecken muss, denn die komplexen Songstrukturen weisen den klaren Weg auf den Olymp hin. Da werden Elemente aus den Anfangstagen des Prog-Tech-Death wie auch die modernen Elementen elegant und heftigst zusammen geführt und daraus ensteht ein musikalisches Meisterwerk. Da werden fusionierte, jazzige Elemente in die brutalsten Ecken des Death-Metals gesendet und kommen als fertige, groovende und formidable Songs zurück, ausgewachsen, in absoluter Perfektion. Da der Bass sehr filigran, klar und virtuos daherkommt, gepaart mit den sehr kräftigen und verschachtelt technischen Gitarrenriffs, elegant angereichert und ausgeweitet mit Arpeggi, Soli, Tappings und weitere, musikalisch-könnerischen Gepflogenheiten. Drumpatterns, mal blastend, mal thrashig double-bassend, mal wirbelnd virtuos, mal einfach straight forward mit progressiv-jazzig-fusionierten und technischen Raffinessen ausgestattet. Die Vocals geistern tiefgründig im gutturalen Bereich, dennoch verständlich, etwas heiser, was sogleich den Vergleich zu oben genannten Bands es einfacher macht und dennoch nur so vor Eigenständigkeit strotzt. Ein geniales Artwork in die Ahnengalerie, für 'Expanding Oblivion' perfekt angepasst, eine Produktion die sauber und zugleich powervoll rüberkommt. Fusionierter Prog-Tech-Death-Metal.
Leopold   

Punkte: 9.8 von 10
CHRONICLE - Demonology  (LP)
Mighty Music
Ende März gibt es wieder tüchtig Sound um die Ohren gehauen. Chronicle, das 2012 in Dänemark gegründete Quartett, lässt ihren Zweitling „Demonology« auf die Menschheit los. Chronicles Musik lässt sich am besten als technischen Melodic Death mit Thrash und Black Metal-Einflüssen beschreiben. Exzellente Gitarrenarbeit, facettenreich und innovativ wechseln sich eingängige Soli und knackige Riffs ab. Die Drums fahren stets ein hohes Level, sind aber immer "on point". Die Stimme von Lars Bo Nepper tut sein Übriges dazu. Mal kehlig, mal schreiend, dann eher wieder growlend. Für jeden Song das passende Stimmarrangement. Chronicle machen mit ihrer neuen Scheibe da weiter, wo sie 2015 mit ihrem Debüt «Primordial Fear» aufgehört haben. Während zehn Tracks, obwohl «I Believe» genaugenommen nur ein Intro ist, knüppeln und dreschen die Jungs gekonnt drauflos. «They Have Returned» ist das erste Stück mit Substanz und spiegelt gekonnt die Facetten des Albums wider. Anspieltipp und Favorit des Albums ist für mich aber mit Abstand der Titel «Living Hellscape». Akustikgitarrenklänge werten den Song enorm auf und heben ihn von den restlichen Liedern total ab. «Living Hellscape» war auch der Titel, der Pär Olofsson bei der Gestaltung des Coverartworks beeinflusst hat. Ein weiteres Special ist das hammermässige Instrumental «Perpetuation Of Addiction», das man sich einfach nur so zum Spass reinziehen kann. Es zeigt auch schön die musikalischen Fähigkeiten der vier Bandmember auf. «Perpetuation Of Addiction» dauert sechs Minuten und besticht durch hervorragende Gitarrenarbeit und massive Schlagzeugsalven. Chronicle ist sicherlich eine Band mit Zukunft, die das Genre Death Metal in eine höhere Liga anhebt!
Oliver H.  
Punkte:
9.8 von 10
VIROCRACY - Irradiation  (CD)
Black Sunset/MDD
Aus Stuttgart, Germanien, ist dieser Fünfer namens Virocracy zugegen und bringt mit 'Irridiation' das Debüt raus, was sich verdammt goil gewaschen hat. Progressiver Death-Metal mit viel Abwechslung, Virtuosität, Filigranität und Frickelität, ohne dabei den gepflegten thrashig-deathigen Groove zu vergessen. 9 Tracks, die ohne weiteres die Stange zu Necrophagist, Obscura, Atheist, Beyond Creation und Konsorten halten, da die Virtuosität aller Bandmembers zugegen ist und wirkt. Hervorhalten möchte der Schreiberling die unglaublich bösen Growls und tiefen Shouts der Frontfrau, die passend zum Gesamtsound einfach herrlich perfekt sind. Nebst den sehr technisch anspruchsvollen und virtuosen Phrasierungen auf den Gitarren, gepaart mit technischen Soli, Arpeggi, Tappings, Läufen und Unisono-Lines, aufbauend auf den sehr komplexen Riffs und Tänzeleien auf den Klampfen. Der Tieföner sticht auch daher hervor, dass dieser einen sehr reinen, druckvollen Klang entwickelt und in Sachen technischer Finessen und Fricklereien den Klampfen in nichts nachsteht. Die Drums tänzeln sich durch die songstrukturierenden Patterns, mal blastend, mal straight thrashend, mal einfach mit herrlichem Double-Bass untermalend und dominierend zugleich. Ein herrliches Ahengalieriencover ziert dieses Meisterwerk und die hervorragend klare wie druckvolle Produktion rundet dieses Debüt dieser Stuttgarter Truppe einfach meisterlich ab. Von wo kommen die Meistersinger wieder? Yep, aus Stuttgart, definitiv, und zwar in From von Virocracy mit 'Irradiation'. Brachial virtuos.
Leopold  
Punkte:
9.8 von 10
KVELERTAK – Splid  ( LPs)
Rise Records
Totgesagte leben länger! Etwa unter diesem Banner könnte man die norwegische Band Kvelertak einordnen. Ein Debüt zum Niederknien, ein würdiger Nachfolger, dann der totale Stilwechsel und schliesslich der Abgang des Frontmanns! Der Todesstoss? Von wegen! „Splid« hat wieder diese wilde, unbändige und eigensinnige Mischung aus Black Metal, Punk und Rock ’n‘ Roll, die bereits beim Debüt nicht wenige Hörer sprachlos ob des soeben gehörten Höllenritts zurück liess. Es scheint, als hätte Neu-Fronter Ivar Nikolaisen die alte Flamme wieder entfacht. Auch wenn „Splid« über die ganze Platte hinweg nicht ganz an die Genialität des Erstlings heranreicht, ist es doch ein absolutes Fest für Fans der ersten Stunde. Vielleicht mag der Opener den Hörer noch etwas in die Irre führen, um dann mit „Crack Of Doom« in die Raserei von Kvelertak einzusteigen. Speziell ist nicht nur, dass es sich dabei um den ersten englischsprachigen Song der Band handelt, sondern der auch gleich mit Gaststar Troy Sanders von Mastodon aufwartet. Es ist ein absolut wilder Black ’n‘ Roll-Ohrwurm mit ordentlich Punk-Einschlag. Noch mehr Speed gibt die Truppe bei „Necrosoft«, einer astreinen krachenden Black-Metal-Nummer. Neben roher Energie gibt es auf „Splid« aber auch die für Kvelertak typische Mischung aus unvorhersehbaren Songstrukturen, genialen Melodien und Gitarrenarbeit zum Niederknien. Eigentlich jeder der komplexeren Stücke wie „Bratebrann«, „Fanden Ta Dette Hull!« oder „Delirium Tremens« kann hier als Paradebeispiel herangezogen werden. „Ved Bredden Av Nihil« setzt dem ganzen aber die Krone auf. Die Nummer klingt wie die Quintessenz des bisherigen Schaffens der norwegischen Truppe: ein Nackenbrecher-Riff nach dem anderen, packender Groove und die anpeitschenden Vocals von Nikolaisen. Wer nach dieser Übernummer noch ruhig steht, hat irgendwas falsch gemacht. Nach knapp einer Stunde endet der Höllenritt und man darf sich ruhig fragen, wie Kvelertak nach „Nattesferd« wieder so ein heisses Eisen schmieden konnten. Grandios!
Oliver H.   

Punkte: 9.7 von 10
BURNING WITCHES - Dance With The Devil  (Gatefold 2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Man spricht ja oft in diesem Genre, dass die dritte Scheibe einer jeder Band richtungsweisend ist. Wenn dem dies so ist, was ja hinter vorgehaltener Hand oft gemunkelt wird, dann steht der Schweizer-Combo Burning Witches - nebst den zwei Holländerinnen - die Zukunftstüre weit offen. Erstens wurde an den Gitarren heftig goil an der Distortion gewerkelt, so dass es eine Wucht von zwei Gitarren auf die Scheibe geschafft haben. Zweitens ist die Produktion messerscharf, klar und sowas von druckvoll. Drittens ist im Songwriting der 12 Tracks hervorragende Arbeit geleistet worden. Viertens haben alle Mitgliederinnen von Burning Witches hervorragend sich weiter entwickelt. Das Resultat ist 'Dance With The Devil', in welchem alle Songs einen Zahn zugelegt haben. Zwei messerscharfe Gitarren, virtuos im Solieren, kräftig im Riffing. Der Bass steht den beiden Klampfen in nichts nach, denn klar und sauber füllt dieser die allenfalls entstandenen Löcher im Songwriting, so dass sich wiederum alle Songs wie ein roter Faden durch das sich schlängeln. Das Drumming ist schneller, härter und einfach double-bass-goiler geworden, da steckt mächtig viel Power dahinter. Und zu guter letzt auch die neue 'Holländerin' an den Vocals, sehr kräftig in den Stimmbändern, gefällt mir sehr, wie sie sich problemlos ins Gefüge hinein shoutet. Mir gefallen am besten die leicht speedigen power-metallischen Elemente von Burning Witches, denn diese haben mittlerweile ein unglaubliche Kraft entwickelt. Ja, Burning Witches sind schneller, heftiger und grooviger geworden. Nebst einem weiteren genialen Artwork, selbstredend für die Ruhmeshalle der Ahnengalerie gedeicht, und die druckvolle, klare und hervorragende Produktion, rundet es eine - für mich ein sehr positiv und überraschter Release - sehr mächtige Power-Metal-Scheibe ab. Fans von Chastain, Judas Priest, Running Wild, Iced Earth, Phantom Blue, Mystic Prophecy, Helloween, Primal Fear, die 'neueren' Saxon und Konsorten empfehlenswert, wer die Burning Witches noch nicht kennen sollte. Power-Metal as its finest.
Leopold   

Punkte: 9.6 von 10
ANI LO. PROJEKT – A Time Called Forever  (CD)
Pride & Joy Music
Nach sechs Jahren Pause wurde die Symphonic / Progressive Metal Band Ani Lo. Projekt (ALP) 2018 wieder aufgegriffen. Nun, zwei Jahre später, wird uns das zweite Album «A Time Called Forever» zugänglich gemacht. Ani Lozanova am Mikrophon und Drummer Konstantin Dinev, Gründer*in von ALP, trennten sich von ihrer damaligen Besatzung und beginnen nun mit dieser Scheibe ein neues Kapitel. Komponiert wurden die zwölf Tracks von Jens Faber (Dawn of Destiny) und dabei hat er phänomenale Arbeit geleistet! Er spielte Keyboard, Gitarre sowie Bass ein und übernahm die Growl- und Clean-Gesangseinlagen. «A Time Called Forever» ist ein komplexes Meisterwerk – ein Zusammenspiel aus schönen Melodien, brachialer Härte, raffinierten Soli und virtuosen Klängen im Hintergrund. Anis Stimme haut vom Hocker – sie erinnert stark an Tobias Sammet (Avantasia) mit einer Spur Bruce Dickinson (Iron Maiden) – einfach in einer weiblichen Version. Stimmungswechsel bestimmen die Kompositionen und bringen Abwechslung ins Spiel. Unter anderem schaffen die passend eingesetzten Chöre die essenzielle gesangliche Mehrstimmigkeit, die ALP u.a. ausmachen. Dazu sorgen die immer wieder zu hörenden Growleinlagen für zusätzliche Spannung. Es sind mehrere Gastsänger zu hören: Michael Thionville (Voodoma) in «Fly With Me», einer mitreissenden Powerballade; Eric Dow (Hellsott) in den energiereichen, treibenden Songs «My Misery» und «Don’t Leave This World» und Anis Ehemann Lachezar Stefanov in «Bleed», dem virtuosen Knaller. Dieser erinnert in der Strophe an eine düstere Zirkusgeschichte und fährt mit dem melodiösen Refrain unter die Haut. Die Musik von ALP kann als eine Mischung aus Symphonic, Power, Progressive und Heavy Metal bezeichnet werden – also hoch komplex und spannend. «A Time Called Forever» ist ein sagenhaftes Gesamtwerk, welches mitreisst, überzeugt und im Ohr hängen bleibt. Ich bin überwältigt und begeistert!
Sina   

Punkte: 96 von 10
BLACK SWAN – Shake The World  (2 LPs)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Einer meiner absoluten Lieblingssänger hat was Neues am Start. Und das ist eine explosive Granate geworden. Robin McAuley (Michael Schenker) hat sich die Dienste von Gitarrist Reb Beach (Whitesnake), Bassist Jeff Pilson (Dokken, Foreigner) und Schlagzeuger Matt Starr (Mr. Big, Ace Frehley) gesichert und haut ein Werk raus, das allen Hard Rock-Fans dieser Welt die Freudentränen in die Augen schiessen lassen wird. Sorry dieser Vergleich, aber wenn ihr hier das Material hört, mit welcher Lockerheit, spielerischer Klasse und auf den Punkt gespielt die Tracks vorgetragen werden, dann sprechen wir hier von einem bedeutend geileren Endresultat als jenem von Dirty Shirley. Beim schwarzen Schwan dudelt sich Reb um den Verstand und beweist, dass eine Melodie, die sofort ins Ohr geht, noch immer eine Geheimwaffe ist. Ob dies nun beim Titeltrack ist, «Big Disaster», «Immortal Souls», dem gefühlvollen «Make It There», dem harten «She's On To Us», dem an alte Van Halen erinnernde «The Rock That Rolled Away» oder dem flotten «Unless We Change». Die beiden herausragendsten Tracks sind aber das unter die Haut gehende «Sacred Place», das von den unterschiedlichen Gitarrenelementen getragen wird und von der nach wie vor Gänsehaut erzeugenden Stimme lebt. Plus, die von Klavier und Streichern getragene Ballade «Divided United», die an Queen erinnert und sich gegen Schluss zu einem rockigen und bluesigen Endspurt aufbaut. Die Hoffnung, dass das Quartett etwas Tolles veröffentlichen würde, war da. Dass das Werk aber so geil wird, wagte ich nicht zu hoffen. Ein entfesselter Reb, eine Rhythmusmaschine, die keine Löcher zulässt und nach vorne schiebt, sowie ein Robin, der nach wie vor mit seiner gefühlvollen und kräftigen Stimme alles in Grund und Boden singt! Was will man mehr? Es zeigt sich wieder eimal, dass gestandene Musiker, die sich musikalisch finden, ganz tolles Material komponieren können und damit der Welt zeigen, was einen guten Track ausmacht.
Tinu   

Punkte: 9.5 von 10
SCARAB - Martyrs Of The Storm  (LP)
ViciSolum Productions
So, meine Damen und Herren, hier folgt nun brutaler Death-Metal aus dem Nildelta, genauer gesagt aus Kairo (und teils Gizeh), vom ägyptischen Fünfer Scarab mit dem dritten Longplayer namens 'Martyrs Of The Storm' und die Scarab-Jungs hauen mal kräftig rein mit 'Martyrs Of The Storm', was eine wahre Freude aufbereitet. 10 Tracks, welche gespickt mit herrlich technischem und progressivem Gefrickel, purem Death-Metal und heftigem thrashig-deathigem Gewittervorzeichen. Ja, ich geb's zu, es erinnert an Nile, den US-amerikanischen Prog-/Tech-/Deather aus Florida, doch Scarab sind im Vergleich zu Nile einen Tick leicht grooviger und thrashiger, was die Songstrukturen sehr eingängig und nackenbrechend-nickend erhören lassen. Sehr eingängige und technisch einwandfreie Soli in allen Schattierungen (Läufe, Shreddings, Arpeggi, Tappings, ... and so on). Ein sehr tiefgehaltener Tieftöner, der ebenfalls die Filigranität des Death-Metals erhallen lässt. Die Drums sind meist konstant im Double-Bass-Modus, in Abwechslung auch mit herrlichen, strukturierten Blasts. Die Soliparts öffnen stets die komplexen Songstrukturen, lassen das Orientale, das Mystische und Atmosphärische in die Songs einfliessen. Abschliessend die sehr heftigen Growls, welche die pharaonische Macht einer heftigen Machtdemonstration heranwachsen lässt. Ein Sandsturm in der ägyptischen Wüste kriegt wohl sogleich den Gagg in die Hosen, geschweige denn die ägyptsichen Nilkrokodile, welche sich bei den Touris die Kukident-3-Phasen für ihre Beisserchen rausbeissen. Doch vergebens, denn Scarab lassen die Macht auch diesen Geschöpfen spüren. Yep, Scarab sind die wahren Wüstenkönige des Death und lassen dies auch deutlich spüren. Bombastisch.
Leopold   

Punkte: 9.5 von 10
TULUS – Old Old Death  (Digipak)
Soulseller Records
Die drei Norweger hinter Tulus haben eine beträchtliche Geschichte, die in den Anfängen der Black Metal-Szene 1991 beginnt. Sie haben drei Demos und sechs ganze Alben anzubieten und teilen sich Mitglieder mit der auch weit bekannten Band Khold. Fun Fact am Rande: Die Lyrics für Khold und Tulus werden von der Frau eines der Mitglieder verfasst. Der Stil, den Tulus verfolgt, ist ganz klar dem klassischen norwegischen Black Metal zuzuordnen. Am Anfang kam das Riff und es war schwer, so sprachen sie, doch dann entfaltete sich «Hel» ganz und wir haben einen Track straight from the 90s. Selbiges gilt auch für «Jord», den Black Metal, den wir hier zu hören bekommen, ist genau dieser schöne, Old school, raw und trotzdem hörbare Sound mit ordentlich Tempo, der den BM so besonders macht und nach all der Zeit immer noch geil fetzt. «I Havet Hos Rin» macht einen kleinen Ausflug zu den Anfängen des Death Metal. als bands wie Hellhammer und Dissection die beiden Genres gekonnt vermischten. Hellhammer ist ein gutes Stichwort, denn mit «Flukt» bewegen wir uns wieder zurück in den Sound, den man möglicherweise von Bands wie Mayhem in ihren Anfängen kennt. «Folkefall» wiederum ist etwas melodischer und moderner und leitet uns somit schön zu «I Hinmannens Hånd» weiter, welcher akustisch beginnt und zusammen mit einem melodischen Mittelpart gleich wuchtig wie die Tracks zuvor wird. «Grunn Grav» hat etwas weniger Wucht, aber trägt einen schönen Groove mit, der im Ohr hängen bleibt. Für «Ild Til Mørkning» zählt das gleiche, hier macht das Album nochmal richtig Stimmung. «Villkjeft» ist noch einmal ein richtiges Brett, das mit sehr viel Wucht vorbeizieht. Mit «In Memoriam» mündet das Album mit einem groovye Bass und rohem Sound. Für Old School-Freunde ist diese Veröffentlichung garantiert ein Erlebnis mit Nostalgie-Faktor - ab in die Playlist!
Simu   

Punkte: 9.5 von 10
NO RAZA - Transcending Material Sins  (CD)
Noble Demon
Heilige Scheisse, da folgt nun heftigst goile Mucke auf Mucke, heftiger Thrash-/Death-Metal mit den bösesten Growls ever, hellyeah! Heftiger, US-amerikanischer Death-Metal, welcher jedoch in Kolumbien, genauer gesagt in Bello, Antioqia ihren Ursprung nahm und nun im heimischen US-amerikanischem Fleckchen in Florida ansässig geworden ist. Deshalb ist auch der floridianische Death-Einschlag hörbar und zum guten Glück nicht wegweisbar. 11 Songs die einfach den goilen Floria-Groove inne haben und so den Death-Metal à la Nile, Hate Eternal, Morbid Angel und Konsorten aufleben lassen. Tatsächlich ist es dem Vierer von No Raza gelungen, eine gewisse Entzücktheit zu entfachen, aber bei den Genen, welche in den Sound eingezöpfelt worden sind, ist auch kein Wunder. Da wird viel Wert auf Groove, eben dem thrashigen Death-Metal, gelegt, herrlich filigrane Solierphrasierungen. Der Tieftöner kommt, klar, satt und untermalend daher. Die Drumpatterns sind einfach herrlich aneinander gereit, mal blastend, grindcorend, mal einfach thrashig schnell und grooven, dann wieder so richtig heftig double-bassend. Die Vocals sind heftig tief guttural verankert und doch klar heraushörbar. Das Coverartwork ist der Hammer, ein Sinnbild für die dargebotene Mucke auf 'Transcending Metal Sins'. Die Produktion ist meisterhaft druckvoll, unmissverständlich zur ausgewachsenen Soundwall mutiert. Thrashiger Florida Death-Metal.
Leopold 
Punkte: 9.3 von 10
PURE WRATH – The Forlorn Soldier  (Digipak)
Debemur Morti Productions
Also ich habe ja schon in viele Black Metal Projekte von rund um den Globus reingehört, aber Indonesischer Black Metal ist mir jetzt noch nie untergekommen. Vor allem kein Indonesischer Black Metal, welcher so geil klingt! Pure Wrath ist ein Einmann-Projekt, von einem Musiker, dessen Familie zum Teil in den Sechzigern während einem Genozid «verschwanden». Diese Emotionen und dieser Zorn kommen klar hervor in der Musik, welche aus den Lautsprechern klingt, sei es in verzweifeltem Schreigesang oder in leisen Klavierklängen, welche Trauer und Einsamkeit in sich tragen. Rasende Riffs umarmen diese, in die Melodie eingebrachten, Emotionen und runden die Musik ab, verleihen ihr eine gewisse Härte, welche diese Mischung nur noch genialer gestaltet. Pure Wrath hat sich bei diesem Album auf bloss drei Songs beschränkt, doch bei einer Stücklänge von ungefähr zehn Minuten läuft das dann doch auf beinahe 30 Minuten Gänsehaut hinaus. Qualität über Quantität. Mit dieser Musik bleibt das Gedenken an die «Verschwunden» und jeder Hörer kann die verbleibenden Spuren dieser Brutalität mithören. Pure Wrath hat eine Hammer Leistung gebracht, meiner Meinung nach sind es genau diese Emotionen, welche er in Musik gewandelt hat, das gewisse Etwas, was diesem Werk seine Besonderheit gibt und es von der Menge abhebt.
Zoé 
Punkte: 9.3 von 10
WOLF – Feeding The Machine  (LP&CD)
Century Media/Sony
Auf dieses Album wartete ich (zu) lange. Für mich waren Wolf immer der absolute Geheimtipp, die Bands wie Saxon, Metal Church und Judas Priest einmal beerben können. Wie so oft im Leben, kommt es anders, und die Hoffnungsträger gehen unter. So auch die Schweden, welche vor sechs Jahren das letzte Werk «Devil Seed» veröffentlichten. Mit dem achten Album zeigen uns die Nordländer erneut, wo der Hammer von Thor schwingt und hauen mit dem Opener «Shoot To Kill» ein rasiermesserscharfes Riff in die Umlaufbahn, das dicht gefolgt von der extrem geilen Stimme Niklas Stalvind bestens ergänzt wird. – Hier kommt auch der Unterschied zu einer Truppe wie Enforcer zum Tragen, da nicht nur gekreischt, sondern bei Wolf gesungen wird – Mit mehr Melodie steigt «Guillotine» ins Geschehen ein. Noch immer sind es aber die Priest- und Riot-Vergleiche, welche Wolf aus dem Meer an Bands heraus heben lassen. Das rockige, leicht japanische Riff zu «Dead Man's Hand» weiss ebenso zu gefallen wie das galoppierende «Midnight Hour». Fast mit King Diamond-artigen Momenten steht «The Cold Emptiness» in der Türe und bittet um Einlass. Während «Devil In The Flesh» gar nicht erst darum bittet, sondern gleich die Türe eintritt. Nicht ganz mit dem Material mithalten können «The Raven» und «Spoon Bender». Dafür beendet «A Thief Inside» das Album und macht Laune, die Repeat-Taste zu drücken. Man merkt den Herren an, dass sie nicht erst seit gestern musizieren, sondern schon lange (seit 1995) auf sich aufmerksam machen. Dies nicht nur durch die stimmliche Ähnlichkeit zu Metal Churchs Mike Howe, sondern auch durch die Lieder, welche immer wieder auf den Punkt kommen und begeistern. «Feeding The Machine» ist nach sechs Jahren ein sehr gutes Album geworden, das sich alle Metal-Fans anhören müssen.
Tinu   

Punkte: 9.2 von 10
HEATHEN FORAY – Weltenwandel  (Digipak)
Massacre Records/Musikvertrieb
«Weltenwandel» – ein Albumtitel, wie er passender nicht sein könnte. Seit bereits sechzehn Jahren wüten Heathen Foray aus Österreich mit ihrem heidnischen Melodic/Death in der musikalischen Metalwelt. Der Fünfer wandelte bis dato stets auf Pfaden zwischen dem genannten Genre, hinzu kamen aber auch etliche Einflüsse aus dem Pagan- und Viking-Lager. Fünf Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung «Into Battle» verstrichen. Eine Sache, die die Fans bestimmt mit Freude aufnehmen werden, ist, dass Gründer Jürgen Brüder wieder mit an Bord ist. Die acht Songs nähren sich von einer eisigen, teils diabolischen Linie, drängen obendrein in den Black Metal-Bereich vor, was das Gemisch kantiger und facettenreicher macht. Die dunklen Soundverstrebungen gehen unvermindert ins Gehör und lassen keine zwangsläufigen Vergleiche mit anderen Bands zu. Dies steht für Innovation, die bei den Todesmetallern neuerdings grossgeschrieben wird. Das kann auch damit zu tun haben, dass «Weltenwandel» erstmals im bandeigenen Studio in Graz aufgenommen wurde. Dadurch ergab sich eine wesentlich freiere, kreativere und entspanntere Atmosphäre. Mit merklich rohen, direkten Gitarren- und Schlagzeugsounds wird fast gänzlich auf ein sattes Death-Metal-Flair gebaut. Dies bauen die Jungs mit einer fürwahr unterhaltsamen Veränderung in Sachen Sound und Beigaben innerhalb der Songstrukturen aus. Dieses Wechsel-Konzept zieht sich dann durch die ganze Platte und funktioniert Song für Song erstklassig. «Weltenwandel» von Heathen Foray ist eine wunderbare Abwechslung im ansonsten allseits bekannten Melodic Death-Dschungel.
Oliver H.   

Punkte: 9.2 von 10
DEADRISEN - Deadrisen  (CD)
AFM Records/Musikvertrieb
Das Album startet gleich mit einem gewaltigen Thrash-Riff, bevor man in ein treibendes Metalriff übergeht und mit der gewaltigen Stimme von Will Shaw weitergetrieben wird, coole Power Metal-Nummer. Hier regieren die Metal-Gitarren. Mit «Destiny» gehts auf der gleichen Schiene weiter. Unglaublich diese Power. Da macht es auch nichts, wenn mal die Kollegen von Dream Theater musikalisch durchschimmern. Oder hört Euch mal «The Make» an, unglaublich diese Kraft in dieser Musik, und dazu Wills vielseitiges Organ, das ist richtiger Power Metal mit Prog-Einlagen. Das bläst den Zuhörer einfach weg. Aber die Band hat auch verstanden, dass der beste Metal-Song nicht viel taugt ohne starke Gesangsmelodie. Und genau diese liefert Will Shaw Song für Song. Ganz stark sind die eingestreuten Flamenco- und Latin-Töne, macht das Ganze noch zusätzlich spannend. Mit der schönen Ballade «Reach For The Sun» hat man eine kleine Verschnaufpause. Wunderbar gespielt mit Feeling, Will von seiner ruhigen Seite, die Drums entspannt gespielt, schöne Chöre und natürlich eine starke Gesangsmelodie, dazu noch wunderschöne Twin-Soli, einfach herrlich zuzuhören. Auch wenn es gegen Ende noch etwas härter wird. «Visions» liefert dann wieder das volle Brett, mit starken Chor- und Prog-Einlagen. Die Herren aus der Ostküste der USA liefern hier ein gewaltiges Debüt ab. Power/Prog Metal auf sehr hohem Niveau, das auch mal Thrash-Parts einbaut. Ach ja, als Rausschmeisser haben sich die Amis Metallicas «For Whom The Bell Tolls» vorgenommen, Coole Cover-Version.
Crazy Beat   

Punkte: 9.2 von 10
DEATHLESS LEGACY – Saturnalia  (CD&DVD)
Scarlet Records
Ja, Deathless Legacy, meine alten, heimlichen Lieblinge aus der Toskana melden sich endlich wieder mal zurück mit neuem Konservenfutter. Und im Gegensatz zu meinen Ausführungen zu den vorangegangenen Outputs „The Gathering« (2016) und „Rituals Of Black Magic« (2017) wird mein Urteil diesmal situationsbedingt kurz und knapp ausfallen. Situationsbedingt weil... Ein Song, 24 Minuten, thematisch im alten Rom angesiedelt und als Soundtrack für einen Kurzfilm in Schwarzweiss im Stil des expressionistischen Films des noch jungen 20. Jahrhunderts gedacht, das ist "Saturnalia". Und im direkten Vergleich zu den vorherigen Veröffentlichungen marschieren die italienischen Horrormetaller auch diesmal als Sieger aus der Arena. Der progressive Anspruch ist gestiegen, der Song ist vielschichtig und fesselnd in seiner Opulenz, die jedoch immer so gestaltet ist, dass sie einen immer mitträgt und nie erdrückt. Eigentlich erinnert mich „Saturnalia« streckenweise an die eher düstere Phase von Dream Theater zu „Train Of Thought« – Zeiten, vor allem jedes Mal dann, wenn Sängerin Steva ihre kräftige Stimme auf genau jene Gesangslinien legt, die auch Dream Theater-Goldkehlchen James LaBrie immer dann gerne einsetzt, wenn es schwer und dramatisch klingen soll. Dazu kommen die orchestralen Arrangements, die Chöre, die unheilschwangeren Orgelklänge, die sägende Gitarre, die Doublebass – Drumattacken und, und, und. Mit diesem Song ist der Truppe ein richtig grosser Wurf in der Schnittmenge zwischen Progressive Metal, klassischer Theatralik und gotisch angehauchtem Horror gelungen, der eigentlich das Zeug dazu hat, deutlich höhere Wellen als bisher zu schlagen. Es ist höchste Zeit, dass sich diese Band endlich einen Majordeal angelt. Freunde von Cradle Of Filth, Dimmu Borgir, Trans Siberian Orchestra, Dream Theater, Fleshgod Apocalypse & Co., holt euch diesen Geheimtipp!
Mirko B.   

Punkte: 9.1 von 10
BENEATH THE MASSACRE - Fearmonger  (2LPs)
Century Media/Sony
Beneath The Massacre, ein Vierer aus Montréal, Quebec, Kanada, live mit einem anderen Drummer unterwegs - sehr speziell, doch zu guter letzt wohlüberlegt - zelebriert auf dem bereits vierten Longplayer namens 'Fearmonger', nebst zwei weiteren EP's, auf 10 Tracks sehr intensiv-rasend-schneller Technical-/Death-Metal, virtuos, heftig gerifft mit konstanten Blasts, und die- bzw. derjenige, die/der Beneath The Massacre live im Kiff gesehen hat, anno 2019, die/der weiss ganz genau, dass die hyperschnellen Songs von Beneath The Massacre auch intoniert wird, und zwar höllisch im 1:1 Massstab. Was will der Schreiberling damit aussagen? Well, der Schreiberling will damit aussagen, dass die vier Kanadierer diese Virtuosität wie auch technisches Können live - wie studiotechnisch - umsetzen können. Hochkomplexes, sehr vertraktes wie auch groovendes Extreme-Death-Metal-Songwriting in Hochform wird der/dem geneigten Zuhörer/iin entgegen geblasted. Gitarrentechnisch wird dabei heftig gewirbelt, Arpeggi, Tappings, Soli, wie auch sattes und verdammt flinkes Riffing. Die Drums blasten und double-bassen einem die letzten Gehirnfetzen aus dem Schädel raus, ohne dabei zu vergessen, dass die Vertraktheit des Extreme-Drumming noch reinzuplatzieren ist. Der Tieftöner wirbel ebenfalls sehr heftig wie ein Spielball eines Flipperkastens zwischen den Gitarren und den Drums hin und her, ohne dabei die eigene Virtuosität in den Hintergrund zu stellen, nein, da wird pro-aktiv in die Songwriting-Szenerie eingegriffen. Die Vocals sind meist im extremen Growl zu Hause, ab und an ein leicht thrashiges Growl-Shouting ist dabei herauszuhören. Das Coverartwork ist ebenfalls sehr gelungen und fiktiv gestaltet, lädt zum Nachdenken ein. Die Produktion kommt wie eine Wand sauber produziert daher. Für Fans von Necrophagist, Rings Of Saturn, Spawn Of Possession und deren weiteren Kumpanen besagter Stilrichtung. Manifique.
Leopold   

Punkte: 9.1 von 10
MY DYING BRIDE - The Ghost Of Orion  (Gatefold 2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Nach diversen Tiefschlägen wie einer furchtbaren Krankheit und fahnenflüchtigen Bandmitgliedern, haben sich My Dying Bride nochmals zum 30. Bandjubiläum aufgerappelt und sie haben mit dem 14.Album "The Ghost Of Orion" die vertonte Traurigkeit auf den Markt gebracht. Das erste Meisterstück in Sachen Verzweiflung und Traurigkeit heisst "Your Broken Shore". Im Wechsel von Cleangesang und Gegrowle wird zusammen mit melancholischen Gitarren mächtig Gänsehaut erzeugt! Mit "To Outlive The Gods" kann man die Traurigkeit mit jeder Pore auf der Haut förmlich spüren. Eine bittersüsse Ballade, die zu 100% aus purer Melancholie besteht. Zu Tränen wird man mit "Tired Of Tears" gerührt. Das ist Musik, die durch Mark und Bein geht und einen tief berührt. Mit zartem Elfengesang beginnt "The Solace" und ist eine weitere sehr melancholische Ballade par excellence. Voller triefender Traurigkeit ist "The Long Black Land". Ein Song, der langsam über sich hinaus wächst und mit einer unvergesslichen Melodie in den Gehörgängen verharrt. Besinnlich geht es mit dem Titeltrack "The Ghost Of Orion" weiter. Dieser Song ist in etwa so zerbrechlich wie Glas und der Ausdruck von purer Verzweiflung. "The Old Earth" ist am Anfang eine zarte und verzweifelte Ballade, die aber auch mit harschem Riffing die Muskeln spielen lässt. Eine weitere eindrucksvolle Demonstration der Songwriter-Qualitäten von My Dying Bride. Der letzte Song "Your Woven Shore" kommt mit Gesängen eines Kirchenchors daher und ist jetzt auch nicht gerade Friede, Freude, Eierkuchen! Wer sich gerne einem der traurigsten Alben, das ich je gehört habe, mit jeder Faser hingeben möchte, hat mit "The Ghost Of Orion" die beste Gelegenheit dazu! Aber nur auf eigene Verantwortung!
Roolf 
Punkte: 9.0 von 10
SIENA ROOT - The Secret Of Our Time (Digipak & LP)
MiG Music
Das Beste kommt bekanntlich zuletzt, und das trifft in diesem Monat mit dem neusten Wurf der schwedischen Retro Rock Masters Siena Root zu hundert Prozent zu. Knapp drei Jahre nach «A Dream Of Lasting Of Peace» geht die Reise mit «The Secret Of Our Time» weiter. Nebst dem wiederum zu erwartenden Top-Analog-Sound, der sich natürlich auch diesmal absolut keine Blösse gibt, warten Siena Root aber wieder mit einer gewichtigen Änderung auf, was den Leadgesang angeht. Dies aber auch nur, wenn ich erstens an das 2015 in Zürich besuchte Konzert und das letzte Album denke, das von Samuel Björö eingesungen wurde. Auf früheren Werken, wie zum Beispiel «Different Realities» (2009) ist mit Sanya allerdings bereits eine Leadsängerin vertreten gewesen. Heisst also, dass Siena Root hier völlig frei sind, was auch die lange Liste an ehemaligen Bandmembers, Live- und Studiomusikern auf der offiziellen Homepage zeigt. Aktuell sind mit Zubaida Solid und Lisa Lystam gleich zwei sackstarke Leadsängerinnen zu hören, die sich den Gesang kongenial teilen. Musikalisch schliesst «The Secret Of Our Time» fliessend an den Vorgänger an, heisst Psychedelic-, Retro-, Blues- und Space-Rock vom Allerfeinsten, wo teils immer noch die ganz frühen Deep Purple durchschimmern und Zitate von Pink Floyd aus der gleichen Zeit nicht fehlen dürfen. Eingebettet ist das Ganze in eine abermals sowas von organisch wie transparent umgesetzte Produktion, dass man glatt das Gefühl kriegt, dass die Band vor einem im eigenen Wohnzimmer am Spielen ist. Somit gibt es für den Genuss von Siena Roots zwingend nur eine Tonträger-Wahl: Vinyl!
Rockslave   
Punkte: 9.0 von 10
MONO INC. – The Book Of Fire  (CD & DVD)
No Cut/Musikvertrieb
Nach zwanzig Jahren Karriere überwältigen uns die Dark Rock Spezialisten Mono Inc. mit ihrem elften Studioalbum. Wie auch ihr letztes Werk «Welcome to Hell» ist «The Book of Fire» ein Konzeptalbum – diesmal geht die Thematik nochmals eine Zeitspanne zurück. Jeder Track ist ein Kapitel ihres Buches, welches die heilige Inquisition behandelt. Mono Inc. erzählen uns die Geschichte der Heilerin Aellin, die verfolgt, als Hexe verurteilt und letztendlich hingerichtet wird. Das spannende hierbei ist, dass das Album die Geschichte rückwärts erzählt – somit beginnt das Werk mit dem Titeltrack «The Book of Fire», der zugleich den Schluss der Geschichte erzählt. Das Lied ist verhältnismässig länger als von Mono Inc. gewohnt – es zieht den Hörer sofort in seinen Bann, überwältigt mit seiner Dynamik und erfüllt das Herz mit eingängigen, emotionalen Melodien. Das Werk ist fliessend, spannend aufgebaut und zieht mit den sinnlichen, teils düsteren und träumerischen Eindrücken die Aufmerksamkeit auf sich. Bei genauem Hinhören fallen die kleinsten Details wie leise Streichereinlagen im Hintergrund oder schöne Mehrstimmigkeit in diversen Passagen auf. Genau diese Finessen definieren ihre Kompositionen. Die tiefe, beruhigende Stimme Englers fährt ebenso unter die Haut, wie die toll aufgebauten Lyrics. Obwohl das Buch auf Deutsch verfasst wurde, bleiben Mono Inc. in ihrer Musik bei der englischen Sprache. So kommt es, dass der vierte Track «Shining Light» eine englische Version des Liedes «Lichtgestalt» von Lacrimosa ist, bei dem Sänger Tilo Wolff höchstpersönlich mitwirkt. Eine weitere Kooperation ist im neunten Lied «Right for the Devil» zu finden – das rockige Stück wird zusammen mit Tanzwolf gespielt, was mit den Dudelsäcken super passt. Das einzige, was ich kritisieren kann, ist, dass für eine solche äusserst brutale Thematik die Musik doch eher schön und heiter daher schreitet, was meiner Meinung nach leicht bizarr ist. Aber dennoch – Mono Inc. reisst mit «The Book of Fire» in seinen Bann, fährt mit jeder einzelnen Melodie ein und hinterlässt nicht nur ein kleines Schmunzeln auf den Lippen. Das Werk hat kein Tief, es verläuft geschmeidig und verbreitet gute Laune. Wahnsinn!
Sina   
Punkte: 9.0 von 10
FORMOSA - Danger Zone  (CD)
Metalville
Zuerst mal geht ein grosses Lob an das Label, welches mir hier eine richtige CD zum Rezensieren vorgelegt hat - sehr löblich in unseren ach so vermaledeit-digitalisierten Zeiten! So, nun zum Eingemachten: Formosa spielen unaufgeregten, schnörkellosen Hard/Rock mit sachte bluesigen Einschüben, der gradlinig und ehrlich daherkommt. Gefällt sehr gut und hinterlässt auch einen solchen Eindruck. Der Sänger lässt auch immer mal wieder den Schreihals von der Leine, nie zu fest, aber sehr gut passend - erinnert irgendwie an die Band Lions, auch von der Stimmfarbe her. Schade ist im Grunde genommen nur, dass ich persönlich den Eindruck habe, dass der Sänger zeitweise zu 'passgenau' singt, also sich auch selbst abklemmt, es wirkt dann beinahe etwas abgehackt. Aber das ist so gesehen Meckern auf hohem Niveau. Wer eine passende Ergänzug zum Sons Of Anarchy-Soundtrack benötigt und auch sonst gerne direkt abrockt, der macht mit Formosa definitiv nix falsch. Packend!
Toby S.   
Punkte: 9.0 von 10
FOOLS GHOST – Dark Woven Light  (CD)
Prosthetic Records
Ruhig und tiefgründig beginnt das neuste Werk des Musikerduetts Fools Ghost. Die Künstler behalten das Instrumental eher dezent aber sehr gekonnt eingesetzt und mit der klaren Stimme der Sängerin im Vordergrund wird eine magische Mischung erzeugt, die absolut unter die Haut geht. Die Stimmung hält sich durchgehend atmosphärisch, manchmal wird es etwas lebhafter, dann wieder gewohnt ruhig. Mit dem fünften Song «Chasing Time» verändert sich die Stimmung. Man taucht mit der Musik ab, so als wäre man bisher bloss auf der Oberfläche eines tiefen Sees getrieben und jetzt sieht man, was sich alles darunter verbirgt. Melancholisch aber nicht herunterziehend. Absolut mein Geschmack! Dieser Song ist bisher mein totaler Favorit des Albums. Es geht melodiös weiter, zurückhaltend und ruhig. Einen «Ausbruch» ist nirgends mehr zu finden, was ich persönlich schade finde. Denn auch wenn ich diesen Musikstil absolut toll und entspannend finde, verträgt es meiner Meinung nach auch ab und zu einen Song, welcher etwas aus der Reihe tanzt und etwas treibender ist. Einfach ein anderes Licht auf das Musikwerk wirft. Aber wie gesagt, dass sind persönliche Vorlieben, denn ansonsten habe ich gar nichts auszusetzen.
Zoé   
Punkte: 9.0 von 10
REGARDE LES HOMMES TOMBER – Ascension  (2 LPs)
Season of Mist/Irascible
Regarde Les Hommes Tomber ist wohl eines meiner Lieblingsprojekte aus Frankreich, wenn nicht sogar im Black Metal allgemein. Die fünf Mitglieder der Band schaffen es immer wieder, einzigartige Musik mit grossem Wiedererkennungswert zu kreieren. Gegründet wurde Regarde Les Hommes Tomber in 2011, darauf folgte 2013 das erste Album «Regarde Les Hommes Tomber» und kurz darauf in 2014 das Split-Album mit The Great Old Ones. 2015 erschien das letzte Album «Exile», worauf nun 2020 «Ascension» folgt. Mit dem Sludge / Atmospheric / Death Metal geprägten Stil und den Ritual-ähnlichen Liveshows hat die Band einen nicht zu unterschätzenden Eindruck in der Black Metal-Community hinterlassen. Das Intro macht «L’Ascension», welches mit einer einsamen Gitarre beginnt, ab der Mitte von den anderen Instrumenten begleitet wird und langsam aufschwellt, bis es schlussendlich direkt in «A New Order» übergeht, welches somit Vollgas startet und uns auch gleich mit den Vocals begrüsst, die wir von Regarde Les Hommes Tomber bereits gut kennen. Der Sound der Band ist schnell, brutal und mächtig. Allerdings immer Melodiös und man erwischt sich schnell dabei, das ganze Album am Stück zu hören, ohne, dass man es merkt. «The Renegade Son» schlägt in die gleiche Kerbe und treibt einen mit einigen kräftigen Riffs weiter durch das Album. Dieses Album könnte einigen Rotting Christ-Fans definitiv viel spass bereiten. Der Song hat klares Potential, mein Liebling des Albums zu werden. Ähnliches zählt zugegeben auch für «The Crowning», welches einen schönen Wechsel zwischen Slow & Heavy und Fast & Powerful hinlegt. «Stellar Cross» ist insgesamt eher ruhig und gibt einem das Gefühl eines uralten, okkulten Rituals. Selbiges gilt für «La Tentation», welches ein eigenes kleines Intro (ähnlich dem Intro des Albums) für den letzten Song «Au Bord Du Gouffre» ist. Dieser gibt noch einmal alles, kraftvoll, schnell und mit mächtigem Donner werden wir aus dem Album verabschiedet. Zeit, es nochmal zu hören. Denn das ist definitiv das, was ich jetzt machen werde. Egal was noch kommt, dieses Album könnte schon jetzt eines meiner top 3 des Jahres sein.
Simu 
Punkte: 9.0 von 10
HARDLINE – Life Live  (CD&DVD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
„Life Live« ist genau das Album von Hardline, das ich mir im letzten Herbst kaufen wollte. Sänger Johnny Gioeli (auch bei Axel Rudi Pell) spielte damals mit seinen italienischen Söldnern an der Rocknacht Tennwil ein extrem tolles Konzert, das schlicht nach einer Live-CD schrie. Ich erwischte aber das Studio-Album „Life«, und wunderte mich damals über meine Englisch-Kenntnisse. Dieses neueste Studio-Werk ist zwar nicht schlecht, bringt aber nicht die hohe Qualität, welche der 1992-Klassiker „Double Eclipse« offenbart. Wohl auch deshalb stammen auf „Life Live« sieben von zwölf Lieder aus diesem 90er-Album. Und ja: Es ist das Live-Album, das sich jede Band und jeder Fan wünscht. Denn es transportiert exakt die Energie und Spielfreude in heimische Gefilde, die man auch an Konzerten von Hardline erlebt. Aufgenommen wurde das Ding am Frontiers Rock Festival 2019. Als spezieller Gast übernahm Journey-Schlagzeuger Deen Castronovo bei einigen Liedern den Rhythmus. Er war in den Anfängen der Band kurz dabei. Aber auch ohne prominente Unterstützung killt dieses Album ohne Ende. Wer Johnnys Stimme mag, der wird von Hits wie „Dr. Love«, „Hot Cherie« oder auch dem unglaublich emotionalen „In The Hands Of Time« schlicht weggeblasen. Die Setliste ist auf Abwechslung getrimmt und vermischt geschickt AOR, Hard Rock und Balladen. In dieser Form gehören Hardline schlicht zu den besten harten Rock-Bands dieses Planeten. Kein Wunder, sind sie mittlerweile dermassen oft in unserem Land unterwegs, dass sie bald wohl ohne Probleme den Schweizer Pass beantragen können. Für mich gehört „Life Live« zu den besten Live-Alben überhaupt – und das will bei einem Fan von solchen Alben etwas heissen. Wer nicht alleine an ein Hardline-Konzert gehen will, der kann künftig potenzielle Zweifler mit diesem Monumental-Werk auf seine Seite ziehen. Kaufen, schwelgen und feiern.
Roger W. 
Punkte:
keine Wertung
KREATOR – London Apocalypticon (Live-CD&Blu-ray)
Nuclear Blast/Warner
Kreator waren nie eine Band, die mein Leben beeinflussten, aber zumindest immer wieder begleiteten. Die Frühphase der Truppe um Bandleader Mille war für mich ebenso interessant, da musikalisch dilettantisch wie Venom, wie auch das erste Album, das mich richtig mitnahm. Dies war «Coma Of Souls». Hier spielte Mister Petrozza zum ersten Mal bewusst mit melodischeren Parts, die sich schon ab und an bei den beiden Vorgängeralben («Terrible Certainty» und «Extreme Aggression») abzeichneten. Speziell der Titelsong, «When The Sun Burns Red» und ganz besonders «People Of The Lie» hinterliessen bei mir einen nachhaltigen Eindruck. Die brutale Demonstration eines einfachen Riffs, das alles beinhaltet, was ein Song braucht um mörderisch zu wirken, jagt mir noch heute eine Gänsehaut über den Rücken. Die Musik von Kreator wurde immer durch ihre Leadgitarristen mitbestimmt. Mir gefallen die eher Fan-unbeliebten Alben wie «Outcast» (1997) und «Endorama» (1999). Der damals etwas orientierungslose Pfad wurde aber schon mit «Renewal» (1992) losgetreten und fand erst wieder mit «Violent Revolution» den richtigen Weg nach Hause. Dies lag zu einem sehr grossen Anteil auch am damals neuen Gitarristen Sami Yil-Sirniö. Er zauberte melodische Momente in den brachialen Sound von Kreator, wie kein anderer vor ihm. Was sich eher als unmöglich anhört, ging in der Praxis problemlos auf. Seit diesem Album aus dem Jahre 2001 schippern Mille und seine Jungs von einem Höhepunkt zum anderen. Dieser gipfelte in der jüngst beendeten «Gods Of Violence»-Tour. Am 16. Dezember 2018 wurde das vorliegende Live-Dokument in London aufgenommen und ist sowas wie das Abschieds-Tonträger-Geschenk an den langjährigen Bassisten Christian "Speedy" Giesler, welcher die Band..., wie auch immer. Die Bühne ist die Stärke der Ruhrpott-Truppe. Das merkt man diesem Werk an. Veröffentlicht als CD mit Blu-ray kann sich der Fan durch dreizehn Songs und vier Intros hören und erhält dabei einen sehr guten Querschnitt aus der Schaffensphase der Essener. Ob es dabei die akustische Einleitung zu «Gods Of Violence» ist, das harte «Satan Is Real», das heftige «Phantom Antichrist», der Uralt-Kracher «Flag Of Hate», das eher moderne «Phobia», das verspielte «Violent Revolution» oder das prügelnde «Pleasure To Kill», mit der in meinen Augen unnötigen Ansage "this is your last chance to kill each other", dieses Live-Dokument fesselt. Könnte sich Mille mit seinen Ansagen noch "erwachsener" zeigen, würde ich hier locker die Höchstnote ziehen. Musikalisch etwas ganz Tolles, spielerisch sowieso und wer Thrash Metal gerne hört, kommt an den Deutschen eh nicht vorbei.
Tinu    
Punkte:
keine Wertung
AMBUSH – Infidel  (Slipcase)
High Roller Records
Fünf Jahre ist es her, seit die schwedischen Ambush mit einem Album um die Ecke kamen. Nun steht der dritte Longplayer in den Startlöchern, und der Fünfer steht vor dem Problem, dass damals ihre Helden mit dem dritten Album das "make it or break it"-Tor aufstiessen und das unbarmherzige Schwert des Erfolgs entschied, was mit der Combo werden sollte. Ambush stehen nach wie vor für die Tradition der achtziger Jahre ein. Ein Gütesiegel, das heute von jüngeren Bands kaum mehr erreicht werden kann. Die Truppe schaffte aber mit den beiden Vorgängern das fast Unmögliche möglich zu machen und überzeugte mich auf der ganzen Linie. Auf dem Opener «Infidel» sind es die Gitarrenriffs und die treibenden Rhythmen, welche dem Track das besondere Etwas verleihen. Man darf den Jungs attestieren, dass sie "erwachsener" geworden sind. Da, wo bei den ersten Alben vielleicht noch die ungestüme Wildheit seinen Platz hatte, stehen heute durchdachtere Parts, die wie bei «Yperite», «Leave Them To Die», «The Demon Within» und «Lust For Blood» die bekannten Ambush-Merkmale aufblitzen lassen. Dabei wird das Spektrum erweitert und betritt mit dem melodischen «Heart Of Stone» (Killer-Nummer) und der rockigen Mitsingnummer «Hellbiter» neue Wege, die aber bestens zur Band passen und sie in einem tollen, erweiterten Licht erstrahlen lassen. Bedeutend besser wird dabei auch die Stimme von Oskar eingesetzt, der sehr song- und melodiedienlich singt. «Infidel» ist ein richtiger, möglicher Klassiker geworden. Judas Priest-, Tokyo Blade-, Riot-, und Lizzy Borden-Fans sollten hier unbedingt rein hören. Denn nicht nur mit dem Solo-Sahnestücken bei «Iron Helm Of War» hat die Gitarrenfront alles richtig gemacht.
Tinu   
Punkte  9.0 von 10
VULCANO - Eye In Hell  (LP)
Mighty Music
Die brasilianischen Urgesteine im blackig-deathigen Thrash-Metal und mit dem elften Release namens 'Eye In Hell' kein bisschen leise geworden, im Gegenteil, da wird auch diesmal bei den 13 Songs kräftig hingelangt und Erinnerungen an alte Destruction, Sepultura, Kreator, Sodom, Venom, Sarcófago, Bulldozer, Celtic Frost, Necrodeath und Konsorten werden gleich wieder hellwach in den Gehirnströmen aktiviert. Nein, Vulcano sind kein Klon besagter Bands, diese dienen allenfalls höchstens als Vergleich her, nein, Vulcano sind brasilianischer Kult und mit den Songs aus 'Eye In Hell' ist dies hiermit sogar amtlich beglaubigt und gefestigt. Wenn bedenkt wird, dass Vulcano seinerzeit im Jahre 1981 in Santos, São Paulo, gegründet worden sind, da haben die auch bekannten brasilianischen Bands wie Sepultura oder Sarcófago noch friedlich im Dschungel geschlummert. Doch zurück in die heutige Zeit, wo nun mit 'Eye In Hell' ein verdammt goiles Scheibchen von den Heroen brasilianischer Metal-Ur-Zeiten vorliegt und dies alles andere als Altbacken verpackt und aufgenommen worden ist. Der Schreberling behauptet sogar, dass dies eine der goilsten Veröffentlichungen von Vulcano ist, denn es wird herrlich thrashig und speedig gefrickelt, leicht blackige und deathige Riffs, herrliche Soli-Shreddereien, wie auch interessante und meist unerwartete Rhythmuswechsel. Der Tieftöner ist klar, nicht so typisch tief soundmässig gehalten, somit ergänzt der Bass sich hervorragend zu den beiden Klampfen und drückt daher auch klar hervor. Die Drumpatterns sind herrlich im leichten Blast und vor allem im Double-Bass zuhause, was natürlich den Songs sehr gut zu stehen bekommt, da diese immens an Vorwärtskraft gewinnen. Der Gesang ist im thrashigen Shout- und Screambereich angesiedelt, nach wie vor, und das ist einfach herrlich und gut so. Ein hervorrageng gestaltes Artwork sowie die sehr druckvolle, saubere Produktion von 'Eye In Hell' ist ein weiteres Markenzeichen dieses Scheibchens. Vulcano gehört nun definitiv noch zu den aktiven musikalisch heftig speienden Vulkane dieses Brazilian Masters!
Leopold    
Punkte: 9.0 von 10
IHSAHN – Telemark  (EP CD)
Candlelight Records
Norwegischer Black Metal klingt aus den Lautsprechern als das neuste Album von Ihsahn erklingt. Gewidmet hat der Musiker es seiner Heimat, wie es der Titel ja schon andeutet. Krächzender Gesang wird von klangvollen Gitarrenriffs begleitet und von hämmernden Drumms abgerundet. Wenn man dann etwas weiter in das Album hereinhört, merkt man, dass der Künstler viel Wert auf möglichst vielfältige, musikalische und vor allem melodiöse Instrumentals legt. In den Gesangslosen Parts klingt diese Mischung dann schon fast (ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sagen würde) fröhlich. Bis dann der Guturalgesang einsetzt, dann geht es ab, Brutalität im Zusammenspiel mit melodiösem Groove. Ich kenne viele Arten, wie man so eine Mischung grausam versauen kann aber hier hat es Ihsahn fertig gebracht diese grundverschiedenen Komponenten so zu vermischen, dass es eine unglaubliche Einheit bildet. Zu diesem Part des Albums schon mal Daumen hoch. Die letzten zwei Songs kann ich dann leider nicht wirklich bewerten, da es Coversongs sind. Aber wer sich wundert, wie Lenny Kravitz und Iron Maiden klingen würden, wenn sie etwas düstere Musik gemacht hätten; reinhören!!
Zoé   
Punkte: 8.9 von 10
ARONIOUS - Perspicacity  (CD)
The Artisan Era
Aronious, ein Fünfer aus Green Bay, Wisconsin, mit ihrem ersten Longplayer, nach einer EP und Single, prästentieren auf 'Perspicacity' groovigen und doch vertrakter wie intelligenter, progressiver Technical-/Death-Metal in seiner feinsten Form. 13 Tracks zieren den longplayerischen Erstling, gepaart mit einem herrlichen Coverartwork, welches selbstredend in die Ahnenhalle aller Coverartworks Einzug findet. Gitarrentechnisch ist dabei filigranes, technisches Können wie Verständnis auszumachen, in arpeggierter, fingertappischer und solodesker Manier vorhanden, sowie ab und an straightes, grooviges Riffing erkennbar, nebst den sehr vertrakten, häufigen Rhythmuswechsel. Der Tieftöner steht in der Virtuosität der beiden Saitenhexer in Nichts nach, zelebriert auf den fetteren Saiten sehr filigrane Behandlung der Strings wie auch solodeske Ausflüge. Die Drums wirbeln, blasten, double-bassen, mal groovend straight, dann wieder in vielschichtigen, vertrakten Patterns, ohne jedoch die Zügel aus den Händen bzw. Drumsticks zu geben. Die Vocals tendieren zwischen heftigem, thrashigem Shouting als auch sehr fetten, tiefen Growls, stets passend zum angesagten und gespielten Rhythmus. Die Produktion ist sehr druckvoll, rein und klar erfolgt, da wird jedes Instrument, inkl. den Stimmbändern, gehört und dank dem intelligenten Songwriting stets allen denselben Platz zur Entfaltung gelassen. Für Fans von Inanimate Existence, Spawn Of Possession, Allegaeon, Aenimus und Konsorten. Gefrickelt.
Leopold  
Punkte: 8.9 von 10
DROWN - Subaqueous  (Blue Vinyl)
Prophecy Productions
Der umtriebige Markov Soroka, der sonst das Herz und die Seele von Tchornobog und Aureole ist, spielt mit Drown Funeral Doom aus den Untiefen des Oceans. Das zweite Album nennt sich "Subaqueous". "VI: Mother Cetacean" tastet sich unaufhaltsam in die tiefsten Tiefen des Oceans vor. Langsam, aber stetig nimmt dieser Koloss von einem Song, Fahrt nach unten auf und bietet Funeral Doom der Güteklasse 1A! Der gegrowlte Gesang könnte auch von Kreaturen aus den Untiefen des Meeres stammen und passt bestens zum Soundbild. Wie ein Apnoetaucher verliert man sich in der unendlichen Tiefen des Oceans. Mächtig türmt sich "Father Subaqueous" zu einem gewaltigen Seebeben auf. Dieser Song lässt sich Zeit mit dem Entfalten, hat aber auch 21 Minuten Zeit dazu. Immer, wenn die See zur Ruhe kommt und der Song ruhiger wird, folgt das nächste noch heftigere Seebeben! Man wird förmlich von einem Strudel in die Tiefe gezogen. Der einzige Wermutstropfen dieses hervorragenden Albums ist, dass es nach zwei genialen Songs, trotz 41 Minuten Spielzeit, schon vorbei ist. Wem der Sinn nach genialem Funeral Doom steht, ist bei Drown bestens aufgehoben! Ein tolles Album von einem herausragenden Künstler!
Roolf    
Punkte: 8.9 von 10
THE THIRD GRADE – Of Fire And Ashes Pt. 2  (CD)
Art Gates Records
Diese spanische Progressiv-Metal-Band begeistert. The Third Grade verstehen es definitiv, abwechslungsreiche lange Lieder zu schreiben, die niemals langweilig werden und sich mit Gefrickel zurück halten. Dazu kommen Melodien für die Ewigkeit und ein logischer Aufbau, der den Hörer selbst beim 16-minütigen „A Cold Awakening« niemals alleine lässt. Entfernt könnte man die Spanier mit Bands wie Dream Theater oder Ayreon vergleichen. The Third Grade verfügen aber über genügend Eigenständigkeit, dass dies nur eine ungefähre Richtungsangabe ist. Kommt hinzu, dass die Band gleich zwei Sänger in ihren Reihen weiss. Maria Cobos teilt sich diesen mit Jose Masia. Diese Kombination ist zwar nichts Neues, funktioniert im diesem Falle aber hervorragend. Es wird auch nicht klar, wer hier eigentlich Hauptsänger ist. Gut so. Die Lieder zeichnen sich durch eine freche Stilvielfalt aus, bleiben aber meist im klassischen Prog-Power-Metal. Das heisst, man hört hier knallharte und dann wieder butterweiche Melodien. Wichtig sind auch diese Refrains, die halten, was sie versprechen. The Third Grade könnte mit ihrem Zweitwerk im kleinen Kreis der Prog-Freunde der Durchbruch gelingen. Hoffen wir, dass ihnen die Energie für diese Aufbau-Arbeit nicht ausgeht und das Label genügend Mittel für die Unterstützung bereithält. Ich werde mir "Of Fire And Ashes Pt.2" künftig noch öfters anhören.
Roger W.    
Punkte: 8.9 von 10
POSTHUMANBIGBANG - Jungle Eyes  (CD)
Czar Of Crickets
Vom Feinkostlabel Czar of Crickets kommt mit Posthumanbigbang nicht nur ein Appetizer, sondern die Spezialität des Monates! Nach 11 Jahren gibt es mit "Jungle Eyes" das zweite Album von Posthumanbigbang, und wie der Bandname schon assoziiert, wird facettenreicher Post Metal dargeboten. Der Kreativkopf Remo Häberli kennt keine Grenzen, und so treibt "Cycles" durch ein Wellenbad der Gefühle. Von hart bis zart und von Gegrowle bis zu Cleanvocals ist alles mit dabei. Besonders erwähnenswert sind die vielseitigen Vocals. "Humanbound II" gibt sich von seiner vertrackten Seite, um dann in eine bittersüsse Melodie überzugehen. Das Gleichgewicht zwischen Zuckerbrot und Peitsche wird immer ausgewogen gehalten. Der Gesang auf "Bury" geht durch Mark und Bein. Dieser Sound scheint nicht von dieser Welt zu sein. Kaskadenförmig türmen sich Riffwände auf. Mit genialem Bass-Spiel zieht "Bitter Tears" langsam seine Kreise. Posthumanbigbang beherrschen und praktizieren das Wechselbad zwischen harschem Gegrowle und Cleangesang in Perfektion. Der Titeltrack "Jungle Eyes" wirkt mit tribalartigem Getrommel sehr exotisch. Dem treibenden Sound sind Spoken Words unterlegt. "Theme" ist sehr spacig und könnte ein Soundtrack sein. Vor meinen Augen läuft ein Sci-Fi-Film ab. "Coals" wildert anfänglich in Metalcore-Gefilden, um dann zu einer Post Metal-Hymne zu mutieren. Der Sänger kann sich in diesem Song herrlich um den Verstand schreien. Aber auch mit seinem sanften Gesang kann er punkten. Hervorragend wird das dynamische Spiel, von Spannung und Entspannung, mit eingestreuten, ruhigen Sequenzen gespielt. "Hate" ist ein Song mit einem tribalmässigen Groove, der mit elektronischem Gezirpe aufgelockert wird. Bei "Still I Am" geht es wieder heftiger zur Sache, und das ist Post Metal, der in der Champions League spielt! Der Spannungsbogen wird, zu jeder Sekunde des Songs, auf Zug gehalten. Kinoatmosphäre atmet "Driftwood" und der Songaufbau wirkt hochdramatisch. Der Wechsel zum Folk Rock erfolgt zwar überraschend, passt aber ausgezeichnet in diesen Song hinein. Einmal mehr beweist Remo Häberli, was für ein genialer Songschreiber er doch ist! Den Schlusspunkt markiert "Off" und das ist eine reine Soundcollage, die dieses geniale Album exotisch und ganz ruhig ausklingen lässt. Posthumanbigbang ist mit "Jungle Eyes" ein wahres Highlight in Sachen Post Metal gelungen!
Roolf    
Punkte: 8.9 von 10
NEXORUM - Death Unchained  (CD)
Non Serviam Records
Gepflegter, blackiger Death-Metal mit Schmackes servieren uns die fünf Norweger aus Trondheim, auf ihrem ersten Longplayer namens 'Death Unchained'. Yep, da werden uns 10 Songs in heftiger, virtuoser Black-/Death-Metal-Manier um die Ohren gehauen, die genau wissen, wie sie sich in Deine Hirngedärme reinfressen müssen, so dass Du mit einem blackig-deathig gepflegtem Dauergrinsen versehen wirst. Richtig goile und straight groovige Mucke zelebrieren Nexorum. Da kriegst du keine Verschnaufspause zwischen den Tracks, da geht's zu und her wie bei Firespawn, mehrere Fists zwischen Unter- und Oberkiefer, zugestopft à la Schaufelbagger-Manier. Da ist nun wahrlich alles beieinander, was es im goilen Black- und Death-Metal-Bereich gibt. Ultraschnelle Riffs, fette Distortion, herrliche Soli und Melodylines. Ein herrlich treibender und wummernder Tieftöner, untermalt mit heftigen Blasts und Double-Bass-Attacken des Schlagwerkers. Die Growls sind heftig tief und ultraschneidig böse gehalten. Ein herrliches Bollwerk, nicht unbedingt in skandinavischer Machart, denn Nexorum klingen herrlich à la US-amerikanischem Death, was eben auch die Wucht des Gesamtsoundes darstellt. Eine fette, druckvolle und klare Produktion, mit einem Coverartwork, welches die norwegischen Ahnen hochleben lässt, will schreiben: Ahnengalerie. Da Nexorum aus Bandmitglieder von Keep Of Kalessin, Khonsu, Chton und Vecordious, darf hierbei auch dieser Vergleich mit den genannten Bands herhalten, jedoch sind Nexorum einfach eine Macht für sich selbst. Mächtige Mucke.
Leopold    
Punkte: 8.8 von 10
THE ONEIRA - Injection  (LP)
ROCKSHOT Records
Das griechisch-italienische Quartett hat mit «Injection» jüngst sein drittes Album veröffentlicht und liefert darauf Musik, die dem Bandnamen, griechisch für «Traum», alle Ehre macht. Denn in seiner Gesamtheit ist «Injection» ein warm produziertes, soft-beruhigendes Stück Retro-Neo-Prog-Rock, das absolut authentisch den Stil von Grössen wie Marillion, IQ und Tansatlantic oder auch Yes fortführt. Manuel Ruscigno hat eine angenehme, variable Stimme, die hin und wieder an Yes erinnert. Gut gefallen die Jungs, wenn sie ein bisschen härter spielen wie beim tollen Progrocker "Know That Feeling", hier zieht man das Tempo schon ordentlich an. Auch die immer wieder verspielten Instrumental-Parts, bei denen auch mal Doublebass vorkommt, gefallen sehr und zeigen das ganze Können der Proggies. Man streift musikalisch auch mal die Schwedischen Progger Flower Kings, zu hören bei "Edipsos". "Behind The Sun" rockt dann wieder voll nach vorne, eine spannende Instrumental-Nummer die auch wieder von Doublebass-Drums angetrieben wird. Sehr abwechslungsreich gehen die Musiker hier zugange. Man spielt zwar mehrheitlich Progrock, bricht aber musikalisch auch in rockigere Gefilde aus, glänzt mit eingängigen Melodien, was das Ganze sehr spannend hält. Die italienisch / griechische Band versteht es, gute Songs zu schreiben, die Spass machen beim Anhören und trotzdem auf sehr hohen Niveau gespielt werden. Gut zu hören beim Abschliessenden Titeltrack. Starkes Album, unbedingt reinhören.
Crazy Beat    
Punkte: 8.8 von 10
BLIND EGO - Preaching To The Choir  (CD)
Gentle Art Of Music
Nach dem sehr starken "Liquid" kommt Kalle Wallner hier bereits mit dem Vierten Blind Ego-Album "Preaching To The Choir". Die Band ist klasse eingespielt und rockt auf dem neuen Rundling im Gesamten etwas härter. Greift gleichzeitig auf die von den Vorgängern gewohnte Balance aus griffigem, groovigen Hard Rock, AOR und Melodic Rock zurück. Scott Balaban singt sich souverän durch die neun Tracks und glänzt mit Vielseitigkeit. Kalle lässt die Gitarre härter Krachen als gewohnt. Schon gut zu hören bei den beiden ersten Tracks "Massive" und "Preaching To The Choir", wo man auch ab und zu Doublebass-Drums einsetzt. Dem entgegen steht das schon fast poppige "Burning Alive". Tja die Abwechslung macht’s aus. Oder die Hymnische Bombast-Nummer "Dark Paradise", auch sehr stark und frisst sich sofort im Gehirn fest, dank des tollen Refrains. Auch die Rock-Nummer "In Exile" gefällt sofort, Kalle hat wirklich ein Gespür für gute rockige Songs. Und was sein Spiel auf der Gitarre angeht, da ist Kalle schon ein Künstler, klasse, was er auf diesem Album für Sounds zaubert, sei es mit Rhythmik oder Soli. Hört nur das Solo bei "Heading For The Stars". Zum Schluss gibt’s dann noch das etwas düstere, 8 Minuten lange "The Pulse" auf die Ohren. Spannende Nummer, die ein starkes Rock-Album mit Prog-Einlagen beendet. Wallner hat eine klasse Mannschaft zusammen, die hier alle Tracks hervorragend umsetzt, toller Gegensatz zu seiner Stammcombo RPWL.
Crazy Beat   
Punkte: 8.8 von 10
PAIN CITY - Rock And Roll Hearts  (CD)
Massacre Records/Musikvertrieb
Doch, das fetzt, rockt, brettert und kracht, dass es eine wahre Freude ist. Das Drittwerk der drei Jungs schmeisst allen unnötigen Ballast über Bord, stöpselt die Instrumente ein und rockt sich die Seele aus dem Leib. Dabei klingt der Sänger hin und wieder wie Lemmy, was einen gewissen Nostalgiefaktor zur Folge hat. Simpel, eingängig und aufputschend, so kann man sich Pain City vorstellen. Vielleicht wie jüngere, ungestümere Brüder von Shakra oder den alten Gotthard, so könnte man diese Truppe umschreiben, wenn man möchte. Einen einzigen Schnitzer hat man sich dennoch erlaubt: Das Nena-Cover "99 Luftballons" hätte nicht sein müssen, wirklich nicht. Auch wenn man hier dem Sänger zugute halten muss, dass er sich wirklich bemüht, ordentlich deutsch zu singen. Alles in allem: Kracht!
Toby S.  
Punkte: 8.7 von 10
HEMOTOXIN - Restructure The Molded Mind
Unspeakable Axe Records
Der dritte Longplayer namens 'Restructure The Molded Mind' vom US-amerikanischen Dreier namens Hemotoxin, aus Pittsburg, California, die sich dem progressiv-technischen Death-Metal zugeschrieben haben. 8 Songs, sehr komplexes Songwriting, virtuoses Können an allen Instrumenten, welche Erinnerungen an Grössen wie Obscura, Cynic, Atheist, Death und Konsorten wach werden lassen. Interessant ist es auch, da nicht einfach nur drauf los geknüppelt wird, sondern diese extremen Elementen sehr bedacht ausgewählt werden und dann gekonnt mit den virtuosen Momenten miteinander verknüpft werden. Ja, es wird verdammt anständig und deathig gerifft, doch scheut man sich nicht, auch mal thrashige, speedige oder gar leicht power-metallische Elemente in die Riffs einzustreuen. Dasselbe gilt mit den intonierten Soli, welche teils gar in den Fusion-Bereich tendieren und so der progressive Momentn in den Songs aufgerufen wird. Der Bass ist nicht nur steter Begleiter des Saitenhexers und der Drumwirblers, nein, da werden eigenständige Wege eingeschlagen, ja auch wieder fusioniertes Walking Bass-Geshreddere, diesmal auf dem Tieftöner. Die Drumpatterns sind so variantenreich, so mosaikartig im Rhythmuswechsel, dass es die technisch-progressiven Momente richtig heftig aufhorchen lässt. Ja, es wird geblastet, ja, es wird gedouble-bassed, ja, es wird progressiv gewirbelt, und dennoch wird alles sehr kompakt und groovig zusammen gehalten, was ja auch wiederum eine ansehliche Kunst ist. Ein sehr gelungenes Artwork fürs Cover, eine sehr saubere und druckvoll klare Produktion runden dieses musikalische Highlight ab, die nicht nur besagte Klientel des progressiv-technischen Death-Metals anspricht, sondern über diese Grenzen hinweg Metallerinnen und Metaller etwelches Couleur anspricht. Open minded.
Leopold   
Punkte: 8.7 von 10
BURDEN OF LIFE – The Makeshift Conqueror  (CD)
Noizgate Records
Falls man dem Promosheet Glauben schenken mag, handelt es sich bei Burden Of Life um eine Melodic/Death Metal-Band. Das trifft allerdings nur sehr bedingt zu und ist noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss. Fakt ist aber, dass diese 2002 in Regensburg gegründete Band über den musikalischen Tellerrand hinausschaut. Der zweieinhalbminütige Opener ihres nunmehr fünften Albums „The Makeshift Conqueror« beginnt wie ein Alternative Rock-Song und erinnert im weiteren Verlauf an verträumten Progressive Rock. Die restlichen Songs dauern dann fast alle zwischen fünf und zehn Minuten und verarbeiten Einflüsse von Children Of Bodom, Kalmar, Opeth, Amorphis und vielen anderen zu einem völlig eigenständigen Sound mit vielen Gitarrenharmonien und ganz viel cleanem Gesang. In der Musik von Burden Of Life passiert unheimlich viel. Dennoch kann man der Band einen ganz eigenen Stil attestieren, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Scheibe zieht. Richtig geil sind aber dennoch Tracks wie „Goddess Of The River«, die gnadenlos reinballern. Die saubere Produktion der neun Songs setzt alle Facetten der vielschichtigen und gut gemachten Musik ins rechte Licht. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich normalerweise auch der schnörkellosen und leicht schubladisierbaren Musik den Vorzug gebe. Bei „The Makeshift Conqueror« von Burden Of Life bin ich aber gewillt, eine Ausnahme zu machen, denn das, was die Regensburger hier abliefern, klingt einfach echt fett und ist tatsächlich sehr vielversprechend!
Oliver H.   
Punkte: 8.7 von 10
GHOSTHER – Through Fire  (Digipak)
Noizgate Records
Die rheinländische Formation Ghosther stellt mit «Through Fire» ihr Debütalbum der Öffentlichkeit vor. 2017 hatten sie noch unter dem Namen MoDo die erstklassige EP «Departure» veröffentlicht. Den Bandnamen haben sie schweren Herzens geändert, da das italienische Eurodance-Projekt, das 1994 mit «Eins, zwei, Polizei... » einen Hit landete, noch die Namensrechte besitzt. Ein schwerer Schritt, das Quartett um Sängerin Jenny Jansen war bereits seit 2014 mit diesem Namen unterwegs. Musikalisch hat sich zum Glück nichts verändert. Es gibt noch immer kernigen Alternative Rock mit einem ordentlichen Schlag Metal auf die Lauscher. Das macht gleich zu Beginn die brettharte Einstiegsnummer «Breathing» klar. Ein Statement, das aussagt: "Ghosther sind jetzt da, stärker als je zuvor." Powerdrumming und ein unnachgiebiger, treibender Groove bestimmen das knallharte Stück. «The Bitterend» bietet eine Verschnaufpause mit Ohrwurmmelodie, bevor es mit energischen Growls wieder auf Jump-Kurs gebracht wird. Auch «Twenty» ist ein treibender Rocksong mit feinen Gesangsmelodien, die immer wieder von heftigen Growls flankiert werden. «H.O.P.E.» zeigt dann zu Beginn einmal ein völlig anderes Gesicht, das mit einer experimentelleren Gesangsperformance der Sängerin aufwartet. Das Stück ist abwechslungsreich und entwickelt sogar Hymnencharakter. Während zehn Songs zeigt die Truppe, wo ihre musikalischen Stärken liegen und macht dabei von Anfang an keine Gefangenen. «Conscious» wird dann noch mit ein paar elektronischen Effekten garniert, bewegt sich ansonsten aber wie auch «Lonely Life» im Bereich des bisher Gehörten. Der Rausschmeisser und zugleich Titeltrack «Through Fire» ist etwas verschachtelter im Aufbau, Rhythmik und Geschwindigkeit variieren, was zum Ende hin noch eine zusätzliche Dynamik mitbringt und einen wirklichen Höhepunkt auf dem Album darstellt.
Oliver H.   
Punkte: 8.5 von 10
GOTTHARD – #13   (2 LPs)
Columbia/Sony Music
Wir schreiben das Jahr 2020 und Gotthard gehen mit «#13» ins Rennen. Dabei haben die Herren das "Problem", sich mit dem neusten Shakra-Streich messen zu müssen. Die Emmentaler haben die Richtlatte mit «Mad World» verdammt hoch gelegt. Wird «#13» dagegen halten können? «Bad News» ist ein riffiger Rocktrack, der mit amerikanischem Flair aus den Boxen schiesst und durch das "back to the roots"-Feeling schon mal bedeutend mehr zu gefallen weiss als alles, was auf seinem Vorgänger «Silver» zu hören war. – Ob hier für die Rückbesinnung die Erfolge von CoreLeoni mitgeholfen haben? – Auf jeden Fall hat «Bad News» wieder mehr AC/DC unter den Fingernägeln als die letzten Alben. Flott geht es weiter mit «Everytime I Die», welches das sehr gute Bild des Openers aufrecht halten kann. Danach folgt das schon durch das Vorabvideo bekannte «Missteria», welches in meinen Augen, trotz dem arabischen Flair, ein kleiner Flop ist. Dieser wird mit dem schweren Riff zu «10'000 Faces» wieder ausgebügelt. Allerdings kann diese Nummer den sehr guten Level der beiden ersten Tracks nicht halten. Die Cover-Nummer von «S.O.S» geht hingegen völlig baden. Aber wer hat schon jemals eine gute Covernummer eines ABBA-Songs gespielt? Richtig gut sind dafür «Better Than Love» und «Man On A Mission». Balladen dürfen bei Gotthard nicht fehlen. Diese nennen sich «Marry You» und «I Can Say I'm Sorry». Was richtig gut startet, fällt mit der Zeit leider ab, und so bleiben vier ausgezeichnete Tracks übrig, die sich mit gutem Material abwechseln, aber nie an den Level von «Mad World» heran reichen. Gute Songs von Gotthard, aber zu wenige mit Klassiker-Potenzial. Tja, das ist das schwere "Kreuz", welches die Band tragen muss. Alle Folgewerke müssen sich mit den ersten Grosstaten messen lassen, ein nicht einfaches Unterfangen. Aber zumindest sind die Tessiner wieder auf der richtigen Spur und lassen mit der neuen Scheibe aufhorchen. Schlecht ist es nicht, was man sich bei «#13» anhören kann, aber auch kein Höhenflug. Das liegt allerdings weder an Nic noch an den Riffs, die wieder ordentlich krachen, sondern daran, dass die neuen Lieder noch nicht die Qualität der ersten drei Scheiben haben.
Tinu 
Punkte: 8.5 von 10
DARK FORTRESS – Spectres From The Old World  (Gatefold 2 LPs)
Century Media/Sony
Die fünfköpfige Gruppe aus Bayern hat seit ihrer Demo «The Rebirth Of The Dark Age» in 1996 bereits acht Alben und ein Split Album veröffentlicht. Trotz dieser Diskografie hat es die Band immer irgendwie geschafft, aktuellen und schmissigen Sound zu produzieren, so dass jedes Album auf die eigene Weise frisch erscheint. Die Musik lässt sich am besten als melodischen Black Metal mit okkulten Einflüssen beschreiben. Wir starten mit dem instrumentalen Intro «Nascence», das eindeutig den Fokus auf das Schlagzeug legt und noch mit einer verzerrten Gitarre unterlegt ist. Dieses geht auch gleich fliessend in «Coalescence» über, welches uns direkt dem Mix zwischen Melodik und klassischem Second Wave BM vorstellt, den Dark Fortress für sich perfektioniert haben. Auch bei «The Spider In The Web» wechselt man fliessend zwischen rauen, schnelleren Parts und Melodien, die noch einmal eine ganz eigene Stimmung innerhalb des Songs verbreiten. Der Album-Track «Spectres From The Old World» verläuft mehrheitlich auf der härteren Seite des Spektrums und verzichtet bis auf das Ende des Tracks auf weitere melodische Episoden. Einen schönen Mix aus langsamen und schnellen Wechseln, einem fetten Solo und einem echt geilen, Clear Voice-Mittelpart bietet uns «Pali Aike» und «Pazuzu». Mit «Isa» bewegen wir uns in die zweite Hälfte, und als wäre es der Start eines ganz eigenen Albums haben wir ein melodisches Intro, das im Verlauf des Songs immer mehr an Tempo und Kraft gewinnt, bis es dann in den schweren Sound des eigentlichen Tracks übergeht. Auch hier haben wir wider einen halben Clear Voice-Part, der sich sehen lässt. «Pulling At Threats» fackelt nicht lange mit Melodien und schlägt bis auf weitere Clear Voice-Stellen brachial ein. Auch «In Deepest Time» ist von rauer Natur, wenn auch wieder etwas langsamer und schwerer. Ein Interlude mit dem Titel «Penrose Procession» kommt als nächstes und schwebt uns mit einigen echoigen Synthis und Drums um die Lauscher. Gegen Ende wird es nochmal brutal, der zweitletzte Track «Swan song» ist hart und schnell und entlässt uns in den Abschluss «Nox Irae», welcher mit Chorus und schweren, langsamen Melodien ein direkter Gegenspieler des Vorherigen Liedes ist.
Simu 
  
Punkte: 8.5 von 10
ARCHON ANGEL – Fallen  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Zak Stevens trat 1993 ein schweres Erbe an, als er sich als neuer Sänger den damals sich gerade auf dem aufsteigenden Ast befindlichen Savatage anschloss. Mit seinem kraftvollen und fesselnden Gesang katapultierte sich der Ami sofort in die Herzen der Metal-Fans. Nach dem Ableben von Savatage, das eigentlich keins war, da noch immer alle auf ein neues Lebenszeichen der Florida-Truppe warten, gründete Zachary Circle II Circle und setzte den eingeschlagenen Weg von Savatage fort. Das Konstrukt blieb, orchestrale Parts mit schwer(mütig)en Elementen zu verbinden und dabei der Härte die Möglichkeit zu geben, sich mit Melodien zu paaren. Auch wenn CIIC tolle Alben veröffentlichten, an die Erfolge von Savatage konnte Zak nie mehr anknüpfen. Archon Angel ist nach dem Ableben von Circle II Circle für Zak ein weiterer Versuch, auf sich aufmerksam zu machen. Es ist nach wie vor die Stimme von Mister Stevens, die man sofort aus tausenden heraus hört und erkennt. Alleine eine Jahrtausendstimme reicht aber noch nicht aus, um mit den Songs zu glänzen. «Fallen» klingt wie ein kleiner Bruder von «Streets» und «Dead Winter Dead». Besonders «The Serpent» verbindet diese beiden Werke auf interessante Art. Aber! Die Qualität der Sava-Werke werden mit «Fallen» (noch) nicht erreicht. Dafür fehlen das Powerdrumming von Jeff Plate und die Gitarrenarbeit von Chris Caffery und Al Pitrelli. Sowie das Händchen von Jon Oliva und Paul O'Neill, welche den Songs alles abverlangten. Hört man sich «Fallen» als Album an, das von einer neuen Truppe stammt, hat das Quartett Hervorragendes vollbracht und müsste locker mit einer 9.5-Benotung gestempelt werden. Denn das schnelle und kraftvolle «Rise», das verspielte «Hit The Wall» und das mitreissende «Who's In The Mirror» faszinieren von der ersten Sekunde an. Vergleicht man «Fallen» aber mit den Grosswerken von Savatage und/oder auch mit Circle II Circle, dann merkt man «Fallen» an, dass (noch) mehr Abwechslung dem Album nicht geschadet hätte. Auch wenn das mit Klavier startende und sich steigernde, einem Wirbelsturm auf einem Segelschiff gleich kommende «Return Of The Storm» viel Potenzial besitzt. Interessantes Album eines Projekts, bei dem abzuwarten bleibt, ob es bei dieser einen Scheibe bleiben wird, was allerdings schade wäre.
Tinu  
Punkte: 8.5 von 10
FINNEGAN'S HELL - Work Is The Curse Of The Drinking Class  (CD)
Wild Kingdom
Lust auf eine bierselige Folk-Rock-Punk-Party? Dann ist das neueste Werk dieser Schweden genau das Richtige für euch. Legt man es ein, fühlt man sich sofort wie in einem irischen oder schottischen Pub. Die Luft ist schlecht, das T-Shirt Bier- und Schweiss-durchnässt und die Stimmung grandios. Wahlweise darf man sich aber auch wie vor der gemütlichen Wackinger-Stage in Wacken oder wie auf einem gemütlichen Folk-Open-Air fühlen. Finnegans Hell spielen intensiven Folk-Rock. Natürlich gibt es ganze Heerscharen von Bands, die sehr ähnlich wie dieses Schweden klingen. Finnegans Hell heben sich davon ab, in dem sie tatsächlich viel Abwechslung in ihr Album bringen. Dass dabei durchaus trotz Banjos und Flöten metallische Einflüsse zu vernehmen sind, macht die Sache umso spannender. So ist „Whiskey Rum Gin And Wine« als freches Tribute von Metallicas „Seek And Destroy« zu verstehen – andere würden gar von einem Songklau reden. Wer bei diesem Album fast ausschliesslich Trinklieder erwartet, liegt nicht so falsch. Immerhin heisst der Titel frei übersetzt „Arbeit ist der Fluch der trinkenden Klasse«. Die Stimme klingt dementsprechend nach zynischer Arbeiterklasse. Diese nimmt man den sechs Musiker gerne ab. Zumal sie das Werk äussert druckvoll eingespielt haben, was ein weiterer Grund ist, wieso auch Heavy-Metal-Fans hier mitschunkeln werden. Am besten funktioniert diese Musik aber sowieso live. Also haltet Ausschau nach Finnegans Hell. Wer nicht warten kann, darf sich gerne vorgängig mit diesem Album einstimmen.
Roger W.  
Punkte: 8.5 von 10
GODSTICKS - Inescapable  (LP)
KScope/Irascible
Das Quartet aus Cardiff präsentiert uns hier ihr neues Studiowerk "Inescapable". Die Jungs haben eine starke Entwicklung durchgemacht. Vom 2015er-Album "Emergence", mehr technischen Prog Metal zu spielen, zum 2017er-Werk "Faced With Rage", das eher durch Industrial/Prog Metal glänzte. Nun geht man neue Wege, die sich im Prog und Alternative Metal finden. Sehr gut ist die neuere Ausrichtung zu hören beim alternativ geprägten "Victim", hier werden die Prog-Anteile stark zurückgeschraubt. Was sich beim folgenden "Relief" dann wieder ändert. Hier mixt man alles zusammen. "Surrender" dann eine eher ruhigere Nummer, die die Vielseitigkeit der Band zeigt. Mit Feinfühligkeit bringt man ruhige Melodien mit Härte zusammen. Egal ob symphonisch, melancholisch oder bretthart, diese Mixtur ist sehr spannend und auf hohem Niveau zu finden. Mit ihrem neuesten Rundling «Inescapable» haben Godsticks ein vorzügliches Album auf den Markt gebracht, das ohne Zweifel bisher die stärkste Veröffentlichung der Waliser ist. Mit einem Sound, der irgendwo zwischen Nevermore und IQ angesiedelt ist, aber beide übertrifft, überzeugen Godsticks vom ersten bis zum letzten Klang. «Inescapable» ist melodisch, ermutigend, intelligent, schwer und einfach grossartig.
Crazy Beat  
Punkte: 8.5 von 10
ALMANAC - Rush Of Death  (CD&DVD)
Nuclear Blast/Warner
Almanac habe ich mal als Vorband erlebt und mein Interesse wurde geweckt. Als grosser Fan des ersten Albums ging ich später mal an eine Headlinershow, die Band wirkte noch nicht ganz so selbsticher. Trotzdem war auch der zweite Release sehr gelungen und die Band hat sich in der Zwischenzeit entwickelt. Victor Smolski's Projekt (ex-Rage) hat es mir angetan und aufgrund der zwei super Veröffentlichungen waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Aus diesem Grund überrascht mich mein Anfang mit dieser dritten Scheibe doch ein Wenig. Es klingt ein wenig anders, nicht so "almanacmässig" wie auch schon aber gut, die Handschrift Smolskis ist klar erkennbar. Rush of Death ist wie eigentlich nicht anders zu erwarten ein sehr gitarrenlastiges Album, im Gegensatz zu den Vorgängern jedoch braucht es (in meinem Fall zumindest) eine gewisse Zeit. Beim ersten Hören gefiel es mir nicht halb so gut wie nach einigen Durchgängen. Die Band konnte sich sehr gut einspielen in den paar Jahren und mit Guest-Vocals am Start sowie einem orchestralen Teil verspricht das neue Baby des deutschen Heavy Metal Projekts ein gelungenes Werk geworden zu sein. Die 47 Minuten Spielzeit sind gut investiert in solide Riffs, ansprechende Melodien und Vocals, die harmonischer als je zuvor wirken. Erstaunlich ist für mich, dass sich Almanac nicht einer grösseren Beilebtheit erfreut. Die Melodien sind etwas weniger eingängig, es scheint mir fast, als wäre mehr auf die Technik geschaut worden. Eigentlich immerhin hören wir keine Pophits in den Charts, Rock und Metal soll etwas Charakter haben und nicht als Kandidat für Sing-Alongs dienen. Diese Entwicklung ist für mich persönlich ein grosser Pluspunkt. Dennoch erkennt man den Geist der Vorgängeralben bei einzelnen Songs recht stark, teils wirkt das Songwriting extrem ähnlich. Nun, darf es geben. Die Richtung, in welche Victor Smolski mit Almanac geht, gefällt mir und ich hoffe, dass auch die Nachfolgeralben eher so gehalten werden. Diese Scheibe wandert direkt auf die Favoritenliste des Jahres und die Kaufempfehlung versteht sich von selbst.
Mona   
Punkte: 8.5 von 10
FRACTURED INSANITY - Massive Human Failure  (CD)
Massacre Records/Musikvertrieb
Salut, was treibt sich denn da für ein brutaler Death in meine Gehörgänge? 'Massive Human Failure' ist das bereits vierte longplayerische Werk des belgischen Vierers aus Moorsele, Westflandern. 9 Tracks, welche sie dem leicht technischen, brutalen Death-Metal zuweisen und diesen voller Inbrust gekonnt intonieren. Hier wird moderner Death in Kombination mit dem traditionellen Death in den Anfangszeiten bestens verknüpft. Will schreiben, sowohl Malevolent Creation, Immolation und Vader, als auch Decapitated und Behemoth wie Vile erinnern uns beim Anhören von 'Massive Human Failure', doch ganz klar geschrieben, es sind Bruchstücke, die uns an besagte Bands erinnern, denn Fractured Insanity spielen gekonnt ihren eigenen Sound und grenzen sich somit durch das ebenfalls sehr abwechslungsreiche Songwriting von manchen Bands ab, auch von den soeben genannten. Es ist einiges an schwerem Doom vorhanden, die Soli sind kurz, prägnant und doch sehr melodiös gehalten. Das Riffing zeichnet sich durch shredderartige Tonkombinationen aus. Der Bass läuft seine Walkings rauf und runter, stets dem Sound dienend mit einem sehr klaren Sound. Die Drumpatterns tänzeln nur so auf den Wogen des brutalen Deaths, Double-Bass-Attacken gepaart mit Blasts, selbst dann Double-Bass, wenn es in beinahe schon doomiges Fahrwasser geht, was eine gewisse Schwere erzeugt, die dich langsam wie zähflüssiges Lava überschwemmt. Der Gesang pendelt zwischen gutturalen Shouts und recht tiefen Screams à la Cannibal Corpse. Sehr abwechslungsreiches Songwriting, was 'Massive Human Failure' zu einem interessanten Release sterilisieren lässt, gepaart mit einem herrlichen Cover und abgerundet mit einer sehr druckvollen Produktion. Abwechslungsreich.
Leopold   
Punkte: 8.5 von 10
WOMBBATH - Choirs Of The Fallen  (CD)
Soulseller Records
So lasset uns doch den Wombbath erschallen. Oh, das sind Skandinavier, keine Frage. Yep, und so ist es auch, denn der Fünfer aus Sala, Västmanland, Schweden, demonstriert etwas - ganz leicht - moderner, leicht entombisierend-dismemberisierenden Death-Metal. Yep, Entombed und Dismember, vielleicht noch etwas Hypocrisy und Unleashed, haben Wombbath sicherlich Eindruck hinterlassen, denn diese Einflüsse hört man klar heraus. Doch, 'Choirs Of The Fallen' als eine Kopie von 'Left Hand Path' oder 'Like An Everlowing Stream' abzutun, das wäre nicht fair, denn 'Choirs Of The Fallen' verbindet mehr, als nur die songstrukturiellen Ideen der genannten Masterplatten. Ja, Wombbath verstehen es sehr gut, die alten Gene in die Neuzeit - sprich: Moderne - mitzunehmen, denn stellt euch doch mal vor, etwas Blast in die genannten Zeit des Schweden-Death miteinfliessen zu lassen. Geht doch, oder? Auf jeden Fall klingt es auf den 10 Tracks recht interessant, diese Blasts in Kombination mit dem genifizierten Schweden-Death zu hören. Ja, die Klampfen scheppern wie in den guten alten Zeiten, gepaart mit heftigerem und schnellerem Riffing, als eher gewohnt aus dem Skandinavier-Death-Metal. Klar, die typischen, rhythmischen Wechsel tun dem Gesamtsound sehr gut, und nochmals, die Blasts haben es mir angetan auf 'Choirs Of The Fallen'. Gerifft wird flott, nebst leicht blackigem Speedriffing und Melodylines kreierend, wird hierbei auch anständig, teils shreddernd, teils melodiös soliert. Der Bass scheppert noch eine Stufe tiefer und heftiger, als die Quetschbalken, und erscheint somit auch dominant in den Songs. Die Drums fliegen einem nur so um die Ohren, mit den grindcorig-heftigen Blasts, dem konstanten Double-Bass, und ab und an den eingeworfenen, doomigen, groovigen Patterns, welche den Eilzug gekonnt in die schleppenden Regionen zieht. Die Vocals sind sehr screamend, ja, etwas leicht guttural gehalten, jedoch stets immer verständlich. Nein, die sind nicht so tief, eben sehr Schweden-Death behaftet, was dem Songwriting sehr gut zu stehen kommt. Ein sehr farbig gelungenes Artwork, eine Art Remniszenz an die beiden besagten Ur-Gen-Death-Scheiben. Die Produktion ist jetzt wahrlich - und zwar im positiven Sinne gedeicht - sehr skandinavisch gehalten, was einerseits die Herkunft klar klassifiziert, andererseits den typischen Schweden-Death-Stahl symbolisiert. Druckvoll, monoton und passend. Schweden-Stahl.
Leopold  
Punkte: 8.4 von 10
zhOra - Mortals  (CD)
Hostile Records
Von Frustation getrieben bringt die irische Band zhOra mit "Mortals" ihren vierten Output auf den Markt. Stampfend wird mit "Coke Vulture" wacker vorwärts marschiert, und vom Sound her tendiert man zum schleppenden Death Metal hin. Wie ein Zäpfchen geht es mit "Hellfire" ab und man ist vom furiosen Tempo an Anaal Nathrakh erinnert. Das Soundgebräu wird mit einem Schuss Industrial noch aufgepeppt. Noisig und zugleich doomig geht es mit "The Hollow" in eine vollkommen andere Richhtung. An Abwechslung fehlt es diesem Album definitiv nicht. In eine noch andere Richtung wird man brachial von "Wall Of Time" geschubst, und man spürt diese Urgewalt am eigenen Leib! Das ist Extreme Metal par excellence, der so einige Facetten bieten kann. So werden Sludge, Thrash und Death Metal gekonnt verwurstet und das Resultat ist geschmacklich sehr vielfältig. "Demotivator" ist eine Lawine aus Geröll, die zwar gemächlich rollt, sich aber durch nichts aufhalten lässt! Geiles Riffing wird im Überfluss angeboten! "Spectral Embrace" spielt gekonnt das Spiel von Zuckerbrot und Peitsche! So wird ruppiges Riffing zusammen mit lieblichen Gitarren kombiniert. Dieser Schlusstrack ist eigentlich sinnbildlich für zhOra, denn sie überborden gelegentlich mit der Stilvielfalt. Interessantes Album, auch wenn man fast von den mannigfachen Stilen erschlagen wird!
Roolf  
Punkte: 8.4 von 10
RITUAL KING - Ritual King  (LP)
Ripple Music
Irgendwo im wabernden Nebel zwischen Stoner Rock, Stoner Metal und Heavy Psych angesiedelt, erzeugt das Trio aus Manchester GB ordentlich Druck, ohne dabei epische Momente und meditative Grooves aussen vor zu lassen. Es ist einmal mehr das feine Gespür für die richtige Dosierung von Härte und Harmonie, welches die Magie von Scheiben wie dieser ausmacht. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir es beim Debüt der drei Briten wieder einmal mit einem klassischen Grower zu tun haben. Was mit dem eher behäbigen „Valleys« beginnt, setzt sich mit „No Compromise« und „Headspace« ganz ordentlich fort und findet beim instrumentalen Groove – Inferno „602« den entscheidenden Wendepunkt. Von da an zieht die Truppe sämtliche Register und rockt sich mit den verbleibenden drei Tracks regelrecht in Trance. Da finden sich furiose Jams, entspannte Passagen, explosive Ausbrüche und schmeichelnde Melodien in Songs wieder, zu denen der gezielt sparsam eingesetzte, charismatische Gesang von Gitarrist Jordan Leppitt passt wie der sprichwörtliche Arsch auf den Eimer, tatkräftig unterstützt durch die äusserst kompetente Rhythmusfraktion bestehend aus Bassist Dan Godwin und Drummer Gareth Hodges. Diese Scheibe rockt wie Sau, unbedingt antesten!
Mirko B.  
Punkte: 8.3 von 10
NEAERA - Neaera  (LP)
Metal Blade/Sony
Der Teutonenstampfer Neaera mit 'Neaera', dem bereits siebten longplayerischen Output des Münsteraner Fünfers mit 11 neuen Songs ausgestattet und als 'Heavy Metal' bezeichnet. Nun, 'Heavy Metal' trifft es einerseits voll zu, andererseits stehen Neaera eher dem Death-Metal näher, als dem traditionellen Heavy-Metal. O.K., ist wohl soundtechnische Paragraphenreiterei, dennoch wird der Schreiberling klare Fakten darlegen, keine Frage. Nun, da kommt eine heftige, alemannische Urgewalt in die Gehörgänge reingepfercht, was die Kraft des Death-Metals in allen Facetten klar darlegt. Es bleiben keine Fragen offen, denn die musikalische Wucht rollt alles nieder. Etwas an The Black Dahlia Murder, Heaven Shall Burn, Arsis, As I Lay Dying erinnernd, wälzen sich hierbei die wilden und im Hypertempo gespielten Noten auf den Quetschbalken wie dem wummernden Tieftöner in die Gehörgänge, gepaart mit melodiösen Lines, etwas solodeskem Lichtgeschwindigkeitsgezupfe. Die Drums peitschen diese Wucht des Sounds in die gewünschten Bahnen, mal blastend, mal heftig double-bassend, mal groovig schleppend, jedoch stest rastlos treibend. Die Vocals sind eher im screamenden Bereich anzusiedeln, gepaart mit Ausflügen in die Growlecken. Ein sehr schwermütiges Coverartwork ziert 'Neaera', abgerundet mit der sehr druckvollen Produktion. Mächtig.
Leopold  
Punkte: 8.3 von 10
MORBID DEATH - Oxygen  (CD)
Art Gates Records
Pünktlich zum 30.Geburtstag von Morbid Death kommt ihr neues Album "Oxygen" in die Läden. Die Startschüsse ballern mit "Away" wild um sich, und es wird handzahmer Melodic/Death Metal mit leichter Prog-Schlagseite lauwarm serviert. "Deep Down" ist ein mächtiger Groover, der mit seinen Clean-Vocals an System Of A Down erinnert. Morbid Death sind aber bei weitem nicht sooo abgedreht wie System Of A Down! Knackig und mit viel überschüssiger Energie gibt sich "To Escape" die Ehre. Mit wahrlich geiler Gitarrenarbeit macht "Cry Me Out" von sich reden. An Death Metal erinnern nur noch die Growls, sonst ist man ganz klar in Power- bzw. Thrash Metal-Gefilden unterwegs. Futuristisch wird es mit "Grow Stronger", und nun wird lupenreiner Power Metal gezockt! Der Titeltrack "Oxygen" tönt irgendwie orientalisch, aber dann wird der Knüppel aus dem Sack gelassen. So türmt sich dieses Groovemonster zu voller Leibesgrösse mächtig auf. Eine neue Richtung wird mit "Dark Love" eingeschlagen, und nun wird es hymnenhaft und sehr gefühlvoll. In Richtung Norden schielt "Jordsträngar" und setzt der Stilvielfalt noch eins obendrauf! Ruhig, aber mit geilem Riffing, kommt dieser Song auf den Punkt. Auf mächtigen Groove-Wellen surft "Carved Up A Stone", und der melodische Gesang gibt dem Song das gewisse Etwas! Mit Stakkato-Riffs und furiosem Drumming kommt "Parasites With Ties" aus den Boxen. "Dead Inside" ist Elektronik pur, und so wabert dieser Song in Kombination mit harten Riffs im Kielwasser von Fear Factory dahin. Grüsse aus dem Weltall gibt es mit dem letzten Song "The Perfect Lie" und zeigt nochmals das breitgefächerte Spektrum von Morbid Death auf. Dieses Album besticht durch seine Abwechslung und dem geilen Songmaterial! Wem das Groovemonster lieber ist als das Krümelmonster, der kommt an Morbid Death nicht vorbei!
Roolf  
Punkte: 8.3 von 10
BLUE ÖYSTER CULT - Cult Classic (Re-Release - 2 LPs)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Ein neues Album mit neuen Songs der amerikanischen "Intellekt-Metaller"? Das wäre zu schön gewesen! «Curse Of The Hidden Mirror" von 2001 ist das bisher letzte Studiowerk, und seither spielten BÖC, vor allem in der jüngeren Vergangenheit, erfreulicherweise auch wieder Konzerte in Europa. Obwohl der Titel «Cult Classic» auf einen Sampler schliessen lässt, ist dem nicht so oder zumindest nicht ganz. Vielmehr wurden 1994 einige der Top-Songs aus alten Zeiten für den Stephen King Film "The Stand - Das letzte Gefecht" komplett neu aufgenommen. Dies, weil sich die Plattenfirma bezüglich dem Original-Material quer stellte. Warum das Ganze nun 26 Jahre später nochmals erscheint, ist nicht wirklich nachvollbar. Der einzige Kaufanreiz liegt eigentlich nur darin, dass die Aufnahmen remastered wurden. Dadurch erhalten die eh schon frischer wirkenden Neueinspielungen gegenüber früher einen zusätzlichen Frische-Kick. Das kommt Klassikern wie «Don't Fear The Reaper", "M.E. 262" oder "Godzilla" hör- wie spürbar zugute. Was hier aber leider und grundsätzlich fehlt, ist «Veterans Of The Psychic War». Somit bleibt die kultige Cover-Version von Tarot nach wie vor unangetastet! Wer jedoch bei Bedarf umfassender in Sachen BÖC ausgestattet sein will, greift besser zur DCD "The Essential", die 2012 über Sony Music erschienen ist.
Rockslave 
Punkte:
keine Wertung
SPELL - Opulent Decay  (CD)
Bad Omen Records
Die Kanadier sind zurück mit ihrem spannenden, an vergangene Zeiten erinnernden Sound. Irgendwo in der Schnittmenge Blue Oyster Cult, alten Judas Priest und Rush. Diese Mischung gibt’s schon beim melodiösen Opener "Psychic Death" auf die Ohren. Klasse, gefällt schon beim ersten Anhören. Oder das folgende, Priest-lastige "Opulent Decay". Hier verschmelzen Atmosphäre und Dynamik, faszinierende Melodik unterwandert stringente Heaviness, Arschtritt trifft auf Romantik, mystische Melancholie auf ein Herz aus Stahl. Der klare Gesang von Shouter Cam Mesner passt Klasse zum Sound der Kanadier. Bei längerem Hinhören würde ich sagen, der Gesang ist eine Mischung aus Rush, Thin Lizzy und natürlich Spell. Auch musikalisch mischt hier noch etwas Lizzy mit. Sehr spannend, diesem Mix zuzuhören. Twin Soli, starke Gitarrenriffs, interessante Gesangslinien wie beim tollen "Dawn Wanderer" hört man auf diesem Rundling sehr oft. Auch gut "Ataraxia", hier nur mit einem A Capella-Chor vorgetragen. Spell gefallen sehr mit ihrem Retro-Rock, alle 10 Nummern sind gelungen, der Mix aus oben genannten Band plus die gehörige Portion Eigenständigkeit machen "Opulent Decay" zu einem besonderen Hörerlebnis. Spell heben sich so musikalisch ab von anderen Bands und liefern hier wirklich klasse ab.
Crazy Beat    
Punkte:
8.2 von 10
WAITING FOR MONDAY – Waiting For Monday  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Kein geringerer als Jeff Scott Soto verhalf der Band Waiting For Monday zu einem Deal beim Italienischen Melodic Label Frontiers, die nun deren gleichnamiges Debüt in Umlauf bringen. Die beiden Köpfe der Band, Sänger Rudy Cardenas und Gitarrist August Zadra, sind sich in Los Angeles über den Weg gelaufen. Beide können auf eine interessante Vergangenheit zurückblicken, die nicht unerwähnt bleiben soll. Rudy stammt ursprünglich aus Venezuela. Sein Talent als Vocalist brachte ihn dann 2007 ins Finale der 6. Staffel von American Idol. August Zadra spielt bereits seit zehn Jahren in Dennis De Young's Soloband (Styx). Er war in Alaska beheimatet und schloss erfolgreich seine Ausbildung zum Gitarristen am renommierten Guitar Institute Of Technology in L.A. ab. Offensichtlich haben sich da die zwei Richtigen getroffen. Das Album strotzt jedenfalls vor Qualität und Substanz. Wie üblich werden vom Label einige grosse Namen des Melodic-Genres in die Runde geworfen. Journey und Foreigner werden genannt. Stilistis passt die Truppe ziemlich genau dazu, auch wenn man ein ganzes Stück hinter den Legenden zurückbleibt. Das bedeutet, intensive Melodien stehen im Vordergrund, zudem besitzen die Songs viel Drive. Obwohl das Keyboard eine entscheidende Rolle spielt, behalten die Gitarren die Oberhand. Die Tracks haben Substanz und Charisma. Man hat eine gesunde Mischung zwischen klassischem AOR und knackigem, melodiösem Hard Rock gefunden. Tolle Stimme, starke Gitarren, einzig beim Bandnamen scheint die Kreativität auf der Strecke geblieben zu sein. Nichts desto trotz, Melodic-Fans sollten sich Waiting For Monday auf die Einkaufsliste schreiben.
Chris C.    
Punkte:
8.2 von 10
BENEATH MY SINS – I Decide  (CD)
Pride & Joy Music
2015, im selben Jahr wie sich Elvolvent aufgelöst hatte, formten Ex-Mitglieder Clement Bolz an der Gitarre und Emma Elvaston am Mikrophon die Symphonic Metal Band Beneath my Sins. Das nun aus zwei Damen und zwei Herren bestehende Quartett veröffentlicht ihr zweites full-length Werk «I decide», welches Bassist Fabio D’Amore (Serenity) produziert hat. Das Album beginnt mit einem schönen klassischen Intro, in dem die Streicher dominieren – ein «Spoiler« für den ganzen Verlauf des Werks. Die symphonischen Elemente, insbesondere Streicher und Keyboard-Effekte, bilden den Roten Faden in «I decide» und halten die ansonst abwechslungsreichen Passagen zusammen. Immer wieder erinnerten mich die symphonischen Hintergründe bzw. Motive stilistisch an Vivaldis «Le quattro stagioni»; insbesondere in «What you feel» und «Despicable» sind Elemente aus dem 3. Satz des Sommers wiederzuerkennen. Dieser Vergleich spricht für sich! Die Dynamik des Werkes ist faszinierend – Beneath My Sins verstehen es, mit unterschiedlichen Härtegraden, tollen Rhythmen und emotionalen, sinnlichen Passagen Spannung zu erzeugen. Schade ist nur, dass die hohe Energie, die zu Beginn erzeugt wird, bei vielen Tracks in sich zusammenbricht, sobald die Strophe beginnt. Emma dreht mit ihrer starken Stimme meistens erst im Refrain richtig auf und beginnt die Strophe oft sehr träumerisch und sinnlich. Dennoch überraschen die Gesangspassagen immer wieder – ein Wechselspiel aus der ruhigen, träumerischen sowie starken, kräftigen Hauptstimme Emmas, die oftmals mit Growls oder männlichem Cleangesang ergänzt wird. Hier muss gesagt werden, dass «I decide» ebenfalls durch diverse bekannte Gastauftritte an Spannung und Abwechslung mit sich bringt. Das Quartett wird in diesem Album durch Matteo Sisti (Eluveitie), Michele Guaitoli (Visions of Atlantis; Temperance), Fabio Lethien Polo (Elvenking) und Melissa Bonny (Ad Infinitum) unterstützt. Damit ist auch klar, in welchem Bereich und Genre die Franzosen unterwegs sind. Mal heavy, mal groovig, mal orientalisch angehaucht – «I decide» hat so ziemlich alles zu bieten. Ein cooles Werk, das fesselt, Spannung erzeugt und einfährt.
Sina
   
Punkte:
8.2 von 10
EARTH ROT - Black Tides Of Obscurity  (Red Vinyl)
Season Of Mist/Irascible
Eine Mischung aus blackadeskem Death-Metal erreicht uns mit dem dritten Longplayer - nebst zwei EP's - aus Down Under, aus Perth, Australien vom Vierer namens Earth Rot. 10 Songs, welche meist im deathigen Gewässer schwimmen, gepaart mit Black-Metal-Elementen und leicht psychadelischen Momenten (Twang-Sound), was den Sound sehr speziell erklingen lässt, die dichte Wolkendecke stets aufreissen lässt. Erinnert mich etwas an Mortification und Kataklysm, doch auch gewisse Immortal-, Grave- und Unleashed-Momente lassen mich meinen Gehirnzellen in Erinnerung rufen. Gesanglich ist der Bereich des legendären Chuck Schuldiner abgedeckt. Man tingelt hierbei zwischen extremem Distortionklang und akustisch gehaltenen Sounds. Solodesk geht's hierbei überraschend eher im Midtempo-Bereich zu und her, also solid heavy-metallisch à la Judas Priest, mit hervorragenden, melodiösen Soliparts wie auch Melodylines. Gerifft wird in sehr black-speediger Art und Weise, was selbstredend das Zeugs hält, sehr blackadesk gehalten. Der Bass ist ebenfalls eher wummernd klar zu vernehmen, stets bedacht, anständige Soundteppiche zu legen. Die Drums positionieren sich oft im double-bassigen Bereich, gepaart mit Blasts und doch auch ab und an einfach heavy-metallische Parts, welche eben besagte Wolkendecke blutrot aufreissen lässt. Die Vocals sind eher im blackigen Screaming zu finden, mit leichten Growls. Das düstere Cover passt wie auch die etwas dumpfe und rohe Produktion, so dass es doch die skandinavischen Black- und Death-Metal-Elemente gut zum Tragen kommen. Speziell, jedoch nicht minder interessant. Earth Rot zeigen auf 'Black Tides Of Obscurity', wie interessantes Black-/Death-Songwriting funktioniert. Intelligent.
Leopold    
Punkte:
8.1 von 10
ROSS THE BOSS – Born Of Fire  (Yellow Vinyl)
AFM Records/Musikvertrieb
Der ehemalige Manowar-Gitarrist, der massgeblich an den ersten Grosstaten der Ledertanga-Jungs mitverantwortlich war, hat neben Death Dealer auch seine eigene Solotruppe am Start, mit der er bewusst die Frühphase von Manowar am Leben erhält. Mit einem fast unveränderten Line-up, nur Trommler Steve Bolognese ist neu bei Ross The Boss, geht es kraftvoll los mit dem vierten Album. Herausragend einmal mehr Sänger Marc Lopes, der mit seinem kraftvollen Organ Manowar-Shouter Eric Adams zwar nicht vergessen lassen kann, aber zumindest als ebenbürtiger Sänger auftritt. «I Am The Sword» trieft vor typischen Metal-Klischees. Songtechnisch haut uns Ross Friedmann einen Metal-Song um die Ohren, der sofort rein knallt, mit Geschwindigkeit überzeugt und weit weg von irgendwelchen idiotischen DeMaio-Parolen lebt. Wie auch das kraftvolle und leicht epische «Fight The Fight» oder «Shotgun Evolution», das gut und gerne ein vergessenes Juwel aus der «Into Glory Ride»-Zeit sein könnte, dem zweiten Werk von Manowar. Rockig geht «Denied By The Cross» ins Rennen, während «Maiden Of Shadows» mit viel Pathos vorgetragen wird. Ein Mitsingbrüller ist der Titelsong, der nebem dem bösartigen «Walking The Moon» gute Abwechslung bietet. Galoppierende Rhythmen sind bei «Undying» zu vernehmen, um mit dem schwerfälligen, verspielten, fast progressiven «The Blackest Heart» die vierte Scheibe zu beenden. Ross, einmal mehr unglaublich, was er an Riffs und Soli vollbrachte, hinterlässt mit seinen Mitmusikern, Bassist Mike LePond (Symphony X) sorgt für viel Druck, einen mehr als nur guten Eindruck. Hier wird reiner Metal geboten, der nicht wie bei HammerFall beim ersten Anhören seine Spuren hinterlässt, sondern das sind sehr geile Tracks, welche einen Moment brauchen, bis sie sich dem Hörer erschliessen. Was dann aber ans Tageslicht kommt, ist besser als alles, was Manowar in den letzten Jahrzehnten veröffentlicht haben. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass der Vorgänger eine Spur "einfacher" gehalten wurde und somit «Born Of Fire» nicht an den Glanz von «By Blood Sworn» heran reicht.
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
 
SATAN WORSHIP – Teufelssprache  (CD)
Folter Records
Wenn die eigene Stammcombo zwar munter rasend drauflosdeibelt was das Zeug hält, dabei aber in Liedgut und Grundstimmung den guten, alten Rock ’n‘ Roll missen lässt, dann gründet man halt kurzerhand eine eigene Truppe, um dem Black ‘n‘ Death ‘n‘ Speed ‘n‘ Roll der räudigsten Sorte gebührend zu frönen. Fabiano „Leatherface« Teles, seines Zeichens Frontmann / Bassist der Black / Speed Metaller Sodomizer aus Rio de Janeiro, hob Satan Worship 2011 aus der Taufe. 2015 erschien das erste Demo Tape „Poison and Blood«, und die Band siedelte nach Deutschland um. 2017 folgte die Debüt–EP „I'm The Devil«, und nach einigen Besetzungswechseln schloss sich Drummer Marc "Speedy" Reign (Morgoth, ex-Destruction) der Band an, welche schliesslich in der Formation Leatherface, Speedy und Mark The Nekromancer das hier vorliegende Werk einprügelte. Und auf diesen kurzen historischen – folgt jetzt sogleich der musikalische Abriss, denn anders kann man das infernale Trommelfeuer auf „Teufelssprache« nicht beschreiben. Black ‘n‘ Roll in Reinstkultur muss exakt genau so wie auf dieser Scheibe klingen, eine wüste Mischung aus Venom, Motörhead, Sodom und Toxic Holocaust, stets tiefschwarz eingefärbt und blasphemisch bis zum Abwinken. Gleichzeitig aber müssen die Tracks einfach Spass machen beim Anhören, die Nackenmuskeln beanspruchen aber nicht überfordern und vor allen Dingen eher die niederen Instinkte ansprechen als den Intellekt. Genau diese Kriterien erfüllt „Teufelssprache«, 36 Minuten kurzweilige, höllische Unterhaltung vom Feinsten, welche beim geneigten Zuhörer kaum Wünsche offen lassen dürfte. Eigentlich reicht schon der von Frontsau Leatherface mit seinem unverkennbaren, charmanten brasilianischen Akzent manisch eingeröchelte Refrain von „Motherfucker´s Apokalipse« aus, um den Inhalt dieser Scheibe treffend zu beschreiben: „Blasphemy, Heresy, Sodomy, Motherfuckers from the Apocalypse!«. Soweit alles klar, oder?
Mirko B.     
Punkte:
8.0 von 10
DWAAL - Gospel Of The Vile  (2 LPs)
Dark Essence Productions
In Norwegen gibt es ja nicht nur Black Metal-Bands, sondern auch Bands wie Dwaal, die ein Gemisch aus Sludge und Doom spielen. Ihr Debütalbum "Gospel Of The Vile" startet mit dem Song "Ascent". Dieser Song ist sehr atmosphärisch und bäumt sich mit einer Wall Of Sound mächtig auf. "Like Rats" beginnt minimalistisch, und so wird jedem einzelnen Ton genügend Raum zur mannigfachen Entfaltung geboten. Mit ausdrucksstarkem Gegrowle darf nun auch der Sänger seinen Beitrag zum Gelingen des Songs machen. Leider ist der Wiedererkennungswert nicht gerade hoch. Mit dem Titeltrack "Gospel Of The Vile" machen sich Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit breit. Ein Genre-bekanntes Phänomen findet man auch bei Dwaal, nämlich dem künstlichen In-die-Länge-ziehen der Songs. Schade, denn irgendwann ist der Song in einer Sackgasse und kommt nicht mehr weiter. Ein harter Brocken stellt auch "Obsidian Heart Burns" dar, der 11 Minuten dauert. Das Rezept, einzelne Passagen immer und immer wieder zu wiederholen, mag am Anfang noch einen gewissen Reiz zu haben. Je länger der Song dauert, wird das aber leider nur noch ätzend. Mystisch wird es mit "The Whispering One" und die Endlos-Schleife greift leider schon wieder um sich. Dem Song werden noch Industrial-Parts beigemischt. Der letzte Song "Descent" ist zugleich auch der längste Song. Dieser Song dreht für endlos lange 16 Minuten seine Runden. Leider wird auch in diesem Song wieder auf die Endlos-Schleife zurück gegriffen, und so hat auch in diesem Song das altbekannte Rezept leider keine Wirkung. Dieses Album von Dwaal ist ein typisches Album für dieses Genre und sicherlich nicht schlecht gezockt. Für einen Meilenstein hat es aber noch ausreichend Luft nach oben!
Roolf
     
Punkte:
8.0 von 10
THY CATAFALQUE - Naiv  (LP)
Season of Mist/Irascible
Kaum zu glauben, dass sich diese ungarische Avantgarde-Metal Gruppierung ursprünglich mit Black Metal befasste! Die Mischung allen erdenklichen Genres und Einflüssen ergibt ein erstaunlich harmonisches Ganzes, doch irgendwie ist es trotz des ansprechenden Klangs recht irritierend. Plötzlich jazziges Folklore zu hören ist eben doch nicht gerade das, was ich beabsichtige. Nun, an sich klingt es "nice", aber zu viele Einflüsse lassen die Songs überladen wirken. Als eine Person, die sich im Chaos pudelwohl fühlt, bin ich erstaunt, wie mich die Songs (teilweise) überfordern. Nun, entweder sind dies die wahren Masters of (controlled) Chaos oder ich bin doch geordneter als ich bisher glaubte. Alles in Allem gefällt mir, was ich höre, aber das Zuhören gestaltet sich leider als etwas anstrengend -oder es wirkt so, besser gesagt. Der Schein trügt doch tatsächlich. Teils schon fast wie ein Filmsoundtrack klingend, teils an die alten Black Metal Wurzeln anknüpfend wird jedes Genre angespielt. Vermischt mit der für uns exotisch klingenden, ungarischen Sprache ist das Cocktail schon ordentlich mit Zutaten bereichert. An manchen Stellen glaube ich auch noch etwas Russisches zu hören. Elektronika und Klassik schlingeln sich durch die jazzig-proggigen und rockigen Klänge, doch was zu viel scheint, spricht mich gleichzeitig auch an. Während man dem tatsächlich schon neunten Studioalbum der Gruppe lauscht, entwickelt sich eine Art Gewöhnungseffekt, die "weirdness" schwindet und die Kunst dahiner scheint verständlicher. Manchmal muss sich etwas eben entwickeln und dies scheint besonders für so aussergewöhnliche Projekte zu gelten. Nach einem kompletten Durchgang ist der Gesamteindruck trotz leichter Irritation überwiegend positiv. Und ab dem zweiten Durchgang erkennt man sogar schon eine Art Schönheit. Überraschung des Jahres bis jetzt. Ich werde mir wohl etwas mehr von dieser Band gönnen. Hätte ich beim Anhören des ersten Songs zunächst gar nicht für möglich gehalten. Ein Geheimtipp für alle, die es abstrakt, kreativ und chaotisch, aber auch ambitiös mögen.
Mona    
Punkte:
8.0 von 10
VOID OF SLEEP - Metaphora  (LP)
Aural Music
Aus Ravenna in Italien kommt das Quintett von Void Of Sleep und sind mit "Metaphora" bereits zum dritten Mal am Start. Melancholisch ruhig gibt "The Famine Years" den Startschuss und ist nichts mehr als ein instrumentales Intro. Fertig mit der Ruhe, denn jetzt wird es mit "Iron Mouth" laut und es wird reinrassiger Power-Doom geboten. In den 11 Minuten ziehen Void Of Sleep sämtliche Register ihres Können. Von progressiven Elementen über massive Soundwände ist alles mit dabei. Ein depressives Intermezzo ist "Waves Of Discomfort", und der Sänger darf sich nochmals eine kleine Pause gönnen. "Unfair Judgements" ist hochprozentig progressiv und tänzelt sich so elegant aus den Boxen. Ein richtig geiler Stampfer ist "Master Abuser", der zügellos davon galoppiert! In diesem Tempobereich machen mir Void Of Sleep gewaltig Spass! Die zweite Hälfte des Songs präsentiert sich aber leider übermässig progressiv und ist mir zuviel des Guten. Vertrackt und progressiv gibt es reine Kopfmusik mit "Modern Man" auf die Ohren, und die Frage, ob da eine andere Band am Werk sei, muss erlaubt sein. Zum Schluss wird nochmals mit der Prog-Keule um sich geschlagen, und mich erschlägt dieses monumentale Soundgebräu schon fast. Die zweite Hälfte dieses Albums holt mich leider gar nicht ab, für Prog Metal-Fans könnte sich Void Of Sleep aber als Geheimtipp heraus stellen!
Roolf    
Punkte:
8.0 von 10
RUSS BALLARD - It’s Good To Be Here (LP)
BMG Rights
Womöglich wissen vor allem jüngere Fans nicht, welches musikalische Vermächtnis der noch quicklebendige Russ Ballard (74) der Nachwelt bisher schon hinterlassen hat. Seine songwriterischen Fähigkeiten brachten mitunter Hits und Klassiker wie für KISS («God Gave Rock'n'Roll To You»), Rainbow («I Surrender», Graham Bonnet («Liar»), Ace Frehley («New York Groove»), Magnum («No way Out») oder Thunder («One Fatal Kiss») hervor. Selbst Hot Chocolate («So Win You Again») und auch Frida («I Know There's Something Going On») gehen auf sein Konto. Damit teilt der britische Sänger, Gitarrist und Produzent in etwa das gleiche Schicksal wie Musikerkollege Bob Dylan, aber mit lebenslangen fetten Tantiemen lässt es sich auch sehr gut leben! «It’s Good To Be Here» ist das zehnte Studioalbum von Russ, der hier in erster Linie eindrücklich beweist, wie jugendlich frisch seine Gesangsstimme nach wie vor daher kommt. Nebst neuem Material hat er unter den Producer-Fittichen seines Sohnes Christian Ballard «New York Groove» und «Since You've Been Gone» neu eingespielt. Letzterer Song vermag auch als schon fast zerbrechliche Piano-Ballade künstlerische Akzente, wiederum gesanglich, zu setzen, und wer sich hierzu lieber Ritchie Blackmore mit Rainbow anhören will, hat die Wahl. Wer bei YouTube den Schlusssong «You Can Do Magic» eingibt, stösst sofort auf die Band America, dessen Version 1982 in den Top-10 der US-Charts landete. Russ wandelte seinen Song hier zur einer weiteren Piano-Ballade um, die ebenso überzeugt. Im März wird der Kult-Musiker für einige Konzerte, vor allem in Deutschland, zu sehen und zu hören sein.
Rockslave    
Punkte:
8.0 von 10
XTASY – Eye Of The Storm  (CD)
Metalapolis Records/Phonag
Das dritte Studioalbum der Melodic Hard Rock / Metal Band Xtasy kommt mit viel Power und Schub daher. Schnell wird klar – das Werk zieht in den Bann. Eingängige, fesselnde Melodien kombiniert mit treibenden Rhythmen und geilen Gitarrenriffs sowie -soli bestimmen die Kompositionen der female-fronted Gruppe. Sängerin Silvia Idoate überzeugt mit ihrer kräftigen, energiereichen Stimme und ihrem grossen Stimmumfang. Die Energie nimmt durch «Eye Of The Storm» keinesfalls ab – mal schneller, mal im Vergleich etwas ruhiger schreiten die Tracks daher, ohne monoton zu klingen oder die Spannung zu verlieren. Der Fuss wippt durchgehend mit und die Melodien fahren ein – schnell entsteht die Lust, mit Silvia mitzusingen. Insbesondere das melodische «Flesh & Blood» mit seinem ergreifenden Chorus verbreitet gute Laune und bleibt im Ohr. Allgemein stechen die poppigen, rasenden Refrains heraus und machen Lust auf mehr! Hingegen sticht «The War» mit seinem Tempo und seiner Energie heraus und das Gitarrensolo in der Bridge überzeugt. Reine harte Gitarrenklänge stehen im Kontrast zu virtuosen Keyboardmotiven und elektronischen Einflüssen. Silvia hält die konstanten Wechsel mit ihrem Gesang zusammen und bildet den Roten Faden durch «Eye Of The Storm». Jedes weitere Wort wäre hier unnötig – reinhören und geniessen. Ein tolles Werk, das für Melodic-Liebhaber nur zu empfehlen ist und definitiv Freude bereitet.
Sina    
Punkte:
8.0 von 10
THEN COMES SILENCE - Machine  (Digipak)
Oblivion/Musikvertrieb
Zunächst an die Synthies der 80er Elektronikikonen erinnert, kann ich das Werk der schwedischen Gruppe, welche ihren Stil als "Post-Punk Gothic Rock" bezeichnet nicht wirklich einordnen. Die leichte Verwirrung schwindet aber mit der Zeit. Klar ist, dies ist eher Gruftimusik als "richtiger" Rock (ihr wisst, was ich meine) oder gar Metal und somit sei vorweggenommen, dass es nicht wirklich ein Sound für jederman ist. Die Melodien sind nur bedingt düster, als wäre da eine Freude in der Dunkelheit zu spüren. Diese Dunkelheit ist wohl eines der Hauptthemen, ebenso scheint es aber auch der Tod zu sein. Eher zum Tanzen als zum Headbangen anregend werde ich durch einen Cocktail an teils extasischen Elementen betört. Gefällt mir. Definitiv zum Zurücklehnen und Chillen geeignet, liebe Freunde. Der Gothic Rock hat eben doch was ganz mysthisches an sich. Obschon zunächst das Gefühl aufkommt, dass man dasselbe doch schon mal gehört hat (was bei diesem Genre oft das Problem ist), so wirkt es dennoch nicht ausgelutscht. Es macht Spass, zuzuhören und macht Lust auf eine Gothic Party. Für Gruftis & Leute die drauf stehen klare Kaufempfehlug, für alle anderen ist vorher Reinhören angesagt.
Mona    
Punkte:
8.0 von 10
INTRONAUT - Fluid Existential Inversions  (2 LPs)
Metal Blade/Sony
Puh... Eine Rezension zu Werken von Intronaut zu schreiben, ist immer eine Herausforderung. Wo will man denn nur beginnen? Bei den vielen Wechseln im Gesang? Der Soundkulisse als solches, welche mal brettert, dann Post-mässig Endzeitvisionen heraufbeschwört? Den Breaks in Tempo und Härte? Ehrlich, ich kann's beim besten Willen nicht sagen. Muss man selbst erlebt haben. Aber dies sei gesagt: Einen einfachen Zugang zu ihrem Sound haben diese Musiker nie gewollt, und sie werden es wohl auch nie machen. Wer Bands wie Cynic, Samael, Alcest oder Thy Catafalquemag, der kann sicherlich auch mit Intronaut etwas anfangen. Kompliziert.
Toby S.    
Punkte:
8.0 von 10
ISLE OF THE CROSS – Excelsis  (CD)
Rockshots Records
Was neues von Lande der unbegrenzten Möglichkeiten bringt uns Isle Of The Cross, deren Debüt „Excelsis« mir hier als progressiven Death Metal angepriesen wird. Nun mit Death Metal hat das Werk nicht sonderlich viel zu tun, auch wenn mit dem Einstieg „Sacrifice« erst mal etwas Dampf abgelassen wird, aber Prog Metal kann man getrost stehen lassen, denn die Truppe wildert deftig durch die Genres und verwertet einige Ideen. Wie für eine Prog Band fast schon Pflicht, handelt es sich natürlich bei „Excelsis« um ein Konzept Album, welches sich thematisch um um zwei Liebende handelt inmitten von Verrat, Mord und der Suche der Wiedervereinigung im Jenseits. Romeo und Julia auf Stromgitarren, dabei muss sich Shakespeare nicht mal im Grab umdrehen, denn die Amis liefern hier eine durchaus bemerkenswerte musikalische Reise ab, die vielleicht nicht den ganz Grossen des Genres das Wasser abgraben kann, sich jedoch auch nicht zu verstecken braucht. Sogar eine Ballade „Stars« wird präsentiert, wobei ich schon wesentlich bessere Balladen gehört habe, jedoch die Saitenfraktion reisst den Karren in den letzten zwei Minuten mit wundervollen Melodien aus der Mitelmässigkeit. „Empyrean« erinnert erst an Symphony X, dann wird es zwischendrin kitschig und zum Schluss das Gesangduett könnte von Regicide stammen und bei „Paradigm« werde ich dieses Gefühl nicht los, dass ich die Melodie des Refrains von irgendwoher anders kenne, nur verdammt ich komm nicht drauf woher. Fast auch schon gewohnt der letzte Track „The 9th Circle, Pt. III Inferno« vereint dann nochmals über 9 Minuten die gesamte Bandbreite der Scheibe. Harsche Vocals und treibende Riffs treffen auch weiblichen Gesang, symphonische Elemente, akustische Einschübe und „Breitwand-Kino«. Abgesehen von der Schlussnummer sollte auch „The Wolf, Pt. II. Sanctuary« angehört werden, einer der härteren Nummern, mit einem stimmungsvollen Finale und „Tartarus« das teils knallt und mitten drin ein Flöten- und Panflöten(?) Solo präsentiert, sofern die Instrumente echt und nicht künstlichen Uhrsprungs sind. Wer nicht ohne Chöre sein kann wird bei dem Titeltrack „Excelsis« bedient und mit „Breatheia« ist auch noch ein reines Instrumental mit an Bord. Wie erwähnt die Bandbreite ist enorm, dabei verliert sich die Band eher in der Theatralik als in ausufernden komplexen Strukturen, will heissen „Excelsis« ist durchaus konsumfreundlich und kann problemlos an einem Stück angehört werden. Was man Isle Of The Cross zugute halten kann, sie versuchen hier mit dem Medium Musik eine Geschichte zu erzählen und dies gelingt auch und man merkt, dass hier Musiker mit Herzblut am Werke sind, deren Augenmerk auf dem Konzept und dem musikalischen Erlebnis liegt also ähnlich wie beispielsweise bei Ayreon. Dies macht mir Isle Of The Cross äusserst sympathisch und ich möchte „Excelsis« all jenen ans Herz legen, welche ohne Scheuklappen in der Welt unterwegs sind und gerne auf musikalische Reisen gehen.
R.K.     
Punkte:
8.0 von 10
WORMWOOD – Ghostlands - Wounds From A Bleeding Earth
(2 Re-Release Green Vinyl LPs)
Black Lodge Records
Ich war etwas erstaunt als Wormwood auf meinem Schreibtisch gelandet ist, denn von den Schweden hatte ich doch erst vor ein paar Monaten einen Release zu bewerten, doch bei „Ghostlands - Wounds From A Bleeding Earth« handelt es sich nicht um neues Material, sondern es ist ein Re-Realase des Erstlingswerk. Warum das 2017er Werk jetzt nochmals unters Volk gemischt wird, wird wohl nur das Label wissen, mir entzieht sich diese Kenntnis wobei ich vermute, dass das Werk womöglich gar nicht mehr so einfach zu erhalten war und deshalb der Erstling nochmals in die Plattenpresse darf, zumal der Nachfolger „Nattarvet« (zumindest bei den Kritikern) für eine gute Resonanz sorgte . Fans der Band, welche mit einem Re-Release auf neue bis anhin unveröffentlichte Songs hoffen muss ich leider enttäuschen, denn wie das Original hat auch diese Auflage die selben 12 Songs aus dem Norden zu bieten. Auch wenn mir persönlich „Nattarvet« ein Tick besser gefällt, so braucht sich „Ghostlands - Wounds From A Bleeding Earth« absolut nicht zu verstecken. Nur schon das sehr folkige „Tide Ok Ödhe« unterstützt mit weiblichen Vocals geht sofort ins Ohr rein. Egal ob nun das epische „Godless Serenade«, der Knüpper „What We Lost In The Mist« oder das melodiöse „The Windmill«, Wormwood spielen gleich mit gestanden Grössen wie Moonsorrow und Tyrfing mit und wer nebenbei auch noch gerne Bands wie Bathory, Windir, Suidakra und Månegarm hört, kann hier bei diesem Werk bedenkenlos zugreifen.
R.K.
     
Punkte:
keine Wertung
DERANGED - Deeds Of Ruthless Violence  (LP)
Agonia Records
Gesagt und geschrieben wird, Urgesteine und Legenden leben ewig weiter. Nun, dies trifft wohl hier auf den schwedischen Vierer namens Deranged aus Hjärup, Skane, voll zu, welche mit 'Deeds Of Ruthless Violence' bereits ihren zehnten Longplayer - nebst diversen EP's und Singles - veröffentlichen. 8 Tracks haben den Weg auf 'Deeds Of Ruthless Violence' gefunden, welche stilistisch an eine Mischung aus Cannibal Corpse, Immolation, Vile, Gorgasm oder auch Severe Torture erinnern, doch ist der Brutal-Death von Deranged dennoch sehr eigenständig, denn sie kombinieren das Schwere - nicht unbedingt doomig, hierfür sind sie doch zu flott unterwegs - als auch dann die blastigen Elemente, jedoch eher im 'old school' gehalten, will schreiben, die Blasts klingen interessant, ohne dabei sich zu verlieren, ergo strukturiert, was dem Sound von Deranged eine absolute eigene Note verleiht. Auch ist der Gesamtsound weniger an Entombed oder Dismember orientiert, da fühlen sie sich doch eher dem amerikanischnen Death-Metal zugeschrieben. Solodeske Ausflüge sind selten gestreut, wenn, dann wird eher so in der slayerischen Methodik geshreddert, doch bei Deranged wird eher auf das konstante, schwere Riffing gesetzt, so à la Legion Of The Damned. Der Tieftöner klingt sehr klar und positioniert sich gut hörbar neben die Gitarrenriffs. Die Drums blasten eben in besagtem, eigenen Stil durch alle Songs, gepaart mit kurzen, schweren Rhythmuswechseln, doch das Pattern ist im Blast zuhause. Die Growls sind tief, jedoch nicht extrem, sondern eher dem kannibalischen Corpus Delicti (= Cannibal Corpse) Growl zu zuordnen, um Anhaltspunkte geben zu dürfen. Neben einer sehr fetten, druckvollen Produktion rundet ein sehr goiles Coverartwork die ganze Schosse ab. Reinhören. Old Schoolig.
Leopold     
Punkte:
7.9 von 10
BLACK HAWK – Destination Hell  (CD)
Pure Underground Records
1989 veröffentlichte die deutsche Truppe Black Hawk ihre erste EP. Seit dieser Zeit wurden sechs Alben nachgeschoben, und mit dem siebten Streich «Destination Hell» präsentiert sich der Vierer mit einer Mixtur aus US-Metal der achtziger Jahre (Sound). In einem kleinen Club muss dieser Sound richtig geil klingen. Bangende Köpfe, Kutten, so weit wie das Auge reicht, Airguitar spielende Maniacs und ein Gemisch aus Bier und Jack Daniels, das in der Luft liegt. Klingt alles sehr kultig, hat einen frechen Anstrich, biegt unbekümmert um die Ecke, aber weicht jedem Ansatz von Kommerz aus. Logisch ist das Material kein «Screaming For Vengenace» (Judas Priest), «Swords And Tequila» (Riot) oder «Rod Of Iron» (Lizzy Borden). Es ist dieses Gemisch aus interessanten Parts, coolen Soli (Titelsong) und mitreissenden Momenten («Smoking Guns»). Was aber fehlt, und das ist nicht mal ein so gravierender Punkt, ist der Wiedererkennungsgrad. Denn wenn ich an einem Samstagabend einfach Mucke anhören, dem Alltag den gestreckten Mittelfinger zeigen und Party machen will, dann sind Black Hawk die perfekte musikalische Ergänzung dazu. Die Jungs haben mit «Destination Hell» viel Abwechslung integriert, die mit dem langsamen und harten «Time» ebenso zu gefallen weiss wie mit dem pfeilschnellen «Voices From The Dark». Die Mitsing-Nummer «Speed Ride» passt ebenso aufs Album wie die Ballade «Bleeding Heart». Alles okay, macht Laune, was will man mehr?
Tinu     
Punkte:
7.8 von 10
POLARIS – The Death Of Me  (CD)
SharpTone Records/Warner
Metalcore zu definieren, scheint grundsätzlich eine einfache Geschichte zu. Nicht so bei den Australiern von Polaris. Ihre einzige Grundregel ist ein überbordendes Mass an Energie, damit die Wucht einem mit voller Power trifft. Dabei beginnt es dramaturgisch eher leise und zögerlich. Cleane Gitarren und dezente Synthesizer malen die Szenerie, vor der ein nachdenklicher Sänger seine Sorgen in die Welt brüllt. Das einsetzende Schlagzeug und die E-Gitarren schrauben jedoch beständig den Energielevel hoch, bis der Song seine Fesseln sprengt und zum ersten Mal das wahre Polaris-Gesicht offenbart. Verspielte Riffs und catchy Gitarrenleads sind ein wichtiges Grundelement der Formation. Seinen Höhepunkt erreicht die Quintessenz aus Frust, Aggression und angestauter Wut aber im so passend betitelten «Landmine», bei dem sich ein unerbittlicher Fronter die Lungen aus dem Leib schreit, während tief gestimmte Djent-Gitarren und der Breakdown zur Mitte des Tracks einem ungespitzt in den Boden rammen. «Vagabond» nimmt dann erstmals ein bisschen Power raus, bis der Alternative Rock-Anstrich im klar gesungenen Refrain und das abgezockte Rock'n'Roll-Solo am Schluss doch noch greift. Generell zeigen sich Polaris im letzten Drittel sehr experimentierfreudig. Progressive-Anleihen im Auftakt von «All Of This Is Fleeting« münden in melancholischem Emo-/Post-Hardcore, nur um dann doch mit einem Breakdown die Abrissbirne auszupacken. Zuvor konnte bei der fast ausschliesslich klar gesungenen Halbballade «Martyr (Waves)» durchgeatmet werden, auch um die Spannung vor dem kraftvollen Schlussakt «The Descent» noch einmal nach oben zu treiben. Eine Definition zu finden ist also schwierig. «The Death Of Me« strotzt vor Selbstsicherheit und vereint zahlreiche Einflüsse in seinem Sound. Spannend für alle, die von 08/15-Scheiben die Schnauze voll haben.
Oliver H.    
Punkte:
7.8 von 10
MADSEN – Lichtjahre (Live)  (LP&CD)
Arising Empire/Warner
Achtung: Dieses Live-Album ist für knallharte Heavy-Metaller nur bedingt geeignet. Die Deutschrocker Madsen bieten zwar immer mal wieder Riff-Momente, in der Regel bleiben sie mit ihrem Deutschrock aber bei einer Mischung aus Pop, Indie und Punkrock. Das klingt durchaus amtlich, ist für Metalfactory aber ein klarer Grenzfall, ob wir darüber überhaupt noch schreiben. Ich nutze es gerne als Horizonterweiterung, zumal dieses Live-Album sehr ehrlich und wirklich live klingt. Schräge Töne und gesangliche Mühen mit den Höhen wurden drin gelassen. Ebenso die hervorragende Stimmung, die an den verschiedenen Orten herrschte, wo dieses Werk aufgenommen wurde. Dazu kommt eine Band, die live viel Spielfreude offenbart. Dass nicht jeder Reim ins Schwarze trifft, geht wohl unter die Kategorie „künstlerische Freiheit«. 21 Lieder haben es auf dieses Doppel-Album geschafft plus zwei Bonuslieder. Sie bieten viel Abwechslung und stimmen oft nachdenklich. Umso störender finde ich, dass die Band diese mit unpassenden Ansagen wie „Jo Baby geht hier noch was?« (beim an die ihre Mutter gewidmeten „Kompass«) oder „Niko Sexmachine« versaut. Madsen wirken dabei wie unsichere Teenager bei ihren ersten Konzerten. Dabei existiert die Band bereits seit 2004, und die Musiker sind zwischen 37 und 41 Jahre alt. In dieser Zeit hat die Band sieben Alben aufgenommen. Umso erstaunlicher ist es, wieso diese Band dieses pubertäre Verhalten an den Tag legt (und kommt mir jetzt nicht mit dem Gegenargument Steel Panther). Madsen bestehen aus drei Brüdern mit dem Nachnamen Madsen, ergänzt durch Bassist Niko Maurer und live durch die Keyboarderin und Sängerin Lisa Nicklisch. Live entwickelt das Quintett eine intensive tolle Atmosphäre. Wer es erträgt, dass der Gesang mal Schräg ist, die Ansagen nicht immer das Gelbe vom Ei sind und „Pseudo-Cool« wirken, und mit treibenden Deutschrock (nicht Metal!) etwas anfangen kann, darf hier gerne eine Ohr riskieren. Denn trotz aller Kritik ist "Lichtjahre" ein ordentliches Live-Album geworden, das die Stimmung eines Madsen-Konzerts toll in die heimische Stube transportiert.
Roger W.  
Punkte:
keine Wertung
LOST LEGACY – In The Name Of Freedom  (CD)
Pure Steel Records
Knackpunkt dieser Amerikanischen Heavy Metal-Band ist, wie so oft, der Gesang. Ging er meinem Umfeld bereits nach einem Lied gehörig auf die Eier, finde ich ihn durchaus passend zu diesem leicht progressiven Metal. Das besagte Zünglein an der Waage nölt sich durch die sieben Lieder und bleibt dabei meist in einem überschaubaren Tonbereich. Dies führt zu einem leicht monotonen Klang, der den Kompositionen nicht immer gerecht wird. Hier vermischen die Amerikanier (Konkret Bronx, New York) Thrash mit Heavy und Doom Metal und schaffen so eine Atmosphäre, wie man sie ähnlich zu Zeiten von Matt Barlow bei Iced Earth kannte. Lost Legacy klingen aber bei weitem nicht wie eine Kopie von denen. Dazu trägt nur schon der unverkennbare Gesang bei. Lost Legacy machen auf ihrem zweiten Album in 20 Jahren Bandgeschichte genau das, was man von einer Heavy Metal-Band erwartet: Sie pfeifen auf Konventionen. So knacken vier von sieben Lieder die sechs Minuten-Grenzen. Dass sie trotz der Länge dabei nie langweilen, spricht für das tolle Songwriting. Was allerdings auch nach vielen Hördurchgängen fehlt, sind Ohrwürmer. An diesen müssten sie noch arbeiten. Anderseits klingen Lost Legacy auch ohne diese genügend individuell und sperrig. Mit "In The Name Of Freedom" werden sich die Amis zwar nicht gleich an die Spitze des Heavy Metals katapultieren. Für ein wenig Aufmerksamkeit und Respekt reicht es aber allemal. Das neueste Werk ist definitiv ein gutes, wenn auch kein hervorragendes.
Roger W. 
Punkte:
7.5 von 10
FLAT EARTH SOCIETY - Friends Are Temporary, Ego Is Forever  (CD)
Art Gates Records
Die Progressiv-Metalcore-Band Flat Earth Society gibt zu ihrem Debütalbum nur wenig Preis über sich. Woher die Band kommt? Aufgrund der Musikernamen aus dem Süden. Weitere Infos? Schwierig zu finden. Sie überzeugen lieber durch ihre Musik. Und diese zeigt einen abwechslungs-reichen Metalcore mit viel Schreigesang, der sich immer wieder mit klaren Melodien abwechselt. Dazu kommt die Musik, die mal stürmisch und dann im nächsten Moment wieder verträumt melancholisch klingt. Dabei erfinden sie das Rad nicht wirklich neu. Auch in der Schweiz gibt es mehrere Bands, die genau die gleiche Mischung bedienen (u.a. Final Story). Das muss aber nicht negativ sein. Denn die Energie und das musikalische Können von Flat Earth Society ist durchaus beeindruckt. Ihre Musik funktioniert für mich aber auf CD nicht wirklich. So was muss man schlicht live hören. Zumal die Ohrwürmer auch nach mehreren Hördurchgängen nicht wirklich ersichtlich werden. Der im Promoschreiben angekündigte Prog findet zudem eher versteckt als offensichtlich statt. Wer ähnliche Bands kennt, wird deshalb der Werbung kaum zustimmen können. Da heisst es, dass Flat Earth Society „eine der interessantesten Bands der Szene sind«. Das höre ich hier beim besten Willen nicht raus. Das Debüt offenbart aber eine durchaus spannende Gruppe, die sich jetzt zuerst mit vielen Konzerten gegen die ähnlich klingende Konkurrenz durchsetzen muss. Gelingt ihnen noch die Verfeinerung ihres Stils, kann durchaus etwas Hervorragendes entstehen. So bleibt aber ein ordentliches Debüt, das eine erste Duftmarke setzen kann. Nicht mehr und nicht weniger.
Roger W.  
Punkte:
7.5 von 10
LOATHE - I Let It In And It Took Everything  (2 LPs)
SharpTone Records/Warner Music
Sehr experimentiell, das 'I Let It In And It Took Everything'-Werk des Fünfers namens Loathe aus Liverpool, England, United Kingdom. Es ist das Zweitwerk der Experimental-/Death-/Core-Metalband und da wird gleich zu Beginn des 14 Song starken Longplayers aufgezeigt, wo der Bartli den berühmt-berüchtigten Most auch herholt, will schreiben, ein Soundteppich ohne Grenzen, da wird metalisiert, einfach frei Schnauz wech. Und das ist gut so, denn Loathe kann und soll man auch nicht schubladisieren, auch wenn dann das Review etwas schwieriger wird, denn welche Worte will man bedacht wählen? Ich höre ja den Sound, ihr nicht und ihr folgt den Zeilen dieses Schreiberlings. O.K., da sind Noise-/Core-/Industrial-Fetzen im Loathe-Sound. Er ist sehr gewöhnungsbedürftig, da mit den Elementen aller metallischen Stilrichtungen experimentiert und gespielt wird. Einerseits ist es vom Gesang her sehr deathig, da screamend leicht gegrowlt wird, aber auch Klargesang benutzt wird. Von den Klampfen her ist es sehr distortion-lastig gerifft, dann wiederum leicht rockig, auch mal akustisch gehalten. Kurze Soli werden wie Giftpfeile in den Soundteppich reingeschossen, dennoch ist man sehr auf den Soundwall hin zugezogen und dieser wird in allen Songs tragend intoniert. Der Bass verschmilzt sich oft mit dem Gitarrensound und dem Synthi-/Keyboard-Teppich, was ebenfalls den Soundwall verstärkt. Die Drumpatterns sind gemächlich vorgetragen, dann wiederum in wilden, vertrakten Patterns inszeniert, auch mal blastend und mit Double-Bass versetzt, jedoch stets tänzelnd zum Soundwall. So wie der Sound, ist auch das Coverartwork gestaltet, nämlich experimentiell. Die Produktion kommt fett und druckvoll rüber, eben soundwallmässig. Reinhören ist hierbei angesagt und als Vergleich herhaltend, da wird's schon schwierig, so à la Wage War, Oceans Ate Alaska, Crystal Lake und Konsorten. Experimentiell.
Leopold
  
Punkte:
7.5 von 10
NECROPSY - Exitus  (CD)
Xtreem Music
Der Fünfer Necropsy aus Lahti, Finnland, mit einer EP namens 'Exitus' und 4 Songs, welche dem schweren, deathigen Doom-Metal zu zuordnen ist. Deathiger Doom-Metal? Yep, denn die Schwere und Langsamkeit, trotz gelegentlichen Ausflügen in die Double-Bass-Ecken dieses Universum, trägt mehr zum Gesamtsound bei, als der reine, schnelle Death-Metal. So sind auch Vergleiche zu Demigod, Abhorrence oder Convulse reine Anhaltspunkte, wie auch die schweren und heftigeren Momenten zu Paradise Lost oder Bolt Thrower. Also, böse klingt 'Exitus' so oder so und Necropsy zeigen, wie böser Death-/Doom-Metal funktioniert. Die Klampfen haben eine sehr melancholische Schwere, wie im richtigen Winter - nicht dieser 'Mimimi'-Winter, welcher zurzeit vorherrscht in unseren Breitengraden - sondern dieser, der den Schnee so richtig schwer und drückend auf den Dächern verkommen lässt. Kurze, langsame Soli, ich nenn' dies mal so, und Melodiebögen mit langsamem, distortion-geschwängerten Riffs. Der Bass wummert und scherbelt gemögig zu den Quetschbalken. Die Drums schleppen sich schwerfällig zum Gesamtsound hinzu. Die Vocals sind leicht guttural und tief screamend gehalten, also ganz bös. Das Coverartwork zeigt die Schwere der Last, welche im Songwriting enthalten ist. Die Produktion ist absolut kraftvoll gelungen. Doom-Death-Metal.
Leopold  
Punkte:
keine Wertung
CONNY BLOOM – Game! Set! Bloom!  (LP)
Mighty Music/Target Group
Der Schwedische Sänger, Gitarrist und Songwriter Conny Bloom hat das Prädikat „Rockstar« nicht nur durch seine musikalische Vergangenheit, sondern auch durch seine Authentizität und sein Charisma zweifellos verdient. In den späten Achtzigern war er Frontmann des schwedischen Sleazy Aushängeschildes Electric Boys, die international durchaus mithalten konnten. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends war er Gitarrist der finnischen Legende Hanoi Rocks, auf deren drei letzten Alben er zu hören ist. Nun, Solo geht der Mann aber einen komplett anderen Weg. Bereits auf seinen zwei letzten Outputs verfasste er Lyrics in schwedischer Sprache. Das hat er jetzt auch auf „Game! Set! Bloom« wieder so gemacht. Das ist sicher gewöhnungsbedürftig, beweist aber auch, dass diese Sprache ein grosses poetisches Potential besitzt, auch wenn man die Texte nicht versteht... Die musikalische Seite ist dann aber richtig befremdend. Klar, die Rock'N'Roll-Basis ist durchaus erkennbar. Conny widmet sich aber dem Singer / Songwriter-Metier, will heissen, er zelbriert Folk Rock mit Spuren von Psychedelic, Funk und 60er-Jahre-Pop. Die musikalische Qualität bleibt dabei zwar kritiklos hoch, die Frage bleibt aber, wer zum konkreten Käuferklientel zählen soll. Der Schwedischen Sprache mächtige und explizite C. Bloom-Fans können sicher bedenkenlos zugreifen.
Chris C. 
Punkte:
7.3 von 10
LYKANTROPI – Lykantropi (Re-Release LP)
Despotz Records
Das 2017 ursprünglich über Sunrise Records veröffentlichte und bisher nur in Schweden erhältliche, inzwischen vergriffene Debüt von Lykantropi geniesst jetzt eine Neuauflage, welche wohl die steigende Nachfrage nach Tonmaterial der schwedischen Hippies befriedigen soll. Ist auch nicht weiter überraschend, denn der gefällige Vintage Rock von Lykantropi bedient eine Klientel, welche bisher von den Vertretern Retro – Welle eher stiefmütterlich behandelt worden ist und dementsprechend dankbar zugreifen wird. Während sich die meisten anderen traditionsbewussten Acts auf die eher heftigeren Ikonen der glorreichen Siebziger berufen (Ten Years After, Dust, Black Sabbath, MC5, Blue Cheer, Cream, Sir Lord Baltimore, Iron Butterfly, Uriah Heep, Hendrix etc.), kredenzen uns die sechs schwedischen Blumenkinder jene schmeichelhaften, harmonischen Sounds, die dereinst Bands wie The Grateful Dead, Simon And Garfunkel, The Mamas And The Papas, The Byrds, The Doors und Jefferson Airplane gross gemacht haben. Insgesamt erscheint mir der Sound der Scheibe zwar etwas zu perfekt und makellos, da hätte man dem erhöhten Charme zuliebe ruhig die eine oder andere kleine Imperfektion stehen lassen können, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es der Band hervorragend gelungen ist, die damaligen Vibes echt und glaubhaft zu reproduzieren. Wer sich heute wieder in Batikshirts, bunten, weiten Blusen und geblümten Schlaghosen auf die Strasse wagt, kann sich dieses Debüt zusammen mit dem Zweitling der Band „Spirituosa« blind zulegen.
Mirko B.  
Punkte:
keine Wertung
NILS PATRIK JOHANSSON - The Great Conspiracy (LP)
Metalville/Musikvertrieb
Der hauptamtliche Frontmann der schwedischen Metal Combo Astral Doors ist ein vielbeschäftigter Musiker. Nebst seinem Mittun bei Lion's Share erschien Ende Mai 2018 sein erstes Solo-Album «Evil Deluxe», das bei uns im Juni darauf, aber nicht von mir rezensiert wurde. Darum hatte ich das Teil bei der Flut an Releases seither nie auf dem Radar. Das nachmalige Anhören fördert gefälligen Heavy Metal hervor, der sich hier nicht nur gesanglich zumindest teilweise auf den Spuren des unvergessenen Ronnie James Dio (R.I.P.) bewegt. Während der urtümliche Gesang vor allem bei den ersten beiden Astral Doors Glanzwerken zwar genial aber etwas angestrengt klang, legt Nils Patrik solo alle Limits ab und lässt seinem Stimmbändern powermässig freien Lauf. Für den zweiten Wurf «The Great Conspiracy», der textlich den Mord am ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme zum Inhalt hat, wurde Mr. Johansson mitunter wieder von den Lion's Share Mitmusikern Lars Chriss (g), Andy Loos (b) und Kay Backlund (keyb) unterstützt. Am Schlagzeug sitzt zudem erneut Filius Nils Fredrik. Der Opener «The Agitator» entpuppt sich als veritabler Power Metal Speedster, der die Tassen im Küchenschrank ordentlich ins Zittern bringt. In Sachen Tempo legt dann «One Night In The Cinema» gar noch einen drauf! Erst «Prime Evil» steht dann nach weiteren Geschwindigkeits-Exzessen spürbar auf der Bremse und bringt endlich etwas Ruhe ins Geschehen, ehe hinten raus doch noch Double Bass Drum Parts auftauchen. Am meisten Resonanz erzeugt jedoch der Midtempo-Track «This Must Be The Solution», wo es halt weitgehend nach den frühen Astral Doors klingt, und hierzu kommt der Gesang des Meisters eher zum Tragen als bei dem (zu) schnell gespielten Zeugs. Unter dem Strich reicht "The Great Conspiracy" trotz der fetten Produktion songwriterisch nicht an den Vorgänger heran.
Rockslave
  
Punkte:
7.2 von 10
THOKKIAN VORTEX – Thy Throne Is Mine  (CD)
Non Serviam Records
Das Vier-Mann-Projekt, das ursprünglich aus den USA stammt, macht sich selber schon vor dem Hören des Albums interessant. Obwohl die Gruppe in den USA gegründet wurde, hat sich ihre Location später nach Tel Aviv (Israel) verlegt. Ein Jahr nach ihrer Gründung in 2006 veröffentlichten sie eine Split mit Aetherius Obscuritas und 2016 darauf hin ihr erstes ganzes Album «Into The Nagual». Nun in 2020 beglücken sie uns mit ihrem zweiten Album «Thy Throne Is Mine», mit dem wir uns hier genauer auseinander setzen. Was bei der Band stilistisch besonders heraussticht, ist, dass sie trotz ihres (in der Geschichte des Black Metal) jungen Alters einen klassischen Stil fahren mit sehr viel Elementen des Old School Black Metal mit Parallelen zum Sound einiger Urgesteine wie Dissection, Dark Funeral, Summoning und Immortal in den 80ern – 90ern. Gleich in den ersten beiden Tracks sehen wir diese Parallelen sehr gut. «Intro» ist ein perfektes Live– Intro, ein von Glocken begleitetes Dröhnen und Anschwellen, welches nahendes Unheil ankündigen soll. Danach kommt «Banishing The Lion Of Kutha» mit einem Dungeon Synth-artigen Start und klassischen Riffs und Blast Beats, auch die Stimme könnte original so von einem der ersten Immortal-Alben stammen. Als nächstes gehen wir direkt zum Namensgeber des Albums «Thy Throne Is Mine», erneut ein fettes Old school-Riff und generell ein Track, der wiederum sehr an den alten Dissection-Stil erinnert. «The Moon Brethren» ist etwas düsterer und dunkler, aber bleibt gleich dem rohen Ton treu. «Godspeed Satan» ist schnell und fetzig und geht in die Richtung des Early BM von Gruppen wie Venom oder Midnight. «The Wreathing Serpent» ist roh und hart und wechselt sich schön mit dem etwas melodischeren folgenden Track «Traverse The Tonal» ab. Melodiös passt auch auf den nächsten Song «Winter Forest Cry», der sogar mit einer Klavier-Melodie beginnt, bevor er wieder in den rohen Darkthrone-Stil mit aber etwas besserer Tonqualität umsteigt. Als zweitletztes kommt «Come To The Sabbat» mit einer Mantra-ähnlichen Melodie aus Trommeln und Flöten und einem ungewöhnlichen Gesang, der diesem Mantra ebenfalls entspricht. Den Abschluss macht «Sunrise Over Irkalla», ein akustischer Ausklang aus Gitarren, Flöten und Trompeten. Im Grossen und Ganzen ist das Album sehr Old School gehalten, sprich man kennt den Sound schon ein bisschen, es schafft aber trotzdem gute Abwechslung und macht es vor allem gegen das Ende mit etwas gemischtem Sound doch noch spannend.
Simu
  
Punkte:
7.0 von 10
SEVEN SPIRES – Emerald Seas  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Adrienne Cowan sollte zumindest seit der letzten Avantasia-Tour allen ein Begriff sein. Die schwarzhaarige Lady, welche neben lieblicher, klarer Stimme auch growlen kann wie eine bösartige, mit Blut unterlaufenen Augen versehene Bestie. Nachzuhören auf dem Opener «Ghost Of A Dream». Es ist aber nicht nur die Stimme von Adrienne, sondern auch die anderen Musiker, welche sich beim Berklee Collage Of Music in Boston eingeschrieben haben und somit speziell die solistischen Ausflüge von enormem Talent zeugen. Dies alleine, sprich gute Musiker, zeugt aber noch nicht davon, dass die Musik auch allen gefallen muss. Wer auf symphonischen, leicht progressiven Metal steht, dabei eine weibliche Stimme favorisiert, wird hier eine neue Liebe gefunden haben. Selbst Stratovarius-Fans kommen bei «Every Crest» auf ihre Kosten, sofern sie den dominanten Keyboards positiv gegenüber stehen. Ja, es ist die unglaubliche Stimme, welche balladeske Lieder wie «Unmapped Darkness» zu etwas ganz Speziellem macht. Oder auch die Akustikgitarre beim Titelsong, der schon fast etwas Filmsound-mässiges hat. Abwechslung wird gross geschrieben und mit der Doublebass-Drum Nummer «The Trouble With Eternal Life», inklusive feenartigem Flair reizen Seven Spires jede Sparte aus. Ein gutes Album, sofern man auf die obenstehenden Stile steht.
Tinu  
Punkte:
7.0 von 10
SLEAZY WAY OUT – Here Comes Trouble  (CD)
Sliptrick Records
Mit „Here Comes Trouble« präsentieren uns die Kanadischen Neo-Sleazer Sleazy Way Out ihr Debüt-Album. Mindestens im Label Infoblatt wird dabei mit Sex, Drugs and Rock'n'Roll-Klischees nicht gespart, um den Sound der Jungs zu umschreiben. Im selben Schriftstück werden dann auch ein paar der ganz Grossen des 80er-Rock'n'Roll als Querverweise genannt, W.A.S.P., Cinderella, Dangerous Toys, Mötley Crüe und Guns'n'Roses. Spätestens jetzt wird's dann aber kitschig. Ok, es werden noch Hardcore Superstar, Crashdiet und Crazy Lixx als jüngere Vertreter des Genres erwähnt, aber auch da bleibt Sleazy Way Out zurück. Es fehlt ihnen einfach an Durschlagskraft, um mitzuhalten. Wirklich viel falsch hat die Formation aber nicht gemacht. Man bietet High Energie Kick Ass RNR mit jeder Menge dreckigen, erdigen Gitarrenriffs. Songtechnisch kann man aber keine Akzente setzten und bleibt diesbezüglich im Mittelfeld stehen. Es tauchen zwar immer mal wieder relevante Hooks, eingängige Refrains oder substanzielle Gesangslinien auf. Über das ganze Spektrum bleibt aber nicht viel hängen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist dann die Stimme von Vocalist Stacey Sleazy (der Name, ein weiteres, unnötiges Klischee), der in mittleren Tonlagen schwer Richtung Jason Mc Master (Dangerous Toys) tendiert, sich aber immer wieder in höhere Gefilde werirrt, wo seine Stimme extrem dünn und kraftlos klingt. Schlussendlich überzeugt auch die Produktion nicht. Da wäre sicher mehr Energie und Volumen drin gewesen. Fazit: Die Nachhaltigkeit fehlt.
Chris C.
  
Punkte:
7.0 von 10
LUCIFER - Lucifer III  (2LPs)
Century Media/Sony
Die Ernüchterung war nach dem ersten Hördurchgang vom dritten Lucifer Longplayer fast so gross wie die Vorfreude. Das Eröffnungstrio „Ghosts«, „Midnight Phantom« und „Leather Demon« ging zwar noch ganz in Ordnung, liess gleichzeitig aber schon erahnen, in welche Richtung der Rest von „Lucifer III« gehen würde. Die Truppe rund um Fronthexe Johanna Platow Andersson (ehemals Sadonis, da haben offensichtlich die Hochzeitsglocken zwischen ihr und Drummer Nicke geläutet) ist inzwischen deutlich mehr Classic – als wirklich doomiger Occult Rock und steht folglich Bands wie Jefferson Airplane oder Heart in ihren Siebzigerjahre – Inkarnationen stilistisch deutlich näher als beispielsweise einem orthodoxen Satanistenhaufen wie Coven. Der Weggang von Cathedral – Gitarrist und Co-Songwriter Garry Jennings macht sich auf der aktuellen Scheibe noch deutlicher bemerkbar als noch auf dem Vorläufer „Lucifer II«, insgesamt wirken die Songs trotz regelmässigen Doom – Einschüben, welche nicht selten an Ghost erinnern („Midnight Phantom«), glatter, melodischer und akribischer ausgearbeitet, aber eben auch weniger bissig und unheimlich, wodurch der Kontrast zwischen der früher noch dezent vorhandenen musikalischen Garstigkeit und dem sehr melodischen, sauberen Gesangsstil von Frau Andersson definitiv wegfällt. Einzige Ausnahme bildet der quasi Black Sabbath – Track „Coffin Fever«, der in Aufbau und Grundstimmung eindrücklich zeigt, dass Lucifer durchaus immer noch richtig böse klingen könnten, wenn sie nur wollten. Aber die Würfel sind nun mal gefallen, „Lucifer III« ist all jenen wärmstens empfohlen, denen Occult Rock in seiner angenehmsten und harmonischsten Art mehr zusagt als bösartige und schräge Geschichten. Fans der ersten Stunde hingegen werden so wie ich etliche Durchläufe brauchen, bis sie die auf dem Album durchaus vorhandenen Perlen endlich entdecken.
Mirko B.
  
Punkte:
7.0 von 10
NIGHT CROWNED – Impius Viam  (CD)
Noble Demon
Ein Debütwerk aus Schweden, wobei hier die Mitstreiter teils bei Dark Funeral, Nightrage und Cipher System aktiv sind. Unter dem Banner von Night Crowned hat man sich zusammengefunden und praktiziert so was wie Blackened Death Metal mit viel „Scheibenkleister«. Irgendwo in der Schnittmenge von Septicflesh, Dark Funeral und Dimmu Borgir treiben Night Crowned ihr Unwesen, wobei ich kaum denke, dass die Band jemals einen grösseren Bekanntheitsgrad erreichen wird. Warum, nun ja das angepriesene Material hämmert doch recht ordentlich, auch die typischen nordischen Melodien sind vertreten, dazu viel Tastengeklimper und symphonische Einlagen, eigentlich alle Zutaten um Millionen zu begeistern und zugegeben die Songs sind teils auch nicht von schlechten Eltern, doch irgendwie fehlt mir die Seele in diesem Werk. Schwierig zu erklären, aber nimmt man beispielsweise Fleshgod Apocalypse und mir ist die übertriebene Theatralik durchaus bewusst, dennoch kaufe ich es diesen Jungs mehr ab. Mag sein, dass dies ein rein subjektiver Eindruck ist und ich bepisst bin, weil ich nur noch eine Flasche billigen Bourbon zu Hause habe, doch mit „Impius Viam« verhält es sich in so etwa wie mit meinem billig Bourbon. Sieht gut aus, kann man saufen mit Cola, hat 40% und die Etikette schwärmt von den erfahrenen Meistern welche diesen Saft zusammenbrauen, nur bleibt es geschmacklich ein billig Gesöff. Werd ich es wieder kaufen, nun wohl kaum, ob ihr nun Night Crowned eine Chance geben wollt, hängt von Eurem Geschmack ab, dazu dürft ihr gerne mal „Your Ending, Your Demise«, „No Room For Hope«, „Unhold Path« und „Reborn« degustieren.
R.K. 
Punkte:
7.0 von 10
GAME ZERO - W.A.R. - We Are Right   (CD)
Art Gates Records
Moderner Rock / Metal, der fetzt und drescht und mit einem wirklich starken Sänger / Schreihals aufspielt? Kann man sich definitiv geben, klingt ordentlich fett aus den Boxen und knallt einem 12 Bretter um die Ohren. Wobei wir auch gleich zum Problem der Sache kommen: Der konstant hohe Brachialgehalt bewirkt schnell eine Ermüdungserscheinung, was sehr schade ist, denn die Jungs spielen echt gekonnt ihren Sound. Wer auf die rockigeren Seiten von Static-X, Mudvayne oder Sons Of Texas in derberem Sound sich was einzubilden vermag, der dürfte an Game Zero seine Freude haben. Brettert.
Toby S. 
Punkte:
7.0 von 10
LITTLE ALBERT - Swamp King  (LP)
Aural Music
Little Albert ist das psychedelisch angehauchte Hard Blues-Projekt des Messa – Gitarristen Alberto Piccolo, das ihm die Möglichkeit gibt, sich dort musikalisch austoben zu können, woher er eigentlich ursprünglich gekommen ist, hat sich der Doomster in der Vergangenheit doch immer wieder zu seinen Blues –, Jazz – und Classic Rock – Wurzeln bekannt. Genau dieser Background lässt ihn mit einer überraschend subtilen Sensibilität ans Werk gehen. Zum Ersten schlägt er auf „Swamp King« vorwiegend bedächtige, leise Töne an und orientiert sich so an der puren, ursprünglichen Essenz des Blues, was sich auch in der kargen Instrumentierung manifestiert (Gitarre, Bass, Drums, Gesang). Einzige Ausnahme bildet da der Track „Mary Claire«, den Piccolo einerseits mit Jazz – Licks und andererseits mit überraschend knackigen Gitarrenriffs ordentlich aufgepeppt hat. Zum Zweiten versucht der Gitarrist zu keiner Sekunde wie ein 70 – jähriger Afroamerikaner zu klingen, der auf der Veranda sitzend auf einer mehr schlecht als recht gestimmten Akustikklampfe den Blues seines Lebens intoniert, sondern spielt ihn genau so, wie er ihn fühlt und erlebt. Insofern hat der gute Little Albert den genau richtigen Ansatz für sein ambitioniertes Vorhaben gewählt, dem auch seine Sidekicks – Christian Guidolin am Bass und Mattia Zambon am Schlagzeug – durch ihr stets präsentes und dennoch nie penetrantes Spiel ehrlich und bedingungslos folgen. Für eingefleischte Blues – Puristen wird „Swamp King« vermutlich zwar wieder bloss eine verfremdete Kopie ihrer Lieblingsmusik sein, wer aber den Blick über den Tellerrand hinauswagt und zudem ein gewisses Faible für eher leise vertonte Schwermut hat, kann dieser Scheibe durchaus einiges abgewinnen.
Mirko B. 
Punkte:
6.9 von 10
2 BIG MC's - Live At Patrimonio (CD)
Bad Reputation
Wer hier zu Beginn nur flüchtig hinschaut, liest womöglich was von wegen Essbarem. Doch weit gefehlt, denn die beiden angesprochenen "MC's" stehen für Pat McManus (Ex-Mama's Boys) und Eric McFadden (u. a. Eric Burdon, Joe Strummer). Die beiden Gitarristen lernten sich 2009 in Paris kennen und kurz darauf jammte Pat zusammen mit Eric zu einem Jimi Hendrix Song. Zehn Jahre später standen die "brothers in crime" wieder gemeinsam auf einer Bühne. Davon zeugt die Live-Scheibe «Live at Patrimonio», wobei zuerst nicht klar ist, ob das nun in den Staaten oder in Italien stattgefunden hat. Der Zusatz "Les Nuits De La Guitare 2019" auf dem Cover lässt hingegen auf einen Ort in Frankreich schliessen und den Rest erledigt Google. Der entscheidende Hinweis auf dem Cover führt uns schliesslich nach Kreta, wo das gleichnamige Festival alljährlich seit 1990 stattfindet. Die beiden Gitarreros ergänzen sich bestens und zocken sich durch eine bunt gemischte Setliste, wo zunächst die Pat McManus Band aufspielt, ehe Eric McFadden sich zu Rock-Classics wie «Purple Haze» (Jimi Hendrix) oder «La Grange» (ZZ Top) anschliesst. Auch die Biker-Ikone «Born To Wild» (Steppenwolf) musste mitunter dran glauben, und spätestens ab hier kann der Tonträger den für das anwesende Publikum zweifellos schönen Sommerabend im Juli nicht mehr als lauwarm repräsentieren. Einziger Lichtblick ist der AC/DC Smasher «You Shook Me All Night Long», der als Halbakustik-Version etwas Unerwartetes bietet. «Live at Patrimonio» kam man durchaus zu einer Party im Sommer laufen lassen, aber mehr als etwas Unterhaltungswert springt dabei nicht heraus.
Rockslave 
Punkte:
keine Wertung
SMOULDER – Dream Quest Ends (EP)
Cruz Del Sur Music
Die kanadische Doom / Heavy Metal Band Smoulder beendet mit der EP «Dream Quest Ends» das erste Kapitel ihrer Karriere. Seit ihrer Gründung im Jahre 2013 veröffentlichte das Quintett ihr Demo «The Sword Woman» mit drei Songs, ihr erstes full-length Werk «Times Of Onscene Evil And Wild Daring» und nun die EP «Dream Quest Ends». Das Werk liefert uns zwei neue Tracks, ein Cover und verfeinerte Versionen der drei Songs auf «The Sword Woman». Somit fasst die EP den ersten Abschnitt ihrer Geschichte kurz und knackig in sechs Tracks zusammen. Das erste neue Lied, der Titeltrack «Dream Quest Ends» ist im typischen Smoulder-Stil geschrieben – genau so, wie wir ihn auf ihrem Debüt kennenlernen durften. Schwere, schleppende und dennoch energiereiche Gitarrenriffs, die mit virtuosen, fesselnden Gitarrensoli ergänzt bzw. durchbrochen werden, bilden die Basis ihrer Musik. Sängerin Sarah Ann weist eine kräftige, verhältnismässig tiefe Stimme auf, die grundsätzlich super zu der erzeugten Dynamik passt. Jedoch hatte ich bei ihrem Debüt «Times Of Onscene Evil And Wild Daring» schon den Eindruck, dass ihr Gesang wirkt, als wäre er hinter dichtem Nebel – es könnte eventuell an der tiefen Tonlage liegen. Jedenfalls ist dies meiner Meinung nach etwas schade. Trotzdem passt ihre Stimme zur schleppenden, schweren, düsteren Musik und somit zum produzierten Doom Metal. Der zweite Track «Worrior Witch Of Hell» überzeugt mit einem genialen Riff und abermals ergreifenden Gitarrenmelodien und -soli. Das Cover an dritter Stelle ist als Tribut für den verstorbenen Frontman Mark Shelton (R.I.P.). Smoulder greifen den Manilla Road Song «Cage Of Mirrors» auf, spielen ihn etwas düsterer und schwerer, übernehmen dennoch die Härte und das Tempo und kreieren somit eine tolle, spannende Neuinterpretation des Songs. Die EP eignet sich für diejenigen, die Smoulder noch nicht kennen und gerne eine Zusammenfassung ihrer ersten Etappe hören möchten. Weiter möchte sich das Quintett nun den Liveauftritten widmen, um sich danach zurückzuziehen, sich umzugruppieren und Energie zu tanken für eine neue Era der Doom Metal Band.
Sina 
Punkte:
6.8 von 10
THE GONERS - Good Mourning  (CD)
RidingEasy Records
Dreckig und rotzig soll dein Rock ’n‘ Roll sein, versehen mit viel Strassenköter – Attitüde und einer ordentlichen Portion sleaziger Nonchalance und selbstsicherer Coolness. Diesem Dekret haben sich die Schweden The Goners auf ihrem Debüt gut hörbar und offensichtlich aus freien Stücken ohne Wenn und Aber unterworfen. Dass die Band Ex-Member von Salem’s Pot und Yvonne fiitschert, wird dabei zwar als Verkaufsargument aufgeführt, ist aber meines Erachtens nicht wirklich von Belang, da wir es hier mit einer völlig anderen Schiene zu tun haben. Das Quintett rund um Gitarrist / Sänger Nate Gone tobt sich in der Welt des punkig angehauchten Proto Metal / Garage Rock aus, verzichtet aber dabei dankbarerweise nicht komplett auf dezente Querverweise zu bekannten Rock – Standards. In „Down Out« schimmern beispielsweise deutliche Golden Earring – Vibes durch, an „Dead In The Saddle (Dead Moon)« hätte Surfgitarren – Gott Dick Dale seine helle Freude, währenddessen das abwechslungsreich arrangierte „You Better Run« durchaus als kleiner Hofknicks vor den frühen Black Sabbath durchgeht. Einzig die skandinavische Version des mal mehr, mal weniger deutlich durchschimmernden Johnny Rotten Erinnerungs – Schräggesangs trifft in meinem Hörzentrum auf (schwachen) Widerstand, was gemessen an der Gesamtqualität des Outputs mehr Geschmackssache als ein wirklicher Makel ist, zumal er vortrefflich zu diesem von The Stooges inspirierten Rotzrock passt.
Mirko B. 
Punkte:
6.8 von 10
LYCHGATE - Also sprach Futura  (CD)
Debemur Morti Productions
Nach drei Longplayern folgt nun 'Also sprach Futura' eine EP des englischen Trios aus London, die sich dem gepflegten Avant Garde-/Doom-Metal verpflichtet haben. Lychgate intonieren auf dem 4 Song 'Also sprach Futura' in sehr progressiv-experimentieller Art einen eben doomig-avantgardistischen Metal, leicht im industrial-deathigen Bereich zu finden. Da wird recht gefrickelt in atmosphärischer Stimmung umgeben, doch auch symphonische und blackige Spuren sind im Soundwriting zu finden und auszumachen. Durch die stets vertrackten Elemente wird der Sound zur einer Art Filmmusik komponiert, erinnert mich an so Horrorstreifen im Black-/White-Modus. Nebst dem Symphonischen, durch die Hinzunahme von keyboardesken, synthesizerischen und orgelmässigen Soundfetzen, so werden die Walking-Bassläufe und das Riffing wie Soloing des Quetschbalken zu einer Einheit, welches durch die fliegenden Drumpatterns, die mal recht fusioniert daherreiten, dann wieder blastend und double-bass-mässig durchdrücken und des growlenden Gesangs, wie die heulenden Black-Metal-Screams zur perfekten Symbiose von Experiment und Realität kreiert. Ein herrliches Coverartwork für die Ahnengalerie sowie die sehr straight-druckvolle Produktion lassen an dieser EP nichts auszusetzen, im Gegenteil, es ist verdammt goile, schwere Kost, würde da Onkel Tolstoi heiser ins Mikrophon hüsteln. Für Interessenten à la Maudlin Of The Well, Blut aus Nord, Omega Centauri oder Arcturus. Brachial progressiv.
Leopold  
Punkte:
keine Wertung
OZZY OSBOURNE - Ordinary Man (LP & Digital Copy)
Epic Records/Sony
Dass der "Prince Of Darkness" angesichts seiner angeschlagenen Gesundheit doch noch die Kraft fand, ein neues Studioalbum raus zu hauen, ist erstmal die gute Nachricht. Bei genauerem Hinsehen oder besser Hinhören werden die Befürchtungen jedoch bestätigt, dass kompositorisch spätestens nach «Ozzmosis» (1995) die Luft raus ist. Das Vorgängerlalbum «Scream», das vor fast einer Dekade (!) erschienen ist, hat auf jeden Fall nichts Nennenswertes hervor gebracht. Dass ich mich rückbesinnend an keinen einzigen Song erinnere (!), geschweige auch nur einen Titel benennen kann, bedarf keines weiteren Kommentars. Der letzte Earcatcher heisst «Dreamer» und bescherte dem Ozzman 2001 wenigstens einen einzelnen Single-Chartbreaker. Seither wurde weitgehend bloss düstermodernes wie eierloses Gerumpel veröffentlicht. Zum Glück füllten Black Sabbath mit dem sackstarken Album «13» (2013) die Lücke und hängten danach den tourmässigen Abgesang der Legende dran. Die EP «The End» reichte schliesslich im Januar 2016 die letzten Tracks nach, ergänzt um ein paar Live-Goodies. Dass Ozzy den Bettel nach Black Sabbath noch nicht hinwerfen wollte, nahm die Szene grundsätzlich mit Wohlwollen auf, aber nachdem die angesetzten Tourneen wegen den gesundheitlichen Problemen mehrfach verschoben werden mussten, sollte «The Ordinary Man» die Gemüter beruhigen, dass der gute Ozzy nicht nur wegen der schmerzvollen Nackenoperation und Parkinson Schlagzeilen macht. Obwohl die Meinungen dazu, wie immer, auseinander gehen und sich das Album wider Erwarten offenbar gut verkauft, findet sich bis auf «Straight To Hell» kaum was auf dem neuen Werk vor, das auch nur annähernd an die guten alten Zeiten heran reicht.
Rockslave 
Punkte: 6.5 von 10
GRIFT – Budet  (CD)
Nordvis
Schwedischer Folk Rock tönt aus den Boxen, als «Budet» erklingt. Obwohl ich dieses Genre ansonsten sehr toll finde, werde ich mit diesem Album aber einfach nicht warm..  Krächzender Sprechgesang zieht sich durch die eher melancholisch angehauchten Songs hindurch, was ja per se nicht schlimm ist, doch die Vermischung dieser zwei Komponenten hört sich irgendwie seltsam an. Was ich sehr schade finde, denn die Instrumentals sind echt gut, sobald man sie alleine ohne Gesang zu hören bekommt. Aber auch eingefügte Naturgeräusche erklingen nach der dritten Wiederholung eher nervig als abwechslungsreich. Die Musik selber ist gut gemacht und schön komponiert, doch der Gesang ist für mich ein Störfaktor bei diesem Werk. Geschmäcker sind aber bekanntlich verschieden und es gibt bestimmt auch Leute, denen es genau deswegen gefällt, also reinhören, wenn auch nur schon für die Instrumentals.
Zoé 
Punkte: 6.5 von 10
TOUNDRA - Das Kabinett des Dr. Caligari  (3 LPs)
InsideOut Music
Die spanischen Instrumental-Rocker sind zurück mit ihrem neuen Album "Das Kabinett des Dr. Caligari". Benannt nach dem expressionistischen Stummfilm von Robert Viene, der 2020 ein 100 jähriges Jubiläum feiert. So ist das Werk, das den gesamten Film musikalisch untermalen soll und auf der kommenden Tour begleitend zum Film vorgeführt wird, der Bewegt Bild-Vorlage entsprechend rund 70 Minuten lang. Überwiegend ist die Musik der Spanier sehr gemächlich. Die meisten der Songs sind alle über 10 Minuten langen Tracks, entwickeln sich in der Spielzeit. Schöne Aufbauten die wieder in sich zusammenfallen und wieder neu aufgebaut werden. Sicher auch inspiriert von alten Pink Floyd-Songs. Ich kann mir vorstellen, dass diese Songs erst so richtig wirken, wenn man sie zusammen mit dem Stummfilm sieht. Sonst ist die Musik der Spanier sehr entspannend und interessant anzuhören, wenn man nichts anderes nebenbei macht. Mal was anderes, aber durchaus hörenswert.
Crazy Beat 
Punkte: 6.5 von 10
DEXTER WARD – III  (LP)
No Remorse Records
Klingt wie Iron Maiden mit Virgin Steele. Und würden die Jungs beim Opener «Return Of The Blades» das Einstiegsriff nicht mit einem kleinen Drumbreak zersägen, der Einstieg wäre bestens geglückt. Mensch, lasst das Break aussen vor, wenn es nicht benötigt wird. Sonst bricht ihr euch musikalisch das Genick. Ich finde es ja gut, dass man versucht, den Liedern viel Abwechslung einzuhauchen. Aber es gibt Momente, da sollte der Grundbeat einfach durchgezogen werden. Die Griechen gehen zu Beginn bei «Soldiers Of Light» mit einem schon fast frech geklauten Einstieg bei Metal Church ins Rennen und lassen bei «The Days Of Epic Metal» logischerweise keine Ballade von Stapel. Theatralisch gehts mit «The Eyes Of Merlin» und «Conan The Barbarian» weiter. «III» ist sicherlich kein schlechtes Album geworden. Eines, bei dem sich Klischees und Pathos treffen und bei dem sich die Lieder nach mehrmaligem Anhören entdecken lassen. Dies nicht, weil der progressive Part zu gross ist, sondern, weil die Musik mit einigen Feinheiten ergänzt wird.
Tinu 
Punkte: 6.5 von 10
VISCERAL DISGORGE - Ingesting Putridity  (Digipak)
Agonia Records
Mit «Ingesting Putridity» erscheint das 2011er Debüt der Nordamerikaner Visceral Disgorge aus Baltimore, Maryland als remastered Re-Release. Der zweite Output dieser Slam-Brutal-Death-Combo erschien 2019 namens «Slithering Evisceration». Der Fünfer setzt auf gepflegt strukturierenden slamming Brutal-Death. Neun Tracks sind auf dem wieder veröffentlichten Erstling der US-Amerikaner zu finden, welche exakt auf der Erstveröffentlichung zu finden sind. Nun, Visceral Disgorge als reine Slam-Death-Band abzukanzeln wäre fatal und fehlerhaft, denn die neun Songs enthalten sehr viel Brutal-Death-Metal so à la Florida-Death, in Richtung Hate Eternal oder Nile. Klar, als Vergleich dienen hierbei durchaus Bands wie Devourment, Vulvodynia, Katalepsy, Pathology oder Condemned. Die angepeilte Mischung gefällt, da dies der Band recht gut zu Gesicht steht. Die Klampfen riffen sich durch die Tracks, wie ein Bagger sich durch den Sandhaufen wühlt. Solodeske Ausflüge sind etwas rar gesät, obwohl die eine oder andere technische Erfüllung ist durchaus zu finden und recht cool intoniert wie auch inszeniert. Der Tieftöner harmoniert elementar zu den Songs, die Drums sind meist im grindcorigen Blast zuhause, abwechselnd mit straighten, satten Double-Basses. Der Gesang ist im heftigsten, bösartigsten und tiefsten Growl zu finden, welcher jedoch passend zum recht druckvollen Gesamtsound steht. Das Coverartwork zeigt klar die Marschrichtung auf und die Produktion kommt sehr satt rüber, wenn auch etwas gedämpfter und leiser aus meinen Boxen quillend, als sonst die üblichen Releases in diesem Genre, aber passt so auch. Brutal-Death mit Onkel Slam-Anleihen.
Leopold 
Punkte: keine Wertung
GREEN DAY – Father Of All   (CD)
Reprise Records/Universal
Aus meiner Sicht kommen harte Zeiten auf Green Day-Fans zu, wenn sie nicht schon da sind. Die Verdienste von Green Day um den guten alten Punk Rock sind unbestritten und 2004 veröffentlichten sie mit «American Idiot» einen Meilenstein der Musikgeschichte, der sich bis heute ehrenhaft über die Zeit gehalten hat und aktueller ist denn je. Gegen die US-Politik – damals wohlgemerkt zu Zeiten von George W. Bush, aber der Zahn der Zeit nagt eben auch an Billie Joe Armstrong und Co. Ein zweites «American Idiot» ist kaum möglich, und so stellt sich von Album zu Album die Frage: "Was genau soll jetzt noch kommen?" Ein laues Lüftchen, das noch ab und zu einen Hauch Nostalgie durchschimmern lässt. Die wütende Punk-Attitüde war gestern und im aktuellen Albumtitel «Father Of All...» überlässt man sogar das zu erahnende "Motherfuckers" der Zensur. Das Album erweist sich als kurz und knackig. Zehn Songs sind drauf, bei nicht mal einer halben Stunde Spielzeit. Die drei Musiker versuchen stoisch, ihrem Punk Rock treu zu bleiben, aber die Zeiten der Single-Hits beim Trio sind schon länger vorbei. Kaum eine Band ist so sehr von der Realität ein- und überholt worden wie Green Day. Die Ami-Punks meinen es mit ihrer neuen Scheibe gut, kommen aber nicht wirklich voran. Zu soft, zu normal, zu wenig Dreck! «I Was A Teenage Teenager» klingt wie ein Möchtegern-Collegerocksong der gealterten Ex-Schüler. Zugute halten muss man dem Trio allerdings, dass sie mit «Father Of All...» ihr eigenes Denkmal nicht beschädigen. Ein Meilenstein in der Bandgeschichte von Green Day ist das neue Album aber mit Sicherheit nicht.
Oliver H. 
Punkte: 6.4 von 10
ÅSKVÄDER - Åskväder
The Sign Records
Das schwedische Trio mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen (zumindest für nicht-schwedisch Sprechende) präsentiert uns hiermit das selbstbetitelte Debüt. Gezockt wird unaufgeregter Rock der beschwingteren Sorte. Quasi Hellacopters light. Viel mehr muss man dazu nicht sagen, geht genauso flüssig rein wie auch wieder raus, dafür sorgt unter anderem auch die (meiner Meinung nach) viel zu ruhige Stimme des Sängers. Rockmusik muss doch fetzen, nicht? Fazit: Völlig ok für zwischendurch, nix Spezielles.
Toby S.  
Punkte: 6.0 von 10
ASPHALT VALENTINE - Twisted Road
Highvolmusic
Jo, ganz nett, was uns die Jungs hier servieren. Man spielt ordentliche Rock-Mucke der Sorte Crystal Ball, Mines oder Motorjesus - ohne deren Klasse zu erreichen. Leider, muss man noch hinzufügen. Denn man hätte es echt drauf, aber die Songs versumpfen im ewig gleich klingenden Schema und der Tonalitäten, da reisst auch die obligatorische Ballade "Saving" nix mehr. Kann man sich geben, muss aber nicht sein. Feierabendrocker.
Toby S.  
Punkte: 5.5 von 10
JUSTIFY REBELLION - The Ends Justify The Means
Mighty Music
Moderner, ballernder Metal aus Dänemark? Klar, kann man machen. Geht auch gleich von den ersten Momenten an direkt in die Vollen und prügelt nur so um sich, als gäbe es kein Morgen. Klingt aber leider auch alles sehr ähnlich, auch wegen der eher monotonen Brüllstimme. Abgesehen von den ersten Sekunden bei "The Bringer Of War" sind mir keine wirklichen Abweichungen aufgefallen. Nuja, was soll's. Wer's gern direkt in die Fresse hat, der ist mit Justify Rebellion gut bedient. Schlagkräftig.
Toby S. 
Punkte: 5.5 von 10
TOMBS – Monarchy Of Shadows (EP)
Season of mist/Irascible
Tombs ist ein Projekt aus den USA, das seit 2007 existiert. Die vier Amerikaner haben seit der Gründung schon so einiges an Material veröffentlicht. Mehrere Alben, Splits, Singles und EPs sind bereits da und von der letzteren haben wir hier eine ganz neue vor uns. Der Post/Black Metal-Stil der Band hat in dieser EP auch teilweise eine etwas Death Metal-ähnliche Note, aber dazu später. Am Anfang kommt direkt der Titeltrack «Monarchy Of Shadows» der im ganz klassischen Black Metal verfährt, wie wir ihn heute von viele Bands kennen. Bei «Once Falls The Guillotine» haben wir schon einen etwas anderen Sound, mit vielen schnellen Soli und Riffs. Hier zieht die EP mehr in die Black / Death Metal-Richtung. «Necro Alchemy» geht weiter, wenn nicht sogar noch mehr in die Death / Funeral Doom-Ecke. Einige durch Clean Voice zum Ausdruck gebrachte Post/Black Metal-Elemente lassen sich zwar bei «Man Behind The Sun» finden, aber im Grossen und Ganzen bewegt sich die EP auch über die nächsten beiden Tracks «The Dark Rift» und «Path Of Totality (Midnight Sun)» in dieser Black / Death Ecke und somit sind wir auch schon durch mit der EP. Ich würde wirklich gerne mehr Gutes darüber schreiben, und auch wenn es definitiv keine schlechte EP ist, ist es mir etwas zu einfallslos und eintönig, um es regelmässig zu hören.
Simu 
Punkte:
keine Wertung
HOLYCIDE – Fist To Face
Xtreem Music
Nun ja, das sind genau die Bands, welche sich nur auf stupide Härte ausgerichtet haben und noch immer der Meinung sind, dass Härte gleichzusetzen ist mit Geschwindigkeit. Die Spanier veröffentlichen nach «Annihilate... Then Ask» ihr zweites Album. «Fist To Face» ist ein veritabler Hassbrocken geworden, der durch die röchelnde, schreiende Stimme von Dave Rotten an Obituary erinnert. Musikalisch versucht man sich an modernerem Thrash, der durch kleine Breaks unterbrochen wird. «Vultures» dient als guter Querverweis, was uns der Fünfer bietet. Gnadenloses Gebolze, Hass in der Stimme, Rache für alles und jeden sowie mörderisches Geknüppel. Dieses Kommando überfährt den Hörer und lässt den Niedergewalzten mit fragendem Blick zurück. Da höre ich mir noch lieber 5FDP an, die haben zumindest Melodien, die man sich antun kann oder Exodus mit ihrem "good friendly violent fun", der richtig Spass macht! Wer es derb, heftig, unerschrocken und gewalttätig mag, sollte Holycide antesten.
Tinu  
Punkte: 4.0 von 10
VREDEHAMMER – Viperous
Indie Recordings
Vredehammer ist eine Band, die uns zeigt, wie abwechslungsreicher Black Death geht. Nach der Gründung 2009 veröffentlichten sie drei EPs, sechs Singles und drei Alben, aber erst mit dem zweiten Album «Violator» (mein Lieblingsalbum von Vredehammer btw.), das 2016 erschien, schafften sie es, zu der Gruppe der bekanntesten Black/Death Metal-Bands aus dem norwegischen Raum zu gehören. Den drei Musikern gelang es einen rasanten und trotzdem schweren, melodischen und abwechslungsreichen Sound zu kreieren. «Winds Of Dysphoria» beginnt sehr untypisch und zwar mit einem Synthie-Beat direkt aus den Achtzigern. Der aber relativ abrupt von einem Blast Beat-Hagel abgelöst wird, kurz darauf beginnen auch schon die typischen, harten Vocals, die wir von Vredehammer gut kennen. Wir haben einen fliessenden Übergang zu «Aggressor», der etwas schwerer und melodischer ist, aber nicht weniger hart. «Suffocate All Light» ist wiederum eine ganze Schippe schneller, ausserdem treffen wir im letzten Drittel wieder auf die bekannten Synthies. Der Titeltrack «Viperous» sticht vor allem durch die Soli und Schnellen Riffs heraus, worauf «Skinwalker» wieder mit etwas untypischem Sound folgt, indem er mehrere schnelle Elektro-Beats verbaut hat. «In Shadow» hat hingegen weniger Elektro-Beat und mehr Elektro-Gitarre in Soli-Form, und davon gleich ganz schön viel. Selbiges gilt für «Wounds», der aber im letzten Drittel noch einen schönen Melodic-Part hat. Mit «Any Place But Home» haben wir wieder enorm viel Elektro-Gemisch mit drin, dafür wird bei «From A Spark To A Withering Flame» gänzlich darauf verzichtet. Das Album ist sehr abwechslungsreich, das muss man ihm lassen. Leider schiesst die gewählte Stilrichtung etwas an meinem Geschmack vorbei, für Fans von Bands wie Coraxo und andere Elektro/Death Metal-Gruppen könnte aber definitiv was dabei sein.
Simu  
Punkte: 3.5von 10
BURZUM – Thulean Mysteries
Byelobog Productions
Wer oder was Burzum ist, muss ich hoffentlich nicht mehr gross erklären. Varg Vikernes, welcher in der Geschichte des Black Metal unmöglich nicht erwähnt werden kann und heute eher mit merkwürdigen Nazi-Youtube-Videos auffällt, sollte jedem ein begriff sein. Trotzdem ganz kurz ein Zusammenschnitt: Als Mitglied von Mayhem und in der norwegischen Black Metal-Szene durch einige fragwürdige Aktionen wurde Varg das erste mal so richtig bekannt. Er gründete sein Einzelprojekt Burzum und wanderte etwas später für den Mord an seinem Mayhem-Bandkollegen Euronymous und einige Kirchenver-brennungen in den Knast. Dort fing er an, sich mit Rechtsextremismus auseinander zu setzen, und das führt uns mehr oder weniger zu dem Varg, den wir heute kennen. Der ist nämlich mittlerweile hauptsächlich auf Youtube unterwegs, verbreitet Verschwörungstheorien und redet stolz über «white supremacy». Ich würde an dieser stelle natürlich beginnen, das Album Track für Track zu analysieren, wie ich es üblicherweise immer mache, heute aber nicht. Mit diesem Album ist das nämlich etwas schwieriger, da es sich nicht wirklich um ein Album handelt, sondern mehr eine Sammlung von unzusammenhängenden Geräuschen und Melodien. «Thulean Mysteries» ist wohl das merkwürdigste, was unter dem Namen Burzum je erschienen ist. Das Album hat insgesamt dreiundzwanzig Tracks und ist ein Mischmasch aus sehr altem Dungeon Synth, kurzen Akustikstücken, die klingen, als würde eine Folk-Band ihre Instrumente stimmen (kein Witz), Random Elektronik-Titeln, Drone-ähnlichen Noise Recordings und absolut rohen E-Gitarren-Aufnahmen. Ich weiss ganz ehrlich nicht, wie ich das Album besser beschreiben soll, für freunde von minimalistischem Dungeon Synth und Drone könnte jedoch trotzdem Etwas dabei sein. Die Intention hinter dem Album bleibt mir weiterhin verborgen. Ob es als ein Kunstwerk gedacht ist oder eine Erzeugnis Vargs merkwürdiger Gedanken, wie werden es nie erfahren. Für wen sich das ganze jetzt trotzdem verlockend angehört hat, der möge doch vor dem Kauf noch einmal innehalten und überlegen, ob er denn auch das durch Varg propagierte Gedankengut unterstützen möchte, die Entscheidung liegt natürlich bei jedem selbst.
Simu  
Punkte: 2.0 von 10
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